Elektroautos.

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Re: Elektroautos.

Beitragvon H2O » Di 22. Mai 2018, 16:03

frems hat geschrieben:(22 May 2018, 16:37)

Lösungen findet man im Neuland: https://e-tankstellen-finder.com/de/de


Augen auf beim Immobilienkauf.


Mit dem e-Tankstellenfinder finde ich als nächstgelegene e-Ladestation meine VW-Werkstatt in einem Industriegebiet. Nach meinem Verständnis müßte ich dort hin fahren und mein Fahrzeug an die dortige Ladestation anschließen. Danach kann ich dort nichts weiter tun, als 3 km zu Fuß nach Hause zu gehen, und nach beendeter Ladung noch einmal 3 km zur Werkstatt zurück zu laufen. Das ist doch noch reichlich umständlich. Wenn ich meinen LUPO 3L zur Werkstatt bringe, habe ich die Unbequemlichkeit auch.. aber bisher nur 2-mal im Jahr. :)
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Re: Elektroautos.

Beitragvon frems » Di 22. Mai 2018, 16:05

H2O hat geschrieben:(22 May 2018, 17:03)

Mit dem e-Tankstellenfinder finde ich als nächstgelegene e-Ladestation meine VW-Werkstatt in einem Industriegebiet. Nach meinem Verständnis müßte ich dort hin fahren und mein Fahrzeug an die dortige Ladestation anschließen. Danach kann ich dort nichts weiter tun, als 3 km zu Fuß nach Hause zu gehen, und nach beendeter Ladung noch einmal 3 km zur Werkstatt zurück zu laufen. Das ist doch noch reichlich umständlich. Wenn ich meinen LUPO 3L zur Werkstatt bringe, habe ich die Unbequemlichkeit auch.. aber bisher nur 2-mal im Jahr. :)

Ein kleines E-Klapprad im Kofferraum löst so manch Problemchen.
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Re: Elektroautos.

Beitragvon Alter Stubentiger » Di 22. Mai 2018, 16:08

frems hat geschrieben:(22 May 2018, 16:37)

Lösungen findet man im Neuland: https://e-tankstellen-finder.com/de/de


Augen auf beim Immobilienkauf.

Theoretiker. In meiner Lebenswirklichkeit gibt es keine praktikable Lösung.
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Re: Elektroautos.

Beitragvon Alter Stubentiger » Di 22. Mai 2018, 16:10

H2O hat geschrieben:(22 May 2018, 17:03)

Mit dem e-Tankstellenfinder finde ich als nächstgelegene e-Ladestation meine VW-Werkstatt in einem Industriegebiet. Nach meinem Verständnis müßte ich dort hin fahren und mein Fahrzeug an die dortige Ladestation anschließen. Danach kann ich dort nichts weiter tun, als 3 km zu Fuß nach Hause zu gehen, und nach beendeter Ladung noch einmal 3 km zur Werkstatt zurück zu laufen. Das ist doch noch reichlich umständlich. Wenn ich meinen LUPO 3L zur Werkstatt bringe, habe ich die Unbequemlichkeit auch.. aber bisher nur 2-mal im Jahr. :)

Das ist die Praxis. Und darum will keiner E-Autos.
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Re: Elektroautos.

Beitragvon H2O » Di 22. Mai 2018, 16:16

frems hat geschrieben:(22 May 2018, 17:05)

Ein kleines E-Klapprad im Kofferraum löst so manch Problemchen.


Hey, das ist ja DIE Werbemaßnahme für die Elektromobilität! :D Übrigens habe ich auch schon elektrische Rollschuhe gesehen... oder war es ein elektrisches Rollbrett?
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Re: Elektroautos.

Beitragvon immernoch_ratlos » Di 22. Mai 2018, 16:18

Na nachdem Aachener "e.GO Life" - wohl demnächst zumindest bestellbar (600 Stück sind 2018 - 15.000 Stück sollen es 2019 werden) hat nach der schon mal verlinkten Preislist allen Zusatz Schnickschnack zu bieten, der die üblichen Verbrenner so teuer macht. Muss man nicht, kann man. Die "Rohpreise" liegen zwischen 15.900 und 19.900 €uro z.Z. noch Minus 4.000 € "Kaufanreiz". Ach ja für >500 € gibt es die passende Ladestation für "Zuhause" - auch die habe ich schon mal näher beschrieben und verlinkt.

Nun auch in München gibt es ein "Konkurrenzmodell" - das kann HIER in Augenschein genommen werden. Ein älterer Artikel bei Heise "Elektroauto Sion: Münchner Startup Sono Motors zeigt Prototyp mit Solarmodulen" Das Besondere an dieser Konstruktion sind die verbauten PV-Module. Eine Idee, die beim Herumstehen schon mal - ja, ja in der Sonne - an einem guten Tag 30 km Reichweite bringen soll. Wie bei den fr. e-Mobilen muss die Batterie geleast werden. Wer vom Erzeuger wissen will was geht, kann HIER mal nachschauen.

Das ständige rumgequengel was alles nix taugt an den aktuellen e-Mobilien ist mindestens so sinnlos, wie der Versuch, jemanden "seinen Hersteller" von egal was auszureden. Wer später in so einer Kiste seine Mobilitätsbedürfnisse "erfüllt sieht, der wird sich so was kaufen. Inzwischen haben das mindestens 53.861Menschen in D (Stand 01/2018) ein e-Mobil gekauft. 44.419 einen Plug-In-Hybrid und 192.291 Hybridfahrzeuge sind zu diesem Datum im Bestand.

Was die "Geschwindigkeit" dieser Veränderungen angeht : 2008 waren es gerade mal 1.436 e-Mobile und 17.307 Hybiden ( Plug-In-Hybriden werden vom KBA erst seit Ende 2016 getrennt aufgeführt) 01/2017 waren 20.975 Plug-In-Hybriden im Bestand und ein Jahr später, wie schon genannt, waren es 44.419 was eine Steigerung von 23.444 = +111,77%/a ergibt. Für e-Mobile ergibt sich über die Jahre 2009 bis 01/2018 ein jährlicher Zuwachs (Mittelwert) von 46,23 %. Zwischen 01/2017 und 01/2018 waren es 58,31 %

Sollte sich der aus 10 Jahren errechnete reale Mittelwert (46,23 %) fortschreiben lassen, würde schon 2026 die Millionengrenze deutlich überschritten werden. Nimmt man für die nächsten zehn Jahre 30% als Mittelwert, wird 1 Million 2027 erreicht - bei 20% erst (deutlich) im Jahr darauf.

Ein paar Jahre habe ich vermutlich noch, bin gespannt wie sich das in der Realität weiterentwickelt. In den Realen Zuwachszahlen waren folgende Prozentsätze enthalten 2009 = 1,11%, 2010 = 9,37%, 2011 = 45,28%, 2012 = 96,84%, 2014 = 70,87%, 2015 = 55,87% 2016 = 34,59%, 2017 = 33,41% und 2018 = 58,31%.

Wenn sich also dieser Trend nicht erheblich abschwächt und stattdessen entweder mehr "Plug-In-Hybriden" oder ein ganz neuer Fahrzeugtyp in der Gunst der Käufer nach vorn "schiebt", sind Brüche wie 20% als Mittelwert eher wenig wahrscheinlich.

Addiert man die Zahl der "Plug-In-Hybriden" und der reinen e-Mobile zum Jahresanfang 2018 sind schon 98.280 "Elektrische im Bestand". Beide Hybridtypen (236.710) plus 58.861 e-Mobile entspricht 290.571 elektrisch alternativen PKW. Im Bestand befanden sich weitere 496.742 (Erd- und Flüssiggas) Fahrzeuge. Zusammen befinden sich also zu diesem Zeitpunkt 787.313 PKW "Alternative Antriebe" (so nennt sie das KBA) im Bestand. Zehn Jahre zuvor waren es nur 231.398 "Alternative Antriebe". Entspricht einer Zunahmen von 340%

Vergleicht man dies mit den Benzin & Diesel Beständen in der selben Zeitspanne, haben diese mit <90% nicht annähernd so hohe Veränderungen aufzuweisen. Keine Frage, die sehr hohen Bestandszahlen (01/2018 = 45.676.564 PKW fossil) lassen ahnen, selbst bei sehr hohen Zuwächsen der "Alternativen", wird es sehr lange dauern, bis "alle" umgetauscht worden sind (was ich davon halte habe ich ja schon deutlich gesagt). Es ist noch vollkommen offen, wie sich der Bereich synt. Kraftstoffe und oder "Plug-In-Hybriden" oder andere alternative Typen entwickeln.

Beste Prognose - die Form der Mobilität wird sich zumindest in den urbanen Bereichen stark wandeln, synt. Kraftstoffe und darauf "zugeschnittene" Verbrenner ( das Knowhow und die Produktionsmittel sind ja vorhanden) werden Platz 2 belegen - der "Rest" mit starkem Aufwuchs wird durch "alternative Fahrzeugtypen besetzt. Keine der heute bekannten Lösungen ist "alleinseligmachend". Alle werden umdenken müssen. Nur wir alten Säcke werden das nicht mehr tun müssen. Uns wird es in der Mehrheit nicht mehr geben.... :(
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Re: Elektroautos.

Beitragvon H2O » Di 22. Mai 2018, 16:21

Alter Stubentiger hat geschrieben:(22 May 2018, 17:10)

Das ist die Praxis. Und darum will keiner E-Autos.


Vielleicht kommt die Deutsche Telekom bald mit Ladestationen an den alten Schaltkästen am Straßenrand. Dann wäre die Dichte der verfügbaren Ladepunkte ganz brauchbar. Vor Wochen fand ich einen solchen Hinweis in meiner Tageszeitung.
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Re: Elektroautos.

Beitragvon Tom Bombadil » Di 22. Mai 2018, 16:45

Es gäbe sicherlich viele solche Punkte, die man aktivieren könnte, Laternen und die Telekomkästen bieten sich natürlich an, die Frage wäre, was man da umrüsten müsste, damit der Ladestrom auch durchgeleitet werden kann.
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Re: Elektroautos.

Beitragvon Raskolnikof » Di 22. Mai 2018, 17:12

Alter Stubentiger hat geschrieben:(22 May 2018, 16:35)

Wohneigentum heißz nicht dass diese Leute eine Garage oder einen Carport verfügen. Ich habe beides nicht und bin Eigentümer. Und ich brauche mein Auto täglich denn die ÖPNV ist indiskutabel. Ich wüßte nicht wo ich mal eben Strom laden soll.

Ok, bei z.B. einer Eigentumswohnung in einem Mehrparteienhaus ohne Garage oder Carport wird es etwas schwieriger aber nicht unmöglich. Ich höre diese Argumentation recht häufig von Menschen, die einfach noch nicht mitbekommen haben, was da bereits so alles in Bezug auf Ladestrukturen sich in D. so tut. So sind in unserem Dorf (3500 Einwohner) innerhalb kürzester Zeit drei Doppel-Schnelladestationen errichtet und in Betrieb genommen worden. Gerade wurde die vierte installiert. Bei unserem Edeka-Markt hat das gerade mal zwei Tage gedauert. Darauf spezialisierte Unternehmen bringen alles mit: Minibagger, Fertigfundament, sämtliches Equipment. Da steht dann von einem Einkauf zum nächsten die betriebsfertige Strom-Zapfsäule und kaum ein Kunde hats mitbekommen. Ausgelastet sind die Säulen bei uns natürlich lange nicht. Besagter Überübernachbar tankt bei Edeka wegen des subventionierten Strompreises, ansonsten stets in seinem Carport. 30 Minuten Einkauf bedeutet für ihn 150 Kilometer Stromreserve.

Sobald der Stromerboom einsetzt werden überall die Stromzapfsäulen aus dem Boden schießen, da bin ich mir sicher. Schließlich ist der Verkauf von Strom ein einträgliches Geschäft.
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Re: Elektroautos.

Beitragvon immernoch_ratlos » Di 22. Mai 2018, 17:32

Tom Bombadil hat geschrieben:(22 May 2018, 17:45)

Es gäbe sicherlich viele solche Punkte, die man aktivieren könnte, Laternen und die Telekomkästen bieten sich natürlich an, die Frage wäre, was man da umrüsten müsste, damit der Ladestrom auch durchgeleitet werden kann.
Sooo ganz schwierig ist das nicht. Wo diese "Kästen" herumstehen ist meist auch die Trasse für die Niederspannungsversorgung nicht weit. Wird da sowieso "herumgebuddelt" ist ein Abzweig - ähnlich einer Muffe für einen Hausanschluss - nicht das ganz große Problem. Alles hängt von der örtlichen Lage ab. Bin sicher, wenn da ein nennenswerter Bedarf herrscht, werden sich Hersteller darum drängen eine standardisierte Lösung zu entwickeln. Wir leben auch nicht in einem dritte Welt Land, wo noch praktisch nichts existiert. Wenn der Bedarf steigt, steigt auch die Möglichkeit damit Geld zu verdienen ;)

Wenn Du die einfache "Heidelberger Wallbox Home Eco" betrachtest "Ladeleistung (einstellbar): 2,1 kW / 3,7 kW / 7,2 kW / 11 kW" kann man als Fachmann auch auf die jeweilige Belastung schließen. Es muss also nicht unbedingt eine Superschnellladung (ohnedies nicht gesund für die Batterie) sein. Denkbar sind ja auch Zusammenarbeit von privaten Parkplatzbesitzern - meist Teil von Wohnanlagen die fest an Mieter vermietet sind - wer einen Anschluss benötigt mietet den Platz samt Anschluss - teilt den (Anschluss) mit Partnern rechts und links daneben usw. usf. - es gibt da sicher jede Menge Lösungen. Ansonsten gilt wie überall :
Harald Kostial hat geschrieben:Wer etwas will, sucht Wege. Wer etwas nicht will, sucht Gründe.
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Re: Elektroautos.

Beitragvon Tom Bombadil » Di 22. Mai 2018, 18:12

immernoch_ratlos hat geschrieben:(22 May 2018, 18:32)

Sooo ganz schwierig ist das nicht.

Ich bin kein Elektriker, aber ich kann mir schon vorstellen, dass so eine normale Zuleitung für die Laternen oder Schaltkästen nicht darauf ausgelegt ist, in einer Wohnstraße pro 100m 20 eAutos mit Ladestrom zu versorgen.
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Re: Elektroautos.

Beitragvon Raskolnikof » Di 22. Mai 2018, 21:18

Tom Bombadil hat geschrieben:(22 May 2018, 19:12)

Ich bin kein Elektriker, aber ich kann mir schon vorstellen, dass so eine normale Zuleitung für die Laternen oder Schaltkästen nicht darauf ausgelegt ist, in einer Wohnstraße pro 100m 20 eAutos mit Ladestrom zu versorgen.

Doch! Im Regelfall ist es so, dass die Straßenbeleuchtung am selben Verteilernetz angeschlossen ist wie auch Häuser in der Straße. Da gibts keine getrennten Stromtrassen.
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Re: Elektroautos.

Beitragvon Teeernte » Di 22. Mai 2018, 21:38

Raskolnikof hat geschrieben:(22 May 2018, 22:18)

Doch! Im Regelfall ist es so, dass die Straßenbeleuchtung am selben Verteilernetz angeschlossen ist wie auch Häuser in der Straße. Da gibts keine getrennten Stromtrassen.


Aber eben mit dünnem Querschnitt... das Kabel müsste getauscht werden.
Obs zu kalt, zu warm, zu trocken oder zu nass ist:.... Es immer der >>menschgemachte<< Klimawandel. :D
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Re: Elektroautos.

Beitragvon immernoch_ratlos » Mi 23. Mai 2018, 09:01

Tom B. hat geschrieben:Ich bin kein Elektriker, aber ich kann mir schon vorstellen, dass so eine normale Zuleitung für die Laternen oder Schaltkästen nicht darauf ausgelegt ist, in einer Wohnstraße pro 100m 20 eAutos mit Ladestrom zu versorgen.
Raskolnikof hat geschrieben:Doch! Im Regelfall ist es so, dass die Straßenbeleuchtung am selben Verteilernetz angeschlossen ist wie auch Häuser in der Straße. Da gibts keine getrennten Stromtrassen.
Teeernte hat geschrieben:Aber eben mit dünnem Querschnitt... das Kabel müsste getauscht werden.
Genau so ist es :| Zum einen werden über bestehende Versorgungsleitungen die ja lediglich den erforderlichen Querschnitt haben, den die Beleuchtung und natürlich auch die Leitungslänge vorgibt - nehmen "wir" mal maximal 230V 16A (einphasig) an.

Zum anderen - wo kommt diese Leitung her - aus einer Verteilung, wo Absicherung und Unterverteilung auf die Beleuchtung plus kleiner Reserven ausgelegt sind.

Um das zu ändern, müssen je nach Lage recht große (kostenpflichtige) Veränderungen vorgenommen werden. Da die Kabel zu den Lampen "günstigstenfalls" 16A minus Lampenleistung liefern können (wenn die Kabellänge dies so überhaupt erlaubt), wird für den "Ladepunkt" mindestens ein eigenes neues Kabel fällig. Das bedeutet, die gesamte Strecke vom "dafür geeigneten" Einspeisepunkt (kann durchaus eine komplette neue Verteilung plus deren Versorgungskabel bedeuten) - alles was wie üblich im Boden liegt, muss meist komplett aufgegraben werden. Glücksfälle, wo Leerrohre dort liegen, wo sie genutzt werden können, einmal ausgenommen.

Nein so einfach geht das nun sicher nicht. Was nun durchaus möglich ist, wenn sowieso neue Trassen angelegt werden müssen oder warum auch immer diese Bereiche "offengelegt" werden müssen, dann, vermutlich nur dann, können quasi präventiv Ladepunkte angelegt werden. Da die Nachfrage (s. Anzahl der Bestands - e-Mobile) noch sehr gering ist, werden die Zuständigen verständlicherweise, sehr zögerlich solche "kostenpflichtigen" Maßnahmen ergreifen.

In erster Linie werden es private Initiativen sein, die noch eine ganze Weile den Bedarf decken können. Der "Schrei" nach dem Staat - der soll es richten - ist nur dort gerechtfertigt, wo bestimmte Voraussetzungen - z.B. in Städten - Pilotprojekte etc. - vorliegen. Ansonsten sind erst einmal Firmen, die Pendler beschäftigen "gefordert". Weiter - was ja schon geschieht - auf Parkplätzen die zu Einkaufszentren gehören - reguläre Tankstellen usw. können und werden "Außenladepunkte" entstehen. Hier folgen die Aktionen dem "Demand" - gern auch deutsch - der Nachfrage. Einfach mal quasi "präventiv" auf Steuergeld etwas aufbauen, was womöglich dort keiner braucht, halte ich für ziemlichen Blödsinn. Wenn das private Unternehmer tun, ist das mit Sicherheit besser durchdacht und es wurden (hoffentlich) die richtigen Schlüsse gezogen - der "Rest" ist wie immer und überall "unternehmerisches Risiko"

Wenn allerdings z.B. die Bahn oder andere, auf ihren Tagesparkplätzen solche Einrichtungen schafft, um dann diesen Nutzern für die "letzte Meile" in die Stadt zu gewinnen, würde das eine gezielte Aktion sein und "Land- Stadtverbindungen" neu definieren.

Dazu gibt es eine Quelle : FAZ (23.05.2018 "Studie zur Elektromobilität : Umbau des Stromnetzes für Elektroautos kostet Milliarden" Das klingt erst einmal recht schrecklich, aber hier geht es um Investitionen in D. Arbeitsplätze - Infrastruktur, die D durchaus für das "Inlandsgeschäft" für die Binnenökonomie benötigt.
FAZ hat geschrieben:Für Wildemann ist eine umfassende Verfügbarkeit von Ladestationen der entscheidende Faktor, um die Zahl der derzeit 130.000 in Deutschland zugelassenen Elektro- und Hybridfahrzeuge zu erhöhen. Er schätzt bis 2030 ein überaus hohes Marktpotenzial für Ladesäulen.

Allein 2,2 Millionen könnten es an öffentlich zugänglichen Stellen wie Autobahnraststätten, Einkaufszentren oder Parkplätzen sein. Noch mehr, nämlich 2,5 Millionen, erwartet er an privaten Aufstellorten, also Eigenheimen, Wohnanlagen und Unternehmen. Zum Vergleich: heute gibt es kaum 5000 öffentlich verfügbare Ladestationen.
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Re: Elektroautos.

Beitragvon garfield336 » Mi 23. Mai 2018, 09:11

Raskolnikof hat geschrieben:(22 May 2018, 22:18)

Doch! Im Regelfall ist es so, dass die Straßenbeleuchtung am selben Verteilernetz angeschlossen ist wie auch Häuser in der Straße. Da gibts keine getrennten Stromtrassen.


Die sind hier bei mir definitiv getrennt. Denn es gab vor ein paar Wochen eine Panne, wo die Strassenbeleuchtung im ganzen Ort ausgefallen ist.
Ich hatte aber keinen Stromausfall.
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Re: Elektroautos.

Beitragvon garfield336 » Mi 23. Mai 2018, 09:15

Ich kenne die genauen Planungen des Ausbaus des Stromnetzes für die Elektromobilität nicht, aber es hänkt wohl viel davon ab wie die Nutzer sich verhalten.

Lädt man Nachts mit normalem Hausanschluss auf, wird es sicherlich keine grossen Probleme geben. Hängen aber am 18h00 Uhr 100.000sde Elektroautos an einer Schellladestation dann ist das sicherlich sehr ungünstig.
Ich gehe jetzt mal davon aus, dass man den Spitzenstrom verteuert. Man hat ja jetzt überall intelligente Zähler,
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Re: Elektroautos.

Beitragvon Raskolnikof » Mi 23. Mai 2018, 09:20

Teeernte hat geschrieben:(22 May 2018, 22:38)

Aber eben mit dünnem Querschnitt... das Kabel müsste getauscht werden.

Nur dort, wo noch seeehr alte Kabel verbuddelt sind. Seit mindestens 30 Jahren werden wesentlich größere Leitungsquerschnitte benutzt, um auch zukünftigem Stromhunger der Verbraucher gewachsen zu sein. Zudem werden zumindet bei uns sowohl bei Neuverlegung als auch bei Erneuerung von Stromleitungen diese stets in Leerleitungen verlegt, so dass evtl. verstärkte Stromleitungen getauscht werden können, ohne ganze Straßenzüge aufbuddeln zu müssen. Unser Stromversorger (Energieversorgung Weser-Ems-EWE) ist sich sicher, dass es auch bei zunehmender E-Mobilität zu keinen Lieferengpässen kommen wird. Bei Bedarf könne sie aber schnell aufrüsten.
Im gesamten Versorgungsraum der EWE werden übrigens nur noch s.g. Smart-Stromzähler (Smart Meter Gateway) verbaut und die alten elektro-mechanischen Zähler nach und nach gegen die neuen digitalen Stromverbrauchszähler getauscht. Bei dieser Form der Stromverbrauchsmessung kann dem Kunden z.B. Sonderkonditionen (Nachtstrom) gewährt werden, ohne dass hierfür ein gesonderter Zähler installiert werden muss. Die Ablesung des Zählers erübrigt sich ebenfalls.
Was mit diesen Zählern aber auch möglich ist: Die Höhe des Stromverbrauchs kann beschränkt werden (z.B. bei Spitzenlast) oder z.B. das Laden des Autoakkus mit sehr hohem Ladestrom auf eine bestimmte Zeit automatisch verschoben werden.
Der Strom würde dann also dem Verbraucher quasi zugeteilt.
Die gesetzliche Grundlage hierfür wurde vom Gesetzgeber am 2 September 2016 im Rahmen des Gesetzes zur Digitalisierung der Energiewende verabschiedet. Bis dahin gab und gibt es immer noch teils heftige Kritik von Seiten der Datenschützer. In unserem Haus ist bereits ein Smartmeter installiert. Die Smart-Funktion ist derzeit aber noch nicht aktiviert, da nicht benötigt.
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Re: Elektroautos.

Beitragvon Teeernte » Mi 23. Mai 2018, 09:24

immernoch_ratlos hat geschrieben:(23 May 2018, 10:01)

Genau so ist es :| Zum einen werden über bestehende Versorgungsleitungen die ja lediglich den erforderlichen Querschnitt haben, den die Beleuchtung und natürlich auch die Leitungslänge vorgibt - nehmen "wir" mal maximal 230V 16A (einphasig) an.

Zum anderen - wo kommt diese Leitung her - aus einer Verteilung, wo Absicherung und Unterverteilung auf die Beleuchtung plus kleiner Reserven ausgelegt sind.

Um das zu ändern, müssen je nach Lage recht große (kostenpflichtige) Veränderungen vorgenommen werden. Da die Kabel zu den Lampen "günstigstenfalls" 16A minus Lampenleistung liefern können (wenn die Kabellänge dies so überhaupt erlaubt), wird für den "Ladepunkt" mindestens ein eigenes neues Kabel fällig. Das bedeutet, die gesamte Strecke vom "dafür geeigneten" Einspeisepunkt (kann durchaus eine komplette neue Verteilung plus deren Versorgungskabel bedeuten) - alles was wie üblich im Boden liegt, muss meist komplett aufgegraben werden. Glücksfälle, wo Leerrohre dort liegen, wo sie genutzt werden können, einmal ausgenommen.

Nein so einfach geht das nun sicher nicht. Was nun durchaus möglich ist, wenn sowieso neue Trassen angelegt werden müssen oder warum auch immer diese Bereiche "offengelegt" werden müssen, dann, vermutlich nur dann, können quasi präventiv Ladepunkte angelegt werden. Da die Nachfrage (s. Anzahl der Bestands - e-Mobile) noch sehr gering ist, werden die Zuständigen verständlicherweise, sehr zögerlich solche "kostenpflichtigen" Maßnahmen ergreifen.

In erster Linie werden es private Initiativen sein, die noch eine ganze Weile den Bedarf decken können. Der "Schrei" nach dem Staat - der soll es richten - ist nur dort gerechtfertigt, wo bestimmte Voraussetzungen - z.B. in Städten - Pilotprojekte etc. - vorliegen. Ansonsten sind erst einmal Firmen, die Pendler beschäftigen "gefordert". Weiter - was ja schon geschieht - auf Parkplätzen die zu Einkaufszentren gehören - reguläre Tankstellen usw. können und werden "Außenladepunkte" entstehen. Hier folgen die Aktionen dem "Demand" - gern auch deutsch - der Nachfrage. Einfach mal quasi "präventiv" auf Steuergeld etwas aufbauen, was womöglich dort keiner braucht, halte ich für ziemlichen Blödsinn. Wenn das private Unternehmer tun, ist das mit Sicherheit besser durchdacht und es wurden (hoffentlich) die richtigen Schlüsse gezogen - der "Rest" ist wie immer und überall "unternehmerisches Risiko"

Wenn allerdings z.B. die Bahn oder andere, auf ihren Tagesparkplätzen solche Einrichtungen schafft, um dann diesen Nutzern für die "letzte Meile" in die Stadt zu gewinnen, würde das eine gezielte Aktion sein und "Land- Stadtverbindungen" neu definieren.

Dazu gibt es eine Quelle : FAZ (23.05.2018 "Studie zur Elektromobilität : Umbau des Stromnetzes für Elektroautos kostet Milliarden" Das klingt erst einmal recht schrecklich, aber hier geht es um Investitionen in D. Arbeitsplätze - Infrastruktur, die D durchaus für das "Inlandsgeschäft" für die Binnenökonomie benötigt.



Bundesregierung
https://www.bundesregierung.de/Content/ ... itaet.html
18.05.2016 - Mit rund einer Milliarde Euro fördert die Bundesregierung die Elektromobilität in Deutschland. google...

Gewinn privatisieren..... Kosten dagegen der Gesellschaft aufdrücken.... Grüne Politik.
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Re: Elektroautos.

Beitragvon garfield336 » Mi 23. Mai 2018, 09:26

Bei Neuanschaffungen in der Verwaltung müssen wir jetzt bevorzugt Elektroautos bestellen....

Wir können aber keinen geeigneten Allrad Kastenwagen finden.

Wann elektrifiziert VW seinen Transporter mal :D
Zuletzt geändert von garfield336 am Mi 23. Mai 2018, 09:28, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Elektroautos.

Beitragvon Raskolnikof » Mi 23. Mai 2018, 09:26

garfield336 hat geschrieben:(23 May 2018, 10:11)

Die sind hier bei mir definitiv getrennt. Denn es gab vor ein paar Wochen eine Panne, wo die Strassenbeleuchtung im ganzen Ort ausgefallen ist.
Ich hatte aber keinen Stromausfall.

Die Straßenbeleuchtung fällt bei uns auch hin und wieder aus, ohne dass das Licht bei uns im Haus ausgeht oder das Fleisch im Tiefkühlschrank anfängt zu leben. Trotzdem gibt es keine gesonderte Stromleitung zu den Straßenlampen. Die werden durch einen speziellen Stromimpuls von der Gemeinde ferngeschaltet. Das funktioniert im Prinzip so wie heute die intelligente Steckdose, bei der du "Alexa" per Sprachbefehl befiehlst die Kaffeemaschine einzuschalten.
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