TÜV

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jorikke
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TÜV

Beitragvon jorikke » So 21. Aug 2016, 22:07

Das in regelmäßigen Intervallen an den Fahrzeugen Kontrolluntersuchungen durchgeführt werden ist o.k.
Welche Erfahrungen wurden im Einzelfall damit gemacht?
Vor einigen Jahren musste ich mit meinem einachsigen Anhänger zum TÜV. Dreimal war er bereits ohne Beanstandungen durchgekommen, diesmal kam es dicke.
Völlig i.O. war die Beanstandung des brüchig gewordenen Bodenbrettes, es musste ausgetauscht werden.
Der Hänger ist 10 Jahre alt, wird nur benötigt um zwei bis dreimal Gartenabfälle zur Deponie zu bringen.
Die km-Leistung max. 1000. Trotzdem musste ich neue Reifen kaufen, 10 Jahre sei einfach zu alt.
Dann wurde die fehlende Nebelschlussleuchte bemängelt. Dreimal war das Ding schon ohne eine solche Funzel durch den TÜV gekommen, jetzt plötzlich wurde sie verlangt.
War dann richtig teuer.
Na gut, wurde alles gemacht, ca. 350,-€ total. Für 600,- hätte ich einen neuen bekommen.
Was mich aber wirklich interessiert, ist Folgendes:
Ein Bekannter, dem ich diese Geschichte erzählt hatte, erklärte alle für bekloppt die noch persönlich zum TÜV fahren.
Er selbst hatte seinen Hänger - auch so ein kleiner ungebremster Einachser - gerade von seiner Werkstatt durch den TÜV bringen lassen. 20 Jahre alt. Die ersten Reifen und natürlich keine Nebelschlussleuchte. Die Werkstatt brachte ihn ohne Beanstandungen durch.
Er hatte dafür folgende Erklärung:
Es gibt den TÜV, die Dekra und eine ganze Menge private Unternehmen, die diese Untersuchungen durchführen. Die stehen natürlich in einem Konkurrenzverhältnis. Deshalb ergäbe sich seiner Meinung nach eine gewisse Ungleichbehandlung zwischen guten Kunden - KFZ Betriebe - und Privat Kunden. Verliert man durch zu genaues Hinsehen einen Großkunden ist der finanzielle Schaden natürlich viel größer als wenn einmal ein Privatkunde wechselt.
Ich habe keine Ahnung ob das wirklich so ist, plausibel hört es sich jedenfalls an.
Seit der Zeit bringe ich meine Autos und den Hänger immer zu meiner Werkstatt. Seit der Zeit nie wieder Ärger gehabt.
Wie ist eure Erfahrung?
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jack000
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Re: TÜV

Beitragvon jack000 » So 21. Aug 2016, 22:14

jorikke hat geschrieben:(21 Aug 2016, 23:07)Es gibt den TÜV, die Dekra und eine ganze Menge private Unternehmen, die diese Untersuchungen durchführen. Die stehen natürlich in einem Konkurrenzverhältnis. Deshalb ergäbe sich seiner Meinung nach eine gewisse Ungleichbehandlung zwischen guten Kunden - KFZ Betriebe - und Privat Kunden. Verliert man durch zu genaues Hinsehen einen Großkunden ist der finanzielle Schaden natürlich viel größer als wenn einmal ein Privatkunde wechselt.
Ich habe keine Ahnung ob das wirklich so ist, plausibel hört es sich jedenfalls an.
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Wie ist eure Erfahrung?

Meine Erfahrung ist, wenn man ein gepflegtes Fahrzeug zum Markenhändler bringt ist TÜV kein Problem. Man wird angerufen wenn geringfügige (aber notwendige) Reparaturen gemacht werden müssen und schon wird alles erledigt!
Es wird sogar nicht mehr im PF geleugnet: "Ja die Gewalt gegen Frauen hat bedingt durch Zuwanderung zugenommen, und jetzt?"
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jorikke
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Re: TÜV

Beitragvon jorikke » So 21. Aug 2016, 22:16

jack000 hat geschrieben:(21 Aug 2016, 23:14)

Meine Erfahrung ist, wenn man ein gepflegtes Fahrzeug zum Markenhändler bringt ist TÜV kein Problem. Man wird angerufen wenn geringfügige (aber notwendige) Reparaturen gemacht werden müssen und schon wird alles erledigt!


Schrieb ich ja.
Es ging um die Gleichbehandlung.
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Re: TÜV

Beitragvon Amtsschimmel » Mi 14. Sep 2016, 17:38

jorikke hat geschrieben:(21 Aug 2016, 23:07)

Wie ist eure Erfahrung?


Kann das nur bestätigen. Zum normalen TÜV fahren, den Wagen oder den Anhänger "durchfallen" lassen, und dann bei dem Muckler Deines Vertrauens nochmal prüfen lassen. Der erkennt, welche vom TÜV festgestellten Mängel wichtig und welche Schwachsinn sind, und kann ja dann bei der Prüfung das Ganze auch miteinfließen lassen. So habe ich es jedenfalls stets gehandhabt. Hatte ein über 10 Jahre altes Auto, da "musste" der TÜV was finden. Die Hälfte davon war aber objektiv gesehen einfach Blödsinn. Ich habe nur die wirklichen Mängel beheben lassen und den Wagen nochmal bei der Werkstatt prüfen lassen - Plakette ohne Beanstandung bekommen. Wenn ein Handwerker dabei ist, dann ist immer auch jemand dabei, der den Prüfer etwas ausbremst.
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Re: TÜV

Beitragvon hallelujah » Mi 14. Sep 2016, 18:21

jorikke hat geschrieben:(21 Aug 2016, 23:07)

Die km-Leistung max. 1000. Trotzdem musste ich neue Reifen kaufen, 10 Jahre sei einfach zu alt.
?




Womit der Prüfer Recht hat. Die werden hart und spröde. Wenn du Pech hast, fliegen dir die Dinger bei der nächsten Fahrt auf der AB um die Ohren.
Du solltest froh sein, daß er sie beanstandet hat.
Gäbe es einen Gott, hätte er keine Religionen erschaffen.
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Re: TÜV

Beitragvon jack000 » Mi 14. Sep 2016, 18:32

hallelujah hat geschrieben:(14 Sep 2016, 19:21)

Womit der Prüfer Recht hat. Die werden hart und spröde. Wenn du Pech hast, fliegen dir die Dinger bei der nächsten Fahrt auf der AB um die Ohren.
Du solltest froh sein, daß er sie beanstandet hat.

So ist es!
Es wird sogar nicht mehr im PF geleugnet: "Ja die Gewalt gegen Frauen hat bedingt durch Zuwanderung zugenommen, und jetzt?"
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Re: TÜV

Beitragvon jorikke » Mi 14. Sep 2016, 18:38

hallelujah hat geschrieben:(14 Sep 2016, 19:21)

Womit der Prüfer Recht hat. Die werden hart und spröde. Wenn du Pech hast, fliegen dir die Dinger bei der nächsten Fahrt auf der AB um die Ohren.
Du solltest froh sein, daß er sie beanstandet hat.


Für den Hänger ist eine Höchstgeschwindigkeit von 80 km vorgeschrieben. Die Reifen hatten max. 1000km runter und äußerlich war keinerlei Verschleiß zu erkennen. Der fast gleiche Hänger meines Nachbarn ging bei einer TÜV Untersuchung beim einer Werkstatt mit über 20 Jahren alten Reifen anstandslos durch.
Junge, da ist was faul. Um die paar Mark für neue Reifen geht es mir gar nicht.
Es geht um die systematisch unterschiedliche Behandlung, ob die TÜV Abnahme privat oder durch eine Werkstatt durchgeführt wird.
Wenn du auf diese Fragestellung eingehen willst, melde dich wieder.
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Re: TÜV

Beitragvon jack000 » Mi 14. Sep 2016, 18:49

jorikke hat geschrieben:(14 Sep 2016, 19:38)

Für den Hänger ist eine Höchstgeschwindigkeit von 80 km vorgeschrieben. Die Reifen hatten max. 1000km runter und äußerlich war keinerlei Verschleiß zu erkennen.

Wie gesagt, das ist keine Aussage darüber ob der Reifen noch i.O. ist. Natürlich ist das Profil noch gut, da der Hänger ja kaum Kilometer gezogen wurde, aber bei 10 Jahren ist natürlich Feierabend.

Der fast gleiche Hänger meines Nachbarn ging bei einer TÜV Untersuchung beim einer Werkstatt mit über 20 Jahren alten Reifen anstandslos durch.
Junge, da ist was faul.

Das ist der eigentliche Punkt, denn dann ist da wirklich was faul. Normalerweise müsste ein jeder TÜV ausnahmslos das gleiche Resultat bringen. Das ist in jedem Fall zu kritisieren, denn ich erinnere mich noch wie ich vor 20 Jahren nach Einbeck zum TÜV gefahren bin, weil der TÜV in Göttingen die 195/15/50 Reifen in die Papiere von meinem Audi 80 GTE nicht eintragen wollte.
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Re: TÜV

Beitragvon hallelujah » Mi 14. Sep 2016, 18:52

jorikke hat geschrieben:(14 Sep 2016, 19:38)

Für den Hänger ist eine Höchstgeschwindigkeit von 80 km vorgeschrieben. Die Reifen hatten max. 1000km runter und äußerlich war keinerlei Verschleiß zu erkennen. Der fast gleiche Hänger meines Nachbarn ging bei einer TÜV Untersuchung beim einer Werkstatt mit über 20 Jahren alten Reifen anstandslos durch.
Junge, da ist was faul. Um die paar Mark für neue Reifen geht es mir gar nicht.
Es geht um die systematisch unterschiedliche Behandlung, ob die TÜV Abnahme privat oder durch eine Werkstatt durchgeführt wird.
Wenn du auf diese Fragestellung eingehen willst, melde dich wieder.



Ich bin bei der Fragestellung...
Ich würde NICHT in die Werkstatt deines Nachbarn fahren.
Du SIEHST den Verschleiss an deinem Reifen nicht. Er braucht nicht zwingend Risse zu zeigen. Die Weichmacher im Reifen dünsten im Laufe der Jahre aus. Der Reifen wird spröde.
Das Herstellungsdatum des Reifen steht nicht drauf, weil es gut aussieht...

Die Werkstatt führt selbst keine HU durch, das sind in der Regel Prüfer von TÜV und DEKRA. Können also nur persönliche Beziehungen eine Rolle spielen, wenn ein oder mehr Augen zugedrückt werden.

Sehr oft kommt es auf den Prüfer selbst an. Du kannst bei der gleichen Prüfstelle bei 2 Prüfern 2 unterschiedliche Ergebnisse bekommen.
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Re: TÜV

Beitragvon jorikke » Mi 14. Sep 2016, 19:01

jack000 hat geschrieben:(14 Sep 2016, 19:49)

Wie gesagt, das ist keine Aussage darüber ob der Reifen noch i.O. ist. Natürlich ist das Profil noch gut, da der Hänger ja kaum Kilometer gezogen wurde, aber bei 10 Jahren ist natürlich Feierabend.


Das ist der eigentliche Punkt, denn dann ist da wirklich was faul. Normalerweise müsste ein jeder TÜV ausnahmslos das gleiche Resultat bringen. Das ist in jedem Fall zu kritisieren, denn ich erinnere mich noch wie ich vor 20 Jahren nach Einbeck zum TÜV gefahren bin, weil der TÜV in Göttingen die 195/15/50 Reifen in die Papiere von meinem Audi 80 GTE nicht eintragen wollte.


Zunächst zu deinem ersten Satz:
So ist es, darauf kam es mir an, die wenigsten waren aber in der Lage auf eine klare Fragestellung ein zu gehen.
Ja, es ist natürlich ein Problem Göttinger zu sein.
In Einbeck, der Bierstadt, hat man es leichter. Beschwingt werden dort Stempel verteilt.
Wenn du als Göttinger stolz sein willst, geh auf den alten Friedhof an der Groner Landstraße.
Hinter dem Seerosenteich haben sie ein Rondell aufgebaut, mit allen Göttinger Nobelpreisträgern.
Übrigens mehr als jede andere Universitätsstadt in Deutschland hervor gebracht hat.
Da ist der TÜV dann plötzlich scheißegal.
...und Heinrich Heine auch.
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Re: TÜV

Beitragvon Flaschengeist » Sa 1. Okt 2016, 21:19

jorikke hat geschrieben:(14 Sep 2016, 19:38)

Für den Hänger ist eine Höchstgeschwindigkeit von 80 km vorgeschrieben. Die Reifen hatten max. 1000km runter und äußerlich war keinerlei Verschleiß zu erkennen. Der fast gleiche Hänger meines Nachbarn ging bei einer TÜV Untersuchung beim einer Werkstatt mit über 20 Jahren alten Reifen anstandslos durch.
Junge, da ist was faul. Um die paar Mark für neue Reifen geht es mir gar nicht.
Es geht um die systematisch unterschiedliche Behandlung, ob die TÜV Abnahme privat oder durch eine Werkstatt durchgeführt wird.
Wenn du auf diese Fragestellung eingehen willst, melde dich wieder.





TÜV Prüfer sind eben Menschen. Und Menschen haben immer einen gewissen Spielraum.

Ein TüV Prüfer der ein Fzg. mit 20 Jahre altern Reifen eine Plakette klebt, sollte gefeuert werden!

Es gibt natürlich noch die Möglichkeit einen TüV zu kaufen. Aber Bestechung ist eben nicht jedermanns Sache.
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Re: TÜV

Beitragvon Teeernte » Sa 1. Okt 2016, 21:38

Ich mag - das die Auto`s/Motorrad nicht nur Verkehrssicher sind sondern jeder Mangel gemeldet wird. ...das muss ich dazu sagen.
Wasserpumpe sabbert.. Ölfilm....Sägezahn auf den Reifen...einsetig abgefahren..


Sonst bekommt das Kistchen nen TÜv.

Mit der Wahl der Werkstatt kann ich den Prüfer wählen.... oder direkt hinfahren...und den Prüfer anheizen....

....nehm ich nen "schwarz" Schrauber (auch Selbsthilfewerkstatt genannt) gibts "Telefon-TÜV" - ...wenn ich wollte.
Obs zu kalt, zu warm, zu trocken oder zu nass ist:.... Es immer der >>menschgemachte<< Klimawandel. :D
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Re: TÜV

Beitragvon Teeernte » Sa 1. Okt 2016, 21:45

Flaschengeist hat geschrieben:(01 Oct 2016, 22:19)

TÜV Prüfer sind eben Menschen. Und Menschen haben immer einen gewissen Spielraum.

Ein TüV Prüfer der ein Fzg. mit 20 Jahre altern Reifen eine Plakette klebt, sollte gefeuert werden!

Es gibt natürlich noch die Möglichkeit einen TüV zu kaufen. Aber Bestechung ist eben nicht jedermanns Sache.


...der Sprung in der Scheibe war noch nicht drin....Die Reifen waren auf DEM Hänger nicht dran ...vorhin ging das Licht noch.... :D :D :D

Schau Dir bitte die Ernteanhänger am Trecker an - ich überhol die gern mit "MACH 1" mit dem Motorrad....

Da blinkt links nichts - ausser der Zugmaschine - wenn der abbiegt...
Obs zu kalt, zu warm, zu trocken oder zu nass ist:.... Es immer der >>menschgemachte<< Klimawandel. :D

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