Nahverkehr Osaka vs. Köln

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frems
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Re: Nahverkehr Osaka vs. Köln

Beitragvon frems » Di 30. Nov 2010, 20:54

Tantris » Mo 29. Nov 2010, 07:06 hat geschrieben:Ist es auch nicht. Im gegensatz zu singapore kannst du in japan überall kaugummi kauen, ohne eine straftat zu begehen. Sogar rauchen ist weitgehend erlaubt.

Ich sagte ja, Singapur ist ein Extremfall und im großen Japan ist es nicht so schlimm. Trotzdem ist Japan viel strikter als wir's in Europa gewohnt sind.

Es ist allerdings tatsächlich so, dass die japanische gesellschaft von einer seltsamen härte durchzogen ist, aber, die äußert sich nicht so grobschlächtig und richtet sich auch nicht gegen ausländer.

Die Todesstrafe wird in diesem Land mit seinen Minderwertigkeitskomplexen ja auch noch fröhlich praktiziert.

Und klar, die japanische Gesellschaft sehr fremdenfeindlich. Sie haben ihre Geschichte auch fast nie aufgearbeitet. Zahlreiche Lokale darf man als Ausländer nicht (oder höchstens in Begleitung von Einheimischen) betreten. Naziparteien haben dort mehr Mitglieder als unsere Volksparteien. Natürlich hat Japan mehr Einwohner, aber trotzdem ein beachtliches Ergebnis. Japan sind sehr schnell in ihrem Stolz verletzt und hassen ausländische Produkte. Bringt eine japanische Firma ihre Produkt dort nicht zu erst auf den Markt, werden sie als unpatriotisch abgestempelt und es gibt Boykottaufrufe. Europäisch-amerikanische Firmen können kaum Fuß fassen, weil die Japaner sehr nationalistisch sind.

Selbst die Firma Sony wurde lange als Verrat an Japan angesehen, weil es sich einen eher westlichen Namen gab. Wirtschaftliche Führungskräfte werden dort militärisch gedrillt. Mitarbeiter, die ihr Fahrrad nehmen, werden umgehend gefeuert, weil sie dem Ansehen der Firma schaden. Die Leute arbeiten 6 Tage die Woche und kriegen 12 TAge im Jahr frei. Nimmst Du sie am Stück, wirst Du skeptisch als unmotiviert angesehen. Und nimmst Du nach mehreren Jahren dann doch Deine zwei Wochen, reist Du grinsend durch Europa, stresst Dich von Ort zu Ort, um dann zahlreiche Bilder - aus Prestigegründen - herumzeigen zu können. Erholung gibt's nicht.

Migrations übrigens auch nicht. Womit wir wieder bei der Aussage wären. Die Japaner wollen keine Ausländer im Land. Touristen werden gerne gesehen, aber als Teil des Landes? Nein. Sie sollen sich auch niemals in innerjapanische Angelegenheiten einmischen, egal welcher MEinung sie sind. Lieber gehen die Japaner unter, als daß sie "fremdes Blut" in ihr Land lassen. Rund 1,5% der Bevölkerung dieses reichen, fortschrittlichen Landes, das sehr viel größere demographische Probleme als Europa hat, sind Ausländer. 2/3 davon kommen aus Korea und China. Die anderen sind häufig Nachkömmlinge japanischer Auswanderer in bzw. aus den Philippinen, Brasilien, Amerika etc. Und dennoch gibt's auch Berichte von apartheidähnlichen Zuständen gegenüber Koreanern, die in der vierten, fünften Generation dort leben.

http://www.debito.org/roguesgallery.html
http://virgomonkey.wordpress.com/2005/0 ... ic-places/
http://www.unic.or.jp/new/pr05-057-E.htm
http://news.bbc.co.uk/2/hi/asia-pacific/4671687.stm

Von ihrem verkrampften Sexualverhalten - auf der anderen Seite aber hoher Toleranz gegenüber Homosexualität - und langweiligen Kultur rede ich erst gar nicht. Nach Japan kriegen mich keine zehn Pferde, egal welche Sprache dort gesprochen wird.
Zuletzt geändert von frems am Di 30. Nov 2010, 20:57, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Nahverkehr Osaka vs. Köln

Beitragvon Thomas I » Di 30. Nov 2010, 21:55

frems » Di 30. Nov 2010, 20:54 hat geschrieben:[[...]

Von ihrem verkrampften Sexualverhalten - auf der anderen Seite aber hoher Toleranz gegenüber Homosexualität - und langweiligen Kultur rede ich erst gar nicht. Nach Japan kriegen mich keine zehn Pferde, egal welche Sprache dort gesprochen wird.


Hoher Toleranz gegenüber Homosexualität? Also das ist ganz sicher eine Legende. Ich kenne unzählige homosexuelle Japaner die sogar richtig gute Jobs bei japanischen Firmen aufgegeben haben weil sie keinen Grund mehr fanden warum sie sich einer Rückbeförderung nach Japan entziehen konnten - eben weil da von hoher Toleranz mitnichten die Rede sein kann.
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Re: Nahverkehr Osaka vs. Köln

Beitragvon frems » Di 30. Nov 2010, 22:09

Thomas I » Di 30. Nov 2010, 21:55 hat geschrieben:Hoher Toleranz gegenüber Homosexualität? Also das ist ganz sicher eine Legende. Ich kenne unzählige homosexuelle Japaner die sogar richtig gute Jobs bei japanischen Firmen aufgegeben haben weil sie keinen Grund mehr fanden warum sie sich einer Rückbeförderung nach Japan entziehen konnten - eben weil da von hoher Toleranz mitnichten die Rede sein kann.

Hatte ich mal in einer Doku gehört. Mehr als Wikipedia find ich dazu aber gerade nicht:
Homosexualität ist in Japan aus alten Zeiten überliefert und wird auch gegenwärtig akzeptiert. In früheren Zeiten wurde Liebe zwischen Männern sogar als die reinste Form der Liebe überhaupt betrachtet. Zu keiner Zeit wurde Homosexualität in der japanischen Gesellschaft und Religion als eine Sünde angesehen; jedoch hat die moderne Sexualwissenschaft und der Wunsch, „zivilisiert“ zu erscheinen, auch in Japan die Auffassungen von gleichgeschlechtlicher Liebe beeinflusst.

Homosexuelle Handlungen unter Männern (wie auch Frauen) sind in der Geschichte Japans größtenteils legal gewesen. Eine der bekanntesten Unterbrechungen dieser Legalität war ein Zeitraum ab 1907 in der die neue Regierung unter Kaiser Meiji ihr neues Strafgesetzbuch an das damalige deutsche StGB anlehnte. Nach dem Krieg wurde dieses Gesetz jedoch wieder aufgehoben.


Aber nun gut, mag auch nicht stimmen. Wie dem auch sei, die Japaner sind ein sehr eigenes Völkchen. :s
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Re: Nahverkehr Osaka vs. Köln

Beitragvon Tantris » Mi 1. Dez 2010, 02:41

Thomas I » Di 30. Nov 2010, 22:55 hat geschrieben:
Hoher Toleranz gegenüber Homosexualität? Also das ist ganz sicher eine Legende. Ich kenne unzählige homosexuelle Japaner die sogar richtig gute Jobs bei japanischen Firmen aufgegeben haben weil sie keinen Grund mehr fanden warum sie sich einer Rückbeförderung nach Japan entziehen konnten - eben weil da von hoher Toleranz mitnichten die Rede sein kann.


Nun, man kann in japan auch seinen job verlieren, indem man im urlaub ins ausland fährt und den chef vorher nicht um erlaubnis fragt. Man kann danach gegen die entlassung klagen und würde wohl auch gewinnen, Macht aber kaum jemand.

Sagen wir mal, japan hat keine tradition in der verteufelung von homosexuellen, wie christen, juden oder moslems. Von ungewöhnlich hoher toleranz würde ich auch nicht sprechen, aber, immerhin ist in buddhistischen ländern strafverfolgung von homosexuellen nicht üblich und war es auch nie. Hier in südostasien sieht man tranxvestiten in weiblicher uniform z.b. als bus-stewardess oder kellnerin arbeiten. Niemand behandelt sie schlecht, schaut sie schräg an oder bedient sie nicht im restaurant. Wenn man mit den einheimischen darüber redet, sagen die aber alle, die mögen die schwulen und transen überhaupt nicht, die haben im letzte leben ihre frau zu oft betrogen und müssen jetzt als lady-boy leben etc.

Also, genau umgekehrt wie bei uns:
Hier behauptet jeder obertolerant zu sein, aber wenn mal 4 tunten in dein cafe marschieren biste gar nicht glücklich.
Dort handelt man tolerant aber redet intolerant. Eigentlich die bessere option.

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