Pendlerpauschale abschaffen und Steuer für Pendler

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Orwellhatterecht
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Re: Pendlerpauschale abschaffen und Steuer für Pendler

Beitragvon Orwellhatterecht » Do 8. Jun 2017, 14:26

Thomas I hat geschrieben:(20 Jul 2012, 17:37)

Muninn, ich möchte solchen Menschen die für einen Job täglich weit fahren keinen Vorwrf machen - aber die Realität ist doch in diesem Land das überwiegend gependelt wird aus Gründen wie weil der m² Bauland in X-Stadt 400,- kostet, im 35km weit entfernten Y-Dorf aber nur 200,-...
Und da der Staat ja dann noch die Pendelei bezuschusst wird Y-Dorf für den in X-Stadt arbeitenden Häuslebauer richtig attraktiv.




Vielleicht hat das ja auch etwas mit den Arbeitsplätzen zu tun. Und damit, dass grosse Firmen oftmals bestrebt sind, ihre Werke in den Ballungsgebieten unter zu bringen, in Städten, in denen sich kein Lohn- und Gehaltsempfänger heute mehr die Miete dort leisten kann. Und dann wird (notgedrungen) halt gependelt. Im Übrigen ist es ein Treppenwitz zu behaupten, der Staat subventioniere das Pendeln. Worum geht es denn eigentlich dabei? Der Staat verzichtet in bescheidenem Rahmen (lediglich 1 Fahrt täglich wird gefördert, jedes Mildchmädchen allerdings weiss, dass zum Weg zur Arbeitsstätte die Hin- und auch die Rückfahrt gehört. Und manche, insbesondere im äusserst schlecht bezahlten Handel, haben ungünstige Arbeitszeiten mit 2 stündiger Unterbrechung mittags, auch sie dürfen lediglich 1 Fahrt steuerlich geltend machen. Aber worum geht es eigentlich bei der Steuer dabei? Dem Pendler gewährt man einen bescheidenen Steuervorteil dadurch, dass er für lediglich 1 Fahrt täglich für den dafür benötigten Sprit nicht auch noch aus versteuertem Einkommen kaufen muss. Er bezahlt allerdings weiterhin für die Pendelei Kfz-Steuer, Mineralölsteuer, Ökosteuer + auf die Steuern obendrein 19 % Mehrwertsteuer, geht seine Karre kaputt und muss in die Werkstatt oder braucht er gar eine neue, so ist der Staat abermals mit 19 % MwSt. dabei. Im Übrigen geh mal davon aus, die von Dir angeführten Baulandpreise können sich inzwischen die wenigsten Lohn- Gehaltsempfänger noch leisten, es trifft auch hier mal wieder die alte Bauernregel zu: "... mit voller Hose ist gut stinken!"
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Re: Pendlerpauschale abschaffen und Steuer für Pendler

Beitragvon Audi » So 18. Jun 2017, 18:25

Es gibt Städte dort wird Bauland versteigert. Da kann der böse Pendler mit 1500-2000€ einpacken und zurück ins Dorf Fahren.
Wenn Mann Grundstückspreise von 300 bis 500 000 € hat ist nichts mit Stadt nah bauen.
Und Stadt Miete wo eine 3 Zimmer Wohnung 1100€ kostet bei 1400€ Verdienst zwingt man doch einen zu pendeln. Wieso ist es so schwer sich da rein zu versetzen?
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Re: Pendlerpauschale abschaffen und Steuer für Pendler

Beitragvon franktoast » Mi 5. Jul 2017, 08:06

jack000 hat geschrieben:(20 Apr 2012, 19:29)

http://www.welt.de/newsticker/dpa_nt/re ... ndler.html

Nun, dazu lässt sich sagen:
- In der Tat wird Zersiedlung gefördert und diejenigen, die in günstigen, ruhigen Wohngegenden wohnen belästigen aber andere die an Hauptverkehrsstrassen wohnen.
(Siehe auch: viewtopic.php?f=13&t=26943)
Ebenso ist man in Deutschland sehr konservativ, was Umzüge betrifft. In Holland z.B. zieht man durchschnittlich 5 mal im Leben um.

- Andererseits muss man, um einen Arbeitsplatz zu bekommen auch z.T. weite Strecken in Kauf nehmen. Lt. Arbeitsagentur sind Fahrwege von 2,5 Stunden zumutbar. Wenn man sich irgendwo mal ein Haus gebaut hat, ist die Motivation umzuziehen nachvollziehbar gering.

Was ist eure Meinung dazu?


Zum Thema Landflucht verhindern, da ja das Land sonst ausstirbt, was allg als Problem empfunden wird.
Lösung des Marktes:
1. Stadt wird teurer, was die Stadt unattraktiver macht

Lösung des Staates:
1. Mehr Sozialbau in Städten, um die Stadt günstiger und somit attraktiver zu machen
2. Mietgrenze, um Stadt attraktiver zu machen#
3. Eigenheimzulage abschaffen, was Mieten im Verhältnis zum Häuserbau und somit das Leben in der Stadt attraktiver macht
?4. Pendlerpauschale abschaffen bzw. Pendeln sogar besteuern, damit das Leben in der Stadt attraktiver wird
5. Ganz doll wundern, warum die Landflucht nicht aufhört
Ein freier Mensch muß es ertragen können, daß seine Mitmenschen anders handeln und anders leben, als er es für richtig hält, und muß sich abgewöhnen, sobald ihm etwas nicht gefällt, nach der Polizei zu rufen.
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Re: Pendlerpauschale abschaffen und Steuer für Pendler

Beitragvon Dampflok94 » Mo 10. Jul 2017, 08:46

franktoast hat geschrieben:(05 Jul 2017, 09:06)

Zum Thema Landflucht verhindern, da ja das Land sonst ausstirbt, was allg als Problem empfunden wird.

Es mag ja sein, daß Du das als ein Problem empfindest. Das es allgemein so empfunden wird, sehe ich keineswegs.
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Re: Pendlerpauschale abschaffen und Steuer für Pendler

Beitragvon franktoast » Mo 10. Jul 2017, 11:10

Dampflok94 hat geschrieben:(10 Jul 2017, 09:46)

Es mag ja sein, daß Du das als ein Problem empfindest. Das es allgemein so empfunden wird, sehe ich keineswegs.

Oh, wie viele Prozent der Wähler vereinen denn diese Parteien auf sich:
https://www.cducsu.de/themen/energie/la ... aturgesetz
http://www.spdfraktion.de/termine/2016- ... ttraktiv-0
http://www.br.de/nachrichten/gruene-her ... t-100.html
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Re: Pendlerpauschale abschaffen und Steuer für Pendler

Beitragvon Dampflok94 » Mo 10. Jul 2017, 11:24


Stimmt. Die werden ja nur wegen des Mega-Themas Landflucht gewählt. Habe ich wohl übersehen. :D
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Re: Pendlerpauschale abschaffen und Steuer für Pendler

Beitragvon franktoast » Di 11. Jul 2017, 08:17

Dampflok94 hat geschrieben:(10 Jul 2017, 12:24)

Stimmt. Die werden ja nur wegen des Mega-Themas Landflucht gewählt. Habe ich wohl übersehen. :D

Nein, das sag ich doch gar nicht. Ich sage nur, dass die Parteien dafür stehen, die Landflucht zu verhindern, aber gleichzeitig auch, das Leben in der Stadt attraktiver zu machen.
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Re: Pendlerpauschale abschaffen und Steuer für Pendler

Beitragvon Dampflok94 » Di 11. Jul 2017, 08:42

franktoast hat geschrieben:(11 Jul 2017, 09:17)

Nein, das sag ich doch gar nicht. Ich sage nur, dass die Parteien dafür stehen, die Landflucht zu verhindern, aber gleichzeitig auch, das Leben in der Stadt attraktiver zu machen.

Tja, man bekommt hier halt schnell massive Zielkonflikte. Die Arbeitsplätze gibt es eher in der Stadt. Wenn die Menschen auf dem Land wohnen, entlastet das den Wohnungsmarkt in der Stadt, führt aber meist zu massiven Verkehrsproblemen. Da gilt es irgendwie einen gesunden Mittelweg zu finden. Was sehr schwierig ist.
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Re: Pendlerpauschale abschaffen und Steuer für Pendler

Beitragvon franktoast » Di 11. Jul 2017, 14:22

Dampflok94 hat geschrieben:(11 Jul 2017, 09:42)

Tja, man bekommt hier halt schnell massive Zielkonflikte. Die Arbeitsplätze gibt es eher in der Stadt. Wenn die Menschen auf dem Land wohnen, entlastet das den Wohnungsmarkt in der Stadt, führt aber meist zu massiven Verkehrsproblemen. Da gilt es irgendwie einen gesunden Mittelweg zu finden. Was sehr schwierig ist.

Tja, leider kann man ja nicht den Markt fragen. Der löst ansonsten immer Zielkonflikte recht gut. Eben, weil es die Größen gibt, was den Menschen mehr wert ist. Das heißt allerdings nicht, dass dieses Problem hier komplett und simpel vom Markt abgedeckt werden könnte, weil einfach viele Faktoren mit rein spielen.
Aber um eine ungefähre Steuerung zu bekommen wäre ich dafür die Pendlerpauschale abzuschaffen und die Mietpreisregulierung in der Stadt aufzuheben.

Ein anderer Weg wäre es, den Verkehr komplett zu privatisieren. Die Attraktivität des Landes wird ja maßgeblich davon beeinflusst, wie leicht, schnell und günstig man vom Land in die Stadt kommt. Da finde ich es wenig hilfreich, mit Biegen und Brechen den Nah- und Fernverkehr mit Steuergeldern auszubauen. Wem bringt das was, ne U-Bahn zu jedem Kuhdorf zu bauen? Die Menschen müssen mit ihrem Geldbeutel entscheiden, was ihnen das wert ist und das geht nur über private Unternehmen.

Infrastruktur ist immer ein schwieriges Thema, da es für die Konkurrenz schwer ist zB. nochmal ne Autobahn daneben zu bauen. Allerdings gibt es ja viele Wege der Beförderung. U-Bahn, Bahn, Straße, Fahrgemeinschaft, Uber, Bus, Carsharing, Luft und Beamen. Sollte jemand eine Quasi-Monopol zB. bei der Bahn haben, steht dieser in direkter Konkurrenz zur Straße oder zum Beamen. Man müsste nur verhindern, dass nicht eine Firma sämltliche Wege kontrolliert.
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