Elektroautos.

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Re: Elektroautos.

Beitragvon H2O » Do 10. Mai 2018, 18:35

Raskolnikof hat geschrieben:(10 May 2018, 18:17)

Du favorisiesrt auf lange Sicht den Gasantrieb einfach wegen der z.Z. größeren Reichweite gegenüber E-Autos. Dabei sprichst du von der Entwicklung in den nächsten 20 Jahren, ignorierst dabei allerdings, dass die Batterieentwicklung auch voranschreitet und die Industrie sicher ist, innerhalb der nächsten Jahre eine umweltfreundliche Lithiumfreie Feststoffbatterie auf dem Markt zu bringen, die bei wesentlich größerer Kapazität gleichzeitig kleiner und leichter ist als die heutige Batteriegeneration und dann auch noch mit einer wesentlich kürzeren Ladezeiten aufwarten soll.
Ich denke, dass man jeder neuen technischen Entwicklung ein wenig Zeit geben sollte. Man denke an die rasante Entwicklung in der Computertechnologie. Viel Kinderspielzeug ist heute mit einer Computertechnologie und Rechenpower versehen, die einen PC von 1985 erblassen lassen. Dabei ist die Entwicklung der Elektroautos bereits recht weit fortgeschritten. Hier jetzt immer und immer wieder gebetsmühlenartig auf eine unzureichende Batteriekapazität = Reichweite hinzuweisen ist nicht zielführend, zumal ja bereits Modelle verfügbar sind, die von der Reichweite mit einer Akkuladung die meisten Kunden zufrieden stellen sollte. Beispiel: Der Opel ampera-e. Die vom Werk angegebene Reichweite mit einer Akkuladung beträgt 520 Km. Diese Kilometerleistung ist unter realistischen Alltagsbedingungen natürlich nicht zu erreichen. Verschiedene Tests haben aber gezeigt, dass im harten Alltagsbetrieb bei Aussentemperaturen im einstelligen Bereich und bei eingeschalteter Heizung 380 Km realistisch sind. Dabei handelt es sich beim ampera-e nicht um ein Auto der 100.000 Euro Obertklasse. In der bereits üppig ausgestatteten Standardversion kostet er etwas über 42.000 Euro. Da sind die 4000 Euro Zuschuss noch nicht abgezogen. Dafür erhält man ein Auto, welches sich fast auf VW Passat-Niveau befindet. Die Fontpassagiere genießen im ampera-e sogar noch mehr Beinfreiheit als im Passat.
Das einzige Handycap bei diesem Auto war bisher die Tatsache, dass es in Europa nur in Norwegen lieferbar war. Das hat sich aktuell aber geändert. So beträgt die Lieferzeit für das Auto mit Wunschausstattung derzeit drei bis vier Monate, vorfigurierte Modelle sind bereits in drei Wochen zu haben. Zum Vergleich: Auf meinen Ford Kuga musste ich etwas über drei Monate warten.

Zudem meine ich, dass die maximal mögliche Reichweite eines PKW mit einer Tankfüllung viel zu wichtig genommen wird. Wer ist denn darauf angewiesen, in einem Rutsch 1000 Km Autobahnstrecke zu schaffen? Ja, Geschäftsleute und Vertreter vielleicht oder die Familie mit ihrem 1500 KG schweren Wohnwagen am Haken. Ich hätte den Stromer über Nacht zuhause aufgeladen. Zwischendurch reicht dann auch mal eine 30-Minütige Schnelladung während des Einkaufs bei Edeka für die nächsten 150 Kilometer.

https://www.auto-motor-und-sport.de/new ... xis-video/


Ihre Schlüsse sind nicht ganz auf der Linie, die mir einleuchtend erscheint! Ich sehe durchaus 2 Bereiche: Nämlich den Stadtflitzer mit geringer Reichweite <150 km, der über Nacht (zum Beispiel!) wieder aufgeladen werden kann, und dem allgemein einsetzbaren Fahrzeug, das mit Gasantrieb pur oder hybrid auch größere Strecken >600 km anbietet, und das in wenigen Minuten wieder Energie für weitere >600 km nachtanken kann. Die Frage nach dem Anwender überlasse ich schlicht dem Markt.

Leider ist es so, daß Otto Normalverbraucher nicht gut 2 Fahrzeuge nach Anwendungszweck unterhalten und bezahlen kann. Deshalb wird das Gasfahrzeug dem Stadtflitzer wichtige Prozentpunkte weg nehmen, und wenn es deshalb Umweltärger gibt, dann könnte ein Hybrid mit Gasmotor und vergleichsweise kleiner Batterie <50 km dabei heraus kommen. Dazu gehört jetzt gar kein tolles Vorstellungsvermögen: die gesamte Infrastruktur ist dafür reichlich vorhanden, bewährt und sie ist risikolos erweiterbar.

Die Batterietechnologie kann nun alle möglichen Wege nehmen bis hin zu ganz billig und gut und leicht. Ein Sieg an der Fahrzeugfront ist das aber in keiner Weise, weil das Nachladen großer Fahrzeugbatterien in gegebener Ladezeit riesige Anforderungen an die Energiespeicherung und -verteilung stellt. Das habe ich jetzt oft genug vorgerechnet... und sollte verstanden sein.

Ok, noch einmal:

    Fahrstromenergie = Fahrleistung X Fahrzeit = Ladeleistung X Ladezeit.

Damit kann nun jeder "Stromer" hier herumspielen, um "seinen" liebsten Anwendungsfall zu betrachten. Vor allem aber muß die Ladeleistung dann bereit stehen, wenn sie gerade gebraucht wird.

Ich weiß, ich weiß, die Integrale. Die sind aber angesichts der grundlegenden Gedanken hier fast witzlos... wirken natürlich viel ingenieurwissenschaftlicher. Brauche ich hier nicht. Oh je, die Verluste beim Nachladen... geschenkt!

Ja, noch einer: Wir betrachten hier -zig Millionen Fahrzeuge dieser Art, nicht den einen Exoten mit Sonderbehandlung. Und alle wollen dann Ladeleistung, wenn sie (zufällig) gebraucht wird, nicht nur nachts, wenn ordentliche Leute sich durch Schlaf regenerieren.
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Re: Elektroautos.

Beitragvon Raskolnikof » Fr 11. Mai 2018, 08:15

Ich orientiere mich da wie User "immernoch_ratlos" eher an statistische wissenschaftliche Daten als an solchen von Hobbyanalytikern.
Unseriöse bzw. unrealistische Berechnungen gehen z. B. davon aus, dass wirklich jeder Autofahrer ein Elektroauto besitzt und dieses an unserem derzeitig bestehenden
Stromnetz gleichzeitig lädt. Das ist natürlich völliger Unsinn. Das wäre so, als wenn in jedem deutschen Haushalt mittags um Punkt 12.00 Uhr drei Platten des Elektroherdes, der Backofen und die Mikrowelle genutzt würden. Unser Stromnetz würde zusammenbrechen. Auch das von immernoch_ratlos genannte Beispiel zeigt, wie unsinnig derartige Berechnungen sind: Würden alle Autofahrer gleichzeitig eine Tankstelle anfahren hätten wir das grösste Verkehrschaos auf unseren Straßen seit Beginn der Automobilgeschichte.
Mit einem ampera-e beispielsweise müsste ich nur ca. alle 10 Tage ans Stromnetz.

Würden wir alle nur immer Schwarzmalen würde die Sonne wohl nie wieder aufgehen.
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Re: Elektroautos.

Beitragvon garfield336 » Fr 11. Mai 2018, 15:01

Raskolnikof hat geschrieben:(11 May 2018, 09:15)

Ich orientiere mich da wie User "immernoch_ratlos" eher an statistische wissenschaftliche Daten als an solchen von Hobbyanalytikern.
Unseriöse bzw. unrealistische Berechnungen gehen z. B. davon aus, dass wirklich jeder Autofahrer ein Elektroauto besitzt und dieses an unserem derzeitig bestehenden
Stromnetz gleichzeitig lädt. Das ist natürlich völliger Unsinn. Das wäre so, als wenn in jedem deutschen Haushalt mittags um Punkt 12.00 Uhr drei Platten des Elektroherdes, der Backofen und die Mikrowelle genutzt würden. Unser Stromnetz würde zusammenbrechen. Auch das von immernoch_ratlos genannte Beispiel zeigt, wie unsinnig derartige Berechnungen sind: Würden alle Autofahrer gleichzeitig eine Tankstelle anfahren hätten wir das grösste Verkehrschaos auf unseren Straßen seit Beginn der Automobilgeschichte.
Mit einem ampera-e beispielsweise müsste ich nur ca. alle 10 Tage ans Stromnetz.

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Jede Erhöhung des Spitzenstrom ist ein Problem, das hohe Kosten verursacht.
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Re: Elektroautos.

Beitragvon Raskolnikof » Fr 11. Mai 2018, 16:10

Ja nun, vor vielen Jahren war bereits klar, dass Energie noch einmal ein sehr teures Gut wird. Eigentlich ist Strom und Gas noch viel zu billig. Das sieht man u.a. daran, dass Häuslebauer meist nur bereit sind, die gesetzlichen Vorgaben zur Energieeinsparung zu erfüllen. Und selbst da wird häufig gemogelt.
Aber keine Sorge, die Stromwirtschaft ist bereits am Aufrüsten. Schließlich will die was verkaufen.
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Re: Elektroautos.

Beitragvon H2O » Fr 11. Mai 2018, 17:14

Raskolnikof hat geschrieben:(11 May 2018, 09:15)

Ich orientiere mich da wie User "immernoch_ratlos" eher an statistische wissenschaftliche Daten als an solchen von Hobbyanalytikern.
Unseriöse bzw. unrealistische Berechnungen gehen z. B. davon aus, dass wirklich jeder Autofahrer ein Elektroauto besitzt und dieses an unserem derzeitig bestehenden
Stromnetz gleichzeitig lädt. Das ist natürlich völliger Unsinn. Das wäre so, als wenn in jedem deutschen Haushalt mittags um Punkt 12.00 Uhr drei Platten des Elektroherdes, der Backofen und die Mikrowelle genutzt würden. Unser Stromnetz würde zusammenbrechen. Auch das von immernoch_ratlos genannte Beispiel zeigt, wie unsinnig derartige Berechnungen sind: Würden alle Autofahrer gleichzeitig eine Tankstelle anfahren hätten wir das grösste Verkehrschaos auf unseren Straßen seit Beginn der Automobilgeschichte.
Mit einem ampera-e beispielsweise müsste ich nur ca. alle 10 Tage ans Stromnetz.

Würden wir alle nur immer Schwarzmalen würde die Sonne wohl nie wieder aufgehen.


Ihren hoffnungsvollen Analysen dürfen Sie gern folgen. Ich bleibe bei meinem Unsinn, den ich jederzeit an neue Erkenntnisse anpassen kann. Wie jetzt eben der erstaunlichen Steigerung des Wirkungsgrads bei der Herstellung von synthetischem Methangas. Wenn das so stimmt, dann tut sich dort etwas!

Wenn Sie "Ihren" Ampera-e alle 10 Tage aus dem Netz laden, dann ersetzen Sie sicher nur den Fahrenergiebedarf von 10 Tagen. Ich habe technisch damit keine Schwierigkeiten, wohl aber das Ladenetzwerk, wenn nur genügend viele Ampera-e am Netz hängen. Den Markterfolg wünsche ich dem Hersteller des Fahrzeugs.

Ich habe mir den Spaß gemacht, die Ladedauer für eine bestimmte Reichweite aus dem Herstellerkatalog heraus zu ziehen:

Reichweite mit einigen "Sternchen": 520 km

Haushaltsteckdose 2,3 kW : 6 km / 30 min : 520 km / 44 h

Haushaltsanschluß 4,6 kW : 12 km / 30 min : 520 km / 22h

Schnelladeanschluß >= 50 kW: 150 km / 30 min : 520 km / 1 h 45 min

Auch dieser Hersteller kann leider nicht zaubern:
https://www.opel.de/fahrzeuge/ampera-e/uebersicht.html
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Re: Elektroautos.

Beitragvon Raskolnikof » Fr 11. Mai 2018, 20:11

Natürlich ist auch Methangas eine nutzbare Energiequelle, und auch lange nicht die einzige Alternative. Nur ist es derzeit so, dass sich die Autoindustrie jetzt auf Strom "eingeschossen" hat, zumal sie in die Entwicklung dieser Antriebsform bereits viele Milliarden investiert hat. Zudem: Methangas sollen alle Autos dieser Welt in der Zukunft antreiben?
Dann stellt sich da noch die Frage, ob Verbrennungsmotoren umweltpolitisch überhaupt noch eine Zukunft haben.
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Re: Elektroautos.

Beitragvon Positiv Denkender » Fr 11. Mai 2018, 22:56

Raskolnikof hat geschrieben:(10 May 2018, 19:03)

@ PD:

1. Bisher ist die Auswahl bei den Stromer noch nicht überzeugend. Aber da tut sich ja jetzt langsam was.
2. Mein derzeitiges Auto ist erst zwei Jahre alt. Ein neues ist erst in zwei Jahren dran.
3. Ladestationen werden derzeit allerorten errichtet. Wer sie nicht benötigt sieht das natürlich nicht. Allein in unserem Dorf stehen drei öffentliche Doppel-Schnellladesäulen zur Verfügung. Sie werden bisher nur kaum genutzt, weil alle Besitzer von Stromern ihr Auto Zuhause aufladen können. Übrigens wurde die Ladestation auf dem Edeka-Parkplatz an nur einem Tag errichtet, einschl. der Stromzuführung. Einen Tag später war die Säule einsatzbereit.
4. Es werden nicht von jetzt auf gleich Millionen von Autofahrern auf Stromer umsteigen. Das dauert viele Jahre. Da wird auch die Energiewirtschaft aufrüsten. Allein in der Nordsee sind über 1000 weitere Windkraftanlagen geplant. Zudem ist die Angst vor nicht ausreichendem Strom vollkommen unbegründet. Eine Mär, die bereits längst widerlegt ist.
Vielleicht solltest du dir endlich einmal angewöhnen, deine Verschwörungstheorien mit entsprechenden und seriösen Belegen (Links) zu untermauern. Aber das kannst du nicht. Stattdessen pöbelst du nur.

Du darfst dir doch dein Traumauto kaufen . Ich warte erst einmal ab wie sich diese rollenden Toaster entwickeln .Ist doch wunderbar wenn dein Edeka Markt dir kostenlos Strom zur Verfügung stellt.
Übrigens deine Unterstellungen ich pöbele bezeichne ich als Pöbelei .Wer deine Vorstellungen nicht teilt pöbelt . Ach ja bleibt die Frage wie lange denn der Vorrat an Rohstoffen anhält zur Herstellung von Batterien.
Wie man diese Batterien entsorgt ist ebenfalls ungeklärt . Eine Garantie gibt es . Je mehr E Autos
je schneller steigen die Strompreise und zwar auch für den Haushaltsstrom .
Warum führt Deutschland denn Strom aus anderen Staaten (Atomkraft ) ein wenn die Nordsee genügend
Strom produziert . Bis heute ist nicht einmal geklärt wie der Strom in den Süden des Landes transportiert werden soll . Deshalb nochmals für dich .Erst muss alles stimmen ,vor allem das E Fahrzeuge so leistungsfähig sind wie Benziner oder Diesel . Du darfst dich gerne als Versuchskaninchen zur Verfügung stellen .
Nochmals ich untermaure meine Aussagen nicht mit Links die dir gefallen .
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Re: Elektroautos.

Beitragvon Adam Smith » Fr 11. Mai 2018, 23:17

H2O hat geschrieben:(10 May 2018, 19:35)

Ja, noch einer: Wir betrachten hier -zig Millionen Fahrzeuge dieser Art, nicht den einen Exoten mit Sonderbehandlung. Und alle wollen dann Ladeleistung, wenn sie (zufällig) gebraucht wird, nicht nur nachts, wenn ordentliche Leute sich durch Schlaf regenerieren.


Und Wasserstoff ist ja im Grunde ein idealer Energiespeicher. Es wird sich ja eh in ein paar Jahren klären was sich durchsetzen wird.
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Re: Elektroautos.

Beitragvon Teeernte » Fr 11. Mai 2018, 23:19

Raskolnikof hat geschrieben:(10 May 2018, 18:17)

Du favorisiesrt auf lange Sicht den Gasantrieb einfach wegen der z.Z. größeren Reichweite gegenüber E-Autos.

https://www.auto-motor-und-sport.de/new ... xis-video/


Als Extremwert zeigte die Verbrauchsanzeige im Stand bis zu sieben Kilowatt Verbrauch für Heizung und Licht an. Pro Stunde könnte die Heizung also bis zu 50 Kilometer Reichweite auffressen.
Unter diesen Bedingungen ist die ermittelte Reichweite von 335 Kilometern (Landstraßentempo) bzw. 240 Kilometern (Autobahntempo 120 bis 130 km/h)


40...linke spur...

Obs zu kalt, zu warm, zu trocken oder zu nass ist:.... Es immer der >>menschgemachte<< Klimawandel. :D
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Re: Elektroautos.

Beitragvon H2O » Sa 12. Mai 2018, 07:01

Adam Smith hat geschrieben:(12 May 2018, 00:17)

Und Wasserstoff ist ja im Grunde ein idealer Energiespeicher. Es wird sich ja eh in ein paar Jahren klären was sich durchsetzen wird.


Das ist leider nur die halbe Wahrheit: Wenn nichts anderes verfügbar sein sollte, dann wird man sich mit Wasserstoff und Brennstoffzellen ab zu finden haben, trotz der Schwierigkeiten bei der Handhabung von Wasserstoff und der Kosten der Brennstoffzelle... völlig klar.

Aber nur allzu verlockend ist die vorhandene Infrastruktur für Verteilung und Speicherung von synthetischem Methangas und der hohe Wirkungsgrad von 75% (!) bei der zweistufigen Erzeugung von Wasserstoff-->Methangas. Hinzu käme Biogas aus landwirtschaftlicher Abfallvergärung. Und Gasfahrzeuge gibt es schon seit Jahrzehnten... nix Neues, keine Risiken. Deshalb bin ich so sehr überzeugt von diesem Weg in die Zukunft.
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Re: Elektroautos.

Beitragvon H2O » Sa 12. Mai 2018, 07:50

Raskolnikof hat geschrieben:(11 May 2018, 21:11)

Natürlich ist auch Methangas eine nutzbare Energiequelle, und auch lange nicht die einzige Alternative. Nur ist es derzeit so, dass sich die Autoindustrie jetzt auf Strom "eingeschossen" hat, zumal sie in die Entwicklung dieser Antriebsform bereits viele Milliarden investiert hat. Zudem: Methangas sollen alle Autos dieser Welt in der Zukunft antreiben?
Dann stellt sich da noch die Frage, ob Verbrennungsmotoren umweltpolitisch überhaupt noch eine Zukunft haben.


Methangas ist selbstverständlich nur eine von mehreren Energiequellen. Sie hat den Vorzug, schon heute lange speicherfähig zu sein, schon heute im ganzen Lande verteilt werden zu können und schon heute als Antriebsenergie für Fahrzeuge genutzt zu werden.

Zwei Hürden gibt es: Den Wirkungsgrad bei der Herstellung des synthetischen Gases und mögliche Rußabgabe, die wir ja auch bei Stadtgas gelegentlich beobachten. Die CO2-Abgabe aus der Verbrennung dürfte in den Kreislauf zurück geführt werden. Das habe ich bisher gar nicht überlegt, denn bisher galt doch, daß der Gasantrieb besonders umweltschonend sei... nur übertroffen von Wasserstoff mit Brennstoffzelle. Den Wirkungsgrad von 75% glaube ich jetzt erst einmal... toll!

Ich wiederhole: Den Stadtflitzer, der mit <150 km Reichweite eine Nische füllen wird, den wird es mit einiger Sicherheit als reines Batteriefahrzeug in großer Stückzahl geben, bevorzugte Aufladung in einigen Nachtstunden.

Aber das "Allgemeinfahrzeug" wird höchstwahrscheinlich mit Gas als Antriebsenergie betrieben werden... wegen der Vorzüge, die Gas auf dem Gebiet haben wird, oder aber mit Wasserstoff, wenn bei der Brennstoffzelle Wirkungsgrad und Preis noch deutliche Fortschritte machen. Wenn's umwelttechnisch in Ballungsgebieten ganz schlimm kommen sollte, dann eben Hybridfahrzeuge mit Gasmotor oder Brennstoffzelle und Pufferbatterie für 50 km. Aber derzeit glaube ich nicht, daß das notwendig sein wird.

Vor allem noch eins: TESLA hat auf das falsche Pferd gesetzt mit seinen vergleichsweise großen und schweren Batteriefahrzeugen: Spielzeug für Angeber. Mich wundert das sehr, weil der Mann doch auch die Grundlagen der Elektrotechnik kennt.
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Re: Elektroautos.

Beitragvon H2O » Sa 12. Mai 2018, 08:23

Positiv Denkender hat geschrieben:(11 May 2018, 23:56)
...

Wie man diese Batterien entsorgt ist ebenfalls ungeklärt . ...

Das ist mir auch nicht so richtig klar; ich meine, daß das Grundmaterial in einer Kreislaufwirtschaft immer wieder zurück gewonnen wird, so das letzten Endes noch die Mühe der Kreislaufwirtschaft bleibt. Sicher wäre es gut, dazu Näheres zu erfahren.
Warum führt Deutschland denn Strom aus anderen Staaten (Atomkraft ) ein wenn die Nordsee genügend Strom produziert .

Die Frage ist vergleichsweise leicht zu klären. Deutschland erzeugt mehr Strom als das Land verbraucht. Deshalb verkauft Deutschland sogar Strom ins Ausland. Aber die zuverlässige Grundlast kann nicht immer bereit gestellt werden, weil Wind und Sonne keine stetigen Energiequellen sind: Sie liefern viel, aber nur wenn die Gelegenheit günstig ist. In den Pausen müssen andere Kraftwerke im Inland und Ausland 'ran. Das wird sich ändern, wenn elektrische Energiespeicher verfügbar sind, oder Gaskraftwerke bereit stehen, gespeichertes Synthesegas hier Gaskraftwerke versorgen kann.

Bis heute ist nicht einmal geklärt wie der Strom in den Süden des Landes transportiert werden soll . ...

Doch das ist schon geklärt; die Energietrassen von Nordsee-Ostsee nach Süddeutschland, Mitteldeutschland und Westdeutschland sind geplant und im Bau. [In Form von Freileitungen und eingegrabenen Hochstromleitungen

Erst muss alles stimmen ,vor allem das E Fahrzeuge so leistungsfähig sind wie Benziner oder Diesel .
...

Na ja, das mit der Leistungsfähigkeit, das ist ein weites Feld. Mal sind Benzin und Diesel verschwunden. Dann muß man an der Front kämpfen und das nehmen, was zu bekommen ist. Ich tippe ziemlich überzeugt auf synthtisches Gas.
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Re: Elektroautos.

Beitragvon immernoch_ratlos » Sa 12. Mai 2018, 08:24

PD hat geschrieben:Warum führt Deutschland denn Strom aus anderen Staaten (Atomkraft ) ein wenn die Nordsee genügend
Strom produziert
Nur mal EIN Unsinn den Du behauptest herausgegriffen und widerlegt : Quelle : Badische Zeitung "Deutschlands Stromexport nimmt immer weiter zu "Deutschlands Export von Elektrizität nimmt erneut um fünf Prozent zu. Im ersten Halbjahr 2017 gab es erstmals keinen einzigen Tag mehr ohne Exportüberschuss

Ob Du das "lesen" kannst ? : Quelle : statista "Stromaustauschsaldo Deutschlands in den Jahren 1990 bis 2016 (in Terawattstunden)" Falls nicht, der Begleittext dazu :
statista hat geschrieben:Die Statistik zeigt den Saldo des Stromimports in Deutschland in den Jahren 1990 bis 2016. Im Jahr 2016 exportierte Deutschland rund 51 Terawattstunden Strom mehr, als es importierte.
Tatsächlich hängen also eine ganze Reihe von europäischen Staaten an "unserem Tropf".

Ein "schöner Zugewinn" Jahr für Jahr - Tendenz weiter steigend...

Das es in einen europäischen Verbundnetz auch für D Importe gibt, ist Sinn der Sache. Für 2017 gibt es diese Zahlen :
Fraunhofer ISE hat geschrieben:Im Jahr 2017 wurde ein Exportüberschuss von ca. 50 TWh erzielt. Dieser Wert liegt ungefähr auf dem Niveau von 2016. Der Großteil der Exporte floss in die Schweiz (16,6 TWh), die hauptsächlich als Transitland nach Italien dient.

Auf Rang zwei folgt Österreich mit 14,7 TWh. Die Niederlande auf Platz drei leitet einen Großteil des Stroms nach Belgien und Großbritannien weiter.

Rang vier belegt Polen, das einen Teil des Stromes aus den neuen Bundesländern über Tschechien nach Süddeutschland transportiert.

Deutschland importierte deutlich weniger Strom aus Frankreich als in den vergangenen Jahren, weil einige französische Kernkraftwerke aus Sicherheitsgründen zeitweise abgeschaltet wurden. Deutschland dient als Transitland für französischen Strom und leitet diesen an die Nachbarländer weiter.

Die durchschnittlich exportierte Leistung betrug ca. 5,7 GW. Das entspricht der Leistung von fünf Kernkraftwerken. An 8215 Stunden des Jahres (94%) wurde Strom exportiert und an 545 Stunden (6%) wurde Strom importiert.

Beim Außenhandel mit Strom wurden 26,9 TWh zu einem Wert von 1,03 Mrd. Euro eingeführt.

Die Ausfuhr lag bei 79,8 TWh und einem Wert von 2,84 Mrd. Euro.

Im Saldo ergibt sich ein Exportüberschuss von 52,8 TWh und Einnahmen im Wert von 1,81 Mrd. Euro.

Eingeführter Strom kostete durchschnittlich 38,31 Euro/MWh und ausgeführter Strom 35,57 Euro/MWh.

Der durchschnittliche volumengewichtete Day-Ahead Börsenstrompreis liegt mit 32,89 Euro/MWh etwas über dem Wert des Vorjahres von 28,20 Euro/MWh. Inflationsbereinigt liegt er aber noch unter dem Niveau von 2003 und 2004
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Re: Elektroautos.

Beitragvon Teeernte » Sa 12. Mai 2018, 09:58

immernoch_ratlos hat geschrieben:(12 May 2018, 09:24)

Nur mal EIN Unsinn den Du behauptest herausgegriffen und widerlegt :

Das es in einen europäischen Verbundnetz auch für D Importe gibt, ist Sinn der Sache. Für 2017 gibt es diese Zahlen :


UNTERM STRICH - hast Du recht - wenn man in kWh rechnet.


DUMM NUR - dass in Euro bezahlt wird.

Wir VERSCHENKEN den zuviel erzeugten Nachtstrom - und ENTSORGEN diesen in Ö. und anderen Ländern ....

Im Gegensatz KAUFEN wir TEUER Strom - wenn grad kein Wind ist. ...und FÖRDERN damit die Atomindustrie im Ausland.

Ich zahle in EURO.

Milchmädchen rechnen in Liter MILCH ....
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Re: Elektroautos.

Beitragvon H2O » Sa 12. Mai 2018, 10:21

Teeernte hat geschrieben:(12 May 2018, 10:58)

UNTERM STRICH - hast Du recht - wenn man in kWh rechnet.


DUMM NUR - dass in Euro bezahlt wird.

Wir VERSCHENKEN den zuviel erzeugten Nachtstrom - und ENTSORGEN diesen in Ö. und anderen Ländern ....

Im Gegensatz KAUFEN wir TEUER Strom - wenn grad kein Wind ist. ...und FÖRDERN damit die Atomindustrie im Ausland.

Ich zahle in EURO.

Milchmädchen rechnen in Liter MILCH ....


Das alles sind im Grunde Kinderkrankheiten der erneuerbaren Energien. Die Verhältnisse werden sich ändern, wenn elektrische Energiespeicher großtechnisch verfügbar sind, oder elektrische Überschußenergie wirtschaftlich günstig in andere Energieformen umgewandelt werden kann... etwa "Windgas".
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Re: Elektroautos.

Beitragvon Raskolnikof » Sa 12. Mai 2018, 12:23

Positiv Denkender hat geschrieben:(11 May 2018, 23:56)
Ist doch wunderbar wenn dein Edeka Markt dir kostenlos Strom zur Verfügung stellt.

Tut er aber nicht. Die EWE lässt sich den Strom bezahlen. Aber mit Karte. Das wäre also nichts für dich. :D
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Re: Elektroautos.

Beitragvon Raskolnikof » Sa 12. Mai 2018, 12:43

immernoch_ratlos hat geschrieben:(12 May 2018, 09:24)

Nur mal EIN Unsinn den Du behauptest herausgegriffen und widerlegt : Quelle : Badische Zeitung "Deutschlands Stromexport nimmt immer weiter zu "Deutschlands Export von Elektrizität nimmt erneut um fünf Prozent zu. Im ersten Halbjahr 2017 gab es erstmals keinen einzigen Tag mehr ohne Exportüberschuss

Ob Du das "lesen" kannst ? : Quelle : statista "Stromaustauschsaldo Deutschlands in den Jahren 1990 bis 2016 (in Terawattstunden)" Falls nicht, der Begleittext dazu :Tatsächlich hängen also eine ganze Reihe von europäischen Staaten an "unserem Tropf".

Ein "schöner Zugewinn" Jahr für Jahr - Tendenz weiter steigend...

Das es in einen europäischen Verbundnetz auch für D Importe gibt, ist Sinn der Sache. Für 2017 gibt es diese Zahlen :

Ja, Deutschland produziert von Jahr zu Jahr immer mehr Strom im Überfluss. Deutscher Strom wird zum Exportschlager. :) Dieses Beispiel zeigt, dass bereits jetzt ein gewisser Puffer für die Stromer zur Verfügung steht. Wird mehr Strom benötigt, wird eben weniger exportiert. Allerdings wird dies aufgrund stetiger Mehrproduktion auf dem Strommarkt gar nicht nötig sein. Aber wer glaubt, dass durch mehr E-Mobilität in Deutschlands Wohnstuben irgendwann die Stehlampe ausgeht kann sich ja schon mal mit Teelichtern eindecken. :D
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Re: Elektroautos.

Beitragvon H2O » Sa 12. Mai 2018, 13:25

Na bitte; am Ende liefert Deutschland synthetisches Gas (Windgas) über Nordstream II nach Rußland. Teufel noch eins, wer hätte das gedacht!
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Re: Elektroautos.

Beitragvon H2O » Sa 12. Mai 2018, 13:35

Raskolnikof hat geschrieben:(12 May 2018, 13:43)

Ja, Deutschland produziert von Jahr zu Jahr immer mehr Strom im Überfluss. Deutscher Strom wird zum Exportschlager. :) Dieses Beispiel zeigt, dass bereits jetzt ein gewisser Puffer für die Stromer zur Verfügung steht. Wird mehr Strom benötigt, wird eben weniger exportiert. Allerdings wird dies aufgrund stetiger Mehrproduktion auf dem Strommarkt gar nicht nötig sein. Aber wer glaubt, dass durch mehr E-Mobilität in Deutschlands Wohnstuben irgendwann die Stehlampe ausgeht kann sich ja schon mal mit Teelichtern eindecken. :D


Man kann ja im Hochsommer tagsüber 2 Lampen im Wohnzimmer einschalten: Eine für die Sommerzeit und die andere für die Winterzeit. Diese Vorratsbeleuchtung lasse ich mir patentieren! :)
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Re: Elektroautos.

Beitragvon Teeernte » Sa 12. Mai 2018, 18:44

H2O hat geschrieben:(12 May 2018, 11:21)

Das alles sind im Grunde Kinderkrankheiten der erneuerbaren Energien. Die Verhältnisse werden sich ändern, wenn elektrische Energiespeicher großtechnisch verfügbar sind, oder elektrische Überschußenergie wirtschaftlich günstig in andere Energieformen umgewandelt werden kann... etwa "Windgas".



Auch DAS ist immer mit KOSTEN ( ..Verlust) verbunden.
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