Haniyeh: Hamas bereitet neuen Konflikt vor

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Gutmensch1
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Re: Haniyeh: Hamas bereitet neuen Konflikt vor

Beitragvon Gutmensch1 » Fr 29. Apr 2016, 10:22

Liegestuhl hat geschrieben:(28 Apr 2016, 17:56)

Wie tief verwurzelt das Märtyrertum in der palästinensischen Gesellschaft ist, kannst du dir im Dokumentarfilm "Shahida - Allahs Bräute" sehen.

https://www.youtube.com/watch?v=I-LBVhxFr1c

Sehr verstörende Aussagen, die dort gemacht werden.

Oder man stelle sich einfach mal vor, die Bundesregierung würde Hinterbliebende von Leuten finanziell unterstützen, die sich selbst für ihr Heimatland in die Luft gesprengt haben.

Oder Frau Merkel würde die Aussage treffen, dass jedes Blut, dass für Berlin vergossen wird, willkommen geheißen wird und man sie dafür bejubeln würde.

Das muss man einfach mal durchdenken und man weiß, wie sehr das Märtyrertum in Palästina in der Gesellschaft verwurzelt ist.



Ja, den Bericht kenne ich. Furchtbar wie die Frauen mit ihren Kindern umgehen. Manche zweifeln an der Märtyrerideologie aber sie haben es schwer als Schaf unter Wölfen.
Bobo
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Re: Haniyeh: Hamas bereitet neuen Konflikt vor

Beitragvon Bobo » Fr 29. Apr 2016, 12:55

Gutmensch1 hat geschrieben:(29 Apr 2016, 11:22)

Ja, den Bericht kenne ich. Furchtbar wie die Frauen mit ihren Kindern umgehen. Manche zweifeln an der Märtyrerideologie aber sie haben es schwer als Schaf unter Wölfen.


Dieser Beitrag ist in der Tat verstörend. Ich meine, ihn schon mal gesehen zu haben. Der Islam, wie diese Frauen ihn erlebt haben, als Alibi für das Versagen und tief verwurzelter Minderwertigkeitskomplexe der männlichen Gesellschaft. Ein Alibi, um die Frauen geistig rundherum zu kontrollieren. Parktisch jede der Frauen, die vom Märtyrertod fabulierte, litt in Wahrheit unter schweren Mangel an Anerkennung zu Lebzeiten. In der Gesellschaft und in der Familie. Und die spinnerten Fantasie vom „Heldenstatus zu Füssen Allahs, wird als Alternative für die auf Erden verweigerte Anerkennung und Zuwendung akzeptiert. Dass die Frauen trotz der schlechten Behandlung in der islamischen Gesellschaft darauf beharren, er sei die einzige Möglichkeit zur Anerkennung, ist aus westlicher Sicht mit „pervertiert absurd“ nur unzureichend beschrieben. Solche Frauen haben den Islamismus von Geburt an ins Rückenmark gepflanzt bekommen, um den Blick für das Maß an Versagen der eigenen Männergesellschaft so sehr einzutrüben, dass sie nicht die Flucht ergreifen.

Das die Juden und Israel unter den Umständen der nie zu tolerierende Feind bleiben wird, sollte ebenso wenig verwundern, wie die Anstrengungen der Hardliner der Arabischen Liga. Mit Freiheit, Demokratie und Gleichberechtigung der Geschlechter verkörpert Israel die Schockschwelle zwischen einer modernen Gesellschaft und einer gnadenlos rückständigen Männergesellschaft, in der Frauen auf die Rolle von Befriedigungsmaschinen reduziert werden.Und alles ertragen für ein Versprechen, dass die Männer auf Erden nicht erfüllen müssen. Wer die Belohnung will, muss sterben, um ein Leben in Wertschätzung zu Füßen Allahs leben zu können. Klar sind die Siedlungen eine Provokation. Zeigen sie im schlimmsten Fall doch das Zusammenleben von Mann und Frau, ohne Knechtschaft der Geschlechter in direkter Nachbarschaft! Pfeu! Djihad muss her, wo der vorauseilende Gehorsam bis in den Tod fehlt. Israel als gefahrvolles Vorbild einer modernen Gesellschaft in bedrohlicher Nähe von Gesellschaften, in denen Allah nur erlaubt, was der "MANN" gnadenvoll absegnet. Natürlich nicht zum Machterhalt seines Harems, sondern ausschließlich zum Wohlwollen Allahs.
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Re: Haniyeh: Hamas bereitet neuen Konflikt vor

Beitragvon tabernakel » Di 26. Dez 2017, 19:49

Alter Thread, aber die News passt wohl am besten hier her: Israels IDF hat heute Abend das Kabinett davor gewarnt dass die Hamas den militärischen Konflikt in Kürze erneut aufflammen lassen könnte. Augenscheinlich will das aktuell zwar keine der Konfliktparteien inklusive der Hamas, aber die Situation in Gaza sei aktuell sehr volatil:
Report: IDF warns cabinet Gaza situation could explode
The report quotes ministers as saying that they were told that there is a feeling of despair in Gaza due to the persistent humanitarian crisis there, the failure of the reconciliation deal between Hamas and the Palestinian Authority and the ongoing tensions in recent weeks over Jerusalem. The military told the ministers that the situation is reminiscent of the tensions on the eve of the 2014 Gaza conflict, Operation Protective Edge.


Dafür spricht auch diese Meldung von gestern, wonach der Iran der Hamas für den Fall der Fälle uneingeschränkte Unterstützung im Falle eines militärischen Konflikts um Jerusalem zugesagt hat. Das erinnert mich ein bisschen an Deutschland 1914 und des Kaiser's Carte Blanche für Österreich. Und es könnte sich für die Hamas bei der Entscheidung einen neuen Konflikt zu initiieren als das Zünglein an der Waage erweisen:
Iran pledging all its might to Hamas for Jerusalem battle, terror group says
“All our of capabilities and potential are at your disposal in the battle for the defense of Jerusalem,” Sinwar said Qassem Soleimani, the commander of Iran’s Islamic Revolutionary Guards Corps’ elite Quds Force, told him over the phone. The statements by Sinwar regarding Soleimani were broadcast Monday by the pro-Iranian Lebanese news outlet al-Mayadeen, and seemed to be from a speech he gave on Thursday in Gaza to young men and social media activists. According to Sinwar, Soleimani asserted that “Iran, the Revolutionary Guards and Quds Force stand with all they have with our people in order to defend Jerusalem so that Jerusalem will endure as the capital of the state of Palestine.”


p.s.: Auch das hier kann man in dem Kontext durchaus als mentale "Traineransprache" für Gazas Bevölkerung als Vorbereitung auf den nächsten Konflikt interpretieren:
Senior Hamas Official: Gaza has an army that can be depended on
Sinwar’s comment came during a meeting between Hamas leaders and tribal and local leaders in Gaza. “We would like to assure you that you can be assured that you have, by the glory of God, an army in the Gaza Strip upon which you can rely and depend,” Sinwar said in rare televised remarks. “The resistance is well. The resistance is very well.” Sinwar also suggested that the armed groups in Gaza have substantially increased their arsenals since the 2014 Gaza war. “The resistance can hit…the entity [Israel] in 51 minutes today with what it hit it with in 51 days,” he said, referring to the 2014 Gaza war, which lasted 51 days. According to the IDF, armed factions in the Strip fired 4,591 projectiles at Israel during the 2014 war.
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Re: Haniyeh: Hamas bereitet neuen Konflikt vor

Beitragvon tabernakel » Di 2. Jan 2018, 14:07

Kleiner Nachschlag, es gab heute ne interessante Shin Bet Zusammenfassung der Situation in 2017:
Shin Bet warns of Hamas attempts to carry out mega-terrorist attack
Hamas in the West Bank and outside the Palestinian territories has been conducting an entirely contrary agenda to the movement in Gaza and is eager to carry out mega-terror attacks against Israel. Their logic, according to the Israeli assessment, is that significant actions against Israel from Gaza would elicit an Israeli response that could harm or even undermine Hamas rule in the strip. An operation against Israel inside or from Judea and Samaria would weaken the control of the Palestinian Authority and Israel’s ability to respond would be limited. An Israeli attack against the Fatah-dominated PA would be of double benefit for Hamas. There is therefore an unprecedented effort underway by Hamas in Gaza and Hamas branches outside of Israel to instigate attacks in or from the West Bank.

(...)

During 2017, the Shin Bet uncovered and detained no fewer than 148 Hamas cells in the West Bank, an enormous number by any standards. Interrogation of these squads brought to light eight detailed plans for the abduction of Israeli soldiers or civilians. In total, during 2017, the Shin Bet says it uncovered and foiled 400 terror attacks that were being hatched in the West Bank. In his appearance before the Knesset Foreign Affairs and Defense Committee, Shin Bet Director Nadav Argaman spoke of a “misleading quiet” currently prevailing in the region.

Danach sieht es so aus als ob die Hamas aktuell eine Strategie ähnlich des Iran verfolgt: Zuhause in Gaza den Konflikt mit Israel vermeiden (und zur Not Konkurrenz die sie rechts überholen will foltern), und dafür in den von der Fatah kontrollierten Gebieten möglichst viel Terror verbreiten. Die Motivation ist wohl dass Israel's Echo bei Anschlägen in Judäa und Samaria deutlich zurückhaltender ausfallen würde als im Falle Gazas, während ein erfolgreicher Anschlag zugleich die Autorität der Fatah ähnlich untergraben würde wie die der Hamas in Gaza wenn andere Gruppen die Raketen fliegen lassen ...

Finde ich sehr spannend, denn es bestätigt zum einen dass Operation Protective Edge 2014 aus Israels Sicht militärisch sehr erfolgreich war und die Hamas bis heute abschreckt, und zum zweiten dass die Hamas auch in Judäa & Samaria ein Security-Leck ohne Boden bleibt (da sonst wohl kaum so viele Anschläge zu verhindern gewesen wären). Ob das in 2018 so bleibt werden wir sehen, siehe Vorgängerbeitrag ...
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Re: Haniyeh: Hamas bereitet neuen Konflikt vor

Beitragvon Tom Bombadil » Di 2. Jan 2018, 15:40

Das zeigt einmal mehr sehr deutlich, wie viel den pal. Terrorfürsten das Leben ihrer pal. Wähler wert ist: rein gar nichts.
The tree of liberty must be refreshed from time to time with the blood of patriots and tyrants. It is its natural manure.
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Re: Haniyeh: Hamas bereitet neuen Konflikt vor

Beitragvon tabernakel » Do 4. Jan 2018, 01:51

As economy crumbles and with ‘nothing to lose,’ war in Gaza grows likely
“War no longer seems like such a bad option for us,” one resident told this reporter.

From conversations with Gazans, the situation in the Hamas-ruled Strip appears dire, perhaps worse than ever: from the continually rising unemployment rate, to the deep poverty, the frustration and despair among the young, and, of course, the ailing economy of Gaza. “Nobody is buying in the stores, businesses are closing, people no longer have anything to lose,” one resident told me.

Komisch dass keiner drauf kommt die Hamas zu motivieren mit Ägypten über offenere Grenzen und Warenverkehr zu verhandeln, denn am Ende hat Gaza zwei Nachbarn ...

On Saturday, Defense Minister Avigdor Liberman revealed that Iran was behind the near-daily rocket launches from Gaza last month, the largest incidence of missile fire from the Strip since the 2014 Hamas-Israel war.

Das würde auch erklären warum ausgerechnet Liebermann so auffallend zurückhaltend agierte in den letzten Wochen ...
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Re: Haniyeh: Hamas bereitet neuen Konflikt vor

Beitragvon Tom Bombadil » Do 4. Jan 2018, 09:39

tabernakel hat geschrieben:(04 Jan 2018, 01:51)

Komisch dass keiner drauf kommt die Hamas zu motivieren mit Ägypten über offenere Grenzen und Warenverkehr zu verhandeln, denn am Ende hat Gaza zwei Nachbarn ...

Weil Ägypten nicht von Juden regiert wird?
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Re: Haniyeh: Hamas bereitet neuen Konflikt vor

Beitragvon tabernakel » Do 4. Jan 2018, 16:37

Tom Bombadil hat geschrieben:(04 Jan 2018, 09:39)
Weil Ägypten nicht von Juden regiert wird?

Wohl eher weil es die Welt nicht interessieren würde was für Bedingungen Ägypten dafür fordern würde. Und vielleicht weil die Hamas der Meinung ist dass sie sowieso genug Tunnel nach Ägypten besitzt, und Gefangene spielen daher politisch ergiebiger sei als offene Grenzen zu Ägypten. Denn irgendwo müssen die Unmengen moderner russischen Kornet Raketen ja herkommen die in der Region nicht nur die Herzen (und den Kriegswillen) der Hamas erfreuten. Ist ja nicht so dass die Dinger mit ca. 80000 Dollar pro Schuss spottbillig und mal Kurz bei Nachbarn besorgbar wären, wir reden hier immerhin über ne Waffe die potent genug ist Kriegsverläufe zu beeinflussen weil deren massenhafter Einsatz sowohl Panzer als auch Helikopter ohne abstandswirksame Gegenmaßnahmen praktisch obsolet macht.
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Re: Haniyeh: Hamas bereitet neuen Konflikt vor

Beitragvon Tom Bombadil » Do 4. Jan 2018, 16:59

tabernakel hat geschrieben:(04 Jan 2018, 16:37)

Und vielleicht weil die Hamas der Meinung ist dass sie sowieso genug Tunnel nach Ägypten besitzt, und Gefangene spielen daher politisch ergiebiger sei als offene Grenzen zu Ägypten.

Aus Sicht der Hamasanführer wird das wohl so sein. Alles andere liefert sowieso Israel.
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