Die Araber und der Nahostkonflikt

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roadrunner

Re: Die Araber und der Nahostkonflikt

Beitragvon roadrunner » Fr 14. Sep 2018, 19:18

"Korrektheit ihrer Darstellungen bezüglich der historischen Faktenlage. Es ist auch müßig, das ständig wiederzukäuen. Viel wichtiger wäre es, wenn sich die paläst. Seite endlich den Realitäten anno 2018 stellen würde, und z.B. das Existenzrecht des Staates Israel anerkennen und gleichzeitig glaubwürdigen Gewaltverzicht gegenüber Israel erklären würde."

Selbstverständlich hat Israel das uneingeschränkte Recht auf ein friedliches Dasein als Staat. Dies ist aber aus meiner Sicht nur zu erzielen, wenn Israel analog der "Deutschen Lösung nach Ende von WW 2: unumkehrbare erzwungene Form von Migration über Staatsgrenzen hinweg" das von Israel zu Recht beanspruchte Staatsgebiet mit der Hauptstadt Jerusalem von Palästinensern befreit und damit befriedet.
Ach ja, ich höre schon den empörten Aufschrei :eek:
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imp
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Re: Die Araber und der Nahostkonflikt

Beitragvon imp » Fr 14. Sep 2018, 21:46

roadrunner hat geschrieben:(14 Sep 2018, 20:18)

"Korrektheit ihrer Darstellungen bezüglich der historischen Faktenlage. Es ist auch müßig, das ständig wiederzukäuen. Viel wichtiger wäre es, wenn sich die paläst. Seite endlich den Realitäten anno 2018 stellen würde, und z.B. das Existenzrecht des Staates Israel anerkennen und gleichzeitig glaubwürdigen Gewaltverzicht gegenüber Israel erklären würde."

Selbstverständlich hat Israel das uneingeschränkte Recht auf ein friedliches Dasein als Staat. Dies ist aber aus meiner Sicht nur zu erzielen, wenn Israel analog der "Deutschen Lösung nach Ende von WW 2: unumkehrbare erzwungene Form von Migration über Staatsgrenzen hinweg" das von Israel zu Recht beanspruchte Staatsgebiet mit der Hauptstadt Jerusalem von Palästinensern befreit und damit befriedet.
Ach ja, ich höre schon den empörten Aufschrei :eek:

Wieso, die These ist ja nicht sooo neu und angesichts der Art, wie die Leute hier über Palästinenser als Menschen sprechen, nicht sehr verwunderlich. Es gibt also keinen Grund zur Aufregung. Es gab auch diese andere These, die Gebiete voll einzugemeinden und die Bewohner zu einer Art Staatsbürger zweiter Klasse zu machen. Das wäre natürlich für die Araber, die schon Staatsbürger sind, ein Rückschritt, aber mit denen kann man's sicher machen. Für die anderen soll es wohl ein Aufstieg sein, dann haben sie ihren Staat. Also, da bist du mit deiner Idee nicht allein auf der Welt, es gibt sicher noch mehr Vorschläge.
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Vongole
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Re: Die Araber und der Nahostkonflikt

Beitragvon Vongole » Fr 14. Sep 2018, 23:58

Sole.survivor@web.de hat geschrieben:(14 Sep 2018, 22:46)

Wieso, die These ist ja nicht sooo neu und angesichts der Art, wie die Leute hier über Palästinenser als Menschen sprechen, nicht sehr verwunderlich. Es gibt also keinen Grund zur Aufregung. Es gab auch diese andere These, die Gebiete voll einzugemeinden und die Bewohner zu einer Art Staatsbürger zweiter Klasse zu machen. Das wäre natürlich für die Araber, die schon Staatsbürger sind, ein Rückschritt, aber mit denen kann man's sicher machen. Für die anderen soll es wohl ein Aufstieg sein, dann haben sie ihren Staat. Also, da bist du mit deiner Idee nicht allein auf der Welt, es gibt sicher noch mehr Vorschläge.


Wie sprechen denn die Leute hier über Palästinenser?
Wenn hier über die Hamas oder pal. Terroristen geredet wird, kannst du keine freundlichen Töne erwarten, gegen das Volk als solches wirst du kaum böse oder verächtliche Aussagen lesen.
In Jerusalem leben bereits jede Menge Araber mit den gleichen Bürgerrechten wie alle Israelis, und kein Mensch, außer einigen religiösen Spinnern, denkt daran, sie zu Bürgern zweiter Klasse zu degradieren, auch nicht im Falle einer Zwei-Staaten-Lösung.
Dass Jerusalem die Hauptstadt Israels ist und bleiben muss, ergibt sich schon aus historischen Tatsachen, daran ändert auch eine Moschee, errichtet auf jüdischen Gebäuden und Artefakten, nichts.
Der einzige Grund, warum die Palästinenser, in diesem Fall rede ich von ihren Anführern, die Stadt für sich reklamieren, ist der, von innen heraus den jüdischen Staat ad acta zu legen, was schon heute daran zu erkennen ist,
dass Juden auf dem Tempelberg das Beten verboten ist.
Sollte Jerusalem muslimisch werden, ist es mit der Glaubensfreiheit, auch für Christen, ein für alle mal vorbei, denn die vorläufige Gründungssatzung des pal. Staates ist eindeutig:
Ein muslimischer Staat unter den Gesetzen der Scharia. Was das für Juden bedeuten würde, muss ich dir wohl nicht erklären.
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Re: Die Araber und der Nahostkonflikt

Beitragvon Eulenwoelfchen » Sa 15. Sep 2018, 09:09

roadrunner hat geschrieben:(14 Sep 2018, 20:18)
...das von Israel zu Recht beanspruchte Staatsgebiet mit der Hauptstadt Jerusalem von Palästinensern befreit und damit befriedet...


Aufschrei wg. wirrer und noch dazu politisch längst gelöster und unproblematischer, tagtäglicher Lebenspraxis?
Es muss seitens Israel nicht befriedet oder befreit werden. Es gibt viel Beispiele in diesem Land, wie palästin. stämmige Menschen,
Palästinenser bzw. arab. stämmige Menschen mit iraelischem Pass und Juden friedlich miteinander leben und arbeiten.

Es gibt viele Palästinenser aus den Autonomiegebieten, die in israelischen Betrieben arbeiten, und von den Arbeitgebern durchaus
geschätzt und gewollt sind.

Israel sorgt lediglich für den Schutz und die Rahmenbedingungen, wie jeder andere Staat auch, um seiner jüdischen Bevölkerung und allen
anderen Menschen, die in diesem Land, Schutz, Arbeit und Zukunft suchen, ein gemeinsames und friedliches Miteinander zu ermöglichen.
Und dies unter zeitgemäßen, rechtsstaatlichen und demokratischen Gesellschaftsbedingunden. Mit allen Rechten und Pflichten, die für alle Menschen im Grundsatz gleichermaßen gelten
oder beansprucht werden können. Unter dem Primat, diese sogenannte "FDGO" des Staates Israel auch zu beachten und anzuerkennen.

Ich bin mir sogar ziemlich sicher, könnten palästin. Menschen FREI wählen, unter welchen Bedingungen sie leben wollen, innerhalb eines eigenen korrupten
und totalitären, haßsäenden Gemeinwesens wie den aktuellen Autonomiegebieten von Gaza und den PLO-verwalteten Gebieten, oder unter den
Bedingungen des jüdischen RECHTSSTAATS Israel, sie würden sich für diesen und seine freien, fairen, unbedrohten Lebens-, Arbeits- und Bildungsbedingungen
entscheiden.

Es gibt insofern nur eine Befreiungs- bzw. Befriedungsbedingung: Das Land vor Terrorismus und feigen Mordanschlägen zu schützen, wer immer sie
begehen will. Etwas völlig normales für jeden Rechtsstaat dieser Welt. Ohne damit gleich eine ethnische Säuberung zu verbinden oder für Notwendig zu erachten.
Aber dieser völlig normale Lösungsstandard scheint nur für Israel nicht zu gelten. Juden sind keine normalen Leute. Und deshalb sind sie auch nicht fähig, mit gleichermaßen friedenswilligen palästinensischen Menschen
im eigenen Land zusammen zu leben. Wollten Sie das zum Ausdruck bringen mit Ihrer Befreiungsidee? - Dass es normale Menschen gibt. Und dann noch Juden und Palästinenser. Und wer von
beiden dann der Hund oder die Katz ist, ist nur eine Frage des "point of view" des restlichen, "normalen" Teils der Menschheit...
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Re: Die Araber und der Nahostkonflikt

Beitragvon roadrunner » Sa 15. Sep 2018, 10:40

:cool:
Sole.survivor@web.de hat geschrieben:(14 Sep 2018, 22:46)

Wieso, die These ist ja nicht sooo neu und angesichts der Art, wie die Leute hier über Palästinenser als Menschen sprechen, nicht sehr verwunderlich. Es gibt also keinen Grund zur Aufregung. Es gab auch diese andere These, die Gebiete voll einzugemeinden und die Bewohner zu einer Art Staatsbürger zweiter Klasse zu machen. Das wäre natürlich für die Araber, die schon Staatsbürger sind, ein Rückschritt, aber mit denen kann man's sicher machen. Für die anderen soll es wohl ein Aufstieg sein, dann haben sie ihren Staat. Also, da bist du mit deiner Idee nicht allein auf der Welt, es gibt sicher noch mehr Vorschläge.


Ich habe diese "These" lediglich eingestellt um die Wissenstiefe zu überprüfen. Die Form der unumkehrbaren Migration über die Staatsgrenze Israels nach deutschem Muster ist überhaupt nicht möglich, da es keinen Staat Palästina gibt, wohin sie zwangsemigriert werden könnten. Bei der deutschen Lösung wurden Deutsche nach Restdeutschland, bzw. anfänglich in die Besatzungszonen zwangsemigriert. Die Probleme mit der Akzeptanz der Flüchtlinge durch die ansässige Bevölkerung war bekanntermaßen riesig.

Die Problemlösung von 2 Völkern, aufgehetzt von jeweiligen "Rechtsgelehrten" auf gleichem Staatsgebiet, ist wie der Gordische Knoten, der wurde laut Sage mit dem Schwert "entknotet".
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Re: Die Araber und der Nahostkonflikt

Beitragvon imp » Sa 15. Sep 2018, 11:04

roadrunner hat geschrieben:(15 Sep 2018, 11:40)

:cool:

Ich habe diese "These" lediglich eingestellt um die Wissenstiefe zu überprüfen. Die Form der unumkehrbaren Migration über die Staatsgrenze Israels nach deutschem Muster ist überhaupt nicht möglich, da es keinen Staat Palästina gibt, wohin sie zwangsemigriert werden könnten. Bei der deutschen Lösung wurden Deutsche nach Restdeutschland, bzw. anfänglich in die Besatzungszonen zwangsemigriert. Die Probleme mit der Akzeptanz der Flüchtlinge durch die ansässige Bevölkerung war bekanntermaßen riesig.

Die Problemlösung von 2 Völkern, aufgehetzt von jeweiligen "Rechtsgelehrten" auf gleichem Staatsgebiet, ist wie der Gordische Knoten, der wurde laut Sage mit dem Schwert "entknotet".

Ganz so ist es nicht. Palästinenser und Juden, auch solche Juden, die in Israel geboren wurden, leben in etwa der Hälfte aller Länder auf der Welt über Jahre oder bis ans Lebensende. Zudem gibt es da noch die Geschichte mit den Südtirolern. Sich auf ein historisches Bild zu beziehen, erläutert einen möglichen Ausgang, den ich jetzt mal nicht Lösung nenne. Diesen bildgemäßen Ausgang des Bildes wegen für den einzigen zu halten, wäre eine falsche Abstraktion. Jeder Versuch, heutzutage großflächig Bevölkerung zu vertreiben oder zu töten bringt erheblichen Stress für die tätigen Akteure mit. Ein gewisses Einvernehmen bleibt wohl unerlässlich.
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Re: Die Araber und der Nahostkonflikt

Beitragvon roadrunner » Sa 15. Sep 2018, 11:13

Eulenwoelfchen hat geschrieben:(15 Sep 2018, 10:09)

Aufschrei wg. wirrer und noch dazu politisch längst gelöster und unproblematischer, tagtäglicher Lebenspraxis?
Es muss seitens Israel nicht befriedet oder befreit werden. Es gibt viel Beispiele in diesem Land, wie palästin. stämmige Menschen,
Palästinenser bzw. arab. stämmige Menschen mit iraelischem Pass und Juden friedlich miteinander leben und arbeiten.

Es gibt viele Palästinenser aus den Autonomiegebieten, die in israelischen Betrieben arbeiten, und von den Arbeitgebern durchaus
geschätzt und gewollt sind.

Israel sorgt lediglich für den Schutz und die Rahmenbedingungen, wie jeder andere Staat auch, um seiner jüdischen Bevölkerung und allen
anderen Menschen, die in diesem Land, Schutz, Arbeit und Zukunft suchen, ein gemeinsames und friedliches Miteinander zu ermöglichen.
Und dies unter zeitgemäßen, rechtsstaatlichen und demokratischen Gesellschaftsbedingunden. Mit allen Rechten und Pflichten, die für alle Menschen im Grundsatz gleichermaßen gelten
oder beansprucht werden können. Unter dem Primat, diese sogenannte "FDGO" des Staates Israel auch zu beachten und anzuerkennen.

Ich bin mir sogar ziemlich sicher, könnten palästin. Menschen FREI wählen, unter welchen Bedingungen sie leben wollen, innerhalb eines eigenen korrupten
und totalitären, haßsäenden Gemeinwesens wie den aktuellen Autonomiegebieten von Gaza und den PLO-verwalteten Gebieten, oder unter den
Bedingungen des jüdischen RECHTSSTAATS Israel, sie würden sich für diesen und seine freien, fairen, unbedrohten Lebens-, Arbeits- und Bildungsbedingungen
entscheiden.

Es gibt insofern nur eine Befreiungs- bzw. Befriedungsbedingung: Das Land vor Terrorismus und feigen Mordanschlägen zu schützen, wer immer sie
begehen will. Etwas völlig normales für jeden Rechtsstaat dieser Welt. Ohne damit gleich eine ethnische Säuberung zu verbinden oder für Notwendig zu erachten.
Aber dieser völlig normale Lösungsstandard scheint nur für Israel nicht zu gelten. Juden sind keine normalen Leute. Und deshalb sind sie auch nicht fähig, mit gleichermaßen friedenswilligen palästinensischen Menschen
im eigenen Land zusammen zu leben. Wollten Sie das zum Ausdruck bringen mit Ihrer Befreiungsidee? - Dass es normale Menschen gibt. Und dann noch Juden und Palästinenser. Und wer von
beiden dann der Hund oder die Katz ist, ist nur eine Frage des "point of view" des restlichen, "normalen" Teils der Menschheit...


Ich empfehle jedem, zuerst mal einige Bücher von Peter Scholl-Latour, dem verstorbenen sehr kundigen Kenner der neueren Weltgeschichte zu lesen und sich dann, im Falle von Nahost, mit dem Koran zu beschäftigen. Ich setze natürlich voraus, dass jedem Leser der wesentliche Unterschied zwischen Koran und Bibel bekannt ist.

Hier ein kleiner Ausschnitt aus SURE 48 Der Sieg (Al-Fath)
... Wer nicht an Allah und an seinen Gesandten glaubt, für diesen Ungläubigen haben wir das Höllenfeuer bestimmt...
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Re: Die Araber und der Nahostkonflikt

Beitragvon roadrunner » Sa 15. Sep 2018, 11:28

"Jeder Versuch, heutzutage großflächig Bevölkerung zu vertreiben oder zu töten bringt erheblichen Stress für die tätigen Akteure mit. Ein gewisses Einvernehmen bleibt wohl unerlässlich."

Vertreibung und Völkermord wird heutzutage immer noch als Lösung des Problems angesehen (ex Jugoslawien, Ukraine, Ausrottung der Eingeborenen in Südamerika etc., die Liste ist ellenlang). Solange die Staatengemeinschaft machtlos zuschaut, wie macht- und geldgierige Despoten und sog. Hassprediger aller Couleur ungestraft ihr verbrecherisches Unwesen treiben können, solange gelten die Lehrsprüche des Priors aus Dreizahnlinden:
... Wissen heißt die Welt verstehen, Wissen lehrt verrauschter Zeiten
und der Fahne die im Winde flattert, wundersame Zeichen deuten,
und da sich die neuen Tage aus dem Schutt der alten bauen,
vermag ein ungetrübtes Auge rückwärts blickend vorwärts schauen...
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Re: Die Araber und der Nahostkonflikt

Beitragvon Dark Angel » Sa 15. Sep 2018, 11:38

roadrunner hat geschrieben:(14 Sep 2018, 15:15)

In der arabischen Tradition gehört zu Palästina die gesamte Levante mit dem Zentrum Damaskus.

In der israelischen Tradition lehrt ein Blick ins Alte Testament: Nicht willkürliche Landnahme führte Israel nach Kanaan. Dieses Land ist für Israel nicht eroberter Besitz, sondern unverdiente Gabe Gottes (5 Mose 6,10-19; 9,4-6) und moralische Aufgabe, nämlich durch vorbildhaftes Befolgen seiner gerechten Gebote der Völkerwelt ein alternatives Modell gesellschaftlichen und politischen Zusammenlebens vorzustellen (5 Mose 4,5f; Jes 2,2-5; Jer 7,3-7), damit euch das Land nicht ausspeie (3Mose 18,28). Mit der Gabe der Tora und des Landes sah sich Israel zu einer Weltaufgabe erwählt.

Wie nur sollen diese Gegensätze friedlich vereint werden? :?

Sorry, aber deine Argumentation ist völliger Blödsinn!
1. Es gibt KEINE "arabische Tradition", weil es VOR dem 6./7. Jahrhundert a.d. KEINE arabische Staatsgründung(en) gab!
Damaskus wurde erst 634(!) im Zuge der islamischen Expansion von Arabern erobert. Vorher gehörte Damaskus, unter verschiedenen Namen, zu verschiedenen Reichen. Zuletzt - durch die Vertreibung der Nabatäer im 4. JH unter Kaiser Theodosius, zum Oströmischen Reich/Byzanz.

2. ist Palaistine (Palästina) die griechische Bezeichnung für das hebräische Pelistim (Philister)

3. gehören die Philister zu den Seevölkern, die im 2. Jahrtausend bc in die Levante eingedrungen/eingewandert sind.

4. lebten Israeliten bereits seit 6000 Jahren in der Levante! Infolge Staatsgründungen im späten 2. Jahrtausend bc (Königreich Israel) bzw 1. Jahrtausen bc (Königreich Juda) gelangte Kanaan in den israelitischen Machtbereich, nach dem Niedergang des Königreich Israel in den judäischen Machtbereich. Ab dem 6.Jh bc unterstanden Kanaan und das Königreich Judäa als Vasallenstaaten babylonischer Oberhoheit. (vergl. "Keine Posaunen vor Jericho", Finkelstein/Silbermann)

5. Sollte man NICHT mit der Bibel/dem AT argumentieren, sondern mit historischen, archäologisch belegten Fakten!

Nachtrag: "Das Land der Philister", also die historische Region Palästina ist das Gebiet, welches heute als Gaza/Gaza-Streifen bekannt ist.
So viel zum Thema "In der arabischen Tradition gehört zu Palästina die gesamte Levante"!
Zuletzt geändert von Dark Angel am Sa 15. Sep 2018, 12:23, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Die Araber und der Nahostkonflikt

Beitragvon Dark Angel » Sa 15. Sep 2018, 11:43

roadrunner hat geschrieben:(14 Sep 2018, 17:09)

Ich habe lediglich die Situation aus der Historie heraus erklärt und keinerlei "Bibelforschung" betrieben. Legt man aber ALLE historischen Tatsachen zu Grunde, wird es nie einen von beiden Seiten getragenen Vertragsfrieden geben, denn beide Parteien pflegen den Grundsatz: ICH BIN IM RECHT, DAS LAND GEHÖRT MIR!!! :rolleyes: :)

Du hast gar nichts "aus der Historie heraus" erklärt, sondern Blödsinn geschrieben. Siehe meinen vorherigen Beitrag!
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Re: Die Araber und der Nahostkonflikt

Beitragvon Eulenwoelfchen » Sa 15. Sep 2018, 13:23

roadrunner hat geschrieben:(15 Sep 2018, 12:13)

Ich empfehle jedem, zuerst mal einige Bücher von Peter Scholl-Latour, dem verstorbenen sehr kundigen Kenner der neueren Weltgeschichte zu lesen und sich dann, im Falle von Nahost, mit dem Koran zu beschäftigen. Ich setze natürlich voraus, dass jedem Leser der wesentliche Unterschied zwischen Koran und Bibel bekannt ist.

Hier ein kleiner Ausschnitt aus SURE 48 Der Sieg (Al-Fath)
... Wer nicht an Allah und an seinen Gesandten glaubt, für diesen Ungläubigen haben wir das Höllenfeuer bestimmt...


Was ihre sog. Wissenstiefe angeht, haben Sie ja schon Antworten erhalten.
Was ihre leicht großkotzige Art von Empfehlungen bezüglich des Autoren und pol. Journalisten Scholl-Labour angeht, sowohl ihre Annahme, nur Sie wüssten über dessen Ansichten oder Weltsichten
und seine durchaus strittigen Schlußfolgerungen und kassandraartigen hardcore-Verkündigungen bescheid: Werch ein Illtum. Davon abgesehen ist gerade die Sichtweise durch das politische Ofenrohr
dieses anerkannten Islamphobikers alles andere als sexy im Hinblick auf Lösungsansätze jenseits des Faustkeils und religiöser Instrumentalisierung.
Wenn es nach Scholl-Labour ginge, wäre Deutschland längst Nato- bzw. US-unabhängige Atomsupermacht mit sog. für jeden Kontrahenten ernstzunehmendenTotalververnichtungspotential...

Und ihre Verweise auf den Koran und einige obskure Stellen, besonders wenn sie blank und ohne jeden Kontextbezug zur Jetztzeit jedem Gläubigen Muslim als unvermeidliche Lebensrichtlinie untergeschoben wird,
so als ob das Christentum im Wandel der Zeiten und etwa die Aufklärung nur Korrektur- und Einsichtsmöglichkeiten Möglichkeiten seien, die Moslems unmöglich und für immer versperrt blieben.
Und demzufolge eben nur die große Scholl-Latourkeule bliebe.

Der von ihren religiösen Machthabern und Deutungsfundamentalisten hochgehaltene, ständig betonte Gegensatz von Glauben als einzige Basis für politische Lösungen ist ein alter, wenn auch gerne und
immer wieder aufgekochter Urbrei aus dem Steinzeittopf. Dass dies immer noch oder immer wieder - besonders auf der Seite der rund 700 Jahre jüngeren Weltreligion Islam - in höchst aggressiver Instrumentalisierung geschieht, ist keine Neuigkeit oder besondere politische Weisheit eines Herrn Scholl-Latour oder eines H.M. Broder. Dies deutlich zu sehen, auch nicht.

Ausserdem genügt es, sich die Charta der HAMAS zu Gemüte zu führen. Oder andere auf islaminstrumentalisierender Basis agierenden politischen Hass- und Hetzgestalten.

Aber genau das ist der Knackpunkt: Man muss endlich eine neue Basis für politische Bemühungen und Lösungen finden. Weg von diesen religiös und historienverklebten Haltungen hin zu einer Anerkennung und
Akzeptanz der realpolitischen Faktenlage anno 2018: Nicht die äusserst umstrittene Zukunft in himmlischen Paradisen, sondern das irdene Leben der Menschen sollte die prioritäre Handlungs- und Lösungsebene sein.
Mannah und Jungfrauen im Himmel können keinen menschlichen Durst stillen oder lustvolle Schreie nach Erfüllung auf der Waschmaschine bedienen ...und was sonst noch wichtig ist innerhalb der menschlichen / politischen
Grundbedürfnisse und deren Realisierung.

So, aber jetzt zackig zum frischgebackenen, ofenwarmen Zwetschgenkuchen mit Zimtbutterstreusel und einem doppio!
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Re: Die Araber und der Nahostkonflikt

Beitragvon Dark Angel » Sa 15. Sep 2018, 17:24

roadrunner hat geschrieben:(15 Sep 2018, 16:03)

Deine schriftlichen Ergüsse zeigen Deine hohe moralische Kompetenz und Geisteshaltung: Chapeau

Ich beende diese sinnlose Diskussion mit einem offensichtlichen Vertreter der bildungsfernen Bevölkerungsgruppe ...

Oha - wenn man dir (historisch und archäologisch belegte) Fakten vorlegt und auf eine seriöse wissenschaftliche Quelle verweist, ist man also bildungsfern.
Wer sich allein auf die Bibel/das AT bezieht und ansonsten unhaltbaren Unsinn von sich gibt, verfügt über "Wissenstiefe".
Ich kann dir nur dringend nahelegen Userin Vongoles Tipp zu befolgen und mehr Geschichtsbücher und weniger Bibel zu lesen!

Die Hassprediger, die einen Friedensvertrag be- und verhindern finden sich ausschließlich auf palästinensicher Seite bei Hamas und Fatah, nicht jedoch auf israelischer.
Und wie die Ereignisse der letzten Wochen und Monate zeigen, ist die palästinensische Bevölkerung nicht "überwiegend friedlich"!
Aber gut - außer ad hominem, hast du keinerlei Argumente.
Ich nehme deine (intellektuelle) Kapitulation an. :p
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Re: Die Araber und der Nahostkonflikt

Beitragvon Eulenwoelfchen » Sa 15. Sep 2018, 23:19

Dark Angel hat geschrieben:(15 Sep 2018, 20:11)

Sorry, aber Scholl-Latour war kein "Islamphobiker" - er verfügte über beste Beziehungen zum Islam und hat sogar in der "Iranischen Revolution" eine große "islamische Erneuerung" gesehen.
Tatsächlich war Scholl-Latour trotz jüdischer Wurzeln (die er sein Leben lang verleugnete) ein Antizionist. In seinen Publikationen stellte er Israel grundsätzlich als Aggressor dar.


Es würde hier zu weit und auch vom Thema wegführen, was Herr Scholl-Latour in mancher Verstiegenheit gesagt und später wieder ganz anders verstanden haben wollte.
Was sicher auch der unterschiedlichen, hier wohl nicht wissenschaftlichen Wahrnehmung geschuldet ist. Was auch an der Sicht des Users Roadrunner deutlich wurde. Und ihrer völlig
konträren Ansicht über Scholl-Latour. Sie halten ihn, wenn ich Sie da in Ihrer Antwort nicht missverstand, eher für einen ausgewiesenen Islamfreund bzw. -versteher und einen Antizionisten dazu.
Der, wie Sie schreiben, Israel grundsätzlich als Aggressor darstellte. Womit er auch ein klarer Antisemit wäre, weil er mindestens eines der drei "Ds" erfüllen würde: Das der einseitigen und fortwährenden Dämonisierung des jüdischen Staates Israel.
Und wie Sie nachlesen können, sieht hingegen Herr Bombadil in Herrn Scholl-Latour einen wackeren Warner vor dem Islam, der also folgerichtig eher auf Seiten Israels stehen müsste.
Und mir dieselhalben auch meinen völlig unschuldigen und schönen Alabasterbuckel mit dem Tatvorwurf der Verteufelung des Islamwarners Scholl-Latour blau "haut". :D

Daran kann man schön sehen, wie bunt die Welt ist. Ihre, meine, und auch die anderer. ;) :D
-------------------------------

@ werter Herr Bombadil,
ich bin keine Behörde und habe auch nie behauptet, meine persönliche Sicht und Kenntnis würde sich auf etwas anderes stützen, als das, was ich über Jahrzehnte von diesem Herrn gelesen und in vielen
öffentlichen Auftritten gehört und gesehen habe. Wie Sie zu dem Schluß kommen, ich würde islamkritische Stimmen verteufeln wollen, oder gar die unseligen Instrumentalisierungen
vieler Gläubiger dieser Religion und die damit verbundene, teils fanatische Konditionierung und Verblendung nicht sehen oder gar verharmlosen wollen, soll Ihr persönliches
Geheimnis bleiben. Ich weiss auch, dass Eulenwoelfchen - Beiträge manchmal lang und möglicherweise auch mühselig zu lesen und zu verstehen sind und man sich dann eben ohne
gross und kontextübergreifend zu bewerten, lieber einer wie auch immer persönlich motivierten Gelegenheit zur Emotion hinwendet.

Da Ihnen das - meinem Lesegefühl nach - offensichtlich guttut: Bitte sehr. Gerne! :)
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Re: Die Araber und der Nahostkonflikt

Beitragvon Dark Angel » So 16. Sep 2018, 09:55

Eulenwoelfchen hat geschrieben:(16 Sep 2018, 00:19)

Es würde hier zu weit und auch vom Thema wegführen, was Herr Scholl-Latour in mancher Verstiegenheit gesagt und später wieder ganz anders verstanden haben wollte.
Was sicher auch der unterschiedlichen, hier wohl nicht wissenschaftlichen Wahrnehmung geschuldet ist. Was auch an der Sicht des Users Roadrunner deutlich wurde. Und ihrer völlig
konträren Ansicht über Scholl-Latour. Sie halten ihn, wenn ich Sie da in Ihrer Antwort nicht missverstand, eher für einen ausgewiesenen Islamfreund bzw. -versteher und einen Antizionisten dazu.
Der, wie Sie schreiben, Israel grundsätzlich als Aggressor darstellte. Womit er auch ein klarer Antisemit wäre, weil er mindestens eines der drei "Ds" erfüllen würde: Das der einseitigen und fortwährenden Dämonisierung des jüdischen Staates Israel.
Und wie Sie nachlesen können, sieht hingegen Herr Bombadil in Herrn Scholl-Latour einen wackeren Warner vor dem Islam, der also folgerichtig eher auf Seiten Israels stehen müsste.
Und mir dieselhalben auch meinen völlig unschuldigen und schönen Alabasterbuckel mit dem Tatvorwurf der Verteufelung des Islamwarners Scholl-Latour blau "haut". :D

Ich sag's mal so: Scholl-Latour war eine sehr widersprüchliche Persönlichkeit, die auch entsprechend wahrgenommen wurde und wird.
Neben Ehrungen hat er auch sehr viel Kritik erfahren und seine Werke erfahren sie immer noch.
Er mag durchaus vor dem "politischen Islam" gewarnt haben, gab die Schuld an dessen Erstarken jedoch der NATO und deren Politik Russland gegenüber. Könnte man ihn in diesem Zusammenhang als Verschwörungstheoretiker bezeichnen?
Er pflegte beste Beziehungen zum Ajatollah Chomeini, begleitete diesen sogar zurück in den Iran und konnte dessen "Islamische Revolution" aus nächster Nähe beobachten.
Er griff Gerüchte auf und verbreitete sie als Neuigkeit(en), ohne deren Herkunft zu prüfen und er leugnet den islamischen Antisemitismus.
Das Attentat in Mekka 1979 durch islamische Terrorosten (was de facto den Beginn der IS darstellt), stellte er als von "Zeloten initiiert" dar. Mit anderen Worten - die bösen Juden steckten dahinter - denn Zeloten waren wer?
Der Zelotenaufstand im Jahre 70 gegen das Imperium Romanum, dürfte/müsste eigentlich allgemein bekannt sein. Er ändete mit der Selbstopferung der Kämpfer auf der Bergfestung Masada und stellte den Beginn der zweiten - fast 2000 Jahre währenden Diaspora dar.
Und an "Nine-Eleven" ist natürlich auch nicht Al Quaida schuld, nein - das wurde von den Saudis inszeniert. (das ließe sich jetzt noch eine ganze Weile fortführen)
Langer Rede kurzer Sinn - jemanden wie Scholl-Latour als "Zeugen" jüdischer oder arabischer Geschichte heranzuziehen, ist doch recht arg daneben.
Gegen die menschliche Dummheit sind selbst die Götter machtlos.

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Re: Die Araber und der Nahostkonflikt

Beitragvon Eulenwoelfchen » So 16. Sep 2018, 11:02

Dark Angel hat geschrieben:(16 Sep 2018, 10:55)

Ich sag's mal so: Scholl-Latour war eine sehr widersprüchliche Persönlichkeit, die auch entsprechend wahrgenommen wurde und wird.
Neben Ehrungen hat er auch sehr viel Kritik erfahren und seine Werke erfahren sie immer noch.
...
Er pflegte beste Beziehungen zum Ajatollah Chomeini, begleitete diesen sogar zurück in den Iran und konnte dessen "Islamische Revolution" aus nächster Nähe beobachten.
...
Langer Rede kurzer Sinn - jemanden wie Scholl-Latour als "Zeugen" jüdischer oder arabischer Geschichte heranzuziehen, ist doch recht arg daneben.


Ihren Aussagen kann ich gut nachvollziehen und ihnen auch weitgehend zustimmen. Besonders auch Ihrem Resümee zu Peter Scholl-Latour,
das sie im letzten Satz sehr treffend auf den Punkt brachten. Wobei vielleicht noch anzumerken wäre, dass nicht ich diesen "Kronzeugen" und
seine Sicht auf die Welt, besonders den Nahost-Konflikt als gültige und empfohlene Handlungs- und Haltungsmaxime andiente. Bei dem schwierigen Unterfangen,
eine tragfähige Basis für etwaige Verhandlungen/Friedenslösungen zu finden. Oder zur Begründung einer evidenten Unmöglichkeit dieses Wegs, die
nach Lesart des Scholl-Latour-Jüngers Roadrunner den Weg des Schwertes propagierte.

Wünsche Ihnen einen schönen Sonntag.
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Re: Die Araber und der Nahostkonflikt

Beitragvon Moses » So 16. Sep 2018, 13:46

Ich habe leider zur Zeit keine Möglichkeit den Strang zu säubern, drum bleibt er erst mal zu

Moses
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Der Herr gebe mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich nicht hinnehmen kann, und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.

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