Eine Strasse die Strom produziert.

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garfield336
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Eine Strasse die Strom produziert.

Beitragvon garfield336 » Do 22. Dez 2016, 16:56

http://www.wort.lu/de/wissen/weltweite- ... 82caf169ea

Solarzellen auf der Strasse? Kann das funktionnieren?

Leider sagt der Artikel wenig aus über Vor und Nachteile dieser Technik.

Ich stelle mir da Fragen.
1) Wie sind die Fahreigenschaften auf dem Belag?
2) Was tut man gegen Verschmutzung durch Reifenabrieb?
3) Wieviel Strom produziert man denn so?
4) Wieviel kostet es?
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Quatschki
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Re: Eine Strasse die Strom produziert.

Beitragvon Quatschki » Do 22. Dez 2016, 17:12

Sieht noch sehr aufwändig aus.
Aber vielleicht wird es mal möglich, z.B. die Standstreifen der Autobahnen mit Solarmodulen zu bedrucken.
Da käme dann schon einiges an Kapazität zusammen!
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Ebiker
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Re: Eine Strasse die Strom produziert.

Beitragvon Ebiker » Do 22. Dez 2016, 17:15




zu viel
Eines Tages werden Millionen Menschen die südliche Hemisphäre verlassen, um in der nördlichen Hemisphäre einzufallen. Und sie werden sie erobern, indem sie sie mit ihren Kindern bevölkern.
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Umetarek
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Re: Eine Strasse die Strom produziert.

Beitragvon Umetarek » Do 22. Dez 2016, 17:22

Kritiker finden Straßen zu teuer

Solarstraßen sind aber nicht unumstritten: Sie sind deutlich teurer als herkömmliche Solaranlagen. Nach Angaben des französischen Interessenverbandes für Erneuerbare Energien (SER) ist aus Solarstraßen gewonnener Strom derzeit rund 13 Mal teurer als Strom aus herkömmlichen Solaranlagen.

Außerdem sind die Zellen flach auf dem Boden angebracht und nicht schräg, wie es auf Hausdächern möglich ist. Sie produzieren deswegen weniger Strom. Kritiker bemängeln zudem, in Frankreich gebe es ausreichend freie Flächen auf den Dächern von Häusern, öffentlichen Gebäuden und Industrieanlagen - die teureren Solarstraßen seien deswegen gar nicht nötig. Unter Beweis stellen müssen die Solarpanels außerdem noch, wie stabil sie im Alltag sind.

Das ist alles was ich bisher dazu gefunden habe. http://www.rp-online.de/panorama/auslan ... -1.6482887

Ach hier noch was:
Der Belag besteht aus Silizium-Solarzellen, die in einer dünnen Schicht auf die Straße geklebt werden. Dabei sollen die 7-Millimeter dicken Streifen widerstandsfähig genug sein, um selbst schwere Transporter und Lkws problemlos auszuhalten, so ein Bericht des Fachmagazins Global Construction Review. Auch sei die Oberfläche nicht wie bei Solarpaneelen spiegelglatt, sondern biete genug Reibung, um ein Rutschen der Fahrzeuge zu verhindern.

https://deutsche-wirtschafts-nachrichte ... rstrassen/
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frems
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Re: Eine Strasse die Strom produziert.

Beitragvon frems » Do 22. Dez 2016, 17:24

garfield336 hat geschrieben:(22 Dec 2016, 16:56)

http://www.wort.lu/de/wissen/weltweite- ... 82caf169ea

Solarzellen auf der Strasse? Kann das funktionnieren?

Leider sagt der Artikel wenig aus über Vor und Nachteile dieser Technik.

Ich stelle mir da Fragen.
1) Wie sind die Fahreigenschaften auf dem Belag?
2) Was tut man gegen Verschmutzung durch Reifenabrieb?
3) Wieviel Strom produziert man denn so?
4) Wieviel kostet es?

Geht wohl eher nur um die Demonstration, um es an Länder zu verkaufen, die mehr Sonne haben. Glaub nicht, dass das in Frankreich oder Deutschland wirtschaftlicher ist als konventionelle Solarmodule auf Dächern von Gebäuden oder Gestellen auf Feldern. Charmant ist die Idee aber schon, da die Flächen schon versiegelt sind und viel Raum wegnehmen. Paar technische Daten findet man hier: http://www.wattwaybycolas.com/en/
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Re: Eine Strasse die Strom produziert.

Beitragvon Quatschki » Do 22. Dez 2016, 17:37

In Mitteleuropa kämen noch die Belastungen durch Frost, Winterdienst, Streugut und Auftausalze hinzu
Was menschlicher Wahn erschuf, kann durch menschliche Einsicht überwunden werden.
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Re: Eine Strasse die Strom produziert.

Beitragvon Ebiker » Do 22. Dez 2016, 17:39

frems hat geschrieben:(22 Dec 2016, 17:24)

Geht wohl eher nur um die Demonstration, um es an Länder zu verkaufen, die mehr Sonne haben.


Ich habe einige dieser Länder bereist, es ist schwierig da überhaupt Solarzellen zu entdecken.
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Re: Eine Strasse die Strom produziert.

Beitragvon frems » Do 22. Dez 2016, 17:44

Ebiker hat geschrieben:(22 Dec 2016, 17:39)

Ich habe einige dieser Länder bereist, es ist schwierig da überhaupt Solarzellen zu entdecken.

Ein Grund mehr für die Technologie. Wären die Länder schon autark mit PV-Anlagen, gäbe es kaum Potenzial, um die Entwicklung zu fördern.
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Re: Eine Strasse die Strom produziert.

Beitragvon Umetarek » Do 22. Dez 2016, 18:40

frems hat geschrieben:(22 Dec 2016, 17:44)

Ein Grund mehr für die Technologie. Wären die Länder schon autark mit PV-Anlagen, gäbe es kaum Potenzial, um die Entwicklung zu fördern.

Wüstenländer eignen sich wahrscheinlich nicht sonderlich, Sands schleift ja die Zellen.
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Re: Eine Strasse die Strom produziert.

Beitragvon frems » Do 22. Dez 2016, 18:49

Umetarek hat geschrieben:(22 Dec 2016, 18:40)

Wüstenländer eignen sich wahrscheinlich nicht sonderlich, Sands schleift ja die Zellen.

Gibt schon genug wüstenarme Staaten, Subsahara und so. Ist da jedenfalls nicht sinnloser als in Ostfriesland, zumal der Energiegebrauch dort niedriger ist.
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Re: Eine Strasse die Strom produziert.

Beitragvon H2O » Do 22. Dez 2016, 19:10

Umetarek hat geschrieben:(22 Dec 2016, 18:40)

Wüstenländer eignen sich wahrscheinlich nicht sonderlich, Sands schleift ja die Zellen.


In ausgesprochenen Sandwüstengegenden gibt es vermutlich besser geeignete Techniken; etwa mit Brennspiegelkonstruktionen, die ein Rohr im Brennpunkt erhitzen und damit Prozeßdampf liefern. Dann muß natürlich Reinigungspersonal diese Spiegelstrecken pflegen. Eine andere kühne Idee war ein riesiger Trichter, unter dem die Luft erwärmt wird und durch den Auslaß in einem Turm aufsteigt, wo eine Turbinen drehen und damit diese Bewegungsenergie einfangen.

Auch wäre zu untersuchen, ob unsere Windräder in Wüsten betrieben werden können. Die Räder befinden sich ja hoch über dem Boden... vielleicht macht der Sand dort weniger Schaden als man befürchtet.

In Wüstengegenden (Äquator) fällt die Sonnenstrahlung nahezu im Lot auf die Erde. Da wären Dachschrägen eher eine Dummheit als eine Verbesserung des Wirkungsgrads.

Schräg angeordnete Flächen lassen aber Wasser und Schmutz abtropfen.

Mein Vorschlag: Ganz einfach einmal in einer Versuchsanlage erproben, womit man gute Erfahrungen macht.
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Re: Eine Strasse die Strom produziert.

Beitragvon Ebiker » Do 22. Dez 2016, 19:30

H2O hat geschrieben:(22 Dec 2016, 19:10)

In ausgesprochenen Sandwüstengegenden gibt es vermutlich besser geeignete Techniken; etwa mit Brennspiegelkonstruktionen, die ein Rohr im Brennpunkt erhitzen und damit Prozeßdampf liefern.


Brauchen Unmengen bestes Trimkwasser zur Reinigung

Eine andere kühne Idee war ein riesiger Trichter, unter dem die Luft erwärmt wird und durch den Auslaß in einem Turm aufsteigt,


Aufwindkraftwerke, hoher Flächenverbrauch, sämtliche Projekte sind gescheitert oder wurden nie verwirklicht

Windräder sind gut, es gibt sogar welche die Trinkwasser aus der Luft gewinnen können, nur welches afrikanische Land kann sich Anschaffung und Unterhalt leisten ?
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Adam Smith
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Re: Eine Strasse die Strom produziert.

Beitragvon Adam Smith » Do 22. Dez 2016, 19:33

Der Noor-Solarkomplex in Marokko soll der größte der Welt werden und Strom für 1,3 Millionen Menschen erzeugen. Nun hat König Mohammed VI. die erste Anlage eingeweiht. Deutschland ist maßgeblich beteiligt.


http://www.spiegel.de/wirtschaft/sozial ... 75766.html

In den kommenden Jahren sollen in der Nähe der Stadt Ouarzazate am Rande der Sahara noch die Kraftwerke Noor 2 und 3 fertiggestellt werden. Für Noor 4 laufen die Ausschreibungen. Nach der Fertigstellung soll die komplette Anlage eine Fläche von 30 Quadratkilometern bedecken, eine Leistung von 580 Megawatt liefern und so Strom für 1,3 Millionen Menschen erzeugen.
Deutschland ist maßgeblich an dem Projekt beteiligt. Zu den geplanten Gesamtkosten von etwa 2,2 Milliarden Euro trägt die Bundesregierung nach Angaben der bundeseigenen Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) 834 Millionen Euro bei. Die Bundesregierung hatte Marokko für 2015 Entwicklungshilfe von 485 Millionen Euro zugesagt. Davon waren 430 Millionen Euro Darlehen für den Ausbau erneuerbarer Energien.

Das Königreich hat nur wenige Öl- und Gasreserven und importiert mehr Strom als jedes andere Land im Nahen Osten und Nordafrika. Deshalb sollen die erneuerbaren Energien stark ausgebaut werden. Bis 2020 will Marokko 42 Prozent seines Energiebedarfs aus diesen Quellen decken. "Noor" ist das arabische Wort für Licht.


Und ob der Sand das alles kaputt machen wird werden wir ja bald wissen.
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H2O
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Re: Eine Strasse die Strom produziert.

Beitragvon H2O » Do 22. Dez 2016, 22:05

Ebiker hat geschrieben:(22 Dec 2016, 19:30)

Brauchen Unmengen bestes Trimkwasser zur ReinigungAufwindkraftwerke, hoher Flächenverbrauch, sämtliche Projekte sind gescheitert oder wurden nie verwirklicht
Windräder sind gut, es gibt sogar welche die Trinkwasser aus der Luft gewinnen können, nur welches afrikanische Land kann sich Anschaffung und Unterhalt leisten ?[quote]
Wenn die EU scheitern sollte, dann lassen wir Deutschland zu Afrika zuschlagen, und dann bauen wir Windräder mit Wassergewinnung aus der Luft. Zuversicht ist aller Laster Anfang! ;)
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Re: Eine Strasse die Strom produziert.

Beitragvon immernoch_ratlos » Fr 23. Dez 2016, 00:15

Bei solchen "Projekten" stellt sich mir sofort die Frage "cui bono !" Oder nochmal anders, ist solcher Irrsinn nicht eher dazu geeignet einen "gegenteiligen" - feindliche Einstellung zu EE bewirken :dead:

Es gäbe jede Menge vernünftigere Lösungen auch auf französischen Dächern. Doch so was alltägliches wird kaum Wahlen beeinflussen. Speziell in einem Land wo "AKW" und Regierung in einer praktisch unlösbaren Liaison leben. Allein der Gedanke über die Realisierung solcher "wartungsarmen" Systeme roll mir die Fußnägel auf...

Kommen wie zu Fall Nr.: 2 "Desertec" - kein PV-System und inzwischen nicht nur weil das längst billiger zu haben ist - sondern als typisches Dampfkraftwerk, das seine Energie aus direkter solarer Energie bezieht. Nicht alles oder jedenfalls nicht an jedem Standort "wo solare Energie eingefangen wird" ist deswegen gleich die Offenbarung.

Wer sich das zuständige WIKI auf den Schirm holt, wird schnell verstehen (oder auch nicht.. ) :

"Prinzipieller Aufbau: Wärmequelle – Dampferzeuger – Turbine mit Generator – Kühlung" steht da, als allgemeine Voraussetzung für alle "Dampfkraftwerke".

WAS mein eigentlich "KÜHLUNG" ? Insbesonders, irgendwo in der Wüste :?:

Danach strömt der entspannte und abgekühlte Dampf in den Kondensator, wo er durch Wärmeübertragung an die Umgebung kondensiert und sich als flüssiges Wasser an der tiefsten Stelle des Kondensators sammelt. Über die Kondensatpumpen und den Vorwärmern hindurch wird das Wasser in einen Speisewasserbehälter zwischengespeichert und dann über die Speisepumpe erneut dem Dampfkessel zugeführt.

Heutige Dampfkessel können bis zu 830 kg Wasserdampf in der Sekunde erzeugen (knapp 1 kg/s pro daraus erzeugtem MW elektrisch). Der Kondensator steht mit seiner Bauform als Rohrbündelwärmeübertrager zumeist mit einem Kühlturm in Verbindung, über den die nicht mehr nutzbare Wärme des Dampfes mit Hilfe von Kühlwasser an die Umgebung abgegeben wird.

Diese Anwendung des Dampfkraftwerk-Kreislaufes zur Stromerzeugung unterliegt den Gesetzmäßigkeiten der Thermodynamik, mit deren Hilfe auch eine Aussage über den Wirkungsgrad und möglichen Optimierungsschritten eines Dampfkraftwerkes gemacht werden kann.
Aha, ich benötige Kühlwasser - übrigens sehr sauberes - möglichst kalkfreies Wasser - bitte ohne Salz !

Etwas, was es in der Wüste bekanntlich in Hülle und Fülle gibt... :thumbup:

OK dann vielleicht mit was anderem :
Weiterentwicklungen
In der Vergangenheit wurden immer wieder Überlegungen angestellt, das Arbeitsmittel Wasser durch andere verdampfende Stoffe im Dampfkraftwerk zu ergänzen. In erster Linie ist das Metall Quecksilber zu nennen, das in einem eigenen Dampfkreislauf zirkuliert, in einer eigenen Dampfturbine expandiert und danach seine Kondensationswärme in einem eigenen Kondensator an einen Wasserdampfkreislauf abgibt. Die höchsten Werte für den Quecksilberdampfkreislauf betrugen bei den ab 1914 in den USA ausgeführten Anlagen 10 bar und 500 °C.

Weiterhin wurden um 1980 Studien in Auftrag gegeben, die in analoger Weise Drei-Kreis-Systeme aus dampfförmigem Kalium, Diphenyl und Wasser beinhalteten. Jedes dieser Arbeitsmittel wirkt dabei auf eine eigene Dampfturbine. Trotz hoher Wirkungsgrade derartiger Prozesse hat man bislang wegen der hohen Kosten auf die Ausführung eines solchen Dampfkraftwerkes verzichtet.
Spättestens jetzt, ist die Sinnhaftigkeit solcher Kraftwerke genügend in Frage gestellt. Bedenkt man dann noch die Methoden der notwendigen Staubentfernung von den Spiegeln - die funktionieren im Gegensatz zu PV überhaupt nur mit "vollem Glanz" - ergo nochmal destilliertes Wasser zur täglichen Reinigung, wird alles nicht wirklich besser.

Die relativ kleine Versuchsanlage in Spanien (20MW Durchschnittsleistung im Jahr) verbraucht 870.000 m^3 sauberes - industriell gesäubertes - Wasser im Jahr. Spanien, inzwischen eher wasserarm, könnte das gewiss in der Landwirtschaft besser verwerten.

Noch nichteinmal am Meer (wo natürlich nicht immer eitler Sonnenschein herrscht), lässt sich so was einfach mal mit Meerwasser kühlen. Für die notwendige Entsalzung werden ~4kWh für 1.000 Liter Wasser benötigt, die vorgenannten 870.000.000 Liter würden demnach recht sinnlos 3.480.000.000 kWh oder ~3,5 Twh verbrauchen. Das wären allein dafür ~2 ... 3% der el. Leistung und würde wohl ~20 ...25% der Kosten pro kWh ausmachen.

Ja, davon wird auch sonst jede Menge benötigt, in Jeddah (Saudi Arabien) gibt es davon mindestens 4 Meeerwasserentsalzungsgroßanlagen die sowohl für den Eigenbedarf, als auch für ihre Hauptaufgabe das mit fossilen "Brennstoffen" fabrizieren....

Was immer noch nicht so recht in die Gehirnwindungen will - zentrale Anlagen in Entwicklungsländern ohne entsprechendes Verteilungsnetz (mit den dann unvermeidbaren Übertragungsverlusten) ist purer Unsinn. Dezentrale, auf die lokalen Bedürfnisse abgestimmte Anlagen sind das Einzige was man dort benötigt. Noch nicht existierende industrielle Standorte, plant und rüstet man mit entsprechenden Schwerpunktversorgung aus.

Dazu passt diese Meldung von 2012 Siemens verkauft 44 Windenergie-Anlagen mit insgesamt 100 MW nach Marokko und aus diesem PDF zu Marokko (Deutsche Industrie-und Handelskammer in Marokko -DIHK 2016)
Marokko erlebt eine Energiewende.

Ziel der marokkanischen Regierung ist es, bis 2020 42 % der installierten Stromerzeugungskapazität auf Basis erneuerbarer Energien aufzuweisen, wobei davon jeweils 14 % Solar-, Windenergie und Wasserkraft ausmachen sollen.

Die installierte Leistung auf Basis von Windenergie soll bis 2020 2.000 MW betragen, wovon 796 MW aktuell (2016) bereits installiert sind. Die Regierung hat sich zudem zum Ziel gesetzt, bis 2030 den oben genannten Anteil der auf Basis erneuerbarer Energien installierten Stromerzeugungskapazität auf 52 % zu erhöhen. Windenergie soll dabei 20 % (4.300 MW) ausmachen.
"Wenn der Wind der Veränderung weht, bauen die einen Mauern und die anderen Windmühlen." (aus China)
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Re: Eine Strasse die Strom produziert.

Beitragvon H2O » Fr 23. Dez 2016, 08:20

Bedenken sollte man zurückhalten, wenn man die Dinge noch gar nicht kennt, über die gesprochen wird. Mir kommt auch so manches Projekt zwiespältig vor; aber dennoch unterstütze ich staatlich geförderte Forschungsarbeiten an solchen Konzepten.

Von ähnlichem Kaliber wie im Straßenbau scheint die Photovoltaik von Häuserwänden zu sein. So entsteht ebenfalls kein Flächenfraß... nur muß man bei genügender Reife abschätzen, ob der Aufwand sich lohnt, oder ob das Verfahren nur eine grundsätzliche Möglichkeit ist, das sich in Ausnahmefällen auch einmal sinnvoll anwenden läßt.

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