Wie soll zunehmender Fahrradverkehr geregelt werden?

Moderator: Moderatoren Forum 4

Benutzeravatar
frems
Beiträge: 44068
Registriert: Sa 4. Apr 2009, 13:43
Benutzertitel: Hochenergetisch
Wohnort: Hamburg, Europa

Re: Wie soll zunehmender Fahrradverkehr geregelt werden?

Beitragvon frems » Mo 11. Mai 2015, 19:33

pikant » Di 14. Apr 2015, 11:11 hat geschrieben:gegen den zunehmenden Fahrradverkehr helfe nur neue Radwege :thumbup:

So isses. Nicht nur Städte wie Kopenhagen und Amsterdam machen es vor, sondern auch New York, London und nun auch Paris:

Auf dem Weg zur Fahrradstadt: Paris errichtet bis 2020 innerstädtische Radschnellwege (REV) und investiert 150 Millionen Euro in den Radverkehr

http://www.zukunft-mobilitaet.net/11704 ... llanlagen/

Aber in Berlin, Hamburg, München, Köln, Frankfurt, Stuttgart, Düsseldorf usw. heißt's weiterhin: "Geht nicht, haben kein Geld, Platz ist nicht da". Pech gehabt.
Labskaus!

Ob Mailand oder Madrid -- Hauptsache Europa.
Benutzeravatar
frems
Beiträge: 44068
Registriert: Sa 4. Apr 2009, 13:43
Benutzertitel: Hochenergetisch
Wohnort: Hamburg, Europa

Re: Wie soll zunehmender Fahrradverkehr geregelt werden?

Beitragvon frems » Sa 1. Aug 2015, 15:23

Apropos Regelungen. Scheinbar dauert es recht lange, bis manch Änderung in den Köpfen der Menschen ankommt.

Vor zehn Jahren bat Eggestein erstmals das Bundesverkehrsministerium, diese seit 1998 geltende Vorschrift bekannter zu machen. Außerdem forderte er die Behörde auf, die Bevölkerung zu informieren, dass Radfahrer nach geltender Rechtsprechung mit 1,5 Meter Abstand überholt werden müssen und nicht mehr am äußersten rechten Fahrbahnrand, sondern wie alle anderen Fahrzeuge "möglichst weit rechts" zu fahren haben. Sie müssen also nicht über jeden Gullydeckel poltern und sich nicht selbst der Chance berauben, notfalls nach rechts ausweichen zu können. [...]

Und um sich im Straßenverkehr korrekt zu verhalten, müsse ja zumindest jeder wissen, wo sich ein Fahrzeug überhaupt befinden darf. Als Beleg für die Wissenslücke verwies Eggestein auf eine Studie im Auftrag der Unfallforschung der Versicherer (UDV) aus dem Jahr 2013, bei der 85 Prozent der 200 Teilnehmer – sowohl Rad- als auch Autofahrer – glaubten, ein Radweg müsse immer benutzt werden.

http://www.zeit.de/mobilitaet/2015-07/f ... n-kenntnis
Labskaus!

Ob Mailand oder Madrid -- Hauptsache Europa.
Benutzeravatar
frems
Beiträge: 44068
Registriert: Sa 4. Apr 2009, 13:43
Benutzertitel: Hochenergetisch
Wohnort: Hamburg, Europa

Re: Wie soll zunehmender Fahrradverkehr geregelt werden?

Beitragvon frems » Sa 7. Mai 2016, 18:56

Diese "Regelung" stößt nicht auf viel Gegenliebe... :?

Die Walddörferstraße, seine Walddörferstraße, an der er mit seinen vier Mitarbeitern seit 48 Jahren seinen Kartonhandel betreibt, soll – was werden? Eine Fahrradstraße?

Durch einen Anruf in der Hamburger Verkehrsbehörde erfuhr er von der Existenz eines "Fachamts Management des öffentlichen Raums", dort sei er dann zu sechs oder sieben unterschiedlichen Stellen weitergeleitet worden. "Die meisten haben gesagt, schreiben Sie mir mal eine E-Mail." Das war kurz vor Weihnachten.

Was macht ein Mann, der viel Erfahrungen mit Kartons, aber wenig mit Protest hat, in einer solchen Lage? Er wendet sich an eine Seniorenrunde aus Wirtschaftsberatern im Ruhestand. Er meldet sich bei der Handelskammer, die seien die Ersten gewesen, die ihm überhaupt zugehört hätten, sagt Kürsten. So beginnt ein Streit, der inzwischen der heißeste Konflikt der Hamburger Verkehrspolitik ist. [...]

Das Seltsame an diesem Konflikt ist, dass es unter Experten in den wesentlichen Punkten keine zwei Meinungen gibt. Das gilt für die "Fahrradstadt" insgesamt, aber auch für die Planung in der Walddörferstraße. Dass der Fahrradverband ADFC all das richtig findet, liegt auf der Hand. Dass die Kollegen vom ADAC diese Ansichten fast vollständig teilen, wird nur jemanden erstaunen, der sich mit Straßenverkehr nie beschäftigt hat. In der Verkehrsplanung gibt es nur eine Ingenieurswissenschaft, nur eine Sammlung von Richtlinien für die Gestaltung unterschiedlicher Straßen- und Kreuzungstypen und nur eine Verkehrsunfallforschung – worin also sollten sich die Ansichten von Fachleuten unterscheiden?

http://www.zeit.de/2016/18/radwege-fahr ... ek-hamburg
Labskaus!

Ob Mailand oder Madrid -- Hauptsache Europa.
Benutzeravatar
Teeernte
Beiträge: 14389
Registriert: Do 11. Sep 2014, 17:55

Re: Wie soll zunehmender Fahrradverkehr geregelt werden?

Beitragvon Teeernte » Sa 7. Mai 2016, 21:25

frems hat geschrieben:(01 Aug 2015, 16:23)

Apropos Regelungen. Scheinbar dauert es recht lange, bis manch Änderung in den Köpfen der Menschen ankommt.


http://www.zeit.de/mobilitaet/2015-07/f ... n-kenntnis


Am späten Mittwochabend erfasste ein Autofahrer auf der B1 stadteinwärts einen Fahrradfahrer. Für den 26-Jährigen kam jede Hilfe zu spät.

Das Leben eines Mannes (26) endete auf der Windschutzscheibe des Ford Focus. Am Mittwoch, um 21.40 Uhr, wollte er mit seinem Rad an einer grünen Ampel die Straße Alt-Friedrichsfelde (Lichtenberg) überqueren. Den herannahenden Ford Focus wird er kaum als Gefahr wahrgenommen haben. Denn das Auto hatte Rot!

Es ist bereits der zweite Radfahrer, der in diesem Jahr auf den Straßen der Hauptstadt getötet wurde.

Susanne M. (66) wurde am 26. Februar überfahren. Sie starb an ihrem Geburtstag. Gegen 12.35 Uhr fuhr sie auf der Onkel-Tom-Straße in Zehlendorf in Richtung Pasewaldtstraße. Auf Höhe der Hausnummer 5 musste sie an einem auf dem rechten Fahrbahnrand stehenden Krankenwagen vorbei. Als sie ausscherte, wurde sie von einem Lkw überrollt, der in der gleichen Richtung unterwegs war. Auch sie starb noch am Unfallort.


Lieber vorsichtig .... als recht haben und tot sein...??
Obs zu kalt, zu warm, zu trocken oder zu nass ist:.... Es immer der >>menschgemachte<< Klimawandel. :D
Wildermuth
Beiträge: 3239
Registriert: Mo 18. Apr 2016, 13:37

Re: Wie soll zunehmender Fahrradverkehr geregelt werden?

Beitragvon Wildermuth » Sa 7. Mai 2016, 21:32

frems hat geschrieben:(11 May 2015, 20:33)

So isses. Nicht nur Städte wie Kopenhagen und Amsterdam machen es vor, sondern auch New York, London und nun auch Paris:

http://www.zukunft-mobilitaet.net/11704 ... llanlagen/

Aber in Berlin, Hamburg, München, Köln, Frankfurt, Stuttgart, Düsseldorf usw. heißt's weiterhin: "Geht nicht, haben kein Geld, Platz ist nicht da". Pech gehabt.


Die entflechtung löst nicht alle probleme und ist auch nicht überall geeignet. Autobahnen auch nicht.

Es gibt auch ganz andere konzepte:
http://www.sueddeutsche.de/auto/stadt-o ... -1.1607052
Benutzeravatar
frems
Beiträge: 44068
Registriert: Sa 4. Apr 2009, 13:43
Benutzertitel: Hochenergetisch
Wohnort: Hamburg, Europa

Re: Wie soll zunehmender Fahrradverkehr geregelt werden?

Beitragvon frems » So 8. Mai 2016, 14:25

Wildermuth hat geschrieben:(07 May 2016, 22:32)

Die entflechtung löst nicht alle probleme und ist auch nicht überall geeignet. Autobahnen auch nicht.

Es gibt auch ganz andere konzepte:
http://www.sueddeutsche.de/auto/stadt-o ... -1.1607052

Ist ja auch vernünftig. Es hat in der Verkehrsplanung schon recht lange gedauert, um zu erkennen, dass eine Trennung nicht besser (Geschwindigkeit, Sicherheit, ...) ist. Aber bei den Bürgern ist da häufig noch etwas Überzeugungsarbeit zu leisten. :|
Labskaus!

Ob Mailand oder Madrid -- Hauptsache Europa.
Benutzeravatar
firlefanz11
Beiträge: 6301
Registriert: Mo 10. Sep 2012, 12:18

Re: Wie soll zunehmender Fahrradverkehr geregelt werden?

Beitragvon firlefanz11 » Mi 11. Mai 2016, 13:27

pikant hat geschrieben:(14 Apr 2015, 11:11)
gegen den zunehmenden Fahrradverkehr helfe nur neue Radwege :thumbup:

Damit se die AUCH nicht nutzen?
Gerade gestern wieder auf ner 2 km langen Strecke mit Radweg mehrere Radler gesehen, die der Meinung waren sie müssten auf der Straße statt aufm Radweg fahren weil sie ja sooo tolle schnelle Rennräder haben. Da wäre das ja unter ihrer Würde aufm Radweg zu fahren... Und dann am besten noch wüst darüber aufregen wenn die Autofahrer sich an der Ampel so stellen, dass sie sich nicht durchdrängeln-, und die Autos beim anfahren behindern können... :rolleyes:
"Wer hier ist, weil er Hilfe beansprucht, hat eine besondere moralische Verpflichtung, den Helfern nicht das Leben zu zerstören."
Benutzeravatar
Fadamo
Beiträge: 13343
Registriert: Di 7. Feb 2012, 18:19

Re: Wie soll zunehmender Fahrradverkehr geregelt werden?

Beitragvon Fadamo » Mi 11. Mai 2016, 13:30

jack000 hat geschrieben:(05 Dec 2014, 22:00)

Als es vor 100 Jahren nur wenige Autos in Deutschland in den Städten gab, gab es auch so gut wie keine Regularien wie sie heute bekannt sind (Führerschein, TÜV, Verkehrsregeln, Fahrverbote, etc...).
Aber deren Zahl erhöhte sich stetig und es endete in der "Autogerechten Stadt" die heute bereits lange Geschichte ist.

Nun aber geht es um Fahrradgerechte Städte und einer kontinuierlich steigenden Zahl von Fahrradfahrern, die derzeit quasi ohne wirklich sanktionierbare Regeln ihr Dasein häufig rücksichtslos ausleben.

Wie sich eine stark dominante aber wenig geregelte Fahrradzunft auswirkt, kann man in Kopenhagen beobachten:

http://www.stuttgarter-nachrichten.de/i ... 77acb.html

Generell gilt derzeit auch in Deutschland (um das Fahrradfahren attraktiver zu machen): Alles was Fahrrädern in dem Weg steht hat zu weichen oder wird weggeräumt.
Als Ergebnis wird das haben, dass ähnlich wie damals den Autofahrern (deren Belange inzwischen keinerlei Relevanz mehr haben) entsprechende Repressalien aufgedrückt wurden (Was ja auch generell nicht falsch ist).

Aber wie soll die Zukunft des Fahrradfahrwesens in Deutschland (zum Schutz von Fußgängern, Kindern und Behinderten) geregelt und gemaßregelt werden? Wie wird Kopenhagen seine Fahrradpolitik ändern müssen, damit die Missstände behoben werden?



Auch wieder eine Hetze gegen Minderheiten.
Die meisten Fahrradfahrer verhalten sich doch vorbildlich.
Politik ist wie eine Hure,die kann man nehmen wie man will
Wildermuth
Beiträge: 3239
Registriert: Mo 18. Apr 2016, 13:37

Re: Wie soll zunehmender Fahrradverkehr geregelt werden?

Beitragvon Wildermuth » Mi 11. Mai 2016, 13:39

firlefanz11 hat geschrieben:(11 May 2016, 14:27)

Damit se die AUCH nicht nutzen?
Gerade gestern wieder auf ner 2 km langen Strecke mit Radweg mehrere Radler gesehen, die der Meinung waren sie müssten auf der Straße statt aufm Radweg fahren weil sie ja sooo tolle schnelle Rennräder haben. Da wäre das ja unter ihrer Würde aufm Radweg zu fahren... Und dann am besten noch wüst darüber aufregen wenn die Autofahrer sich an der Ampel so stellen, dass sie sich nicht durchdrängeln-, und die Autos beim anfahren behindern können... :rolleyes:


Wenn du mit deinem rad schneller als 25 kmh fährst, bist du verpflichtet auf der strasse zu fahren und nicht auf dem radweg.

Hat also nichts mit unter ihrer würde zu tun sondern mit gesetzestreue.
Fazer
Beiträge: 3992
Registriert: Mi 21. Okt 2015, 09:40

Re: Wie soll zunehmender Fahrradverkehr geregelt werden?

Beitragvon Fazer » Mi 11. Mai 2016, 13:45

Wildermuth hat geschrieben:(11 May 2016, 14:39)

Wenn du mit deinem rad schneller als 25 kmh fährst, bist du verpflichtet auf der strasse zu fahren und nicht auf dem radweg.

Hat also nichts mit unter ihrer würde zu tun sondern mit gesetzestreue.


Du verbreitest Unsinn:

Immer wieder einmal wird der ADFC gefragt, ob es eine spezielle Regelung gibt, die es Benutzern von Rennrädern (oder allgemein besonders schnellen Radfahrern) erlaubt, trotz vorhandenem, benutzungspflichtigem Radweg die Fahrbahn zu benutzen.

Die Straßenverkehrsordnung (StVO) kennt jedoch keine Ausnahmeregelung von der Radwegebenutzungspflicht, die unmittelbar an bestimmte Fahrradtypen (wie z.B. Rennräder) oder an eine bestimmte Geschwindigkeit geknüpft ist. Insofern handelt es sich bei der Vermutung, dass Rennradbenutzer oder Mitglieder von Radsportvereinen pauschal von der Radwegbenutzungspflicht befreit sind, lediglich um eine (allerdings scheinbar weit verbreitete) Großstadtlegende, die aber nicht von der StVO gedeckt ist.

http://www.adfc.de/verkehr--recht/recht ... ngspflicht



Ausnahmen gibt es auf Basis anderer Regelungen:

1) Die Benutzungspflicht ist seit der Novelle der Straßenverkehrsordnung von 1998 nur noch dann gegeben, wenn der Radweg durch ein blaues Schild (Zeichen 237, 240, 241) gekennzeichnet ist. Wo dies fehlt, darf auch bei vorhandenem Radweg die Fahrbahn benutzt werden (sogenannte "andere Radwege" mit freiwilliger Benutzung gem. § 2, Abs. 4, Satz 3 StVO).

...

3) Wenn ein als benutzungspflichtig ausgeschilderter Radweg objektiv unbenutzbar ist, muss man ihn nicht befahren. Dies kann z.B. der Fall sein, wenn er vereist, von Pflanzen überwuchert oder von falsch geparkten Autos blockiert ist. Auch wenn der Radweg nicht erreichbar ist (Beispiel: Liegedreirad oder Fahrradanhänger passt nicht durch eine vor dem Radweg angebrachte Umlaufsperre hindurch) muss er nicht benutzt werden. In solchen Fällen darf man auf die Fahrbahn (nicht aber auf den Fußweg!) ausweichen. Das Kriterium der Unbenutzbarkeit wird zwar im Einzelfall unterschiedlich eng zu fassen sein (bei einem MTB beispielsweise anders als bei einem Rennrad); allein die Tatsache aber, dass man sein Rennrad nicht voll ausfahren kann, wird in der Regel nicht als Grund zum Ausweichen auf die Fahrbahn anerkannt. Man ist aber auch nicht verpflichtet, sofort nach einem Hindernis wieder auf den Radweg zu wechseln, sondern man darf auf der Fahrbahn weiterfahren, bis ein gefahrloses Wechseln auf den Radweg (Bordsteinabsenkung, Einmündung) möglich ist.




Die Arroganz von Firlefanz ist allerdings nichts neues. Viele Autofahrer meinen, sie hätten mehr Recht im Strassenverkehr, weil sie ja ein teures Auto fahren. In Düsseldorf sind die Radwege teilweise dermassen absurd gelegt, mit einem rauf und runter und eingebauten Schlenkern, dass man bei einem Tempo von 25kmH da kaum sicher vorwärts kommt. Also bleibt nur die Nutzung der Strasse. Da sollte man sich dann allerdings auch so breit machen, dass man (wenn es zwei Spuren gibt) die ganze rechte Spur in Anspruch nimmt. Denn ansonsten wird man mit 30cm Abstand überholt, dass man fast vom Rad fällt.
Freiheit bedeutet Verantwortung; das ist der Grund, weshalb sich die meisten vor ihr fürchten. (George Bernard Shaw)
Benutzeravatar
frems
Beiträge: 44068
Registriert: Sa 4. Apr 2009, 13:43
Benutzertitel: Hochenergetisch
Wohnort: Hamburg, Europa

Re: Wie soll zunehmender Fahrradverkehr geregelt werden?

Beitragvon frems » Mi 20. Jul 2016, 17:37

Es ist nur ein Gedankenexperiment, aber ein aufschlussreiches. Wie sähe eine Stadt aus, würden ihre Verkehrsplaner nicht dem Auto die erste Priorität einräumen – sondern dem Fahrrad? Eine schöne Vorstellung: Es gäbe nicht mehr so viel Stau. Die Luft wäre klarer. Der Lärm geringer. Balkone an Hauptverkehrsstraßen wären wieder nutzbar, die Wohnungen dort gewönnen an Wert, womöglich gäbe es mehr Grün und mehr Platz, sich draußen aufzuhalten. Es wäre schöner als heute, in der Innenstadt zu leben.

http://www.zeit.de/mobilitaet/2016-07/h ... adtplanung

Höhö.

Das Seltsame an diesem Konflikt ist, dass es unter Experten in den wesentlichen Punkten keine zwei Meinungen gibt. Das gilt für die "Fahrradstadt" insgesamt, aber auch für die Planung in der Walddörferstraße. Dass der Fahrradverband ADFC all das richtig findet, liegt auf der Hand. Dass die Kollegen vom ADAC diese Ansichten fast vollständig teilen, wird nur jemanden erstaunen, der sich mit Straßenverkehr nie beschäftigt hat. In der Verkehrsplanung gibt es nur eine Ingenieurswissenschaft, nur eine Sammlung von Richtlinien für die Gestaltung unterschiedlicher Straßen- und Kreuzungstypen und nur eine Verkehrsunfallforschung – worin also sollten sich die Ansichten von Fachleuten unterscheiden?

http://www.zeit.de/2016/18/radwege-fahr ... ek-hamburg
Labskaus!

Ob Mailand oder Madrid -- Hauptsache Europa.
Benutzeravatar
jack000
Moderator
Beiträge: 27831
Registriert: So 1. Jun 2008, 17:21
Wohnort: Stuttgart

Re: Wie soll zunehmender Fahrradverkehr geregelt werden?

Beitragvon jack000 » Mi 20. Jul 2016, 17:56

Wie sähe eine Stadt aus, würden ihre Verkehrsplaner nicht dem Auto die erste Priorität einräumen – sondern dem Fahrrad?

In welcher Stadt wurde in den letzten 30 Jahren dem Auto die erste Priorität eingeräumt? Es hat nichts anderes mehr stattgefunden als:
- Ausbau von Fahrradwegen
- Ausbau vom ÖPNV
- Rückbau von Strassen
- Abbau von Parkplätzen
=> Die "Autogerechte Stadt" ist schon lange Geschichte ...

Eine schöne Vorstellung: Es gäbe nicht mehr so viel Stau. Die Luft wäre klarer. Der Lärm geringer. Balkone an Hauptverkehrsstraßen wären wieder nutzbar, die Wohnungen dort gewönnen an Wert, womöglich gäbe es mehr Grün und mehr Platz, sich draußen aufzuhalten. Es wäre schöner als heute, in der Innenstadt zu leben.

Da wird davon ausgegangen das automatisch der Fahrzeugbestand sowie die Bereitschaft das Auto zu fahren sinkt, sowie die Autos durch Fahrräder ersetzt werden. Das ist aber aller Erfahrung nach nicht der Fall.
Ergebnis: Mehr Stau, mehr Luftverschmutzung, etc...

Das heutige Auto wird nicht durch 2-Räder ersetzt werden, sondern durch andere Autos:
- kleiner (Vor allem schmaler)
- leiser (Wie Elektroautos fast nicht mehr hörbar)
- ohne direkte Abgase
Es wird sogar nicht mehr im PF geleugnet: "Ja die Gewalt gegen Frauen hat bedingt durch Zuwanderung zugenommen, und jetzt?"
HugoBettauer

Re: Wie soll zunehmender Fahrradverkehr geregelt werden?

Beitragvon HugoBettauer » Mi 20. Jul 2016, 18:00

firlefanz11 hat geschrieben:(11 May 2016, 14:27)

Damit se die AUCH nicht nutzen?
Gerade gestern wieder auf ner 2 km langen Strecke mit Radweg mehrere Radler gesehen, die der Meinung waren sie müssten auf der Straße statt aufm Radweg fahren weil sie ja sooo tolle schnelle Rennräder haben. Da wäre das ja unter ihrer Würde aufm Radweg zu fahren... Und dann am besten noch wüst darüber aufregen wenn die Autofahrer sich an der Ampel so stellen, dass sie sich nicht durchdrängeln-, und die Autos beim anfahren behindern können... :rolleyes:

Einfach mal das Vehikel im Leerlauf etwas vor oder zurück rollen lassen. Da hört das Gedrängel schnell auf.
Benutzeravatar
Teeernte
Beiträge: 14389
Registriert: Do 11. Sep 2014, 17:55

Re: Wie soll zunehmender Fahrradverkehr geregelt werden?

Beitragvon Teeernte » Mi 20. Jul 2016, 18:30

jack000 hat geschrieben:(20 Jul 2016, 18:56)

In welcher Stadt wurde in den letzten 30 Jahren dem Auto die erste Priorität eingeräumt?


....man hat den "Ruhenden" Verkehr erlaubt....

Parken auf ALLGEMEIN-Kosten und fehlendem Verkehrsraum.

Soziale Träumereien - haben 50% des Verkehrsraums als "PARKPLATZ" E N T WERTET.
Obs zu kalt, zu warm, zu trocken oder zu nass ist:.... Es immer der >>menschgemachte<< Klimawandel. :D
Benutzeravatar
frems
Beiträge: 44068
Registriert: Sa 4. Apr 2009, 13:43
Benutzertitel: Hochenergetisch
Wohnort: Hamburg, Europa

Re: Wie soll zunehmender Fahrradverkehr geregelt werden?

Beitragvon frems » Do 21. Jul 2016, 19:24

jack000 hat geschrieben:(20 Jul 2016, 18:56)

In welcher Stadt wurde in den letzten 30 Jahren dem Auto die erste Priorität eingeräumt? Es hat nichts anderes mehr stattgefunden als:
- Ausbau von Fahrradwegen
- Ausbau vom ÖPNV
- Rückbau von Strassen
- Abbau von Parkplätzen
=> Die "Autogerechte Stadt" ist schon lange Geschichte ...

Jein. Ich halte die Aussage der Journalistin auch für dämlich. Ginge es nach Verkehrsplanern, würde man nicht das meiste Geld für den MIV ausgeben. Aber die Politiker tun es halt heute noch und die autogerechte Stadt existiert noch, auch wenn sie nicht mehr im großen Maßstab ausgebaut wird. Beim ÖPNV und Radverkehr tat sich aber auch nicht viel. Kannst ja mal schauen, wie viele Kilometer U-Bahn in Städten wie München, Hamburg oder Berlin in den letzten zwei, drei Jahrzehnten gebaut wurden.

Da wird davon ausgegangen das automatisch der Fahrzeugbestand sowie die Bereitschaft das Auto zu fahren sinkt, sowie die Autos durch Fahrräder ersetzt werden. Das ist aber aller Erfahrung nach nicht der Fall.
Ergebnis: Mehr Stau, mehr Luftverschmutzung, etc...

Das heutige Auto wird nicht durch 2-Räder ersetzt werden, sondern durch andere Autos:
- kleiner (Vor allem schmaler)
- leiser (Wie Elektroautos fast nicht mehr hörbar)
- ohne direkte Abgase

Die Leistung und Größe gekaufter Neuwagen nimmt stetig zu.
Labskaus!

Ob Mailand oder Madrid -- Hauptsache Europa.
Benutzeravatar
H2O
Moderator
Beiträge: 21277
Registriert: So 13. Sep 2015, 12:49

Re: Wie soll zunehmender Fahrradverkehr geregelt werden?

Beitragvon H2O » Do 21. Jul 2016, 20:38

frems hat geschrieben:(21 Jul 2016, 20:24)
...
Die Leistung und Größe gekaufter Neuwagen nimmt stetig zu.


Einfacher und klarer läßt sich der offenkundige Wahnsinn der Verbraucher gar nicht darstellen.
Benutzeravatar
frems
Beiträge: 44068
Registriert: Sa 4. Apr 2009, 13:43
Benutzertitel: Hochenergetisch
Wohnort: Hamburg, Europa

Re: Wie soll zunehmender Fahrradverkehr geregelt werden?

Beitragvon frems » Do 21. Jul 2016, 20:52

H2O hat geschrieben:(21 Jul 2016, 21:38)

Einfacher und klarer läßt sich der offenkundige Wahnsinn der Verbraucher gar nicht darstellen.

In Anbetracht der Urbanisierung ist das in der Tat ziemlich kurios.

Die Motorleistungen der Neuwagen in Deutschland sind auf ein neues Rekordhoch gestiegen. Durchschnittlich hatte ein zwischen Januar und November 2014 verkaufter Neuwagen rund 140 PS unter der Haube, wie aus einer am Montag veröffentlichten Untersuchung des Duisburger Wissenschaftlers Ferdinand Dudenhöffer hervorgeht. 1995 habe die durchschnittliche Motorleistung noch bei 95 PS gelegen.

Ein wesentlicher Grund für die steigenden PS-Zahlen sei der Trend zu sportlichen, stark motorisierten Geländewagen, sogenannten SUV, erklärte Dudenhöffer. Rund 18 Prozent aller 2014 in Deutschland verkauften Neuwagen falle in diese Kategorie. 2006 habe der Anteil an SUV-Fahrzeugen unter Neuwagen noch bei 6,5 Prozent gelegen.

http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/u ... 53832.html
Labskaus!

Ob Mailand oder Madrid -- Hauptsache Europa.
Benutzeravatar
H2O
Moderator
Beiträge: 21277
Registriert: So 13. Sep 2015, 12:49

Re: Wie soll zunehmender Fahrradverkehr geregelt werden?

Beitragvon H2O » Do 21. Jul 2016, 21:03

frems hat geschrieben:(21 Jul 2016, 21:52)

In Anbetracht der Urbanisierung ist das in der Tat ziemlich kurios.


http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/u ... 53832.html


Das Kaufverhalten riecht nach harten Männern und Lagerfeuer in der wilden Natur. Irre!
Benutzeravatar
frems
Beiträge: 44068
Registriert: Sa 4. Apr 2009, 13:43
Benutzertitel: Hochenergetisch
Wohnort: Hamburg, Europa

Re: Wie soll zunehmender Fahrradverkehr geregelt werden?

Beitragvon frems » Do 21. Jul 2016, 21:07

H2O hat geschrieben:(21 Jul 2016, 22:03)

Das Kaufverhalten riecht nach harten Männern und Lagerfeuer in der wilden Natur. Irre!

Eher nach Tiefgarage in Mitte. :|
Labskaus!

Ob Mailand oder Madrid -- Hauptsache Europa.
Benutzeravatar
H2O
Moderator
Beiträge: 21277
Registriert: So 13. Sep 2015, 12:49

Re: Wie soll zunehmender Fahrradverkehr geregelt werden?

Beitragvon H2O » Do 21. Jul 2016, 21:13

frems hat geschrieben:(21 Jul 2016, 22:07)

Eher nach Tiefgarage in Mitte. :|


Mir fehlt der gedankliche Zugriff auf diese Anmerkung. Sind in Berlin-Mitte Bundespolitiker mitsamt privatem Fuhrpark angesprochen? Gepanzerte Fahrzeuge? Aber doch nicht 18% der Neuzulassungen... :s

Zurück zu „41. Verkehrswesen - Fahrzeuge - Logistik“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 3 Gäste