Pendlerpauschale abschaffen und Steuer für Pendler

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Re: Pendlerpauschale abschaffen und Steuer für Pendler

Beitragvon frems » Di 1. Mai 2012, 17:54

Milady de Winter » Di 1. Mai 2012, 18:17 hat geschrieben:LOL... den Blick auf die Skyline hast Du fast von überall aus - nur nicht direkt in der Frankfurter City, da bist Du zu nah dran :D

Ups, stimmt ja, da war was. Hätte wohl "direkt vor der Nase" schreiben sollen. :|

Und ja - wenn man wirklich IN der Stadt direkt arbeitet, dann kann man in Frankfurt günstiger wohnen als außerhalb, wenn man die Pendelkosten und die Zeit mit einrechnet.

Die Durchschnittsbewohner einer Stadt geben auch "nur" ein Viertel ihres Gehaltes für gewöhnlich für Mieten aus. Auch bei Alleinerziehenden und Studenten ist der Schnitt bei rund 30%. Aber Internetrecherchen sind nicht immer die beste Lösung, außer man sucht ganz dringend eine Wohnung, von der man in Ruhe mit der Arbeit anfangen kann und stets Ausschau auf ein passendes Objekt hält.
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Re: Pendlerpauschale abschaffen und Steuer für Pendler

Beitragvon Clark » Di 1. Mai 2012, 18:05

frems » Di 1. Mai 2012, 18:07 hat geschrieben:Naja, aus Erfahrungen kann ich sagen, daß Stellenanzeigen im Netz stets eher überteuert sind und man in lokale Zeitungen schauen sollte, wo das alte Muttchen, das ein Gebäude erbte, das Angebot reinstellt und nicht professionelle Makler. Alternativ bei Baugenossenschaft durchklingeln. Und direkt in der Innenstadt lebt doch kaum jemand. Die 700.000 Frankfurter wohnen doch nicht mit Blick auf Wolkenkratzer in der Stadt und können sich höchste Mieten leisten. :?

Und Du mußt halt überlegen, wie viel Geld größere Strecken letztendlich fressen. Nur auf den Mietpreis zu schauen, ist dann meistens ein Fehler. Mal angenommen Ihr habt derzeit zwei Autos, dann kämt Ihr in Frankfurt wohl mit einem oder gar gar keinem aus. Das sind dann vielleicht ein paar Hunderter, die man plötzlich mehr in der Tasche hat, trotz höherer Mietkosten.

Wie viel würde das monatlich einsparen, wenn man auch zum Einkaufen usw. nicht mehr lange fahren muß? Wie gesagt, insgesamt ist die Pendelei teurer als das Leben in der Stadt.

Als Elktromonteur mit eigenem Werkzeug bin ich auf einen Kombi angewiesen.
Ich hätte allerdings nichts dagegen, eine Firma zu finden, die mir Werkzeug und Firmenwagen stellt. Nur: sowas ist selten bis gar nicht zu finden.
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Re: Pendlerpauschale abschaffen und Steuer für Pendler

Beitragvon Claud » Di 1. Mai 2012, 20:59

frems » Di 1. Mai 2012, 16:33 hat geschrieben:Dann spricht ja rein gar nichts gegen eine Abschaffung.


Andere Zeiten, andere Maßnahmen.


Natürlich ist es keinen Zuschuß. Ich meinte nur, daß ich kein Problem damit hab, wenn die häufig genannten, fiktiven Härtefälle, die aufs Pendeln angewiesen sind und ein Umzug kaum zumutbar ist, einen neuen Zuschuß erhalten, so wie Geringverdiener in teuren Städten Wohnungsgeld und so weiter erhalten. Wieso jeder Pendler aber diese Vergünstigung benötigt, konnte mir noch keiner erklären, der sich ansonsten alle Mühe gibt, die Schäden der Pendler zu ignorieren.


Eigentlich konntest du selbst ja noch nichtmal nachvollziehbar erklären, warum Werbungskosten XY bedeutsamer sein sollen, als Werbungskosten Z und warum diese nur bei jenen, bei anderen aber nicht gelten sollen. Auf mich wirkt es bisher alles sehr willkürlich.

Pure Luxusprobleme. So lange man noch Milliarden in versinkende Regionen steckt, kann man darüber doch nur schmunzeln, die Urbanisierung würde nennenswerte Probleme verursachen. Selbiges gilt für den oft überbewerteten Wohnungsbau, der bei uns das Wahlthema Nummer 1 war.


Die Argumentation, so lange man Geld noch irgendwohin anders hin stecke bzw. verplempere, könne es nicht so schlimm sein, kennen wir ja auch zigst anderen Bereichen, obwohl dieses seltenst Lösungsansätze beinhaltet.

Und ein bedeutsames Thema Wohnungsbau verwundert nicht, im Angesicht der steigenden Mietpreise bundesweit, ohne das nun auch noch Millionen an Pendler in die Städte drängen würden. Da hört nämlich auch die Sinnhaftigkeit der Mühe all jener auf, die Schäden von Pendler zu vermeiden versuchen, wenn sie dafür auch noch mehr Kohle ausgeben müssen.



Der Arbeitsplatz muß ja nicht in der Nähe der Wohnungen sein, wenn Menschen nicht in der Nähe wohnen wollen. Wie gesagt, von mir aus soll jeder machen, was er für richtig hält. Wenn es aber in die Kategorie "Ich kann mir nicht vorstellen, in der Nähe meines Arbeitsplatzes zu wohnen, weil dort zu viele Menschen sind" geht, weiß ich nicht, wieso der Staat auf die Milliarden verzichten sollte, die man sicherlich auch sinnvoller investieren kann. Gebt uns 'ne halbe Milliarde für 'ne Stadtbahn und wir sind einige Sorgen schon mal los. :D


Wiederum sehen es viele Bürger aber sicherlich auch nicht ein, warum sich deren Lebensplanung an einen alleinigen Faktor orientieren soll und alles andere, private, hinten an zu stehen hat.

Zudem geht es doch nicht nur um irgendwelche Status in der Innenstadt. Beispielsweise gibt mein Bundesland jährlich mehr Geld für Reparaturen an Straßen aus als der gesamte ÖPNV Umsatz macht (nur mal als Beispiel). Und sicherlich ist es ein Unterschied, ob ein Auto täglich 6 oder 60 Kilometer fährt. Zudem entlastet es auch die Hauptstraßen der Stadt. Denk doch auch an die Anwohner, die dort leben. Das sind für gewöhnlich keine begehrten Ecken, sprich, wer dort lebt, ist meist eine arme Sau. Wieso bei der "sozialen Komponente" diese Menschen gerne mit dem eigenen Gestank und Lärm konfrontiert werden, aber man nur vom Pendler spricht, der nicht umziehen "möchte", weiß ich nicht.


Jetzt sind also diejenigen, an denen die Pendler vorbeifahren, schon die eigentlich armen Säue, die sich nichts leisten können, obwohl sie ja angeblich Geld sparen, eben weil sie nicht pendeln müssen bzw. wollen. So ganz stimmig scheint dies ja alles nicht zu sein.

Und natürlich macht es einen Unterschied, ob Autos nun 6 oder 60 Kilometer fahren, den Stau produzieren beide aber in der Regel an der selben Stelle, kurz vorm Arbeitsplatz von beiden.

Natürlich wird eine volle Bahnstrecke nicht geschlossen. Ein Ausbau findet ja auch schon statt. Ich erwähnte dies ja auch, um zu zeigen, daß die Probleme minimal sind. Wenn ein Pendler nicht in der vollen S-Bahn zehn Stationen fährt, sondern in der halbvollen U-Bahn drei, ist das durchaus ein Unterschied. Die Urbanisierung ist daher weniger das Problem als Pendler. Die entlasten die Infrastruktur halt nicht, sondern belasten sie überdurchschnittlich. Und das muß man nicht unbedingt auch noch mit einer Pauschale ermutigen.


Das mag sein, eine freie Gesellschaft kann es aber durchaus mit sich bringen, dass nicht alle in die selben Ecken drängt. Als Alternative bliebe eine art Planwirtschaft, wo die Leute in ihrer Region arbeiten gehen müssen, weil die Freiheit in dem Bereich eingeschränkt gehört, weil es einige andere so haben möchten.
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Re: Pendlerpauschale abschaffen und Steuer für Pendler

Beitragvon frems » Di 1. Mai 2012, 21:20

Claud » Di 1. Mai 2012, 21:59 hat geschrieben:Andere Zeiten, andere Maßnahmen.

Eigentlich konntest du selbst ja noch nichtmal nachvollziehbar erklären, warum Werbungskosten XY bedeutsamer sein sollen, als Werbungskosten Z und warum diese nur bei jenen, bei anderen aber nicht gelten sollen. Auf mich wirkt es bisher alles sehr willkürlich.

Na, eben drum. Weil sich die Zeiten ändern. Siehe den Eingangsbeitrag. Statt Familien zu schützen, wofür die Pauschale einzeln (ohne andere Werbekosten) eingeführt wurde, werden in erster Linie alleine lebende Besserverdiener bevorteilt. Wieso die Grenze von 10km für Dich nicht willkürlich erscheint, weiß ich nicht.


Die Argumentation, so lange man Geld noch irgendwohin anders hin stecke bzw. verplempere, könne es nicht so schlimm sein, kennen wir ja auch zigst anderen Bereichen, obwohl dieses seltenst Lösungsansätze beinhaltet.

Lösungsansätze gibt's doch schon längst. Nennt sich Wohnungsbau.

Und ein bedeutsames Thema Wohnungsbau verwundert nicht, im Angesicht der steigenden Mietpreise bundesweit, ohne das nun auch noch Millionen an Pendler in die Städte drängen würden. Da hört nämlich auch die Sinnhaftigkeit der Mühe all jener auf, die Schäden von Pendler zu vermeiden versuchen, wenn sie dafür auch noch mehr Kohle ausgeben müssen.

Naja, Deutschland schrumpft und nur einige wenige Städte bzw. Regionen wachsen. Das wird sich auch irgendwann erledigt haben.


Wiederum sehen es viele Bürger aber sicherlich auch nicht ein, warum sich deren Lebensplanung an einen alleinigen Faktor orientieren soll und alles andere, private, hinten an zu stehen hat.

Es kann sich doch jeder den Wohnort und das Fortbewegungsmittel wählen, das er möchte, wenn er's sich leisten kann. Der eine kann sich den Luxus des Pendelns halt nicht leisten, der andere nicht die Villa in Blankenese. Das ist doch keine Einschränkung des Privatlebens.


Jetzt sind also diejenigen, an denen die Pendler vorbeifahren, schon die eigentlich armen Säue, die sich nichts leisten können, obwohl sie ja angeblich Geld sparen, eben weil sie nicht pendeln müssen bzw. wollen. So ganz stimmig scheint dies ja alles nicht zu sein.

Das ist falsch, Claud. Hartz-IV-Empfänger und andere Geringverdiener (das übliche Klientel in unattraktiven, gesundheitsschädigenden Lagen) sind nicht gerade die Schichten, die so viel Geld sparen (können). Es geht um einen normalen, arbeitenden Pendler. Und der würde an einer Hauptstraße, die durch sinkenden Pendlerverkehr massiv entlastet würde, in der Regel weniger als aufm Land zahlen, wo sich der heutige Hauptstraßenbewohner erst gar nicht das Leben leisten könnte.


Und natürlich macht es einen Unterschied, ob Autos nun 6 oder 60 Kilometer fahren, den Stau produzieren beide aber in der Regel an der selben Stelle, kurz vorm Arbeitsplatz von beiden.

Staus sind doch nicht das einzige Problem. Denk doch an die Versiegelung für Parkflächen und Straßen statt Wohn- oder Grünraum, die Abgase, der viele Lärm, die Instandsetzungskosten für stark befahrene Straßen, die Zahl der Verkehrsopfer (ich behaupte einfach mal, daß auf sechs Kilometern Stadtstraßen das Unfallrisiko nicht höher ist als bei 54 Kilometern Landstraße PLUS sechs in der Stadt) und so weiter. Das sind Schäden, die viele Menschen tragen müssen. Wieso der Staat hier aus sozialen Gründen eine solche Entwicklung auch noch fördern soll, wüßt ich nicht. Wie gesagt, das Thema erledigt sich von selbst. Ist nur die Frage, ob man auf Milliarden verzichtet, um es zu verzögern. Am stärksten wächst noch immer der Speckgürtel der Städte, weshalb die Preise auch dort anziehen, während auch der Benzinpreis weiter steigt.


Das mag sein, eine freie Gesellschaft kann es aber durchaus mit sich bringen, dass nicht alle in die selben Ecken drängt. Als Alternative bliebe eine art Planwirtschaft, wo die Leute in ihrer Region arbeiten gehen müssen, weil die Freiheit in dem Bereich eingeschränkt gehört, weil es einige andere so haben möchten.

Also bitte, keine SBZ-Keule! Soweit kommt's noch. Es soll doch niemand bevormundet werden. Niemand redet von müssen. Aber viele Menschen, die nicht pendeln, können ihre Privatvorstellungen und Wünsche nicht steuerlich absetzen.
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Re: Pendlerpauschale abschaffen und Steuer für Pendler

Beitragvon Claud » Di 1. Mai 2012, 23:12

frems » Di 1. Mai 2012, 22:20 hat geschrieben:Na, eben drum. Weil sich die Zeiten ändern. Siehe den Eingangsbeitrag. Statt Familien zu schützen, wofür die Pauschale einzeln (ohne andere Werbekosten) eingeführt wurde, werden in erster Linie alleine lebende Besserverdiener bevorteilt. Wieso die Grenze von 10km für Dich nicht willkürlich erscheint, weiß ich nicht.


Wo wir wieder bei Blankenese und dem Cayenne angekommen sind, was ja verwundernderweise wenig mit dem normalen Pendler zu tun haben soll. Ist schon echt faszinierend, Pendler scheinen bei manchen so richtige Finanzhaie zu sein.


Lösungsansätze gibt's doch schon längst. Nennt sich Wohnungsbau.


Am besten klärst du mich auf. Erläutere bitte, wie weitgreifend ist der Wohnungsbau in München, Frankfurt a. Main und Berlin und wie hoch sind die Kapazitäten, die mögliche Pendlerströme schlucken könnten. Du darfst auch fiktiv werden.


Naja, Deutschland schrumpft und nur einige wenige Städte bzw. Regionen wachsen. Das wird sich auch irgendwann erledigt haben.


Sicher. Diese Art der Argumentation befreit aber nicht vom Bedarf nach Lösungen, die durch Veränderungen notwendig werden.


Es kann sich doch jeder den Wohnort und das Fortbewegungsmittel wählen, das er möchte, wenn er's sich leisten kann. Der eine kann sich den Luxus des Pendelns halt nicht leisten, der andere nicht die Villa in Blankenese. Das ist doch keine Einschränkung des Privatlebens.


Luxus und Blankenese treffen es mal wieder, in deinen Augen geht es offensichtlich um Personen, die zuviel Zeit, Geld und an bequemen Auto besitzen, um sowas wie Pendlerpauschalen in Anspruch zu nehmen. Der Mensch, der ein soziales Leben im Ort XY hat, der existiert offensichtlich nicht.

J
Das ist falsch, Claud. Hartz-IV-Empfänger und andere Geringverdiener (das übliche Klientel in unattraktiven, gesundheitsschädigenden Lagen) sind nicht gerade die Schichten, die so viel Geld sparen (können). Es geht um einen normalen, arbeitenden Pendler. Und der würde an einer Hauptstraße, die durch sinkenden Pendlerverkehr massiv entlastet würde, in der Regel weniger als aufm Land zahlen, wo sich der heutige Hauptstraßenbewohner erst gar nicht das Leben leisten könnte.


Joa. Die Miete wäre halt höher, würde nicht eine stark frequentierte Straße vor der Haustür verlaufen. Der H4 Empfänger könnte dann endlich das Feld räumen und sich an irgend einen Stadtrand verziehen, wo der Mitspiegel keinerlei Einfluss mehr auf sein Vorhandensein ausüben würde. Und wenn Pendler von außen auf den Markt drängen würden, dann würde dies seine finanziellen Möglichkeiten sicherlich nicht einschränken, geht das übliche Marktgeschacher los.


Staus sind doch nicht das einzige Problem. Denk doch an die Versiegelung für Parkflächen und Straßen statt Wohn- oder Grünraum, die Abgase, der viele Lärm, die Instandsetzungskosten für stark befahrene Straßen, die Zahl der Verkehrsopfer (ich behaupte einfach mal, daß auf sechs Kilometern Stadtstraßen das Unfallrisiko nicht höher ist als bei 54 Kilometern Landstraße PLUS sechs in der Stadt) und so weiter. Das sind Schäden, die viele Menschen tragen müssen. Wieso der Staat hier aus sozialen Gründen eine solche Entwicklung auch noch fördern soll, wüßt ich nicht. Wie gesagt, das Thema erledigt sich von selbst. Ist nur die Frage, ob man auf Milliarden verzichtet, um es zu verzögern. Am stärksten wächst noch immer der Speckgürtel der Städte, weshalb die Preise auch dort anziehen, während auch der Benzinpreis weiter steigt.


Du möchtest mir doch nicht ernsthaft erzählen, die Versiegelung an Flächen würde abnehmen, würde die Bevölkerungsdichte in den Städten zunehmen? Und die Argumentation in Sachen Verkehrsopfer verwundet mich schon, wo noch in einem anderen Strang, wo es hauptsächlich um Menschen ging, die im innerstädtische Verkehr zum Opfer werden, was nicht mal ansatzweise was mit dem Pendeln zu tun haben muss, es eher in eine andere Richtung ging, nämlich den innerstädtischen Verkehr überhaupt.


Also bitte, keine SBZ-Keule! Soweit kommt's noch. Es soll doch niemand bevormundet werden. Niemand redet von müssen. Aber viele Menschen, die nicht pendeln, können ihre Privatvorstellungen und Wünsche nicht steuerlich absetzen.


Ja ne, is klar. Die Werbungskostenpauschale ist nen Werbegack, der natürlich nicht jenen zugute kommt, die aufgrund ihrer Privatvorstellungen im selben Gebäude wohnen, wie ihr Arbeitgeber.
Zuletzt geändert von Claud am Di 1. Mai 2012, 23:30, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: Pendlerpauschale abschaffen und Steuer für Pendler

Beitragvon frems » Di 1. Mai 2012, 23:43

Wo wir wieder bei Blankenese und dem Cayenne angekommen sind, was ja verwundernderweise wenig mit dem normalen Pendler zu tun haben soll. Ist schon echt faszinierend, Pendler scheinen bei manchen so richtige Finanzhaie zu sein.

Nicht nur, aber zum großen Teil. Siehe auch Straubhaars Aussage, die sich mit vielen Erfahrungen deckt.

Am besten klärst du mich auf. Erläutere bitte, wie weitgreifend ist der Wohnungsbau in München, Frankfurt a. Main und Berlin und wie hoch sind die Kapazitäten, die mögliche Pendlerströme schlucken könnten. Du darfst auch fiktiv werden.

Wenn die Pendlerpauschale abgeschafft wird, kommt es doch nicht plötzlich zu einer massiven Flucht in die Stadt. Die Pauschale ist ja nur ein kleiner Aspekt bei der Suche nach Mietwohnungen oder auch Eigentum.

Je größer das Problem, desto größer auch die Kapazitäten. In Hamburg merkt man das ganz gut, wenn der Wohnungsmarkt bei Wahlen auf einmal das Thema Nummer 1 ist. An Platz mangelt es uns auch nicht. Wir haben beispielsweise 300.000 Pendler täglich. Selbst wenn über mehrere Jahre 10% davon umziehen, ist das kein Ding der Unmöglichkeit.

Luxus und Blankenese treffen es mal wieder, in deinen Augen geht es offensichtlich um Personen, die zuviel Zeit, Geld und an bequemen Auto besitzen, um sowas wie Pendlerpauschalen in Anspruch zu nehmen. Der Mensch, der ein soziales Leben im Ort XY hat, der existiert offensichtlich nicht.

Doch, der existiert und wurde mehrmals erwähnt. Und niemand hindert ihn, in diesem Ort zu leben, wenn es für ihn so wichtig ist.

Joa. Die Miete wäre halt höher, würde nicht eine stark frequentierte Straße vor der Haustür verlaufen. Der H4 Empfänger könnte dann endlich das Feld räumen und sich an irgend einen Stadtrand verziehen, wo der Mitspiegel keinerlei Einfluss mehr auf sein Vorhandensein ausüben würde. Und wenn Pendler von außen auf den Markt drängen würden, dann würde dies seine finanziellen Möglichkeiten sicherlich nicht einschränken, geht das übliche Marktgeschacher los.

Ja, jeder Mensch zieht gerne dahin, wo es besonders laut und dreckig ist und man keine Ruhe kriegt, weil es dort so günstig ist. Wie gesagt, kein Pendler zieht doch urplötzlich um, nur weil die Pauschale wegfällt. Bei einem neuen Umzug überlegt man sich halt, wie es denn mit den Kosten aussieht. Außerdem gibt es auch in typischen Pendlerkleinstädten solche Menschen.

Du möchtest mir doch nicht ernsthaft erzählen, die Versiegelung an Flächen würde abnehmen, würde die Bevölkerungsdichte in den Städten zunehmen? Und die Argumentation in Sachen Verkehrsopfer verwundet mich schon, wo noch in einem anderen Strang wo es hauptsächlich um Menschen ging, die im innerstädtische Verkehr zum Opfer werden, was nicht mal ansatzweise was mit dem Pendeln zu tun haben muss.

Das eine schließt doch nicht das andere aus. Natürlich sind überdurchschnittlich viele Opfer in innerstädtischen Gebieten. Das heißt aber nicht, daß es in anderen Gebieten zu gar keinen Opfern kommt. Und es war ja auch nur einer von vielen Punkten. Die gesundheitsschädigenden Aspekte hast Du leider nicht erwähnt.

Und doch, klar, die Versiegelung nimmt durch eine effizientere Raumgestaltung ab. Das 30-ha-Ziel ist, so viel ich weiß, noch im dreistelligen Bereich. Schon alleine durch die Bodenpreise ist es nicht so attraktiv, in die Breite zu gehen.

Ja ne, is klar. Die Werbungskostenpauschale ist nen Werbegack, der natürlich nicht jenen zugute kommt, die aufgrund ihrer Privatvorstellungen im selben Gebäude wohnen, wie ihr Arbeitgeber.

Sagt doch keiner. Aber wenn jemand zwischen zwei potentiellen Wohneinheiten, wovon eine 15 und eine 30 Kilometer entfernt ist, wäre es ja nicht schrecklich, wenn er sich für ersteres entscheidet. Vertrieben soll doch keiner werden.
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Re: Pendlerpauschale abschaffen und Steuer für Pendler

Beitragvon Dr. Nötigenfalls » So 15. Jul 2012, 20:56

Pendler abschaffen und gut ists.
:D
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Re: Pendlerpauschale abschaffen und Steuer für Pendler

Beitragvon Antisozialist » Mo 16. Jul 2012, 17:42

Dr. Nötigenfalls » So 15. Jul 2012, 21:56 hat geschrieben:Pendler abschaffen und gut ists.
:D


Ein Geistesblitz!

Dienstleistungs- und Industriearbeitsplätze entstehen leider eher zentral. Dieser Umstand zwingt viele Menschen dazu, entweder teurer in Arbeitsplatznähe zu wohnen oder lange zu pendeln.
Pudding: "Sollte ein Sklavenhalter versuchen bei uns in der Ferttigung Werbung für seine Sklavenhaltung zu machen würde er einen Unfall haben."
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Re: Pendlerpauschale abschaffen und Steuer für Pendler

Beitragvon Praia61 » Di 17. Jul 2012, 15:46

Dr. Nötigenfalls » So 15. Jul 2012, 20:56 hat geschrieben:Pendler abschaffen und gut ists.
:D

Genau am Arbeitsplatz schlafen Essen und Leben :mad2:
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Re: Pendlerpauschale abschaffen und Steuer für Pendler

Beitragvon Thomas I » Di 17. Jul 2012, 15:53

Antisozialist » Mo 16. Jul 2012, 18:42 hat geschrieben:
Ein Geistesblitz!

Dienstleistungs- und Industriearbeitsplätze entstehen leider eher zentral. Dieser Umstand zwingt viele Menschen dazu, entweder teurer in Arbeitsplatznähe zu wohnen oder lange zu pendeln.


Nur dass das Pendeln steuerlich begünstigt wird, das teure Wohnen in Arbeitsplatznähe aber nicht.
Die Steuerung durch die Steuer ist also eben denkbar falsch.
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Re: Pendlerpauschale abschaffen und Steuer für Pendler

Beitragvon Muninn » Di 17. Jul 2012, 16:08

Dr. Nötigenfalls » So 15. Jul 2012, 20:56 hat geschrieben:Pendler abschaffen und gut ists.
:D



Ähm ... Wie wollen sie denn Pendler abschaffen?
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Re: Pendlerpauschale abschaffen und Steuer für Pendler

Beitragvon Antisozialist » Di 17. Jul 2012, 20:32

Thomas I » Di 17. Jul 2012, 16:53 hat geschrieben:
Nur dass das Pendeln steuerlich begünstigt wird, das teure Wohnen in Arbeitsplatznähe aber nicht.
Die Steuerung durch die Steuer ist also eben denkbar falsch.


Dem kann ich zustimmen. Eine pauschale Abgeltung aller Pendelkosten für Berufstätige wäre fairer.
Pudding: "Sollte ein Sklavenhalter versuchen bei uns in der Ferttigung Werbung für seine Sklavenhaltung zu machen würde er einen Unfall haben."
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Re: Pendlerpauschale abschaffen und Steuer für Pendler

Beitragvon Hiver » Do 19. Jul 2012, 11:49

Thomas I » Di 17. Jul 2012, 15:53 hat geschrieben:
Nur dass das Pendeln steuerlich begünstigt wird, das teure Wohnen in Arbeitsplatznähe aber nicht.
Die Steuerung durch die Steuer ist also eben denkbar falsch.


Wegekosten sind Aufwand für die Erzielung von Einkommen. Die Pendlerpauschale ist daher absolut keine Subvention, sondern lediglich ein kleiner Betrug am Abeitnehmer durch den Fiskus. korrekt wäre es, der AG würde die Wegekosten in voller Höhe zahlen und sie dann als Aufwand absetzen.
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Re: Pendlerpauschale abschaffen und Steuer für Pendler

Beitragvon Thomas I » Fr 20. Jul 2012, 07:57

Hiver » Do 19. Jul 2012, 12:49 hat geschrieben:
Wegekosten sind Aufwand für die Erzielung von Einkommen. Die Pendlerpauschale ist daher absolut keine Subvention, sondern lediglich ein kleiner Betrug am Abeitnehmer durch den Fiskus. korrekt wäre es, der AG würde die Wegekosten in voller Höhe zahlen und sie dann als Aufwand absetzen.


Die Pendlerpauschale ist eine Subvention. Wer billig wohnt und weit fährt wird belohnt. Wer teuerer wohnt und mit dem Fahrrad zur Arbeit kommt schaut in die Röhre.
Die Pendlerpauschale belohnt Zersiedlung und unökologisches Verhalten.
Ich finde der Weg von zu Hause zur Arbeitsstätte sollte nicht steuerlich absetzbar sein.
Von mir aus kann man gerne das Steuersystem dann so modifizieren, dass die Sache für den durchschnittlichen Pendler bei einer Umstellung kostenneutral ausgeht - z.B. in dem man die Freibeträge heraufsetzt. Mir geht es garnicht darum die Bürger mehr zu belasten, mir geht es darum den unsinnigen Anreiz abzuschaffen z.B. billig auf dem Land zu wohnen und dann in die Stadt zu pendeln.

Und für alle anderen Wege - also z.B. raus zur Baustelle, als Vertreter vom Büro zu Kunden etc. pp. da hat m.E. der Arbeitgeber die Wegekosten in voller Höhe zahlen um sie dann als Aufwand absetzen.
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Re: Pendlerpauschale abschaffen und Steuer für Pendler

Beitragvon Dr. Nötigenfalls » Fr 20. Jul 2012, 07:59

Muninn » Di 17. Jul 2012, 16:08 hat geschrieben:

Ähm ... Wie wollen sie denn Pendler abschaffen?

10 Jahre Haft für jeden der Pendelt oder den Versuch macht zu pendeln.
:D
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Re: Pendlerpauschale abschaffen und Steuer für Pendler

Beitragvon Dampflok94 » Fr 20. Jul 2012, 10:57

Thomas I » Fr 20. Jul 2012, 08:57 hat geschrieben:
Die Pendlerpauschale ist eine Subvention. Wer billig wohnt und weit fährt wird belohnt. Wer teuerer wohnt und mit dem Fahrrad zur Arbeit kommt schaut in die Röhre.
Die Pendlerpauschale belohnt Zersiedlung und unökologisches Verhalten.
Ich finde der Weg von zu Hause zur Arbeitsstätte sollte nicht steuerlich absetzbar sein.
Von mir aus kann man gerne das Steuersystem dann so modifizieren, dass die Sache für den durchschnittlichen Pendler bei einer Umstellung kostenneutral ausgeht - z.B. in dem man die Freibeträge heraufsetzt. Mir geht es garnicht darum die Bürger mehr zu belasten, mir geht es darum den unsinnigen Anreiz abzuschaffen z.B. billig auf dem Land zu wohnen und dann in die Stadt zu pendeln.

Und für alle anderen Wege - also z.B. raus zur Baustelle, als Vertreter vom Büro zu Kunden etc. pp. da hat m.E. der Arbeitgeber die Wegekosten in voller Höhe zahlen um sie dann als Aufwand absetzen.

Und wenn ein Deutsches Unternehmen seine Waren in der weiten Welt verkauft ist das wegen des Transportes auch unökologisch. Kommt aber keine auf die Idee die Transportkosten nicht mehr steuerlich anzuerkennen. Mit der Bemerkung, man könne ja seine Waren auch vor Ort verkaufen.

Und das ist genau das worum es geht. Unternehmen können die Kosten geltend machen, die ihnen zur Erlangung ihrer Erträge entstehen. Und genau dies sind bei den Arbeitnehmern die Werbungskosten. Also jene Kosten die anfallen, um seiner Tätigkeit nachgehen zu können. Und dazu gehören eben auch die Transportkosten. Nämlich die des Arbeitnehmers selber. Wenn ich anfange nachzuschauen, ob der Arbeitnehmer nicht arbeitsnäher wohnen könnte, also damit Kosten sparen, wird es haarig. Dann fange ich an bei Unternehmen zu hinterfragen, ob diese ihre Waren nicht auch produktionnäher verkaufen könnten. ISt das sinnvoll.
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Re: Pendlerpauschale abschaffen und Steuer für Pendler

Beitragvon Thomas I » Fr 20. Jul 2012, 11:31

Dampflok94 » Fr 20. Jul 2012, 11:57 hat geschrieben:Und wenn ein Deutsches Unternehmen seine Waren in der weiten Welt verkauft ist das wegen des Transportes auch unökologisch. Kommt aber keine auf die Idee die Transportkosten nicht mehr steuerlich anzuerkennen. Mit der Bemerkung, man könne ja seine Waren auch vor Ort verkaufen.

Und das ist genau das worum es geht. Unternehmen können die Kosten geltend machen, die ihnen zur Erlangung ihrer Erträge entstehen. Und genau dies sind bei den Arbeitnehmern die Werbungskosten. Also jene Kosten die anfallen, um seiner Tätigkeit nachgehen zu können. Und dazu gehören eben auch die Transportkosten. Nämlich die des Arbeitnehmers selber. Wenn ich anfange nachzuschauen, ob der Arbeitnehmer nicht arbeitsnäher wohnen könnte, also damit Kosten sparen, wird es haarig. Dann fange ich an bei Unternehmen zu hinterfragen, ob diese ihre Waren nicht auch produktionnäher verkaufen könnten. ISt das sinnvoll.


Es geht nicht um die Kosten. Wer näher am Arbeitsplatz wohnt spart nicht unbedingt unter dem Strich Geld - im Gegenteil, heute ist das nicht selten sogar teurer.
Nach deiner Logik müsste ich dann ja auch meine teure Stadtwohnung absetzen können - denn ohne dass ich wohne kann ich auch nicht dauerhaft arbeitsfähig sein...
Ein deutsches Unternehmen kann ja auch die Immobilien in denen es arbeitet als Kosten die anfallen, um seiner Tätigkeit nachgehen zu können absetzen...

Das zeigt schon dass es unsinnig ist Privatpersonen und Unternehmen da gleichzusetzen.
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Re: Pendlerpauschale abschaffen und Steuer für Pendler

Beitragvon Dampflok94 » Fr 20. Jul 2012, 11:45

Thomas I » Fr 20. Jul 2012, 12:31 hat geschrieben:
Es geht nicht um die Kosten. Wer näher am Arbeitsplatz wohnt spart nicht unbedingt unter dem Strich Geld - im Gegenteil, heute ist das nicht selten sogar teurer.
Nach deiner Logik müsste ich dann ja auch meine teure Stadtwohnung absetzen können - denn ohne dass ich wohne kann ich auch nicht dauerhaft arbeitsfähig sein...
Ein deutsches Unternehmen kann ja auch die Immobilien in denen es arbeitet als Kosten die anfallen, um seiner Tätigkeit nachgehen zu können absetzen...

Das zeigt schon dass es unsinnig ist Privatpersonen und Unternehmen da gleichzusetzen.

Wohnen muß man immer. Essen auch. Und kleidung benötigt man ebenfalls. Alles dies braucht man auch wenn man arbeiten will. Aber nicht nur deswegen. Und deswegen bleibt es bei der Steuer unberücksichtigt. Meine lieben Banker-Kollegen mußten jedenfalls schon vor langer Zeit den Versuch aufgeben ihren feinen Zwirn als Berufskleidung von der Steuer abzusetzen.

Zur Arbeit fährt man aber nur aus einem Grund: Weil man eben dort seinen Arbeitsplatz hat. Dieser Aufwand entsteht also nur deswegen. Und daher sollte er diese abzusetzen können. Es kann nicht Aufgabe des Finanzamtes sein zu hinterfragen, ob man diese Kosten senken könnte.

Und natürlich können Unternehemen ihre Immobilienaufwendungen absetzen. Denn diese Immobilien haben sie nur zu einem Zweck: Ihren Geschäften nachzugehen. Man mietet einen Laden an, um dort Waren zu verkaufen. Hier in Berlin wohnten häufiger in Altbauten die Ladenbesitzer in den hinteren Räumen. Dann war logischerweise nicht die gesamte Miete abzusetzen.

Für mich ist das einfach steuersystematisch zwingend. Wenn Kosten nur aus einem einzigen Grund anfallen, nämlich dem Einkommen zu erzielen, dann müssen sie auch absetzbar sein. Und da zählen für mich eben die Fahrtkosten eindeutig dazu.

Und so sehr ich durchaus die Problematik der ganzen Pendelei sehe, bin ich einfach der Meinung die Steuergesetzgebung ist nicht der richtige Hebel um hier was zu tun.
Leute kauft mehr Dampflokomotiven!!!
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Thomas I
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Re: Pendlerpauschale abschaffen und Steuer für Pendler

Beitragvon Thomas I » Fr 20. Jul 2012, 11:50

Dampflok94 » Fr 20. Jul 2012, 12:45 hat geschrieben:[...]

Für mich ist das einfach steuersystematisch zwingend.


Für mich nicht. Denn spätestens wenn einer durch Umzug dann seinen Weg verlängert ohne dass der Arbeitsplatz anderswo ist, stellt sich schon die Frage warum man ihn dafür auch noch mit einem Mehr an Steuervergünstigungen belohnen soll.

Dampflok94 » Fr 20. Jul 2012, 12:45 hat geschrieben:Wenn Kosten nur aus einem einzigen Grund anfallen, nämlich dem Einkommen zu erzielen, dann müssen sie auch absetzbar sein. Und da zählen für mich eben die Fahrtkosten eindeutig dazu.


Wenn die Länge des Fahrtweges aber von Faktoren beeinflusst wird, die garnichts mit der Einkommenserzielung zu tun haben, dann ist das zu berücksichtigen. Wenn ich auf dem Weg zur Arbeit zig Umwege fahre wird der Fiskus das ja auch kaum akzeptieren.
Insofern hat die Medaille da einfach zwei Seiten.


Dampflok94 » Fr 20. Jul 2012, 12:45 hat geschrieben:Und so sehr ich durchaus die Problematik der ganzen Pendelei sehe, bin ich einfach der Meinung die Steuergesetzgebung ist nicht der richtige Hebel um hier was zu tun.


Womit willst du dann etwas tun?
Muninn

Re: Pendlerpauschale abschaffen und Steuer für Pendler

Beitragvon Muninn » Fr 20. Jul 2012, 15:06

Thomas I » Fr 20. Jul 2012, 07:57 hat geschrieben:
Die Pendlerpauschale ist eine Subvention. Wer billig wohnt und weit fährt wird belohnt. Wer teuerer wohnt und mit dem Fahrrad zur Arbeit kommt schaut in die Röhre.
Die Pendlerpauschale belohnt Zersiedlung und unökologisches Verhalten.
Ich finde der Weg von zu Hause zur Arbeitsstätte sollte nicht steuerlich absetzbar sein.
Von mir aus kann man gerne das Steuersystem dann so modifizieren, dass die Sache für den durchschnittlichen Pendler bei einer Umstellung kostenneutral ausgeht - z.B. in dem man die Freibeträge heraufsetzt. Mir geht es garnicht darum die Bürger mehr zu belasten, mir geht es darum den unsinnigen Anreiz abzuschaffen z.B. billig auf dem Land zu wohnen und dann in die Stadt zu pendeln.

Und für alle anderen Wege - also z.B. raus zur Baustelle, als Vertreter vom Büro zu Kunden etc. pp. da hat m.E. der Arbeitgeber die Wegekosten in voller Höhe zahlen um sie dann als Aufwand absetzen.


Sie meinen wahrscheinlich. Wer flexibel ist und auch lange Anfahrtswege in Kauf nimmt wir belohnt. Ob wohl belohnt wohl kaum das richtige Wort ist. Denn die Pendlerpauschale soll ja nur ein Ausgleich sein und keine Belohnung.

Die Pendlerpauschale greift auch dann wenn sie sich innerhalb der Stadt bewegen, unabhängig vom Transportmittel.

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