Vorschläge zur Wohnungsnot

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Re: Vorschläge zur Wohnungsnot

Beitragvon frems » Sa 28. Mai 2016, 15:32

nichtkorrekt hat geschrieben:(24 May 2016, 10:16)

Die Mietpreisbremse war sicherlich kontraproduktiv. Ansonsten könnte man noch Unweltauflagen, was Dämmung etc. angeht senken, da gibt es viele Schikanen die das Bauen unnötig verteuern.

Aber rein logisch kann nicht jeder in der Stadt leben, ist in meinen Augen auch ein Luxusproblem. Die Lebensqualität dürfte auf dem Land ohnehin höher sein.

In angespannten Märkten, wo man eine "Wohnungsnot" hat (gibt's nirgends in Deutshcland, aber egal), wird jede kleine Baulücke sofort geschlossen, wenn der Staat eine Baugenehmigung herausgibt. Da hindern keine Umweltauflagen irgendeinen Bau, genau wie die Mietpreisbremse, die für Neubau gar nicht greift. Das Leben auf dem Land ist in der Regel auch teurer und nicht günstiger.
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Re: Vorschläge zur Wohnungsnot

Beitragvon Realist2014 » Sa 28. Mai 2016, 15:47

Kibuka hat geschrieben:(28 May 2016, 16:14)

Quote von Sozialwohnungen.

Eine Reihe weiterer Quoten wäre bei der Stadtentwicklung dringenst angebracht. Nur so lässt sich beispielsweise auch die Bildung von Ghettos unterbinden.



und WER soll die Sozialwohnungen bauen?
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Re: Vorschläge zur Wohnungsnot

Beitragvon Kibuka » Sa 28. Mai 2016, 15:55

Realist2014 hat geschrieben:(28 May 2016, 16:47)

und WER soll die Sozialwohnungen bauen?


Der Staat.

Als sozialen Wohnungsbau bezeichnet man den staatlich geförderten Bau von Wohnungen, insbesondere für soziale Gruppen, die ihren Wohnungsbedarf nicht am freien Wohnungsmarkt decken können. Zur Belegungsbindung tritt eine höchstzulässige Miete („Kostenmiete”), wie sie z. B. im deutschen Wohnungsbindungsgesetz (WoBindG) oder vergleichbaren Landesgesetzen in Österreich geregelt ist. Diese zweckgebundenen Wohnungen sind sowohl belegungs- als auch mietgebunden.

Je nach Staatssystem ist der soziale Wohnungsbau wirtschafts- und sozialpolitisch eine Ergänzung der Wohnbauförderung oder tritt an deren Stelle.

https://de.wikipedia.org/wiki/Sozialer_Wohnungsbau


Insbesondere darf der Staat keinesfalls Stadtteile/Grundstücke komplett an private Marktteilnehmer übergeben.
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Re: Vorschläge zur Wohnungsnot

Beitragvon Realist2014 » Sa 28. Mai 2016, 16:54

Kibuka hat geschrieben:(28 May 2016, 16:55)

Der Staat.

Insbesondere darf der Staat keinesfalls Stadtteile/Grundstücke komplett an private Marktteilnehmer übergeben.


bleiben wir mal in München

Du möchtest also, dass der Bund innerhalb der Stadt München Sozialwohnungen baut ( also als Eigentümer der Wohnungen auftritt)?
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Re: Vorschläge zur Wohnungsnot

Beitragvon frems » Sa 28. Mai 2016, 16:59

Oje, beschäftigt Euch doch mal mit der Ökonomie. Sozialwohnungen bringen den Armen etwas, aber nicht dem Durchschnittsverdiener, da er keinen Zugriff auf sie hat. Das ist ein völlig anderes Marktsegment für unterschiedliche Kunden. Da kann man mit staatlichen Milliarden die Kaltmiete für Sozialwohnungen nach unten drücken und ein paar Journalisten losschicken, um die Durchschnittsmiete zu verkünden. Aber das bringt den restlichen 90% der Gesellschaft nichts, zumal jede Sozialwohnung früher oder später aus der Sozialbindung fällt. Davon abgesehen sind Sozialbauquartiere von heute die Problemviertel von morgen.
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Re: Vorschläge zur Wohnungsnot

Beitragvon Kibuka » Sa 28. Mai 2016, 18:32

frems hat geschrieben:(28 May 2016, 17:59)

Oje, beschäftigt Euch doch mal mit der Ökonomie. Sozialwohnungen bringen den Armen etwas, aber nicht dem Durchschnittsverdiener, da er keinen Zugriff auf sie hat. Das ist ein völlig anderes Marktsegment für unterschiedliche Kunden. Da kann man mit staatlichen Milliarden die Kaltmiete für Sozialwohnungen nach unten drücken und ein paar Journalisten losschicken, um die Durchschnittsmiete zu verkünden. Aber das bringt den restlichen 90% der Gesellschaft nichts, zumal jede Sozialwohnung früher oder später aus der Sozialbindung fällt. Davon abgesehen sind Sozialbauquartiere von heute die Problemviertel von morgen.


Du hast es nicht kapiert.

1. Problemviertel entstehen durch Homogenität. Das heißt, durch Viertel in denen nahezu ausschließlich Arbeitslose, bildungsferne Menschen oder Menschen einer Ethnie/Herkunft leben. Genau das bedeutet aber nicht sozialer Wohnungsbau bzw. soll es nicht bedeuten. Sozialer Wohnungsbau sollte nicht darin münden, dass der Staat ganze Viertel fördert und dorthin nur noch die Asozialen ziehen, sondern dass der Staat/ die Kommune in der ganzen Stadt verstreut Wohnungen unterhält.

2. Sozialer Wohnungsbau sollte auch nicht darin münden, dass am Ende nur noch diejenigen eine Wohnung in einem Haus bekommen, die entweder arbeitslos sind oder im Niedriglohnsektor arbeiten, während der Durchschnittsverdiener schauen kann, wo er bleibt. Stattdessen sollen damit Wohnungen auch für Familien, die es mittlerweile schwer haben, für Rentner, Studenten usw. bereitgestellt werden, während gleichzeitig eine Preisexplosion gedämpft wird. Der Staat wirkt dann nämlich als Preisbrecher.

Der soziale Wohnungsbau, wie oben beschrieben, kann und soll nur eine Komponente darstellen. Es ist nicht die ultimative Lösung für alle Probleme!
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Re: Vorschläge zur Wohnungsnot

Beitragvon frems » Sa 28. Mai 2016, 18:35

Kibuka hat geschrieben:(28 May 2016, 19:32)

Du hast es nicht kapiert.

1. Problemviertel entstehen durch Homogenität. Das heißt, durch Viertel in denen nahezu ausschließlich Arbeitslose, bildungsferne Menschen oder Menschen einer Ethnie/Herkunft leben. Genau das bedeutet aber nicht sozialer Wohnungsbau bzw. soll es nicht bedeuten. Sozialer Wohnungsbau sollte nicht darin münden, dass der Staat ganze Viertel fördert und dorthin nur noch die Asozialen ziehen, sondern dass der Staat/ die Kommune in der ganzen Stadt verstreut Wohnungen unterhält.

2. Sozialer Wohnungsbau sollte auch nicht darin münden, dass am Ende nur noch diejenigen eine Wohnung in einem Haus bekommen, die entweder arbeitslos sind oder im Niedriglohnsektor arbeiten, während der Durchschnittsverdiener schauen kann, wo er bleibt. Stattdessen sollen damit Wohnungen auch für Familien, die es mittlerweile schwer haben, für Rentner, Studenten usw. bereitgestellt werden, während gleichzeitig eine Preisexplosion gedämpft wird. Der Staat wirkt dann nämlich als Preisbrecher.

Der soziale Wohnungsbau, wie oben beschrieben, kann und soll nur eine Komponente darstellen. Es ist nicht die ultimative Lösung für alle Probleme!

Vor allem hast Du meinen Einwand nicht kapiert. Ich versteh ja, dass Du gerne eine Sozialwohnung hättest, aber das Thema Wohnraummangel behebt es halt nicht. Der Durchschnittsverdiener hat von der Sozialwohnung nichts.
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Re: Vorschläge zur Wohnungsnot

Beitragvon Kibuka » Sa 28. Mai 2016, 18:43

frems hat geschrieben:(28 May 2016, 19:35)

Vor allem hast Du meinen Einwand nicht kapiert. Ich versteh ja, dass Du gerne eine Sozialwohnung hättest, aber das Thema Wohnraummangel behebt es halt nicht. Der Durchschnittsverdiener hat von der Sozialwohnung nichts.


Ich habe auch nicht behauptet, dass damit ein Wohnraummangel behebbar wäre. Das geht logischerweise auch gar nicht, weil dieser nur durch mehr Wohnraum zu beheben ist.

Der Ansatz des sozialen Wohnungsbaus, wie von mir geschildert soll primär 3 Probleme lindern.

1. Dämpfung des Anstiegs von Mieten.
2. Dämpfung der Gentrifizierung.
3. Dämpfung von Hausverkäufen an Investoren mit anschließender Sanierung und Veräußerung an Vermögende als Eigentum, die teilweise mehrere Wohnungen deutschlandweit oder weltweit unterhalten und nur an wenigen Tagen im Jahr vor Ort sind.

Der Staat ist gefragt weitere Maßnahmen zu ergreifen.

Einer ersten Schätzung nach, müsste eine Kommune rund 10-20% aller Immobilien besitzen, um effektiv zu sein. Davon sind wir meilenweit entfernt.
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Re: Vorschläge zur Wohnungsnot

Beitragvon frems » Sa 28. Mai 2016, 18:49

Kibuka hat geschrieben:(28 May 2016, 19:43)

Ich habe auch nicht behauptet, dass damit ein Wohnraummangel behebbar wäre. Das geht logischerweise auch gar nicht, weil dieser nur durch mehr Wohnraum zu beheben ist.

Der Ansatz des sozialen Wohnungsbaus, wie von mir geschildert soll primär 3 Probleme lindern.

1. Dämpfung des Anstiegs von Mieten.
2. Dämpfung der Gentrifizierung.
3. Dämpfung von Hausverkäufen an Investoren mit anschließender Sanierung und Veräußerung an Vermögende als Eigentum, die teilweise mehrere Wohnungen deutschlandweit oder weltweit unterhalten und nur an wenigen Tagen im Jahr vor Ort sind.

Der Staat ist gefragt weitere Maßnahmen zu ergreifen.

Okay, Du verstehst es wirklich nicht. Selbst wenn Du für einkommensschwache Bevölkerungsgruppen das Angebot ausweitest, bringt es dem Durchschnittsverdiener gar nichts, weil es ein völlig anderes Marktsegment ist, zu dem er keinen Zutritt hat. Er ist im "Wettbewerb" mit anderen Mietern, die ebenfalls nicht berechtigt sind. Und um den Leerstand und die Zahlbereitschaft (inkl. Einkommen) geht es. Wenn man dann noch Häuser abreißt und Sozialwohnungen neu errichtet, wird es für den Durchschnittsverdiener sogar noch düsterer, weil das Angebot für ihn knapper wird. Es gibt nicht "den einen Wohnungsmarkt".
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Re: Vorschläge zur Wohnungsnot

Beitragvon Kibuka » Sa 28. Mai 2016, 18:53

frems hat geschrieben:(28 May 2016, 19:49)

Okay, Du verstehst es wirklich nicht. Selbst wenn Du für einkommensschwache Bevölkerungsgruppen das Angebot ausweitest, bringt es dem Durchschnittsverdiener gar nichts, weil es ein völlig anderes Marktsegment ist, zu dem er keinen Zutritt hat. Er ist im "Wettbewerb" mit anderen Mietern, die ebenfalls nicht berechtigt sind. Und um den Leerstand und die Zahlbereitschaft (inkl. Einkommen) geht es. Wenn man dann noch Häuser abreißt und Sozialwohnungen neu errichtet, wird es für den Durchschnittsverdiener sogar noch düsterer, weil das Angebot für ihn knapper wird. Es gibt nicht "den einen Wohnungsmarkt".


Anscheinend willst du es nicht verstehen. Ich hatte dir explizit gesagt, dass zu einem derartigen Programm auch Durchschnittsverdiener Zugang haben müssen.

Jetzt fängst du wieder dieselbe Leier an. Irgendwie kommen wir so nicht weiter.
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Re: Vorschläge zur Wohnungsnot

Beitragvon frems » Sa 28. Mai 2016, 18:57

Kibuka hat geschrieben:(28 May 2016, 19:53)

Anscheinend willst du es nicht verstehen. Ich hatte dir explizit gesagt, dass zu einem derartigen Programm auch Durchschnittsverdiener Zugang haben müssen.

Jetzt fängst du wieder dieselbe Leier an. Irgendwie kommen wir so nicht weiter.

Okay, also Sozialwohnungen für alle. Das würde dann in der Tat jedem "helfen" (mal frei der Frage nach der Finanzierung). Erinnert mich an eine Diskussion um ein neues Wohngebiet (ein Drittel gefördert, ein Drittel freifinanziert, ein Drittel Eigentum), wo ein paar linke Schreihälse hereingeplatzt kamen, herumpolterten und forderten, dass sämtliches Wohneigentum zu enteignen sei und der Staat des Menschenrecht auf Wohnraum kostenlos anzubieten habe.
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Re: Vorschläge zur Wohnungsnot

Beitragvon jack000 » Sa 28. Mai 2016, 19:02

frems hat geschrieben:(28 May 2016, 19:57)

Okay, also Sozialwohnungen für alle. Das würde dann in der Tat jedem "helfen" (mal frei der Frage nach der Finanzierung).

In Sozialwohnungen gibt es Fehlbelegungsabgaben die auch zur Finanzierung beitragen und es ist doch nicht wirklich Sinn der Sache wenn im sozialen Wohnungsbau ausschließlich H4-Empfänger wohnen.
Im Gegenteil war doch im Gespräch auch Menschen dort wohnen zu lassen die eben nicht sozial Bedürftig sind und mit der Abschaffung der Fehlbewegungsabgabe eine Mischung entstehen zu lassen und ein Ghetto zu verhindern.
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Re: Vorschläge zur Wohnungsnot

Beitragvon frems » Sa 28. Mai 2016, 19:08

jack000 hat geschrieben:(28 May 2016, 20:02)

In Sozialwohnungen gibt es Fehlbelegungsabgaben die auch zur Finanzierung beitragen und es ist doch nicht wirklich Sinn der Sache wenn im sozialen Wohnungsbau ausschließlich H4-Empfänger wohnen.
Im Gegenteil war doch im Gespräch auch Menschen dort wohnen zu lassen die eben nicht sozial Bedürftig sind und mit der Abschaffung der Fehlbewegungsabgabe eine Mischung entstehen zu lassen und ein Ghetto zu verhindern.

Jo, ich weiß, sofern die Abgaben gezahlt werden. Ich kopier mal aus einem anderen Strang:

frems hat geschrieben:(22 May 2016, 20:00)
Da hatten wir in Hamburg auch mal einen Fall bei mir in der Gegend (Eppendorf). Die Mietpreisbindung (sozialer Wohnungsbau) war nach 25 Jahren ausgelaufen und der Vermieter hat die Kaltmiete mehr als verdoppelt. Schockschwerenot! Man wunderte sich aber, dass das empörte Mieterpärchen, das zur Zeitung rannte, keine Probleme daimt hat, die neuen Preise zu bezahlen. Sie zogen dort als Studenten vor 20 Jahren mit einem sog. §5-Schein ein und lebten nach dem Studium weiterhin zu den alten Konditionen, obwohl sie überdurchschnittlich verdienten. Letztendlich stieg ihre Miete von 4 Euro auf 9 Euro. Der Durchschnitt in dem Viertel ist aber bei 14-16.


Blöd natürlich für jene, die berechtigt wären, aber in einen anderen Stadtteil ziehen müssen, weil es nicht für jeden Menschen genug Sozialwohnungen in jedem gewünschten Viertel gibt. Mal ehrlich: es gibt keinen Wohnraummangel und erst recht keine Wohnungsnot in Deutschland. Auch nicht in München. Die Nachfrage übersteigt natürlich trotzdem das Angebot mit den Folgen. Und deshalb wird sich jeder Projektentwickler um jede neue Baufläche reißen. Und nur das befriedigt die Bedürfnisse der Bürger, dei immer höhere Einkommen haben, deren Wohnraum pro Kopf immens zunimmt und die persönliche Präferenzen wie innerstädtisches Leben mehr und mehr entwickeln. Das sind aber Luxusprobleme.
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Re: Vorschläge zur Wohnungsnot

Beitragvon H2O » Sa 28. Mai 2016, 19:26

frems hat geschrieben:(28 May 2016, 19:57)

Okay, also Sozialwohnungen für alle. Das würde dann in der Tat jedem "helfen" (mal frei der Frage nach der Finanzierung). Erinnert mich an eine Diskussion um ein neues Wohngebiet (ein Drittel gefördert, ein Drittel freifinanziert, ein Drittel Eigentum), wo ein paar linke Schreihälse hereingeplatzt kamen, herumpolterten und forderten, dass sämtliches Wohneigentum zu enteignen sei und der Staat des Menschenrecht auf Wohnraum kostenlos anzubieten habe.


Könnte man jenen Schreihälsen nicht anbieten, ihre Arbeitskraft nach Feierabend/im Urlaub auf einer Baustelle beim Bau ihrer Wohnungen ein zu bringen? Meinetwegen auch unter fachlicher Anleitung. Fünf vollständige Wohnungen gebaut, und dann mietfrei (Kaltmiete) in einer der Wohnungen wohnen. Ich meine, daß es ein solches Modell in Ostberlin vor 50 Jahren einmal gab.
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Re: Vorschläge zur Wohnungsnot

Beitragvon frems » Sa 28. Mai 2016, 19:37

H2O hat geschrieben:(28 May 2016, 20:26)

Könnte man jenen Schreihälsen nicht anbieten, ihre Arbeitskraft nach Feierabend auf einer Baustelle beim Bau ihrer Wohnungen ein zu bringen? Meinetwegen auch unter fachlicher Anleitung. Fünf vollständige Wohnungen gebaut, und dann mietfrei (Kaltmiete) in einer der Wohnungen wohnen. Ich meine, daß es ein solches Modell in Ostberlin vor 50 Jahren einmal gab.

Wäre eine Option. Mir tun die Ingenieure bzw. Planer immer leid, die bei solchen öffentlichen Veranstaltungen den Kopf hinhalten müssen. Es gibt immer einige Störenfriede, die meinen, mit Lautstärke irgendetwas erreichen zu können. Manche sehen das sogar als ihr Hobby an und gehen auf eine Anwohnerversammlung, obwohl sie am anderen Ende der Stadt leben und die Ecke, wo gebaut werden soll, noch nie in ihrem Leben sahen. Und das zieht sich durch alle Bereiche der Stadtplanung und macht vor der dazugehörigen Verkehrsplanung auch keinen Halt.

In den vergangenen Tagen hat der Streit um die Busbeschleunigung eine bizarre Zuspitzung erfahren. In der Uhlenhorster St.-Gertrud-Kirche gerieten Kritiker des Programms mit Bezirkspolitikern und Fachplanern in einer Weise aneinander, die Vertreter des Protestlagers "lebhaft" und "emotional" nennen und die Planer unfassbar. Vanessa Rathje ergriff dort gleich mehrfach die Gelegenheit, die Probleme des Hutfachhandels zu erläutern. Was die Verteidiger des Busprogramms hatten vorbringen wollen, blieb unklar, interessierte aber wohl auch nicht viele.

Stimmt es, dass die Fachleute niedergeschrien wurden, Frau Rathje? "Teilweise schon."

http://www.zeit.de/2014/44/verkehr-hvv- ... ettansicht

Oder noch ein anderes schönes Beispiel. Eine Straße, die parallel zu einer Hauptstraße verläuft, soll zu einer Fahrradstraße umgebaut werden. Anwohner, Gewerbetreibende usw. dürfen dann aber natürlich weiterhin dort fahren. Für sie ändert sich nichts -- abgesehen davon, dass dann weniger Autos dort fahren und mehr Fahrräder. Und das war erstmal nur ein Vorschlag eines Planungsbüros. Die Polizei fand das Vorhaben sehr gut, die Parteien auch, die Verwaltung begrüßte es, der ADFC sowieso und selbst der ADAC hat sich für das Projekt ausgesprochen. Da sollte man meinen, dass da nichts gegen einzuwenden ist. Nach wissenschaftlichen Empfehlungen war es auch "richtig", sofern man den Begriff benutzen würde. Aber so einfach war's nicht.

Allein in dem Wort "Fahrradstadt" steckt so viel emotionale Sprengkraft, dass sich die Opposition in Fragen der Verkehrspolitik inzwischen kaum noch äußert, ohne die geistige Gesundheit ihrer politischen Gegner infrage zu stellen. Verkehrspolitik in Hamburg ist seit je ein Kulturkampf, Traditionalisten gegen Modernisierer beziehungsweise, so formuliert es der CDU-Verkehrspolitiker Dennis Thering, Vernunft gegen "Irrsinn". Der Konflikt polarisiere die Stadt, sagt Thering, ihm macht das Spaß, und seine Wähler schätzen deutliche Worte. "Klasse, endlich mal eine Fraktion, die dagegenhält", das höre er an seinen Infoständen immer wieder.

Moderater formulieren? Nichts da! "Was die machen, ist irre, dazu stehen wir."

Das Seltsame an diesem Konflikt ist, dass es unter Experten in den wesentlichen Punkten keine zwei Meinungen gibt. Das gilt für die "Fahrradstadt" insgesamt, aber auch für die Planung in der Walddörferstraße. Dass der Fahrradverband ADFC all das richtig findet, liegt auf der Hand. Dass die Kollegen vom ADAC diese Ansichten fast vollständig teilen, wird nur jemanden erstaunen, der sich mit Straßenverkehr nie beschäftigt hat. In der Verkehrsplanung gibt es nur eine Ingenieurswissenschaft, nur eine Sammlung von Richtlinien für die Gestaltung unterschiedlicher Straßen- und Kreuzungstypen und nur eine Verkehrsunfallforschung – worin also sollten sich die Ansichten von Fachleuten unterscheiden? [...]

Wie sich herausstellt, gibt es einen Autohändler, der seinen Transporter auf der Straße entlädt, weil er nicht auf seinen Hof passt. Und wie machen es die Autos jetzt, wenn da der Kfz-Transporter steht?

"Na, sie fahren vorbei, wie an einem haltenden Bus."

Und Fahrradfahrer können das nicht?

Dies ist der Punkt, an dem Kürstens Mitstreiter Frank Baumann sich in das Gespräch einschaltet. Ihm gehört ein benachbarter Gewerbehof, einem lokalen Internetsender hat er erklärt: "Ich verstehe nicht, warum man hier die Walddörferstraße vergewaltigen will." Nun zitiert er die Straßenverkehrsordnung: In einer Fahrradstraße dürfen Radfahrer "weder gefährdet noch behindert" werden. Angesichts dieser Rechtslage, fürchtet Baumann, sei ein stehender Kfz-Transporter eine Provokation. "Dann ist die Gefahr groß, dass die mit Steinen schmeißen oder was weiß ich."

http://www.zeit.de/2016/18/radwege-fahr ... ettansicht

So ein Radfahrer hat traditionell ja immer einen Pflasterstein in seinem Gepäck, um dann einen Kfz-Transporter zu beschmeißen, der am Straßenrand steht. Passiert so ja jeden Tag, oder? Naja, und mit sowas plagt man sich rum und versteht die Welt nicht mehr, wo doch technisch, polizeilich und auch noch politisch alles in Ordnung zu sein schien. Aber es gibt wohl so Wehwehchen, die sich damit nicht befriedigen lassen. :|

So, nu aber zum Fußball.
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Re: Vorschläge zur Wohnungsnot

Beitragvon H2O » Sa 28. Mai 2016, 20:28

Gut, als Verwaltung muß man natürlich ein Gefühl dafür entwickeln, wo ernst zu nehmende Besorgnis in Querulantentum über geht. Da muß man dann auch schon einmal "Basta" sagen und Protestgeheul ertragen.
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Re: Vorschläge zur Wohnungsnot

Beitragvon PittBrad » Di 25. Okt 2016, 12:06

hafenwirt hat geschrieben:(21 Dec 2015, 12:55)
3. "Enteignungen"
Mir fiel kein anderer Begriff dafür ein, aber im Endeffekt geht es dabei um Grundstücke in der Stadt, welche nachweislich seit Jahren leer stehen, weil der Besitzer kein Interesse daran hat. Mir fallen hier aus der Stadt mehrere Grundstücke ein, auf denen seit 10 Jahren nix los ist! Teilweise in bester Lage. Diese Gebiete sollten ab einem bestimmten Zeitpunkt (5-10 Jahre) ohne Nutzung an die Stadt übergehen, oder neu ausgeschrieben werden.

Was denkt ihr über diese Vorschläge?

Ich freue mich auf eine spannende Diskussion



Definiere "ungenutzt". Was wäre, wenn wenn die Bude 9 Jahre und 11 Monate leer stand und dann ein Student für 3 Wochen drin wohnte und nun wieder ausgezogen ist? Wäre der nächste logische Schritt auch die Enteignung eines Autos oder eines Fernsehers, wenn der nachweislich nicht genug genutzt wird?
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Re: Vorschläge zur Wohnungsnot

Beitragvon hafenwirt » Di 25. Okt 2016, 12:18

PittBrad hat geschrieben:(25 Oct 2016, 13:06)

Definiere "ungenutzt". Was wäre, wenn wenn die Bude 9 Jahre und 11 Monate leer stand und dann ein Student für 3 Wochen drin wohnte und nun wieder ausgezogen ist? Wäre der nächste logische Schritt auch die Enteignung eines Autos oder eines Fernsehers, wenn der nachweislich nicht genug genutzt wird?


"Ungenutzt" sollte in Gesetzesform nach politischen Verhandlungen definiert werden. Das kann ne Prozentzahl sein, ne Anzahl an Jahren , ...

Und den Unterschied zwischen einem Objekt, welches wichtig für das Überleben eines anderen Menschens wie eine Behausung und einem privat genutzten Objekt wie einem TV muss ich dir nicht erklären, oder?
...
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Re: Vorschläge zur Wohnungsnot

Beitragvon Quatschki » Di 25. Okt 2016, 12:38

Manchmal sind innerstädtischer Brachgrundstücke nach Jahren der menschlichen Nichtnutzung ökologisch so wertvoll, dass sie besser in diesem Sinn weitergenutzt werden sollten,
Es kann ja nicht das Ziel sein, immer weiter zu verdichten, bis sich die Lebensqualität der von Kairo oder Bangkok annähert.
Was menschlicher Wahn erschuf, kann durch menschliche Einsicht überwunden werden.
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Re: Vorschläge zur Wohnungsnot

Beitragvon H2O » Di 25. Okt 2016, 13:02

hafenwirt hat geschrieben:(25 Oct 2016, 13:18)

"Ungenutzt" sollte in Gesetzesform nach politischen Verhandlungen definiert werden. Das kann ne Prozentzahl sein, ne Anzahl an Jahren , ...

Und den Unterschied zwischen einem Objekt, welches wichtig für das Überleben eines anderen Menschens wie eine Behausung und einem privat genutzten Objekt wie einem TV muss ich dir nicht erklären, oder?


Vielleicht sollte der Staat Wohnungsleerstände entsprechend der Dauer des Leerstands besteuern? Aber auch für Mietnomaden und säumige Mieten einstehen... wenn schon, denn schon.

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