Fahrradfahrer vs. Fußgänger

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Was sollte Vorrang haben?

Freie Fahrt für freie Fahrradfahrer
8
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Schutz von Fußgängern
23
74%
 
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schelm
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Re: Fahrradfahrer vs. Fußgänger

Beitragvon schelm » Do 15. Sep 2016, 14:38

relativ hat geschrieben:(15 Sep 2016, 15:15)

Es gibt ja eigentlich kein Weg für Fahrradfahrer und Fussgänger, wo beide Gleichberechtigt sind. Auf Fusswegen auf denen auch Fahrräder fahren dürfen (und das sind die meisten Mischwege) hat immer der Fußgänger vorrang. D.h. der Fahrradfahrer hat die Pflicht aufzupassen wo er hinfährt, der Fussgänger darf einfach stehen bleiben, oder auf seiner Spur weiter gehen.

Das Problem ist die Benutzungspflicht ( in Vorbeiträgen hier schon erwähnt ). Wo diese Wege sind, darf ich nicht die Straße benutzen, auf dem gemischten Weg darf ich auch nicht wirklich fahren. Damit meine ich das Fahren dem Sinne nach, da ich dort völlig entrechtet dem Fussgänger gegenüber bin, der von jedweder Notwendigkeit sich als aufmerksamer Verkehrsteilnehmer zu verhalten enthoben wird, er darf sich also verhalten wie auf dem Bürgersteig, der Radfahrer darf weder auf der Straße noch auf dem gemeinsamen Weg tatsächlich fahren, da, wo sie parallel verlaufen.

Das ist Ideologie, Willkür, aber kein plausibles Recht. Ich bin Fussgänger, Radfahrer und Autofahrer. Aber nur als Radfahrer erlebe ich eine derartige Verweigerungshaltung der Gesellschaft mich in dieser Eigenschaft als Verkehrsteilnehmer zu akzeptieren. Man ist entweder ein lästiger Störfaktor für den schnelleren Autoverkehr, oder einer für die langsamen Fussgänger in permanenter Bürgersteigmentalität.

Zum allgemeinen Argument mit den Kindern : Gerade Kinder auf Fahrrädern sind gefährdet auf Verkehrsflächen, die von Fussgängern ohne ein Minimum an gegenseitiger Rücksicht und Aufmerksamkeit benutzt werden. Als Erwachsener antizipiere ich zumeist das spontane Queren des Weges durch Fussgänger, kann das ein 8- jähriger auch, der da fröhlich lang düst ?
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Re: Fahrradfahrer vs. Fußgänger

Beitragvon frems » Do 15. Sep 2016, 14:44

schelm hat geschrieben:(07 May 2016, 17:41)
Gleichwohl legt der Gesetzgeber dem Radfahrer aber eine Benutzungspflicht dieses Weges auf, verläuft er parallel zur Fahrbahn, entfällt somit für den Radfahrer das Recht die Straße zu benutzen, es sei denn, der gemeinsame Fuss - / Radweg wäre nicht benutzbar ( Witterung, zugeparkt etc. )

Das ist falsch. Die beschriebene Nutzungspflicht gibt es seit den 90ern nicht mehr. Heute muss ein Radfahrer parallel verlaufende Radwege nur dann nutzen, wenn ein entsprechendes Schild darauf aufmerksam macht. Die bloße Existenz eines Radwegs bedeutet keine Nutzungspflicht (mehr). Man muss auch nicht Busspuren, Angebotsstreifen oder schlicht die äußerste Spur als Radfahrer nehmen, sondern kann jede Fahrbahn auf der Straße nutzen.

1) Die Benutzungspflicht ist seit der Novelle der Straßenverkehrsordnung von 1998 nur noch dann gegeben, wenn der Radweg durch ein blaues Schild (Zeichen 237, 240, 241) gekennzeichnet ist. Wo dies fehlt, darf auch bei vorhandenem Radweg die Fahrbahn benutzt werden (sogenannte "andere Radwege" mit freiwilliger Benutzung gem. § 2, Abs. 4, Satz 3 StVO).

http://www.adfc.de/verkehr--recht/recht ... ngspflicht

Leider wissen das viele Autofahrer nicht und werden aggressiv, wenn sie einen langsameren Radfahrer überholen, der auf der Straße fährt, obwohl ein Radweg existiert.
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Re: Fahrradfahrer vs. Fußgänger

Beitragvon relativ » Do 15. Sep 2016, 14:47

schelm hat geschrieben:(15 Sep 2016, 15:38)

Das Problem ist die Benutzungspflicht ( in Vorbeiträgen hier schon erwähnt ). Wo diese Wege sind, darf ich nicht die Straße benutzen, auf dem gemischten Weg darf ich auch nicht wirklich fahren. Damit meine ich das Fahren dem Sinne nach, da ich dort völlig entrechtet dem Fussgänger gegenüber bin, der von jedweder Notwendigkeit sich als aufmerksamer Verkehrsteilnehmer zu verhalten enthoben wird, er darf sich also verhalten wie auf dem Bürgersteig, der Radfahrer darf weder auf der Straße noch auf dem gemeinsamen Weg tatsächlich fahren, da, wo sie parallel verlaufen.
Das stimmt so nicht ganz. Der Radfahrer darf auch die Strasse benutzen, nur wo ein eindeutiger Hinweis steht, daß er dies nicht darf, bzw. den Radweg zu benutzen hat, darf er es eben nicht. Die Mischwege kann der Radfahrer benutzen er muss es nicht.

Das ist Ideologie, Willkür, aber kein plausibles Recht. Ich bin Fussgänger, Radfahrer und Autofahrer. Aber nur als Radfahrer erlebe ich eine derartige Verweigerungshaltung der Gesellschaft mich in dieser Eigenschaft als Verkehrsteilnehmer zu akzeptieren. Man ist entweder ein lästiger Störfaktor für den schnelleren Autoverkehr, oder einer für die langsamen Fussgänger in permanenter Bürgersteigmentalität.
Ja Fahrradfahren ist ein spezielle Fortbewegung, ich weiss dies nur zu gut , fahre ich doch fast Täglich mit den Fahrrad zur Arbeit. Ich versuche immer soviel Rücksicht zu nehmen, wie es mir angebracht erscheint. Meist komme ich damit ganz gut klar.

Zum allgemeinen Argument mit den Kindern : Gerade Kinder auf Fahrrädern sind gefährdet auf Verkehrsflächen, die von Fussgängern ohne ein Minimum an gegenseitiger Rücksicht und Aufmerksamkeit benutzt werden. Als Erwachsener antizipiere ich zumeist das spontane Queren des Weges durch Fussgänger, kann das ein 8- jähriger auch, der da fröhlich lang düst ?
Die meisten Unfälle ereignen sich auf Fussgängerwegen bei Einfahrten/Ausfahrten sowohl mit Fahrradfahrern als auch mit Fussgängern. Der Fussgängerweg ist ein gefährliches Pflaster, auch da muss man höllisch aufpassen.
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Re: Fahrradfahrer vs. Fußgänger

Beitragvon schelm » Do 15. Sep 2016, 14:53

relativ hat geschrieben:(15 Sep 2016, 15:26)

Aber der im Wald wäre ja auch einer.
Neue Wege in die Natur bauen dafür kann nun wirklich niemand ernsthaft eintreten, es sei denn man legt Künstliche Hügelketten mit Waldbestand für die Mountainbiker an.

Eben. Wildschweine queren hier im Waldstück vorm Frankfurter Flughafen oft in Rottenstärke die Wege, ziemlich spontan und ziemlich zügig. Man kann also als Fussgänger auch im Wald keine Mentalität an den Tag legen der einzige zu sein, der von A nach B will und alle anderen hätten sich der eignen mentalen Unaufmerksamkeit anzupassen. Die Wildschweine juckt das nicht. Die Wildsau kündigt sich aber mit Lärm im Unterholz an, der Biker kann klingeln, der Spaziergänger reagieren. ;)
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Re: Fahrradfahrer vs. Fußgänger

Beitragvon relativ » Do 15. Sep 2016, 15:08

schelm hat geschrieben:(15 Sep 2016, 15:53)

Eben. Wildschweine queren hier im Waldstück vorm Frankfurter Flughafen oft in Rottenstärke die Wege, ziemlich spontan und ziemlich zügig. Man kann also als Fussgänger auch im Wald keine Mentalität an den Tag legen der einzige zu sein, der von A nach B will und alle anderen hätten sich der eignen mentalen Unaufmerksamkeit anzupassen. Die Wildschweine juckt das nicht. Die Wildsau kündigt sich aber mit Lärm im Unterholz an, der Biker kann klingeln, der Spaziergänger reagieren. ;)

Also wir reden ja noch immer über das menschliche Verhalten und wie untereinander zu kommunizieren ist. Lass die armen Wildschweine mal da raus.
Der Biker klinkelt um sich anzukündigen, der Füssgänger muss nicht reagieren, wenn er auf einen Fussgängerweg ist, er darf den Fahrradfahrer natürlich nicht ins Fahrrad laufen, wenn er weiss da er kommt.
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Re: Fahrradfahrer vs. Fußgänger

Beitragvon schelm » Do 15. Sep 2016, 15:12

relativ hat geschrieben:(15 Sep 2016, 15:47)

Das stimmt so nicht ganz. Der Radfahrer darf auch die Strasse benutzen, nur wo ein eindeutiger Hinweis steht, daß er dies nicht darf, bzw. den Radweg zu benutzen hat, darf er es eben nicht. Die Mischwege kann der Radfahrer benutzen er muss es nicht.

Ja Fahrradfahren ist ein spezielle Fortbewegung, ich weiss dies nur zu gut , fahre ich doch fast Täglich mit den Fahrrad zur Arbeit. Ich versuche immer soviel Rücksicht zu nehmen, wie es mir angebracht erscheint. Meist komme ich damit ganz gut klar.

Die meisten Unfälle ereignen sich auf Fussgängerwegen bei Einfahrten/Ausfahrten sowohl mit Fahrradfahrern als auch mit Fussgängern. Der Fussgängerweg ist ein gefährliches Pflaster, auch da muss man höllisch aufpassen.


zu 1. Nach meinen Informationen besteht die Benutzungspflicht. Sie ist nur dann aufgehoben, wenn die Benutzung nicht zumutbar möglich ist ( zugeparkt, Schnee, viele Schlaglöcher etc. )

zu 2. Ich komme durch die Schichtzeiten, bei Regen oder tiefen Temperaturen super klar, weil ich die Strecke dann zumeist für mich alleine habe. :) Problematisch ist schönes Wetter wie jetzt, da ist der Bereich am Main quasi zugestellt mit Fussgängern, Skatern, Joggern oder parallel fahrenden Sonntagsradlern auf Schleichfahrt. Und fast jeder denkt ihm gehöre der Weg.

zu 3. ( nicht auf dich bezogen ) Das Argument Kinder ist ja ebenso beliebt wie es inkonsistent ist. Gilt ja scheinbar nur für gefährdete Kids die zu Fuß unterwegs sind, da die sich noch spontaner und unberechenbarer verhalten im Vergleich zu Erwachsenen. Daraus folgt der erhobene Zeigefinger gegen den Radfahrer. Aber was ist mit radelnden Kindern auf gemeinsamen Wegen ? Verhalten die sich jetzt in der Annahme der erwachsenen Fussgänger so, als hätten die eine vergleichbare Führerscheinprüfung zum Auto abgelegt, oder warum interessiert dem auf seine Unaufmerksamkeit bestehenden Fussgänger das Wohlergehen dieser Kinder so überhaupt gar nicht ? :?:
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Re: Fahrradfahrer vs. Fußgänger

Beitragvon frems » Do 15. Sep 2016, 15:22

schelm hat geschrieben:(15 Sep 2016, 16:12)
Nach meinen Informationen besteht die Benutzungspflicht. Sie ist nur dann aufgehoben, wenn die Benutzung nicht zumutbar möglich ist ( zugeparkt, Schnee, viele Schlaglöcher etc. )

Diese Aufhebungskriterien gibt es auch heute noch bei Schnee, Baustellen und so weiter. Die Nutzungspflicht wird aber vom entsprechenden Verkehrsschild geregelt, nicht von der Existenz des Radwegs. Bitte vergiss Deine Informationen und achte das geltende Gesetz. Das ist nicht nur in Deinem Interesse, sondern auch in dem Deiner Mitmenschen.
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Re: Fahrradfahrer vs. Fußgänger

Beitragvon schelm » Do 15. Sep 2016, 15:34

frems hat geschrieben:(15 Sep 2016, 16:22)

Diese Aufhebungskriterien gibt es auch heute noch bei Schnee, Baustellen und so weiter. Die Nutzungspflicht wird aber vom entsprechenden Verkehrsschild geregelt, nicht von der Existenz des Radwegs. Bitte vergiss Deine Informationen und achte das geltende Gesetz. Das ist nicht nur in Deinem Interesse, sondern auch in dem Deiner Mitmenschen.

Was versuchst du mitzuteilen ? Ich spreche hier im ganzen Thread explizit von Wegen, die durch das Verkehrszeichen Nr. 240, Anlage 2 zu Paragraf 41 StVO gekennzeichnet sind. Und da besteht m.W. nach eine Benutzungspflicht, ausgenommen bei erwähnter Unzumutbarkeit. Ich nahm wohl fälschlicherweise an dies vorauszusetzen.
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Re: Fahrradfahrer vs. Fußgänger

Beitragvon frems » Do 15. Sep 2016, 15:49

schelm hat geschrieben:(15 Sep 2016, 16:34)

Was versuchst du mitzuteilen ? Ich spreche hier explizit von Wegen, die durch das Verkehrszeichen Nr. 240, Anlage 2 zu Paragraf 41 StVO gekennzeichnet sind. Und da besteht m.W. nach eine Benutzungspflicht, ausgenommen bei erwähnter Unzumutbarkeit.

Ich bringe Dir die geltende Gesetzeslage näher, da Du dreimal eine falsche bzw. veraltete Behauptung aufgestellt hast:

schelm hat geschrieben:(07 May 2016, 22:33)
Doch, und hier fängt das beschriebene Problem ja an, wenn ein solcher Weg eingerichtet und benutzbar ist, dann darf der Radfahrer nicht die Straße benutzen. Also wird sein Recht zu fahren damit aufgehoben. Nochmal : Auf der Straße darf er in diesem Fall nicht fahren, und auf dem gemeinsamen Weg ist das Fahren im Sinne der Eigenschaft des Wortes nicht möglich.

schelm hat geschrieben:(07 May 2016, 17:41)
Gleichwohl legt der Gesetzgeber dem Radfahrer aber eine Benutzungspflicht dieses Weges auf, verläuft er parallel zur Fahrbahn, entfällt somit für den Radfahrer das Recht die Straße zu benutzen, es sei denn, der gemeinsame Fuss - / Radweg wäre nicht benutzbar ( Witterung, zugeparkt etc. )

schelm hat geschrieben:(15 Sep 2016, 15:38)
Das Problem ist die Benutzungspflicht ( in Vorbeiträgen hier schon erwähnt ). Wo diese Wege sind, darf ich nicht die Straße benutzen, auf dem gemischten Weg darf ich auch nicht wirklich fahren. Damit meine ich das Fahren dem Sinne nach, da ich dort völlig entrechtet dem Fussgänger gegenüber bin, der von jedweder Notwendigkeit sich als aufmerksamer Verkehrsteilnehmer zu verhalten enthoben wird, er darf sich also verhalten wie auf dem Bürgersteig, der Radfahrer darf weder auf der Straße noch auf dem gemeinsamen Weg tatsächlich fahren, da, wo sie parallel verlaufen.


Von den Verkehrszeichen hast Du nie gesprochen, sondern von der Existenz des (parallel verlaufenden) Radwegs als Kriterium. Das weißt Du doch selbst. ;) Und das ist halt falsch. Aber gut, dass Du nun mal vom 240er gehört hast und es erstmals erwähnst. Jetzt noch 237 und 241, dann ist meine gute Tat des Tages vollbracht.
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Re: Fahrradfahrer vs. Fußgänger

Beitragvon schelm » Do 15. Sep 2016, 16:04

frems hat geschrieben:(15 Sep 2016, 16:49)

Ich bringe Dir die geltende Gesetzeslage näher, da Du dreimal eine falsche bzw. veraltete Behauptung aufgestellt hast:





Von den Verkehrszeichen hast Du nie gesprochen, sondern von der Existenz des (parallel verlaufenden) Radwegs als Kriterium. Das weißt Du doch selbst. ;) Und das ist halt falsch. Aber gut, dass Du nun mal vom 240er gehört hast und es erstmals erwähnst. Jetzt noch 237 und 241, dann ist meine gute Tat des Tages vollbracht.

Danke für die Mühe. Du bestätigst meine Aussagen. Ausgänglich rede ich vom " gemeinsamen Rad - / Fussweg ", selbiger ist durch das entsprechende Verkehrszeichen gekennzeichnet und sollte dieser Weg parallel zur Fahrbahn verlaufen, darf die Fahrbahn nicht benutzt werden. Ich rede nie vom Modell " für Radfahrer frei ". In Folge, weil es etwas aufwändig ist das immer komplett auszuschreiben, nenne ich den Weg eben " diesen " Weg.

Tut mir leid, sollte das missverständlich gewesen sein, aber schau bitte auch nochmal in das eine Zitat vom 7. Mai rein, da steht der Kontext von " diesen " zu " gemeinsamen Rad - Fussweg " auch drin.
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Re: Fahrradfahrer vs. Fußgänger

Beitragvon frems » Do 15. Sep 2016, 16:08

schelm hat geschrieben:(15 Sep 2016, 17:04)

Danke für die Mühe. Du bestätigst meine Aussagen. Ausgänglich rede ich vom " gemeinsamen Rad - / Fussweg ", selbiger ist durch das entsprechende Verkehrszeichen gekennzeichnet und sollte dieser Weg parallel zur Fahrbahn verlaufen, darf die Fahrbahn nicht benutzt werden. Ich rede nie vom Modell " für Radfahrer frei ". In Folge, weil es etwas aufwändig ist das immer komplett auszuschreiben, nenne ich den Weg eben " diesen " Weg.

Tut mir leid, sollte das missverständlich gewesen sein.

Alles klar. :thumbup:
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Re: Fahrradfahrer vs. Fußgänger

Beitragvon jack000 » Mo 11. Jun 2018, 09:04

Es wird immer brutaler:
Hinterhältiger Angriff in Mülheim: Radfahrer überschüttet zwei Männer im Vorbeifahren mit ätzender Flüssigkeit

Die Männer, beide Mitte Zwanzig, verspürten sofort einen stechenden Schmerz. Die Haut rötete sich im gesamten Kopfbereich.

Ein Notarzt und die Feuerwehr „duschten“ die Opfer mit einem Strahlrohr ab, um sie grob von der schmerzenden Flüssigkeit zu befreien. Dann wurden beide ins Krankenhaus gebracht.

Noch ist unklar, um was für eine Flüssigkeit es sich gehandelt hat. „Es ist naheliegend, dass es sich um eine Flüssigkeit handelt“, so der Einsatzleiter der Mülheimer Feuerwehr gegenüber DER WESTEN. Die Flüssigkeit soll analysiert werden.

Die Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen, geht derzeit von einer Körperverletzung aus. Die Täter sind flüchtig.

https://www.derwesten.de/staedte/muelhe ... 30379.html
Die Frage ist, wohin sich das langfristig mal hin entwickelt ...
Es wird sogar nicht mehr im PF geleugnet: "Ja die Gewalt gegen Frauen hat bedingt durch Zuwanderung zugenommen, und jetzt?"
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Re: Fahrradfahrer vs. Fußgänger

Beitragvon frems » Do 11. Okt 2018, 11:02

jack000 hat geschrieben:(11 Jun 2018, 10:04)
Die Frage ist, wohin sich das langfristig mal hin entwickelt ...

Zu weniger Verkehrsfläche für Autos, dafür aber mehr für Radfahrer und Fußgänger, damit sie nicht so eng auf der Pelle hocken. Bisher sind Fußgänger in der Verkehrsplanung ja weniger beachtet, obwohl ja jeder von uns mal Fußgänger ist -- sei es der Weg zu einem Nachbarn oder vom leider zu weit entfernten Parkplatz zum Endziel.

Deutsche Städte sollen für Fußgänger umgebaut werden
Das Umweltbundesamt will eine Verkehrsrevolution: Mit der autogerechten Stadt soll Schluss sein. Das steht in einem Papier zum Fußverkehrskongress in Berlin.

Tempo 30 innerorts, Abschaffung der autofreundlichen Straßenverkehrsordnung, Rad- und Gehwege statt Autoparkplätzen – kurz den „Rückbau der autogerechten Stadt“ zum Wohle der Fußgänger. Das fordert das Umweltbundesamt (UBA), die zentrale Umweltbehörde der Bundesrepublik unter dem Dach des Bundesumweltministeriums. Als erste Bundesbehörde regt das UBA konkrete Maßnahmen in Städten für die lange vernachlässigten Fußgänger an. Es legt dafür ein Grundzügepapier vor, auf dessen Basis die Bundesregierung eine bundesweite Fußverkehrsstrategie entwickeln soll. Dieses Papier wurde im Auftrag des UBA vom Deutschen Institut für Urbanistik in Berlin mit Verkehrsexperten erarbeitet.

https://www.tagesspiegel.de/berlin/fuss ... 71318.html
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Re: Fahrradfahrer vs. Fußgänger

Beitragvon schokoschendrezki » Do 11. Okt 2018, 12:41

jack000 hat geschrieben:(11 Jun 2018, 10:04)

Es wird immer brutaler:

https://www.derwesten.de/staedte/muelhe ... 30379.html
Die Frage ist, wohin sich das langfristig mal hin entwickelt ...


Vermutlich leider dahin, dass seriöse, ausführliche Analysen, Reportagen, Informationen in einem Regen aus solchen Ein-Satz-Meldungen wie
Am Montagabend ist es in der Nähe des Garten-Centers in Mietersheim zu einer Auseinandersetzung zwischen zwei Verkehrsteilnehmern gekommen. Dabei spritzte ein Autofahrer einem Radfahrer eine ätzende Flüssigkeit in die Augen.

https://www.badische-zeitung.de/lahr/autofahrer-attackiert-radfahrer-mit-aetzender-fluessigkeit--74556161.html
ertränkt werden und schnappatmende Empörungsreflexe wie "Es wird immer brutaler" die Oberhand gewinnen.
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Re: Fahrradfahrer vs. Fußgänger

Beitragvon immernoch_ratlos » Do 11. Okt 2018, 12:48

Immer wieder erstaunlich, wie es Menschen fertigbringen, das WEB zu nutzen - über das "Internet" ihre "Gedanken" praktisch der ganzen Welt mitteilen, und es sichtlich nicht schaffen eben dieses WWW zur Gewinnung relevanter Informationen zu nutzen tzz tzz.

Hier für alle, die wenigstens des Lesens mächtig sind (als Ergänzung was frems ja schon zweimal gepostet hatte) ein Link zu
Quelle : bussgeldkatalog.org "Radwegebenutzungspflicht: Auf welchen Strecken gilt diese?"
Eine Seite, welche auch allerlei andere rechtlich relevanten Fragen eher unaufgeregt aufnimmt. Warum die einstmals für alle Radwege geltende Benutzungspflicht inzwischen mit der "Reform der StVO im Jahre 1998" verändert wurde, zitiere ich aus der bereits genannten Quelle :
Doch in früheren Zeiten war dies anders: Seit 1934 war in der StVO eine Radwegebenutzungspflicht fest verankert, egal, ob dieser speziell beschildert war oder nicht. In den 1980er Jahren wurde zunehmend deutlich, dass Radfahrer auf der Straße häufig sicherer sind als auf dem Radweg. Dort werden Sie von Kraftfahrern in jedem Fall gesehen, was auf dem Radweg nicht immer der Fall sein muss. So entstehen Unfälle häufig dann, wenn Autofahrer nach rechts abbiegen und Fahrräder übersehen, die auf dem Radweg geradeaus fahren.

Diese Erkenntnis führte zur Reform der StVO im Jahre 1998. Seitdem ist die Benutzung von einem vorhandenen Radweg keine Pflicht mehr, wenn dies nicht durch Verkehrsschilder extra so angeordnet wird.

Fahrräder sind nicht die einzigen Fahrzeuge, welche auf Radwegen fahren dürfen. So ist es gemäß § 2 Absatz 4 Satz 6 StVO auch Mofas (also langsameren Fahrrädern mit Hilfsmotor) erlaubt, auf Radwegen fahren, was allerdings nur außerhalb geschlossener Ortschaften gilt.
Danach werden die relevanten Verkehrszeichen beschrieben und auch gleich die Bußgelder vorgestellt :thumbup:

Um einigermaßen verstehen zu können, wie sich wohl der Gesetzgeber die zu erwartenden Geschwindigkeiten vorstellt - eine explizite verbindliche Höchstgeschwindigkeit konnte ich nicht finden, hier die Kurzbeschreibung "Mofa - Wikipedia" :
Ein Mofa in Deutschland ist nach § 4 FeV ein einspuriges Fahrrad mit Hilfsmotor, auch ohne Tretkurbeln, mit dem eine bauartbedingte Höchstgeschwindigkeit von nicht mehr als 25 km/h erreicht wird. ... Für ein Leichtmofa mit einer Höchstgeschwindigkeit von 20 km/h entfällt die Helmpflicht.
Wenn also auf Radwegen nur Fahrzeuge bis 25 km/h zugelassen werden, können (im Sinn von "dürfen") Fahrräder jeder Bauart dort wohl kaum mit drüber liegenden Geschwindigkeiten verkehren. Wobei gern von beiden (Radfahrer und Fußgänger) die auftretenden Kräfte meist naiv unterschätzt werden - auf die Schnelle habe ich kein Beispiel Fußgänger vs. Radfahrer gefunden, so mag sich jeder selbst ausrechnen was da an Kräften frei wird, wenn es "knallt" : "Unfallmechanik"

Was so alles von Fußgängern und Radfahrern von den Gerichten "erwartet wird", mag dieser Artikel von ZON (24.08.2017) "Straßenverkehr: Wenn Radfahrer auf Fußgänger stoßen" vermitteln. Auch auf dieser Seite nenn sich "Das Verkehrslexikon" findet sich u.a. eine ganze Reihe von Urteilen höherer Instanzen die sicher verlässlicher sind als so manche "gefühlte Wahrheit". Überhaupt, wenn man erst einmal danach sucht, finden sich "haufenweise" Urteile zu diesem Thema. Wie hier : "Urteile > Fahrradunfall, die zehn aktuellsten Urteile < kostenlose ..."

Wäre nicht schlecht, wenn es mehr getrennte "Zonen" für die unterschiedlichen Kontrahenten gäbe. Andere Länder scheinen da klüger vorzugehen, womöglich führt ja der laufende "Dieselkrieg" zu weniger "Stehzeugen" unterm Strich. Heute noch nutzloser Parkstreifen, morgen schon exklusiver Radweg ? Heute noch die übliche Dummheit - morgen sind alle klüger - von was träume ich da schon wieder ..... :rolleyes:
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Re: Fahrradfahrer vs. Fußgänger

Beitragvon schokoschendrezki » Do 11. Okt 2018, 13:35

immernoch_ratlos hat geschrieben:(11 Oct 2018, 13:48)
Hier für alle, die wenigstens des Lesens mächtig sind (als Ergänzung was frems ja schon zweimal gepostet hatte) ein Link zu
Quelle : bussgeldkatalog.org "Radwegebenutzungspflicht: Auf welchen Strecken gilt diese?"
Eine Seite, welche auch allerlei andere rechtlich relevanten Fragen eher unaufgeregt aufnimmt. Warum die einstmals für alle Radwege geltende Benutzungspflicht inzwischen mit der "Reform der StVO im Jahre 1998" verändert wurde, zitiere ich aus der bereits genannten Quelle : Danach werden die relevanten Verkehrszeichen beschrieben und auch gleich die Bußgelder vorgestellt :thumbup:

Was für mich regelmäßig bei abnehmender Tageslänge als Radfahrer zum Problem wird: Bei einer oft von mir befahrenen Strecke außerhalb der Stadt befindet sich der Radweg zwischen einer niedrigen Hecke und einem Feldgraben neben der Landstraße. Auch bei sehr kräftiger Radbeleuchtung sehen mich entgegenkommende Autofahrer nicht und blenden nicht ab. Ich muss zigmal anhalten und abwarten, um nicht geblendet in den Graben zu fahren.

Und etlichemale passiert es mir in der Stadt, dass Autofahrer nicht mitbekommen, dass die Einbahnstraße, auf der ich ihnen entegegenkomme für den Fahrradverkehr in der Gegenrichtung ausdrücklich freigebeben sind. Was man sich da schon alles anhören musste ...
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Re: Fahrradfahrer vs. Fußgänger

Beitragvon immernoch_ratlos » Do 11. Okt 2018, 14:33

Ersteres tut mir leid für Dich - ich vermute mal solche und ähnlich gelagerte Probleme - gibt es überall. Vermutlich schon wegen des "Tunnelblicks" sehen Autofahrer (wenn alles gut geht) wenigstens das was sich auf "ihrer" Straße abspielt.

Was das Fahren gegen die Einbahnstraßenrichtung angeht, das war sicherlich kein Geniestreich dies überhaupt zu erlauben - womöglich eher das einknicken davor, das Radfahrer nur schwer zu identifizieren sind (keinerlei Kennzeichenpflicht) und tun oder lassen wie sie das für richtig halten. Das viele davon zugleich auch Autofahrer sind, wirft mehr als nur ein Fragezeichen auf.

Ach ja, es gibt "starke" und "schwache Regeln. Der motorisierte Falschfahrer in einer Einbahnstraße begeht lediglich eine "Ordnungswidrigkeit" nimmt ihm ein anderer Fahrer dabei die "Vorfahrt" (rechts vor links !) Ist nicht der falsch fahrende Teilnehmer der Hauptschuldige an einem solchen Unfall, sondern der Fahrer, der fälschlich nicht mit einem solchen "Falschfahrer" gerechnet hat.... :? Ob DAS jedem bekannt ist ??

Alles was Mensch an Regeln einführt, kann nur mühsam durchgesetzt werden. Leider tendiert die "Lust" sich wenigstens gesetzeskonform zu verhalten gegen Null - speziell immer dann, wenn man anonym auftreten kann. Was nicht im eigenen Kopf stattfindet, geschieht einfach nicht...
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