Mögliches Fahrverbot für Dieselfahrzeuge in München und weiteren Städten

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Mögliches Fahrverbot für Dieselfahrzeuge in München und weiteren Städten

Beitragvon frems » Mo 11. Jul 2016, 17:55

Weil sie die Grenzwerte für Stickoxide nicht einhalten können, steht etlichen Ballungsgebieten in Deutschland ein Fahrverbot für Dieselfahrzeuge bevor. Das gilt auch für Diesel-PKW. Der Städtetag schlägt Alarm. [...]

München könnte die erste Stadt sein, in der Fahrverbote oder Straßensperrungen verordnet werden. Das dortige Verwaltungsgericht hatte am Mittwoch dem Freistaat Bayern eine Frist von einem Jahr gesetzt, um die Grenzwerte zur Luftreinhaltung in München einzuhalten. Die Maßnahmen zur Reduzierung der Belastung mit Stickstoffdioxid seien nicht ausreichend, entschied das Gericht. Umweltorganisationen hatten gegen die zu hohen Werte geklagt. Bayern hatte in dem Gerichtsverfahren eingestanden, dass ohne schärfere Maßnahmen die Grenzwerte erst 2030 eingehalten werden könnten. Die Umweltorganisationen kündigten daraufhin an, in München Fahrverbote durchzusetzen.

http://www.faz.net/aktuell/politik/inla ... 19194.html

Wie steht Ihr dazu? Wären Einschränkungen bei der Nutzung von Fahrzeugen mit Dieselmotor eine sinnvolle Maßnahme, um die Luftqualität in den betroffenen Städten zu verbessern? Wären andere Maßnahmen kurzfristig sinnvoller? Oder sind diese Grenzwerte alle Quatsch?
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Re: Mögliches Fahrverbot für Dieselfahrzeuge in München und weiteren Städten

Beitragvon HugoBettauer » Mo 11. Jul 2016, 18:09

frems hat geschrieben:(11 Jul 2016, 18:55)

http://www.faz.net/aktuell/politik/inla ... 19194.html

Wie steht Ihr dazu? Wären Einschränkungen bei der Nutzung von Fahrzeugen mit Dieselmotor eine sinnvolle Maßnahme, um die Luftqualität in den betroffenen Städten zu verbessern? Wären andere Maßnahmen kurzfristig sinnvoller? Oder sind diese Grenzwerte alle Quatsch?

Ist mir egal. Das kontrolliert sowieso keiner flächendeckend.
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Re: Mögliches Fahrverbot für Dieselfahrzeuge in München und weiteren Städten

Beitragvon JJazzGold » Mo 11. Jul 2016, 18:35

frems hat geschrieben:(11 Jul 2016, 18:55)

http://www.faz.net/aktuell/politik/inla ... 19194.html

Wie steht Ihr dazu? Wären Einschränkungen bei der Nutzung von Fahrzeugen mit Dieselmotor eine sinnvolle Maßnahme, um die Luftqualität in den betroffenen Städten zu verbessern? Wären andere Maßnahmen kurzfristig sinnvoller? Oder sind diese Grenzwerte alle Quatsch?


Mal davon abgesehen, dass Diesel anscheinend zu den Luftverschmutzern gehören, wie sieht es bei einem Verbot mit der Versorgung der Innenstadt aus? Oder wird es für diese Fahrzeuge eine Ausnahmegenehmigung geben?
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Re: Mögliches Fahrverbot für Dieselfahrzeuge in München und weiteren Städten

Beitragvon frems » Mo 11. Jul 2016, 18:37

JJazzGold hat geschrieben:(11 Jul 2016, 19:35)

Mal davon abgesehen, dass Diesel anscheinend zu den Luftverschmutzern gehören, wie sieht es bei einem Verbot mit der Versorgung der Innenstadt aus? Oder wird es für diese Fahrzeuge eine Ausnahmegenehmigung geben?

Ich weiß nicht, was für Ideen in München so in Erwägung gezogen werden. Vielleicht richtet man sich nach gerade und ungeraden Zahlen am Kennzeichen?! Montags, mittwochs und freitags die einen, dienstags, donnerstags und sonnabends die anderen, Sonntag keiner.
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Re: Mögliches Fahrverbot für Dieselfahrzeuge in München und weiteren Städten

Beitragvon HugoBettauer » Mo 11. Jul 2016, 18:50

JJazzGold hat geschrieben:(11 Jul 2016, 19:35)

Mal davon abgesehen, dass Diesel anscheinend zu den Luftverschmutzern gehören, wie sieht es bei einem Verbot mit der Versorgung der Innenstadt aus? Oder wird es für diese Fahrzeuge eine Ausnahmegenehmigung geben?

Wahrscheinlich analog zur Umweltplakette. Das Aus für ein paar alteingesessene kleine Krauter, die hippe Aufstreber-Ecke kauft sich einfach was neues und rund ein Drittel setzt auf Beschiss und geringen Verfolgungsdruck, dazu lächerliche Strafen.
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Re: Mögliches Fahrverbot für Dieselfahrzeuge in München und weiteren Städten

Beitragvon JJazzGold » Mo 11. Jul 2016, 18:51

frems hat geschrieben:(11 Jul 2016, 19:37)

Ich weiß nicht, was für Ideen in München so in Erwägung gezogen werden. Vielleicht richtet man sich nach gerade und ungeraden Zahlen am Kennzeichen?! Montags, mittwochs und freitags die einen, dienstags, donnerstags und sonnabends die anderen, Sonntag keiner.


Das würde die Lieferpläne ordentlich durcheinanderbringen. Ich finde es auf die Schnelle nicht, meine mich aber erinnern zu können, das für Zulieferer eine Sondergenehmigung angedacht ist. Ob ein Fahrverbot für die verbliebenen Fahrzeuge sich tatsächlich gravierend auswirkt, kann ich nicht beurteilen. Um die Antwort von Hugo Bettauer aufzugreifen, wer soll das kontrollieren?
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Re: Mögliches Fahrverbot für Dieselfahrzeuge in München und weiteren Städten

Beitragvon frems » Mo 11. Jul 2016, 18:54

JJazzGold hat geschrieben:(11 Jul 2016, 19:51)

Das würde die Lieferpläne ordentlich durcheinanderbringen. Ich finde es auf die Schnelle nicht, meine mich aber erinnern zu können, das für Zulieferer eine Sondergenehmigung angedacht ist. Ob ein Fahrverbot für die verbliebenen Fahrzeuge sich tatsächlich gravierend auswirkt, kann ich nicht beurteilen. Um die Antwort von Hugo Bettauer aufzugreifen, wer soll das kontrollieren?

Na, dann gibt's da halt Ausnahmen, so wie Zulieferer auch durch Fußgängerzonen fahren dürfen... wobei man schon in Frage stellen sollte, ob Lkw überhaupt etwas in Innenstädten verloren haben. Auf 95% kann man gut und gerne verzichten.
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Re: Mögliches Fahrverbot für Dieselfahrzeuge in München und weiteren Städten

Beitragvon HugoBettauer » Mo 11. Jul 2016, 18:58

Eine Schrankwand wird nicht mit dem Mofa geliefert. Auch zerlegt nicht.
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Re: Mögliches Fahrverbot für Dieselfahrzeuge in München und weiteren Städten

Beitragvon JJazzGold » Mo 11. Jul 2016, 19:03

HugoBettauer hat geschrieben:(11 Jul 2016, 19:50)

Wahrscheinlich analog zur Umweltplakette. Das Aus für ein paar alteingesessene kleine Krauter, die hippe Aufstreber-Ecke kauft sich einfach was neues und rund ein Drittel setzt auf Beschiss und geringen Verfolgungsdruck, dazu lächerliche Strafen.


Das ist meine Befürchtung, kleine Betriebe, die neue Fahrzeuge nicht mal eben einen Huster lacosten, nutzen ihre Fahrzeuge entweder auf Risiko, oder geben auf.
Es wird ergo eine Ausnahmegenehmigung geben müssen. Übrig bleibt der Dieselfahrer, der zum Shoppen oder beruflich in die Innenstadt fährt. Der wird gezwungen, sich entweder ein neues Fahrzeug zuzulegen, oder auch auf Risiko zu fahren, oder auf Bahn und Bus, so nahtlos vorhanden, umzusteigen.

Das erscheint mir nicht wirklich bis in die Endkonsequenz durchdacht. Anreizen könnte man das Invest in einen Neuwagen vielleicht ein wenig, wenn die Stadt München, oder auch Stuttgart, oder Bremen, analog zu den Elektrobüchsen eine satte vierstelle Summe zuschießt und günstige Kredite vermittelt.
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Re: Mögliches Fahrverbot für Dieselfahrzeuge in München und weiteren Städten

Beitragvon JJazzGold » Mo 11. Jul 2016, 19:05

frems hat geschrieben:(11 Jul 2016, 19:54)

Na, dann gibt's da halt Ausnahmen, so wie Zulieferer auch durch Fußgängerzonen fahren dürfen... wobei man schon in Frage stellen sollte, ob Lkw überhaupt etwas in Innenstädten verloren haben. Auf 95% kann man gut und gerne verzichten.


Wie sollen die Paletten sonst geliefert werden? Eine Cargo S-Bahn gibt es in München nicht.
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Re: Mögliches Fahrverbot für Dieselfahrzeuge in München und weiteren Städten

Beitragvon HugoBettauer » Mo 11. Jul 2016, 19:06

JJazzGold hat geschrieben:(11 Jul 2016, 20:03)


Das ist meine Befürchtung, kleine Betriebe, die neue Fahrzeuge nicht mal eben einen Huster lacosten, nutzen ihre Fahrzeuge entweder auf Risiko, oder geben auf.
Es wird ergo eine Ausnahmegenehmigung geben müssen. Übrig bleibt der Dieselfahrer, der zum Shoppen oder beruflich in die Innenstadt fährt. Der wird gezwungen, sich entweder ein neues Fahrzeug zuzulegen, oder auch auf Risiko zu fahren, oder auf Bahn und Bus, so nahtlos vorhanden, umzusteigen.

Das erscheint mir nicht wirklich bis in die Endkonsequenz durchdacht. Anreizen könnte man das Invest in einen Neuwagen vielleicht ein wenig, wenn die Stadt München, oder auch Stuttgart, oder Bremen, analog zu den Elektrobüchsen eine satte vierstelle Summe zuschießt und günstige Kredite vermittelt.

Jemand, der dreimal im Jahr eine Woche in München ist und sonst viel Autobahn fährt, wird nicht eben mal den Diesel verkaufen. Vielleicht nicht mal von der Neuanschaffung des nächsten Diesel absehen. Demonstrative Unkenntnis oder eben park & ride. Ohne Gepäck muss man in manchen Teilen Münchens den Autoverkehr nicht unbedingt mitmachen. In Dresden steht derzeit die CarGoTram zur Disposition, weil die zugehörige Produktion beim Autokonzern aufgehört hat.
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Re: Mögliches Fahrverbot für Dieselfahrzeuge in München und weiteren Städten

Beitragvon frems » Mo 11. Jul 2016, 19:30

JJazzGold hat geschrieben:(11 Jul 2016, 20:05)

Wie sollen die Paletten sonst geliefert werden? Eine Cargo S-Bahn gibt es in München nicht.

Mit dem Lastenrad oder einem elektrischen Albertomobil. Geht natürlich nicht für alle Produkte, aber die wenigen Ausnahmen kann man ja konventionell transportieren. Vielerorts stellt UPS auch früh morgens einen Container auf, von wo mehrere Zusteller am Tag die Feinverteilung machen. Man muss nur wollen.
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Re: Mögliches Fahrverbot für Dieselfahrzeuge in München und weiteren Städten

Beitragvon JJazzGold » Mo 11. Jul 2016, 20:08

frems hat geschrieben:(11 Jul 2016, 20:30)

Mit dem Lastenrad oder einem elektrischen Albertomobil. Geht natürlich nicht für alle Produkte, aber die wenigen Ausnahmen kann man ja konventionell transportieren. Vielerorts stellt UPS auch früh morgens einen Container auf, von wo mehrere Zusteller am Tag die Feinverteilung machen. Man muss nur wollen.


Bei den Tonnen an Produkten, die tagtäglich angeliefert und den Tonnen an Gütern, die tagtäglich innerhalb der Stadt bewegt werden, habe ich so meine Zweifel, dass Deine Vorschläge auf ein offenes Ohr und auf ein Wollen stoßen werden.
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Re: Mögliches Fahrverbot für Dieselfahrzeuge in München und weiteren Städten

Beitragvon frems » Mo 11. Jul 2016, 20:15

JJazzGold hat geschrieben:(11 Jul 2016, 21:08)


Bei den Tonnen an Produkten, die tagtäglich angeliefert und den Tonnen an Gütern, die tagtäglich innerhalb der Stadt bewegt werden, habe ich so meine Zweifel, dass Deine Vorschläge auf ein offenes Ohr und auf ein Wollen stoßen werden.

In vielen Millionenstädten funktioniert es schon. Geht ja nicht um die Zulieferung zum Gewerbegebiet am Stadtrand, sondern um den innerstädtischen Handel.
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Re: Mögliches Fahrverbot für Dieselfahrzeuge in München und weiteren Städten

Beitragvon Ein Terraner » Mo 11. Jul 2016, 20:38

Cool, und wer erklärt unserer Geschäftsleitung das die Flotte ausgetauscht werde muss weil die Leute nicht mehr zum Kunden oder zu ihrer Wohnung fahren dürfen? :?: :thumbup:
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Re: Mögliches Fahrverbot für Dieselfahrzeuge in München und weiteren Städten

Beitragvon JJazzGold » Mo 11. Jul 2016, 20:50

frems hat geschrieben:(11 Jul 2016, 21:15)

In vielen Millionenstädten funktioniert es schon. Geht ja nicht um die Zulieferung zum Gewerbegebiet am Stadtrand, sondern um den innerstädtischen Handel.


Ich bleibe gespannt, wie das verkauft und organisiert werden soll. Wie gesagt, wenn mich mein Erinnerungsvermögen nicht täuscht, werden bereits Sondergenehmigungen angedacht. An "mal eben so verbieten" und dann sollen die Leute sehen, wie sie damit fertig werden, glaube ich momentan nicht. Da wird noch viel Wasser die Isar runterfließen, bevor ein rigoroses Verbot für alle Dieselfahrzeuge erfolgt.

"Einführung der Plakette wäre nicht verpflichtend

Kommunen sollen nicht dazu verpflichtet werden, die neuen Umweltzonen einzurichten, es gilt das Prinzip der Freiwilligkeit. Laut Umweltministerium braucht künftig kein Autofahrer zwei Plaketten – wer eine blaue habe, dürfe auch in Umweltzonen für grüne Plaketten hineinfahren. Die neuen Fahrbeschränkungen sollen für alle Autos gelten können, die nicht der Schadstoffnorm Euro 6 entsprechen. Dies würde rund 13 Millionen Diesel-Fahrzeuge betreffen. Den neuesten Euro 6-Standard erfüllen derzeit nur rund 500.000 Pkw. Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) lehnt die blaue Plakette deshalb ab. „Unser Ziel ist mehr Mobilität mit weniger Emissionen und nicht das Abschaffen der Mobilität“, sagte Dobrindt am Sonntag unserer Zeitung. „Wir fördern das automatisierte und vernetzte Fahren – damit wird der Verkehr effizienter. Denn besserer Verkehrsfluss heißt weniger Staus, heißt weniger Abgase.“

.....

Das bayerische Umweltministerium geht davon aus, dass eine Einhaltung des Stickstoffdioxid-Immissionsgrenzwertes erst nach 2030 möglich ist, am Stachus ab dem Jahr 2025. Um heute die Grenzwerte einzuhalten, müsste die Verkehrsmenge an der Landshuter Allee um 84 Prozent reduziert werden. Seit Jahren prozessiert deshalb die Deutsche Umwelthilfe gegen den Freistaat, der die Grenzwerteinhaltung gegenüber der Stadt durchsetzen müsste, dies aber nicht tut.

...

Experten bezweifeln allerdings, dass die Einführung der neuen Plakette sich merklich auf die Luftqualität auswirken könnte. Denn die neuen Diesel-Motoren sind nur auf dem Papier emissionsarm. Die realen Werte im Straßenverkehr lagen teils siebenfach über dem Euro 6-Grenzwert, ergab eine internationale Studie. „Die Automobilindustrie muss endlich ihre Fahrzeuge im Echtbetrieb sauber machen“, forderte Münchens Umwelt-Referentin Stephanie Jacobs (parteilos) im Januar."

http://www.merkur.de/lokales/muenchen/s ... 97261.html
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Re: Mögliches Fahrverbot für Dieselfahrzeuge in München und weiteren Städten

Beitragvon frems » Mo 11. Jul 2016, 20:59

JJazzGold hat geschrieben:(11 Jul 2016, 21:50)

Ich bleibe gespannt, wie das verkauft und organisiert werden soll. Wie gesagt, wenn mich mein Erinnerungsvermögen nicht täuscht, werden bereits Sondergenehmigungen angedacht. An "mal eben so verbieten" und dann sollen die Leute sehen, wie sie damit fertig werden, glaube ich momentan nicht. Da wird noch viel Wasser die Isar runterfließen, bevor ein rigoroses Verbot für alle Dieselfahrzeuge erfolgt.

Was heißt denn rigoros? Das sind ja weiche Maßnahmen. Lass mich mal für ein Jahr an den Hebel und Du erkennst das Land nicht wieder.

"Einführung der Plakette wäre nicht verpflichtend

Kommunen sollen nicht dazu verpflichtet werden, die neuen Umweltzonen einzurichten, es gilt das Prinzip der Freiwilligkeit. Laut Umweltministerium braucht künftig kein Autofahrer zwei Plaketten – wer eine blaue habe, dürfe auch in Umweltzonen für grüne Plaketten hineinfahren. Die neuen Fahrbeschränkungen sollen für alle Autos gelten können, die nicht der Schadstoffnorm Euro 6 entsprechen. Dies würde rund 13 Millionen Diesel-Fahrzeuge betreffen. Den neuesten Euro 6-Standard erfüllen derzeit nur rund 500.000 Pkw. Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) lehnt die blaue Plakette deshalb ab. „Unser Ziel ist mehr Mobilität mit weniger Emissionen und nicht das Abschaffen der Mobilität“, sagte Dobrindt am Sonntag unserer Zeitung. „Wir fördern das automatisierte und vernetzte Fahren – damit wird der Verkehr effizienter. Denn besserer Verkehrsfluss heißt weniger Staus, heißt weniger Abgase.“

.....

Das bayerische Umweltministerium geht davon aus, dass eine Einhaltung des Stickstoffdioxid-Immissionsgrenzwertes erst nach 2030 möglich ist, am Stachus ab dem Jahr 2025. Um heute die Grenzwerte einzuhalten, müsste die Verkehrsmenge an der Landshuter Allee um 84 Prozent reduziert werden. Seit Jahren prozessiert deshalb die Deutsche Umwelthilfe gegen den Freistaat, der die Grenzwerteinhaltung gegenüber der Stadt durchsetzen müsste, dies aber nicht tut.

...

Experten bezweifeln allerdings, dass die Einführung der neuen Plakette sich merklich auf die Luftqualität auswirken könnte. Denn die neuen Diesel-Motoren sind nur auf dem Papier emissionsarm. Die realen Werte im Straßenverkehr lagen teils siebenfach über dem Euro 6-Grenzwert, ergab eine internationale Studie. „Die Automobilindustrie muss endlich ihre Fahrzeuge im Echtbetrieb sauber machen“, forderte Münchens Umwelt-Referentin Stephanie Jacobs (parteilos) im Januar."

http://www.merkur.de/lokales/muenchen/s ... 97261.html

Im letzten Absatz steht's ja. Das sind alles kleine Eingriffe, die nicht viel verändern. Problem ist ja aber, dass München für langfristige Maßnahmen keine Zeit hat. Das Gericht gibt dem Freistaat nur ein Jahr.
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Re: Mögliches Fahrverbot für Dieselfahrzeuge in München und weiteren Städten

Beitragvon JJazzGold » Mo 11. Jul 2016, 21:15

frems hat geschrieben:(11 Jul 2016, 21:59)

Was heißt denn rigoros? Das sind ja weiche Maßnahmen. Lass mich mal für ein Jahr an den Hebel und Du erkennst das Land nicht wieder.

Ich würde von außen zusehen, wie man Dich teert und federt.


Im letzten Absatz steht's ja. Das sind alles kleine Eingriffe, die nicht viel verändern. Problem ist ja aber, dass München für langfristige Maßnahmen keine Zeit hat. Das Gericht gibt dem Freistaat nur ein Jahr.


Dann wird halt eine Alibi Plakette, nebst diversen Sondergenehmigungen, eingeführt. Wirklich ändern, wird das nichts. Steht auch in dem Artikel.
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Re: Mögliches Fahrverbot für Dieselfahrzeuge in München und weiteren Städten

Beitragvon frems » Mo 11. Jul 2016, 21:18

JJazzGold hat geschrieben:(11 Jul 2016, 22:15)Ich würde von außen zusehen, wie man Dich teert und federt.

Das ist es wert. 20 Jahre später wird man mir Denkmäler bauen.

Dann wird halt eine Alibi Plakette, nebst diversen Sondergenehmigungen, eingeführt. Wirklich ändern, wird das nichts. Steht auch in dem Artikel.

Dann braucht man wohl etwas stärkere Instrumente. In Oslo sollen Fahrzeuge komplett aus der Innenstadt bis 2019 verbannt werden (Ausnahmen natürlich für Polizei, Krankenwagen, Busse, Handwerker etc.).

Die autofreie Innenstadt gehört zu einem Maßnahmenpaket, das den Ausstoß klimaschädlicher Gase in Oslo bis 2020 um 50 Prozent gegenüber dem Niveau von 1990 senken soll.
http://www.spiegel.de/auto/aktuell/luft ... 58503.html
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Re: Mögliches Fahrverbot für Dieselfahrzeuge in München und weiteren Städten

Beitragvon JJazzGold » Mo 11. Jul 2016, 21:31

frems hat geschrieben:(11 Jul 2016, 22:18)

Das ist es wert. 20 Jahre später wird man mir Denkmäler bauen.

Für noch mehr Denkmäler haben wir in München keinen Platz und der Friedensengel wird nicht durch Dich in Teer und Federn ersetzt. :p


Dann braucht man wohl etwas stärkere Instrumente. In Oslo sollen Fahrzeuge komplett aus der Innenstadt bis 2019 verbannt werden (Ausnahmen natürlich für Polizei, Krankenwagen, Busse, Handwerker etc.).

Die autofreie Innenstadt gehört zu einem Maßnahmenpaket, das den Ausstoß klimaschädlicher Gase in Oslo bis 2020 um 50 Prozent gegenüber dem Niveau von 1990 senken soll.
http://www.spiegel.de/auto/aktuell/luft ... 58503.html


Soll Oslo ruhig machen, meinetwegen auch gerne Paris und Rom, und ein paar Langzeitstudien anlegen. Die sehen wir uns dann an und entscheiden.
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