Hyperloop: Elon Musks nächster Coup (?)

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Re: Hyperloop: Elon Musks nächster Coup (?)

Beitragvon frems » So 26. Mär 2017, 19:57

jack000 hat geschrieben:(26 Mar 2017, 20:55)

Weil niemand eine Röhre parallel durch Deutschland bauen wird! Schaue dir doch einfach nur mal an welche Probleme schon ein paar Stromleitungen durch Bayern nach sich ziehen!

Wer redet denn vom Bedenkträgerland Deutschland?
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Re: Hyperloop: Elon Musks nächster Coup (?)

Beitragvon jack000 » So 26. Mär 2017, 19:59

frems hat geschrieben:(26 Mar 2017, 20:57)

Wer redet denn vom Bedenkträgerland Deutschland?

Auch in den USA wird keine Hyperloop-Strecke gebaut werden, denn dort entscheiden die meinst ebenso zwischen Sinn und Unsinn!
Es wird sogar nicht mehr im PF geleugnet: "Ja die Gewalt gegen Frauen hat bedingt durch Zuwanderung zugenommen, und jetzt?"
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Adam Smith
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Re: Hyperloop: Elon Musks nächster Coup (?)

Beitragvon Adam Smith » So 26. Mär 2017, 20:01

frems hat geschrieben:(26 Mar 2017, 20:57)

Wer redet denn vom Bedenkträgerland Deutschland?

Vom Transrapid wurde auch viel geredet. Hier gab es dann zumindest eine Teststrecke in Deutschland und den Flop in China. Wobei es in Japan auch ein Bauprojekt in Bezug auf eine Magnetschwebebahn gibt das im Jahr 2027 abgeschlossen sein soll. Vielleicht gibt es dann hier den ersten Erfolg.
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Re: Hyperloop: Elon Musks nächster Coup (?)

Beitragvon frems » So 26. Mär 2017, 20:06

jack000 hat geschrieben:(26 Mar 2017, 20:59)

Auch in den USA wird keine Hyperloop-Strecke gebaut werden, denn dort entscheiden die meinst ebenso zwischen Sinn und Unsinn!

Eher nicht, aber das kriegt der Laie meist nicht mit. Jeder kann BER plärren, aber vom Big Dig haben sie noch nie gehört. Bedenkträger halt. Muss man nicht so ernst nehmen. Und bitte sei nicht frustriert, wenn nach den ersten Tests eines Tages ein Hyperloop irgendwie gebaut wurde -- trotz Praktika für Flüchtlinge in Deutschland.
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Re: Hyperloop: Elon Musks nächster Coup (?)

Beitragvon frems » So 26. Mär 2017, 23:25

Hyperloop One baut die erste Teststrecke in der Nevada-Wüste. Dies soll den Startschuss für den Bau der ersten kommerziellen Verbindung zwischen Dubai und Abu Dhabi vorbereiten. [...]

Sollten die Tests erfolgreich verlaufen, steht der Realisierung des superschnellen Transports nichts im Wege. Eine Express-Verbindung zwischen Dubai und Abu Dhabi ist bereits beschlossene Sache. Die Strecke wäre 159,4 Kilometer lang und könnte in lediglich 12 Minuten zurückgelegt werden. Im Vergleich: Mit dem Auto braucht man dafür zwei Stunden.

http://www.chip.de/news/Hyperloop-Erste ... 43151.html

Hyperloop Transportation Technologies (HTT) hat am Dienstag angekündigt, dass der Bau der ersten funktionsfähigen Transportkapsel begonnen hat. Diese sei das Ergebnis von drei Jahren Forschung und Entwicklung. Die 30 Meter lange und 20 Tonnen schwere Kapsel mit einem Durchmesser von 2,7 Meter soll in der Lage sein, zwischen 28 und 40 Passagiere zu transportieren. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt künftig, je nach Strecke, bis zu 1223 km/h.

https://futurezone.at/produkte/hyperloo ... 53.448.617

In Deutschland wird das aber wohl nichts, aber das ist ja nicht so verwunderlich, wenn man auf die demographische Situation schaut.

HTT-Chef Dirk Ahlborn kritisierte inzwischen die Passivität der deutschen Politik. "Die Technik ist nicht unser Problem, das Geld ist nicht unser Problem. Unser Problem ist, dass die Regulierung nicht Schritt hält mit der Innovation“, sagte er der “Bild am Sonntag”. Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) besuchte die Firma im vergangenen Jahr. "Dobrindt war sehr interessiert, hat sich danach leider nie wieder gemeldet“, sagt Aalborn.

http://www.huffingtonpost.de/2017/03/26 ... 17226.html
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Re: Hyperloop: Elon Musks nächster Coup (?)

Beitragvon frems » So 26. Mär 2017, 23:32

Adam Smith hat geschrieben:(26 Mar 2017, 21:01)

Vom Transrapid wurde auch viel geredet. Hier gab es dann zumindest eine Teststrecke in Deutschland und den Flop in China. Wobei es in Japan auch ein Bauprojekt in Bezug auf eine Magnetschwebebahn gibt das im Jahr 2027 abgeschlossen sein soll. Vielleicht gibt es dann hier den ersten Erfolg.

Gibt schon noch weitere Projekte, z.B. auf Teneriffa. Für die deutsche Technologie war's aber halt ein Dilemma, dass man ein Produkt exportieren wollte, das man selbst nicht bauen/nutzen will. Vorher gab's viele Interessenten, z.B. Brasilien. Die sagten sich aber auch: warum von den Deutschen etwas kaufen, was sie für ihr Land nicht haben wollen? Das hat man leider nicht berücksichtigt als es um die Frage ging, ob man mal eine Strecke für den Betrieb baut. Folglich ist es aber auch skurril anzunehmen, dass neue Verkehrssysteme nirgends auf der Welt jemals gebaut werden, weil ein System in Deutschland einfach zu früh auf die Welt kam.
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Re: Hyperloop: Elon Musks nächster Coup (?)

Beitragvon frems » So 4. Jun 2017, 19:51

Ziemlich ambitionierter Zeitplan, aber schon schön, dass es noch Länder in Europa gibt, wo man erstmal neue Systeme ausprobiert statt sie gleich totzuschreien.

Elon Musk hat das Hyperloop-Konzept in den USA erdacht und dort wurden auch die ersten Teststrecken gebaut. Die erste richtige kommerzielle Umsetzung könnte aber in Europa stattfinden. Während die Konkurrenten Hyperloop One und Hyperloop Transportation Technologies noch nach der geeigneten Strecke in Europa suchen, hat sich ein niederländisches Startup schon festgelegt. Hardt Global Mobility will Amsterdam und Paris verbinden – und zwar schon ab 2021.

http://t3n.de/news/amsterdam-paris-hyperloop-828243/
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Re: Hyperloop: Elon Musks nächster Coup (?)

Beitragvon frems » Do 15. Nov 2018, 12:44

Noch ist es eine Vision: Container, die mit 1.200 Kilometern pro Stunde fast lautlos durch ein Röhrensystem im Hamburger Hafen rasen - mit Strom aus Solaranlagen. Wie das "Hamburger Abendblatt" (Donnerstagsausgabe) berichtete, laufen derzeit Verhandlungen zwischen der Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA) und dem kalifornischen Unternehmen Hyperloop Transportation Technologies. Demnach wurde bereits eine Absichtserklärung unterzeichnet. In den kommenden zwei bis drei Jahren könnten die Bauarbeiten beginnen.

https://www.ndr.de/nachrichten/hamburg/ ... op144.html

Tja, der CT Altenwerder war schon vor über 15 Jahren Vorreiter beim technischen Fortschritt. Seit 2002 fahren autonome Fahrzeuge Container von A nach B. Nun will man auch nicht Hyperloop verschlafen, sondern das Potenzial nutzen. Spannend. :cool:
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Re: Hyperloop: Elon Musks nächster Coup (?)

Beitragvon Kamikaze » Do 15. Nov 2018, 14:40

Sehr schade, dass das Projekt den Hafen nur an das unmittelbare Umland anbinden soll.
Auf derart kurze Strecken halte ich den Sinn und Nutzen des Systems zumindest für fraglich.
Anders sähe es mit dieser Geschwindigkeit bei Langstrecken-Systemen aus - z.B. vom Hafen Hamburg zum Binnenhafen in Nürnberg oder zum Umschlagbahnhof München, oder zu einem neu zu errichtenden Verteil/Umschlagzentrum in den "abgehängten" Teilen der Republik, um dort Industrie- und Gewerbeansiedlung attraktiver zu machen.
Für eine Strecke von wenigen Kilometern lohnt das System meiner Meinung nach kaum, da der große Vorteil der enormen Geschwindigkeit kaum bis garnicht ausgespielt werden kann. Ich fürchte, dass eine zweigleisige Zugstrecke (mit dem ungefähr gleichen Flächenverbrauch) hier effizienter wäre.

Was auch für Personenbeförderung höchst interessant wäre: Was passiert bei einem Unfall? Für Rettungskräfte gibt es keinen schnellen und einfachen Weg in eine (teil-)vakuumierte Röhre... (Bei Fracht wäre die Zeit (meist) zweitrangig, aber wenn es um Menschenleben geht, vergeht Verkehrsgutachtern (und Rettungskräften) schnell der Spaß.
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Re: Hyperloop: Elon Musks nächster Coup (?)

Beitragvon Tom Bombadil » Do 15. Nov 2018, 18:19

Wenn man es schaffen würde, die Fracht unter die Erde zu verbannen, dann wäre auf Autobahn und Schiene viel mehr Platz für Personenverkehr, das wäre schon eine riesige Entlastung. So viele Strecken bräuchte es auch gar nicht, von den Häfen in die großen Ballungsgebiete mit Frachtterminals in Berlin, Hannover, Ruhrgebiet, Köln/Düsseldorf, Frankfurt, Dresden/Leipzig, Stuttgart, Nürnberg, München, das würde schon reichen, ab da wird dann per LKW verteilt.
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Re: Hyperloop: Elon Musks nächster Coup (?)

Beitragvon frems » Fr 16. Nov 2018, 09:20

Kamikaze hat geschrieben:(15 Nov 2018, 14:40)
Ich fürchte, dass eine zweigleisige Zugstrecke (mit dem ungefähr gleichen Flächenverbrauch) hier effizienter wäre.

Hamburg ist der größte Eisenbahnhafen Europas, egal ob man das Schienennetz oder die Fahrten sowie Umschlagszahlen anschaut. Zudem gibt es im Umland den zweitgrößten Rangierbahnhof der Welt. Gründe müssen also andere sein. Auf Stelzen benötigt Hyperloop aber auch nur sehr wenig Fläche und unter der Erde sowieso. Meine Vermutung: man will einfach einzelne Container flott zu einer Umschlagsstelle im Umland schießen und dort direkt auf Lkw verladen. So erhöht man die Qualität der Dienstleistung, da man den Spediteuren einen noch schnellere Abwicklung gewährt. Da Hamburg aus geographischen Gründen im Hafen-Wettbewerb sowohl Vor- als auch Nachteile hat, muss man eben mit deutscher Effizienz auffallen.
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Re: Hyperloop: Elon Musks nächster Coup (?)

Beitragvon Kamikaze » Fr 16. Nov 2018, 09:55

frems hat geschrieben:(16 Nov 2018, 09:20)

Hamburg ist der größte Eisenbahnhafen Europas, egal ob man das Schienennetz oder die Fahrten sowie Umschlagszahlen anschaut. Zudem gibt es im Umland den zweitgrößten Rangierbahnhof der Welt. Gründe müssen also andere sein. Auf Stelzen benötigt Hyperloop aber auch nur sehr wenig Fläche und unter der Erde sowieso. Meine Vermutung: man will einfach einzelne Container flott zu einer Umschlagsstelle im Umland schießen und dort direkt auf Lkw verladen. So erhöht man die Qualität der Dienstleistung, da man den Spediteuren einen noch schnellere Abwicklung gewährt. Da Hamburg aus geographischen Gründen im Hafen-Wettbewerb sowohl Vor- als auch Nachteile hat, muss man eben mit deutscher Effizienz auffallen.


Das macht alles Sinn - allerdings erklärt das (zumindest für mich) noch nicht schlüssig den Vorteil der Hyperloop-Technologie gegenüber einer (zusätzlichen) Eisenbahnstrecke (egal ob im Tunnel, oberirdisch oder auf Stelzen)...
Oder geht es primär darum eine Teststrecke für den Realbetrieb zu schaffen?
Andererseits wurde ja auch noch nicht präzisiert, wo die "Hyperloop-Bahnhöfe" genau hin sollen - also Sowohl die Entfernung, als auch die Strecke und andere wichtige Details bleiben bisher im Dunkeln, so dass eine genaue Erörterung kaum möglich scheint.
Dennoch erscheint mir das Hyperloop-System (ähnlich wie das Transrapid-System) nicht für Kurzstrecken geeignet, sondern eher als Alternative zum Flug- und Fernverkehr, wo der Vorteil der Geschwindigkeit ausgespielt werden kann.
Analog zum Transrapid zwischen München-Hauptbahnhof und München-Flughafen fürchte ich, dass das Projekt daran scheitern könnte, dass die Strecke alleine schon für die volle Beschleunigung zu kurz sein wird. Auch Frachtcontainer kann man ja kaum mit mehreren G beschleunigen, da niemand weiß, welche (evtl. sensible) Fracht darin ist...
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Re: Hyperloop: Elon Musks nächster Coup (?)

Beitragvon frems » Fr 16. Nov 2018, 11:26

Kamikaze hat geschrieben:(16 Nov 2018, 09:55)

Das macht alles Sinn - allerdings erklärt das (zumindest für mich) noch nicht schlüssig den Vorteil der Hyperloop-Technologie gegenüber einer (zusätzlichen) Eisenbahnstrecke (egal ob im Tunnel, oberirdisch oder auf Stelzen)...
Oder geht es primär darum eine Teststrecke für den Realbetrieb zu schaffen?
Andererseits wurde ja auch noch nicht präzisiert, wo die "Hyperloop-Bahnhöfe" genau hin sollen - also Sowohl die Entfernung, als auch die Strecke und andere wichtige Details bleiben bisher im Dunkeln, so dass eine genaue Erörterung kaum möglich scheint.
Dennoch erscheint mir das Hyperloop-System (ähnlich wie das Transrapid-System) nicht für Kurzstrecken geeignet, sondern eher als Alternative zum Flug- und Fernverkehr, wo der Vorteil der Geschwindigkeit ausgespielt werden kann.
Analog zum Transrapid zwischen München-Hauptbahnhof und München-Flughafen fürchte ich, dass das Projekt daran scheitern könnte, dass die Strecke alleine schon für die volle Beschleunigung zu kurz sein wird. Auch Frachtcontainer kann man ja kaum mit mehreren G beschleunigen, da niemand weiß, welche (evtl. sensible) Fracht darin ist...

Die Eisenbahn ist ein sehr altes System. Allein durchs Kuppeln beim Rangieren vergeht viel Zeit, während es nicht wirtschaftlich ist, für einzelne Container Trassen anzumelden. Und es sagt ja keiner, dass der Hyperloop dort auf 1200 km/h kommen soll/muss. Man kann die Technik (nicht Technologie) ja auch für geringere Geschwindigkeiten nutzen, was den technischen Aufwand erheblich reduziert und somit auch die Kosten. Ist mit Maglev-Systemen ja nicht anders. Trotz hoher Geschwindigkeiten gibt's nur wenige Beispiele im Fernverkehr, während der Nahverkehrssektor für die Hersteller wie Bögl boomt.
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Re: Hyperloop: Elon Musks nächster Coup (?)

Beitragvon immernoch_ratlos » Fr 16. Nov 2018, 11:29

Was ist das anderes, als eine "gigantische Rohrpost" ? Rohrpost als Teil der internen Kommunikation konnte entfallen, weil sie längst durch digitale Medien abgelöst wurde.

Nun umso erstaunlicher, reale Gegenstände lassen sich leider (noch) nicht digitalisieren und müssen "zu Fuß" von A nach B gelangen :( Wo ein Wille ist, ist bekanntlich auch ein Weg. Klar, dass der Anfangsaufwand bei einem solchen System zunächst abschreckend gigantisch ist. Nur das existierende System kommt sichtlich an seine natürlichen Grenzen und verursacht weitaus gigantischere Kosten. Der Transit von einem zu anderen System ist das größte Hindernis. Besonders das was dazu in den Köpfen zunächst passieren muss...

Ist erst einmal die Grundlage geschaffen - Öl- und Gaspipelines durchziehen ja auch schon das ganze Land - sehe ich auch für kürzere Strecken kein wirkliches Hindernis. Wenn mal wieder eine Straße aufgerissen werden muss - warum auch immer - lässt sich sicher auch so eine Röhre gleich mit versenken. In einigen Städten "zieren" recht dicke Rohre der Fernheizungen das Stadtbild. Mit sicher großem Anfangsaufwand und einer größeren Portion Fantasie, ist so ein System durchaus denkbar.

Inwieweit man über 3D-Drucker "just on demand" inzwischen dort produzieren "könnte" wo das Zeug gebraucht wird, sind sicher auch noch Überlegungen die das derzeitige Verteilsystem betreffen. Am Ende ist alles eine Frage der Energie. Wo verbrät man diese zukünftig - auf völlig überlasteten Straßen und allerlei "unangenehmen Nebenwirkungen" :?: oder eben "anders" und effektiver.
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Re: Hyperloop: Elon Musks nächster Coup (?)

Beitragvon frems » Fr 16. Nov 2018, 12:27

Naja, überall stehen nun auch nicht Hochleistungs-3D-Drucker. Einige Firmen experimentieren bereits mit schwimmenden Fabriken. Heißt, wir werden möglicherweise nicht mehr so sehr auf Container und Tonnen schauen, sondern die Wertschöpfungskette anders betrachten müssen. Bestelle ich drei gelbe Quietscheenten aus China, wird dann kein 3D-Drucker im Reich der Mitte angeworfen, sondern auf dem Schiff, das als nächstes den Hamburger Hafen anläuft und noch Kapazitäten hat. Das verkürzte die Transportzeit immens.
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Re: Hyperloop: Elon Musks nächster Coup (?)

Beitragvon Amun Ra » Fr 16. Nov 2018, 13:03

frems hat geschrieben:(16 Nov 2018, 11:26)

Die Eisenbahn ist ein sehr altes System. Allein durchs Kuppeln beim Rangieren vergeht viel Zeit, während es nicht wirtschaftlich ist, für einzelne Container Trassen anzumelden. Und es sagt ja keiner, dass der Hyperloop dort auf 1200 km/h kommen soll/muss. Man kann die Technik (nicht Technologie) ja auch für geringere Geschwindigkeiten nutzen, was den technischen Aufwand erheblich reduziert und somit auch die Kosten. Ist mit Maglev-Systemen ja nicht anders. Trotz hoher Geschwindigkeiten gibt's nur wenige Beispiele im Fernverkehr, während der Nahverkehrssektor für die Hersteller wie Bögl boomt.

Geringere Geschwindigkeiten machen den Hyperloop überflüssig. Kurze Strecken ebenso. Der einzige theoretische Vorteil des Hyperloop gegenüber konventionellen Transportsystemen ist ja gerade hohe Geschwindigkeit auf langen (möglichst geraden) Strecken. Alles andere würde auch die immens hohen Betriebskosten nicht rechtfertigen. Wenn es sowas wie den Hyperloop überhaupt jemals geben sollte. Elon Musk fängt ja ganz gerne eine Menge Projekte an ohne sie wirklich zuende zu bringen (oder überhaupt zuende zu denken).
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Re: Hyperloop: Elon Musks nächster Coup (?)

Beitragvon jack000 » Fr 16. Nov 2018, 14:12

Amun Ra hat geschrieben:(16 Nov 2018, 13:03)

Geringere Geschwindigkeiten machen den Hyperloop überflüssig. Kurze Strecken ebenso. Der einzige theoretische Vorteil des Hyperloop gegenüber konventionellen Transportsystemen ist ja gerade hohe Geschwindigkeit auf langen (möglichst geraden) Strecken. Alles andere würde auch die immens hohen Betriebskosten nicht rechtfertigen. Wenn es sowas wie den Hyperloop überhaupt jemals geben sollte. Elon Musk fängt ja ganz gerne eine Menge Projekte an ohne sie wirklich zuende zu bringen (oder überhaupt zuende zu denken).

Zumal dem die Röhre nur geringe Kurvenradien sowie Höhenunterschiede zulässt. Ich sehe doch hier in BW was es hier für einen Zirkus gibt selbst wenn nur eine Bahnstrecke reaktiviert werden soll (Weil der Stadt - Calw), da geht es von Grillen auf dem Balkon bis hin zu Fledermäusen die in den ehemaligen Tunneln nun wohnen.
=> Und Musk zieht eine Röhre durch ganze Ländle? Das will ich sehen!
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Re: Hyperloop: Elon Musks nächster Coup (?)

Beitragvon Amun Ra » Fr 16. Nov 2018, 14:22

jack000 hat geschrieben:(16 Nov 2018, 14:12)

Zumal dem die Röhre nur geringe Kurvenradien sowie Höhenunterschiede zulässt. Ich sehe doch hier in BW was es hier für einen Zirkus gibt selbst wenn nur eine Bahnstrecke reaktiviert werden soll (Weil der Stadt - Calw), da geht es von Grillen auf dem Balkon bis hin zu Fledermäusen die in den ehemaligen Tunneln nun wohnen.
=> Und Musk zieht eine Röhre durch ganze Ländle? Das will ich sehen!

Ich will erstmal einen halbwegs funktionalen Prototyp sehen. Was Hyperloop bisher gezeigt hat (von der 100sten PowerPoint-Präsentation mit vielen Versprechen aber wenig Substanz einmal abgesehen) ist ja nun eher nicht so das Gelbe vom Ei. Und dann bleibt immer noch die Frage nach einer wirtschaftlichen Effizienzanalyse offen. Alles was Hyperloop leisten können soll verschluckt nämlich Unmengen an Ressourcen. Und ob der erzielte Gewinn eines solchen Systems den Kosten gerecht werden kann bleibt erst noch zu beweisen.

A propos Hyperloop und Deutschland: Wenn man Elon Musk erstmal die deutschen Sicherheitsbestimmungen um die Ohren gehauen hat wird es in den nächsten 100 Jahren eh kein Hyperloop mehr in Deutschland geben... :D
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Re: Hyperloop: Elon Musks nächster Coup (?)

Beitragvon frems » Fr 16. Nov 2018, 14:35

Amun Ra hat geschrieben:(16 Nov 2018, 13:03)

Geringere Geschwindigkeiten machen den Hyperloop überflüssig. Kurze Strecken ebenso. Der einzige theoretische Vorteil des Hyperloop gegenüber konventionellen Transportsystemen ist ja gerade hohe Geschwindigkeit auf langen (möglichst geraden) Strecken. Alles andere würde auch die immens hohen Betriebskosten nicht rechtfertigen. Wenn es sowas wie den Hyperloop überhaupt jemals geben sollte. Elon Musk fängt ja ganz gerne eine Menge Projekte an ohne sie wirklich zuende zu bringen (oder überhaupt zuende zu denken).

Musk steckt da doch nicht mehr drin. Der hatte nur die Idee auf den Weg gebracht und nun gibt's zwei führende Projektgesellschaften. Im diesem Falle die HTT. Und wenn der Umschlag günstiger und zuverlässiger ist, kann sich das schon lohnen. Um den Container ins Umland zu bringen, braucht man im Schnitt gut und gerne eine Stunde. Das macht um und bei 50 Euro. Schafft man es beim Hyperloop für den halben Preis und transportiert so an die 4 Mio. TEU, kommt da schon was zusammen. Und aufgrund seiner Bauweise kann man ja auf viel systemimmanente Technik des Eisenbahnwesens verzichten, eben weil man kein verflochtenes Netz hat, sondern eine Direktverbindung. Wieso sollte es denn überflüssig werden, wenn der Container für 20km nicht eine, sondern fünf Minuten benötigt? :?:
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Re: Hyperloop: Elon Musks nächster Coup (?)

Beitragvon Amun Ra » Fr 16. Nov 2018, 14:43

frems hat geschrieben:(16 Nov 2018, 14:35)

Musk steckt da doch nicht mehr drin. Der hatte nur die Idee auf den Weg gebracht und nun gibt's zwei führende Projektgesellschaften. Im diesem Falle die HTT. Und wenn der Umschlag günstiger und zuverlässiger ist, kann sich das schon lohnen. Um den Container ins Umland zu bringen, braucht man im Schnitt gut und gerne eine Stunde. Das macht um und bei 50 Euro. Schafft man es beim Hyperloop für den halben Preis und transportiert so an die 4 Mio. TEU, kommt da schon was zusammen. Und aufgrund seiner Bauweise kann man ja auf viel systemimmanente Technik des Eisenbahnwesens verzichten, eben weil man kein verflochtenes Netz hat, sondern eine Direktverbindung. Wieso sollte es denn überflüssig werden, wenn der Container für 20km nicht eine, sondern fünf Minuten benötigt? :?:

Weil man für die Kosten, die anfallen um einen Container mit dem Hyperloop 20 km zu versenden, man auf der Straße problemlos mehrere Container versenden kann. Und ob der Hyperloop überhaupt jemals schneller sein wird ist noch garnicht erwiesen, da es schlichtweg nichteinmal ein funktionsfähiges Modell gibt anhand dessen man seine Fähigkeiten ableiten könnte.
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