Drohnen als Lieferanten?

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William
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Re: Drohnen als Lieferanten?

Beitragvon William » Fr 30. Dez 2016, 19:22

jack000 hat geschrieben:(30 Dec 2016, 18:40)

=> Generell ist das Problem, dass Drohnen nicht den Auftrag übernehmen können die Ware zum Kunden zu bringen.


Ähnlich wie viele der heutigen Postboten. Nicht klingeln sondern Paket in irgend eine Ecke werfen.
Wo es liegt weiß keiner, man bekommt nur eine Mail mit "Paket zugestellt".
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frems
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Re: Drohnen als Lieferanten?

Beitragvon frems » Fr 30. Dez 2016, 19:24

jack000 hat geschrieben:(30 Dec 2016, 19:17)

Nun, das ist von der Vision her alles nachvollziehbar und auch richtig. Scheitern aber tut es an der Realität:
- Die Tragfähigkeit ist zu gering
- Die Reichweite ist zu gering
- Es gibt keine Landeplätze (Auf dem Dach oder vor der Haustür ist Blödsinn)
- Drohnen sind ohne Probleme abfangbar

Man braucht nur eine ebene Fläche mit wenigen Quadratmetern und die Drohne kann das Paket dort absetzen. Was meinst Du denn, wie es all die Hobbypiloten machen, die sich eine Drohne kaufen und irgendwo fliegen lassen? Die haben auch keine speziellen Landeplätze. Das wird kein Problem sein, egal ob aufm Land oder in Großstädten. Hauptsache der Empfänger ist in der Nähe und bestätigt, dass er da ist. Eine Drohne, die vom Himmel "fällt", abzufangen, ist auch nicht einfach und warum sollte man das scharenweise tun? Da werden ja keine schweren Teile transportiert. Klar, mit "Glück" hat der Dieb ein iPhone erwischt. Mit größerer Wahrscheinlichkeit wird es ein 5-Euro-Buch. Dafür macht er sich strafbar, die Polizei wird sofort kontaktiert und mit der Drohne kann er nichts anfangen, weil er sie nicht betreiben kann und sie auch keinen Verkaufswert hat.

Tragfähigkeit ist auch kein Argument, weil das System nicht den Anspruch hat, Möbel zu liefern. Und gerade aufgrund der Reichweite entwickelte man solche Konzepte, da die Drohne hierbei weniger Energie benötigt und kürzere Wege hat.
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Re: Drohnen als Lieferanten?

Beitragvon jack000 » Fr 30. Dez 2016, 19:55

frems hat geschrieben:(30 Dec 2016, 19:24)

Man braucht nur eine ebene Fläche mit wenigen Quadratmetern und die Drohne kann das Paket dort absetzen.

Wo soll denn das sein bei z.B. Blockrandbebauung?

Was meinst Du denn, wie es all die Hobbypiloten machen, die sich eine Drohne kaufen und irgendwo fliegen lassen? Die haben auch keine speziellen Landeplätze.

Die fliegen ihre Drohnen nicht dort wo Pakete auszuliefern sind, sondern in freien Flächen, z.B. Parks oder sonstwo in der Pampa!

Das wird kein Problem sein, egal ob aufm Land oder in Großstädten. Hauptsache der Empfänger ist in der Nähe und bestätigt, dass er da ist.

Der Empfänger ist bei der Arbeit oder sonstwo ... aber nicht an dem Platz wo die Drohne hat Platz zum landen!

Eine Drohne, die vom Himmel "fällt", abzufangen, ist auch nicht einfach und warum sollte man das scharenweise tun? Da werden ja keine schweren Teile transportiert. Klar, mit "Glück" hat der Dieb ein iPhone erwischt. Mit größerer Wahrscheinlichkeit wird es ein 5-Euro-Buch. Dafür macht er sich strafbar, die Polizei wird sofort kontaktiert und mit der Drohne kann er nichts anfangen, weil er sie nicht betreiben kann und sie auch keinen Verkaufswert hat.

Nun, das wird sich zeigen. Derzeit ist eine 25 Cent-Pfandflasche keine 5 Minuten mehr ohne Besitzer wenn man eine solche irgendwo hinlegt. Und Drohnen mit 500€ Smartphones können ohne Probleme ihr Ziel erreichen?

Tragfähigkeit ist auch kein Argument, weil das System nicht den Anspruch hat, Möbel zu liefern. Und gerade aufgrund der Reichweite entwickelte man solche Konzepte, da die Drohne hierbei weniger Energie benötigt und kürzere Wege hat.

Es stellt sich dann die Frage ob dann nun nur noch Kleinstakete transportiert werden können und was konkret zu dem bisherigen Modell ersetzt werden können ...
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Re: Drohnen als Lieferanten?

Beitragvon frems » Fr 30. Dez 2016, 20:06

jack000 hat geschrieben:(30 Dec 2016, 19:55)

Wo soll denn das sein bei z.B. Blockrandbebauung?

Vor der Haustür beispielsweise. Oder auf einem Parkplatz.

Die fliegen ihre Drohnen nicht dort wo Pakete auszuliefern sind, sondern in freien Flächen, z.B. Parks oder sonstwo in der Pampa!

Nicht nur, aber überwiegend, weil sie weniger Auflagen haben. Bei uns fliegen immer öfter Drohnen innerstädtisch, z.B. für Filmaufnahmen. Auch Immobilienfirmen machen ganz gerne entsprechende Aufnahmen von ihren (meist eher hochpreisigen) Objekten in urbaner Lage.

Der Empfänger ist bei der Arbeit oder sonstwo ... aber nicht an dem Platz wo die Drohne hat Platz zum landen!

Genau von diesem Gedanken musst Du Dich trennen. Die Lieferung erfolgt in wenigen Minuten und liegt nicht zig Stunden irgendwo herum. Wenn es nicht eilt, muss man nicht Drohnen oder Kurier einsetzen, sondern setzt auf günstiger Lieferoptionen. Du hast die falsche Vorstellung, dass ein Liefersystem a) alle Sendungen liefern können muss und b) den selben (zeitlichen) Bestell- bzw. Versandablauf hat wie konventionelle Lösungen. Diesen Anspruch hat das System aber nicht, sondern ist eine Ergänzung, um Zeit zu sparen, wenn es Bedarf gibt bzw. der Kunde dafür zahlen möchte.

Nun, das wird sich zeigen. Derzeit ist eine 25 Cent-Pfandflasche keine 5 Minuten mehr ohne Besitzer wenn man eine solche irgendwo hinlegt. Und Drohnen mit 500€ Smartphones können ohne Probleme ihr Ziel erreichen?

Die Pfandflasche kann ja abgegeben werden, man macht sich nicht strafbar und sie verfügt auch nicht über GPS und weitere Warnsysteme, wenn Störungen durch Dritte verursacht werden. Im Optimalfall liefert die Drohne noch Bilder von ihrem Umfeld, so wie es bei derzeit getesteten Lieferrobotern auch der Fall ist. 100%-ige Sicherheit gibt's nie. Bei uns wurde kürzlich bekannt, dass ein Zulieferer von Kriminellen bestochen wurde, damit er mal "vergisst", den Wagen abzuschließen, wenn er ein Paket in ein Haus trägt. Da haben sie so viele Pakete mitgenommen wie sie finden konnten. Ob der Inhalt wertvoll war, weiß ich nicht.

Es stellt sich dann die Frage ob dann nun nur noch Kleinstakete transportiert werden können und was konkret zu dem bisherigen Modell ersetzt werden können ...

Wer redet von "nur noch"? Man muss für jede Lieferung schauen, was die sinnvollste Transportoption ist. Da spielen viele Faktoren mit rein, zu denen auch Größe/Gewicht gehören. Wenn Du Dir ein Fahrrad bestellst, bringt das ja auch nicht der Postbote in vielen kleinen Briefumschlägen.
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Re: Drohnen als Lieferanten?

Beitragvon Adlerauge » Sa 31. Dez 2016, 01:48

Wenn ich mir ein Fahrrad kaufe,kaufe ich das direkt beim Händler,aber nicht über Internet.
Nobel geht die Welt zugrunde,sagte meine Mutter immer.
Was,aber nicht unbedingt von Vorteil ist.
Recht muss Recht bleiben, dem Unrecht muss das Recht entzogen werden!
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Re: Drohnen als Lieferanten?

Beitragvon frems » Sa 31. Dez 2016, 02:17

Adlerauge hat geschrieben:(31 Dec 2016, 01:48)

Wenn ich mir ein Fahrrad kaufe,kaufe ich das direkt beim Händler,aber nicht über Internet.
Nobel geht die Welt zugrunde,sagte meine Mutter immer.
Was,aber nicht unbedingt von Vorteil ist.

Ist ja auch jedem selbst überlassen. Ich hab mir zuletzt ein Gestell bestellt und alles weitere (Schaltung, Licht, Bremsen, Sattel, Räder, Lenker, ...) nach Bedarf gekauft, um es selbst zusammenzubauen. So hab ich genau das, was ich brauche bzw. will. Ich hätte natürlich auch einen Händler bitten können, die Einzelteile für mich zu bestellen, damit ich sie bei ihm abhole. Aber das hat für mich keinen Vorteil, genau wie eine Bestellung beim Buchhändler.

Ich wollte auch nur sagen: es gibt keine eierlegende Wollmilchsau in der Logistik. Auch in der Citylogistik, um die es hier geht, muss überall geschaut werden, welche Transportmittel überhaupt in Frage kommen und was der Kunde wünscht. Das ist bei internationaler Logistik nicht anders. Weihnachtsbaumkugeln aus China lässt man auch nicht per Flieger nach Europa bringen, genau wie Briefe nicht per Schiff transportiert werden. Deshalb haben die Verkehrsträger aber nicht weniger Berechtigung.
Labskaus!

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Re: Drohnen als Lieferanten?

Beitragvon Ger9374 » Sa 31. Dez 2016, 17:34

Es muss bei der Ware die geliefert wird nicht nur Grösse und Gewicht sondern auch ob die Ware versichert ist beachten. Viele Kunden erteilen im Voraus Vollmachten so das Sendungen nur an einem Wunschort abgelegt werden sollen falls
Sie nicht da sind. Haften tut dann alleine der Kunde falls die Sendung nicht da ist! Der Logistik er ist dann fein raus. Die erste Zeit dürften Drohnen wegen der geringen Nutzlast nur eine
geringe Rolle Spielen, dann die Unterschrift vom Kunden die oft geleistet werden muss.Über den
Zeitraum der nächsten Jahre mit mehr Leistung der Drohnen wird sich das aber ändern.
:thumbup: Es gibt eine Streitkultur, der Hass gehört ganz gewiss nicht dazu :thumbup: :thumbup: :D

Menschen sind Ausländer irgendwo: :thumbup:
Rassisten sind Arschlöcher überall: :thumbup:
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Re: Drohnen als Lieferanten?

Beitragvon Cobra9 » Sa 31. Dez 2016, 19:11

Drohungen als Lieferanten lehne Ich ab. Dann würde der Eiermann nimmer kommen
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Re: Drohnen als Lieferanten?

Beitragvon Aldemarin » Mo 16. Jan 2017, 18:42

Bei der Drohnenauslieferung dürfte die Zerbrechlichkeit eines Produktes eine Rolle spielen. Für nicht zerbrechliche Produkte könnte man auf den Dächern Trichter mit Fallrohren anbringen, die zu gepolsterten, abdschließbaren Auffangkammern führen, einrichten. In diese Trichter läßt dann die Drohne das Produkt fallen. Auslieferung zerbrechlicher Produkte per Drohne, die eine weiche Landung erfordert, würde bei den Kunden eine aufwändigere Einrichtung erfordern.

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