Autofreie Innenstädte: Fluch oder Segen?

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frems
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Autofreie Innenstädte: Fluch oder Segen?

Beitragvon frems » Mo 26. Sep 2016, 19:22

Um von der Dieseldebatte etwas wegzukommen, bin ich mal so frei und mach diesen Strang auf, da Paris just verkündete, eine prominente Straße für den Autoverkehr nicht nur temporär, sondern permanent zu sperren:
Parteigenossin und Bürgermeisterin von Paris, Anne Hidalgo, hat aus dem Smog-Alarm des Frühjahrs die Konsequenzen gezogen. Mit einem drastischen Umweltplan will sie der Metropole ein besseres Klima bescheren. Die Kernpunkte hat sie in der Sonntagszeitung "Journal du Dimanche" vorgestellt: Bis 2020 das generelle Verbot von Dieselautos, Verkehrsachsen sollen "sauberen Fahrzeugen" vorbehalten werden, Ausweitung der 30-km/h-Zonen in Paris, Fahrerlaubnis im Zentrum nur noch für Anwohner und Anlieferer, Förderung des Fahrradverkehrs mit 100 Millionen Euro.
http://www.spiegel.de/auto/aktuell/pari ... 07216.html

Chillen an der Seine: Paris sperrt eine Uferstraße für den Autoverkehr und bekommt eine weitere Fußgängerpromenade im Herzen der Stadt. Auch andere Metropolen machen ihre Zentren zum Teil autofrei. [...]
Madrid: Hier säumte die Stadtautobahn bis vor wenigen Jahren beiderseits den Fluss Manzanares. In einem aufwendigen Milliardenprojekt verlegte die Stadtverwaltung die Schnellstraßen in Tunnel Inzwischen sind die Uferzonen beidseitig zu dem riesigen Landschaftspark "Madrid Rio" umgestaltet, mit Bäumen, Bänken, Cafés, Spielplätzen, Sportfeldern sowie Dutzenden Brücken, über die Fußgänger, Radfahrer und Inlineskater zwischen beiden Seiten wechseln können.
Rom: Der damalige Bürgermeister Ignazio Marino machte jene Straße, die an den Kaiserforen entlang zum Kolosseum führt, komplett zur Fußgängerzone. Zwar hob seine Nachfolgerin Virginia Raggi das Verbot für Taxen und Busse wieder auf, aber ab 2017 soll die bei Touristen beliebte Straße endgültig Fußgängerzone sein. Auch die Via della Conciliazione am Petersdom wurde während des laufenden Heiligen Jahres teilweise für Autos gesperrt.
Moskau: Die russische Hauptstadt hat sich in den vergangenen Jahren herausgeputzt. Viele Straßen wurden zu Fußgängerzonen mit Läden und Cafés umgestaltet. Allein umgerechnet rund 300 Millionen Euro hat die Stadt dieses Jahr der Agentur Tass zufolge ausgegeben, um Bürgersteige neu zu pflastern, Radwege zu bauen und Straßen mit Grünflächen zu schmücken. Bequeme Sitzbänke aus Holz laden seit diesem Sommer an pulsierenden Boulevards zum Verweilen ein. Bis zur Fußball-WM 2018 will sich Moskau als modern und lebenswert präsentieren.
Oslo: In Norwegen gibt es Pläne, die Fußgängerzone in der Hauptstadt zu vergrößern und weite Teile der Innenstadt für den Autoverkehr zu sperren. Damit will man nicht nur Fußgängern das Einkaufen erleichtern, sondern vor allem das Autofahren im Zentrum unattraktiver machen. Bis 2020 soll der Autoverkehr um 20 Prozent verringert werden. Die Stadt am Fjord ist außerdem seit Jahren dabei, den Verkehr von der Wasserlinie weg zu bekommen und durch Tunnel zu leiten.
Thessaloniki: In der griechischen Hafenstadt wurde 2013 eine 3,5 Kilometer lange Hafenpromenade fertiggestellt, die sich vom berühmten "Weißen Turm" bis zum Konzerthaus zieht. Seither lieben die Städter ihre "Nea Paralia" und genießen den größten öffentlichen Raum der Metropole auf Spaziergängen, beim Fahrradfahren oder Inlineskaten.

http://www.spiegel.de/reise/staedte/par ... 14017.html

Kopenhagen: "Radfahrer machen eine Stadt erst richtig lebendig"
Nur bei guten Radwegen fühlen sich die Leute eingeladen, Rad zu fahren, sagt Helle Søholt. Die dänische Stadtplanerin wundert sich, dass Deutschland nicht weiter ist.

http://www.zeit.de/mobilitaet/2014-05/s ... ettansicht


Haltet Ihr solche Maßnahmen in deutschen Großstädten, wo noch immer der motorisierte Individualverkehr im Mittelpunkt der Verkehrsplanung steht, für sinnvoll? Muss die Automobilbranche um Einnahmen fürchten? Geht Ihr von mehr oder weniger Mobilität für die breite Masse aus?
Labskaus!
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jack000
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Re: Autofreie Innenstädte: Fluch oder Segen?

Beitragvon jack000 » Mo 26. Sep 2016, 20:10

frems hat geschrieben:(26 Sep 2016, 20:22)Haltet Ihr solche Maßnahmen in deutschen Großstädten, wo noch immer der motorisierte Individualverkehr im Mittelpunkt der Verkehrsplanung steht, für sinnvoll? Muss die Automobilbranche um Einnahmen fürchten? Geht Ihr von mehr oder weniger Mobilität für die breite Masse aus?

Mobilität ist in Stauschwerpunktstädten wie Paris (Dein Beispiel), London, Stuttgart, New York, Los Angeles, etc... eh nicht mehr gegeben. Daher sollten Innenstädte nur noch von Bewohnern mit dem MIV befahren werden dürfen und für alle anderen dicht gemacht werden (Wer dann in die Zentren will soll P&R oder komplett den ÖPNV (entsprechend ausgebaut) nutzen)

Allerdings sollten dann auch für den MIV entsprechende Ausweichmöglichkeiten (=Entlastungsstrassen) geschaffen werden um die Zentren umfahren zu können!
Ein Zeichen von Intelligenz ist der stetige Zweifel - Idioten sind sich immer todsicher, egal was sie tun ...
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Teeernte
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Re: Autofreie Innenstädte: Fluch oder Segen?

Beitragvon Teeernte » Mo 26. Sep 2016, 21:56

Natürlich kann der Staat "aufgeben" ind die Stadt an Linke verschenken.



Auf der Website des Wohnprojektes „R94“ – kurz für Rigaer Straße 94 – ruft die linksextreme Szene dazu auf, die Stadt aufzumischen: „Jetzt stürzen wir Berlin ins Chaos.“ Und: „Wir wollen einen schwarzen Juli!“ Und noch unmissverständlicher: „10 Million Euro Schaden für diese Scheiß-Aktion.“

Allein in den vergangenen zwei Wochen zählte die Polizei 20 linkspolitisch motivierte Autobrände. Im gesamten Jahr 2015 waren es 45.

Alles erinnert ein wenig an die 80er-Jahre, als in Berlin der Häuserkampf tobte. Und genau das soll es wohl auch, denn am Kampf um die Trutzburg „R94“ wird sich die Zukunft der linken Szene Berlins entscheiden. Das Wohnprojekt inmitten des weitgehend durchsanierten Szenebezirks Friedrichshain ist eine Art Riesen-WG für Linksradikale.Am Samstagabend eskalierte die Situation jedoch. Laut Berliner Polizei sei es die „aggressivste und gewalttätigste Demonstration der zurückliegenden fünf Jahre“ gewesen. 123 Polizisten wurden verletzt.
https://www.welt.de/politik/deutschland ... rennt.html

(Wer findet diese Linken Taten in der Polizeistatistik ?)

Eine "Autofreie" Stadt ..... sollte man in einen Bürgerentscheid durchsetzen können. Das Geld für den Auto Verkehr sollte an die Umlieger zwecks Umleitung drumherum fallen.

Welchen Effekt hat eine reine Wohnstadt - ohne Produktion und Handel ... verringertem Handwerk mit ein paar Bussen und reinem Fahrrad
Verkehr ? Happiness und Fun - Dauerfeiergemeinde der Besitzlosen ?

Investition ??? Zero ZERO. die Stadt hat innerhalb weniger Jahre kein Geld.

Was ist Hamburg ohne Verkehr ? .....Bremen ohne Autos.
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jorikke
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Re: Autofreie Innenstädte: Fluch oder Segen?

Beitragvon jorikke » Mo 26. Sep 2016, 22:01

Tendenziell sollte der Verkehr in den Innenstädten ausgedünnt, im Kerngebiet der Städte nach Möglichkeit verhindert werden.
Übertrieben wird bei der Diskussion immer der Fokus auf einen Ja/nein - entweder/oder Zustand gelegt.
Wie Jack000 richtig schrieb sind zunächst die Voraussetzungen Schritt für Schritt zu schaffen. Auf Stgt. bezogen, ich vermute in anderen Städten wird es nicht viel anders sein, dürfte der Zeitrahmen etwa 10 Jahre betragen.
Durch zeitliche Großzügigkeit werden sich einige Probleme weitgehend selbst entschärfen. Umweltfreundlichere PKW´s werden dazu beitragen.
Z.Zt. kann von einem Zusammenbruch der Mobilität z.B. in Stgt. nicht mal im Ansatz die Rede sein. (und das trotz der Bauarbeiten von Stgt.21) In den Verkehrs Schwerpunktzeiten gibt es Staus, keine Frage, aber das ist es dann auch schon. Man braucht halt, wenn es dumm läuft, eine viertel Stunde länger.
Das also ist nicht das Hauptproblem, Luftreinhaltung und Entspanntheit schon eher.
Der Individualverkehr ist ja nicht umsonst so beliebt. Für eine komplette Familie mit Kindern ist es allemal angenehmer mit dem Auto bis ins Parkhaus der Innenstadt zu fahren als sich mit Kindern im überfüllten ÖNV rum zu quälen.
Immer schön gelassen bleiben, dann wird das schon.
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Re: Autofreie Innenstädte: Fluch oder Segen?

Beitragvon Tom Bombadil » Di 27. Sep 2016, 08:52

Wenn man die Innenstädte für Autofahrer von außen immer schwieriger erreichbar macht, dann wird das zu noch mehr Landflucht führen, es kommt dann auch darauf an, wie gut man den ÖPNV ausbaut, ob Stadtrandlagen weiterhin attraktiv bleiben oder ob die dann auch mehr in Richtung Zentrum verlassen werden.
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Re: Autofreie Innenstädte: Fluch oder Segen?

Beitragvon Welfenprinz » Di 27. Sep 2016, 08:55

Es gibt ja keine Landflucht,im Gegenteil die Leute ziehts in die Städte.
Sterben kann nicht so schlimm sein,sonst würden es nicht so viele tun.
Lt. griinpissstudien stirbt eine Ratte, wenn ihr ein 200l-Fass Glyphosat auf den Kopf fällt.
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Re: Autofreie Innenstädte: Fluch oder Segen?

Beitragvon pikant » Di 27. Sep 2016, 08:58

Ladflucht? - gerade in dem Beispiel von Frems mit Paris sieht es vollkommen anders aus - die Wohnungen werden in der Innenstadt immer teurer und die Nachfrage ist enorm inZonen zu wohnen, wo es keinen Individualverkehr mehr gibt!
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Re: Autofreie Innenstädte: Fluch oder Segen?

Beitragvon Tom Bombadil » Di 27. Sep 2016, 09:03

Flucht vom Land in die Stadt ist gemeint, sollte eigentlich auch aus dem Kontext hervorgehen: http://www.wissen.de/landflucht-immer-m ... ie-staedte
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Re: Autofreie Innenstädte: Fluch oder Segen?

Beitragvon Welfenprinz » Di 27. Sep 2016, 09:15

Stimmt,sorry. Genaues lesen hilft. :D

Ja,die Ansprüche an die Versorgungsleistung der Städdte steigen. Der 40to ner zum REWE am Innenstadtring darf nur noch nachts fahren,aber dafür 2x
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Re: Autofreie Innenstädte: Fluch oder Segen?

Beitragvon schokoschendrezki » Di 27. Sep 2016, 09:33

Deutlich wird die Attraktivität (weitgehend) autofreier Innenstädte besonders bei Städten, die erst Anfang/Mitte der 90er oder später saniert wurden und nicht in den autozentrierten 60er, 70er, 80er Jahren. Musterbeispieel (für mich): Breslau. Negativbeispiele (für mich): Ruhrgebiet, Hannover.
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Re: Autofreie Innenstädte: Fluch oder Segen?

Beitragvon HugoBettauer » Di 27. Sep 2016, 10:53

Die autofreie Stadt ist im Grunde ein antiquiertes Konzept. Solange Radler samt Kinderanhänger in den Fußgängerzonen mehr Akzeptanz und Rücksicht erfahren als Fußgänger und Rollstuhlfahrer, ist das vorrangig ein Förderprogramm für innerstädtische halböffentliche Malls und großflächige Auto-erreichbare Großflächenkonzepte zulasten klassischer kleinteiliger Fachhändler, die ursprünglich halbe Handwerker waren. Die "autofreie Stadt" ist zudem keine Antithese zur kleinteilen intensiven Belieferung der Bevölkerung aus dem Internet-Einzelhandel, verstärkt auch bei Waren des täglichen Bedarfs und Lebensmitteln. Wie das in einer Fußgängerzone aussieht, wissen viele Verkehrsteilnehmer leidvoll zu berichten. Die "autofreie Stadt" ist konzeptionell allenfalls als Antithese zur autogerechten Stadt berechtigt, die ebenfalls in Reinform kaum irgendwo durchgesetzt wurde. Die Zukunftsfragen der urbanen Räume liegen orthogonal dazu. Die Mobilitäts- und Logistikinteressen der Menschen auf begrenztem Raum und mit gesteigertem Schwerpunkt Barrierefreiheit/Altersgerechtigkeit sind mit beiden Konzepten unerfüllbar.
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Re: Autofreie Innenstädte: Fluch oder Segen?

Beitragvon Nele28 » Di 27. Sep 2016, 11:10

Und an schönen Tagen kommen die Städter massenweise aufs Land, um Natur, Ruhe und Idylle zu genießen. Die Dorfbewohner beschweren sich dann über die zunehmenden stinkenden Abgase und Lärm und fordern Umgehungsstraßen.
Jedes Dorf seine Umgehungsstraße? Umweltschützer steigen auf die Barrikaden, weil gerade dann das zerstört wird, was viele Menschen suchen: ruhige, idyllische und zusammenhängende Landschaften, statt noch mehr Versiegelungen und Landschaftszerschneidungen.
Wie sollen sonst seltene Tierarten wie Wolf, Luchs, Bär, Raubvogel und Wildkatze und viele seltene Pflanenarten je wieder im Westen eine Heimat finden, wenn die mobile Unvernunft anhält und noch mehr Straßen gebaut werden, was noch mehr Autos auf die Straße bringt?

Es gibt nur einen Weg: Weg mit der mobilien Unvernunft in eine alternative Verkehrspolitik, z.B. der Verbund Schiene und ÖPNV, mehr Zeit und weniger Hektik. .
Erzählte mir ein Bekannter, dass er jeden morgen nicht auf sein frisches Brötchen verzichten will und deshalb - weil es in seinem Ort keine Bäckerei gibt - 10 km fahren muss, um ein einziges Brötchen zu kaufen.
Die Liste der mobilen Unvernunft ließe sich beliebig fortsetzen.
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Re: Autofreie Innenstädte: Fluch oder Segen?

Beitragvon pikant » Di 27. Sep 2016, 11:15

Nele28 hat geschrieben:(27 Sep 2016, 12:10)


Erzählte mir ein Bekannter, dass er jeden morgen nicht auf sein frisches Brötchen verzichten will und deshalb - weil es in seinem Ort keine Bäckerei gibt - 10 km fahren muss, um ein einziges Brötchen zu kaufen.


ich habe 3 Baeckereien im Umkreis von 100m - ua. deshalb Stadt und ja in der Stadt mit gutem Nahverkehr kann man problemlos auf ein Auto verzichten und spart da wiederum gut Geld.
Nele28

Re: Autofreie Innenstädte: Fluch oder Segen?

Beitragvon Nele28 » Di 27. Sep 2016, 11:17

frems hat geschrieben:(26 Sep 2016, 20:22)

Um von der Dieseldebatte etwas wegzukommen, bin ich mal so frei und mach diesen Strang auf, da Paris just verkündete, eine prominente Straße für den Autoverkehr nicht nur temporär, sondern permanent zu sperren:


Haltet Ihr solche Maßnahmen in deutschen Großstädten, wo noch immer der motorisierte Individualverkehr im Mittelpunkt der Verkehrsplanung steht, für sinnvoll? Muss die Automobilbranche um Einnahmen fürchten? Geht Ihr von mehr oder weniger Mobilität für die breite Masse aus?

Unbedingt.
Der Foto- und Dokumentarband "Alptraum Auto" hat nichts von seiner Popularität eingebüßt. Autofahren mit Maßen und am richtigen Ort betrieben, ist durchaus angenehm und vernünftig. Aber die positiven Möglichkeiten des mobilen Individualverkehrs verengen sich zunehmend und sinnvolle Alternativen werden nach wie vor von der mächtigen Autolobby behindert.
Hinzu kommt aber auch, dass die Menschen selbst sich ihre Bequemlichkeit nicht von der Vernunft rauben lassen wollen.
Nele28

Re: Autofreie Innenstädte: Fluch oder Segen?

Beitragvon Nele28 » Di 27. Sep 2016, 11:22

pikant hat geschrieben:(27 Sep 2016, 12:15)

ich habe 3 Baeckereien im Umkreis von 100m - ua. deshalb Stadt und ja in der Stadt mit gutem Nahverkehr kann man problemlos auf ein Auto verzichten und spart da wiederum gut Geld.


Dann bist du einer von denen, die massenweise am Wochenende als Erholungssuchende das ruhige idyllische Land mit Lärm und stinkenden Abgasen überfällt und wie die Horden die Natur niedertrampelt.
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Re: Autofreie Innenstädte: Fluch oder Segen?

Beitragvon Tom Bombadil » Di 27. Sep 2016, 11:23

Nele28 hat geschrieben:(27 Sep 2016, 12:10)

Es gibt nur einen Weg: Weg mit der mobilien Unvernunft...

Bist du denn endlich vernünftig geworden und hast deinen Cayenne mittlerweile abgestoßen? Oder bist du wie so viele andere "Vernünftige" auch: Wasser predigen, aber selber Wein saufen?
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Re: Autofreie Innenstädte: Fluch oder Segen?

Beitragvon HugoBettauer » Di 27. Sep 2016, 11:24

frems hat geschrieben:(26 Sep 2016, 20:22)

Um von der Dieseldebatte etwas wegzukommen, bin ich mal so frei und mach diesen Strang auf, da Paris just verkündete, eine prominente Straße für den Autoverkehr nicht nur temporär, sondern permanent zu sperren

Man kann sicher einzelne Straßen als Einbahnstraßen, Fußgängerzonen oder verkehrsberuhigte Bereiche ausweisen, nur löst das nicht die Probleme, die die Gesellschaft damit hat, dass immer mehr Zeug geliefert oder abgeholt wird, immer mehr Menschen irgendwo hin müssen und die Anforderungen an Reisedauer, Barrierefreiheit und Wartebedingungen schwieriger werden.
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Re: Autofreie Innenstädte: Fluch oder Segen?

Beitragvon HugoBettauer » Di 27. Sep 2016, 11:25

pikant hat geschrieben:(27 Sep 2016, 12:15)

ich habe 3 Baeckereien im Umkreis von 100m - ua. deshalb Stadt und ja in der Stadt mit gutem Nahverkehr kann man problemlos auf ein Auto verzichten und spart da wiederum gut Geld.

Wieviele davon machen nur angelieferten Kuchen kalt und angelieferte Fertigbrötchen warm?
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Re: Autofreie Innenstädte: Fluch oder Segen?

Beitragvon pikant » Di 27. Sep 2016, 11:26

Nele28 hat geschrieben:(27 Sep 2016, 12:22)

Dann bist du einer von denen, die massenweise am Wochenende als Erholungssuchende das ruhige idyllische Land mit Lärm und stinkenden Abgasen überfällt und wie die Horden die Natur niedertrampelt.


nee,
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Re: Autofreie Innenstädte: Fluch oder Segen?

Beitragvon HugoBettauer » Di 27. Sep 2016, 11:27

Nele28 hat geschrieben:(27 Sep 2016, 12:10)
Jedes Dorf seine Umgehungsstraße? Umweltschützer steigen auf die Barrikaden

Die sollen gefälligst den Rand halten. Kinder und Lärmschutz sind wichtiger als Krötenwanderung. Hättens ihre Kröten ja in ihren autofreien Städten wandern lassen können, wenn ihr Cayenne die nicht längst zermatscht hätte auf dem Weg ins Grüne.
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