Bahngleise nur für Schnellzüge

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Re: Bahngleise nur für Schnellzüge

Beitragvon Sole.survivor@web.de » Do 31. Aug 2017, 11:24

immernoch_ratlos hat geschrieben:(31 Aug 2017, 11:52)

Meine Idee ist es ganz sicher nicht - warum immer dieses Festhalten an überkommenem ? Erste Versuche Autobahnabschnitte nachträglich zu "elektrifizieren" für LKW gibt es ja schon. Das Fahrzeug - könnte auch ein Bus sein - verlässt die BAB und erreicht sein Ziel über ebenfalls vorhandene Straßen. Dazu muss weder das Schienennetz aufgegeben werden, noch müssen noch mehr BAB gebaut werden. Wenn sich diese "Spezialspur" links befindet wäre das für die notwendige "Entflechtung" sicher sinnvoll und würde nur die "Raser" wirklich stören.


Du möchtest Autos, deren Höchstgeschwindigkeit 80 oder 100 km/h ist, über die linke Seite (und folglich über den gegenverkehr) aus der Autobahn ausbiegen lassen?

Mit den bereits heute vorhandenen Patenten für das "autonome Fahren" entstünde so eine höchst flexibler "Zug" der nur noch theoretisch einen Anfang und ein Ende hat.

Wichtig sind nicht Patente, sondern was im Auto wirklich vorhanden ist.

Das sich einzelne Fahrzeuge überholen wollen, ist lediglich der Idee geschuldet geradezu verzweifelt "Erster sein zu wollen".

Das ist falsch. Wenn du ein Fahrzeug, das maximal 80 km/h fährt, nicht überholst, wirst du maximal 80 km/h fahren. Unabhängig davon, dass 130-160 km/h auf vielen Autobahnen realistisch erreichbare Durchschnittsgeschwindigkeiten sind. Damit kommst du erheblich schneller ans Ziel.
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Re: Bahngleise nur für Schnellzüge

Beitragvon immernoch_ratlos » Fr 1. Sep 2017, 21:37

Schon klar, die Möglichkeit in diesem dicht besiedelten Land zusätzliche Bahnlinien "dranzukleben" ist eine wunderbare Traumvorstellung.

Das der Verkehr einzig einem Ziel dient - jenseits von blödsinniger durch Werbung in die Köpfe beförderte "Emotionalität" beim Fahren - will da selbstverständlich nicht in die Köpfe von all denen, welche sich die Welt von Morgen lediglich als eine aufgehübschte Welt von Gestern vorzustellen vermögen. :dead:

Das erstaunliche an Zügen - um die geht es doch hier - hier überholt keiner - die erreichbare Durchschnittsgeschwindigkeit eines "Konvois" also auch ein "elektronischer Verbund" ist in jeder Hinsicht ökonomischer und sicherer, als das Herumfahren von Individuen in einem breiten aber immer nutzloseren Geschwindigkeitsspektrum heutiger BAB.

Fahrzeuge die "autonom" sind, können selbstverständlich derartige Ein - und Ausfädelungsmanöver durchführen. Doch dazu fehlt es Dir an der notwendigen techn. Fantasie.

Der physikalische Zusammenhang "Form und daraus der cW-Wert" gibt vor bei welcher Geschwindigkeit eine ökonomische Fahrweise überhaupt möglich ist. Die geringsten Schadstoffemissionen - aber auch energetischer Aufwand - werden bei Geschwindigkeiten von 75km/h erzielt. Sowohl darunter, aber auch darüber erhöhen sich die Emissionen wieder. Einmal ganz davon abgesehen, auf dt. BAB beträgt die "Richtgeschwindigkeit" 130 km/h
Der Bundesgerichtshof stellte 1992 fest: „wer schneller als 130 km/h fährt, vergrößert in haftungsrelevanter Weise die Gefahr, daß sich ein anderer Verkehrsteilnehmer auf diese Fahrweise nicht einstellt, insbesondere die Geschwindigkeit unterschätzt.“
Deutlicher geht es wohl kaum :
Aus einem Urteil des Oberlandesgerichts Nürnberg (Az: 13 U 712/10) geht hervor, dass selbst, wenn es sich beim zu schnell Fahrenden um das Unfallopfer handelt, ein Mitverschulden hieraus resultieren kann. Das heißt, dass auch bei überwiegendem Verschulden des Unfallgegners, etwa wenn dieser nach einer Autobahnauffahrt sofort auf die linke Spur gewechselt ist, der Geschädigte einen Teil des Schadens selber tragen muss (Oberlandesgericht Stuttgart, 11. November 2009, Az.: 3 U 122/09).

Ein Fahrzeugführer, der auf einer Autobahn mit seinem Pkw – insbesondere bei Dunkelheit – die Richtgeschwindigkeit von 130 km/h mit 200 km/h um über 50 % und damit massiv überschreitet, trägt bei einem Unfall – auch bei einem schwerwiegenden Verkehrsverstoß des Unfallgegners – eine Mithaftung. Dies entschied das Oberlandesgericht Koblenz am 14. Oktober 2013 (Az. 12 U 313/13). Die Richter begründeten ihr Urteil damit, dass die Richtgeschwindigkeit gerade dafür empfohlen worden ist, Gefahren herabzusetzen, die vom Betrieb eines Kraftfahrzeugs mit hoher Geschwindigkeit erfahrungsgemäß ausgehen. Wer hingegen, zumal wie vorliegend bei Dunkelheit, die Richtgeschwindigkeit in massiver Art und Weise ignoriert, führt zugunsten seines eigenen schnellen Fortkommens den gegebenen Unfallvermeidungsspielraum nahezu gegen Null zurück. Eine Geschwindigkeit im Bereich von 200 km/h ermöglicht es in der Regel nicht mehr, Unwägbarkeiten in der Entwicklung einer regelmäßig durch das Handeln mehrerer Verkehrsteilnehmer geprägten Verkehrssituation rechtzeitig zu erkennen und sich darauf einzustellen.
Nun ja die meisten sehen sich weit jenseits der üblichen menschlichen Leistungsbegrenzung, aber darum geht es hier ja nicht. Es geht um Möglichkeiten zukünftig aus dem was bereits existiert, den maximalen Nutzen zu ziehen.

Was Dein intelligenter Einwurf zu Patenten angeht. Klar noch nicht, aber in zunehmendem Maß finden immer mehr digitale Komponenten in Fahrzeugen ihren Platz und schränken (noch unmerklich) das sog. "freie Fahren" ein. Wenn beliebige Fahrzeuge "miteinander und mit der gerade befahrenen Strecke kommunizieren können", ist es durchaus möglich, z.B. die nur für menschl. Fahrer relevanten Abstände, zu minimieren, Geschwindigkeiten untereinander "vorausschauend" anzupassen usw. usf.

Das dies auf der aktuellen BAB noch nicht möglich ist, ist mindestens so aktuell, wie eine gedachte "Zweite Schiene" für schnelle Extrazüge. Auch dort kommt es zwangsläufig zu "Überschneidungen" - Zwangsmischung unterschiedlicher Systeme.

Es ist einfach Quatsch den Istzustand auf einen spekulativen zukünftige Zustand anwenden zu wollen. Das gegenwärtige System ist zu großen Teilen völlig ineffizient. Vermutlich müssen die aktuellen Generationen, denen das nicht in den Kopf will, erst wegsterben, bevor sich die einfache Idee, miteinander verbundene / vernetzte Systeme durchgängig effizient zu gestalten, durchsetzt. :dead:
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Re: Bahngleise nur für Schnellzüge

Beitragvon Sole.survivor@web.de » Fr 1. Sep 2017, 21:54

Mit anderen Worten, wer schneller da sein wil als der langsamste, der muss auch überholen. LKW fahren 80 bis 100, Omnibus und Holländergespann ebenso. PKW fahren erheblich schneller. Der Zeitunterschied zwischen 90 und 150 km/h Durchschnitt ist auf 300 km erheblich. Noch viel schneller gehts auf der Schiene, wenn die Strecke es denn hergibt und der Fahrplan es vorsieht.
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Re: Bahngleise nur für Schnellzüge

Beitragvon immernoch_ratlos » Sa 2. Sep 2017, 07:03

Ok "einsamer Überlebender" ich habe verstanden - Du schaffst es nicht zwischen Fiktion (Bahngleise für Schnellzüge und andere fiktiven Lösungen) zu unterscheiden. :p

Im übrigen :
Juni 1999 UBA hat geschrieben: Bei behinderungsfreier Fahrt liegt die Pkw-Durchschnittsgeschwindigkeit auf Bundesautobahnen in den alten Bundesländern mit 132 km/h in etwa in Höhe der Richtgeschwindigkeit.
Das wurde auch nicht besser bei steigender Verkehrsdichte plus Wiedervereinigung :?

Ganz nebenbei - Google Maps Routenplaner - ermittelt nicht nur die Streckenlänge, sondern ermittelt "Die aktuelle schnellste Route aufgrund der Verkehrslage" Beispiel : München nach Hamburg - A7 - 775km - Fahrzeit 7 h 33 min - ergibt eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 103km/h - mir ist klar Du kannst das locker toppen :thumbup:

Nur darum geht es hier nun überhaupt nicht. Es geht um die Fiktion eines zusätzlichen Bahngleises für Schnellzüge - meine Fiktion "Umwidmung der BAB" in etwas, was genau wie "zusätzlichen Bahngleise" derzeit nicht vorhanden ist. Argumente dafür oder dagegen können / müssen sich logisch innerhalb der Fiktion bewegen. Ob das nun verständlich rüberkommt :?:
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Re: Bahngleise nur für Schnellzüge

Beitragvon Tom Bombadil » Sa 2. Sep 2017, 10:35

Kael hat geschrieben:(03 Jan 2017, 17:07)

Es wäre mit Sicherheit ein Milliardenprojekt...

Für so etwas hat Deutschland kein Geld, ausserdem wird es überall irgendwelche seltenen Tier- oder Pflanzenarten geben, die unbedingt geschützt werden müssen, dazu kommt dann noch die wahnwitzige Bürokratie mit ihren endlosen Vorschriften. Es wird immer teurer und immer schwieriger, solche Projekte in Deutschland durchzuführen.
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Re: Bahngleise nur für Schnellzüge

Beitragvon Thomas I » Di 5. Sep 2017, 00:26

Lupus hat geschrieben:(20 Feb 2017, 23:49)

Dort gibt es aber das große Problem des Tempolimits. Auf umgebauten Bahntrassen könnten Fernbusse viel schneller und sparsamer fahren als stromfressende ICE.


Den sparsamen Fernbus der 500 Passagiere mit 250km/h befördert will ich sehen...
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Re: Bahngleise nur für Schnellzüge

Beitragvon Thomas I » Di 5. Sep 2017, 00:31

immernoch_ratlos hat geschrieben:(31 Aug 2017, 11:52)

Meine Idee ist es ganz sicher nicht - warum immer dieses Festhalten an überkommenem ? Erste Versuche Autobahnabschnitte nachträglich zu "elektrifizieren" für LKW gibt es ja schon. Das Fahrzeug - könnte auch ein Bus sein - verlässt die BAB und erreicht sein Ziel über ebenfalls vorhandene Straßen. Dazu muss weder das Schienennetz aufgegeben werden, noch müssen noch mehr BAB gebaut werden. Wenn sich diese "Spezialspur" links befindet wäre das für die notwendige "Entflechtung" sicher sinnvoll und würde nur die "Raser" wirklich stören.

Mit den bereits heute vorhandenen Patenten für das "autonome Fahren" entstünde so eine höchst flexibler "Zug" der nur noch theoretisch einen Anfang und ein Ende hat. Ob da dann noch eine "aktiver Fahrer" vorhanden sein muss oder erst beim Verlassen solcher kontrollierten Strecken "übernimmt" wird sich herausstellen.

Wie viel KI (+ Zusatztechnologie) nun im Fahrzeug und oder der kontrollierten Strecke vorhanden sein muss - immerhin gibt es wohl bereits ~9.000 Patente zu diesem Bereich - nicht gerade wenige dt. darunter, es sollen derzeit 52% sein - wird eine Kostenfrage sein.

Das sich einzelne Fahrzeuge überholen wollen, ist lediglich der Idee geschuldet geradezu verzweifelt "Erster sein zu wollen". Untersuchungen was das tatsächlich bringt - sehr wenig bis nichts - gibt es ja zu Hauff. Aber die Idee "NUR" in eine kalkulierbaren Zeit, sicher von A nach B zu gelangen, hat doch hoffentlich für viele einen Wert an sich ?

Warum denn, nicht nutzen was bereits existiert - "umwidmen", wenn dadurch sinnvoll neues entsteht :?: Stattdessen eine "Parallelschienennetz" zu erwägen, etwas, was erhebliche Veränderungen und gigantischen Neuaufwand bedeutet :?:


Ja nur ist die Elektrifizierung der Straßen sehr viel teurer, da man zwei elektrisch voneinander getrennte Leitungen spannen muss, weiterhin kann man dann ohne Oberleitungsweichen (extrem teuer) kaum unter Last die Spur wechseln und die Oberleitungsmasten müssen sehr viel stabiler sein als bei der Bahn weil Autos deutlich öfter von der Bahn abkommen als die Bahn...
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Re: Bahngleise nur für Schnellzüge

Beitragvon Sole.survivor@web.de » So 10. Sep 2017, 20:43

immernoch_ratlos hat geschrieben:(02 Sep 2017, 08:03)
Nur darum geht es hier nun überhaupt nicht. Es geht um die Fiktion eines zusätzlichen Bahngleises für Schnellzüge - meine Fiktion "Umwidmung der BAB" in etwas, was genau wie "zusätzlichen Bahngleise" derzeit nicht vorhanden ist. Argumente dafür oder dagegen können / müssen sich logisch innerhalb der Fiktion bewegen. Ob das nun verständlich rüberkommt :?:

Wenn du Einwände aus der Praxis nicht willst, wirst du wohl mit deinen Fantasien scheitern. Oberleitungsbusse sind schon im überschaubaren Stadtverkehr außerhalb Osteuropas praktisch abgeschafft. Und damit willst du gegen einen ICE konkurrieren, der gut jenseits der 200 km/h fahrplanmäßig fahren kann?
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Re: Bahngleise nur für Schnellzüge

Beitragvon immernoch_ratlos » Mo 11. Sep 2017, 10:37

Nun Fantasie ist bekanntlich grenzenlos - bei den einen die Fantasie was kommen könnte - bei den anderen grenzenlose Fantasie warum das alles auf keinen Fall funktionieren kann.

Rückgriffe bei Gruppe 2 sind meist Hinweise auf bereits gescheiterte Versuche. Oft ein nur kurzer Triumph, weil gern die vormaligen Gründe, warum etwas gescheitert ist, bei veränderter Sachlage, neue Chancen für bereits totgesagtes bietet.

Ja, solche Veränderungen sind teuer (hier bestehende BBA in etwas vollkommen neues umzuwidmen) - Wie teuer im Vergleich zu Bahntrassen, welche ZUSÄTZLICH zu den bestehenden installiert werden sollen ? Die "kleine Malaise" unter - also nicht neben existierende Geleisen eine "U-Bahnstrecke" zu bauen, hat doch gezeigt, wie wenig Ausweichmöglichkeiten "man" da hat. In diesem "Zuge", eine Umgehungsstrecke "um Mannheim herum" ist sehr vorsichtig ausgedrückt "auf wenig Gegenliebe" gestoßen. D ist eben sowohl dicht besiedelt (~75% leben in Städten) und auch auf dem "flachen Land" ist der Bau neuer Strecken - selbst als Verbreiterung bestehender Trassen - eher ein "Jahrhundertprojekt" - schon mal nur für die Planung.

Warum also werden REALE Möglichkeiten, wenigsten Teile der BAB und ähnlicher Strecken die bereits existieren, derzeit getestet ? Wohl kaum, weil man so was für unmöglich ansieht. Was den Kritikern meiner Fantasie entgangen ist, "mein LKW Modell" ist ein Hybrid (es gibt da bereits reale Fahrzeuge), der für kurze Strecken (kurz ist relativ) mit Saft aus Batterien seine Endziele erreicht und über lange Fahrtstrecken Strom aus der Oberleitung entnimmt - mir allem pi pa po wie Rekuperation und offenbar in der hier vertretenen Fantasie auch mit Phasen der vollkommenen Fahrautonomie. So ein "Fahrzeug" - dessen jeweiligen angepassten Algorithmen - "weiß" was zu tun ist, wenn die Oberleitungsstrecke in "Kürze" und "fahrplanmäßig" verlassen werden soll. Die Fahrzeuge im Nahbereich "wissen" das selbstverständlich ebenfalls und jeder "Transit" läuft vollautomatisch - aber auch situationsgerecht - ab.

Ist das wirklich so schwer, sich ein solches Szenario wenigstens einmal vorzustellen ? Besonders dann, wenn man selbst absolut keine bessere Lösung "zur Hand hat" ?

Das in einer solchen veränderten Welt die üblichen höchst unzuverlässigen menschlichen Fahrer, nach und nach aus dem System verschwinden werden, ist für mich ausgemachte Sache. Es gibt überall auf der Welt bereits Verladestationen (z.B. Hamburg der HHLA Container Terminal Altenwerder), wo in kleinem Maßstab so verfahren wird. Dort gibt es Verknüpfungen zum "normalen Verkehr", die zumindest ahnen lassen, was sich da schrittweise bereits verändert :
HHLA hat geschrieben:12.07.2017
Nur noch ein Tourenplan je Lkw-Anlauf
Ab Ende August müssen die Transporte eines Lkw-Anlaufs zusammengefasst bei den Containerterminals der HHLA angemeldet werden.
Die HHLA bereitet sich auf die Einführung eines Slotbuchungsverfahrens (SBV, siehe unten) im vierten Quartal 2017 vor. Deshalb werden die Hamburger Containerterminals der HHLA bereits zum 30.08.2017 für alle Transporte, die im Rahmen eines Lkw-Anlaufs anfallen, nur noch einen Tourenplan zulassen. Bitte beachten Sie diese Information bereits jetzt bei der Nutzung der Vormeldung und machen Sie sich mit dem Verfahren vertraut
.
Lkw-Fahrer und Fuhrunternehmer müssen ab dem 30. August die Containertransporte der von ihnen geplanten Lkw-Anläufe (Anlieferung und Abholung) zusammenfassen. Dieses zusammengefasste Transportvorhaben melden sie dann beim jeweiligen Terminal in einer einzigen Transportbuchung an. Sie erhalten daraufhin einen Tourenplan, den sie zum Befahren der Terminals benötigen.

Auf diese Weise wird eine Voraussetzung für das künftige Slotbuchungsverfahren geschaffen. Die Lkw-Transporte und die Kapazität der Terminals werden durch dieses Verfahren aufeinander abgestimmt und Engpässe können vermieden werden. Damit wird die Leistungsfähigkeit der Lkw-Abfertigung im Hamburger Hafen langfristig sichergestellt.
Das ist einer der "End- und Anfangspunkte" einer Transportstrecke. Werden dabei von einer Spedition zukünftig "semiautonome Funktionen angeboten, ist so ein Fahrzeug zumindest "datenmäßig" mit dem Terminal verbunden und in der letzten Phase rollen die dafür bereits geeigneten LKW vollkommen selbstständig zu den vorgesehenen Lade- Entladestationen - ob in dieser Phase noch ein menschl. Fahrer an Bord sein wird, hängt von der zukünftigen Entwicklung ab. Denkbar - zurück zur "elektrifizierten BAB" - sind auch das Langstreckenfahrten ohne menschl. Fahrer. Wenn dann das Zwischenziel erreicht ist, steig ein lokaler Fahrer zu und überbrückt die noch nicht vorhandene autonomen letzten km zum Ziel und übernimmt dort je nach Lage auch noch im Zielgebiet, die verbleibenden Rangierverfahren.

Hier ist bereits sehr viel in Bewegung geraten, da hilft auch nicht das hier üblich "geht nicht" - meist nur ein verbrämtes "weiß ich eigentlich garnix darüber".

Was also "meine Fantasien" angeht, haben die zumindest hier, ein recht gutes Fundament - was haben massive zusätzlicher Bahnlinienausbau in D für reale Aussichten ? Einige Neubauten sind seit Jahrzehnten noch nichteinmal über die Planungsphase hinausgekommen. Kommt noch hinzu, bei der großen Zahl von Eisenbahnbrücken und ähnlicher Bauwerke, müsste ebenfalls "zusätzliches" geschehen. Wie viele der existierenden Eisenbahnbrücken sind inzwischen bereits baufällig ? Sicher, das trifft leider auch auf jede Menge BAB-Brücken zu. Doch letztere müssen wie auch erstere für den bloßen Erhalt zu einem großen Teil neu gebaut werden. Die BAB Trassen - im Gegensatz zu den "Bahngleisen nur für Schnellzüge" erfordern keine Verbreiterungen, welche im Fall der Bahn ohnedies ohne die dazugehörige Stecken vollkommen nutzlos wären.

Die BAB ist generell für hohe Geschwindigkeiten ausgelegt (z.B. die Kurvenradien - Gefällstrecken u.ä.) für einen LKW-Verkehr, mit Minimalabständen und vergleichsweise hohe Durchschnittsgeschwindigkeit, geradezu ideal - da muss wenig bis nichts verändert werden. Ganz im Gegensatz zur Bahn, jeder Haltepunkt muss entweder mühsam in das bestehende System "eingefädelt" werden oder zusätzlich gebaut werden. Die Frage wird schlicht sein wo ist das "wirtschaftlich" und wo nicht. Beide Systeme (ohne extra Schnellbahnen) miteinander zu kombinieren, würde weiter positive Effekte eröffnen. Baut man Fahrzeuge überall so, das der eigentliche Grund für ihr "Dasein" der Transport von genormten Gütern aka "Container" ist - was besonders die Verladeeinrichtungen betrifft - könnten erheblich Synergien genutzt werden. Das geht allerdings nur mit "Personal" das nicht sofort und überall als erstes "geht nicht" in die Welt hinausposaunt.

Nimmt man dazu auch noch die Entwicklung auf den Gebiet der "Generierung" von der notwendigen Antriebsenergie hinzu, ist der Strom aus EE schon mittelfristig preiswerter, als das Verharren in der fossile Welt von vorgestern. Selbstverständlich wird, wenn Transport nicht mehr über viele "Umwege" mehr heftig subventioniert wird, sehr schnell, sehr teuer. Einfach mal nachsehen, was derzeit ein km Transportweg kostet und wie groß der Anteil staatlicher Subvention ist. Wäre das alles auf den Preisen zu finden, sehr schnell würde das zu heftigem Nachdenken über Vermeidung führen. besonders in D, wo außer bereits existierender EE, alles sehr teuer und mit großer Abhängigkeit importiert werden muss. Straffer und cleverer Transport - wann immer tatsächlich erforderlich - ist das eigentliche Ziel..... :thumbup:
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Re: Bahngleise nur für Schnellzüge

Beitragvon Sole.survivor@web.de » Mo 11. Sep 2017, 11:10

immernoch_ratlos hat geschrieben:(11 Sep 2017, 11:37)

Nun Fantasie ist bekanntlich grenzenlos - bei den einen die Fantasie was kommen könnte - bei den anderen grenzenlose Fantasie warum das alles auf keinen Fall funktionieren kann.

Und nachts ist es kälter als draußen und wer Visionen hat, möge bitte den Arzt aufsuchen. Möchtest du dein Thema lieber durch freies Wünschen ruinieren oder dich mit Fakten auseinander setzen? Die Systeme Rad-Schiene und Rad-Asphalt haben jeweils ganz eigene Parameter, wie der betriebssichere Kontakt mit einer Oberleitung bei höheren Geschwindigkeiten bereitgestellt werden kann und welche Sicherheitseinrichtungen sowohl einen angemessenen Bremsweg als auch die nötige Spurtreue ermöglichen. In der Realität läuft es entweder hinaus auf "ist teurer/billiger als eine andere Lösung" oder "gar nichts tun ist wirtschaftlich vernünftiger" oder "geht technisch in diesem Umfang gar nicht".

Die "kleine Malaise" unter - also nicht neben existierende Geleisen eine "U-Bahnstrecke" zu bauen, hat doch gezeigt, wie wenig Ausweichmöglichkeiten "man" da hat.

Das ist auch wieder vorrangig eine Kostenfrage. Tunnelstrecken zu errichten und zu betreiben und periodisch an neue Sicherheitsanforderungen anzupassen kostet Geld. Multisystemfahrzeuge scheitern außerhalb bestimmter Nischen oft ebenfalls am Wirtschaftlichen: Mehrere Antriebsformen oder Energiequellen einzubauen und zu warten kostet Geld, sie mit sich rumzuschleppen hat was mit Platz und Gewicht zu tun.

So ein "Fahrzeug" - dessen jeweiligen angepassten Algorithmen - "weiß" was zu tun ist, wenn die Oberleitungsstrecke in "Kürze" und "fahrplanmäßig" verlassen werden soll. Die Fahrzeuge im Nahbereich "wissen" das selbstverständlich ebenfalls und jeder "Transit" läuft vollautomatisch - aber auch situationsgerecht - ab.

Das Fahrzeug regelt auch die Verfügbarkeit von Erdbeereis auf allen Passagiersitzen autonom und weiß, wann du aufs Klo musst. Situationsgerecht leuchtet eine weiterführende Information wahlweise mit einer Klobürste oder einem Entsorgungseimer für Damenbinden auf.

Ist das wirklich so schwer, sich ein solches Szenario wenigstens einmal vorzustellen ? Besonders dann, wenn man selbst absolut keine bessere Lösung "zur Hand hat" ?

Auch hier gilt, dass die Fachwelt andere Lösungen debattiert, die naheliegender, preiswerter und besser sind. Eben deshalb wird deine Fantasie mit dem Möglichen und dem, was sowieso schon getan wird konfrontiert.

Denkbar - zurück zur "elektrifizierten BAB" - sind auch das Langstreckenfahrten ohne menschl. Fahrer. Wenn dann das Zwischenziel erreicht ist, steig ein lokaler Fahrer zu und überbrückt die noch nicht vorhandene autonomen letzten km zum Ziel und übernimmt dort je nach Lage auch noch im Zielgebiet, die verbleibenden Rangierverfahren.

Der kommt da natürlich ohne Auto hin und beide Parteien wissen über Staus und andere Verzögerungen genug, um genau pünktlich zu sein. Ist schon klar.

Was also "meine Fantasien" angeht, haben die zumindest hier, ein recht gutes Fundament - was haben massive zusätzlicher Bahnlinienausbau in D für reale Aussichten ?

Guck in den Bundesverkehrswegeplan. Ganz viel Ertüchtigung und Erweiterung von Autobahnen und Bahnstrecken, ganz viel Neubau von Autobahnen und Schnellfahrstrecken, 0 km elektrifizierte Autobahn. Das ist die Aussicht für die nächsten 15 Jahre.

Die BAB ist generell für hohe Geschwindigkeiten ausgelegt (z.B. die Kurvenradien - Gefällstrecken u.ä.) für einen LKW-Verkehr, mit Minimalabständen und vergleichsweise hohe Durchschnittsgeschwindigkeit, geradezu ideal - da muss wenig bis nichts verändert werden.

Wo steigt noch mal der Fahrer zu? Wo kann LKW über die linke Seite heute?

Baut man Fahrzeuge überall so, das der eigentliche Grund für ihr "Dasein" der Transport von genormten Gütern aka "Container" ist - was besonders die Verladeeinrichtungen betrifft - könnten erheblich Synergien genutzt werden.

Freuen wir uns auf die auf Containermaß genormten Betonbauteile, Windkrafträder, Backwaren, Schüttgüter, Gas- und Flüssigkeitstransporte, Rindviecher und DHL-Pakete. Wie man die freilich durch die Haustür kriegt, gucken wir dann später mal.

Ich will hier gar nicht auf deinem A4-Blatt samt Wachsmalkunstwerk rumtrampeln. Es hat nur mit der Realität wenig zu tun.
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Re: Bahngleise nur für Schnellzüge

Beitragvon KarlRanseier » Mo 11. Sep 2017, 11:11

Das Hauptproblem der Bahn ist nicht die Geschwindigkeit. Man sollte vielleicht einmal versuchen, sie konkurrenzfähig zu machen.

Es eigentlich immer billiger und wesentlich komfortabler, das eigene Auto zu benutzen. Wer das nicht möchte, kann einen Fernbus nehmen, der weniger komfortabel, dafür aber noch kostengünstiger ist, außer wenn man dann am Zielort auf den ÖPNV angewiesen ist, der fast überall vollkommen abgehobene Preise hat.

Die Bahn kann aber auch im Güterverkehr nicht konkurrieren. Offenbar ist es billiger, mit 30 LKW quer durch Europa zu fahren, als die Güter von der Bahn transportieren zu lassen.
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Re: Bahngleise nur für Schnellzüge

Beitragvon Sole.survivor@web.de » Mo 11. Sep 2017, 11:55

KarlRanseier hat geschrieben:(11 Sep 2017, 12:11)

Das Hauptproblem der Bahn ist nicht die Geschwindigkeit. Man sollte vielleicht einmal versuchen, sie konkurrenzfähig zu machen.

Es eigentlich immer billiger und wesentlich komfortabler, das eigene Auto zu benutzen.


Es ist nicht komfortabler oder billiger, Berlin-München in vier Stunden mit dem Auto zu fahren statt auf der ICE-Neubaustrecke. Zudem ist es legal kaum zu schaffen.

Wer das nicht möchte, kann einen Fernbus nehmen, der weniger komfortabel, dafür aber noch kostengünstiger ist

und ewig dauert.

Die Bahn kann aber auch im Güterverkehr nicht konkurrieren.

Kommt auf die Art des Gutes, die Dringlichkeit usw an.

Die Defizite der Bahn sind die Zubringer-Züge samt Bahnhöfen und das Thema Gepäck. Die Großstadtbahnhöfe sind halbwegs in Ordnung gemessen an einem mittleren Flughafen und die schnellen Fernzüge durchaus angemessen komfortabel. Aber sobald du vorher in eine Regionalbahn steigen musst, wird es gruselig.
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Re: Bahngleise nur für Schnellzüge

Beitragvon Thomas I » Fr 29. Sep 2017, 23:49

KarlRanseier hat geschrieben:(11 Sep 2017, 12:11)

Das Hauptproblem der Bahn ist nicht die Geschwindigkeit. Man sollte vielleicht einmal versuchen, sie konkurrenzfähig zu machen.

Es eigentlich immer billiger und wesentlich komfortabler, das eigene Auto zu benutzen. Wer das nicht möchte, kann einen Fernbus nehmen, der weniger komfortabel, dafür aber noch kostengünstiger ist, außer wenn man dann am Zielort auf den ÖPNV angewiesen ist, der fast überall vollkommen abgehobene Preise hat.

Die Bahn kann aber auch im Güterverkehr nicht konkurrieren. Offenbar ist es billiger, mit 30 LKW quer durch Europa zu fahren, als die Güter von der Bahn transportieren zu lassen.


Sie können nicht rechnen.
Ich bin von Ludwigshafen in 2 Stunden in Köln mit der Bahn und das schon ab 39,00
Das schaff ich mit dem Auto nicht mal Sonntags in der früh. Und wenn ist es nicht komfortabel und der Sprit allein kostet mich mehr als 39,00.
Zu jeder anderen Tageszeit kostet mich wahrscheinlich schon das Bemühen es in zwei Stunden zu schaffen mehr als 40 € an zusammengeblitzter "Ersatzmaut".
Was an so einer Fahrt dann noch komfortabel sein soll erschließt sich mir nicht.
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Re: Bahngleise nur für Schnellzüge

Beitragvon KarlRanseier » Sa 30. Sep 2017, 00:22

Thomas I hat geschrieben:(30 Sep 2017, 00:49)

Sie können nicht rechnen.
Ich bin von Ludwigshafen in 2 Stunden in Köln mit der Bahn und das schon ab 39,00
Das schaff ich mit dem Auto nicht mal Sonntags in der früh. Und wenn ist es nicht komfortabel und der Sprit allein kostet mich mehr als 39,00.
Zu jeder anderen Tageszeit kostet mich wahrscheinlich schon das Bemühen es in zwei Stunden zu schaffen mehr als 40 € an zusammengeblitzter "Ersatzmaut".
Was an so einer Fahrt dann noch komfortabel sein soll erschließt sich mir nicht.



Wenn man für 250 km mehr als 25 Euro für Treibstoff ausgeben muss, dann kommen nur zwei Ursachen in Betracht:
1. Man tankt ausschließlich in Norwegen oder
2. Man hat kein Fahr- sondern ein Standzeug, das vielleicht "repräsentativ", als Fortbewegungsmittel allerdings gänzlich ungeeignet ist (z.B. SUV)

250 km schafft man mit dem Auto nicht in zwei Stunden, das allerdings ist wahr.

Auch muss ich zugeben, dass natürlich nicht alle Leute gern mit dem Auto unterwegs sind. Hektiker und Choleriker sollten besser Bahn fahren, das schont ihre Nerven. Ich fühle mich hinter'm Steuer recht wohl. Aber wie geschrieben, das empfindet jeder Mensch anders. Mich nervt es, wenn ich mich an feste Abfahrtszeiten halten muss, die dann vielleicht noch nichtmal eingehalten werden. Da empfinde ich das Auto, auch wenn's vielleicht blöd klingt, als einen Hauch von Freiheit.

Allerdings kann ich mir den Luxus leisten, bei längeren Reisen nicht unbedingt auf die Uhr schauen zu müssen. Ich raste nicht aus, wenn ich unterwegs ein paar Minuten "verliere".
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Re: Bahngleise nur für Schnellzüge

Beitragvon Ebiker » Sa 30. Sep 2017, 11:01

Thomas I hat geschrieben:(30 Sep 2017, 00:49)

Sie können nicht rechnen.
Ich bin von Ludwigshafen in 2 Stunden in Köln mit der Bahn und das schon ab 39,00
Das schaff ich mit dem Auto nicht mal Sonntags in der früh. Und wenn ist es nicht komfortabel und der Sprit allein kostet mich mehr als 39,00.
Zu jeder anderen Tageszeit kostet mich wahrscheinlich schon das Bemühen es in zwei Stunden zu schaffen mehr als 40 € an zusammengeblitzter "Ersatzmaut".
Was an so einer Fahrt dann noch komfortabel sein soll erschließt sich mir nicht.


Sie können nicht denken. Die Fahrzeit gilt nur zwischen den beiden Bahnhöfen, je weiter weg davon man wohnt desto ungünstiger wird es. Den Sparpreis muß ich u.U. schon Wochen vorher buchen, null Flexibilität. Und wenn auf der Strecke irgendwas ist, z.B Frühling, Sommer, Herbst oder Winter ist das Reisen mit der Bahn auch nicht mehr so entspannt. Bin mal wöchentlich so ne Strecke gependelt, war nicht schön.
Eines Tages werden Millionen Menschen die südliche Hemisphäre verlassen, um in der nördlichen Hemisphäre einzufallen. Und sie werden sie erobern, indem sie sie mit ihren Kindern bevölkern.
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Teeernte
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Re: Bahngleise nur für Schnellzüge

Beitragvon Teeernte » Sa 30. Sep 2017, 11:36

immernoch_ratlos hat geschrieben:(11 Sep 2017, 11:37)

Nun Fantasie ist bekanntlich grenzenlos - bei den einen die Fantasie was kommen könnte


Bitte erkenne - die FREIE STRECKE hat keine Weichen. (wenige Ausnahmen)

Nur in Bahnhöfen gibt es Signale und Weichen......Bahnhöfe gibt es (fast) nur in Städten. Nur an solchen Signalen wird gebremst (LÄRM) und kann "überholt" /Zusammengestellt werden.


Der gesamte Güterverkehr der Bahn - wird also - wie Personenverkehr - fast NUR in Städten - "gemacht"....erzeugt Lärm, Bremsstaub..., ballt die gesamte Wagenflotte in den Städten !

Ausweich auf freier Strecke - um einen ICE "durchzulassen" ....gibt es nicht. MegaHUBS - Rangierbahnhöfe im freien Gelände gibt es nur wenig,
...und die Ausweichstrecken - die es im Osten für die [b]Güterbahn
noch gab - wurden ABGEBAUT !

Einen Parallelbetrieb von SCHWERLAST und ICE auf dem selben Gleis - halte ich für rausgeschmissen Geld.


GüterSTRECKEN - Ziel sind meist UNGLEICH PersonenBAHN-Ziel !

Wer fährt denn zB. gern täglich von Brest nach Genua ? (Personenbahhn ??)
Obs zu kalt, zu warm, zu trocken oder zu nass ist:.... Es immer der >>menschgemachte<< Klimawandel. :D
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Thomas I
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Re: Bahngleise nur für Schnellzüge

Beitragvon Thomas I » Do 9. Nov 2017, 23:50

KarlRanseier hat geschrieben:(30 Sep 2017, 01:22)

Wenn man für 250 km mehr als 25 Euro für Treibstoff ausgeben muss, dann kommen nur zwei Ursachen in Betracht:
1. Man tankt ausschließlich in Norwegen oder
2. Man hat kein Fahr- sondern ein Standzeug, das vielleicht "repräsentativ", als Fortbewegungsmittel allerdings gänzlich ungeeignet ist (z.B. SUV)

250 km schafft man mit dem Auto nicht in zwei Stunden, das allerdings ist wahr.

Auch muss ich zugeben, dass natürlich nicht alle Leute gern mit dem Auto unterwegs sind. Hektiker und Choleriker sollten besser Bahn fahren, das schont ihre Nerven. Ich fühle mich hinter'm Steuer recht wohl. Aber wie geschrieben, das empfindet jeder Mensch anders. Mich nervt es, wenn ich mich an feste Abfahrtszeiten halten muss, die dann vielleicht noch nichtmal eingehalten werden. Da empfinde ich das Auto, auch wenn's vielleicht blöd klingt, als einen Hauch von Freiheit.

Allerdings kann ich mir den Luxus leisten, bei längeren Reisen nicht unbedingt auf die Uhr schauen zu müssen. Ich raste nicht aus, wenn ich unterwegs ein paar Minuten "verliere".


250km in zwei Stunden ist ein Schnitt von 125km/h.
Das ist je nach Strecke und Tageszeit durchaus machbar.
Nur dann brauchst du schon für 25 Euro Sprit, weil dann säuft dir auch ein Diesel 10l/100km weg...
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Re: Bahngleise nur für Schnellzüge

Beitragvon Thomas I » Do 9. Nov 2017, 23:56

Ebiker hat geschrieben:(30 Sep 2017, 12:01)

Sie können nicht denken. Die Fahrzeit gilt nur zwischen den beiden Bahnhöfen, je weiter weg davon man wohnt desto ungünstiger wird es. Den Sparpreis muß ich u.U. schon Wochen vorher buchen, null Flexibilität. Und wenn auf der Strecke irgendwas ist, z.B Frühling, Sommer, Herbst oder Winter ist das Reisen mit der Bahn auch nicht mehr so entspannt. Bin mal wöchentlich so ne Strecke gependelt, war nicht schön.


Die Fahrzeit berechnet den 120m Weg zum Bus und die Fahrt zum Bahnhof in Ludwigshafen mit ein.
Und im Winter ist das mit dem Auto auch nicht mehr so entspannt...
Ich bin länger Bremen - Ludwigshafen gependelt.
Wenn ich Donnerstag Abend runter und Sonntag Nacht zurück fahren konnte war das Auto deutlich schneller.
Aber Freitag mittag runter und Sonntag Nachmittag zurück ging nie schneller als der Zug, Freitags meist deutlich langsamer und sehr viel anstrengender.
Und die wenigsten Pendler haben Freitags und Montag früh frei...
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Re: Bahngleise nur für Schnellzüge

Beitragvon Woppadaq » So 10. Dez 2017, 09:40

Lupus hat geschrieben:(21 Feb 2017, 08:19)

Dass der Schienenpersonenverkehr immer nur ein Abfallprodukt des Güterverkehrs war, ist mir auch klar. Deswegen sind ja auch die wenigsten Strecken reine Personenschnellverkehrstrecken wie Köln - Frankfurt, aber das kann kein Grund sein, den SPNV so extrem zu subventionieren. Irgendwann muss den Verantwortlichen der Zahn gezogen werden. SPV ist auf Dauer unbezahlbar.


Typisches Ami-Gelaber. Die Kosten, die Kosten, Bla bla bla.....Dass der Hochgeschwindigkeits-SPV in ganz Europa, in China, Japan und bald auch in Saudi-Arabien ein Erfolg ist, den die Amis so nicht aufweisen können, und das seit mittlerweile 60 Jahren, dass im autoliebenden Amiland langsam wieder private Hochgeschwindigkeits-Bahnlinien wie Brightline oder CAHSR entstehen - die sich mit exakt den gleichen Argumenten auseinandersetzen müssen, von wegen Kosten usw, obwohl dort sogar der Billigflugverkehr höher subventioniert wird als der Bahnverkehr (letzterer kriegt nämlich überhaupt keine Subventionen), dass dort die Bahn langsam aber sicher per se als das grösste noch ausbaufähige und dabei gleichzeitig noch umweltfreundliche Verkehrsmittel gesehen wird - das wird mir viel zu oft mit dem ganzen Kosten-Gejammere weggewischt.

Und zum Thema: ja, wir haben kaum nennenswerte reine Hochgeschwindigkeitsstrecken in Deutschland. Das liegt nicht zuletzt auch an den abnormal hohen Kosten solcher Strecken. Allein die Strecke Frankfurt-Köln hat 6 Milliarden Euro verschlungen. Die jetzt neu eröffnete VDE8 Berlin-München hat fast 10 Milliarden gekostet.
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Re: Bahngleise nur für Schnellzüge

Beitragvon Misterfritz » So 10. Dez 2017, 10:07

Woppadaq hat geschrieben:(10 Dec 2017, 09:40)
Und zum Thema: ja, wir haben kaum nennenswerte reine Hochgeschwindigkeitsstrecken in Deutschland. Das liegt nicht zuletzt auch an den abnormal hohen Kosten solcher Strecken. Allein die Strecke Frankfurt-Köln hat 6 Milliarden Euro verschlungen. Die jetzt neu eröffnete VDE8 Berlin-München hat fast 10 Milliarden gekostet.
Was allerdings eben auch der Topographie geschuldet ist - wenn dauernd Tunnel und Brücken gebaut werden müssen, macht das den Bau teuer.
Ausserdem lohnen sich Hochgeschwindikeitsstrecken nicht, wenn an jeder Milchkanne gehalten werden muss - nur weil irgendein Provinzfürst meint, seine Milchkanne wäre ungemein wichtig ;)

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