ÖPNV-Vorrangschaltungen an Ampeln

Moderator: Moderatoren Forum 4

Benutzeravatar
jack000
Moderator
Beiträge: 27112
Registriert: So 1. Jun 2008, 17:21
Wohnort: Stuttgart

Re: ÖPNV-Vorrangschaltungen an Ampeln

Beitragvon jack000 » Sa 27. Feb 2010, 16:48

Der Beschluss von Niedersachsens Umweltminister Hans-Heinrich Sander, Hannover eine sogenannte grüne Welle für Autos vorzuschreiben, ist nach Auffassung der Linksfraktion in der Regionsversammlung kompletter Unsinn. „Die grüne Welle funktioniert nur, wenn alle Autos mit gleichmäßiger vorgeschriebener Geschwindigkeit fahren.

Ach ja ? woher hat er denn das ? Die Grüne Welle hat einen Korridor !

Das ist aber in der Praxis kaum der Fall“, betont der verkehrspolitische Sprecher der Fraktion, Stefan Müller. Die Folge werde mehr Schadstoffausstoß sein.

Aha, Autos die nicht Stop-and-Go fahren verbrauchen mehr ?

Aus diesem Grund seien Versuche mit der grünen Welle in der Vergangenheit nicht weiter verfolgt worden.

Von wegen, Grüne Wellen werden ausschließlich politisch ideologisch vernichtet.

Um den Schadstoffausstoß in Hannover so gering wie möglich zu halten, muss es nach Auffassung der LINKEN bei der Ampel-Vorrangschaltung für Busse und Stadtbahnen bleiben, die Sander abschaffen will. Von der Vorrangschaltung für die Stadtbahn an den Hauptverkehrsachsen profitiert sogar der Autoverkehr.

Wie denn das ?

„Wir wollen weniger Autos in der Innenstadt haben, und dafür muss der Öffentliche Nahverkehr attraktiv bleiben“, so Müller. „Bevor der Umweltminister einer Kommune Ampelschaltungen vorschreibt, sollte er sich erst einmal informieren. So richtet er nur Schaden an".


Den Tip gebe ich dem Herrn von der Linken auch :)

http://www.dielinke-regionsfraktion.de/nc/presse/detail/zurueck/aktuell-897c5b7941/artikel/gruene-welle-in-hannover-ist-unsinn/
Es wird sogar nicht mehr im PF geleugnet: "Ja die Gewalt gegen Frauen hat bedingt durch Zuwanderung zugenommen, und jetzt?"
Benutzeravatar
ralphon
Beiträge: 2737
Registriert: Fr 6. Jun 2008, 23:15
Benutzertitel: Bier predigen, Wasser saufen

Re: ÖPNV-Vorrangschaltungen an Ampeln

Beitragvon ralphon » Sa 27. Feb 2010, 22:31

Von wegen, Grüne Wellen werden ausschließlich politisch ideologisch vernichtet.


Eine grüne Welle kann selbstverständlich auch aus verkehrspraktischen Gründen vernichtet werden. Wegen der konstanten Umlaufzeit ist die Verkehrsabhängigkeit, also die Sofortreaktion auf Verkehrsaufkommen, eingeschränkt. Und die, die von der Seite in einen Verkehrsstrom einbiegen, haben sowieso nichts davon.
Benutzeravatar
jack000
Moderator
Beiträge: 27112
Registriert: So 1. Jun 2008, 17:21
Wohnort: Stuttgart

Re: ÖPNV-Vorrangschaltungen an Ampeln

Beitragvon jack000 » Sa 6. Mär 2010, 22:01

ralphon hat geschrieben:
Wegen der konstanten Umlaufzeit ist die Verkehrsabhängigkeit, also die Sofortreaktion auf Verkehrsaufkommen, eingeschränkt.

Das ist richtig ! "Sofortreaktion" heisst heutzutage: "Wer ideologisch bevorzugt ist, bekommt eine Grüne Ampel, egal ob es der Sache im Ganzen in welchem Aussmaß auch immer schaden wird".

Und die, die von der Seite in einen Verkehrsstrom einbiegen, haben sowieso nichts davon.

Wer fordert das denn ? Sinn und Zweck von Grünen Wellen ist doch, dass der Verkehr auf den Hauptverkehrsachsen und weiteren anliegenden Strecken ohne Störung funktioniert. Wenn man also von "der Seite" einbiegt, möchte man doch auf der Hauptverkehrstrecke vorwärtskommen und nicht dann wieder vor jeder Ampel stehen.
Es wird sogar nicht mehr im PF geleugnet: "Ja die Gewalt gegen Frauen hat bedingt durch Zuwanderung zugenommen, und jetzt?"
Benutzeravatar
ralphon
Beiträge: 2737
Registriert: Fr 6. Jun 2008, 23:15
Benutzertitel: Bier predigen, Wasser saufen

Re: ÖPNV-Vorrangschaltungen an Ampeln

Beitragvon ralphon » So 7. Mär 2010, 01:24

jack hat geschrieben:Das ist richtig ! "Sofortreaktion" heisst heutzutage: "Wer ideologisch bevorzugt ist, bekommt eine Grüne Ampel, egal ob es der Sache im Ganzen in welchem Aussmaß auch immer schaden wird".


Sofortreaktion kann auch heißen, daß ein Haufen Autofahrer an der Ampel wartet. Wenn das Program für die die Grünzeit verlängert, ist die Nebenrichtung schon raus aus der grünen Welle weil die zu spät grün kriegen usw.
Maria
Beiträge: 989
Registriert: Fr 13. Mär 2009, 20:25

Re: ÖPNV-Vorrangschaltungen an Ampeln

Beitragvon Maria » So 7. Mär 2010, 14:56

jack hat geschrieben: Sinn und Zweck von Grünen Wellen ist doch, dass der Verkehr auf den Hauptverkehrsachsen und weiteren anliegenden Strecken ohne Störung funktioniert. Wenn man also von "der Seite" einbiegt, möchte man doch auf der Hauptverkehrstrecke vorwärtskommen und nicht dann wieder vor jeder Ampel stehen.


Ärgerlicherweise kreuzen sich in Städten eben auch Hauptverkehrsachsen.

Jacks "Vorzeigestadt" für eine grüne Welle - eine Hauptverkehrsdurchgangsstraße, in die man durch eine Pförtnerampel hinein und zügig per grüne Welle hindurchkommt - ist nicht die Realität einer Großstadt.
Benutzeravatar
Welfenprinz
Beiträge: 8710
Registriert: So 6. Jul 2008, 18:55
Benutzertitel: Nec aspera terrent
Wohnort: wo eigentlich die marienburg stehen sollte

Re: ÖPNV-Vorrangschaltungen an Ampeln

Beitragvon Welfenprinz » So 7. Mär 2010, 22:31

adal hat geschrieben: Dagegen spricht die Mobilitäts-Effizienz. Ein vollbesetzter Bus befördert in etwa so viele Passagiere wie eine 1 km lange Autoschlange.


Und wenn man dann die optional 50 verschiedenen ziele von 50 verschiedenen Personen mit in die Rechnung einbezieht, kann der ÖPNV alleine wieder nur einen Kompromiss darstellen.
Und im Optimum läufts dann auf eine Kombination aus PKW und ÖPNV hinaus.
Eine Stadt wie hannover lässt sich sehr gut "befahren", ... wenn man ein paar Plätze weiss , bis wohin man mit dem Auto fährt und dann auf die U-Bahn umsteigt. :)
Sterben kann nicht so schlimm sein,sonst würden es nicht so viele tun.
Lt. griinpissstudien stirbt eine Ratte, wenn ihr ein 200l-Fass Glyphosat auf den Kopf fällt.
Benutzeravatar
Thomas I
Beiträge: 40287
Registriert: Sa 31. Mai 2008, 16:03
Benutzertitel: EMPEREUR DES EUROPEENS

Re: ÖPNV-Vorrangschaltungen an Ampeln

Beitragvon Thomas I » Mo 8. Mär 2010, 00:40

Welfenprinz hat geschrieben:Eine Stadt wie hannover lässt sich sehr gut "befahren", ... wenn man ein paar Plätze weiss , bis wohin man mit dem Auto fährt und dann auf die U-Bahn umsteigt. :)


Das gilt fraglos für fast jede Großstadt - wobei das auch noch von Wochentag und Tageszeit abhängt.
Es gibt sicher Zeitpunkte wo ich weitestgehend auf ÖPNV setzen würde und auch Zeitpunkte wo man das Auto nehmen muß wenn man sich nicht das Taxi leisten will.
Zuletzt geändert von Thomas I am Mo 8. Mär 2010, 00:40, insgesamt 1-mal geändert.
Benutzeravatar
Welfenprinz
Beiträge: 8710
Registriert: So 6. Jul 2008, 18:55
Benutzertitel: Nec aspera terrent
Wohnort: wo eigentlich die marienburg stehen sollte

Re: ÖPNV-Vorrangschaltungen an Ampeln

Beitragvon Welfenprinz » Mo 8. Mär 2010, 07:48

Thomas I hat geschrieben:
Das gilt fraglos für fast jede Großstadt - .


Ja, diese Konzeption mit Umgehungsstrassen(Schnellwegstangenten) und einem inneren Cityring, der dann nur mit grossem Zeitaufwand zu umfahren ist, gibts in fast allen Städten dieser Grösse. So dass man , wenn man vom Südwesten der City zum nordosten will, entweder auf die Tangenten ausweicht.......... oder eben 4 S-Bahnstationen quer durchfährt.
adals Argument , der Effektivität bei den personenzahlen zählt zweifelsohne 100%ig bei Grossveranstaltungen wie bei einer messe(weil da alle das selbe ziel haben). ich wär mit dem Klammerbeutel gepudert, wenn ich da mit dem Auto hinfahren würde. Die letzte meile Stau, teuer parkplatzgebühren und u.U. noch ein paar hundert m Fussweg.
Also mit dem Auto auf einer Tangente bis zu einer S-Bahnhaltestelle wo auch parkplatz zur VErfügung steht, noch 3 oder 4 Stationen S-Bahn fahren und dirket vor dem messeeingang aussteigen. Voilá......... Zeit und Geld gespart.
Sterben kann nicht so schlimm sein,sonst würden es nicht so viele tun.
Lt. griinpissstudien stirbt eine Ratte, wenn ihr ein 200l-Fass Glyphosat auf den Kopf fällt.
Benutzeravatar
jack000
Moderator
Beiträge: 27112
Registriert: So 1. Jun 2008, 17:21
Wohnort: Stuttgart

Re: ÖPNV-Vorrangschaltungen an Ampeln

Beitragvon jack000 » Mo 8. Mär 2010, 11:34

Maria hat geschrieben:
Ärgerlicherweise kreuzen sich in Städten eben auch Hauptverkehrsachsen.

Jacks "Vorzeigestadt" für eine grüne Welle - eine Hauptverkehrsdurchgangsstraße, in die man durch eine Pförtnerampel hinein und zügig per grüne Welle hindurchkommt - ist nicht die Realität einer Großstadt.


Immer und überall geht nicht, allerdings kann man es trotzdem so gut wie möglich machen. In Göttingen gab es die Grüne Welle und nun ? :

Ratsherr Ulrich Holefleisch (Grüne) schlägt vor, dass in Göttingen endlich wieder eine vernünftige, funktionierende „Grüne Welle“ eingerichtet werden soll. Und auch ProCity Göttingen hat keine Kosten und Mühen gescheut und ist im Dezember die Hauptverkehrsstraßen abgefahren. Das Fazit von Pro City: An 42 der Ampeln muss der Autofahrer unnötig halten, weil die Takte eben nicht auf „Grüne Welle“ geschaltet seien.

(Göttingen / bb) „Wo sind die ‘Grüne Wellen’ in Göttingen”, fragt Holefleisch. Derzeit kann er keine entdecken. „Es ist wichtig, dass die Autos nicht an den Ampeln stehen, sondern zügig von A nach B kommen können.“

http://extratipgoettingen.de/archiv/aeu ... ehren.html
Es wird sogar nicht mehr im PF geleugnet: "Ja die Gewalt gegen Frauen hat bedingt durch Zuwanderung zugenommen, und jetzt?"
Benutzeravatar
ralphon
Beiträge: 2737
Registriert: Fr 6. Jun 2008, 23:15
Benutzertitel: Bier predigen, Wasser saufen

Re: ÖPNV-Vorrangschaltungen an Ampeln

Beitragvon ralphon » Mo 8. Mär 2010, 22:36

Welfenprinz hat geschrieben:Also mit dem Auto auf einer Tangente bis zu einer S-Bahnhaltestelle wo auch parkplatz zur VErfügung steht, noch 3 oder 4 Stationen S-Bahn fahren und dirket vor dem messeeingang aussteigen. Voilá......... Zeit und Geld gespart.


Wenn das Auto groß genug ist, kann man auch ein Fahrrad mitnehmen :)
Benutzeravatar
jack000
Moderator
Beiträge: 27112
Registriert: So 1. Jun 2008, 17:21
Wohnort: Stuttgart

Re: ÖPNV-Vorrangschaltungen an Ampeln

Beitragvon jack000 » Fr 21. Okt 2011, 19:27

Seit zwölf Jahren hat es unter den deutschen Berufspendlern keinen Sinneswandel gegeben, betont das Statistische Bundesamt. Weiterhin nutzten rund 60 Prozent aller Berufstätigten den Pkw als Gefährt für den Weg zur Arbeit. Der öffentlichen Personennahverkehr verliert dagegen stetig an Bedeutung.

Nutzen 1996 noch 11,5 Prozent der Pendler diese Transportmöglichkeit, waren es 2008 nur noch 10,8 Prozent, ergab eine Mikrozensusumfrage. 3,5 Prozent der Befragten erklärten, sie seien Mitfahrer, weitere 8,3 Prozent fahren mit dem Rad zur Arbeit. Dabei habe sich laut Statistischem Bundesamt gezeigt, dass kürzere Wege eher mit dem Rad und längere mit der Bahn zurückgelegt werden.

http://www.news.de/gesellschaft/8550311 ... -fahren/1/
Die wesentlichen Zeiten in denen sich der Verkehr staut ist die Rush-hour. Das sind auch genau die Zeiten, in denen das meiste CO2 sinnlos in die Luft gepulvert wird und das nur um eine Minderheit vermeindlich schneller von A-B zu bringen.
Wie in dem Link zu lesen ist, geht es bei den ca. 10% ja um den gesamten ÖPNV, also auch z.B. S-Bahnen die eh kreuzungsfrei ausgebaut sind.

Entweder man verbietet den MIV komplett oder schaltet die Ampeln (wenigstens im Berufsverkehr) wieder auf Grüne welle. Alles andere ist Schwachsinn, denn selbst durch die Vorrangschaltungen ist der Anteil der Nutzer ja nicht gestiegen.
Es wird sogar nicht mehr im PF geleugnet: "Ja die Gewalt gegen Frauen hat bedingt durch Zuwanderung zugenommen, und jetzt?"

Zurück zu „4. Technik - Infrastruktur“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast