Kennzeichnungspflicht für Waren aus israelischen Siedlungen

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HugoBettauer
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Re: Kennzeichnungspflicht für Waren aus israelischen Siedlungen

Beitragvon HugoBettauer » Mi 9. Mär 2016, 07:41

Ich weiß nicht, wer Sodastream ist, aber dieser Thread dreht sich doch um die Kennzeichnungsfrage. Grundsätzlich muss man davon ausgehen, dass Konsumaktivisten gleich welcher Art mit ihren Geboten "kauft lieber dieses als das" heutzutage kaum noch Gehör finden. Die Menschen entscheiden selber, ob sie für Bio, Fair oder Regional draufzahlen wollen und welchem Siegel sie Glauben schenken. Der Herkunftsausweis für die besetzten Gebiete ist dabei ein Kriterium unter vielen. Welche Kaufkraftverschiebung das mit sich bringt, sollte man erstmal abwarten. Aber ums Judentum geht es da wirklich nicht.
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bennyh
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Re: Kennzeichnungspflicht für Waren aus israelischen Siedlungen

Beitragvon bennyh » Mi 9. Mär 2016, 08:19

Liegestuhl hat geschrieben:(09 Mar 2016, 07:35)
Sodastream ist doch schon viel länger im Visier der BDS-Aktivisten.

Weil Sodastream seine Produkte teilweise in den besetzten Gebieten herstellt.
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Re: Kennzeichnungspflicht für Waren aus israelischen Siedlungen

Beitragvon fred76 » Mi 9. Mär 2016, 09:03

Liegestuhl hat geschrieben:(09 Mar 2016, 07:08)

Der Unterschied zum rein symbolischen Protest ist, dass Nachteile für die Palästinenser skrupellos in Kauf genommen werden:.


Das dürfte an Scheinheiligkeit wohl kaum zu toppen sein: Wenn Israel in den besetzten Gebieten völkerrechtswidrig seine Siedlungen baut und dabei "skrupellos Nachteile für Palästinenser" in Kauf nimmt, regt das Israelfreunde nicht auf.

Beim Kampf gegen diese völkerrechtlich illegalen Siedlungen liegt das Wohl der Palästinenser dann doch sehr am Herz. Aha.

Natürlich ist mir klar, dass Leute wie du keine Legitimität im Kampf gegen Israels "Siedlungspolitik" dulden können - würde dies doch eingestehen, dass Israel hier der Täter und das Recht auf Seiten der Palästinenser ist. Jede Form des Kampfes gegen Israel ist deshalb verwerflich - völlig egal, ob es sich dabei um Proteste, Boykotte oder gar bewaffnete Auseinandersetzungen handelt.

Die UN hat bereits vor vielen Jahren ausdrücklich das Selbstverteidigungsrecht des Palästinensischen Volkes gegen die israelische Fremdherrschaft bestätigt: Und die Palästinenser brauchen dabei jede Hilfe, die sie bekommen können. Deshalb ist diese Kennzeichnungspflicht eine tolle Sache: ermöglicht sie doch, das jeder, der will, durch einen Boykott dieser Waren die Palästinenser unterstützt.

Die Blockade Gazas sowie die "Siedlungs/Besatzungspolitik" der Israelis in der Westbank mit den damit einhergehenden "Sicherheitsmaßnahmen" erwürgen die pal. Wirtschaft. In dessen Folge sind hunderttausende Araber erwerbslos und de facto Bettler. Deren Schicksal tritt angesichts der Tatsache, dass jetzt gerade 75 Palästinenser ihren BilliglohnJob verloren haben, natürlich völlig in den Hintergrund.
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Re: Kennzeichnungspflicht für Waren aus israelischen Siedlungen

Beitragvon Liegestuhl » Mi 9. Mär 2016, 10:19

bennyh hat geschrieben:Weil Sodastream seine Produkte teilweise in den besetzten Gebieten herstellt.


Genau. Und da sie das nun nicht mehr machen, so wie die BDS-Typen es verlangt haben, stehen jetzt 75 Palästinenser auf der Straße. Und an der Besatzung hat es rein gar nichts geändert. Es geht ausschließlich um Israel-Bashing. Wer wirklich glaubt, mit so einem Käse könnte man es etwas an den Verhältnissen ändern, glaubt vermutlich auch an den Osterhasen. An einem Gewaltverzicht und Verhandlungen mit Israel geht kein Weg vorbei. Aber damit lässt sich eben kein Israel-Bashing betreiben.
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Re: Kennzeichnungspflicht für Waren aus israelischen Siedlungen

Beitragvon fred76 » Mi 9. Mär 2016, 11:49

Liegestuhl hat geschrieben:(09 Mar 2016, 10:19)
Genau. Und da sie das nun nicht mehr machen, so wie die BDS-Typen es verlangt haben, stehen jetzt 75 Palästinenser auf der Straße.

Du schreibst Unsinn.
die 75 Leute, deren Schicksal dir offensichtlich sehr viel bedeutet, haben ihren Job verloren, weil Israel deren Arbeitsgenehmigungen nicht verlängert hat.
Natürlich fragst du da lieber nicht nach dem warum - die Antwort könnte Willkür und Politik sein.

Liegestuhl hat geschrieben:(09 Mar 2016, 10:19)
Wer wirklich glaubt, mit so einem Käse könnte man es etwas an den Verhältnissen ändern, glaubt vermutlich auch an den Osterhasen. An einem Gewaltverzicht und Verhandlungen mit Israel geht kein Weg vorbei.

Die israelischen Siedlungen sind das Ergebnis der Expansionsgelüste der Israelis - die so häufig von dir herbeigeredete "Gewalt der Palästinenser" ist die Rechtfertigung, nicht die Ursache dafür.
Wer glaubt, Israel würde freiwillig ohne Druck die völkerrechtlich illegalen Siedlungen aufgeben, glaubt an den Osterhasen.
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Re: Kennzeichnungspflicht für Waren aus israelischen Siedlungen

Beitragvon Liegestuhl » Mi 9. Mär 2016, 11:55

HugoBettauer hat geschrieben:Der Herkunftsausweis für die besetzten Gebiete ist dabei ein Kriterium unter vielen.


Nein, warum? Für den Verbraucher wäre es wichtig zu wissen, nach welchen gesetzlichen Standards die Produkte erzeugt werden und an wen er sich im Falle eines Mangels wenden muss. Und das sind in diesem Fall israelische Standards und israelische Gerichte.
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Re: Kennzeichnungspflicht für Waren aus israelischen Siedlungen

Beitragvon ThorsHamar » Mi 9. Mär 2016, 12:27

Liegestuhl hat geschrieben:(09 Mar 2016, 07:35)

Nur geht es in diesem Fall gar nicht um die Kennzeichnung von Waren. Sodastream ist doch schon viel länger im Visier der BDS-Aktivisten.


Ursache und Wirkung zu beachten, war noch nie Dein Ding, was Liege? :p
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Re: Kennzeichnungspflicht für Waren aus israelischen Siedlungen

Beitragvon Liegestuhl » Mi 9. Mär 2016, 13:08

ThorsHamar hat geschrieben:(09 Mar 2016, 12:27)

Ursache und Wirkung zu beachten, war noch nie Dein Ding, was Liege? :p


Ganz im Gegenteil. Gerade, weil ich sie beachte.

:)
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Re: Kennzeichnungspflicht für Waren aus israelischen Siedlungen

Beitragvon ThorsHamar » Mi 9. Mär 2016, 15:16

Liegestuhl hat geschrieben:(09 Mar 2016, 13:08)

Ganz im Gegenteil. Gerade, weil ich sie beachte.

:)


Na dann ist doch klar, dass es ohne die Besatzung und israelische Firmen im eroberten Gebiet die Kennzeichnungspflicht für israelische Waren aus den sog. Siedlungen gar nicht
gäbe.
Auch Sodastream ist genau deswegen ins Visier geraten, wegen der Besatzung, und dass die Arbeiter nun arbeitslos geworden sind, hat nicht mit der Schliessung zu tun, sondern mit genau der israelischen Politik, welche auch für die Besatzung zuständig ist.
Es ist Zionismus in Aktion.
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Re: Kennzeichnungspflicht für Waren aus israelischen Siedlungen

Beitragvon Liegestuhl » Mi 9. Mär 2016, 15:45

ThorsHamar hat geschrieben:Auch Sodastream ist genau deswegen ins Visier geraten, wegen der Besatzung, und dass die Arbeiter nun arbeitslos geworden sind, hat nicht mit der Schliessung zu tun, sondern mit genau der israelischen Politik, welche auch für die Besatzung zuständig ist.


Du meinst, hätte das Werk nicht geschlossen, wären die Arbeiter trotzdem arbeitslos geworden? Wegen der Besatzung und der israelischen Politik?

Und die Verweigerung der Arbeitsgenehmigung für die 100 km weit entfernten Fabrik hat nicht zufällig etwas damit zu tun, dass immer mehr palästinensische Antizionisten in Israel Zivilisten niederstechen?

Sorry, Thor, aber offensichtlich wirfst du hier gerade Ursache und Wirkung durcheinander.
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Re: Kennzeichnungspflicht für Waren aus israelischen Siedlungen

Beitragvon Kuddel » Mi 9. Mär 2016, 16:53

Liegestuhl hat geschrieben:(09 Mar 2016, 10:19)

Genau. Und da sie das nun nicht mehr machen, so wie die BDS-Typen es verlangt haben, stehen jetzt 75 Palästinenser auf der Straße. .


Das ist falsch.

http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/i ... -1.2886927
Nur 74 Familienväter, gegen die keinerlei Sicherheitsbedenken bestanden, bekamen eine Arbeitserlaubnis für Israel und pendelten fortan jeden Tag mit einem Firmenbus vom Westjordanland aus nach Lehavim. Dort waren sie wieder Teil einer bunt gemischten Belegschaft. Zu den 1200 Angestellten zählen 400 Beduinen, 300 Einwanderer aus der ehemaligen Sowjetunion, 100 Juden aus Äthiopien sowie israelische Araber. Birnbaum nutzte das zur Imagepflege und verkündete, das Hauptprodukt des Unternehmens sei Frieden, und nebenher würden auch noch die Sprudler gefertigt.
"Eine Insel des Friedens wird vernichtet"

Dieser Strategie aber wird nun ein Strich durch die Rechnung gemacht mit der Verbannung der letzten palästinensischen Angestellten. Die Regierung rechtfertigt sich damit, dass israelische Arbeiter Vorrang hätten vor allen anderen. Doch der Verdacht liegt nahe, dass der BDS-Triumph nun vollends zu einem Pyrrhus-Sieg gemacht werden soll. Schließlich besitzen insgesamt 58 000 Palästinenser eine Arbeitserlaubnis für Israel, und das Sicherheitskabinett hat erst im Februar einen Plan für bis zu 30 000 neue Genehmigungen verabschiedet. Für Birnbaum ist es also schwer nachzuvollziehen, warum ausgerechnet seine langjährigen Mitarbeiter plötzlich außen vor gehalten werden.

_____________________________________

Die „Sodastream“-Vertreterin Nirit Hurwitz sagte laut der Onlinezeitung „Times of Israel“, der Umzug habe „rein kommerzielle“ Gründe. Ein Zusammenhang zum Druck von pro-palästinensischen Aktivisten, welche die Firma boykottieren, bestehe nicht. Der neue Standpunkt habe eine 20-Millionen-Dollar-Garantie von der israelischen Regierung. Er „wird unsere Flaggschiff-Produktionsanlage und soll betriebliche Exzellenz liefern und zur Einsparung von 2 Prozent unserer gesamten Kosten führen“.

http://www.israelnetz.com/wirtschaft/de ... ung-89923/
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Re: Kennzeichnungspflicht für Waren aus israelischen Siedlungen

Beitragvon Liegestuhl » Mi 9. Mär 2016, 17:59

Kuddel hat geschrieben:Doch der Verdacht liegt nahe, dass der BDS-Triumph nun vollends zu einem Pyrrhus-Sieg gemacht werden soll.


Sicherlich spielt das auch eine große Rolle. Aktion -> Reaktion. Und natürlich die veränderte Sicherheitslage in Israel, nachdem fast täglich israelische Zivilisten von Palästinensern niedergestochen werden.

Leidtragende sind die palästinensischen Arbeiter. Die BDS-Aktivisten wird es nicht interessieren.

Ich schreibe es gerne noch einmal: An einem Gewaltverzicht und Verhandlungen mit Israel geht kein Weg vorbei.
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Re: Kennzeichnungspflicht für Waren aus israelischen Siedlungen

Beitragvon Kuddel » Mi 9. Mär 2016, 20:05

Liegestuhl hat geschrieben:(09 Mar 2016, 17:59)

Sicherlich spielt das auch eine große Rolle. Aktion -> Reaktion. Und natürlich die veränderte Sicherheitslage in Israel, nachdem fast täglich israelische Zivilisten von Palästinensern niedergestochen werden.

Leidtragende sind die palästinensischen Arbeiter. Die BDS-Aktivisten wird es nicht interessieren.

Ich schreibe es gerne noch einmal: An einem Gewaltverzicht und Verhandlungen mit Israel geht kein Weg vorbei.



Die Verweigerung der Arbeitserlaubnisse hat nichts mit der Sicherheitslage zu tun, siehe Text oben.
Ich kopiere gerne noch mal heraus:

Schließlich besitzen insgesamt 58 000 Palästinenser eine Arbeitserlaubnis für Israel, und das Sicherheitskabinett hat erst im Februar einen Plan für bis zu 30 000 neue Genehmigungen verabschiedet.

Die Regierung rechtfertigt sich damit, dass israelische Arbeiter Vorrang hätten vor allen anderen.

Die „Sodastream“-Vertreterin Nirit Hurwitz sagte laut der Onlinezeitung „Times of Israel“, der Umzug habe „rein kommerzielle“ Gründe. Ein Zusammenhang zum Druck von pro-palästinensischen Aktivisten, welche die Firma boykottieren, bestehe nicht.

*
Aktion und Reaktion sind im Nahostkonflikt nicht auseinanderzudividieren, das nennt sich: Spirale der Gewalt.
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Re: Kennzeichnungspflicht für Waren aus israelischen Siedlungen

Beitragvon Liegestuhl » Mi 9. Mär 2016, 21:13

Kuddel hat geschrieben:Aktion und Reaktion sind im Nahostkonflikt nicht auseinanderzudividieren, das nennt sich: Spirale der Gewalt.


So ist es.

Natürlich werden die Hardliner alles tun, um einen Triumpf der BDSer zu verhindern. Bei diesen Leuten ist es schließlich Konzept, dem israelischen Staat zu schaden. Aber das ist alles nicht überraschend. Wenn man eine Seeblockade durchbricht, muss man damit rechnen, angegriffen zu werden. Wenn man Raketen nach Israel schießt, muss man mit Vergeltungsangriffen rechnen. Anschließend mit großen Augen in die Runde schauen und über die bösen Juden zu schimpfen, ist scheinheilig. Man wusste vorher, dass Israel reagiert.
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Re: Kennzeichnungspflicht für Waren aus israelischen Siedlungen

Beitragvon HugoBettauer » Mi 9. Mär 2016, 22:00

Liegestuhl hat geschrieben:(09 Mar 2016, 11:55)

Nein, warum?

Weil der Verbraucher es in seine Bedenken einbeziehen kann - so wie ich Produkte aus Frankreich möglichst meide, möchten manche vielleicht israelische von Gebietsprodukten unterscheiden können.
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Re: Kennzeichnungspflicht für Waren aus israelischen Siedlungen

Beitragvon Liegestuhl » Do 10. Mär 2016, 11:07

Nur noch 74 palästinensische Familienväter pendelten fortan mit dem Firmenbus zur neuen Arbeitsstelle, um gemeinsam mit Beduinen, jüdischen Einwanderern und arabischen Israelis zu arbeiten. Jetzt aber hat Israel die Arbeitsvisa nicht verlängert. Statt der rund 1200 Euro, die sie bei SodaStream verdienten, erhalten auch sie nun nur noch 325 Euro Arbeitslosenunterstützung. Das sei halt der Preis für die Befreiung Palästinas, meint Mahmud Nawajaa, der BDS-Stadthalter in Ramallah. Nicht für ihn natürlich, denn er hat einen netten Job bei einer aus EU-Geldern finanzierten NGO.


http://www.juedische-allgemeine.de/arti ... w/id/24892

Wenn das der Preis für die Befreiung Palästinas ist, dann stellt sich jetzt die berechtigte Frage: Ist Palästina durch diese Aktion der Befreiung näher gekommen?
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Re: Kennzeichnungspflicht für Waren aus israelischen Siedlungen

Beitragvon fred76 » Do 10. Mär 2016, 12:36

Liegestuhl hat geschrieben:(10 Mar 2016, 11:07)

http://www.juedische-allgemeine.de/arti ... w/id/24892

Wenn das der Preis für die Befreiung Palästinas ist, dann stellt sich jetzt die berechtigte Frage: Ist Palästina durch diese Aktion der Befreiung näher gekommen?


Jeder Befreiungskampf fordert Opfer, man sollte sich glücklich schätzen, dass es im konkreten Fall nur um Jobs geht - und schlechtbezahlte noch dazu.

Selbstredend ist die Frage heuchlerisch, ob ein einzelner Vorgang den Durchbruch bringt. Das ist schlicht Nonsens.
Die Israelis müssen aber lernen, dass ihre Unternehmen in den völkerrechtlich illegalen Siedlungen mit massiven Absatzproblemen auf dem Weltmarkt rechnen müssen. Und das ist eine sehr gute Sache.
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Re: Kennzeichnungspflicht für Waren aus israelischen Siedlungen

Beitragvon Liegestuhl » Do 10. Mär 2016, 15:24

Kuddel hat geschrieben:(09 Mar 2016, 20:05)
Die Verweigerung der Arbeitserlaubnisse hat nichts mit der Sicherheitslage zu tun, siehe Text oben.


Aus der Zeitung von gestern:

Der nunmehrige Plan der israelischen Regierung sieht unter anderem vor, Lücken in der bestehenden Sperranlage im Bereich Jerusalem zu schließen. In der Gegend von Tarqumiya im südlichen Westjordanland solle zudem ein neuer Sperrzaun gebaut werden, berichtete die "Jerusalem Post". Auch Arbeitsgenehmigungen für Palästinenser aus dem Westjordanland sollen eingeschränkt und palästinensische Medien, die zur Gewalt aufrufen, geschlossen werden.

http://www.krone.at/Welt/Anschlagsserie ... ory-499910
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Re: Kennzeichnungspflicht für Waren aus israelischen Siedlungen

Beitragvon Cobra9 » Do 10. Mär 2016, 17:05

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Thema offen. Kommt es wieder zu Theater ---> Closed again

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Re: Kennzeichnungspflicht für Waren aus israelischen Siedlungen

Beitragvon Wolverine » So 13. Mär 2016, 13:11

fred76 hat geschrieben:(09 Mar 2016, 09:03)

Das dürfte an Scheinheiligkeit wohl kaum zu toppen sein: Wenn Israel in den besetzten Gebieten völkerrechtswidrig seine Siedlungen baut und dabei "skrupellos Nachteile für Palästinenser" in Kauf nimmt, regt das Israelfreunde nicht auf.

Beim Kampf gegen diese völkerrechtlich illegalen Siedlungen liegt das Wohl der Palästinenser dann doch sehr am Herz. Aha.

......


Mmh, wie oft eigentlich noch?

Israel hat die umstrittenen Gebiete nicht von einem Staat erobert. Es war und ist immer noch rechtliches Niemandsland. Israels Recht zum Siedeln ergibt sich immer noch aus dem Mandatsvertrag. Des Weiteren gibt es kein einziges Dokument, welches völkerrechtlich bindend von Israel und seinen Vertragspartnern unterschrieben ist und den Bau von israelischen Siedlungen in Judäa und Samaria untersagt. Wie schon so oft erwähnt sehen die Interims-Verhandlungen von Oslo vor, dass der Status der Gebiete noch endgültig zu klären sei. Von daher gibt es keine illegalen israelischen Siedlungen, egal wie oft es von der Weltgemeinschaft auch noch behauptet wird, so ist es schlichtweg falsch. Hier noch einmal der Hinweis, dass es bis heute keinen palästinensischen Staat gibt, sondern lediglich zwei Gangsterbanden, die unterschiedliche Territorien "regieren." Es gibt palästinensische Ansprüche auf das ehemalige Mandatsgebiet und Israel respektiert diese Ansprüche, was sich allein aus der Tatsache ergibt, dass die Israelis maximal 3 % des WJL besiedelt haben und im Falle von Verhandlungen diese Siedlungen entweder im Tausch an Israel fallen, einem arabischen Staat gehören und geräumt werden oder aber Bestandteil des palästinensischen Staates werden. All dies zählt zur Allgemeinbildung und sollte eigentlich auch dir geläufig sein. Von daher sind deine Behauptungen bezüglich einer Illegalität Israelischer Siedlungen im ehemaligen Mandatsgebiet falsch. Sie waren vor Jahren schon falsch und sind es noch immer.

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