Sammelstrang Autonome/Selbstlenkende Fahrzeuge

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Langfristig wird völlig autonomes Fahren Anteil an den gefahrenen Gesamt-KM(PKW/LKW) umfassen?

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maxbreak2
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Re: Sammelstrang Autonome/Selbstlenkende Fahrzeuge

Beitragvon maxbreak2 » Mi 18. Jul 2018, 22:04

Sole.survivor@web.de hat geschrieben:(18 Jul 2018, 21:34)

Rein technisch könnten die Atomkraftwerke und die Braunkohle heute ausgehen ohne Schaden. Die kleinen Gas- und Ölkraftwerke hätten jährlich wenige Betriebsstunden mehr und es würde weniger Strom exportiert. Der Import würde minimal zunehmen.


Täglicher Erdölverbrauch weltweit 2017: 98.000.000 Barrel * 365 Tage * 159 Liter = 5.687.430.000.000 Liter = 5.687.430.000 m3 = 5,7 km3/Jahr
Das wäre dann ca. das Volumen des Chiemsees, des Starnberger Sees und des Müritz Sees zusammen. https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_von ... eutschland
Erdölverbrauch immer noch stark steigend.
Deutschland ist keine Insel, die sich autark versorgen kann.
Ohne Antrieb kein autonomes Fahren.
Mit Elektroantrieb wird man angesichts obiger Zahlen nur einen Bruchteil der Fahrzeuge betreiben können.
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Re: Sammelstrang Autonome/Selbstlenkende Fahrzeuge

Beitragvon Sole.survivor@web.de » Mi 18. Jul 2018, 22:17

maxbreak2 hat geschrieben:(18 Jul 2018, 23:04)
Deutschland ist keine Insel, die sich autark versorgen kann.

Da bist du auf einem veralteten Stand. Der Stromimport aus Verbundpartnern ist inzwischen rein wirtschaftlich begründet und prinzipiell verzichtbar. Einen rechnerischen Nettoexport hatten wir schon vor über 10 Jahren, inzwischen hat sich das auch real verstetigt.


Ohne Antrieb kein autonomes Fahren.
Mit Elektroantrieb wird man angesichts obiger Zahlen nur einen Bruchteil der Fahrzeuge betreiben können.

Der Elektroantrieb funktioniert seit über hundert Jahren auch mit einem vorgeschalteten Dieselaggregat sehr gut. Dieselelektrische Züge und Kfz sind nicht neu. Daneben ist deine Behauptung aber falsch. Zudem gibt es keinen zwingenden Zusammenhang zwischen batterie-elektrischem oder diesel-elektrischem Antrieb und einem Fahrcomputer. Der geht auch mit einer klassischen Verbrennungstechnik sehr gut.
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Re: Sammelstrang Autonome/Selbstlenkende Fahrzeuge

Beitragvon Kamikaze » Do 19. Jul 2018, 07:51

Sole.survivor@web.de hat geschrieben:(18 Jul 2018, 21:25)

Die meisten Assistenten sind abschaltbar. Insbesondere die Reifendruckkontrolle ist vor allem für die Werkstatt ein gutes Geschäft, es ist ein sehr störanfälliges System, das zu false positives neigt.

Dann macht er es falsch. Alle Routenplaner sind lediglich Vorschläge, die eigenverantwortlich bewertet und mit den realen Verhältnissen abgeglichen werden müssen. So stellen es auch die Hersteller selbst dar.


Natürlich stellt heute der Mensch am Steuer sozusagen das Mainboard (Schnittstelle aller übergeordneten Systeme) und die CPU (Gehirn - zur Verarbeitung der Daten), sowie einige Sensoren (Augen zur Erfassung der Fahrzeugumgebung; ggf. Ohren zum erkennen von Signalhörnern). Doch wie immernoch_ratlos richtig dargestellt hat, nehmen immer mehr Assistenzsysteme dem durchschnittlichen Fahrer einzelne Aufgaben ab.
Natürlich gibt es einzelne Fahrer, die "keine Hilfe beim Fahren" haben wollen und die Helferlein abschalten. Dass diese Systeme einzeln abschaltbar sind, begründet übrigens tausende Unfälle jedes Jahr - über den Sinn solcher Abschaltungs-Möglichkeiten lässt sich also streiten.

Der durchschnittliche Autofahrer wird die meisten Systeme jedoch verwenden (einfach weil sie eben da sind und die Sicherheit erhöhen oder das Fahren einfacher machen). Dazu kommt, dass einige technische Sensoren (z.B. Radar, Infrarot-Kamera, etc.) den "menschlichen Sensoren" (Augen, Ohren, Popometer, etc.) deutlich überlegen sind. Insbesondere auch die Reaktionszeiten von Maschinen sind wesentlich kürzer als es ein Mensch je könnte.
Angesichts dieser Entwicklung ist das durchlaufen der verschiedenen "Autonomitäts-Stufen" eigentlich nur noch eine Frage der Zeit, sofern dies von Gesetzgeber-Seite nicht aktiv unterbunden wird.

Dass natürlich nicht jedes System von Anfang an perfekt ist, steht außer Frage, da es immer Situationen geben wird, die von den Entwicklern nicht bedacht oder nicht ausreichend getestet wurden.
Als Beispiel sei hier das Flugzeug angeführt, das anfangs nur mit viel Geschick überhaupt in der Luft zu halten war. Inzwischen werden Piloten eigentlich nur noch für die "Taxi-Strecke" auf dem Rollfeld und zur Beruhigung der Fluggäste benötigt.
Wirklich in den Flugbetrieb eingreifen müssen die wenigsten, da der Autopilot fast alles selbst erledigen kann, sobald das Flugzeug erst in der Luft ist. Bei genauer Überlegung ist es eigentlich verwunderlich, dass es (insbesondere im Luftfracht-Bereich) überhaupt noch Piloten gibt, die selbst mit fliegen. Es gibt bereits Bestrebungen, die Piloten in Zentren zu bündeln und die Flugzeuge wie Drohnen aus der Ferne steuern zu lassen. So müssten nicht hunderte Flugstunden von Piloten mit "warten" verbracht werden, sondern könnten Piloten gezielt zu jenen Zeiten eingesetzt werden, zu denen noch ein Eingreifen erforderlich scheint (z.B. Start, Landung, Taxi-Strecke). Dies scheitert bislang soweit ich weiß nur an den Luftfahrt-Behörden, sowie den Pilotengewerkschaften, die das nicht wollen. Dort ist sozusagen SAE-Level 3 bereits Realität - und das obwohl der "Autopilot" am Anfang nur einen (eher unzuverlässigen) "Höhen-Tempomaten" sowie einen "Kurs-Tempomaten" darstellte. Inzwischen fliegt der Autopilot auch anspruchsvolle Strecken selbstständig und überwacht die Umgebung derart, dass sich das Flugzeug einem Anderen nicht weiter annähert, als erlaubt - und das mit einer Fehlerquote nahe 0. In den letzten Jahren wurden (fast) alle Flugzeug-Unglücke auf menschliches Versagen zurückgeführt. Streng genommen ist also sogar der Pilot das größte Risiko für ein Flugzeug. :?

Wie lange wird es angesichts der massiven Entwicklungen im Sektor autonom fahrender PKW und LKW noch dauern, ehe auch hier der Fahrer zum größten Sicherheitsrisiko wird? Und was dann? ;)
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Re: Sammelstrang Autonome/Selbstlenkende Fahrzeuge

Beitragvon Sole.survivor@web.de » Do 19. Jul 2018, 08:18

Kamikaze hat geschrieben:(19 Jul 2018, 08:51)

Natürlich stellt heute der Mensch am Steuer sozusagen das Mainboard (Schnittstelle aller übergeordneten Systeme) und die CPU (Gehirn - zur Verarbeitung der Daten), sowie einige Sensoren (Augen zur Erfassung der Fahrzeugumgebung; ggf. Ohren zum erkennen von Signalhörnern). Doch wie immernoch_ratlos richtig dargestellt hat, nehmen immer mehr Assistenzsysteme dem durchschnittlichen Fahrer einzelne Aufgaben ab.

Das ist richtig. Man muss heute zum Start des Motors keine Kurbel mehr bedienen. Jedoch ist es bis heute der Fahrer, der die Verantwortung für die Fahrentscheidungen trägt und somit auch die Entscheidungen in letzter Konsequenz treffen muss: Inklusive des wo und wie des anhaltens oder parkens. Alle Assistenz-Systeme sind auf bestimmte Normalsituationen hin konstruiert. Es gibt zu fast jeder Regel eine Ausnahme, über die man nach Ermessen entscheiden darf.

Natürlich gibt es einzelne Fahrer, die "keine Hilfe beim Fahren" haben wollen und die Helferlein abschalten. Dass diese Systeme einzeln abschaltbar sind, begründet übrigens tausende Unfälle jedes Jahr - über den Sinn solcher Abschaltungs-Möglichkeiten lässt sich also streiten.

Die Abschaltung von Assistenzsystemen kann schon sinnvoll sein, wenn man mal ein paar Meter auf einer feuchten Wiese fährt. Die Abschaltung des Airbag in bestimmten Situationen ist sogar lebenswichtig. Die Abschaltung des Anschnallwarners etwa beim Transport eines Korbes auf dem Rücksitz dagegen spart nur lästige Töne. Der Tempomat wird überhaupt nur angemacht, wenn man ihn will. Die vom Auto erkannte Höchstgeschwindigkeit kann man überschreiten, denn die Erkennung von Straßenschildern und sonstigen Markierungen ist bisher viel zu fehleranfällig. Hier kann der Mensch auch Beschilderungen und Situationen richtig interpretieren, die vielleicht nicht regelkonform und für das Auto daher unverständlich sind.

Der durchschnittliche Autofahrer wird die meisten Systeme jedoch verwenden

Dafür sind diese Systeme da. Wenn sie nicht meistens hilfreich, bequem und unschädlich wären, würde man sie nicht bezahlen. Insbesondere Neusysteme sind am Markt nie alternativlos.

Als Beispiel sei hier das Flugzeug angeführt, das anfangs nur mit viel Geschick überhaupt in der Luft zu halten war. Inzwischen werden Piloten eigentlich nur noch für die "Taxi-Strecke" auf dem Rollfeld und zur Beruhigung der Fluggäste benötigt.

Der Pilot trifft bis heute letzte Entscheidungen, hat eine rechtliche Verantwortung und ist bei aller Assistenz im Flug mit Passagieren vorgeschrieben. Die Flugbesatzung hat sich insgesamt durch Automation verkleinert. Der unbemannte Flug durch Fernsteuerung oder autonome Befehlsverarbeitung ist beim Militär im Kommen und erlaubt sparsamere Konstruktionen, die auf extremere Manöver ausgelegt sind als Menschen auch mit guter Ausbildung und Übung vertragen können. Jedoch ist der seit 20 Jahren antizipierte Durchbruch zur Luftwaffe ohne Flugpersonal immer noch ein weiter Weg, von zunehmenden Kleinanwendungen abgesehen. Und das, obwohl man in jedem Baumarkt eine Drohne für den Spaß zuhause kaufen kann.

Wirklich in den Flugbetrieb eingreifen müssen die wenigsten, da der Autopilot fast alles selbst erledigen kann, sobald das Flugzeug erst in der Luft ist. Bei genauer Überlegung ist es eigentlich verwunderlich, dass es (insbesondere im Luftfracht-Bereich) überhaupt noch Piloten gibt, die selbst mit fliegen.

Nein, das ist eigentlich nicht verwunderlich. Da steht die Versicherungsmathematik und der Gesetzgeber hinter. Auch ein Frachtflugzeug kann auf einem Rollfeld, im Nahbereich eines Flughafens und bei Havarie erhebliche Schäden anrichten, die weit über den Wert von Maschine und Fracht hinausgehen.

Eine wirklich vollautomatische Fahrt ("unattended") erfordert beim Auto Änderungen der Gesetzgebung (Haftung) und der Versicherung. Der Autofahrer wäre weiterhin für den abstrakten Fahrbefehl und für den korrekten Zustand des Fahrzeuges verantwortlich, soweit er den beurteilen kann (Beschau, angemessenes Befolgen von Wartungs- und Softwareupdate-Intervallen, Reifen, Tankstand, keine Manipulationen, Halte- und Parkentscheidungen), jedoch nicht für die konkreten Entscheidungen des vorschriftsmäßig betriebenen Fahrzeugs. Dafür gibt es aktuell noch keine Grundlage.
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Re: Sammelstrang Autonome/Selbstlenkende Fahrzeuge

Beitragvon frems » Do 19. Jul 2018, 09:13

* kann wech
Zuletzt geändert von frems am Do 19. Jul 2018, 10:49, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Sammelstrang Autonome/Selbstlenkende Fahrzeuge

Beitragvon frems » Do 19. Jul 2018, 09:15

Naja, also zurück zur Sachebene und den regelmäßigen Fortschritten für autonome Fahrzeuge:
Das nichtkommerzielle Forschungsinstitut Draper aus Massachusetts meldete diese Woche auf dem Automated Vehicles Symposium in San Francisco einen neuen Rekord: Bei einem Versuchsaufbau des von Dr. Joseph Hollmann geleiteten Teams könnte ein Lidar in dichtem Nebel ein Hindernis in 54 Metern Entfernung deutlich erkennen. Das übertrifft die menschliche Sehleistung selbst bei voller Augenkraft.

https://www.heise.de/newsticker/meldung ... 09539.html
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Re: Sammelstrang Autonome/Selbstlenkende Fahrzeuge

Beitragvon frems » Do 19. Jul 2018, 10:51

maxbreak2 hat geschrieben:(18 Jul 2018, 23:04)
Mit Elektroantrieb wird man angesichts obiger Zahlen nur einen Bruchteil der Fahrzeuge betreiben können.

1. Autonome Fahrzeuge müssen nicht E-Fahrzeuge sein
2. Der Energieaufwand für irgendwelche Kameras oder nVidia-Chips ist ein totaler Furz im Vergleich zu jenem, den man benötigt, um ein, zwei Tonnen Stahl mit 200 km/h durch die Gegend zu schießen. Nächster Versuch
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Re: Sammelstrang Autonome/Selbstlenkende Fahrzeuge

Beitragvon maxbreak2 » Do 19. Jul 2018, 20:44

frems hat geschrieben:(19 Jul 2018, 10:15)

Naja, also zurück zur Sachebene und den regelmäßigen Fortschritten für autonome Fahrzeuge:

https://www.heise.de/newsticker/meldung ... 09539.html


Nicht mehr als ein Laborversuch! Und was gibt´s sonst Neues?

Von Google, dem Auslöser des ganzen Aufwands hört man nicht mehr viel. Haben sich anscheinend schon weitgehend zurückgezogen von ihrem Revival-Versuch des autonomen Fahren.
Gleiches gilt für Tesla. Elon Musk hat endlich erkannt, dass es wichtiger ist die Produktion seines Models 3 zum Laufen zu bringen.

Alles in allem scheint der Hype um das autonome Fahren ziemlich abzuflauen.
Macht ja auch Sinn. Die meisten Leute hätten es eh nur ausprobiert und dann dankend abgelehnt.
Die wenigsten potentiellen Kunden würden genug dafür bezahlen, so dass es wirtschaftlich rentabel eingesetzt werden könnte.
Man wird die Leute auch nicht zwingen können, wie beim Sicherheitsgurt.
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Re: Sammelstrang Autonome/Selbstlenkende Fahrzeuge

Beitragvon Kamikaze » Fr 20. Jul 2018, 06:04

maxbreak2 hat geschrieben:(19 Jul 2018, 21:44)
Die wenigsten potentiellen Kunden würden genug dafür bezahlen, so dass es wirtschaftlich rentabel eingesetzt werden könnte.


Ich glaube du würdest dich wundern, wie schnell insbesondere Speditionen, Taxiunternehmen und Co das Konzept nutzen würden, denn dort ist der Fahrer sowohl der größte Kostentreiber, als auch das größte Sicherheitsrisiko. ;)
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Re: Sammelstrang Autonome/Selbstlenkende Fahrzeuge

Beitragvon maxbreak2 » Fr 20. Jul 2018, 07:34

Kamikaze hat geschrieben:(20 Jul 2018, 07:04)

Ich glaube du würdest dich wundern, wie schnell insbesondere Speditionen, Taxiunternehmen und Co das Konzept nutzen würden, denn dort ist der Fahrer sowohl der größte Kostentreiber, als auch das größte Sicherheitsrisiko. ;)


Eben, solange wir eine freie Marktwirtschaft haben, wird das nicht freiwillig eingesetzt werden.
Speditionen, Taxiunternehmen und Co. müssen wirtschaftlich arbeiten, sie brauchen kostengünstige, sichere, ausfallsichere und einfache Lösungen, die funktionieren.
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Re: Sammelstrang Autonome/Selbstlenkende Fahrzeuge

Beitragvon frems » Fr 20. Jul 2018, 07:44

maxbreak2 hat geschrieben:(19 Jul 2018, 21:44)

Nicht mehr als ein Laborversuch! Und was gibt´s sonst Neues?

Würdest Du aufmerksam lesen und Dich regelmäßig informieren, hättest Du einen Überblick.

Von Google, dem Auslöser des ganzen Aufwands hört man nicht mehr viel.

Google ist nicht der Auslöser und es steht Dir frei, einfach mal "Waymo" bei einer Nachrichtenseite einzugeben.

Haben sich anscheinend schon weitgehend zurückgezogen von ihrem Revival-Versuch des autonomen Fahren.
Gleiches gilt für Tesla. Elon Musk hat endlich erkannt, dass es wichtiger ist die Produktion seines Models 3 zum Laufen zu bringen.

Tesla bringt regelmäßig Updates für die teilautonomen Modelle. Wurde hier auch schon oft verlinkt.

Alles in allem scheint der Hype um das autonome Fahren ziemlich abzuflauen.

Nope. Gerade im Speditionssegment wurden in letzter Zeit viele Techniken vorgestellt und mehrere Feldversuche stehen kurz bevor. Unwissen erzeugt keine Fakten. Das ging ja mit den Atomkraftwerken schon in die Hose. Dass Du dazu lieber nichts mehr sagst, zeigt mir aber, dass Du wohl peinlich berührt bist. Immerhin.

Macht ja auch Sinn. Die meisten Leute hätten es eh nur ausprobiert und dann dankend abgelehnt.
Die wenigsten potentiellen Kunden würden genug dafür bezahlen, so dass es wirtschaftlich rentabel eingesetzt werden könnte.

Kein Spediteur wird zukünftig darauf freiwillig verzichten. Den Endkunden interessiert nur eins: ein günstiger Endpreis.

Man wird die Leute auch nicht zwingen können, wie beim Sicherheitsgurt.

Das wird früher oder später auch kommen. Dazu äußerte sich Deine Kanzlerin schon vor einem Jahr:

Dann aber sagte die Kanzlerin unvermittelt: „Wir werden in 20 Jahren nur noch mit Sondererlaubnis selbstständig Auto fahren dürfen.“ Es werde das autonome Fahren geben.

Also ein Auto, das selbst entscheidet und selbst denkt und selbst lenkt. Die Bundesregierung fördert die Forschung daran seit Jahren. Kanzlerin, Forschungsministerin und Verkehrsminister sehen darin eine der großen Zukunftstechnologien ebenso wie die Autobauer.

Dass dies aber zur Folge haben soll, dass das autonome Fahren nicht nur eine Möglichkeit, sondern ein Zwang wird und das bisherige Modell – also das selbstständige Steuern durch einen menschlichen Fahrer – die genehmigungspflichtige Ausnahme, das ist eine neue Qualität. Schon heute erzeugt das autonome Fahren viele Ängste. Mancher misstraut der Technik, manche fühlen sich um ihren Spaß am Fahren gebracht. Was für die müde Kanzlerin Verheißung ist, ist für viele Deutsche eine Drohung.

Die Naturwissenschaftlerin Merkel geht offenbar davon aus, dass der Mensch spätestens in zwanzig Jahren aber der Technik weit unterlegen ist. Und dann gilt in ihren Augen das klassische Prinzip der Risikominimierung. Als Grund für ihre Prognose, dass man nur noch mit Sondererlaubnis selbst fahren dürfe, sagte sie: „Wir sind das größte Risiko.“ Wir, die Fahrer.

https://www.welt.de/politik/deutschland ... orium.html

Nichts springt gegen den Zwang, aber viel dafür. Angeblich vor 30 Jahren Hausmeister bei irgendeinem Hersteller gewesen zu sein, setzt einen nicht darüber hinweg.
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Re: Sammelstrang Autonome/Selbstlenkende Fahrzeuge

Beitragvon frems » Fr 20. Jul 2018, 07:45

maxbreak2 hat geschrieben:(20 Jul 2018, 08:34)

Eben, solange wir eine freie Marktwirtschaft haben, wird das nicht freiwillig eingesetzt werden.
Speditionen, Taxiunternehmen und Co. müssen wirtschaftlich arbeiten, sie brauchen kostengünstige, sichere, ausfallsichere und einfache Lösungen, die funktionieren.

Der Mensch als Kostenfaktor ist zu teuer. Die Technik für autonomes Fahren entspricht einem Monatsgehalt. Der Computer ist nicht übermüdet, braucht keine Ruhezeiten und fährt alkoholisiert nicht Menschen über den Haufen. Er will auch keinen Urlaub, fordert keine höheren Löhne und streikt auch nicht. Wer in Zukunft nicht auf autonome Systeme setzt, wird vom Markt verschwinden, weil er zu teuer ist, denn wer nicht mit der Zeit geht, geht mit der Zeit. So einfach ist das.
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Re: Sammelstrang Autonome/Selbstlenkende Fahrzeuge

Beitragvon Kamikaze » Fr 20. Jul 2018, 07:46

maxbreak2 hat geschrieben:(20 Jul 2018, 08:34)

Eben, solange wir eine freie Marktwirtschaft haben, wird das nicht freiwillig eingesetzt werden.
Speditionen, Taxiunternehmen und Co. müssen wirtschaftlich arbeiten, sie brauchen kostengünstige, sichere, ausfallsichere und einfache Lösungen, die funktionieren.


Und welches dieser Kriterien sollte ein autonomes Fahrzeug deiner Meinung nach nicht erfüllen?
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Re: Sammelstrang Autonome/Selbstlenkende Fahrzeuge

Beitragvon Sole.survivor@web.de » Fr 20. Jul 2018, 07:57

maxbreak2 hat geschrieben:(20 Jul 2018, 08:34)

Eben, solange wir eine freie Marktwirtschaft haben, wird das nicht freiwillig eingesetzt werden.
Speditionen, Taxiunternehmen und Co. müssen wirtschaftlich arbeiten, sie brauchen kostengünstige, sichere, ausfallsichere und einfache Lösungen, die funktionieren.

Das ist alles das, was ein Mensch nicht sein will. Das Taxi mit Servicepersonal wird es noch lange geben - und sei es als Chauffeurservice. Ob dieses Personal aber mehr Psychologe, City Guide und Gepäckträger ist (studiert haben die eh alle) oder tatsächlich für warten am Bahnhof und Lenkrad drehen bezahlt werden will, das ist eben die Frage. Daneben wird es eine zunehmende Discount-Konkurrenz geben, bei der du dein Gepäck einsammeln willst.

Das bedeutet auch das Ende einer schönen Tradition: Kompromissdeals und Mädchenbonus werden wohl kommenden Generationen nicht mehr vermittelbare Konzepte werden.
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Re: Sammelstrang Autonome/Selbstlenkende Fahrzeuge

Beitragvon Sole.survivor@web.de » Fr 20. Jul 2018, 07:59

frems hat geschrieben:(20 Jul 2018, 08:45)

Der Mensch als Kostenfaktor ist zu teuer. Die Technik für autonomes Fahren entspricht einem Monatsgehalt. Der Computer ist nicht übermüdet, braucht keine Ruhezeiten und fährt alkoholisiert nicht Menschen über den Haufen. Er will auch keinen Urlaub, fordert keine höheren Löhne und streikt auch nicht. Wer in Zukunft nicht auf autonome Systeme setzt, wird vom Markt verschwinden, weil er zu teuer ist, denn wer nicht mit der Zeit geht, geht mit der Zeit. So einfach ist das.

Es gibt immer Nischenmärkte. Es gibt auch heute noch einen Markt für handgesetzte Druckwerke und geschmacksneutrale Oblaten. Es wird auch einen Markt für einen Komfortplus-Dienst mit Chauffeur geben, noch sehr lange Zeit. Der wird aber weder rauchen noch ranzig daherkommen. Schlechte Zeiten für Soziologen.
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Re: Sammelstrang Autonome/Selbstlenkende Fahrzeuge

Beitragvon frems » Fr 20. Jul 2018, 08:20

Sole.survivor@web.de hat geschrieben:(20 Jul 2018, 08:59)

Es gibt immer Nischenmärkte. Es gibt auch heute noch einen Markt für handgesetzte Druckwerke und geschmacksneutrale Oblaten. Es wird auch einen Markt für einen Komfortplus-Dienst mit Chauffeur geben, noch sehr lange Zeit. Der wird aber weder rauchen noch ranzig daherkommen. Schlechte Zeiten für Soziologen.

Klar, und durch Städte wie Berlin und Wien fahren auch manchmal noch Pferdekutschen. Im Modal Split der Verkehrssysteme fallen die aber nicht sonderlich auf.
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Re: Sammelstrang Autonome/Selbstlenkende Fahrzeuge

Beitragvon Sole.survivor@web.de » Fr 20. Jul 2018, 08:30

frems hat geschrieben:(20 Jul 2018, 09:20)

Klar, und durch Städte wie Berlin und Wien fahren auch manchmal noch Pferdekutschen. Im Modal Split der Verkehrssysteme fallen die aber nicht sonderlich auf.

Ja, das ist der Lauf der Dinge - man spezialisiert sich oder man lässt es sein. In der Breite des Marktes gibt es viele Inseln. Es gibt Restaurants, die sich auf sprödes 70er-Jahre-Flair spezialisiert haben und im Gegensatz zur Kegelbahnkneipe, die immer noch aussieht wie damals, sehr gut angenommen werden. Es gibt DDR-Erlebnis-Gastronomie, inklusive mieser Bedienung oft so voll, dass man sich draußen kurz anstellen muss - so schön, schön war die Zeit.

Sicher wird es auch für "Taxifahring"-Fetischisten übel gelaunte, nach altem Qualm riechende city guides in kunstvoll auf ranzig getrimmten Gefährten geben. Der allgemeine Markt wird sich aber weiterentwickeln, entweder ins Segment Komfort (Zusatzdienstleistungen des Begleiters, der nun nicht mehr Fahrer sein muss) oder ins Segment Eco (ohne Fahrer). Wie bei allen solchen Entwicklungen wird die Sparvariante sehr breit angenommen werden. Das No-Frills-Taxi ohne Fahrer ist nur eine Frage der Zeit.
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Re: Sammelstrang Autonome/Selbstlenkende Fahrzeuge

Beitragvon Welfenprinz » Fr 20. Jul 2018, 10:55

:?:
Es sind doch gerade die Spediteure ,die das autonome Fahren fordern,fördern,einsetzen. Sich bei der Politik für Teststrecken und die nötige Änderung der gesetzlichen Punkte einsetzen. Es fahren doch auch schon Probekonvois.
Ist jetzt alles nur noch Frage der endgültigen Praxisreife en details und der rechtlichen Rahmenbedingungen.

Nur von der Technik her gesehen könnte jemand mit genügend krimineller Energie heute schon 10 lkws mit 2Fahrern nachts um 1 bei Michendorf auf die A2 lassen und um 5 zum EDEKA Zentrallager in Minden von der Bahn wieder runter holen. :p :D
Sterben kann nicht so schlimm sein,sonst würden es nicht so viele tun.
Lt. griinpissstudien stirbt eine Ratte, wenn ihr ein 200l-Fass Glyphosat auf den Kopf fällt.
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Re: Sammelstrang Autonome/Selbstlenkende Fahrzeuge

Beitragvon Sole.survivor@web.de » Fr 20. Jul 2018, 12:55

Welfenprinz hat geschrieben:(20 Jul 2018, 11:55)

:?:
Es sind doch gerade die Spediteure ,die das autonome Fahren fordern,fördern,einsetzen. Sich bei der Politik für Teststrecken und die nötige Änderung der gesetzlichen Punkte einsetzen. Es fahren doch auch schon Probekonvois.
Ist jetzt alles nur noch Frage der endgültigen Praxisreife en details und der rechtlichen Rahmenbedingungen.

Nur von der Technik her gesehen könnte jemand mit genügend krimineller Energie heute schon 10 lkws mit 2Fahrern nachts um 1 bei Michendorf auf die A2 lassen und um 5 zum EDEKA Zentrallager in Minden von der Bahn wieder runter holen. :p :D

Würde wahrscheinlich niemand groß bemerken
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Re: Sammelstrang Autonome/Selbstlenkende Fahrzeuge

Beitragvon maxbreak2 » Fr 20. Jul 2018, 14:47

frems hat geschrieben:(20 Jul 2018, 09:20)

Klar, und durch Städte wie Berlin und Wien fahren auch manchmal noch Pferdekutschen. Im Modal Split der Verkehrssysteme fallen die aber nicht sonderlich auf.


Aktuell ist aber genau das Gegenteil der Fall:
Autonome Straßenfahrzeuge sind ein absolutes Nischenprodukt.
Wenn ich mich so umschaue: keines im ernsthaften Praxiseinsatz zu sehen. Weder in der Stadt, noch auf dem Land noch auf der Autobahn.
Irgendwo im bayerischen Wald werden ältere Touristen faktisch als Testbetrieb mit einem autonomen Bus mit 20 km/h von einem Ort des Dorfes zum anderen gefahren.

Nur weil einige Technikbegeisterte etwas wollen, bedeutet dies noch lange nicht, dass der Endanwender es auch wirklich einsetzen wird.

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