Zahl der Verkehrstoten steigt wieder an

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yogi61
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Re: Zahl der Verkehrstoten steigt wieder an

Beitragvon yogi61 » Mi 28. Feb 2018, 17:44

Audi hat geschrieben:(28 Feb 2018, 15:06)

Was willst du mir mit deinen Statistiken von 2013 erzählen? Zeig uns doch auf in welchen fällen überhöhte Geschwindikgeit schuld an dem Unfall war...

BTW deine 30 tägige Sterbefrist juckt hier keine Sau. Das dürfte doch eine extreme Minderheit sein die nach 30 Tagen stirbt.

ps: anscheinend hat dir es angetan weil ich über 200 km/h fahre? Findest du es wohl anregend es zu erwähnen?


Es sterben noch genug Leute nach den 30 Tagen, sei Dir dessen versichert. Es gibt natürlich auch Menschen die es mit den schweren Verletzungen noch ins Pflegeheim schaffen, manchen schaffen es auch durch die sehr guten medizinischen Möglichkeiten in den Rollstuhl, damit war dann das "freie Fahrt für freie Bürger" aber wohl nicht gemeint.
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immernoch_ratlos
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Re: Zahl der Verkehrstoten steigt wieder an

Beitragvon immernoch_ratlos » Do 1. Mär 2018, 08:18

Tja "Audi" so läuft das halt mit den Emotionen - einfach mal was auch der hohlen Hand behaupten und gut isses :?:

Auch wenn Du Dich nicht für Geschichte interessierst - andere tun es : Quelle : SPON (28.06.1971) "Das Gemetzel, das wir Verkehr nennen" Manchmal ist ein Blick zurück heilsam. In diesem Fall wird klar, so konnte es nicht weitergehen. Wie erfolgreich all die Maßnahmen die seither ergriffen werden mussten - auch und besonders wegen der "Einsichtigen" von Deiner Fraktion, waren erfolgreich. Das sich heute nur noch relativ kleine Veränderungen erzielen lassen, ist wenig verwunderlich bei der Anzahl von KFZ die derzeit Deutschlands Straßen befahren. Allein 46 Millionen PKW in 2017 - 46 Jahre sind inzwischen vergangen.
SPON hat geschrieben: 540 000 Schwerverletzte sind seit 1960 nach einem Unfall ganz oder teilweise erwerbsunfähig geblieben. Nahezu 176 000 Tote wurden in diesem Zeitraum auf westdeutschen Straßen geborgen, fast viermal so viele, wie die US-Streitkräfte während des ganzen Vietnamkrieges bislang einbüßten. In der Todesursachen-Statistik der Bundesrepublik rangieren Verkehrsunfälle schon an fünfter Stelle.

Auf der Suche nach den Fehlerquellen im Verkehrssystem, die das Massensterben auslösen, haben sich die Experten in den letzten Jahrzehnten immer wieder auf die gleiche Diagnose geeinigt: Die blutige Katastrophe auf den Straßen sei fast ausschließlich Folge "menschlichen Versagens" --

"Fehlverhaltensweisen der Fahrzeugführer", so lautet der Kommentar in der offiziellen Verkehrsunfall-Statistik, hätten in mehr als 90 Prozent der Unfälle den Ausschlag gegeben.

Doch diese Pauschal-Erklärung für ein scheinbar unvermeidliches Verkehrs-Desaster, die fast alle Schuld auf die naturbedingten Schwächen des anonymen Jedermann abwälzt, nimmt sich eher aus wie ein Versuch zur Flucht aus der Verantwortung.

Wie mit anderen, offenbar unausrottbaren Menschheitsplagen, so haben sich die Deutschen mit dem Massentod im Straßenverkehr eingerichtet und fast schon abgefunden. In einem kollektiven Verdrängungsprozeß wurden die Verkehrsopfer aus dem Bewußtsein ins abstrakte Reich der Statistik verdrängt -- "der massenhafte Tod ist kein Tod", zu dieser Sprichwort-Maxime bekannten sich schon die Griechen der Antike.
Was die selbsternannten "Fahrspezialisten" angeht enthält der Artikel eine recht gute Beschreibung - daran hat sich und wird sich wohl eher nix ändern :
SPON hat geschrieben:Allerdings lassen Untersuchungen von Verkehrssoziologen zweifelhaft erscheinen, ob die Ermahnungen zu höherer Verkehrsmoral überhaupt fruchten. Der Mensch, so dozierte der Wiener Verhaltensforscher Professor Otto Koenig, sei "psychisch und physisch nach wie vor Steinzeitjäger"; er jage, wie einst in freier Wildbahn, nun auf den Straßen "Ersatzobjekten" nach. Wie vormals im Busch und auf der Steppe wolle er "imponieren, jagend andere überholen, ein Revier verteidigen. auffallen und Erfolge buchen".
Da hilft eben nur "anleinen" - die Erfolge der letzten 40 Jahre zeigen klar - mit bloßen Appellen an die Vernunft war und ist da nix zu erreichen
"Wenn der Wind der Veränderung weht, bauen die einen Mauern und die anderen Windmühlen." (aus China)
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Thomas I
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Re: Zahl der Verkehrstoten steigt wieder an

Beitragvon Thomas I » Do 29. Mär 2018, 00:38

immernoch_ratlos hat geschrieben:(28 Feb 2018, 11:25)

Warum bist Du der sich "Audi" nennt nicht ganz so schnell beim Finden von "Quellen" - doch verdammt schnell mit "quellenlosen" Emotionen, wenn es um das Fahren jenseits von 200km/h geht :?:

Unfähig oder eher nicht erfreut über das Ergebnis, das sich jeder der das wirklich wissen möchte, schon mal problemlos in WIKIPEDIA verschaffen kann :?: Besonders interessant im Zuge der derzeitigen Debatten :Das * dürfte yogi mit seinem Kommentar ja wohl gemeint haben.

Aber wenn schon am zitieren :Unfallfolgen werden durch Kräfte Masse und Geschwindigkeit gewiss nicht geringer. Das in einem solchen Umfeld selbstverständlich auch alle Geschwindigkeiten jenseits der gesetzlichen Richtgeschwindigkeit von 130km/h erschwerend sowohl als Unfallursache, aber auch als Überforderung der durchschnittlichen Fahrzeugführer hinzukommen, sollte auch allen "geborenen Rennfahreren" irgendwie einleuchten - warum sonst hätten die Experten diese überhaupt erst in die Gesetze eingebracht :?:

Warum die Amis so versessen auf Waffen und deutsche Durchschnittsautofahrer so sehr auf schnelle Fahrzeuge versessen sind - jenseits jeder vernünftigen Erklärbarkeit, bleibt für mich ein Dauerrätsel.

Und nun Du Audi mit Quellen die das nachprüfbar widerlegen - Emotionen sind etwas mit dem Psychiater wohl am besten umgehen können....


Die schnellen Fahrzeuge verkaufen sich also nur an Deutsche ja?
Komisch wieso sind wir dann Exportweltmeister mit gerade diesen schnellen Autos?
Und wieso erreichen koreanische, malaiische, japanische, chinesische, britische, französische spanische, italienische und amerikanische Autos auch alle mühelos Spitzengeschwindigkeiten von 180 km/h an aufwärts?
Selbst mit einem Smart und oder einer nordkoreanischen Krücke von Auto schafft man mehr als 130 ..
Das ist doch auch so ein Märchen das mit einem Tempolimit, die Leute sich kleinere langsamere und energiesparende Autos zulegen würden...
... Sieht man ja in USA, diese kleinen und energiesparenden Autos die da rum fahren.

Und das nächste Märchen ist das Märchen, das in den Ländern wo es Tempolimits auf den Autobahnen gibt die Leute die auch alle einhalten.
Egal ob du in Italien, Spanien, Polen, Griechenland, der Türkei, China, Kanada, Thailand oder den USA unterwegs bist, ein Großteil der Autofahrer fährt deutlich schneller als irgendwelche vorgegebenen Tempolimits Ihnen erlauben. Spätestens wenn man aus den Ballungsräumen raus ist und auf dem Land fährt...
Und weißt du was im Regelfall passiert? Gar nichts.
Ich fahre auf italienischen, spanischen und französischen Autobahn regelmäßig längere Strecke mit 150 bis 170/km/h
Und das juckt keine Sau und da bist du nicht allein.
Da wirst du auch noch überholt.
Ich habe sowohl auf italienischen Autobahnen als auch auf französischen Autobahnen schon 200km/h erreicht.
Warum auch nicht, es gibt da Strecken wo du unter der Woche ganz alleine mit dir unterwegs bist wegen der Maut...
Ich bin im Kanada von Kamloops bis Hope mit 180km/h fahren, und das auch nur weil der Scheiß Mietwagen nicht mehr hergab, und wurde dabei noch zig fach überholt.
Ja hinter Calgary auf dem Trans Canada Highway haben sie mich mal angehalten weil ich 130 statt 110 gefahren bin, ja schrecklich ich war ganz allein auf einer 4 spurigen Autobahn deren Mittelstreifen breiter als bei uns die ganze Autobahn...
... Das Schwierigste dabei war, nicht zu lachen, als der Officer mich dann 20 Minuten lang belehrte wie gefährlich ist doch ist 130 zu fahren....
Das Schönste war aber in Virginia wo ich 90 Meilen statt erlaubte 70 gefahren bin und tatsächlich sogar einmal angehalten wurde.
Lustigerweise kennt aber das Verkehrsrecht von Virginia eine Klausel, das von Strafe abgesehen werden kann, wenn du darlegen kannst, dass das gefallene Tempo obwohl es höher als das Limit war immer noch reasonable and prudent war.
Ich als Deutscher habe Erfahrung mit so hohen Geschwindigkeiten von der Autobahn, das überzeugte den Polizisten der als junger Mann auch Mal beim Militär in K'town war und ich durfte weiter fahren...

Ja mein Mann und ich habe schon Strafzettel aus Frankreich bekommen, beispielsweise letztes Jahr weil mein Mann nach Abzug der Toleranz 91 statt 90 gefahren ist....
...dieser fiese Raser aber auch.
Generell gilt gerade in Ländern mit dem Maut-Autobahnen, wenn du in einem Bezahl-Abschnitt unterwegs bist, bist du zahlender Kunde, und die gängelt man sehr ungern.

Also komm mir nicht mit dem Märchen nur die Deutschen hätten einen Faible für schnelle Autos oder würden gerne schnell fahren.
Und lustigerweise seid unsere Autobahnsystem immer noch zu den fünf sichersten Straßensystem der Erde.
Während die Tötungsrate durch Waffen in den USA da ein anderes Ergebnis zeitigt.

Insofern ist es konsequent, dass man in Deutschland nicht einfach proforma irgendwas verbietet was hinterher sowieso keiner überwacht und überwachen kann.
Und mehr als proforma Verbote sind die generellen Tempolimits auf Autobahnen und Autobahn-artigen in den meisten Ländern der Welt nicht.
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Re: Zahl der Verkehrstoten steigt wieder an

Beitragvon imp » Do 29. Mär 2018, 08:03

Das Thema wird sich wohl mit den selbstfahrenden Autos reduzieren. Bessere Streckentechnik erlaubt, die limits höher zu setzen, versicherungsgetriebene Programmierung wird die Autos im Automatik-Modus nicht wesentlich schneller fahren lassen.
It's only words
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Re: Zahl der Verkehrstoten steigt wieder an

Beitragvon immernoch_ratlos » Do 29. Mär 2018, 18:49

Immer mit der Ruhe Thomas I - offensichtlich hat nicht nur Audi zu viele Emotionen.

Das es KEINE Menschen außerhalb D gäbe, die wo immer ihnen das opportun scheint, "schnell" zu fahren, habe ich nicht behauptet. Nach Deiner Philosophie hättet es "ruhig" bei dem "Gemetzel, das wir Verkehr nennen" bleiben können. Hauptsache jeder darf so schnell fahren, wie es seine Kiste hergibt :?

Oder hätte Deine Argumentation anders ausgesehen, wenn immer noch - da zitiere ich nochmals den Spiegel von 1971 "Alle 27 Minuten, haben Statistiker ermittelt, stirbt auf westdeutschen Straßen ein Mensch -- alle vier Stunden ein Kind", aktuell wären :?:

Bei solchen Zahlen und Deinen Argumenten kommen mir schon Zweifel an der Zurechnungsfähigkeit so manchen Fahrzeuglenkers - völlig gleichgültig wo der Schaden anrichtet, wenn sich wieder mal herausstellt, das dieser "begnadete Schnellfahrer bzw. gern auch Schnellfahrerin" an seiner eigenen Überschätzung seiner Fähigkeiten gestorben ist - leider nicht allein, so könnte der Gedanke der "Selbstauslese" ja ein wenig trösten - nein Mitfahrer - völlig Unbeteiligte - werden Opfer dieser selbstgerechten Fahrkünstler.

Nicht der dümmste Gedanke mal den kompletten Spiegel Artikel zu lesen.

Ansonsten hege ich wenig Hoffnung auf Einsicht "ohne die strafende Mithilfe des Staats", dem es über die Jahre gelungen ist die Zahl der Verkehrstoten von einst ~20.000 auf deutlich weniger als 4.000 zu reduzieren. Was wäre sonst wohl passiert, immerhin gibt es 2018 rund 46 Millionen PKW und weitere Millionen anderer KFZ :?:

1970 gab es ~15 Millionen PKW und der KZ-bestand lag knapp unter 21 Millionen.

Verglichen mit der durchschnittlichen Leistungsfähigkeit von 1970, sind heutige PKW geradezu "Rennmaschinen" - allerdings, hat sich beim "Personal" und dessen Einsicht in physikalische Zusammenhänge, praktisch nichts verändert. Das, jedenfalls entnehme ich Deine wütenden Ode fürs schnelle Fahren.

Ansonsten, wenn es an Einsicht mangelt, vertraue ich dem was der Sole.survivor dazu meint - der wird schon wissen warum er bislang überlebt hat.... :thumbup:

Was die USA und deren Faible für Schusswaffen angeht, da sehen die Statistiker ganz genau hin : von 33.599 Todesfällen durch Schusswaffen starben 21.058, weil sie sich damit in suizidaler Absicht auf sich selbst geschossen haben - 546 verunfallten beim Schusswaffengebrauch - von 296 weiß man nicht wieso sie plötzlich unter Mitwirkung einer / ihrer ? Schusswaffe zu tote kamen. Das sind immerhin 65% beinahe 2 Drittel. 11.726 etwas mehr als ein Drittel wurden mit Schusswaffen ermordet (36%).

Die "Centers for Disease Control and Prevention" haben diese Durchschnittswerte zwischen 2012 bis 2014 aus den Zahlen dieser Jahre errechnet. Hier noch eine sehr gelungene Darstellung von https://fivethirtyeight.com/features/gun-deaths/

Auf die reine Bitte hin, das doch besser sein zu lassen - wenigstens das Morden mit Schusswaffen, scheinen also unsere Freunde jenseits des gr. Teichs nicht freiwillig zu hören. In D hat man die Gesetze und Vorschriften rund um Straße und KFZ entsprechend angepasst und das mit deutlich sichtbarem Erfolg. Statt bei ~20.000 jährlichen Toten mit 21 Millionen KFZ, ist die Zahl der Verkehrstoten bei ~55 Millionen KFZ von Heute, doch recht beachtlich zurückgegangen.

Durch bloße Einsicht - s. Deinen Beitrag - hätte das sicher nicht funktioniert.... :(
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