Renaissance der Strassenbahn.

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Re: Renaissance der Strassenbahn.

Beitragvon Sole.survivor@web.de » Do 14. Dez 2017, 22:26

Dampflok94 hat geschrieben:(14 Dec 2017, 12:13)

Vielleicht ist in D die Autolobby noch stärker als in F. Für viele Autofahrer gilt die Tram noch immer als Nogo. Häufig mußte ja die Straßenbahn weichen, weil sie den Autoverkehr störte. Ob angeblich oder tatsächlich ist dabei egal. Daher sind auch moderne Betriebe, gerade neu entstandene, eher Stadt- denn Straßenbahnen. Da sie zum Großteil auf eigenem Plenum fahren. Und mit dem Autoverkehr nur noch in Kontakt geraten, wenn sie ihn kreuzen.

Es gibt einfach fast keine Fördermittel für klassische Strecken, die im Straßenverkehr mitlaufen. Sowas plant auch keiner mehr, wenn es baulich nicht unbedingt sein muss.
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H2O
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Re: Renaissance der Strassenbahn.

Beitragvon H2O » Fr 15. Dez 2017, 08:11

Sole.survivor@web.de hat geschrieben:(14 Dec 2017, 22:17)

In Bremen verlegt man gern mal Gleise so, dass die Fahrzeuge in der Kurve Begegnungsverbot haben müssen. Oder buddelt sie wieder aus und macht dann denselben Fehler gleich wieder.


Das ist eben hanseatische Verlässlichkeit. Wenn einmal ein Fehler sich als solcher bewährt hat, dann gibt es keinen guten Grund, über neue Fehler nach zu denken!
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garfield336
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Re: Renaissance der Strassenbahn.

Beitragvon garfield336 » Fr 15. Dez 2017, 08:36

Sole.survivor@web.de hat geschrieben:(14 Dec 2017, 22:26)

Es gibt einfach fast keine Fördermittel für klassische Strecken, die im Straßenverkehr mitlaufen. Sowas plant auch keiner mehr, wenn es baulich nicht unbedingt sein muss.


Sie laufen ja nicht im Strassenverkehr mit sondern haben ihre eigene Spur.

Nur überalldort wo eine Tramtrasse läuft müssen Autos weg. Weil auf schmaleren Strassen dann einfach kein Platz mehr für Autos ist.
Dagegen wehren sich viele Autofahrer. Die wollen lieber morgens im Stau stehen. :|
Zuletzt geändert von garfield336 am Fr 15. Dez 2017, 08:45, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Renaissance der Strassenbahn.

Beitragvon garfield336 » Fr 15. Dez 2017, 08:43

Dampflok94 hat geschrieben:(14 Dec 2017, 20:06)

Was hier auch auffällt sind die Daten der Stillegung. 50er und frühe 60er Jahre. Wie in D. Da starben die meinten Straßenbahnbetriebe. Ich nehme an,die Gründe sind die selben. Durch Kriegs und Nachkriegszeit hatte sich ein Investitionsstau ergeben. Das Netz war marode, das rollende Materil veraltet. Und so mußte die Grundsatzentscheidung getroffen werden: Investieren oder stilllegen. Leider fiel die Entscheidung häufig genug auf letzteres. Wo die Entscheidung auf Investition fiel, sind die Bahnen meist heutenoch vorhanden. (Ausnahmen bestätigen die Regel.)


Nun ich kann nur die Erfahrung aus meiner Stadt schildern.

Dort installierte man so um 1880 eine Pferdebahn die dann ab 1908 komplett elektrisch betrieben wurde.
Zirka 1930 hatte das Netz die grösste Ausdehnung und bestand aus 10Linien. Aber bereits ab 1930 gab es keine Fördermittel mehr für diese alte klassische strassenbahn.
Auf jeder neuen Linie wurde gleich ein Omnibus-Linie eingerichtet. Aber auch die Wagen wurden nicht mehr modernisiert. So dass bei der Stillegung der letzten Strecke 1964 alle Fahrzeuge und Installationen immer noch aus den 20iger Jahren waren und dementsprechend zirka 40 Jahre alt.

Dann entschloss man sich einfach alles niederzureissen als auf den neusten Stand zu bringne. Man versäumte es einfach während den Kriegsjahren und auch danach das Netz zu modernisieren und instand zu halten. und dann war es natürlich klar dass zum Zeitpunkt der Stilllegung alles marode und veraltet war.

Man hätte als man das Netz stillegte sowieso alles rausreissen müssen und neu machen müssen. Weil es einfach zu alt war. :s
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Re: Renaissance der Strassenbahn.

Beitragvon pikant » Fr 15. Dez 2017, 08:59

garfield336 hat geschrieben:(14 Dec 2017, 13:52)

Die Saarbahn ist das einzige Neubauprojekt das ich kenne.


nicht ganz, denn in Saarbruecken Stadt gab es bis 1965 eine Strassenbahn und die Saarbahn faehrt in Saarbreucken fast exakt auf der Strassenbahntrasse.
Ausserhalb der Landeshauptstadt ist es Neubau und seit 1997 grosser Erfolg Riegelsberg - Saargemuend Frankreich
Laenge knapp 50km und taeglich sind es 40 000 Personen, die die Saarbahn im Schnitt benutzen
Forbach-Dudweiler und Saarbreucken-Voelklinen sind in der Diskussion und die Saarbahn ist nicht mehr wegzudenken
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Re: Renaissance der Strassenbahn.

Beitragvon garfield336 » Fr 15. Dez 2017, 09:10

pikant hat geschrieben:(15 Dec 2017, 08:59)

nicht ganz, denn in Saarbruecken Stadt gab es bis 1965 eine Strassenbahn und die Saarbahn faehrt in Saarbreucken fast exakt auf der Strassenbahntrasse.
Ausserhalb der Landeshauptstadt ist es Neubau und seit 1997 grosser Erfolg Riegelsberg - Saargemuend Frankreich
Laenge knapp 50km und taeglich sind es 40 000 Personen, die die Saarbahn im Schnitt benutzen
Forbach-Dudweiler und Saarbreucken-Voelklinen sind in der Diskussion und die Saarbahn ist nicht mehr wegzudenken


Es ist trotzdem ein Neubau auch wenn es die alte Strecke bedient.
Pikant ich war da auf der Universität ;)
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Re: Renaissance der Strassenbahn.

Beitragvon pikant » Fr 15. Dez 2017, 09:15

garfield336 hat geschrieben:(15 Dec 2017, 09:10)

Es ist trotzdem ein Neubau auch wenn es die alte Strecke bedient.
Pikant ich war da auf der Universität ;)
Ich bin täglich Saarbahn gefahren


Luxeelburg hat jetzt auch die Tram und schon ist einer entgleist :D
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Re: Renaissance der Strassenbahn.

Beitragvon garfield336 » Fr 15. Dez 2017, 10:43

pikant hat geschrieben:(15 Dec 2017, 09:15)

Luxeelburg hat jetzt auch die Tram und schon ist einer entgleist :D


Ja gleich am ersten Betriebstag.
Beim Gleiswechsel ist er rausgesprungen. An der Endhaltestelle mus er wechseln um wieder zurück. Villeicht wurde die Weiche falsch eingestellt.

Warun dauerte es in Saarbrücken so lange für die zweite Strecke? Die ist doch schon seit 20Jahren im Gespräch. Geldmangel ?
Als ich dort studierte habe ich schon einen Plan gesehen von einer Bahn die nach Dudweiler ging un die Universität anschloss.
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Re: Renaissance der Strassenbahn.

Beitragvon pikant » Fr 15. Dez 2017, 10:50

garfield336 hat geschrieben:(15 Dec 2017, 10:43)

Ja gleich am ersten Betriebstag.
Beim Gleiswechsel ist er rausgesprungen. An der Endhaltestelle mus er wechseln um wieder zurück. Villeicht wurde die Weiche falsch eingestellt.

Warun dauerte es in Saarbrücken so lange für die zweite Strecke? Die ist doch schon seit 20Jahren im Gespräch. Geldmangel ?
Als ich dort studierte habe ich schon einen Plan gesehen von einer Bahn die nach Dudweiler ging un die Universität anschloss.

ja! - kein Geld da angeblich vom Land

bei Voelklingen-Saarbruecken muessten auch noch Grubenschaeden beseitigt werden - auch da fehlt das Geld
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Re: Renaissance der Strassenbahn.

Beitragvon Sole.survivor@web.de » Fr 15. Dez 2017, 11:00

garfield336 hat geschrieben:(15 Dec 2017, 08:36)

Sie laufen ja nicht im Strassenverkehr mit sondern haben ihre eigene Spur.

Dafür gibt es Fördermittel [in Deutschland]
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Re: Renaissance der Strassenbahn.

Beitragvon garfield336 » Fr 15. Dez 2017, 11:11

pikant hat geschrieben:(15 Dec 2017, 10:50)

ja! - kein Geld da angeblich vom Land

bei Voelklingen-Saarbruecken muessten auch noch Grubenschaeden beseitigt werden - auch da fehlt das Geld


ist es dann jetzt beschlossen? Oder immer noch in "Planung". :|
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Re: Renaissance der Strassenbahn.

Beitragvon pikant » Fr 15. Dez 2017, 11:17

garfield336 hat geschrieben:(15 Dec 2017, 11:11)

ist es dann jetzt beschlossen? Oder immer noch in "Planung". :|


laut Verkehrsentwicklungsplan Saarbruecken ist die Strecke Forbach -Saarbruecken -Uni in der Planung, aber das Land sieht wegen der Schuldenbremse keine Moeglichkeit sich an den Kosten zu beteiligen. Die EU und der Bund weigern sich die Kosten des Landes zu uebernehmen.
die Strecke Voelklingen-Saarbreucken ist zurueckgestellt worden im Verkehrsentwicklungsplan wegen diese Gruebenschaeden auf der geplanten Strecke.
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Re: Renaissance der Strassenbahn.

Beitragvon garfield336 » Fr 15. Dez 2017, 11:18

Sole.survivor@web.de hat geschrieben:(15 Dec 2017, 11:00)

Dafür gibt es Fördermittel [in Deutschland]


Als klassische Strassenbahn die mit dem Verkehr zwischen den Autos mitschwimmt sehe ich auch keinen Mehrwert. Das können Busse besser.
Strassenbahnen brauchen ihre eigene Spur um Effizient und schnell zu sein. Ausserdem sind hohe Taktraten nur so möglich. Allerdings bedeutet dies 2 Fahrbahnen weniger für Autos, und das wird vermutlich der Grund sein warum immer dagegen gemeckert wird.

Aber unterirdisch Gleise zu verlegen ist sehr teuer.
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Re: Renaissance der Strassenbahn.

Beitragvon Kael » Mi 28. Feb 2018, 13:12

Hochbahnen würden auch in STädten Sinn ergeben welche eine eher dichte Bebauung haben und keine weiteren Linien erlauben würden.

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