Dokumentation über Antisemitismus

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Adam Smith
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Re: Dokumentation über Antisemitismus

Beitragvon Adam Smith » Fr 23. Jun 2017, 23:19

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X3Q
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Re: Dokumentation über Antisemitismus

Beitragvon X3Q » Fr 23. Jun 2017, 23:23

Adam Smith hat geschrieben:(24 Jun 2017, 00:19)

Es geht hier um Kenia.

Nicht Krugman?

--X
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Adam Smith
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Re: Dokumentation über Antisemitismus

Beitragvon Adam Smith » Fr 23. Jun 2017, 23:32

X3Q hat geschrieben:(24 Jun 2017, 00:23)

Nicht Krugman?

--X


Es geht hier nicht um Schulden. Beim Thema Staatsverschuldung ist Krugman ein Thema. Hier nicht.
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Kardux
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Re: Dokumentation über Antisemitismus

Beitragvon Kardux » Fr 23. Jun 2017, 23:33

Eine sehr gelungene Doku muss man sagen.

Was mich beeindruckte waren die jungen und selbstkritischen Araber in Gaza. Schlaue Palis werden schon bemerkt haben das sie nichts weiter als ein Spielball für verschiedene Akteure sind - seien es linke Antijudaisten aus aller Welt oder Araber die keinen Flüchtlingsstatus haben und der "heilige Kampf" um Quds keine Auswirkungen auf sie hat.

Die palästinensische Zivilgesellschaft muss sich mobilisieren und sich aus den Fängen der korrupten Fatah und Hamas lösen und eigenständig die Zweistaatenlösung mit Israel forcieren. Dies wird aber nicht ohne Zugeständnisse realisierbar sein. Denn, auch die Juden mussten viel einstecken - und da beziehe ich mich nicht einmal auf die Shoah oder die Judenpogrome in Europa, sondern auf die Vertreibung der Juden nach der Ausrufung Israels aus allen arabischen Staaten. Dies wird in der Doku sinnvollerweise erwähnt, aber geht für mich irgendwie nicht weit genug. Ja, diese Menschen hatten alles verloren und von einer Entschädigung ist ja gar keine Rede. Diese Menschen sind auch keine Flüchtlinge. Sie wurden von Israel als vollwertige Bürger aufgenommen. So viel Anstand besaßen Jordanien und andere arabische Staaten zumindest nicht. Sogar innerhalb der Palästinensischen Autononomieregion werden ehemals vertriebene Araber als Flüchtlinge registriert - sogenannte Binnenflüchtlinge. Nur damit die politische Elite weiterhin Gelder aus dem Ausland bezieht.

Die Kernaussagen:

- Die Unterstützung vieler verschiedener Gruppen für die Palästinenser beruht auf einem bewussten oder unterbewussten Antijudaismus.
- Was den Palästinensern wiederfahren ist, kann man mitnichten als Völkermord bezeichnen.
- Die Expansion Israels ist auf Angriffe (oder der Planung von Angriffen) der benachbarten arabischen Staaten zurückzuführen.
- Wenn immer von vertriebenen Palästinensern geschrieben wird, sollte auch das Schicksal der vielen vertriebenen Juden aus den arabischen Staaten thematisiert werden.
- Hamas und Fatah sind korrupt
- Die einfachen Palästinenser werden instrumentalisiert und werden ihren Flüchtlingsstatus nicht los.
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Re: Dokumentation über Antisemitismus

Beitragvon think twice » Fr 23. Jun 2017, 23:36

Adam Smith hat geschrieben:(24 Jun 2017, 00:32)

Es geht hier nicht um Schulden. Beim Thema Staatsverschuldung ist Krugman ein Thema. Hier nicht.

Genau. Hier ist das Thema : Afrika.
Wie kann es sein, dass Europa seine Werte verteidigt, in dem es andere Menschen von seinen Werten ausschließt?
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Re: Dokumentation über Antisemitismus

Beitragvon think twice » Fr 23. Jun 2017, 23:40

Kardux hat geschrieben:(24 Jun 2017, 00:33)

Eine sehr gelungene Doku muss man sagen.

Die Kernaussagen:

- Die Unterstützung vieler verschiedener Gruppen für die Palästinenser beruht auf einem bewussten oder unterbewussten Antijudaismus.
- Was den Palästinensern wiederfahren ist, kann man mitnichten als Völkermord bezeichnen.
- Die Expansion Israels ist auf Angriffe (oder der Planung von Angriffen) der benachbarten arabischen Staaten zurückzuführen.
- Wenn immer von vertriebenen Palästinensern geschrieben wird, sollte auch das Schicksal der vielen vertriebenen Juden aus den arabischen Staaten thematisiert werden.
- Hamas und Fatah sind korrupt
- Die einfachen Palästinenser werden instrumentalisiert und werden ihren Flüchtlingsstatus nicht los.

Es war aber eine Doku über Antisemitismus in Europa in Auftrag gegeben worden.
Wie kann es sein, dass Europa seine Werte verteidigt, in dem es andere Menschen von seinen Werten ausschließt?
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Re: Dokumentation über Antisemitismus

Beitragvon Kardux » Fr 23. Jun 2017, 23:47

think twice hat geschrieben:(24 Jun 2017, 00:40)

Es war aber eine Doku über Antisemitismus in Europa in Auftrag gegeben worden.


Ja, das stimmt. Ich habe mich bei meinem ersten Punkt nicht klar genug ausgedrückt. Mit den Unterstützern bezog ich mich natürlich auf die neue Rechte und Linke in Europa (speziell in Deutschland). Im Zeitalter der Dekonstruktion benötigen diese beiden radikalen Gruppen wohl auch eine neue Bezeichnung.
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Re: Dokumentation über Antisemitismus

Beitragvon Adam Smith » Sa 24. Jun 2017, 00:05

think twice hat geschrieben:(24 Jun 2017, 00:36)

Genau. Hier ist das Thema : Afrika.


Kenia z.B. um mal ein Beispiel für Separation zu geben.
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Re: Dokumentation über Antisemitismus

Beitragvon Adam Smith » Sa 24. Jun 2017, 00:28

think twice hat geschrieben:(24 Jun 2017, 00:40)

Es war aber eine Doku über Antisemitismus in Europa in Auftrag gegeben worden.


Und wer wünscht hier den Juden den Tod?
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Re: Dokumentation über Antisemitismus

Beitragvon Ein Terraner » Sa 24. Jun 2017, 00:35

Also alles was ich bis jetzt über die Doku erfahren habe soll die qualitativ unterirdisch sein.
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Re: Dokumentation über Antisemitismus

Beitragvon Vongole » Sa 24. Jun 2017, 00:48

Selina hat geschrieben:(23 Jun 2017, 23:43)

Es hat inzwischen noch eine WDR-Runde (Eingeladen hatte das Grimme-Institut) gegeben, die sich mit der Dokumentation befasst. Sehr zu empfehlen.

Zitat:

Es gibt eine große Debatte um die umstrittene Arte/WDR-Dokumentation „Auserwählt und ausgegrenzt – Der Hass auf Juden in Europa“. Der Film hat Fragen auf vielen Ebenen aufgeworfen – inhaltlich, aber vor allem in Bezug auf die journalistische Sorgfaltspflicht. Macht sich tatsächlich ein neuer Antisemitismus in Deutschland und Europa breit? Kann der Film seine Thesen belegen oder gibt es handwerkliche Mängel? Das Grimme-Institut greift die Kontroverse über den Film auf und wird mit einer Runde Journalisten und Beteiligten nicht nur über den Film, sondern auch über den Umgang mit diesem diskutieren. Es geht in der Debatte um das Verhalten der Senderverantwortlichen, die kritische Bewertung des Inhalts der Dokumentation sowie ihre Vorab-Veröffentlichung auf der Internetseite der Bild-Zeitung. In der Volkshochschule Bonn soll es um zentrale Fragen der Verantwortung der Medien gehen, die im Spannungsfeld zwischen Programmauftrag, redaktioneller Freiheit und gesellschaftlicher Verpflichtung agieren. Dazu diskutieren Grimme-Direktorin Frauke Gerlach, WDR-Fernsehdirektor Jörg Schönenborn, die Journalisten Fitz Wolf, René Martens und Mirna Funk und Marc Neugroschel.

http://www1.wdr.de/mediathek/video/send ... s-100.html


Beitrag entfernt. Begündung: Es hat einfach keinen Zweck.
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Re: Dokumentation über Antisemitismus

Beitragvon schokoschendrezki » Sa 24. Jun 2017, 04:12

Kardux hat geschrieben:(24 Jun 2017, 00:33)

Eine sehr gelungene Doku muss man sagen.

Was mich beeindruckte waren die jungen und selbstkritischen Araber in Gaza. Schlaue Palis werden schon bemerkt haben das sie nichts weiter als ein Spielball für verschiedene Akteure sind - seien es linke Antijudaisten aus aller Welt oder Araber die keinen Flüchtlingsstatus haben und der "heilige Kampf" um Quds keine Auswirkungen auf sie hat.

Die palästinensische Zivilgesellschaft muss sich mobilisieren und sich aus den Fängen der korrupten Fatah und Hamas lösen und eigenständig die Zweistaatenlösung mit Israel forcieren. Dies wird aber nicht ohne Zugeständnisse realisierbar sein. Denn, auch die Juden mussten viel einstecken - und da beziehe ich mich nicht einmal auf die Shoah oder die Judenpogrome in Europa, sondern auf die Vertreibung der Juden nach der Ausrufung Israels aus allen arabischen Staaten. Dies wird in der Doku sinnvollerweise erwähnt, aber geht für mich irgendwie nicht weit genug. Ja, diese Menschen hatten alles verloren und von einer Entschädigung ist ja gar keine Rede. Diese Menschen sind auch keine Flüchtlinge. Sie wurden von Israel als vollwertige Bürger aufgenommen. So viel Anstand besaßen Jordanien und andere arabische Staaten zumindest nicht. Sogar innerhalb der Palästinensischen Autononomieregion werden ehemals vertriebene Araber als Flüchtlinge registriert - sogenannte Binnenflüchtlinge. Nur damit die politische Elite weiterhin Gelder aus dem Ausland bezieht.

Die Kernaussagen:

- Die Unterstützung vieler verschiedener Gruppen für die Palästinenser beruht auf einem bewussten oder unterbewussten Antijudaismus.
- Was den Palästinensern wiederfahren ist, kann man mitnichten als Völkermord bezeichnen.
- Die Expansion Israels ist auf Angriffe (oder der Planung von Angriffen) der benachbarten arabischen Staaten zurückzuführen.
- Wenn immer von vertriebenen Palästinensern geschrieben wird, sollte auch das Schicksal der vielen vertriebenen Juden aus den arabischen Staaten thematisiert werden.
- Hamas und Fatah sind korrupt
- Die einfachen Palästinenser werden instrumentalisiert und werden ihren Flüchtlingsstatus nicht los.


Endlich mal wieder ein inhalltlicher Beitrag zum eigentlichen Thema. Die Interviews mit den Studenten und Studentinnen in Gaza fand ich auch sehr bemerkenswert. Anders als die Diskussion vermuten lässt, gings in der Doku gar nicht ausdrücklich und nur um Antisemitismus unter Linken sondern um Antisemitismus in Europa in der Mitte der Gesellschaft überhaupt. Auf den Schlips getreten müssten sich eher Hilfsorganisationen und auch die christliche (vor allem evangelische) Kirche fühlen.

Unverständlich ist die Heftigkeit der Reaktion in Frankreich und Deutschland insofern, als dass die Verbreitetheit sowohl von direktem und bewussten als auch von indirektem und unreflektiertem Antisemitismus in Europa seit langem bekannt ist. Zahlreiche Umfrageergebnisse weisen seit Jahren einen erschreckend hohen Anteil von letztendlich antisemitischen Ansichten aus.
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Re: Dokumentation über Antisemitismus

Beitragvon Jekyll » Sa 24. Jun 2017, 06:07

Selina hat geschrieben:(24 Jun 2017, 00:07)

Genau. Und auf dieselbe Weise stieß ich im Zusammenhang mit Joachim Schroeder (Doku-Autor) auf den Namen des vielzitierten Herrn Broder, dem seit einigen Jahren die Neurechten heftig applaudieren. Die Frage ist einfach: Welches Denken verbindet die Beiden, also den Filmemacher und den Achse-des-Guten-Publizisten?
Eine absolut berechtigte Frage. Die gleiche Skepsis hätte man ja auch an den Tag gelegt, wenn die Doku über Israel handeln und die Macher hinlänglich bekannte "Israelkritiker" wären. Ein völlig normaler Vorgang.

Wolffsohn lobt die Doku in höchsten Tönen...hmm...ist das nicht derselbe Wolffsohn, der noch vor einigen Jahren versucht hatte uns zu verklickern, dass Folter etwas sinnvolles sei?
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Re: Dokumentation über Antisemitismus

Beitragvon Jekyll » Sa 24. Jun 2017, 06:23

Dark Angel hat geschrieben:(24 Jun 2017, 00:09)

Wenn man die Argumente und Ansichten der Person kennt, die man ablehnt, dann hat man sich ja damit beschäftigt, hat sich damit auseinander gesetzt. Man kann aber nicht daherkommen und sagen "ich lehne denundden ab, weil er jenen gut kennt und/oder gute Kontakte mit diesem pflegt und/oder für jenes Medium schreibt. Dann lehnt man pauschal ab, ohne dessen Argumente und Ansichten zu kennen. Und genau dieses "Argument" wurde im Zusammenhang mit der Doku gebracht.


Nun - manchmal muss man immer wieder beim Urschleim anfangen, nämlich dann, wenn solche Ansichten aufgegriffen und weiter verbreitet werden. Wenn man sich hinstellt und sagt, "das geht mir da vorbei, wo die Sonne nicht hinscheint, damit setze ich mich nicht auseinander", dann schafft man doch neuen Nährboden für solche Ansichten und deren Weiterverbreitung.
Oder irre ich da
Das kann man ja tun, immer wieder beim Urschleim anfangen, wenn man genug Zeit und Laune hat. Ich sehe das eher aus einer pragmatischen, realitätsbezogenen Perspektive. Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass ein notorischer "Moslemkritiker" etwas Sinnvolles und Moderates in der Sache von sich gibt? Wie hoch die Wahrscheinlichkeit, dass ein eingefleischter Antisemit etwas Moderates und Sinnvolles über Juden sagt? Wohl eher gering. Mit der Tendenz gen Null.
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Re: Dokumentation über Antisemitismus

Beitragvon think twice » Sa 24. Jun 2017, 07:29

Adam Smith hat geschrieben:(24 Jun 2017, 01:28)

Und wer wünscht hier den Juden den Tod?

"Die antisemitischen Demonstrationen im Sommer 2014 waren kein Import von Antisemitismus, wie häufig unterstellt wird. Vielfach wurde behauptet, dass der Antisemitismus muslimisch-sozialisierten und/ oder muslimisch markierten Communities nichts mit einem europäischen Antisemitismus gemein habe. Der Antisemitismus dieser Communities sei vielmehr via arabischer und islamistischer Satelliten-TV-Sender nach Deutschland importiert worden und daher ausschließlich Ausdruck eines islamisierten Antisemitismus, der in keiner Interaktion mit der Lebensrealität in Deutschland stehe. Demosprüche wie „Hamas, Hamas – Juden ins Gas“ haben jedoch eben nicht ihren Bezugspunkt im Koran, sondern in der deutschen Geschichte. Die bei vielen beliebte Importthese hat für den nicht-muslimisch-sozialisierten Teil der deutschen Gesellschaft etwas sehr verlockendes. Es bietet die Chance den Antisemitismus auf eine eindeutig identifizierte Gruppe abzuschieben und so einer Beschäftigung mit dem eigenen Antisemitismus aus dem Weg zu gehen. Für einen Teil der Gesellschaft bietet es zudem den willkommenen Anlass den eigenen Rassismus politisch zu legitimieren. Es gilt daher, die unterschiedlichen Manifestationen von Antisemitismus der letzten Jahre im öffentlichen Raum zu differenzieren, aber auch Gemeinsamkeiten und Verwobenheit herauszuarbeiten. Eine wichtige Gemeinsamkeit ist, dass es sich allesamt um antisemitische Ausdrucksformen der deutschen Gesellschaft handelt.
"http://www.amadeu-antonio-stiftung.de/aktuelles/antisemitismus-in-deutschland-ein-lagebild-2015/
Wie kann es sein, dass Europa seine Werte verteidigt, in dem es andere Menschen von seinen Werten ausschließt?
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Re: Dokumentation über Antisemitismus

Beitragvon Selina » Sa 24. Jun 2017, 07:47

Jekyll hat geschrieben:(24 Jun 2017, 07:07)

Eine absolut berechtigte Frage. Die gleiche Skepsis hätte man ja auch an den Tag gelegt, wenn die Doku über Israel handeln und die Macher hinlänglich bekannte "Israelkritiker" wären. Ein völlig normaler Vorgang.

Wolffsohn lobt die Doku in höchsten Tönen...hmm...ist das nicht derselbe Wolffsohn, der noch vor einigen Jahren versucht hatte uns zu verklickern, dass Folter etwas sinnvolles sei?


Und derselbe Wolffsohn, der sich durchaus auch gerne mal in solchen Online-Zeitungen wie "Tichys Einblick" zu Wort meldet. Sarrazin, Broder, Tichy... Brüder im Geiste.

Zitat:

Der Guardian bemerkte im Zusammenhang mit dem beabsichtigten Start von Breitbart News Network im deutschsprachigen Raum, dass der Markt für rechtsgerichtete Medien dort bereits durch Junge Freiheit, Compact, Politically Incorrect und Tichys Einblick besetzt sei.

Christian Bommarius sieht Tichy im Bestreben, das Eintreten von Bundesjustizminister Heiko Maas und anderen für die Menschenwürde als stasiartige Zensur abzuwerten, in einer „Kampfgemeinschaft“ mit der „rechtsradikale[n] Zeitung Junge Freiheit“, der „islamophobe[n] Achse des Guten“, der „rechtsextremen identitären Bewegung“, dem verschwörungstheoretischen Kopp-Verlag, dem „rassistische[n] Blog politically incorrect“ und „was sich derzeit sonst noch auf dem Markt intellektueller Unredlichkeit und trostloser Unanständigkeit tummelt“.


https://de.wikipedia.org/wiki/Tichys_Einblick
Drüben im Walde kängt ein Guruh - Warte nur balde kängurst auch du. Joachim Ringelnatz
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Re: Dokumentation über Antisemitismus

Beitragvon Selina » Sa 24. Jun 2017, 07:55

Da das hier etwas untergegangen ist, möchte ich noch mal auf die WDR-Gesprächsrunde zur hier diskutierten Dokumentation verweisen, die als zweite Runde nach der Maischberger-Talkshow vor wenigen Tagen stattfand. Sehr zu empfehlen:

http://www1.wdr.de/mediathek/video/send ... s-100.html
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Re: Dokumentation über Antisemitismus

Beitragvon Laertes » Sa 24. Jun 2017, 08:34

Jekyll hat geschrieben:(23 Jun 2017, 23:57)

Hm...habe ich wirklich keine Argumente, wenn ich sage, dass ich Adolf (den Österreicher) von vornherein ablehne? Ich denke, es ist schon so, wie think twice es beschrieben hat; man lehnt jemanden ab, weil man seine Argumente und Ansichten bereits kennt und nicht umgekehrt.


Jede Argumentation beruht auf Prämissen. Und ein sinnvoller Dialog (im Sinne eines Austauschs von Argumenten) kann nur stattfinden, wenn die Dialogpartner auf der Basis gemeinsamer Prämissen, die beidseitig akzeptiert werden, argumentieren. Mal unterstellt die zugrunde liegende Prämisse besteht in der allg. Erklärung der Menschenrechte, dann kommt man recht schnell zur gemeinsamen Argumentation, dass Hitler ein diktatorischer Verbrecher und Massenmörder war.

Eine unabdingbare gemeinsame Prämisse um einen sinnvollen Dialog zu führen, besteht darin, dass beide Dialogpartner die Regeln der Logik anerkennen, z. B. dass man vom Allgemeinen auf Einzelne schließen darf, aber niemals umgekehrt, dass also z. B. ein Einzelfall niemals ein Beweis für das Verhalten einer Gruppe sein kann.

Nur kann man sich bei der Logik nicht die Regeln rauspicken, die einem gerade passen und den Rest ignorieren (will man sich nicht unglaubwürdig und lächerlich machen). Und zu denen gehört, dass ad personam kein gültiges Argument liefert.

Die Argumentation hier lief folgendermaßen:

1. Joachim Schröder ist mit Henryk M. Broder bekannt
2. Henryk M. Broder hat noch nie etwas geschrieben, dem ich zustimmen konnte
_______________________________________________________
=> Joachim Schröder stellt Fakten in seiner TV Dokumentation falsch dar

Sorry, aber das kein Argument sondern diskutieren auf Kindergartenniveau.
FAIRNESS, FÜRSORGE und FREIHEIT sind gemeinsame moralische Werte von Linken und Konservativen.
LOYALITÄT, AUTORITÄT und SAKRALITÄT sind aber für Rechts-Konservative genauso wichtig (Jonathan Haidt)
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Re: Dokumentation über Antisemitismus

Beitragvon Bleibtreu » Sa 24. Jun 2017, 08:59

Laertes hat geschrieben:(24 Jun 2017, 09:34)
[...] Nur kann man sich bei der Logik nicht die Regeln rauspicken, die einem gerade passen und den Rest ignorieren (will man sich nicht unglaubwürdig und lächerlich machen). Und zu denen gehört, dass ad personam kein gültiges Argument liefert. Sorry, aber das kein Argument sondern diskutieren auf Kindergartenniveau.

Eben und das ist noch hoeflich formuliert! :D
• This right is the natural right of the Jewish people to be masters of their own fate, like all other nations, in their own sovereign State [Ben-Gurion]

https://www.shabak.gov.il/english/Pages/index.html#=2
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Re: Dokumentation über Antisemitismus

Beitragvon Kardux » Sa 24. Jun 2017, 09:13

Ein Terraner hat geschrieben:(24 Jun 2017, 01:35)

Also alles was ich bis jetzt über die Doku erfahren habe soll die qualitativ unterirdisch sein.


Ich kann Ihnen versichern, dass diese Doku mehr als nur sehenswert ist.

Speziell die beschriebene Lage der Juden in Frankreich könnte auch im Bezug auf Deutschland richtungsweisend sein - jetzt nachdem es immer mehr Araber nach Deutschland zieht.

Da erscheint der erweiterte Siedlungsbau Israels in einem ganz anderen Licht...
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