War's das für Stuttgart 21?

Moderator: Moderatoren Forum 4

Benutzeravatar
frems
Moderator
Beiträge: 40881
Registriert: Sa 4. Apr 2009, 13:43
Benutzertitel: Hochenergetisch
Wohnort: Hamburg, Europa

Re: War's das für Stuttgart 21?

Beitragvon frems » So 17. Jul 2016, 16:09

"Wir rechnen mit dem sicheren Scheitern von Stuttgart 21"
Für Samstag rufen die Gegner des Projekts Stuttgart 21 zu einer Demo auf. Sie soll für das Alternativkonzept des Bündnisses werben. Ist es für "Umstieg 21" nicht zu spät?

http://www.zeit.de/mobilitaet/2016-07/s ... ettansicht

In Stuttgart haben wieder tausende Menschen gegen das Bahnprojekt Stuttgart 21 protestiert. Nach Angaben der Veranstalter kamen 4.000 Teilnehmer zu der Veranstaltung unter dem Motto „Raus aus der Grube“ in die Stuttgarter Innenstadt. Die Polizei sprach von 2.500 Menschen, die an der friedlichen Kundgebung auf dem Schlossplatz und an dem anschließenden Zug zum Bahnhof teilnahmen.
http://www.taz.de/!5325501/

Erst Volksentscheid plärren und dann das Ergebnis nicht anerkennen. So kennt man sie, die Teilzeitdemokraten. Hat was von Pegida.
Labskaus!
Benutzeravatar
jorikke
Beiträge: 4831
Registriert: Sa 30. Mai 2009, 09:05

Re: War's das für Stuttgart 21?

Beitragvon jorikke » So 17. Jul 2016, 21:43

frems hat geschrieben:(17 Jul 2016, 17:09)

"Wir rechnen mit dem sicheren Scheitern von Stuttgart 21"
Für Samstag rufen die Gegner des Projekts Stuttgart 21 zu einer Demo auf. Sie soll für das Alternativkonzept des Bündnisses werben. Ist es für "Umstieg 21" nicht zu spät?

http://www.zeit.de/mobilitaet/2016-07/s ... ettansicht

In Stuttgart haben wieder tausende Menschen gegen das Bahnprojekt Stuttgart 21 protestiert. Nach Angaben der Veranstalter kamen 4.000 Teilnehmer zu der Veranstaltung unter dem Motto „Raus aus der Grube“ in die Stuttgarter Innenstadt. Die Polizei sprach von 2.500 Menschen, die an der friedlichen Kundgebung auf dem Schlossplatz und an dem anschließenden Zug zum Bahnhof teilnahmen.
http://www.taz.de/!5325501/

Erst Volksentscheid plärren und dann das Ergebnis nicht anerkennen. So kennt man sie, die Teilzeitdemokraten. Hat was von Pegida.


Der Bahnhof wird aber teurer.
Da ziehen sich die Burschen dran hoch. Als ob irgendein Bauprojekt nicht teurer wird. Teurer heißt, es kommt mehr Geld in Stgt. in den Umlauf. Alle, am Projekt beteiligten verdienen länger und haben mehr Geld um es in Stgt. unter die Leute zu bringen. Stgt. profitiert vielfältig. Wer die beengten Verhältnisse im Stgt. Talkessel kennt, der wird allein das großflächige Verschwinden der Gleisanlagen nicht hoch genug einschätzen.
Wer nimmt diese Protest Willi Wichtig´s denn noch ernst?
Benutzeravatar
frems
Moderator
Beiträge: 40881
Registriert: Sa 4. Apr 2009, 13:43
Benutzertitel: Hochenergetisch
Wohnort: Hamburg, Europa

Re: War's das für Stuttgart 21?

Beitragvon frems » So 17. Jul 2016, 21:52

jorikke hat geschrieben:(17 Jul 2016, 22:43)

Der Bahnhof wird aber teurer.
Da ziehen sich die Burschen dran hoch. Als ob irgendein Bauprojekt nicht teurer wird. Teurer heißt, es kommt mehr Geld in Stgt. in den Umlauf. Alle, am Projekt beteiligten verdienen länger und haben mehr Geld um es in Stgt. unter die Leute zu bringen. Stgt. profitiert vielfältig. Wer die beengten Verhältnisse im Stgt. Talkessel kennt, der wird allein das großflächige Verschwinden der Gleisanlagen nicht hoch genug einschätzen.
Wer nimmt diese Protest Willi Wichtig´s denn noch ernst?

Och, es gibt genug Bau- und Verkehrsprojekte, die im Rahmen bleiben. Die eignen sich nur nicht für Schlagzeilen, weshalb niemand drüber spricht. Deshalb redet man über die Elbphilharmonie, aber nicht über die neue U-Bahnlinie U4 nebenan. Ebenso über den BER, aber nicht das Berliner Stadtschloss. Und so weiter, und so fort.

Und sicherlich ist es möglich, dass es einen Nachschlag für S21 gibt. Dann muss man aber auch schauen, woran es liegt. Nicht selten sind solche Kostensteigerungen durch zusätzliche Maßnahmen entstanden. In Schleswig-Holstein war auch mal etwas Aufschrei, weil bekanntgegeben wurde, dass die Hinterlandanbindung für die Fehmarnbeltquerung (die die Dänen alleine planen, finanzieren und betreiben) teurer werden soll. Im vorletzten Absatz durfte man dann lesen, dass es daran lag, dass die Politik (neue rot-grüne Landesregierung) mehr Schallschutz forderte und eine Trassenvariante wählte, die zwar teurer ist, aber mehr Bürger entlastet, da sie nicht mehr so nah an (Erholungs-)Orten vorbeiläuft. Kann man ja machen, genau wie zusätzliche Kapazitäten beim BER schaffen oder irgendein Trostpflaster als Kompromiss bei S21. Das baut Dir aber niemand kostenlos. Entscheide ich mich nach dem Kauf eines Autos dann doch nachträglich für einige Extras, wird mir der Händler sie nicht schenken, sondern mich anlächeln, sie einbauen und dann die Rechnung hinlegen.

Erschwerend kommt bei dem Vorschlag ("Ausstieg 21" oder wie das im Interview heißt) hinzu, dass das Geld für S21 schon größtenteils ausgegeben ist. Wenn man das nun abbricht (was man politisch ja tun kann), dann hat man ein großes Loch und keinen Cent gespart. Deshalb ist deren "Unser Konzept kostet geschätzt nur 3,5 Mrd. Euro" ja ganz nett (frag mich nicht, ob die Rechnung des interviewten Kunsthistorikers stimmt), aber die kämen oben drauf, wenn man sich dafür entscheidet. Also 6,5 Milliarden plus X plus 3,5 Milliarden.
Labskaus!
Benutzeravatar
HugoBettauer
Beiträge: 22842
Registriert: Mo 16. Jul 2012, 15:43
Benutzertitel: Das blaue Mal
Wohnort: Anti-Anti

Re: War's das für Stuttgart 21?

Beitragvon HugoBettauer » So 17. Jul 2016, 22:28

jorikke hat geschrieben:(17 Jul 2016, 22:43)

Der Bahnhof wird aber teurer.
Da ziehen sich die Burschen dran hoch. Als ob irgendein Bauprojekt nicht teurer wird.

Die chinesische Mauer wurde auch teurer.
Benutzeravatar
jack000
Moderator
Beiträge: 21633
Registriert: So 1. Jun 2008, 17:21
Wohnort: Stuttgart

Re: War's das für Stuttgart 21?

Beitragvon jack000 » So 17. Jul 2016, 22:48

jorikke hat geschrieben:(17 Jul 2016, 22:43)

Der Bahnhof wird aber teurer.
Da ziehen sich die Burschen dran hoch. Als ob irgendein Bauprojekt nicht teurer wird. Teurer heißt, es kommt mehr Geld in Stgt. in den Umlauf. Alle, am Projekt beteiligten verdienen länger und haben mehr Geld um es in Stgt. unter die Leute zu bringen. Stgt. profitiert vielfältig.

So steht es zumindest in den Hochglanzprospekten drin. Wenn man sich nicht näher damit beschäftigen möchte reicht es aus das nachzuplappern. Ein Grund warum ich mal 100% Befürworter war bevor ich mit damit beschäftigte.

Wer die beengten Verhältnisse im Stgt. Talkessel kennt, der wird allein das großflächige Verschwinden der Gleisanlagen nicht hoch genug einschätzen.

Für was ist das jetzt ein Vorteil wenn das auch noch mit Büros und Wohnungen zugebaut wird? Was bessert das an den beengten Verhältnissen? Im Gegenteil wird alles noch schlimmer, da ja deswegen keine neue Strasse (Außer Sackgassen) gebaut wird und somit der zusätzliche Verkehr auf den bereits extrem hoch belasteten Strassen noch mehr zunehmen wird.
Ein Zeichen von Intelligenz ist der stetige Zweifel - Idioten sind sich immer todsicher, egal was sie tun ...
Benutzeravatar
frems
Moderator
Beiträge: 40881
Registriert: Sa 4. Apr 2009, 13:43
Benutzertitel: Hochenergetisch
Wohnort: Hamburg, Europa

Re: War's das für Stuttgart 21?

Beitragvon frems » So 17. Jul 2016, 23:13

jack000 hat geschrieben:(17 Jul 2016, 23:48)
Für was ist das jetzt ein Vorteil wenn das auch noch mit Büros und Wohnungen zugebaut wird? Was bessert das an den beengten Verhältnissen? Im Gegenteil wird alles noch schlimmer, da ja deswegen keine neue Strasse (Außer Sackgassen) gebaut wird und somit der zusätzliche Verkehr auf den bereits extrem hoch belasteten Strassen noch mehr zunehmen wird.

Ziemlich steile These. Nachverdichtung ist das beste Mittel gegen zunehmende Verkehre und verursacht keine induzierten (MIV-)Verkehre. Leute, die nach Stuttgart ziehen (z.B. für einen Job), werden es so oder so tun. Fragt sich nur, ob sie innerstädtisches Wohnen mit guter Radinfrastruktur und ÖPNV-Angeboten vorfinden -- oder ob sie ins Umland ziehen müssen und dann auf den Pkw setzen. Welches Szenario für die Verkehrssituation auf der Straße schlechter ist, kann man sich denken.
Labskaus!
Benutzeravatar
jack000
Moderator
Beiträge: 21633
Registriert: So 1. Jun 2008, 17:21
Wohnort: Stuttgart

Re: War's das für Stuttgart 21?

Beitragvon jack000 » Mo 18. Jul 2016, 09:44

frems hat geschrieben:(18 Jul 2016, 00:13)

Ziemlich steile These. Nachverdichtung ist das beste Mittel gegen zunehmende Verkehre und verursacht keine induzierten (MIV-)Verkehre. Leute, die nach Stuttgart ziehen (z.B. für einen Job), werden es so oder so tun. Fragt sich nur, ob sie innerstädtisches Wohnen mit guter Radinfrastruktur und ÖPNV-Angeboten vorfinden -- oder ob sie ins Umland ziehen müssen und dann auf den Pkw setzen. Welches Szenario für die Verkehrssituation auf der Straße schlechter ist, kann man sich denken.

Stuttgart hat quasi Vollbeschäftigung und neue Arbeitsplätze werden so gut wie nicht von denjenigen besetzt die bereits in Stuttgart wohnen. Die Wohnungen, die neu gebaut werden sind alle für die Besser- und Spitzenverdienerklasse:
http://www.cloudno7.de/
https://reissco.de/project/stuttgart-pa ... ser-platz/
Die gehören nicht unbedingt zu der Gruppe die den ÖPNV oder Fahrradwege nutzen sondern ein jeder Haushalt hat mindestens 2 Autos die die Strassen zusätzlich verstopfen.
=> Nachverdichtung verschlimmert die Verkehrssituation, da sich mehr Menschen die gleichen Kapazitäten teilen müssen.
=> Wenn man diese Büros gar nicht erst in der Stadt bauen würde, müsste auch keiner von außerhalb in die Stadt fahren.
Ein Zeichen von Intelligenz ist der stetige Zweifel - Idioten sind sich immer todsicher, egal was sie tun ...
Benutzeravatar
John Galt
Beiträge: 14493
Registriert: So 1. Jun 2008, 22:44
Benutzertitel: No Gods or Kings. Only Man.

Re: War's das für Stuttgart 21?

Beitragvon John Galt » Mo 18. Jul 2016, 09:44

[MOD - SPAM]

Stuttgart 21 ist selbst bei 20 Milliarden Kosten für die Region noch ein gutes Geschäft. Es sei denn die Grünen versagen komplett bei den Nachverhandlungen über die Kostenbeteiligung vom Land. Selbst dann dürfte es für die Region Stuttgart noch ein gutes Geschäft sein.
Civilization is the progress toward a society of privacy. The savage’s whole existence is public, ruled by the laws of his tribe. Civilization is the process of setting man free from men.
Benutzeravatar
HugoBettauer
Beiträge: 22842
Registriert: Mo 16. Jul 2012, 15:43
Benutzertitel: Das blaue Mal
Wohnort: Anti-Anti

Re: War's das für Stuttgart 21?

Beitragvon HugoBettauer » Mo 18. Jul 2016, 09:49

jack000 hat geschrieben:(18 Jul 2016, 10:44)

Stuttgart hat quasi Vollbeschäftigung und neue Arbeitsplätze werden so gut wie nicht von denjenigen besetzt die bereits in Stuttgart wohnen. Die Wohnungen, die neu gebaut werden sind alle für die Besser- und Spitzenverdienerklasse:
http://www.cloudno7.de/
https://reissco.de/project/stuttgart-pa ... ser-platz/
Die gehören nicht unbedingt zu der Gruppe die den ÖPNV oder Fahrradwege nutzen sondern ein jeder Haushalt hat mindestens 2 Autos die die Strassen zusätzlich verstopfen.
=> Nachverdichtung verschlimmert die Verkehrssituation, da sich mehr Menschen die gleichen Kapazitäten teilen müssen.
=> Wenn man diese Büros gar nicht erst in der Stadt bauen würde, müsste auch keiner von außerhalb in die Stadt fahren.

Ohne Auto würde ich Stuttgart auch nicht bereisen. Anders als Berlin, Hamburg oder Dresden. Mit dem Radl vom Bahnhof nach Degerloch? Frohes Schwitzen. Öpnv? Arg. Bleibt das Taxi. Das fährt auf der Strasse wie alle anderen. Oder steht.
Benutzeravatar
jack000
Moderator
Beiträge: 21633
Registriert: So 1. Jun 2008, 17:21
Wohnort: Stuttgart

Re: War's das für Stuttgart 21?

Beitragvon jack000 » Mo 18. Jul 2016, 09:57

frems hat geschrieben:(09 Jul 2016, 15:58)
Aber rein verkehrsplanerisch mal betrachtet: man ist schneller wieder aus Stuttgart raus.

http://www.kontextwochenzeitung.de/file ... _u_K21.png
Ab der Scharnhäuser kurve Trennen sich die beiden Konzepte. Warum ist der Zug auf der roten Strecke so viel was spürbarer schneller in oder außerhalb der Stadt? (Zumal dem der Zug auf der Grünen Strecke nicht noch am Bahnhof hält).

Ein ITF bringt Dir nichts, wenn der Zug zu spät kommt. Das ist eine andere Baustelle. Für dessen Einführung ist es auch erstmal unerheblich, ob Kopf- oder Durchgangsbahnhof. Auch wieder ein völlig anderes Thema.

Sicherlich kann ein Zug nicht beliebig zu spät kommen aber bei dem fragilien Gebilde ohne jede Kapazitätsreserven reichen schon kleinste Verspätungen um alles durcheinander zu Kegeln. ICE-Halte sind mit 2 Minuten kalkuliert und die ganze Berechnung sowieso frisiert da man einer Rush-Hour von 6-10 Uhr ausgeht und die Kapazitäten über den gesamten Zeitraum so berechnet anstatt die Zeit von 7-8 Uhr (Hauptzeit) betrachtet.
Ein Zeichen von Intelligenz ist der stetige Zweifel - Idioten sind sich immer todsicher, egal was sie tun ...
Benutzeravatar
jorikke
Beiträge: 4831
Registriert: Sa 30. Mai 2009, 09:05

Re: War's das für Stuttgart 21?

Beitragvon jorikke » Mo 18. Jul 2016, 10:00

John Galt hat geschrieben:(18 Jul 2016, 10:44)

[MOD - SPAM]

Stuttgart 21 ist selbst bei 20 Milliarden Kosten für die Region noch ein gutes Geschäft. Es sei denn die Grünen versagen komplett bei den Nachverhandlungen über die Kostenbeteiligung vom Land. Selbst dann dürfte es für die Region Stuttgart noch ein gutes Geschäft sein.


Stgt. hat einen sauberen Schnitt gemacht. Die lassen andere für die Entwicklung ihrer Stadt zahlen.
Der Protest setzt sich deshalb auch fifty/fifty zusammen. Die eine Hälfte sind Stuttgarter, denen es ungeheuer peinlich ist, wie sie Bund, Land und Bahn über den Tisch gezogen haben. Die wollen ablenken und so tun als sei es ihnen oâgnähm.
Die andere Hälfte der Protestierer sind "Einwanderer", die es zu Hause zu nichts gebracht haben und jetzt den Neid rauslassen.
Benutzeravatar
frems
Moderator
Beiträge: 40881
Registriert: Sa 4. Apr 2009, 13:43
Benutzertitel: Hochenergetisch
Wohnort: Hamburg, Europa

Re: War's das für Stuttgart 21?

Beitragvon frems » Mo 18. Jul 2016, 13:22

jack000 hat geschrieben:(18 Jul 2016, 10:44)

Stuttgart hat quasi Vollbeschäftigung und neue Arbeitsplätze werden so gut wie nicht von denjenigen besetzt die bereits in Stuttgart wohnen. Die Wohnungen, die neu gebaut werden sind alle für die Besser- und Spitzenverdienerklasse:
http://www.cloudno7.de/
https://reissco.de/project/stuttgart-pa ... ser-platz/
Die gehören nicht unbedingt zu der Gruppe die den ÖPNV oder Fahrradwege nutzen sondern ein jeder Haushalt hat mindestens 2 Autos die die Strassen zusätzlich verstopfen.
=> Nachverdichtung verschlimmert die Verkehrssituation, da sich mehr Menschen die gleichen Kapazitäten teilen müssen.
=> Wenn man diese Büros gar nicht erst in der Stadt bauen würde, müsste auch keiner von außerhalb in die Stadt fahren.

Gut möglich, dass es viele sind, die neu nach Stuttgart ziehen. Aber auch da bleibt die Frage: wo würden die Menschen wohnen, wenn es keine attraktiven, innerstädtischen Wohnflächen gibt? Ist man eine "autogerechte Stadt" ohne Angebote, dann muss man sich nicht wundern, wenn der MIV dominiert und mit ihm die besagten Probleme.
Labskaus!
Benutzeravatar
frems
Moderator
Beiträge: 40881
Registriert: Sa 4. Apr 2009, 13:43
Benutzertitel: Hochenergetisch
Wohnort: Hamburg, Europa

Re: War's das für Stuttgart 21?

Beitragvon frems » Mo 18. Jul 2016, 13:32

jack000 hat geschrieben:(18 Jul 2016, 10:57)

http://www.kontextwochenzeitung.de/file ... _u_K21.png
Ab der Scharnhäuser kurve Trennen sich die beiden Konzepte. Warum ist der Zug auf der roten Strecke so viel was spürbarer schneller in oder außerhalb der Stadt? (Zumal dem der Zug auf der Grünen Strecke nicht noch am Bahnhof hält).

http://www.bahnprojekt-stuttgart-ulm.de ... astruktur/

Sicherlich kann ein Zug nicht beliebig zu spät kommen aber bei dem fragilien Gebilde ohne jede Kapazitätsreserven reichen schon kleinste Verspätungen um alles durcheinander zu Kegeln. ICE-Halte sind mit 2 Minuten kalkuliert und die ganze Berechnung sowieso frisiert da man einer Rush-Hour von 6-10 Uhr ausgeht und die Kapazitäten über den gesamten Zeitraum so berechnet anstatt die Zeit von 7-8 Uhr (Hauptzeit) betrachtet.

Die Hauptverkehrszeit (HVZ) beträgt auch nicht nur eine Stunde. Man kann nun streiten, ob sie vier Stunden gehen muss, aber drei sind auf jeden Fall die regeln. Da wird es sicherlich lokale Verkehrszählungen gegeben haben. Ein 2-minütiger Halt ist kaum machbar, wenn der Zug über das selbe Gleis ein- und ausfährt. Hat er Verspätung, kann der folgende Zug kurz hinter bzw. vor dem Gleis warten und einfahren, sobald der vorige Zug weitergefahren ist. Bei einem Kopfbahnhof geht das nicht, da der Bereich bis zur ersten Weiche freigehalten werden muss. Teilen sich mehrere Linien die Trasse bis zum Bahnhof, kriegst Du schnell eine Verstopfung (sog. Nonius-Effekt bei niedrigem Takt) und mehrere Züge können keinen Anschluss gewähren. Für einen ITF ist das ziemlich schlecht.

Die Hauptverkehrszeit geht üblicherweise von 6 bis 9 Uhr und von 16 bis 19 Uhr. Im ländlichen Raum können sich Beginn und Ende um bis zu einer Stunde verlagern, da meist die Fahrtzeiten für die Pendler zwischen Land und Ballungsgebieten größer sind.

https://de.wikipedia.org/wiki/Verkehrszeiten
Labskaus!
Benutzeravatar
jack000
Moderator
Beiträge: 21633
Registriert: So 1. Jun 2008, 17:21
Wohnort: Stuttgart

Re: War's das für Stuttgart 21?

Beitragvon jack000 » Di 19. Jul 2016, 11:06


Da wird von der bestehenden Bahnhofsstruktur ausgegangen. Dass diese im Rahmen eines Kopfbahnhofskonzept angepasst werden würde ist doch klar:
http://archiv.vcd-bw.de/themen/s21/kopf ... a_k21.html

Ein 2-minütiger Halt ist kaum machbar, wenn der Zug über das selbe Gleis ein- und ausfährt. Hat er Verspätung, kann der folgende Zug kurz hinter bzw. vor dem Gleis warten und einfahren, sobald der vorige Zug weitergefahren ist.

Genau das ist das Problem bei S21 und der teilweisen Doppelbelegung von Gleisen sowie kalkulierte 2 Minuten Halts von ICEs
=> Alles auf Kannte genäht!

Bei einem Kopfbahnhof geht das nicht, da der Bereich bis zur ersten Weiche freigehalten werden muss. Teilen sich mehrere Linien die Trasse bis zum Bahnhof, kriegst Du schnell eine Verstopfung (sog. Nonius-Effekt bei niedrigem Takt) und mehrere Züge können keinen Anschluss gewähren. Für einen ITF ist das ziemlich schlecht.

Warum? Wenn ein Zug zu spät kommt, kommt er halt zu spät. Man hat ja immerhin doppelt so viel Gleise wo man Züge "parken" kann.
Ein Zeichen von Intelligenz ist der stetige Zweifel - Idioten sind sich immer todsicher, egal was sie tun ...
Benutzeravatar
frems
Moderator
Beiträge: 40881
Registriert: Sa 4. Apr 2009, 13:43
Benutzertitel: Hochenergetisch
Wohnort: Hamburg, Europa

Re: War's das für Stuttgart 21?

Beitragvon frems » Di 19. Jul 2016, 13:17

jack000 hat geschrieben:(19 Jul 2016, 12:06)
Warum? Wenn ein Zug zu spät kommt, kommt er halt zu spät. Man hat ja immerhin doppelt so viel Gleise wo man Züge "parken" kann.

Die Gleise bringen Dir nichts, wenn sie für den verspäteten Zug am Bahnsteig frei bleiben müssen. Das Gleisfeld wird eben nicht nur doppelt so effizient genutzt, sondern funktioniert in beiden Richtung, selbst wenn eine Weichenstörung auftreten sollte. (Ganz zu schweigen davon, dass man viel Platz spart, der anderweitig genutzt werden kann, aber offensichtlich ist das ja nicht erwünscht ... :? )
Labskaus!
Benutzeravatar
jack000
Moderator
Beiträge: 21633
Registriert: So 1. Jun 2008, 17:21
Wohnort: Stuttgart

Re: War's das für Stuttgart 21?

Beitragvon jack000 » Di 19. Jul 2016, 16:07

frems hat geschrieben:(19 Jul 2016, 14:17)

Die Gleise bringen Dir nichts, wenn sie für den verspäteten Zug am Bahnsteig frei bleiben müssen.

Nein, die können genau mit dem doch belegt werden, bzw. können die Anschlüsszüge warten.

Das Gleisfeld wird eben nicht nur doppelt so effizient genutzt, sondern funktioniert in beiden Richtung, selbst wenn eine Weichenstörung auftreten sollte.

Ja, es es besonders effizient darin das ein Zug fahren muss wenn der nächste kommt und das ist nicht wirklich förderlich für einen ITF, denn ITF bedeutet effizient beim Umsteigen zu sein (=Es sind Züge da zum Umsteigen und nicht schon weg weil keine Gleiskapazität mehr frei ist).
Ein Zeichen von Intelligenz ist der stetige Zweifel - Idioten sind sich immer todsicher, egal was sie tun ...
Benutzeravatar
frems
Moderator
Beiträge: 40881
Registriert: Sa 4. Apr 2009, 13:43
Benutzertitel: Hochenergetisch
Wohnort: Hamburg, Europa

Re: War's das für Stuttgart 21?

Beitragvon frems » Mi 20. Jul 2016, 13:15

jack000 hat geschrieben:(19 Jul 2016, 17:07)

Nein, die können genau mit dem doch belegt werden, bzw. können die Anschlüsszüge warten.


Ja, es es besonders effizient darin das ein Zug fahren muss wenn der nächste kommt und das ist nicht wirklich förderlich für einen ITF, denn ITF bedeutet effizient beim Umsteigen zu sein (=Es sind Züge da zum Umsteigen und nicht schon weg weil keine Gleiskapazität mehr frei ist).

Der ITF ist gar kein Thema. Zudem hast Du gerade einen Denkfehler: ein Rendezvous-Verkehr ist niemals am selben Gleis, auch nicht beim Kopfbahnhof.
Labskaus!
Benutzeravatar
jack000
Moderator
Beiträge: 21633
Registriert: So 1. Jun 2008, 17:21
Wohnort: Stuttgart

Re: War's das für Stuttgart 21?

Beitragvon jack000 » Mi 20. Jul 2016, 16:44

Fernsehtipp:
Immer höhere Kosten, kaum Kontrolle – Das Milliardengrab Stuttgart 21

Laut der Deutschen Bahn ist Stuttgart 21 das bestgeplante Projekt. Doch seit Jahren steigen die Kosten für den unterirdischen Bahnhof immer weiter. Nun geht der Bundesrechnungshof sogar von bis zu 10 Milliarden Euro aus. Rund die Hälfte davon ist bisher nicht finanziert, trotzdem baut die Bahn unbeirrt weiter – mit Unterstützung der Politik. Nach Informationen von "Plusminus“ waren die hohen Kosten Insidern schon lange bekannt. Doch wirksame Kontrollen sind beim Staatskonzern kaum möglich, die wahren Baukosten nicht transparent.

http://www.daserste.de/information/wirt ... 6-102.html
Ein Zeichen von Intelligenz ist der stetige Zweifel - Idioten sind sich immer todsicher, egal was sie tun ...
Benutzeravatar
jack000
Moderator
Beiträge: 21633
Registriert: So 1. Jun 2008, 17:21
Wohnort: Stuttgart

Re: War's das für Stuttgart 21?

Beitragvon jack000 » Fr 26. Aug 2016, 15:27

Anfang September wird nämlich der Bundesrechnungshof seine Berichte zu Stuttgart 21 vorlegen. Sie bergen offenbar so viel Brisanz, dass mancher schon darüber spekuliert, ob das Projekt doch noch abgebrochen wird.

[...]
Die große böse Zahl steht schon im Raum: Auf 10 Milliarden Euro könnte der Finanzbedarf für Stuttgart 21 anwachsen, verlautete im Juli aus dem Bundesrechnungshof. Jetzt wird der Bundestag im Detail darüber informiert, welche Risiken der Rechnungshof sieht – und welche Handlungsmöglichkeiten es gibt.

Die Gegner des Projekts Stuttgart 21 werden genau hinhören. Und eben nicht nur das Häufchen jener Demonstranten, die unverdrossen jeden Montag gegen den Tiefbahnhof auf die Straße gehen, zum 336. Mal am kommenden Montag.

Weil es um viele Milliarden geht, könnte das Projekt doch noch gekippt werden, das schon so viele Hürden genommen hat, einschließlich einer Bürgerbefragung. Den Ball legt der Bundesrechnungshof jetzt in den Bundestag. Jetzt sind zwei Berichte fertig gestellt, die vielleicht schon Ende nächster Woche verschickt werden, spätestens übernächste Woche.

http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/w ... 06888.html

Und wieder 50% teurer ... :rolleyes:
Ein Zeichen von Intelligenz ist der stetige Zweifel - Idioten sind sich immer todsicher, egal was sie tun ...
Benutzeravatar
frems
Moderator
Beiträge: 40881
Registriert: Sa 4. Apr 2009, 13:43
Benutzertitel: Hochenergetisch
Wohnort: Hamburg, Europa

Re: War's das für Stuttgart 21?

Beitragvon frems » Fr 26. Aug 2016, 15:41

jack000 hat geschrieben:(26 Aug 2016, 16:27)

http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/w ... 06888.html

Und wieder 50% teurer ... :rolleyes:

Wart doch erstmal ab wie hoch der Endpreis ist. Dann kann man sich noch immer überlegen, ob es sich gelohnt hat oder nicht.
Labskaus!

Zurück zu „41. Verkehrswesen - Fahrzeuge - Logistik“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast