Mögliches Fahrverbot für Dieselfahrzeuge in München und weiteren Städten

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Re: Mögliches Fahrverbot für Dieselfahrzeuge in München und weiteren Städten

Beitragvon H2O » Sa 15. Sep 2018, 16:14

Raskolnikof hat geschrieben:(15 Sep 2018, 14:39)

Richtig! Ich persönlich denke bei den Dieselfahrzeugen auch nicht einzig an die umweltschädigenden und krank machenden Abgase des Diesels sondern auch an den entsetzlichen Gestank den diese Fahrzeuge auf unseren Straßen erzeugen, ganz unabhängig von der Abgasnorm. Auf dieses Problem wird bei der Abgasdiskussion m.E. viel zu wenig eingegangen.
Der Gestank grenzt mitunter bereits an Körperverletzung, insbesondere beim Biodiesel. :mad2:


Sind Bio-Diesel-Fahrzeuge wirklich das beherrschende Problem, für das dringend eine Lösung benötigt wird? Mir sind diese Stinker bisher noch gar nicht aufgefallen, wobei ich gelegentlich davon hörte, daß einige Pfiffikusse damit verbrauchtes Frittenöl entsorgen. :eek:
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Re: Mögliches Fahrverbot für Dieselfahrzeuge in München und weiteren Städten

Beitragvon Raskolnikof » Sa 15. Sep 2018, 16:58

Nein, das beherrschende Problem stellen Fahrzeuge die mit Bio-Diesel betrieben werden nicht dar. Aber es ist ein zusätzliches Ärgernis. Schön aber, dass der Absatz von Biodiesel stagniert oder sogar rückläufig ist. Unsere einzige Tankstelle im Ort bietet Biodiesel schon gar nicht mehr an.
Was Frittenöl oder billiges Salatöl vom Discounter betrifft: Das macht ein moderner Common-Rail-Einspritzer nicht mit. Wer allerdings noch z.B. einen alten Daimler W124 oder W201 sein Eigen nennen kann dürfte damit keine Probleme haben. Dafür gibts dann aber mehr Gestank, mehr Qualm und man wird zum Gesetzesbrecher.
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Re: Mögliches Fahrverbot für Dieselfahrzeuge in München und weiteren Städten

Beitragvon H2O » So 16. Sep 2018, 08:36

Inzwischen scheint es so, als ob "die Politik" darauf drängt, daß Dieselfahrzeuge ab Umweltklasse 5 so nachgerüstet werden sollen, daß sie die Abgaswerte der Umweltklasse 6 erfüllen. Denn wenn dann einmal Fahrverbote für fast noch Neuwagen ausgesprochen werden, dann geht das dem kleinen Mann an den Kragen... womöglich mit Krediten und Anzahlung gekauft, und insofern ist der Erwerb auch noch gar nicht abgeschlossen.

Das muß doch politischen Ärger geben! Andererseits stehen unübersehbar Abgas und Gestank auf den Zufahrtstraßen und Hauptverkehrswegen in den Städten. Ich bin wirklich gespannt, wie die Politik sich aus dieser von ihr durch Wegschauen mitverschuldeten Klemme befreien will.
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Re: Mögliches Fahrverbot für Dieselfahrzeuge in München und weiteren Städten

Beitragvon immernoch_ratlos » So 16. Sep 2018, 17:27

Aus der bisherigen bloßen Drohung wird in immer mehr Städten inzwischen Ernst.

Nach und nach werden die Gerichtsverfahren in den zuständigen Verwaltungsgerichten mit entsprechenden Urteilen abgeschlossen. Der Rahmen - die Möglichkeiten - wurde durch den obersten Gerichtshof des Bundes, durch das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig bereits verbindlich "abgesteckt" bzw. beschränkt.

Am 06.09.2018 wurde nun bekannt, das zuständige Verwaltungsgericht Wiesbaden (Quelle : FAZ)
....hat das Land Hessen verpflichtet, in Frankfurt ein zonenbezogenes Fahrverbot zu erlassen. Der derzeit gültige Luftreinhalteplan von 2011 reicht nach Auffassung des Gerichts nicht, um die Stickoxid-Werte in Frankfurt unter den EU-Jahresgrenzwert von 40 Mikrogramm je Kubikmeter Luft zu reduzieren.

Zusätzlich muss das Land Hessen die Busse in Frankfurt mit so genannten SCRT-Filtern nachrüsten.

Das Gericht hat dem Land zudem vorgegeben, in mehr Gebieten das Parken kostenpflichtig zu machen, um mit der Parkraumbewirtschaftung zusätzliche Anreize zum Umstieg auf öffentliche Verkehrsmittel zu setzen. Als Vorschlag nannte das Verwaltungsgericht zudem die Einrichtung kostenloser Park & Ride-Parkplätze am Stadtrand. Gegen das Urteil können die Beteiligten einen Antrag auf Zulassung der Berufung stellen.
Die bange Frage von tausenden von Besitzern von Dieselfahrzeugen ist :
FAZ hat geschrieben:Ist mein Auto betroffen?

Wenn Sie einen Diesel der Schadstoffklassen Euro 1 bis Euro 4 oder einen Benziner der Klassen Euro 1 oder Euro 2 besitzen, sind sie vom Fahrverbot in Frankfurt betroffen. Diese Fahrzeuge dürfen ab 1. Februar 2019 nicht mehr in die gesperrten Zonen fahren. Für Besitzer eines Dieselfahrzeugs der Klasse Euro 5 gilt das Verbot ab dem 1. September 2019. Vorsicht: Die „grüne Plakette“ gibt Ihnen nicht zuverlässig Auskunft darüber, ob Sie vom Fahrverbot betroffen sind oder nicht – stattdessen ist ein Blick in den Fahrzeugschein nötig.
Wo gilt dieses Fahrverbot für die genannten Fahrzeuge ? Hier überlässt das Gericht der Beklagten die genaue Einteilung. Doch ließ die Urteilsbegründung nur wenig Zweifel daran, es wird wohl die gesamte Frankfurter Umweltzone sein. Im FAZ Artikel findet sich eine Karte - alle Gebiete innerhalb des Autobahnrings (A5, A661 und der A3), also der weitaus größte Teil Frankfurts ist bereits Umweltzone. Die A66 führt dabei quer durch das umgrenzte Stadtgebiet.

Betroffen sind 21.000 Diesel der Euro 4 Klasse ab dem 2. Monat im kommenden Jahr. Ab September 2019 gilt das Verbot auch für alle Diesel der Euro Klasse 5. Womit dann 40.000 weitere Dieselfahrzeuge die gegenwärtig direkt in Frankfurt zugelassen sind. Rechnet man das direkte Umland hinzu sind jeweils 98.000 Fahrzeuge Euro 4 plus 180.000 Euro 5 direkt betroffen. Leider sind das keineswegs alle Betroffenen. Sowohl aus Rheinland-Pfalz, als auch dem weiteren hessischen Umland, bis hin zu den Pendlern aus Nordbaden (Mannheim, Heidelberg usw.) gibt es eine hohe Zahl an betroffen Berufspendlern. Im FAZ-Artikel findet sich eine Darstellung des "engeren" Umlands. Groß-Gerau als südliche Begrenzung reicht keinesfalls aus um die Situation ausreichend zu beschreiben.

Das Urteil erlaubt "hinreichende Ausnahmen" - vermutlich können Handwerker und bestimmte Anwohner Ausnahmegenehmigungen erhalten. Eher selbstverständlich sind Einsatzfahrzeuge vom Fahrverbot ausgenommen. Auch Taxis werden wohl zu den wenigen Ausnahmen zählen.

Der tatsächliche "Impakt" wird aber erst an Hand der täglichen Pendler - das sind 360.000 - wie viele davon als Dieselfahrzeuge betroffen sein werden, ist noch unbekannt...

Nun das war Frankfurt - aber auch Offenbach und Darmstadt - und die hessische Landeshauptstadt Wiesbaden "erwarten" Urteilssprüche (Dezember 2018). Um in der Region zu bleiben - gleich über dem Rhein wird das Mainzer Verwaltungsgericht am 24. Oktober das entsprechende Urteil für die rheinland-pfälzische Hauptstadt Mainz verkünden (48 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft im Jahresmittel). Dazu die FAZ :
In Frankfurt seien an vielen Messstellen zum Teil eklatante Überschreitungen der zulässigen Stickoxidwerte festgestellt worden. In Mainz dagegen habe man es geschafft, die entsprechenden Jahresmittelwerte zuletzt merklich zu senken. Gleichwohl liegen auch in der rheinland-pfälzischen Landeshauptstadt noch immer zwei Messstellen – nämlich je eine an der Parcusstraße und an der Großen Langgasse – mit 42 beziehungsweise 48 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft über der europaweit vorgegebenen Obergrenze.

In Mainz setzt man darauf, dass die bislang unternommenen „massiven Anstrengungen“ zur Luftverbesserung vom Gericht gewürdigt werden. Mit der Inbetriebnahme der 9,2 Kilometer langen Mainzelbahnstrecke im Dezember 2016 sei zum Beispiel ein bundesweit beachtetes Nahverkehrsprojekt gestemmt worden; mit Wiesbaden zusammen wolle man die Citybahn aufs Gleis setzen.

Weitere Initiativen, wie der Kauf von Elektrobussen, Verbesserungen für Fahrradfahrer und eine intelligente Verkehrssteuerung seien ebenfalls bereits auf den Weg gebracht. „Mit dieser Gesamtanstrengung unterschreiten wir verlässlich bis Mitte 2020 die Stickoxid-Grenzwerte“, kündigte Ebling gestern an. Er sei überzeugt davon, dass das Gericht unbesehen des Frankfurter Urteils dieses Engagement honorieren und in Mainz keine Fahrverbote verordnen werde.


Mannheim - eine weitere Stadt in meinem Umfeld - wird als "Modellstadt" und relativ geringer Überschreitung der Grenzwerte (45 µg/m³) zumindest vorläufig nicht betroffen sein. Dort wären ca. 35.000 Fahrzeuge betroffen - plus alle die im dichtbesiedelten Umland existieren.

Reaktion ? Quelle : FAZ (06.09.2018) "Umwelt-Anwalt zu Fahrverboten : „Hessen muss Entschädigung zahlen“"
FAZ hat geschrieben:Tausende Diesel-Fahrzeuge dürfen bald nicht mehr nach Frankfurt fahren, ihr Wert ist über Nacht erheblich gesunken. Im FAZ.NET-Interview spricht Rechtsanwalt Stefan Altenschmidt über die Erfolgsaussichten einer Klage.

Herr Altenschmidt, wer einen Euro-5-Diesel fährt, kommt ab kommendem September nicht mehr nach Frankfurt rein. Dadurch ist sein Auto schon jetzt ein paar Tausend Euro weniger wert. Wen kann er verklagen?

Ich meine, dass Entschädigungsansprüche gegen das Land Hessen denkbar sind. Das wird kein Selbstläufer. Aber wir müssen ja sehen, dass das Verwaltungsgericht Wiesbaden sich zu einer Entscheidung gezwungen gesehen hat, weil seiner Ansicht nach die Politik versäumt hat, effektive Maßnahmen zu ergreifen, um den Luftreinhalteplan zu erfüllen. Deshalb haben die Behörden aus meiner Sicht ihre Amtspflicht verletzt.

Kann ich nicht die Stadt Frankfurt verklagen?

Das Urteil richtet sich gegen das Land Hessen, das für die Luftreinhalteplanung verantwortlich ist. Mit Blick auf Versäumnisse ist Hessen in der Entschädigungspflicht.
Auch aus diesem Artikel :
Kann ich auch gegen meinen Automobilhersteller klagen, wenn er mich mit seinen Abgas-Angaben betrogen hat?
Einige Klagen dazu laufen ja. Zumindest mit Blick auf den Gesundheitsschutz sehe ich aber so gut wie keine Chance. Für den sind nach deutschem Recht die Bundesländer zuständig.
Auch das wird nicht wirklich hilfreich sein :
Hessen überlegt, gegen das Gerichtsurteil aus Wiesbaden in Berufung zu gehen. Glauben Sie, dass das jetzige Urteil am Ende doch noch gekippt wird?

Mit Blick auf die Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts sehe ich da kaum eine Chance. Das kann Hessen allenfalls machen, um Zeit zu gewinnen.
Das wiederum erscheint mir persönlich als sehr wahrscheinlich - immerhin findet die Wahl zm Hessischen Landtag schon bald - am 28. Oktober statt.
WIKI hat geschrieben:Bei der letzten Landtagswahl 2013 :
CDU 38,3 % SPD 30,7 % Grüne 11,1 % Linke 5,2 % FDP5,0 % AfD 4,1 % Sonstige 5,6 %

aktuelle INSA Umfrage vom 07.09.:

CDU 29 % SPD 24 % Grüne 14 % Linke 8 % FDP 7 % AfD 14 % Sonstige 4 %
Da sind Fahrverbote nicht gerade der Renner.... Aus den Augen - aus dem Sinn - könnte ja zunächst einmal durchaus hilfreich sein.... :|
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Re: Mögliches Fahrverbot für Dieselfahrzeuge in München und weiteren Städten

Beitragvon H2O » So 16. Sep 2018, 18:09

@immernoch_ratlos:

Nach bisherigem Kenntnisstand sind ab Februar 2019 sämtliche Diesel mit Schadstoffklasse <Euro 5 weitgehend entwertet. Bei Euro 5 bleibt die Hoffnung, mit vertretbarem Aufwand eine HW-Nachrüstung auf Euro 6 einrüsten zu können. Wo diese Hoffnung trügt, da ist ebenfalls ab September 2019 das Ende erreicht. Denn wenn in großen Ballungsgebieten die Städte großräumig gesperrt werden, dann wird das eben noch neuwertige Fahrzeug einen großen Teil seines Nutzwerts verlieren. Wer will schon eine solche Einschränkung hinnehmen?

Ich glaube, da liegt erheblicher politischer Ärger in der Luft; ob das in jedem Falle fair ist, das ist dann gar nicht mehr die Frage.
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Re: Mögliches Fahrverbot für Dieselfahrzeuge in München und weiteren Städten

Beitragvon immernoch_ratlos » So 16. Sep 2018, 19:27

@H2O

Ich hoffe Sie nehmen mir ab, meine Vorstellung wie man die Luft in den Städten - und das nach den eigenen gesetzlichen Vorgaben - weiter verbessern kann, entspricht die erlebte Handlungsweise sowohl der Bundesregierung, als auch der verschiedenen Landesregierungen absolut nicht :dead:

Der "erhebliche politische Ärger" der da droht, ist eine eher milde Beschreibung dessen was nun passieren wird, wenn in wenigen Monaten die Gerichtsurteile umgesetzt werden müssen. Hier bahnt sich (einige eindeutige Äußerungen im Bundestag lassen das ahnen) ein weiteres Betätigungsfeld für die AfD an. Sollte die leidige Flüchtlingsfrage an Artaktivität verlieren, ist dieser skandalöse Vorgang die eigenen Gesetze zu hintertreiben, die gewünschte Munition um sich als "Retter des Volks" weiter zu profilieren.

Es ist eine Sache, sich Gesetze an Hand von eindeutigen wissenschaftlichen Erkenntnissen zu geben - allesamt unangegriffen zum Zeitpunkt ihres Entstehens - um sie dann nicht zu beachten. Oder eben nicht geeignete technisch / juristische Mittel zur Kontrolle und Durchsetzung eben dieser Vorschriften zu etablieren. Das Vertrauen in den Rechtsstaat, wurde da völlig unsinnig beschädigt. Nun sollen die Betroffenen dieses Unvermögen ihrer gewählten Volksvertreter die absehbaren Folgen "ausbaden". Das dies Folgen haben wird, über die niemand, der Demokratie und Rechtsstaat als einzig zulässige Staatsform anerkennt, auch nur im Entferntesten zufrieden sein kann, liegt sicher nicht nur für mich auf der Hand.

Neben dieser an sich schon irren Entwicklung, wird gleich auch eine ganze Reihe von wissenschaftlichen Erkenntnissen ohne Not in Frage gestellt. Der Gesamtschaden ist kaum absehbar. Dabei sind die pekuniären Begleitumstände noch das geringste Übel....
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Re: Mögliches Fahrverbot für Dieselfahrzeuge in München und weiteren Städten

Beitragvon H2O » So 16. Sep 2018, 20:05

Ich glaube aber doch eher, daß der wirtschaftliche Verlust die ganz große Rolle spielen wird. Da haben Leute mit Ach und Krach ihr Eigentum erworben, womöglich mit Krediten, um dann feststellen zu müssen, daß ihr teures Premiumfahrzeug nicht mehr wie gewohnt eingesetzt werden kann, und daß ihr Häuschen im Grünen erst einmal ziemlich unpraktisch wird.

An lästigen Mahnern hat es nicht gefehlt, aber wer glaubt schon willig dem Überbringer unerfreulicher Botschaften? Verlockungen zu folgen macht mehr Freude.
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Re: Mögliches Fahrverbot für Dieselfahrzeuge in München und weiteren Städten

Beitragvon immernoch_ratlos » Mo 17. Sep 2018, 09:47

H2O hat geschrieben:Ich glaube aber doch eher, daß der wirtschaftliche Verlust die ganz große Rolle spielen wird. Da haben Leute mit Ach und Krach ihr Eigentum erworben, womöglich mit Krediten, um dann feststellen zu müssen, daß ihr teures Premiumfahrzeug nicht mehr wie gewohnt eingesetzt werden kann, und daß ihr Häuschen im Grünen erst einmal ziemlich unpraktisch wird.
An lästigen Mahnern hat es nicht gefehlt, aber wer glaubt schon willig dem Überbringer unerfreulicher Botschaften? Verlockungen zu folgen macht mehr Freude.
Sicher das ist der Effekt der hervorgerufen wird - keine Frage. Nur wohin mit dem ganzen Frust ? Sieht man sich die vorausgegangenen Post an, kann man bereits problemlos erkennen, wer sich dieser Folgen gern, geradezu freudig annimmt.

Wer im übrigen sein Fahrzeug nicht zum täglichen Berufspendeln benötigt, hat durchaus Möglichkeiten die reale Nutzung zu Verändern. Doch wie überall ist es die gefühlte Ohnmacht selbst etwas zu verändern zu können, welche erhebliche politische Wirkung hat. Allein schon die Frage nach den "wahrhaft Schuldigen" lässt sich doch mit dem derzeit gern genommen "Staatsversagen" beantworten. Da erlaubt eine staatliche Behörde den Betrieb von Fahrzeugen, welche sich nun als "ungeeignet" für die (schon davor) existierenden gesetzlichen Vorschriften erweisen. Erkennbarer Betrug bei eben diesen Firmen, welche die Zulassung durch geschickte Manipulationen der eigentlich ungeeigneten Prüfmethoden ergaunert haben.

Lange Zeit ein quasi "augenzwinkernde Kumpanei" zwischen Gesetzgeber und Hersteller von Dieselfahrzeugen - darunter Millionen PKW, welche niemals real der Vorschrift zu den gesetzlich bestimmten Emissionsgrenzwerten entsprachen. Totalversagen, auch weil die eigentliche Absicht primären Feinstaubemission bei diesem Motortyp weiter zu senken, bekanntermaßen die Höhe der sekundären Feinstäube erhöht und das heutige Stickoxiddilemma erst geschaffen wurde.

Darüber hinaus wurde diese nachweislich falsche Entscheidung zum Maßstab der EU-weiten gesetzlichen Bestimmungen gemacht. Genau diese falsche Entscheidung kommt nun auch von dort zurück und erzwingt parallel zu dem was dt. Gerichte inzwischen auf Grund der Rechtslage entscheiden müssen. Der untaugliche Versuch primäre Feinstäube (die sowieso nur zu einem sehr kleinen Anteil den Emissionen dem Kraftverkehr zurechenbar sind) mit dieser "Stellschraube" weiter zu begrenzen - statt sich der anderen "unnatürlichen primären Feinstaubquellen" zu "widmen", führt nun zu der vorliegenden Situation.

Den primären KFZ-induzierten Feinstaub per Umweltzonen zu begrenzen, muss - schenkt man der realen Feinstaubzusammensetzung die gebührende wissenschaftliche Anerkennung - ist weitgehend gescheitert. Mit dem untauglichen Versuch die hier wirkenden Antagonisten (Begrenzung des primären Feinstaubs, erhöht automatisch die Entstehung / Emissionen von sekundärem Feinstaub - s. Studie des Frauhofer Institutes von 2010) hat man (der Gesetzgeber !) erst diese Situation geschaffen. Bis zu diesem Zeitpunkt waren die nun erneut zu hohen Emissionen bereit sehr erfolgreich gesenkt worden. Mit einer vernünftigen Abstimmung und neuen Fahrzeugenerationen, hätte sich das Problem der durch KFZ verursachten Luftverschmutzung durchaus bewältigen lassen.

Allerdings hätte sich der Gesetzgeber dann verstärkt auch all den anderen Emittenten die für Luftverschmutzung verantwortlich sind, zuwenden müssen. Darunter sehr "potente" Gegner, wie z.B. die gesamte Luftfahrt, die ja eben nicht "national" beherrschbar ist. So haben eine ganze Reihe von politisch motivierten Fehlentscheidungen zu heutigen Dilemma geführt. Ohne rechtsstaatliche Grundsätze nicht zu verletzen, kann keine Regierung diese selbstgeschaffenen Probleme lösen. Die völlig unnötige Eskalation, hätte sich langfristig über neue Fahrzeuggenerationen UND Veränderungen der Mobilität weitgehend von selbst gelöst - Voraussetzung auch die anderen Großemittenten wären zwischenzeitlich zu adäquatem Verhalten "animiert" worden.

Für den ganz normalen PKW-Eigner bleibt der gesamte Vorgang weiter Enigma und als einzig wahren Schuldigen, wird (nicht zu Unrecht) die Politik ausgemacht. Der Wunsch in einer heilen Welt zu leben, wird durch die Tatsache, das dies eigentlich in Teilen bereits verwirklicht ist, kaum gestört. Wer diesem Wutbürger mit und ohne reale Gründe, die "notwendigen alternativen Fakten" bietet, wird weiter kräftigen Zulauf verzeichnen. Dieser Vorgang fügt dem Rechtsstaat erheblichen Schaden zu, weil er über das normale Rechtsempfinden scheinbar gnadenlos hinweggeht. Schaden ist vorhanden, es ist kein Naturereignis, dennoch scheint niemand verantwortlich für die Folgen. Politische Unfähigkeit ist ganz offensichtlich kein juristischer Klagegrund....
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Re: Mögliches Fahrverbot für Dieselfahrzeuge in München und weiteren Städten

Beitragvon H2O » Mo 17. Sep 2018, 10:55

@immernoch_ratos:

Genau genommen ist "Politik" wir alle. Wir sind eben gern den halb Blinden und den vollständig Blinden gefolgt, wenn sie uns sagten, was wir hören wollten. Das ist so schon seit biblischen Zeiten.

Helfen würde uns vermutlich eine ehrliche Bestandsaufnahme auch unserer Schwäche und der Schwächen der entscheidungsbefugten Schar. Die Wissenschaft hat mit Maß und Zahl beraten und vorgeschlagen, wohin die Reise gehen muß. Ich sehe da immer wieder die Studie des Wuppertal Instituts für Energie und Klima aus dem Beginn der 2.000er Jahre. Die Studie ist auch heute noch gültig, wenn auch gottlob die eine oder andere technische Erkenntnis vieles möglich macht, was damals erst in Denkansätzen vorstellbar schien... das von Ihnen gern genannte Frauenhofer Institut liefert dazu tüchtig Beiträge!

Aber vielleicht ist eine ehrliche Bestandsaufnahme von Entscheidungen und Fehlentscheidungen unerwünscht... ich möchte gern wissen, wie Moses damals die Leute vom Tanz um das Goldene Kalb abbringen konnte.

Zu dumm, wenn man meint, wenigstens im Teilbesitz der Wahrheit zu sein, und man den Gang der Handlung nicht ändern kann. Im Privatbereich schon; das fördert das gute Gewissen, nur reicht das nicht für unser Land.

Fassen wir uns nach Art der Stoiker in Gleichmut... oder in Wurschtigkeit nach Art der Rheinländer: "Et kütt, wie et kütt!" :mad2:
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Re: Mögliches Fahrverbot für Dieselfahrzeuge in München und weiteren Städten

Beitragvon immernoch_ratlos » Mo 17. Sep 2018, 12:33

Das hat Du gut ausgedrückt :
H2O hat geschrieben:"Et kütt, wie et kütt!"
Es "kütt" lt. Bildzeitung nun irgendwie so : Quelle : Bild 17.09.2018 "Groko-Minister vollzieht Kehrtwende - Kommt die Abwrack-Prämie für Alt-Diesel?"
BILD hat geschrieben:Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (43, CSU) sieht die Autoindustrie in der Verantwortung, um Inhabern älterer Diesel-Fahrzeuge Fahrverbote zu ersparen. „Den Besitzern alter Diesel müssen höchst attraktive Angebote für den Wechsel in saubere Autos gemacht werden“, sagte Scheuer.
Das Interview in der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ klingt dabei ganz anders als noch zu Beginn des Diesel-Skandals: „Die Autohersteller sind hier zwingend in der Pflicht.“ Er spreche gerade mit den Herstellern, zu welchem Preis diese alte Diesel-Fahrzeuge in Zahlung nehmen könnten.

Das klingt nach einer Abwrack-Prämie für Alt-Diesel! Und damit eine Kehrtwende des unionsgeführten Verkehrsministeriums bei der Frage, die Industrie stärker in die Pflicht zu nehmen.
War mir durchaus nicht entgangen (die FAZ berichtete dazu) :
BILD hat geschrieben:Schon am Wochenende hatte Verkehrsminister Scheuer vorsichtig die Diesel-Wende eingeläutet.

Nach einem Gespräch mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) kündigte er ein Konzept für technische Verbesserungen alter Diesel an. Unklar ist noch, ob das Konzept neben Software-Updates möglicherweise doch auch Hardware-Umbauten an Dieselmotoren umfasst.

Es spricht aber einiges dafür, dass in kleinem Umfang auch Hardware-Nachrüstungen kommen. Scheuer sagt dazu: „Wir sollten in erster Linie nur da nachrüsten, wo es technisch und wirtschaftlich möglich ist. Am meisten Sinn macht das bei Bussen und kommunalen Fahrzeugen.“ Hier ist die Front der Union gegen Nachrüstungen brüchig geworden.
Das dieser Minister ein CSU-Mitglied ist und in Bayern höchst unangenehme Wahlen anstehen ist sicher nur Zufall. Seine Vorgänger, besonders der werte Herr Alexander Dobrindt aber auch ein gewisser Christian Schmidt konnte diesen "gordischen Knoten" nicht entwirren.

Die Zahlen - hier oft bestritten - 3,1 Millionen Diesel-Fahrzeugen der Euro-4-Norm sind gänzlich unumrüstbar und seit Beginn dieser Entwicklung eigentlich nicht mehr das was ein vollwertiger PKW für seine Besitzer sein sollte. Leider sind - folgt man der BILD-Zeitung sind von den 5,5 Millionen Euro-5-Dieseln könnten „bestenfalls 2 Millionen Fahrzeuge technisch nachrüstbar" - sprich, wenigstens der notwendige Raum ist vorhanden...

Das all diese Fahrzeuge die schöne grüne Plakette führen dürfen, zeigt wie richtig die Vermutung das dies irrelevant ist, doch war. Mein wunderschöner nun knapp 7 Jahre alter SX 4 muss spätestens ab September nächsten Jahres "draußen bleiben". Mindestens 3.000 €uronen um das zu ändern, sind sich nicht nur mir entschieden zuviel (ob bei meiner Kiste überhaupt genügend Raum dafür vorhanden wäre, bezweifle ich doch sehr). Nur, ich "muss" eigentlich nirgendwohin fahren. Innenstädte gehören ohnedies nicht zu meinen bevorzugten Zielen. Leute die weiter als Pendler noch zuwenig Alternativen haben, sehen das gewiss völlig und mit Recht anders.

Da wird wohl diese "Superlösung" das Ende vom Lied sein. Schon bei der letzten "Abwrack-Prämie" war das Zerstören - bestenfalls Ausschlachten der betroffenen Fahrzeuge obligatorisch .....
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Re: Mögliches Fahrverbot für Dieselfahrzeuge in München und weiteren Städten

Beitragvon Positiv Denkender » Fr 21. Sep 2018, 15:47

Raskolnikof hat geschrieben:(15 Sep 2018, 14:39)

Richtig! Ich persönlich denke bei den Dieselfahrzeugen auch nicht einzig an die umweltschädigenden und krank machenden Abgase des Diesels sondern auch an den entsetzlichen Gestank den diese Fahrzeuge auf unseren Straßen erzeugen, ganz unabhängig von der Abgasnorm. Auf dieses Problem wird bei der Abgasdiskussion m.E. viel zu wenig eingegangen.
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Mag für Leute mit einer Supernase so sein .Mich haben weder Autos noch deren Abgase jemals gestört .
Millionen Menschen haben während dieses Supersommers Speisen und Getränke in Außenrestaurants genossen .
Mir ist bisher nicht bekannt ,das sich, außer dir , auch nur ein Gast wegen angeblichem Benzingeruchs belästigt fühlte.
Wäre so würden Millionen Gäste nicht Speisen und Getränke an der frischen Luft verzehren .
Übrigens bei der Gewinnung von Rohstoffen für Akkus und Batterien erkranken weitaus mehr Menschen als
am angeblichen Dieselgestank. Welch Wunder ,dass trotz angeblich verpestete Luft, die Menschen immer älter werden .
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Re: Mögliches Fahrverbot für Dieselfahrzeuge in München und weiteren Städten

Beitragvon frems » Fr 21. Sep 2018, 15:53

Ich freu mich schon auf mein Rentnerdasein ohne Verbrenner auf den Straßen. Dass Diesel sterben muss, damit wir leben können, ist ja mittlerweile fast jedem unumstritten klar. Aber da hört die Geschichte natürlich nicht auf. Mag sein, dass manch einer hier gerne den Geruch von Benzin schnüffelt, aber dauerhaft das Zeug zu verbrennen, um Mitmenschen zu vergiften, kann auch nicht Sinn der Sache sein.

2050: Von den Ländern mit geplanten Verboten räumen Deutschland sowie mehrere US-Bundesstaaten (darunter New York, Massachusetts und Oregon) die längste Frist für Benzin- und Dieselautos ein: Erst ab dem Jahr 2050 sollen nur noch Elektroautos zugelassen werden. Die Klima-Bilanz der Stromer hängt dann von der Energieerzeugung ab; je mehr regenerative Energien, desto CO2-ärmer fährt das Auto. Deutschland zum Beispiel wird sich 2050 längst aus der Kohle verabschiedet haben. Offen bleibt, ob auch andere Formen der CO2-armen Mobilität (etwa mit synthetischen Kraftstoffen) unter die Verbote fallen.

2040: Bis zum Jahr 2040 wollen folgende Länder aus dem Verbrenner aussteigen: Frankreich, Großbritannien, Taiwan sowie der US-Bundesstaat Kalifornien, der mit über zwei Millionen Autoverkäufen größte US-Automarkt. Bei einigen Verboten heißt es allerdings zwischen den Zeilen lesen; so sieht etwa Großbritannien kein Verbot für Plug-In-Hybride vor (ein echtes Verbrenner-Verbot wäre das dann nicht) und ist auch synthetischen Kraftstoffen gegenüber offen.

2030: Bereits ab dem Jahr 2030 sollen in folgenden Ländern keine Verbrenner mehr zugelassen werden: China, Island, Israel, Indien, Irland sowie in den Niederlanden.

2025: Schon in sieben Jahren will nur Norwegen ganz auf E-Autos umschwenken. Die Stromer werden vom Staat massiv gefördert. Ein weiterer Vorteil Norwegens sind die geringen Stromkosten - sie sind ungefähr halb so hoch hoch wie in Deutschland.

https://www.focus.de/auto/elektroauto/v ... 32138.html
Labskaus!

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Re: Mögliches Fahrverbot für Dieselfahrzeuge in München und weiteren Städten

Beitragvon Positiv Denkender » Fr 21. Sep 2018, 16:15

frems hat geschrieben:(21 Sep 2018, 16:53)

Ich freu mich schon auf mein Rentnerdasein ohne Verbrenner auf den Straßen. Dass Diesel sterben muss, damit wir leben können, ist ja mittlerweile fast jedem unumstritten klar. Aber da hört die Geschichte natürlich nicht auf. Mag sein, dass manch einer hier gerne den Geruch von Benzin schnüffelt, aber dauerhaft das Zeug zu verbrennen, um Mitmenschen zu vergiften, kann auch nicht Sinn der Sache sein.


https://www.focus.de/auto/elektroauto/v ... 32138.html

Was nützen die niedrigen Strompreise in Norwegen deutschen Verbrauchern ? Wir leben auch sehr gut trotz Diesel .Das seit über
7 Jahrzehnten . E Motoren taugen nichts deshalb kaufen nur wenige diese rollenden Toaster .
Über 2050 magst du dir den Kopf zerbrechen ich lebe aber heute auch wenn du dieses Recht älteren Menschen absprichst .
Trotzdem darfst du dir gerne über 2050 den Kopf zerbrechen ich denke eher an heute . Und heute taugen E autos nichts.
Zuletzt geändert von Positiv Denkender am Mo 24. Sep 2018, 12:57, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Mögliches Fahrverbot für Dieselfahrzeuge in München und weiteren Städten

Beitragvon frems » Sa 22. Sep 2018, 13:23

Im wochenlangen Streit über eine technische Nachrüstung von Diesel-Fahrzeugen könnte am Sonntag eine Entscheidung fallen. Bundeskanzlerin Angela Merkel treffe sich mit Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) und Vertretern der Automobilbranche, sagten mit dem Vorgang vertraute Personen am Freitag der Nachrichtenagentur Reuters und bestätigten damit einen Bericht des "Spiegel". Das Verkehrsministerium wollte den Bericht zunächst weder bestätigen noch dementieren. BMW lehnte eine Stellungnahme ab. Ein VW-Sprecher sagte zum Spiegel-Bericht, Hardware-Nachrüstungen seien bei reiner Berücksichtigung der technischen Fakten der falsche Weg.

https://www.tagesspiegel.de/wirtschaft/ ... 98810.html

Man darf gespannt sein. Vielleicht wirft das Bundesautomobilindustrieministerium ja paar Milliarden durch die Gegend, so als eine Art neue Abwrackprämien für alte Dreckschleudern, damit sich die naiven Käufer einer neue Dreckschleuder kaufen.
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Re: Mögliches Fahrverbot für Dieselfahrzeuge in München und weiteren Städten

Beitragvon yogi61 » Sa 22. Sep 2018, 13:31

frems hat geschrieben:(22 Sep 2018, 14:23)

https://www.tagesspiegel.de/wirtschaft/ ... 98810.html

Man darf gespannt sein. Vielleicht wirft das Bundesautomobilindustrieministerium ja paar Milliarden durch die Gegend, so als eine Art neue Abwrackprämien für alte Dreckschleudern, damit sich die naiven Käufer einer neue Dreckschleuder kaufen.


Ist doch ein idealer Zeitpunkt die Steuergelder zu verpulvern. Die Regierungskoalition ist doch in den Augen grosser Teile der Bevölkerung eh nur noch ein Chaos-Haufen und eine falsche Entscheidung mehr oder weniger machen da den Kohl auch nicht mehr fett. Hauptsache man hilft der in der Technologie rückständigen deutschen Automobilindustrie weiterhin ihre Tumor-Schleudern an die Deppen zu verkaufen.
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immernoch_ratlos
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Re: Mögliches Fahrverbot für Dieselfahrzeuge in München und weiteren Städten

Beitragvon immernoch_ratlos » So 23. Sep 2018, 09:19

Aha :eek: :
PD hat geschrieben:E Motoren taugen nichts
einfach mal nachdenken
Quelle hat geschrieben:Wissen Sie wie viele Elektromotoren sich in Ihrem Fahrzeug befinden? Sie werden es schwer haben, ein neueres Modell zu finden, in dem weniger als ein Dutzend Elektromotoren verbaut wurden. Wahrscheinlicher ist es, dass mindestens 40 davon vorhanden sind.
Ein ganz wichtiger und (hoffentlich) gut funktionierender E-Motor ist der Anlasser....

Auch sonst kommt kein PKW - LKW - was auch immer ohne all dies hier aus Wer also wenigsten ein bisschen nachdenkt, bevor er / sie sich ganz öffentlich blamiert, sollte wenigstens Notiz hiervon nehmen :
LINK hat geschrieben:Fazit
Zweifellos wird die wachsende Popularität der Elektrofahrzeuge zahlreiche Innovationen bei den Elektromotoren für den Automobilbereich anstoßen, doch auch bei den Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor sind Elektromotoren bereits in großer Zahl im Einsatz. Mit jedem Modelljahr kommen weitere Anwendungen hinzu, die für mehr Komfort, Intelligenz und Sicherheit sorgen und gleichzeitig die Umweltauswirkungen reduzieren. Dennoch bleibt weiterhin stets Platz für Neues.
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Re: Mögliches Fahrverbot für Dieselfahrzeuge in München und weiteren Städten

Beitragvon frems » Di 25. Sep 2018, 08:45

Herje, der Pöbelgnom wieder. Wer Autos mit Brennstoffzelle oder Erdgasantrieb für raumverträglicher hält als Autos mit Diesel, ist natürlich ein "Autohasser". Auf diese Logik muss man erstmal kommen. Aber Fäkalsprache ist ja ein Markenzeichen dieser Jahrgänge, die selbst Carsharingnutzer für "Autohasser" halten, weil ihnen in ihrer kleinen Welt nichts anderes bleibt als zu beleidigen, wenn die Fakten gegen sie sprechen. Vor einem Jahr noch groß posaunt, dass es niemals irgendwo in Deutschland Fahrrestriktionen geben wird und nun sind die ersten umgesetzt sowie weitere geplant. Schon scheiße, wenn man ewig auf dem Holzweg ist und dann feststellt, dass andere recht behielten. Ist aber auch egal. Der Fortschritt ist nicht aufzuhalten:

Das Hamburger Mini-Fahrverbot ist nur der Vorbote dessen, was Dieselfahrern in zahlreichen deutschen Großstädten bevorsteht: die Verbannung ihrer Pkws. Um Dieselfahrverbote zu verhindern, müssen die Kommunen per Luftreinhalteplan sicherstellen, dass die Grenzwerte für Stickstoffdioxid (NO2) auf Dauer eingehalten werden. Der erlaubte Wert liegt bei 40 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft. An vielen Messstationen in der gesamten Republik wird diese Höchstgrenze nicht eingehalten.

Schon in Kürze müssen daher weitere Städte Verbote aussprechen: Ab dem 1. Februar 2019 sind Dieselfahrzeuge der Norm Euro 4 in der Frankfurter Innenstadt tabu. Der Autoindustrie graut es noch mehr vor dem 1. September 2019: Dann sind in der Main-Metropole voraussichtlich die Euro-5-Diesel betroffen – pünktlich zur Internationalen Automobilausstellung. Gut möglich, dass Tausende Messebesucher ihre Pkw vor der Stadt abstellen müssen. [...]

Die baden-württembergische Landeshauptstadt Stuttgart liegt im Kessel und ist daher besonders belastet. Dort tritt das Fahrverbot schon zum 1. Januar 2019 in Kraft, das ist Beschlusslage der Landesregierung.

„Für uns sind das wichtige Schritte, aber auch in anderen Städten wächst der Druck. In München ist nach einem Beschluss des dortigen Verwaltungsgerichtshofs ein Fahrverbot unverzüglich einzuführen“, sagt Anwalt Remo Klinger, der die DUH in vielen Verfahren vertritt. „Wir lassen nicht locker. In Berlin, Mainz, Essen, Gelsenkirchen, Köln, Bonn, Dortmund, Wiesbaden, Darmstadt und Bochum stehen die nächsten Verhandlungen in Kürze an.“ Der Erfolg gibt dem kleinen Verein Rückenwind im Kampf gegen die Kommunen.

https://www.handelsblatt.com/unternehme ... 05898.html

:thumbup:
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Re: Mögliches Fahrverbot für Dieselfahrzeuge in München und weiteren Städten

Beitragvon yogi61 » Di 25. Sep 2018, 14:39

Scheuer hat offensichltlich von Markus Söder eine Watschn bekommen, oder wie man das in Bayern nennt.

https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/ ... -1.4144218
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https://www.youtube.com/watch?v=Ca9jtQhnjek
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Re: Mögliches Fahrverbot für Dieselfahrzeuge in München und weiteren Städten

Beitragvon Raskolnikof » Di 25. Sep 2018, 15:18

Was ich immer noch nicht verstehe ist die Tatsache, dass jeder von VW betrogene Amerikaner seinen PKW zum Händler fahren und den Kaufpreis, ggf. unter Abzug eines Nutzungsgeldes zurückverlangen konnte und bei uns ein solcher Affenzirkus veranstaltet wird.
Sind wir vielleicht doch schon lange eine Bananenrepublik in der Politiker, Richter und Staatsanwälte unserer Industrie hörig sind und alles mit sich machen lassen? Ich denke, dass das so ist.

https://www.welt.de/wirtschaft/article1 ... Autos.html

https://www.handelsblatt.com/unternehme ... AFCxbl-ap4
Zuletzt geändert von Raskolnikof am Di 25. Sep 2018, 15:20, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Mögliches Fahrverbot für Dieselfahrzeuge in München und weiteren Städten

Beitragvon Orbiter1 » Di 25. Sep 2018, 15:19

yogi61 hat geschrieben:(25 Sep 2018, 15:39)

Scheuer hat offensichltlich von Markus Söder eine Watschn bekommen, oder wie man das in Bayern nennt.
Langsam aber sicher sollte man dieses Land in Absurdistan umbenennen. Im aktuellen Vorschlag gibt es nur für die Euro4- und Euro5-Dieselfahrer von bestimmten Automarken (VW-Konzern, BMW, Mercedes) bzw Fahrzeugen bestimmter Automarken in 10 Städten und 70 km Umgebung Angebote für Rückkauf, Umtausch oder HW-Nachrüstung. Wer 71 km entfernt wohnt und eine dieser Marken fährt hat Pech gehabt und wer in der Stadt wohnt und eine Diesel-Stickoxid-Schleuder von Opel, Renault, usw fährt hat Glück gehabt (denn er ist von dem Problem ja nicht betroffen). Gleichzeitig wird man auch noch die nächsten 20 Jahre die dreckige Braunkohle zur Stromgewinnung verheizen. Normalsterblichen ist das nach meiner Überzeugung nicht mehr vermittelbar.

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