Tempo 30 als Regel?

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Re: Tempo 30 als Regel?

Beitragvon frems » Mo 18. Jun 2012, 12:19

Thomas I » Mo 18. Jun 2012, 13:12 hat geschrieben:
Ich wüsste nicht, dass Tempo 30 als Möglichkeit derzeit nicht zugelassen ist.
Aber wenn man es zum Regeltempo macht muss man auf so gut wie allen Hauptstrassen dann 50-er-Schilder aufstellen während alle bisherigen Tempo-30-Beschilderungen dann obsolet sind.

Also werden nur ein paar Metallstangen umgestellt und eine neue Zahl raufgeklebt. Also wirklich überzeugend finde ich das gegenüber den Vorteilen nicht. Von mir aus kann man auch mit 60 auf den Hauptstraßen fahren, was ja eh schon jeder tut. Aber wieso man sich so über so wenige Straßen aufregt, verstehe ich nicht. Wer nur kurze Wege hat, wird in der Zeit vielleicht kaum Unterschiede merken. Und wer längere Strecken vor sich hat, wird wohl eh die Hauptstraßen bevorzugen. :?:
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Re: Tempo 30 als Regel?

Beitragvon ToughDaddy » Mo 18. Jun 2012, 12:26

Thomas I » Mo 18. Jun 2012, 12:50 hat geschrieben:
Nach jeder Einmündung/Kreuzung dann an den Hauptstrassen ein 50-Schild hinzustellen und gleichzeitig auf unzählichen Tempo-30-Zone-Schildern zu hocken die keiner mehr braucht ist für die kommunalen Haushalte sicher genau das was sie brauchen...


Eben. Und dann immer dieses Gequatsche, dass dies gut für die Umwelt wäre, weniger laut oder gar weniger Verkehrstote geben würde, finde ich immer super.
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Re: Tempo 30 als Regel?

Beitragvon frems » Mo 18. Jun 2012, 12:28

Hier mal bei Beispiel aus der Schweiz. In der Stadt ist das halbe Straßennetz bereits Tempo 30:

Wird die Fahrgeschwindigkeit von 50 auf 30 Stundenkilometer gesenkt, nimmt der Verkehrslärm um rund 3 Dezibel ab. Dies entspricht in der Wahrnehmung einer Halbierung der Verkehrsmenge. ... Die Zonen stossen bei der Wohnbevölkerung als Verkehrsberuhigungsmassnahme ebenso auf sehr hohe Akzeptanz als auch bei den Verkehrsteilnehmenden, die die maximal zulässige Höchstgeschwindigkeit grösstenteils einhalten. Tempo-30-Zonen haben zudem nachweislich zu einer Reduktion der Unfallzahlen und der Anzahl Verletzten in Zürichs Quartieren geführt.

http://www.stadt-zuerich.ch/pd/de/index ... po_30.html

Interessanterweise ist das weniger, als wir beispielsweise in Hamburg haben ohne daß sich Autofahrer am derzeitigen Stand großartig stören. Die stören sich höchstens über Staus oder Schlaglöchern, aber nicht Tempo-30-Straßen. Viel heiße Luft um nichts. :?
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Re: Tempo 30 als Regel?

Beitragvon Adam Smith » Mo 18. Jun 2012, 12:30

ToughDaddy » Mo 18. Jun 2012, 13:26 hat geschrieben:
Eben. Und dann immer dieses Gequatsche, dass dies gut für die Umwelt wäre, weniger laut oder gar weniger Verkehrstote geben würde, finde ich immer super.


Wobei dieses Gequatsche natürlich richtig ist. Der Nachteil besteht natürlich darin, dass der Autofahrer dank Tempo 30 länger braucht.
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Re: Tempo 30 als Regel?

Beitragvon ToughDaddy » Mo 18. Jun 2012, 12:33

Sebastian Hauk » Mo 18. Jun 2012, 13:30 hat geschrieben:
Wobei dieses Gequatsche natürlich richtig ist. Der Nachteil besteht natürlich darin, dass der Autofahrer dank Tempo 30 länger braucht.


Nö stimmt eben nicht. Bei 30 km/h ist zumindest bei mir kein vernünftiger Gang vorhanden, der leiser ist und weniger Sprit verbraucht.
Ebenso ist das mit den Verkehrstoten eben nur Gequatsche, weil diesbezüglich nix, aber auch rein gar nix bewiesen ist.
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Re: Tempo 30 als Regel?

Beitragvon Adam Smith » Mo 18. Jun 2012, 12:39

An einer Autobahn ist es übrigens besonders laut und das nicht ohne Grund. Und erstens verkürzt sich der Bremsweg stark, wenn das Auto nicht so schnell fährt und zweitens verringert sich auch die Aufprallenergie.

Das heißt: Bei doppelter Geschwindigkeit ist der Bremsweg viermal so lang!


http://www.fahrschule-123.de/formeln/bremsweg/

Das mit der Aufprallenergie gilt jetzt aber nicht für Autos welche mit jeweils 25 km/h aufeinandertreffen. Da muss anders gerechnet werden. Nämlich x 2. Oder auch bei 250.000 km/s. :p Hier müssen dann doch die gemeinsamen Beschleunigungen berücksichtigt werden.

Damit die Berechnung stimmt müssen in der Tat die Beschleunigungen berücksichtigt werden, welche die beiden Objekte ausgeführt haben, als sie jetzt vom Startpunkt aus gestartet sind. Beide Beobachter wissen dann dass sie in dem Fall mit 250.000 km/s unterwegs sind und auch mit keiner anderen Geschwindigkeit. Die Geschwindigkeitsdifferenz untereinander spielt keine Rolle.

Ist hier jemand anderer Meinung?
Zuletzt geändert von Adam Smith am Mo 18. Jun 2012, 13:03, insgesamt 4-mal geändert.
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Re: Tempo 30 als Regel?

Beitragvon frems » Mo 18. Jun 2012, 12:42

ToughDaddy » Mo 18. Jun 2012, 13:33 hat geschrieben:
Nö stimmt eben nicht. Bei 30 km/h ist zumindest bei mir kein vernünftiger Gang vorhanden, der leiser ist und weniger Sprit verbraucht.
Ebenso ist das mit den Verkehrstoten eben nur Gequatsche, weil diesbezüglich nix, aber auch rein gar nix bewiesen ist.

Die entsprechenden Erfahrungen wurden aber scheinbar mancherorts schon gemacht. Wieso sollte das nicht stimmen? Also ich denke nicht, daß z.B. das genannte Zürich über seine Erfahrungen lügt. Auch im Bereich der Unfallforschung ist man sich ziemlich einig darüber, daß höhere Geschwindigkeiten in der Stadt zu mehr Unfällen führen. Lediglich in der Methodik gibt's Streitigkeiten, weshalb es keine handfesten Aussagen und Zahlen gibt, aber deshalb sinken ja die Unfälle nicht plötzlich nicht mehr. :?:

Und Vorstellungen darüber, welchen Gang jeder Fahrer und jedes Fahrzeug dann hat, ist vielleicht etwas anderes als das, was Messungen ergeben. Siehe beispielsweise hier:
Wie erwartet werden die
Mittelungspegel dort vom Schienenverkehr dominiert. Aber sogar an diesem stark vom
Schienenverkehrslärm beeinflussten Messort sind akustisch positive Auswirkungen der
Beschränkung der Höchstgeschwindigkeit auf 30 km/h nachweisbar


http://www.jena.de/fm/41/Bericht_Tempo_ ... 101111.pdf (ab Seite 39)

Oh, hier noch eins zum Thema Unfälle: http://tu-dresden.de/die_tu_dresden/fak ... eft-12.pdf (2.3.2 Auswirkungen, Seite 38 bis 40)
Zuletzt geändert von frems am Mo 18. Jun 2012, 12:55, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: Tempo 30 als Regel?

Beitragvon ToughDaddy » Mo 18. Jun 2012, 14:03

frems » Mo 18. Jun 2012, 13:42 hat geschrieben:Die entsprechenden Erfahrungen wurden aber scheinbar mancherorts schon gemacht. Wieso sollte das nicht stimmen? Also ich denke nicht, daß z.B. das genannte Zürich über seine Erfahrungen lügt. Auch im Bereich der Unfallforschung ist man sich ziemlich einig darüber, daß höhere Geschwindigkeiten in der Stadt zu mehr Unfällen führen. Lediglich in der Methodik gibt's Streitigkeiten, weshalb es keine handfesten Aussagen und Zahlen gibt, aber deshalb sinken ja die Unfälle nicht plötzlich nicht mehr. :?:

Und Vorstellungen darüber, welchen Gang jeder Fahrer und jedes Fahrzeug dann hat, ist vielleicht etwas anderes als das, was Messungen ergeben. Siehe beispielsweise hier:
Wie erwartet werden die
Mittelungspegel dort vom Schienenverkehr dominiert. Aber sogar an diesem stark vom
Schienenverkehrslärm beeinflussten Messort sind akustisch positive Auswirkungen der
Beschränkung der Höchstgeschwindigkeit auf 30 km/h nachweisbar


http://www.jena.de/fm/41/Bericht_Tempo_ ... 101111.pdf (ab Seite 39)

Oh, hier noch eins zum Thema Unfälle: http://tu-dresden.de/die_tu_dresden/fak ... eft-12.pdf (2.3.2 Auswirkungen, Seite 38 bis 40)


Da wurde nur die Dezibelzahl gemesen und nicht der Verbrauch samt CO2 Ausstoss.

Und zu Deinem Bsp Zürich:
1. Das 3 Dezibel die Wahrnehmung so ändern, kann ich mir nicht vorstellen. Ich höre keinen Unterschied hier in den unterschiedlichen Zonen.
2. Desweiteren ist die Dezibelzahl abhängig nicht nur von der Geschwindigkeit, sondern auch der Art des Verkehrsaufkommens. Und dies viel mehr:
http://www.welt.de/print-welt/article33 ... ammer.html
D.h. wenn LKWs dort nicht mehr langfahren, was in fast allen 30er Zonen hier so ist, dann ist es natürlich leiser, aber das wars auch wieder.
3. Dass die Stadt Zürich dies so verbreitet, ist als Regelschaffer nun kein Wunder.

Schön für die Unfallforschung, aber dann dürfte man kein Auto fahren. Pauschalsätze bringen da nix, wie wärs mit einem Nachweis, so und so viele Unfälle wären nicht passiert bei 30 statt 50?

Das sind nicht Vorstellungen, dies ist so. Man kann natürlich alles einzeln betrachten, aber ich kann nicht gleichzeitig leise fahren und gleichzeitig spritsparend in diesem Bereich. Zumindest mein Auto ist bei 30 entweder stark untertourig und brummend sowie laut, aber verbraucht weniger Sprit oder andersrum. Ganz davon abgesehen, dass ich bei 30 km/h auch viel mehr hoch- und runterschalten muss bei ein wenig Geschwindigkeitsänderung auf Grund der Situationen.

Aha man hört immer noch den Krach vom Schienenverkehr, aber die leiseren Autos sind natürlich schlimmer. Loool

Und zu Deinen Links:

1. Prima, dort gibts Häufigkeitengraphen, mithin werden doch die höheren Dezibelbereiche erreicht, die Häufigkeit hängt natürlich auch von der Häufigkeit der Benutzung ab. Hier fahren zBsp. auf den Hauptstraßen auch mehr Autos ab 22 Uhr als in den 30er Zonen.

2. Dort stehen auch nur Theorie und Pauschalität. Ganz davon abgesehen, dass es 30er Zonen usw gibt.

Ebenso bleibt die Frage: Wer soll das bezahlen?


@Sebastian Hauk

Stell Dir vor, auf der Autobahn fahren mehr Autos und mehr LKWs und sehr viele auch im hochtourigen Bereich, wo es wieder laut wird.
Und die Argumentation Bremsweg und Co bringen überhaupt nichts: Dann muss man komplett stehen, dann passiert gar nix. Außerdem kommt noch die Reaktionszeit hinzu, also am besten auch keine alten Leute mehr fahren lassen. Ebenso ist es viel zu pauschal: wie wäre mal ein richtiger Nachweis?
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Re: Tempo 30 als Regel?

Beitragvon Thomas I » Mo 18. Jun 2012, 14:20

frems » Mo 18. Jun 2012, 13:28 hat geschrieben:Hier mal bei Beispiel aus der Schweiz. In der Stadt ist das halbe Straßennetz bereits Tempo 30:



In welcher deutschen Stdat ist es das nicht? Nach Strassenlänge bilden doch die Nebenstrasse überall mehr als 50% der Gesamtstrassenlänge - und wo sind die heute denn noch nicht mit Tempo-30 versehen?


Interessanterweise ist das weniger, als wir beispielsweise in Hamburg haben ohne daß sich Autofahrer am derzeitigen Stand großartig stören. Die stören sich höchstens über Staus oder Schlaglöchern, aber nicht Tempo-30-Straßen. Viel heiße Luft um nichts. :?

Mir fällt aber in Zürich keine Hauptstrase mit Tempo 30 ein, auch die haben da überall noch Tempo 50 oder Tempo 60.


Die entsprechenden Erfahrungen wurden aber scheinbar mancherorts schon gemacht. Wieso sollte das nicht stimmen? Also ich denke nicht, daß z.B. das genannte Zürich über seine Erfahrungen lügt.


Zürich hat sich auch schon als autofreie Stadt verkauft als noch der gesamte Nord-Süd-Fernverkehr mitten durch die Stadt lief - und unsere Grünen haben das im Wahlkampf jahrelang dumm nachgeplappert...
...diesen Fernverkehr hat man jetzt sehr aufwändig in eine meist unterirdische Ringautobahn verlegt - was auch der Grund für weniger Lärm und weniger Unfälle sein dürfte und nicht dieser Tempo-30-Popanz...
Zuletzt geändert von Thomas I am Mo 18. Jun 2012, 14:21, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Tempo 30 als Regel?

Beitragvon frems » Mo 18. Jun 2012, 14:33

ToughDaddy » Mo 18. Jun 2012, 15:03 hat geschrieben:Da wurde nur die Dezibelzahl gemesen und nicht der Verbrauch samt CO2 Ausstoss.

Und zu Deinem Bsp Zürich:
1. Das 3 Dezibel die Wahrnehmung so ändern, kann ich mir nicht vorstellen. Ich höre keinen Unterschied hier in den unterschiedlichen Zonen.
2. Desweiteren ist die Dezibelzahl abhängig nicht nur von der Geschwindigkeit, sondern auch der Art des Verkehrsaufkommens. Und dies viel mehr:
http://www.welt.de/print-welt/article33 ... ammer.html
D.h. wenn LKWs dort nicht mehr langfahren, was in fast allen 30er Zonen hier so ist, dann ist es natürlich leiser, aber das wars auch wieder.
3. Dass die Stadt Zürich dies so verbreitet, ist als Regelschaffer nun kein Wunder.

Schön für die Unfallforschung, aber dann dürfte man kein Auto fahren. Pauschalsätze bringen da nix, wie wärs mit einem Nachweis, so und so viele Unfälle wären nicht passiert bei 30 statt 50?

Das sind nicht Vorstellungen, dies ist so. Man kann natürlich alles einzeln betrachten, aber ich kann nicht gleichzeitig leise fahren und gleichzeitig spritsparend in diesem Bereich. Zumindest mein Auto ist bei 30 entweder stark untertourig und brummend sowie laut, aber verbraucht weniger Sprit oder andersrum. Ganz davon abgesehen, dass ich bei 30 km/h auch viel mehr hoch- und runterschalten muss bei ein wenig Geschwindigkeitsänderung auf Grund der Situationen.

Aha man hört immer noch den Krach vom Schienenverkehr, aber die leiseren Autos sind natürlich schlimmer. Loool

Und zu Deinen Links:

1. Prima, dort gibts Häufigkeitengraphen, mithin werden doch die höheren Dezibelbereiche erreicht, die Häufigkeit hängt natürlich auch von der Häufigkeit der Benutzung ab. Hier fahren zBsp. auf den Hauptstraßen auch mehr Autos ab 22 Uhr als in den 30er Zonen.

2. Dort stehen auch nur Theorie und Pauschalität. Ganz davon abgesehen, dass es 30er Zonen usw gibt.

Ebenso bleibt die Frage: Wer soll das bezahlen?

Ja, wer soll ein paar Schilder bezahlen, die zu weniger Toten und weniger Gesundheitsschädigungen durch Lärm führen? Wahrscheinlich der Steuerzahler, der auch Bau und Instandhaltung der Straßen, Lichtsignalanlagen etc. finanzierte. So teuer wird das einmalige Umstellen von ein paar Schildern nun auch nicht sein. Und natürlich bezog ich mich nur auf den Lärm und die Unfälle statt auf den co2-Ausstoß. Von dem sprach ja auch keiner, den ich zitierte. (Siehe Beitrag um Mo 18. Jun 2012, 13:33)

Ich kann mir auch nicht vorstellen, daß ein solcher Bereich bereits starke Unterschiede hören läßt, aber wenn mir das Wissenschaftler sagen, die sich wohl seit Jahren mit der Thematik beschäftigen, dann möchte ich das auch nicht absprechen. Genau wie Dein Fahrzeug vielleicht bei 30kmh anders klingt als mit 50. Die vielen Messergebnisse -- über Google findet man ja unendlich viele -- sprechen halt eine eindeutige Sprache. Selbiges für die Erfahrungen, daß langsamere Geschwindigkeiten und kürzere Bremswege in Wohngebieten einen Einfluß auf Unfälle haben, egal ob die Theorie der selben Meinung ist wie der Praxis.

Und wenn es leiser wird, weil LKW nur noch Hauptstraßen nutzen -- tun sie das nicht eh schon? -- dann ist das doch auch schon mal was positives. Und nein, "looooool" brauchst Du nicht sagen. Sie sagten nur, daß der Lärm dort hauptsächlich von den Schienen kommt. Dennoch hat ein geringeres Tempo der Autos einen Einfluß auf die gesamte Lärmentwicklung. Das ist schon interessant. In einer Straße ohne Schienenverkehr wird's wohl nicht anders sein, im Gegenteil.

Thomas I hat geschrieben:In welcher deutschen Stdat ist es das nicht? Nach Strassenlänge bilden doch die Nebenstrasse überall mehr als 50% der Gesamtstrassenlänge - und wo sind die heute denn noch nicht mit Tempo-30 versehen?



Mir fällt aber in Zürich keine Hauptstrase mit Tempo 30 ein, auch die haben da überall noch Tempo 50 oder Tempo 60.




Zürich hat sich auch schon als autofreie Stadt verkauft als noch der gesamte Nord-Süd-Fernverkehr mitten durch die Stadt lief - und unsere Grünen haben das im Wahlkampf jahrelang dumm nachgeplappert...
...diesen Fernverkehr hat man jetzt sehr aufwändig in eine meist unterirdische Ringautobahn verlegt - was auch der Grund für weniger Lärm und weniger Unfälle sein dürfte und nicht dieser Tempo-30-Popanz...

Von Hauptstraßen spricht doch auch keiner. Weder ich, noch Zürich, noch irgendeine Partei. Niemand will Tempo 30 auf Hauptstraßen. :?:
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Re: Tempo 30 als Regel?

Beitragvon ToughDaddy » Mo 18. Jun 2012, 15:32

frems » Mo 18. Jun 2012, 15:33 hat geschrieben:Ja, wer soll ein paar Schilder bezahlen, die zu weniger Toten und weniger Gesundheitsschädigungen durch Lärm führen? Wahrscheinlich der Steuerzahler, der auch Bau und Instandhaltung der Straßen, Lichtsignalanlagen etc. finanzierte. So teuer wird das einmalige Umstellen von ein paar Schildern nun auch nicht sein. Und natürlich bezog ich mich nur auf den Lärm und die Unfälle statt auf den co2-Ausstoß. Von dem sprach ja auch keiner, den ich zitierte. (Siehe Beitrag um Mo 18. Jun 2012, 13:33)

Nur eine Behauptung durch pauschale und theoretische Ansätze. Mithin nicht mal ansatzweise als Argument zu werden. Aber schon kommt die populistische Keule.
Ich weiß doch, Hamburg ist schweinereich, aber so gehts den meisten Ortschaften eben nicht.
Tja aber laut rot-grün wird auch der CO2 Ausstoß besser.

Ich kann mir auch nicht vorstellen, daß ein solcher Bereich bereits starke Unterschiede hören läßt, aber wenn mir das Wissenschaftler sagen, die sich wohl seit Jahren mit der Thematik beschäftigen, dann möchte ich das auch nicht absprechen. Genau wie Dein Fahrzeug vielleicht bei 30kmh anders klingt als mit 50. Die vielen Messergebnisse -- über Google findet man ja unendlich viele -- sprechen halt eine eindeutige Sprache. Selbiges für die Erfahrungen, daß langsamere Geschwindigkeiten und kürzere Bremswege in Wohngebieten einen Einfluß auf Unfälle haben, egal ob die Theorie der selben Meinung ist wie der Praxis.

Du meinst die Wissenschaftler im Auftrag der Stadt Zürich? Naja eine eindeutige Sprache sprechen die auch nicht, warum dies nicht eindeutig sein kann, habe ich auch geschrieben.
Stehen bringt gar keine Unfälle. Dass die Reaktionszeit Einfluss auf dem Bremsweg hat, ist auch bewiesen, sollte dies nicht eher Konsequenzen nach sich ziehen erstmal?

Und wenn es leiser wird, weil LKW nur noch Hauptstraßen nutzen -- tun sie das nicht eh schon? -- dann ist das doch auch schon mal was positives. Und nein, "looooool" brauchst Du nicht sagen. Sie sagten nur, daß der Lärm dort hauptsächlich von den Schienen kommt. Dennoch hat ein geringeres Tempo der Autos einen Einfluß auf die gesamte Lärmentwicklung. Das ist schon interessant. In einer Straße ohne Schienenverkehr wird's wohl nicht anders sein, im Gegenteil.

Etliche LKWs sind hier noch durch Straßen gefahren, die jetzt 30 sind, weil die kürzer waren. Aber jetzt wo sie 30 sind, fahren sie nur noch die Hauptstraßen. Unterschied endlich verstanden? Die Verdrängung von Verkehr bringt natürlich weniger Lautstärke mit sich. Nur ohne Umgehungsstraße müssen die LKWs trotzdem irgendwo lang. Jetzt auch das verstanden?
Wie hoch der Einfluss ist bzw. ob er so hoch ist wie behauptet, kann wohl stark bezweifelt werden, wenn es nicht mit Verdrängung einhergeht.

Nachtrag: Wenn es auf den Hauptstraßen so bleiben soll wie bisher, was soll dann die Änderung? Welchen Sinn außer Geldausgeben hat es? Sitzen mal wieder rot-grüne Leutchen in irgendwelchen Vorständen von Schilderherstellern?
Zuletzt geändert von ToughDaddy am Mo 18. Jun 2012, 15:33, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Tempo 30 als Regel?

Beitragvon frems » Mo 18. Jun 2012, 17:26

ToughDaddy » Mo 18. Jun 2012, 16:32 hat geschrieben:Nur eine Behauptung durch pauschale und theoretische Ansätze. Mithin nicht mal ansatzweise als Argument zu werden. Aber schon kommt die populistische Keule.
Ich weiß doch, Hamburg ist schweinereich, aber so gehts den meisten Ortschaften eben nicht.
Tja aber laut rot-grün wird auch der CO2 Ausstoß besser.

Mir ging's doch um die Frage allgemein. Die Argumente von Politikern interessieren mich ja nicht. Und wenn jemand sagt, daß es für Unfälle irrelevant sei und auch nicht für weniger Lärm sorgt, dann schau ich halt, was es da für Untersuchungen gab und nicht, was irgendeine Person auf Wählerfang sagt. So schweinereich ist Hamburg auch nicht, daß man unüberlegt einfach Geld rauswirft. Trotzdem geht's hier nicht um den Neubau sämtlicher Straßen und Einrichtungen, sondern nur um ein paar Schilder, die aufgestellt bzw. verschoben werden müssen.

Du meinst die Wissenschaftler im Auftrag der Stadt Zürich? Naja eine eindeutige Sprache sprechen die auch nicht, warum dies nicht eindeutig sein kann, habe ich auch geschrieben.
Stehen bringt gar keine Unfälle. Dass die Reaktionszeit Einfluss auf dem Bremsweg hat, ist auch bewiesen, sollte dies nicht eher Konsequenzen nach sich ziehen erstmal?

Nein, ich meinte z.B. die beiden Arbeiten aus Dresden und Jena. Das waren die erstbesten, die ich fand, aber beim Überfliegen gab's noch weitere. Und von diesem "Dann sollte keiner mehr fahren" spricht ja niemand. Das Thema sollte man so wirklich nicht überbewerten. Es sind ja bereits etliche Straßen bei Tempo 30 ohne daß alles so viel schlimmer wurde.

Etliche LKWs sind hier noch durch Straßen gefahren, die jetzt 30 sind, weil die kürzer waren. Aber jetzt wo sie 30 sind, fahren sie nur noch die Hauptstraßen. Unterschied endlich verstanden? Die Verdrängung von Verkehr bringt natürlich weniger Lautstärke mit sich. Nur ohne Umgehungsstraße müssen die LKWs trotzdem irgendwo lang. Jetzt auch das verstanden?
Wie hoch der Einfluss ist bzw. ob er so hoch ist wie behauptet, kann wohl stark bezweifelt werden, wenn es nicht mit Verdrängung einhergeht.

Herje, da ist aber einer gereizt. Natürlich verlagert sich der Lärm dann zur Hauptstraße, in der 50 gefahren werden kann. Trotzdem ist es in Wohngebieten dann ruhiger als an Hauptstraßen, die meist eh nicht stark bewohnt sind und/oder bereits ums zigfache einer Umgehungsstraße befahren.

Nachtrag: Wenn es auf den Hauptstraßen so bleiben soll wie bisher, was soll dann die Änderung? Welchen Sinn außer Geldausgeben hat es? Sitzen mal wieder rot-grüne Leutchen in irgendwelchen Vorständen von Schilderherstellern?

Ja, das wird's sein. :p

Es geht lediglich um Nebenstraßen, die dann Tempo 30 werden, sofern sie es nicht eh schon sind, während es auf den Hauptstraßen bei 50 bleibt.
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Rot-Grün will Tempo 30 einführen !

Beitragvon Dr. Nötigenfalls » Mo 18. Jun 2012, 17:45

Im Falle eines Regierungswechsels will Rotgrün eine Tempobegrenzung Innerorts auf 30 km/h einführen.
Na wenn das mal nicht ein Eigentor wird Leute.

Also ich fahre mit dem Rad,mir kanns ja egal sein.
:D
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Re: Rot-Grün will Tempo 30 einführen !

Beitragvon frems » Mo 18. Jun 2012, 17:47

Wird bereits diskutiert. ;)

-> viewtopic.php?f=13&t=21170

Aber interessant, daß Du es in den Bereich "Innere Sicherheit" gelegt hast. Für so gefährlich halten wohl nicht einmal Fußgänger und Radführer ihre Freunde auf vier Rädern. :p
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Re: Rot-Grün will Tempo 30 einführen !

Beitragvon Tantris » Mo 18. Jun 2012, 18:18

frems » Mo 18. Jun 2012, 18:47 hat geschrieben:Wird bereits diskutiert. ;)

-> http://politik-forum.eu/viewtopic.php?f=13&t=21170

Aber interessant, daß Du es in den Bereich "Innere Sicherheit" gelegt hast. Für so gefährlich halten wohl nicht einmal Fußgänger und Radführer ihre Freunde auf vier Rädern. :p


Es gibt ein paar tausend tote jedes jahr. Das halte ich tatsächlich für eine größere gefährdung der sicherheit des einzelnen, als terrorismus, drogenkonsum oder naturkatastrophen.
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Re: Tempo 30 als Regel?

Beitragvon Camarasaurus » Mo 18. Jun 2012, 18:22

Diese ganze Diskussion ist doch idiotisch und seitens Rot-Grün wieder mal vollkommen der Zeit hinterherlaufend.

Lärmreduktion:
Der Trend geht zu E-Autos. In 10 bis 15 Jahren haben wir vielleicht schon einen Anteil von über 50 %. E-Autos machen keinen Lärm. Für die relativ knappe Übergangszeit diesen Aufwand betreiben ist mit Kanonen auf Spatzen schießen.

Verkehrssicherheit:
Die Forschung mit führerlosen Autos ist schon recht weit, wie man hört. Vielleicht haben wir es in 20 Jahren. Da automatisch gesteuerte Autos deutlich reaktionsschneller sind und überdies sehr wahrscheinlich mit anderen Autos interaktiv kommunizieren können, wodurch sie "vorausschauender" fahren können als dies jemals ein Mensch könnte, werden damit unfallfrei Geschwindigkeiten möglich sein, von denen wir heute nur träumen können. Auch hier gilt, dass für die Übergangszeit dieser Aufwand rausgeschmissenes Geld ist.
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Re: Tempo 30 als Regel?

Beitragvon Tantris » Mo 18. Jun 2012, 18:28

Camarasaurus » Mo 18. Jun 2012, 19:22 hat geschrieben:Diese ganze Diskussion ist doch idiotisch und seitens Rot-Grün wieder mal vollkommen der Zeit hinterherlaufend.

Lärmreduktion:
Der Trend geht zu E-Autos. In 10 bis 15 Jahren haben wir vielleicht schon einen Anteil von über 50 %. E-Autos machen keinen Lärm. Für die relativ knappe Übergangszeit diesen Aufwand betreiben ist mit Kanonen auf Spatzen schießen.


So wie mit den AKWs gell? "Brückentechnologie"...

Im ernst: Ich glaube dass es irgendwann besser wird. Das ist kein argument, missstände zu ignorieren. Es kostet ja auch schulkindern das leben.
Willst du den hinterbliebenen dann was von der tollen elektrifizierten zukunft erzählen?
Das opfer gebracht werden müssten?
wofür?


Verkehrssicherheit:
Die Forschung mit führerlosen Autos ist schon recht weit, wie man hört. Vielleicht haben wir es in 20 Jahren. Da automatisch gesteuerte Autos deutlich reaktionsschneller sind und überdies sehr wahrscheinlich mit anderen Autos interaktiv kommunizieren können, wodurch sie "vorausschauender" fahren können als dies jemals ein Mensch könnte, werden damit unfallfrei Geschwindigkeiten möglich sein, von denen wir heute nur träumen können. Auch hier gilt, dass für die Übergangszeit dieser Aufwand rausgeschmissenes Geld ist.


Ach, irgendwann wird alles besser! Also! Wozu brauchen wir dann noch eine regierung?
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Re: Tempo 30 als Regel?

Beitragvon Kibuka » Mo 18. Jun 2012, 18:29

Camarasaurus hat geschrieben:Der Trend geht zu E-Autos. In 10 bis 15 Jahren haben wir vielleicht schon einen Anteil von über 50 %. E-Autos machen keinen Lärm. Für die relativ knappe Übergangszeit diesen Aufwand betreiben ist mit Kanonen auf Spatzen schießen.


Was du wieder alles weißt. Du solltest bei BMW als Zukunftsforscher arbeiten!
Have no heroes, look up to no-one, for if you do, the best you'll ever be is second. If you have to ask why, you'll never understand!

„Weil das Wohl von einem genauso schwer wiegt, wie das Wohl von vielen.“
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Re: Tempo 30 als Regel?

Beitragvon Camarasaurus » Mo 18. Jun 2012, 18:30

Sebastian Hauk » Mo 18. Jun 2012, 12:39 hat geschrieben:An einer Autobahn ist es übrigens besonders laut und das nicht ohne Grund. Und erstens verkürzt sich der Bremsweg stark, wenn das Auto nicht so schnell fährt und zweitens verringert sich auch die Aufprallenergie.



http://www.fahrschule-123.de/formeln/bremsweg/

Das mit der Aufprallenergie gilt jetzt aber nicht für Autos welche mit jeweils 25 km/h aufeinandertreffen. Da muss anders gerechnet werden. Nämlich x 2. Oder auch bei 250.000 km/s. :p Hier müssen dann doch die gemeinsamen Beschleunigungen berücksichtigt werden.

Damit die Berechnung stimmt müssen in der Tat die Beschleunigungen berücksichtigt werden, welche die beiden Objekte ausgeführt haben, als sie jetzt vom Startpunkt aus gestartet sind. Beide Beobachter wissen dann dass sie in dem Fall mit 250.000 km/s unterwegs sind und auch mit keiner anderen Geschwindigkeit. Die Geschwindigkeitsdifferenz untereinander spielt keine Rolle.

Ist hier jemand anderer Meinung?


Also, ich kenne kein Auto, das 250.000 km/s (= 900 Mio. km/h) fährt.

Davon abgesehen hat die von dir verlinkte Seite bei mir einen Virus-Alarm ausgelöst, das nur mal als Hinweis.
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Re: Tempo 30 als Regel?

Beitragvon Camarasaurus » Mo 18. Jun 2012, 18:33

Tantris » Mo 18. Jun 2012, 18:28 hat geschrieben:Das ist kein argument, missstände zu ignorieren.

Natürlich nicht. Aber einen Missstand kann ich beim besten Willen nicht erkennen.

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