Güterverkehr steigt um 38 %

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Gerd S.
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Güterverkehr steigt um 38 %

Beitragvon Gerd S. » Di 11. Nov 2014, 12:39

Die Belastung für Deutschlands Straßen, Schienen und Wasserwegen steigt weiter: Das Verkehrsministerium prognostiziert bis 2030 einen Anstieg des Güterverkehrs um 38 Prozent. Das größte Plus verzeichnet dabei die Bahn.

Das ist die Schlagzeile eines ARD-Berichtes. Was leider aus diesem Bericht kaum hervorgeht, ist die untragbare Situation auf deutschen Autobahnen. Wir wundern uns über diese vielen Baustellen? Warum? Wenn die deutsche Wirtschaft ihre Lager auf die Straßen verlagert und jede Ware mit Lastzügen oder Transportern verteilt und geliefert wird, dann steigt die Belastung des Bauwerks Straße um ein Vielfaches. Die Länge eines Lastzuges beträgt ca. 19 Meter, sein Gewicht beträgt bis zu 40 Tonnen. Ein PKW wiegt etwa 2 Tonnen und ist 5 Meter lang. Logisch, das bei zunehmendem LKW-Verkehr auf den Autobahnen die Beanspruchung des Bauwerks "Straße" mit all seinen Brücken enorm zugenommen hat und weiter zunehmen wird. Natürlich wird auch der Straßenverkehr und seine Auswirkungen (Stau, Abgase, Lärm, Platzverbrauch, Kosten für den Steuerzahler) zunehmen. Noch mehr Pendler werden im Stau stehen und wertvolle Zeit vertrödeln. Schon jetzt gehört die rechte Spur den Brummis. Wir sollten uns jetzt langsam entscheiden: Bauen wir die Bahn vernünftig aus und verlagern den Güterverkehr weitestgehend auf die Schiene (die für schwere Laste ausgelegt ist, siehe Schweiz) oder überlassen wir die deutschen Autobahnen dem Güterverkehr mit all seinen Folgen. Sollte jemand jetzt auf die vielen Arbeitsplätze des Güterverkehrs hinweisen wollen, möge er bitte zuerst auf die Nummernschilder der LKW´s und Transporter auf deutschen Autobahnen achten und mit den LKW-Fahrern reden, die einen deutschen LKW fahren. Sie sind in der Regel unterbezahlte Leiharbeitskräfte aus dem benachbarten, östlichen Staaten.
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Re: Güterverkehr steigt um 38 %

Beitragvon pikant » Di 11. Nov 2014, 12:43

Gerd S. » Di 11. Nov 2014, 12:39 hat geschrieben:Die Belastung für Deutschlands Straßen, Schienen und Wasserwegen steigt weiter: Das Verkehrsministerium prognostiziert bis 2030 einen Anstieg des Güterverkehrs um 38 Prozent. Das größte Plus verzeichnet dabei die Bahn.

Das ist die Schlagzeile eines ARD-Berichtes. Was leider aus diesem Bericht kaum hervorgeht, ist die untragbare Situation auf deutschen Autobahnen. Wir wundern uns über diese vielen Baustellen? Warum? Wenn die deutsche Wirtschaft ihre Lager auf die Straßen verlagert und jede Ware mit Lastzügen oder Transportern verteilt und geliefert wird, dann steigt die Belastung des Bauwerks Straße um ein Vielfaches. Die Länge eines Lastzuges beträgt ca. 19 Meter, sein Gewicht beträgt bis zu 40 Tonnen. Ein PKW wiegt etwa 2 Tonnen und ist 5 Meter lang. Logisch, das bei zunehmendem LKW-Verkehr auf den Autobahnen die Beanspruchung des Bauwerks "Straße" mit all seinen Brücken enorm zugenommen hat und weiter zunehmen wird. Natürlich wird auch der Straßenverkehr und seine Auswirkungen (Stau, Abgase, Lärm, Platzverbrauch, Kosten für den Steuerzahler) zunehmen. Noch mehr Pendler werden im Stau stehen und wertvolle Zeit vertrödeln. Schon jetzt gehört die rechte Spur den Brummis. Wir sollten uns jetzt langsam entscheiden: Bauen wir die Bahn vernünftig aus und verlagern den Güterverkehr weitestgehend auf die Schiene (die für schwere Laste ausgelegt ist, siehe Schweiz) oder überlassen wir die deutschen Autobahnen dem Güterverkehr mit all seinen Folgen. Sollte jemand jetzt auf die vielen Arbeitsplätze des Güterverkehrs hinweisen wollen, möge er bitte zuerst auf die Nummernschilder der LKW´s und Transporter auf deutschen Autobahnen achten und mit den LKW-Fahrern reden, die einen deutschen LKW fahren. Sie sind in der Regel unterbezahlte Leiharbeitskräfte aus dem benachbarten, östlichen Staaten.


die Alternative kann doch nur sein, den Gueterverkehr auf die Bahn oder das Wasser bestmoeglich zu verlagern.
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Re: Güterverkehr steigt um 38 %

Beitragvon Teeernte » Di 11. Nov 2014, 12:51

Gerd S. » Di 11. Nov 2014, 13:39 hat geschrieben:Die Belastung für Deutschlands Straßen, Schienen und Wasserwegen steigt weiter: Das Verkehrsministerium prognostiziert bis 2030 einen Anstieg des Güterverkehrs um 38 Prozent. Das größte Plus verzeichnet dabei die Bahn.

Das ist die Schlagzeile eines ARD-Berichtes. Was leider aus diesem Bericht kaum hervorgeht, ist die untragbare Situation auf deutschen Autobahnen. Wir wundern uns über diese vielen Baustellen? Warum? Wenn die deutsche Wirtschaft ihre Lager auf die Straßen verlagert und jede Ware mit Lastzügen oder Transportern verteilt und geliefert wird, dann steigt die Belastung des Bauwerks Straße um ein Vielfaches. Die Länge eines Lastzuges beträgt ca. 19 Meter, sein Gewicht beträgt bis zu 40 Tonnen. Ein PKW wiegt etwa 2 Tonnen und ist 5 Meter lang. Logisch, das bei zunehmendem LKW-Verkehr auf den Autobahnen die Beanspruchung des Bauwerks "Straße" mit all seinen Brücken enorm zugenommen hat und weiter zunehmen wird. Natürlich wird auch der Straßenverkehr und seine Auswirkungen (Stau, Abgase, Lärm, Platzverbrauch, Kosten für den Steuerzahler) zunehmen. Noch mehr Pendler werden im Stau stehen und wertvolle Zeit vertrödeln. Schon jetzt gehört die rechte Spur den Brummis. Wir sollten uns jetzt langsam entscheiden: Bauen wir die Bahn vernünftig aus und verlagern den Güterverkehr weitestgehend auf die Schiene (die für schwere Laste ausgelegt ist, siehe Schweiz) oder überlassen wir die deutschen Autobahnen dem Güterverkehr mit all seinen Folgen. Sollte jemand jetzt auf die vielen Arbeitsplätze des Güterverkehrs hinweisen wollen, möge er bitte zuerst auf die Nummernschilder der LKW´s und Transporter auf deutschen Autobahnen achten und mit den LKW-Fahrern reden, die einen deutschen LKW fahren. Sie sind in der Regel unterbezahlte Leiharbeitskräfte aus dem benachbarten, östlichen Staaten.


Entweder Gütertransport ODER ICE..... Was meinst Du wie viel Güterzüge statt einem ICE fahren könnten....

(Auf der Autobahn wird auch nicht für einen Sportwagen die Autobahn KOMPLETT geräumt....)

Solange BLOCKABSTAND "gefahren" wird - (von Signal zu Signal - ein Zug) ...die URALT-Technik mehr Strecke nicht hergibt - die Strassen Fernverkehrsstrassen sich mit der Bahn mit Schranke kreuzen - ist es "TECHNIK" von 1800 .... egal ob der Schrankenwärter oder der Rechner die Schranke runter LEIERT.
Obs zu kalt, zu warm, zu trocken oder zu nass ist:.... Es immer der >>menschgemachte<< Klimawandel. :D
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Re: Güterverkehr steigt um 38 %

Beitragvon Quatschki » Di 11. Nov 2014, 12:53

Die langfristigen Prognosen zu Verkehrsentwicklungen haben sich in der Vergangenheit fast nie bestätigt.
Da erzielt man mit Kaffeesatzleserei eine höhere Trefferquote!
Trotzdem bilden sie immer wieder die Grundlage für gigantische Fehlinvestitionen!

Und die vielen Baustellen? Die gäbe es nicht, wenn hintereinander weg und in Schichten gearbeitet würde!
Um aber die unmittelbaren Kosten niedrig zu halten, werden die Bauvorhaben in die Länge gezogen,
dass dabei viel höhere externe Kosten durch die Staus entstehen, interessiert nicht, denn das zahlt die Allgemeinheit.
Was menschlicher Wahn erschuf, kann durch menschliche Einsicht überwunden werden.
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Re: Güterverkehr steigt um 38 %

Beitragvon Teeernte » Di 11. Nov 2014, 12:57

pikant » Di 11. Nov 2014, 13:43 hat geschrieben:die Alternative kann doch nur sein, den Gueterverkehr auf die Bahn oder das Wasser bestmoeglich zu verlagern.


....deshalb fährt die Bahn auch DIREKT durch die Städte.....mit den Gütern......

Stell Dir einfach die Schranken DAUERND geschlossen (bei den Hauptstrecken) vor. Zugfolge 2,5 Minuten....

Die (Entlastungs-) Güterzugstrecken im Osten - und die Terminals ......sind grösstenteils abgebaut worden.
Obs zu kalt, zu warm, zu trocken oder zu nass ist:.... Es immer der >>menschgemachte<< Klimawandel. :D
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Re: Güterverkehr steigt um 38 %

Beitragvon Gerd S. » Di 11. Nov 2014, 13:04

Nun ja, ich benötige auch keine Prognose mehr. Es ist jetzt schon zu viel LKW-Transport unterwegs. Aber auf die Bahn verlagern? Dafür muss die Bahn erst einmal auf den technisch neuesten Stand gebracht werden. Anstatt überall Gleise stillzulegen, müssen die Zugangsmöglichkeiten für die Güter auf die Schienen erweitert und vereinfacht werden. Die Bahn ist nicht mal ansatzweise in der Lage, schnell und flexibel Güter zu bewegen und zu verteilen. Mittlerweile ist die deutsche Bahn einer der größten LKW-Spediteure, weil sie anders mit dem jetzigen Güteraufkommen nicht klar kommt. Ein völlig anderes Transportkonzept des Schienentransportes muss her. Es wird heute noch genau so verladen wie vor 150 Jahren. Aber wir fliegen lieber erst mal zum Mars!! :mad:
Und was die Bauausführung der Autobahnbaustellen betrifft gebe ich Quatschki absolut Recht: Wenn die Lebensadern Deutschlands aus ´Wirtschaftlichkeitsgründen für Bauunternehmer´ mit überlangen Baustellen blockiert werden (Stichwort "einmalige Baustelleneinrichtung") braucht sich niemand über riesige Staus zu wundern.

Ach ja!!Jetzt kommen auch Gott sei Dank die Fernbusse dazu. Ich wette, die Anmeldungen bei Fluglehrern gehen immer Zahlreicher ein. :thumbup:
Zuletzt geändert von Gerd S. am Di 11. Nov 2014, 13:26, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Güterverkehr steigt um 38 %

Beitragvon Alexyessin » Di 11. Nov 2014, 13:42

Gerd S. » Di 11. Nov 2014, 13:04 hat geschrieben:Nun ja, ich benötige auch keine Prognose mehr. Es ist jetzt schon zu viel LKW-Transport unterwegs. Aber auf die Bahn verlagern? Dafür muss die Bahn erst einmal auf den technisch neuesten Stand gebracht werden. Anstatt überall Gleise stillzulegen, müssen die Zugangsmöglichkeiten für die Güter auf die Schienen erweitert und vereinfacht werden. Die Bahn ist nicht mal ansatzweise in der Lage, schnell und flexibel Güter zu bewegen und zu verteilen. Mittlerweile ist die deutsche Bahn einer der größten LKW-Spediteure, weil sie anders mit dem jetzigen Güteraufkommen nicht klar kommt. Ein völlig anderes Transportkonzept des Schienentransportes muss her. Es wird heute noch genau so verladen wie vor 150 Jahren. Aber wir fliegen lieber erst mal zum Mars!! :mad:
Und was die Bauausführung der Autobahnbaustellen betrifft gebe ich Quatschki absolut Recht: Wenn die Lebensadern Deutschlands aus ´Wirtschaftlichkeitsgründen für Bauunternehmer´ mit überlangen Baustellen blockiert werden (Stichwort "einmalige Baustelleneinrichtung") braucht sich niemand über riesige Staus zu wundern.

Ach ja!!Jetzt kommen auch Gott sei Dank die Fernbusse dazu. Ich wette, die Anmeldungen bei Fluglehrern gehen immer Zahlreicher ein. :thumbup:


Es ist immer erst mal die gute alte Sache von Angebot und Nachfrage. Der Kunde wünscht Bertechsgaden Flensburg Express Zustellung 10:00 Uhr Nextday. Kein Problem - aber halt nur per LKW oder mit dem Flugzeug, nur das es mit dem LKW wesentlich billiger ist.
Wie also willst du da mehr Verkehr auf die Schiene bringen?
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Re: Güterverkehr steigt um 38 %

Beitragvon Gerd S. » Di 11. Nov 2014, 14:23

Natürlich kann man dieses Problem nicht mal eben schnell lösen. Es bedarf schon einiger Ideen und einige Mittel sowie Zeit zu einem flexiblen, schnellen Schienenkonzept zu kommen. Mir fehlt schon in der Politik der Wille dazu. Man kann über vieles nachdenken und bevor ich "Das ist doch Blödsinn!!" sage, denke ich lieber erst mal drüber nach. Ohne den Willen etwas verändern zu wollen geschieht schon mal nichts. Für mich persönlich gibt es hier dringenden Handlungsbedarf, denn wir stehen kurz vor dem Verkehrskollaps (und das sage nicht nur ich). Es gab schon in der Vergangenheit Menschen, die zumindest Ideen hatten und diese umsetzten. Warum sie sich nicht durchsetzen konnten, liegt auf der Hand: In der Vergangenheit kostete Kraftstoff wenig, Platz war reichlich da und der Einzelhandel war vor Ort. Heute ist eben alles anders (Internethandel) und es muss viel mehr transportiert werden. Folglich muss auch über ein anderes Konzept der Warenverteilung nachgedacht werden.
Das es Möglichkeiten gibt, zeigt der kopierte Artikel eines Berichtes VON der DB:

------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Presseinformation

Neue Rangiertechnik bei Firma Dow in Stade im Einsatz

Zweiwegefahrzeug ermöglicht effektives Rangieren auf Schiene und Straße

(Hamburg, 16. Juni 2014) DB Schenker Rail AG setzt auf moderne Zweiwegetechnik im Rangierdienst bei der Firma Dow in Stade. Das neue Fahrzeug, das sowohl auf Gleisen als auch auf der Straße fahren kann, wurde heute auf dem Gelände der Firma Dow in Stade vorgestellt. Das neue Fahrzeug der Fa. Uthemann ersetzt zukünftig die bisherige Diesel-Rangierlok der Baureihe 363.

Durch die gleichzeitige Möglichkeit auch auf der Straße zu fahren, können Wege abgekürzt werden. Im Gleisbereich senken sich vier Spurräder aus Stahl ab und verwandeln die 24 Tonnen schwere und 7,5 Meter lange Zugmaschine in ein Schienenfahrzeug. Ein 240 PS starker Dieselmotor treibt die vier großen gummibereiften Straßenräder an und sorgt so für die nötige Zugkraft. Per Knopfdruck lässt sich die Maschine mittels automatischer Rangierkupplung fest mit den Güterwagen verbinden.

Hohe Zugkraft, geringerer Kraftstoffverbrauch sowie hohe Wartungs-freundlichkeit durch Großserien-LKW-Technik zeichnen das Fahrzeug aus.

Diese Argumente führten bei DB Schenker Rail AG zu der Entscheidung, das Fahrzeug der Baureihe „RR 2444“ für den Werksrangierdienst zu beschaffen.

Herausgeber: DB Mobility Logistics AG
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Verantwortlich für den Inhalt:
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Re: Güterverkehr steigt um 38 %

Beitragvon Alexyessin » Di 11. Nov 2014, 14:31

Gerd S. » Di 11. Nov 2014, 14:23 hat geschrieben:Natürlich kann man dieses Problem nicht mal eben schnell lösen. Es bedarf schon einiger Ideen und einige Mittel sowie Zeit zu einem flexiblen, schnellen Schienenkonzept zu kommen. Mir fehlt schon in der Politik der Wille dazu. Man kann über vieles nachdenken und bevor ich "Das ist doch Blödsinn!!" sage, denke ich lieber erst mal drüber nach. Ohne den Willen etwas verändern zu wollen geschieht schon mal nichts. Für mich persönlich gibt es hier dringenden Handlungsbedarf, denn wir stehen kurz vor dem Verkehrskollaps (und das sage nicht nur ich). Es gab schon in der Vergangenheit Menschen, die zumindest Ideen hatten und diese umsetzten. Warum sie sich nicht durchsetzen konnten, liegt auf der Hand: In der Vergangenheit kostete Kraftstoff wenig, Platz war reichlich da und der Einzelhandel war vor Ort. Heute ist eben alles anders (Internethandel) und es muss viel mehr transportiert werden. Folglich muss auch über ein anderes Konzept der Warenverteilung nachgedacht werden.


Es war eher politisch nicht durchsetzbar / bzw. gewillt. So gab es ja in den Neunzigern die Idee der Bahntrans, als Kombination zwischen Schiene und LKW ( ab 200 km ). Aber ohne die richtigen Frachtzentren und die jeweiligen Trassen war es halt schlichtweg eine große Nullnummer. Denn rein von der Rentabilität her ist ein Verteilersystem über die Schiene durchaus realisierbar.
Für 14 Lademeter war der Preis München - Hannover ca. bei 1400 .- DM ( ist sogar heute billiger ) und für den Transport auf der Schiene im Hauptlauf war man circa bei 700.- DM ( + 100.- DM pro An und Abfahrt ).
Aber wie schon geschrieben, das war nicht gewollt bzw. logistisch teilweise nicht machbar. Da spielten zu viele Entscheidungsträger mit:

DB/ Thyssen Haniel / Eisenbahnbundesamt / Kommunalregierungen / Landesregierungen usw.
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Re: Güterverkehr steigt um 38 %

Beitragvon Gerd S. » Di 11. Nov 2014, 15:10

Und genau da ist mein Problem! Es war nicht gewollt!! Jedem ist klar, das man damit nicht sofort den schnellen Euro verdient. Und damit ist es zum scheitern verurteilt. Bloß nicht an die Zukunft denken wenn man JETZT Geld verdienen kann. Es mag polemisch klingen aber es bestätigt sich immer wieder: Langfristig wird heute nichts mehr entschieden. Was ein Irrsinn!
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Re: Güterverkehr steigt um 38 %

Beitragvon Alexyessin » Di 11. Nov 2014, 15:40

Gerd S. » Di 11. Nov 2014, 15:10 hat geschrieben:Und genau da ist mein Problem! Es war nicht gewollt!! Jedem ist klar, das man damit nicht sofort den schnellen Euro verdient. Und damit ist es zum scheitern verurteilt. Bloß nicht an die Zukunft denken wenn man JETZT Geld verdienen kann. Es mag polemisch klingen aber es bestätigt sich immer wieder: Langfristig wird heute nichts mehr entschieden. Was ein Irrsinn!


Erzähle das den Nachfragern. Seit Jahren wird schon immer auf die LKW-Branche ge"hetzt", aber wer beschwert sich denn, wenn alles teurer wird? Richtig, die Verbraucher sowohl in Industrie wie jeder einzelne am Frühstückstisch. Alles muss möglichst schnell und möglichst günstig verfügbar sein.
Das möchte ich sehen, das es heißt, egal, dann gibt's halt mal kein Nutella aufs Brot oder keinen frischen Kalamrie beim Griechen. Das werden die Menschen ganz toll finden.
Oder ein Auto kostet neu nicht mehr 15T sondern 18T.
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Re: Güterverkehr steigt um 38 %

Beitragvon Helmuth_123 » Di 11. Nov 2014, 22:08

Alexyessin » Di 11. Nov 2014, 15:40 hat geschrieben:
Erzähle das den Nachfragern. Seit Jahren wird schon immer auf die LKW-Branche ge"hetzt", aber wer beschwert sich denn, wenn alles teurer wird? Richtig, die Verbraucher sowohl in Industrie wie jeder einzelne am Frühstückstisch. Alles muss möglichst schnell und möglichst günstig verfügbar sein.
Das möchte ich sehen, das es heißt, egal, dann gibt's halt mal kein Nutella aufs Brot oder keinen frischen Kalamrie beim Griechen. Das werden die Menschen ganz toll finden.
Oder ein Auto kostet neu nicht mehr 15T sondern 18T.


Aber zu sagen der Kunde/Verbraucher will es nicht anders und dann die Hände in den Schoß zu legen und nichts zu machen kann ja auch nicht die Lösung sein. Ich finde schon, es sollte verkehrspolitisches Ziel in Deutschland sein, möglichst einen großen Teil des Gütertransports über Schiene und Binnenschifffahrt abzuwickeln. Das wird der Markt aber nicht alleine reglen, in dem Fall braucht es staatliche Eingriffe. (Investitionen in Schiene und Kanäle, Investitionen in Güterbahnhöfe und Binnehäfen)
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Re: Güterverkehr steigt um 38 %

Beitragvon frems » Di 11. Nov 2014, 23:16

Teeernte » Di 11. Nov 2014, 12:51 hat geschrieben:
Entweder Gütertransport ODER ICE..... Was meinst Du wie viel Güterzüge statt einem ICE fahren könnten....

Weil es ja auch nur Mischverkehr gibt.

Gerd S. » Di 11. Nov 2014, 13:04 hat geschrieben:Mittlerweile ist die deutsche Bahn einer der größten LKW-Spediteure, weil sie anders mit dem jetzigen Güteraufkommen nicht klar kommt. Ein völlig anderes Transportkonzept des Schienentransportes muss her.

Nö. Die DB ist mittlerweile halt eins der größten Transportunternehmen der Welt. Die haben halt auch neue Märkte erschlossen, aber verlagern nicht.

Und was die Bauausführung der Autobahnbaustellen betrifft gebe ich Quatschki absolut Recht: Wenn die Lebensadern Deutschlands aus ´Wirtschaftlichkeitsgründen für Bauunternehmer´ mit überlangen Baustellen blockiert werden (Stichwort "einmalige Baustelleneinrichtung") braucht sich niemand über riesige Staus zu wundern.

Ohne Bauarbeiten hält man Verkehrswege normalerweise nicht lange gut in Schuß. Was meinst Du denn, wieso es teure Bauarbeiten gibt? Um Wirtschaftsverkehre zu ärgern?

Gerd S. » Di 11. Nov 2014, 12:39 hat geschrieben:Die Belastung für Deutschlands Straßen, Schienen und Wasserwegen steigt weiter: Das Verkehrsministerium prognostiziert bis 2030 einen Anstieg des Güterverkehrs um 38 Prozent. Das größte Plus verzeichnet dabei die Bahn.

Das ist die Schlagzeile eines ARD-Berichtes. Was leider aus diesem Bericht kaum hervorgeht, ist die untragbare Situation auf deutschen Autobahnen.

Leider geht auch nicht hervor, was da konkret um 38% ansteigen soll. Tonnenkilometer?

Gerd S. » Di 11. Nov 2014, 12:39 hat geschrieben:Die Länge eines Lastzuges beträgt ca. 19 Meter, sein Gewicht beträgt bis zu 40 Tonnen. Ein PKW wiegt etwa 2 Tonnen und ist 5 Meter lang.

Die Achslast zählt, nicht die Länge oder das Gesamtgewicht.

Bauen wir die Bahn vernünftig aus und verlagern den Güterverkehr weitestgehend auf die Schiene (die für schwere Laste ausgelegt ist, siehe Schweiz) oder überlassen wir die deutschen Autobahnen dem Güterverkehr mit all seinen Folgen

Die Politik kann nichts verlagern. Das entscheiden die Kunden. Man kann höchstens bestimmte Verkehrsträger attraktiver machen mittels staatlichen Mitteln -- oder sie künstlich behindern, um andere zu stärken.
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Re: Güterverkehr steigt um 38 %

Beitragvon frems » Di 11. Nov 2014, 23:22

Helmuth_123 » Di 11. Nov 2014, 22:08 hat geschrieben:
Aber zu sagen der Kunde/Verbraucher will es nicht anders und dann die Hände in den Schoß zu legen und nichts zu machen kann ja auch nicht die Lösung sein. Ich finde schon, es sollte verkehrspolitisches Ziel in Deutschland sein, möglichst einen großen Teil des Gütertransports über Schiene und Binnenschifffahrt abzuwickeln. Das wird der Markt aber nicht alleine reglen, in dem Fall braucht es staatliche Eingriffe. (Investitionen in Schiene und Kanäle, Investitionen in Güterbahnhöfe und Binnehäfen)

LKW-Verkehre sind halt flexibler und auf kurzen Strecken schneller und günstiger als die Bahn und das Binnenschiff. Würde man die Rechtslage in Europa, wo vor allem Deutschland blockiert, ändern, könnte man Leerfahrten drastisch reduzieren und gleichzeitig mittels Verkehrstelematik (auch Blockade aus Berlin) die Effizienz immens steigern ohne neue Autobahnen zu bauen. Abgesehen davon: wenn die die Politik jetzt Wasserstraßen und Schienen so ausbaut, daß es eine attraktive Alternative für Spediteure etc. wird, dann hat der Markt mit seiner Macht schon "geregelt", da die Ministerien nur raumordnungspolitisch reagieren.
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Re: Güterverkehr steigt um 38 %

Beitragvon Alexyessin » Mi 12. Nov 2014, 08:27

Helmuth_123 » Di 11. Nov 2014, 22:08 hat geschrieben:
Aber zu sagen der Kunde/Verbraucher will es nicht anders und dann die Hände in den Schoß zu legen und nichts zu machen kann ja auch nicht die Lösung sein. Ich finde schon, es sollte verkehrspolitisches Ziel in Deutschland sein, möglichst einen großen Teil des Gütertransports über Schiene und Binnenschifffahrt abzuwickeln. Das wird der Markt aber nicht alleine reglen, in dem Fall braucht es staatliche Eingriffe. (Investitionen in Schiene und Kanäle, Investitionen in Güterbahnhöfe und Binnehäfen)


Staatlicher Eingriff? Helmuth, ich bin entsetzt von dir :)

Also kurz zum Transport. Bahnhöfe mit Güterumschlag sind nicht das Problem, sondern die Kosten für den Ertrag. Gerade der Wegfall der Tarife, die zum Schutze der Bahn als Transportalternative geschaffen wurden, gibt es nicht mehr und daher rechnet sich im Industrieggütersektor der Transport per Bahn wenig ( Schüttgüter, Flüssiggüter, Auto usw. ) laufen ja immer noch über die Bahn.
Aber rein von der Infrastruktur sind sowohl Bahnhöfe wie Gleisanschlüsse vorhanden nur kann sich keiner die Nutzung leisten.

Und Binnenschiffe sind für die Güter, die im Moment via Strasse transportiert werden nicht wirklich geeignet. Da waren schon immer die Schüttgüter im Fordergrund wie etwa Saatgut, Erze, Kies, Kohle. Klar wäre es rein technisch möglich ein Binnenschiff mit ein paar Containern in Richtung Hamburg oder Rotterdam zu schicken, aber wozu? DAS läuft über die Bahn und wird dann umgeschlagen.

Nur mal als Vergleich:

Voller Container von München nach Hamburg:

LKW - Bahn 1 Tag ( und in Hamburg sogar bis zum Hafen direkt )
Binnenschiff mh, wenn du Glück hast 4 Tage ( sollte es Seefracht sein, würde eh jeder via Duisburg verschiffen )
Flugzeug - unbezahlbar ( machbar technisch schon, aber das regelt nicht mal mehr der Iata Tarif )

Also liegt das Problem an der Erwartung an die Logistik sprich am Verbraucher. Schnell und Günstig ist nunmal in der Logistik das Schlagwort, was auch von Kundenseite einfach erwünscht ist.
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Re: Güterverkehr steigt um 38 %

Beitragvon Der Neandertaler » Mi 12. Nov 2014, 13:28

Hallo Gerd S..
Wenn ich einen Eingangsbeitrag schreibe, schreibe ich ihn ebenfalls inetwa so wie Du - ich reiße Themen nur an. So daß jeder sich etwas heraussuchen kann, zu dem er sich etwas genauer und hintergründiger äußern kann ... darf. Da alles dies, was Du ansprichst, aber nicht nur ein weites Feld ist, sondern ebenfalls alles irgendwie mit allem zusammenhängt, ist mir nicht ganz klar, wie dies Problem letztlich mit einfachen Mitteln gelöst werden kann ... wie diese Probleme gelöst werden sollen, ohne (mehr als notwendig) andere, neue Baustellen aufzureißen? (ist vergangenheitlich zu oft vernachläßigt worden.)

    Probleme sind vergangenheitlich nicht erkannt worden ... verharmlost worden ... eine Lösung war nicht gewollt ... etc.
Alles richtig! Aber erstens hat dies etwas von einem Schwarze-Peter-Spiel (die Vergangenheit ist Schuld!) - es trägt aber auch nicht wirklich zur Lösung bei.
    Prognosen zu Verkehrsentwicklungen haben sich in der Vergangenheit fast nie bestätigt.
Auch dies stimmt! Bringt uns aber nicht einen Schritt weiter. Zu fragen ist nämlich auch:
    "Wer hat dies zu verantworten?" ... das nicht-erkennen ... die Verharmlosung ... letztlich: eine-Lösung-war-nicht-gewollt?
    ... heutzutage - Politiker??

Die Zahlen ("Anstieg des Güterverkehrs um 38 Prozent bis 2030") kann man in der Höhe bezweifeln - es sind ja auch nur Prognosen, müssen also nicht stimmen.
  • Um es etwas platischer zu machen: Transportaufkommen 2010: 4,1 Mrd Tonnen (t) = 624 Mrd. Tonnenkilometer (tkm) (darunter Lkw: ca. 3,1 Mrd t = ca. 437 Mrd tkm) - Anstieg bis 2050: auf ca. 1200 Mrd. tkm.
Ob dieser Anstieg letztlich zu Wasser (Schiff), auf der Straße (Lkw), der Schiene (Bahn), oder mit dem Flugzeug bewältigt wird, bleibt wirklich der (langfristigen) Planung unterworfen, aber auch (und in erster Linie) dem "Gewollt-sein" ... der Akzeptanz innerhalb der Bevölkerung vorbehalten. Wir sollten nicht alles, was schiefläuft, Politik anlasten. (obwohl es sehr einfach ist: nach Teil-Meinung der Bevölkerung sind Politiker an allem schuld - Kollektivschuld!)

Die Bahn ist unpünktlich und verdreckt - daher müsse die Bahn privatisiert werden. (ein privater Investor könne sich dies nicht leisten - letztlich werde es danach besser ... die Hoffnung stirbt zuletzt!) Dies forderten Mitte der 80er Jahre Teile der Bevölkerung! (... und prognostizierte Besserung ... lauthals.) Dabei hatte man (oder auch Frau) aber nur den Personenverkehr im Blick. (also - wie es häufig der Fall ist: ein sehr eingeschränktes Weltbild!) Den Bahn-Güterverkehr hatte man dabei seitens der Betroffenen (der nach Privatisierung rufenden Heilsbringer) bisdahin wenig beachtet.
Vergessen wurde auch, daß ein privater Unternehmer ja Gewinn machen will und muß. (deshalb stieg die Quallität?? - aber auch die Preise stiegen!!) Politik(er) sprangen aber dieser Forderung nach Privatisierung bei!

Die Bahn ist zwar noch zu Hundert Prozent bundeseigen - handelt aber privatwirtschaftlich. Da die Bahnverantwortlichen zuerst den Personenverkehr im Blick haben, daher bleiben teilweise Güterzüge stehen (hab ich selber schon erlebt.), wenn z. B. keine Trasse frei ist.
    (deshalb ist auch die Forderung "Güter auf die Bahn!" zwar rechtpopulär, aber selten von Realität durchsetzt.)
Nicht jeder Aldi-Laden ... nicht jeder Händler hat einen Gleisanschluß ... zumindest nicht in der Stadt.

    "Güter auf die Bahn!"
Solange der Kunde (die Firma) nicht auf "Anlieferung zu Arbeitsanfang!" besteht, funktioniert's - ansonsten wird's eng. Der Lkw ist flexibler!
Eine weitere Frage, ist die Frage nach den Kosten. Lagerplatz kostet. Diese Kosten müssten dann aber letztlich auf die Preise umgelegt werden. Und wenn die Preise von ???? letztlich steigen? ... das Geschrei kann ich mir inetwa vorstellen.
      (der billigste Lagerplatz ist immer noch der Lkw!)

    "Arbeitsplätze"
Fakt ist, daß schon heutzutage etliche Tausend Lkw-Fahrer fehlen! Zukünftig werden aber auch weitere Lkw-Fahrer-Arbeitsstellen wegfallen - in den nächsten zehn Jahren erreichen (laut Destatis) schätzungsweise rund 30 Prozent des Fahrerpersonals die Altersgrenze. (Die Dekra schätzt für die kommenden zehn Jahre: mehr als 150 000 ... nur in Deutschland.)
Laut der "ZF-Zukunftsstudie die Fernfahrer" werden jährlich etwa 3000 neue Berufskraftfahrer ausgebildet. (damit kann allenfalls der Status quo aufrecht erhalten werden) Hinzu kommen bis zu 12 000 Männer und Frauen, die eine "beschleunigte Qualifizierung" durchlaufen - macht also 15000 neue Kraftfahrer - nötig wären aber etwa 25 000 neue Kraftfahrer.
    (deswegen auch die Forderung aus Wirtschaft nach dem Lang-Lkw?!?)


Fazit - wie hier auch schon teilweise angesprochen:
    Die Bahn ist teil- und zeitweise zu unflexibel - sie muß es aber auch sein. Wenn der ICE wieder mal zu spät kommt, weil ein Güterzug zusätzlich auf die Schiene gesetzt wird, ... dies fände wohl kaum ein Pendler gut.
      (den Verantwortlichen glauben würde dies sowieso auch kaum jemand!)
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Re: Güterverkehr steigt um 38 %

Beitragvon Alexyessin » Mi 12. Nov 2014, 15:28

Servus Neandertaler,

zum Thema Bahntransport möchte ich noch ein bisserl aus dem Nähkästchen plaudern ( hab selbst bei der Bahntrans seiner Zeit gearbeitet ):

Erstens hatte die Bahn ihren Tarifschutz UND auch einen (West)-Deutschen Kabotageschutz. So waren für alle Gebiete nur eine gewisse Zahl von Fuhrunternehmern zugelassen. Dafür bekam der Kunde bei der Bahn eine Transportgarantie. Die Bahn durfte eben keine Transport ablehnen, egal ob lukrativ ( Hamburg nach Düsseldorf 4 Europaletten 1200 kg ) oder von Marktl am Inn 4 Sonnenschrimständer nach Westerland.
Durch diesen Bestandsschutz konnte sich die Bahn als Staatsunternehmen auch Umschlagshallen an jedem zweiten Bahnhof der Republik leisten.
Nun kam aber der Punkt in den 90er Jahren als dies alles wegfiel und es wurde sich ein in Deutschland großer Partner gesucht, der ebenfalls ein funktionierndes Stückgutnetz hatte und fand diesem beim Thyssenkonzern und dessen Spediteurstochter Thyssen-Haniel Logistik. So wurde beschloßen, und das ist der Witz an der Sache, den nicht lukrativen Stückgut und Teilpartien Teil an die Gemeinschaft Thyssen-Haniel / DB genannt Bahntrans zu geben. Der Gesamtzugbereich aber brav bei der Mama DB zu behalten.
Was wurde denn damals groß gesprochen von sogenannten Frachtzentren mit Umsetzrampen und Gleisanschluß.......die sich dann natürlich nicht gerechnet haben, denn
a) war THL eine aus der Stahltransport entstandene Stückgutspedition auf LKW
b) da viele großen Städte kein FZ erhalten haben, war eine Bahnverladung der Wechselbrücken nicht lukrativ
c) die Kombination und Disposition der Wagons einer "Fremdfirma" überlassen
d) die gebauten FZs wie zum Beispiel in Regensburg waren im Unterhalt zu teuer und wurden aber voll auf die Bahntrans umgelegt
e) Kaufte sich die Bahn dann Schenker wieder zurück, schmiss dessen Partner Rhenus wieder raus und DIE haben auch die Zugdisposition ;)
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Re: Güterverkehr steigt um 38 %

Beitragvon Der Neandertaler » Mi 12. Nov 2014, 16:33

Hallo Quatschki.
Quatschki hat geschrieben:Die langfristigen Prognosen zu Verkehrsentwicklungen haben sich in der Vergangenheit fast nie bestätigt.
Da erzielt man mit Kaffeesatzleserei eine höhere Trefferquote!
Trotzdem bilden sie immer wieder die Grundlage für gigantische Fehlinvestitionen!

Und die vielen Baustellen? Die gäbe es nicht, wenn hintereinander weg und in Schichten gearbeitet würde!
Um aber die unmittelbaren Kosten niedrig zu halten, werden die Bauvorhaben in die Länge gezogen,
dass dabei viel höhere externe Kosten durch die Staus entstehen, interessiert nicht, denn das zahlt die Allgemeinheit.
Als die (heute maroden) Straßen und Brücken geplant und gebaut wurden, ist man nicht von einer dermaßen zunehmenden Belastung ausgegangen - konnte man auch nicht.
    (die Osterweiterung war ja nicht bewußt ... geplant - abgesehen von der Zunahme des Individualverkehrs)
Deswegen ist Dein Hinweis auf die nicht-planbaren und nicht-immer-zutreffenden Entwicklungen aufgrund derartiger Prognosen schon zutreffend ... aber nur teilweise.

    "Baustellen ... in Schichten ... werden in die Länge gezogen."
Auch dies stimmt nur teilweise!
Bauvorhaben werden mit Zeitvorgabe vergeben - wer schneller ist, bekommt einen "Bonus".
    (deswegen auch die zunehmenden Fehlplanungen ... Fehlkalkulationen einiger Unternehmer - etwa Lahntalbrücke A45: Insolvenz der ersten Firma - Verzögerung!)
Das Problem, was Du aber vermutlich meinst, ist, daß Du Baustellen siehst ... an ihnen vorbeifährst, an denen sich offensichtlich nichts tut?!?

Selten siehst Du, wenn abseits der eigentlichen Baustelle Arbeiten verrichtet werden. (etwa Grundwasserspeicher werden irgendwo auf dem Feld errichtet, oder unter der Brücke wird gebaut, etc.)
Bauvorhaben werden schon teilweise dort, wo es geht, in die verkehrsarme Zeit verlegt - sprich: es wird zeitweise nachts gebaut.
    (würde sich ja auf die "Bonuszahlung" positiv auswirken - liegt also im Interesse des Unternehmers.)
Es ist aber schon eine Abwägung, ob dadurch, daß Bauvorhaben nachts vorgenommen werden, ob dadurch Mehrkosten entstehen - besonders wenn diese in Eigenregie vorgenommen werden - also mit eigenem (teilweise teurerem) Staatsbediensteten-Personal, oder ob diese Kosten dadurch höher sind, wenn ein Stau entsteht.
    volkswirtschaftliche Kosten entstehen ja vermehrt dort, wo viele Transporte abgewickelt werden - also nicht auf jeder Autobahn.
      ... aber immer gerade dort, wo Du stehst - dies ist natürlich ärgerlich ... verständlich.
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Re: Güterverkehr steigt um 38 %

Beitragvon Der Neandertaler » Mi 12. Nov 2014, 17:15

Hallo Helmuth_123.
Helmuth_123 hat geschrieben:Aber zu sagen der Kunde/Verbraucher will es nicht anders und dann die Hände in den Schoß zu legen und nichts zu machen kann ja auch nicht die Lösung sein. Ich finde schon, es sollte verkehrspolitisches Ziel in Deutschland sein, möglichst einen großen Teil des Gütertransports über Schiene und Binnenschifffahrt abzuwickeln. Das wird der Markt aber nicht alleine reglen, in dem Fall braucht es staatliche Eingriffe. (Investitionen in Schiene und Kanäle, Investitionen in Güterbahnhöfe und Binnehäfen)
Es ist schon bedauernswert, daß zuletzt vermehrt Politik lediglich darüber nachdenkt ... das andenkt, was ihrer Meinung gerade politisch durchsetzbar ist. (politisch durchsetzbar: nicht nur in den Parlamenten - auch innerhalb der Bevölkerung.) Politik kann aber auch nur das durchsetzen, was akzeptiert oder gewünscht wird.
    (deswegen auch mein Hinweis: bitte nicht immer und alles Politik anlasten, wenn mal wieder etwas nicht funktioniert!)

Langfristig sollte es schon politische Agenda sein, die zukünftigen (Verkehrs-) Probleme anzudenken ... weiterzudenken ... letztlich vielleicht sogar zu lösen (zumindest Lösungsansätze zu liefern) - JA! Wenn aber innerhalb der Bevölkerung Querdenker letztlich als Querulanten abgetan ... diskreditiert werden, solange kann und wird es kaum jemanden geben, der derartig querdenkt.

Letztendlich wird der Lkw nicht ganz von der Straße verschwinden! (auch wenn dies gewünscht ... gehofft wird - nicht jedes Geschäft hat einen Gleisanschluß!) Dies wird zwar von der Bevölkerung gewünscht, aber höhere Preise möchte auch niemand für Produkte des täglichen Lebens zahlen.
    (abgesehen davon, daß bei genereller Reduzierung des Lkw-Verkehrs, nicht mehr unbedingt an jedem Ort alle Waren verfügbar wären ... zumindest nicht zu jeder Zeit!)

    "Investitionen ... Binnenhäfen"
... hört sich gut an! Aber schonmal darüber nachgedacht, daß es damit nicht getan ist?
    ..., daß daran anschließend eventuell auch eine Flußvertiefung benötigt wird? Findet auch nicht überall Akzeptanz.
      (Elbvertiefung und deren Begradigung, etc.)
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Re: Güterverkehr steigt um 38 %

Beitragvon frems » Mi 12. Nov 2014, 20:04

Geplant ist nach Informationen des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur, von 2015 bis 2019 im Rahmen des Programms LuFV II rund 28 Milliarden Euro dafür aufzubringen. Im Detail stammt das Geld aus dem Bundeshaushalt, DB-Dividendenzahlungen und Instandhaltungsmittel der Bahn, die laut Bahn aufgestockt wurden.

http://www.eurotransport.de/news/infras ... 81299.html

Der Neandertaler hat geschrieben:"Investitionen ... Binnenhäfen"
... hört sich gut an! Aber schonmal darüber nachgedacht, daß es damit nicht getan ist?
..., daß daran anschließend eventuell auch eine Flußvertiefung benötigt wird? Findet auch nicht überall Akzeptanz.
(Elbvertiefung und deren Begradigung, etc.)

:dead:
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