Bibi Netanjahus heilige Pflicht? Führungsqualitäten/Thread 2

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Re: Bibi Netanjahus heilige Pflicht? Führungsqualitäten/Thread 2

Beitragvon Sole.survivor@web.de » Di 1. Mai 2018, 08:49

Es ist einfache Mathematik. Dieser Vertrag hält im Iran mindestens zehn Jahre die Aufrüstung auf Handbremse. Und das, obwohl viele kleinliche Strafmaßnahmen immer noch laufen. Klar, auch damit kommt man vorwärts. Aber zehn ist eben nicht null. Den Iran nachhaltig aufzuhalten, will niemand investieren, der es könnte. Daran hat Israels Politik einen eigenen Anteil.
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Re: Bibi Netanjahus heilige Pflicht? Führungsqualitäten/Thread 2

Beitragvon King Kong 2006 » Di 1. Mai 2018, 09:13

Interessant ist, daß Israel hier, wie seinerzeit die iranische MEK (in der Bush-Ära) der Pressesprecher, der Tanzeröffner ist. Damals war es die iranische MEK, die in einem Hotel in Washington auf Tafeln das iranische Atomprogramm erklärte. Natürlich war das mit Washington abgesprochen. Keine militante Organisation tritt in den USA öffentlich zum Thema Iran auf, wenn nicht genau geplant ist, was da gesagt wird. Jetzt sagte der US-Außenminister Pompeo, daß das, was Netanjahu sagte "ihm schon länger bekannt wäre". Auch hier. Das ist natürlich abgesprochen. Da ist nichts neu. Jetzt ist sozusagen Israel für die Einleitung des dramatischen Höhepunkts zuständig. Wie seinerzeit die iranische MEK.

Die USA, pardon die iranische MEK halten bis heute in Washington Pressekonferenzen zu diesem Thema ab.

The U.S. Representative Office of the National Council of Resistance of Iran (NCRI-US) will hold a press conference on Friday, April 21, 2017, at 10:30 am at the Willard Room, the Willard InterContinental Hotel (1401 Pennsylvania Ave NW, Washington, DC), to unveil the details including locations, satellite imagery, and key players involved.

http://www.ncrius.org/press-conference- ... ealed.html


Auch US-Außenminister Pompeo war natürlich bei so einem Thema lange vorher gebrieft. Sowas spricht man ab. Offenbar war jetzt Israel der Pressesprecher des Weissen Hauses. Auf jedenfall dankt Mike dem Bibi.

Er habe seit einer Weile von dem Material gewusst.

http://www.spiegel.de/politik/ausland/n ... 05637.html
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Re: Bibi Netanjahus heilige Pflicht? Führungsqualitäten/Thread 2

Beitragvon Sole.survivor@web.de » Di 1. Mai 2018, 09:26

Ich denke, man darf die Trumpregierung da nicht für naiv halten. Für eine Aufkündigung des Vertrages gibt die Powerpoint-Karaoke des israelischen Führers keine Substanz. Iran ist nach wie vor ein Nebenthema für die USA-Politik. Eines, das preiswert zu einem für 10 Jahre eingefrorenen Konflikt gemacht wurde, während die Musik im Pazifik spielt. Am Thermostat drehen, um zu erinnern, wer hier wem einheizen kann, ist das eine. Aber wirklich das Thema neu aufkochen, wozu?
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Re: Bibi Netanjahus heilige Pflicht? Führungsqualitäten/Thread 2

Beitragvon Alter Stubentiger » Di 1. Mai 2018, 09:44

Sole.survivor@web.de hat geschrieben:(01 May 2018, 10:26)

Ich denke, man darf die Trumpregierung da nicht für naiv halten. Für eine Aufkündigung des Vertrages gibt die Powerpoint-Karaoke des israelischen Führers keine Substanz. Iran ist nach wie vor ein Nebenthema für die USA-Politik. Eines, das preiswert zu einem für 10 Jahre eingefrorenen Konflikt gemacht wurde, während die Musik im Pazifik spielt. Am Thermostat drehen, um zu erinnern, wer hier wem einheizen kann, ist das eine. Aber wirklich das Thema neu aufkochen, wozu?

Trump heizt die Stimmung gerne mal auf ohne dass es wirklich Sinn macht. Netanjahu ist ein Bruder im Geiste für Trump. Und dies könnte durchaus reichen um den Vertrag mit dem Iran aufzulösen. Macht zwar keinen Sinn dafür hat man den Iran dann ordentlich aufgestachelt endlich wieder Front gegen die USA und Israel zu machen. Und nur ein Iran der wirklich aufrüstet und Gift und Galle spuckt nützt Netanjahu. Da kann er den großen Führer geben der das Land hinter sich eint.

Wenn der Vertrag gekündigt wird dann kann nichts den Iran davon abhalten sich die Bombe zu bauen um die USA so auszumanövrieren wie die Nordkoreaner es gerade tun. Russland wird mit Freuden die fehlenden Zentrifugen und Raketentechnik zu liefern.
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Re: Bibi Netanjahus heilige Pflicht? Führungsqualitäten/Thread 2

Beitragvon King Kong 2006 » Di 1. Mai 2018, 09:47

Sole.survivor@web.de hat geschrieben:(01 May 2018, 10:26)

Ich denke, man darf die Trumpregierung da nicht für naiv halten. Für eine Aufkündigung des Vertrages gibt die Powerpoint-Karaoke des israelischen Führers keine Substanz. Iran ist nach wie vor ein Nebenthema für die USA-Politik. Eines, das preiswert zu einem für 10 Jahre eingefrorenen Konflikt gemacht wurde, während die Musik im Pazifik spielt. Am Thermostat drehen, um zu erinnern, wer hier wem einheizen kann, ist das eine. Aber wirklich das Thema neu aufkochen, wozu?


Ich glaube schon, daß die strategische Energieellipse von sehr großer Bedeutung für die USA ist. Also Region Persischer Golf, Indischer Ozean und Kaspiraum. Der Iran ist da wie eine Spinne mitten im Netz. Da geht es auch um Transitrouten, die sehr dicht, zu Land, wie zu See an oder bestenfalls durch den Iran führen. Auch Thema Seidenstraße und China.

Was aber oft falsch interpretiert wird, ist, daß die USA dafür bis zum letzten gehen würden, sprich in einen großen Krieg mit dem Iran und der Region. Das lohnt sich nicht. Der Schaden und die Investition wären viel höher. Der Irak hat bereits den USA viel gekostet. Eine gewaltige Fehlinvestition. Von daher ist der Konflikt USA/Iran von großer Bedeutung. Aber kein Krieg USA/Iran. Deshalb kochten die USA auch immer Israel herunter. Bis zum Aufbau des X-Band Radars in der Negev. Damit wollte man Israel ruhigstellen. Auch wurden, noch unter Bush, Israel bestimmte Waffensysteme vorenthalten. Die USA wollen keinen heißen Konflikt. Nicht aus pazefistischen Gründen. Die Kosten übersteigen einen möglichen Gewinn. Diese Faktoren spielen für Israel keine Rolle. Für die USA schon. Deshalb der Disput zwischen den USA und Israel zu diesem Thema. Das mag jetzt nicht so zwischen den USA und Israel unter Trump und Netanyahu aussehen. Ist aber so.

Deshalb bezeichnete der Chef des Mossad einst Israel auch als eine "Bürde für die USA" bei der Erreichung ihrer Ziele in der Region.

Mossad Chief: Israel Gradually Becoming Burden on U.S.

https://www.haaretz.com/1.5127982


Von daher ist Trump sicher eher auf den Pazifik gerichtet. Oder Asien eben. Sich mit einem Land wie Iran da zu schlagen bringt den Interessen der USA nichts. Das nervt. Das kostet Kraft und Geld, was gegen größere Gegner fehlt. Übergeordnete Ziele.
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Re: Bibi Netanjahus heilige Pflicht? Führungsqualitäten/Thread 2

Beitragvon Tom Bombadil » Di 1. Mai 2018, 09:48

Wie wäre es denn, erstmal abzuwarten, bis alle Informationen auf dem Tisch liegen? Mag ja sein, dass sich Netanyahu komplett lächerlich macht, wenn das denn alles so nicht stimmt...
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Re: Bibi Netanjahus heilige Pflicht? Führungsqualitäten/Thread 2

Beitragvon Sole.survivor@web.de » Di 1. Mai 2018, 10:21

King Kong 2006 hat geschrieben:(01 May 2018, 10:47)

Ich glaube schon, daß die strategische Energieellipse von sehr großer Bedeutung für die USA ist. Also Region Persischer Golf, Indischer Ozean und Kaspiraum. Der Iran ist da wie eine Spinne mitten im Netz. Da geht es auch um Transitrouten, die sehr dicht, zu Land, wie zu See an oder bestenfalls durch den Iran führen. Auch Thema Seidenstraße und China.

Was aber oft falsch interpretiert wird, ist, daß die USA dafür bis zum letzten gehen würden, sprich in einen großen Krieg mit dem Iran und der Region. Das lohnt sich nicht. Der Schaden und die Investition wären viel höher. Der Irak hat bereits den USA viel gekostet. Eine gewaltige Fehlinvestition. Von daher ist der Konflikt USA/Iran von großer Bedeutung. Aber kein Krieg USA/Iran. Deshalb kochten die USA auch immer Israel herunter. Bis zum Aufbau des X-Band Radars in der Negev. Damit wollte man Israel ruhigstellen. Auch wurden, noch unter Bush, Israel bestimmte Waffensysteme vorenthalten. Die USA wollen keinen heißen Konflikt. Nicht aus pazefistischen Gründen. Die Kosten übersteigen einen möglichen Gewinn. Diese Faktoren spielen für Israel keine Rolle. Für die USA schon. Deshalb der Disput zwischen den USA und Israel zu diesem Thema. Das mag jetzt nicht so zwischen den USA und Israel unter Trump und Netanyahu aussehen. Ist aber so.

Deshalb bezeichnete der Chef des Mossad einst Israel auch als eine "Bürde für die USA" bei der Erreichung ihrer Ziele in der Region.



Von daher ist Trump sicher eher auf den Pazifik gerichtet. Oder Asien eben. Sich mit einem Land wie Iran da zu schlagen bringt den Interessen der USA nichts. Das nervt. Das kostet Kraft und Geld, was gegen größere Gegner fehlt. Übergeordnete Ziele.

Na, ich meine nicht, dass dieses Nebenthema völlig egal ist. Ich sehe wie du da eine Frage des Preises. Das Hauptfeld sind Handel und Machtprojektion im Pazifik. Die Routen und Rohstoffe rund um Iran spielen für USA auch eine Rolle im Sinne von Zugriff und Unterdrückung/Abdrängung. Man kann dort China, Russland, Indien und vielen kleineren aktiv schaden, ohne sich selbst viel zu nehmen. Wenn der Preis stimmt. Ein existenzieller Krieg / Regime Change ist da nicht im Plan.
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Re: Bibi Netanjahus heilige Pflicht? Führungsqualitäten/Thread 2

Beitragvon King Kong 2006 » Di 1. Mai 2018, 10:33

Jetzt gilt es Nerven zu behalten und ruhig zu bleiben. Das ist beileibe etwas, was nicht zwangsläufig gewollt ist. ;)

Man muß Ereignisse immer mit einem Terminkalender sehen. Der Auftritt Netanjahus vor den nachgebauten Aktenregalen, die einen geheimen Standort im Iran symbolisieren sollen wäre viel wirkungsvoller und dramatischer, wenn er mit Kriegsgeheul und Action untermalt wäre. Also, wenn Bibi in der Mitte einer Wagenburg stehen würde und die Indianer mit viel Rauch und Feuer um ihn herumreiten. Aber der Iran hat nicht die Pferde oder Kamele gesattelt. Grund wurde geliefert. Im Vorfeld gab es ja einen Angriff auf eine Basis in Syrien. Mutmaßlich iranische Basis. Mutmaßlich israelischer Angriff. Mutmaßlich getötete Iraner.

Missile Attack in Syria Reportedly Kills at Least 16, Raising Regional Tensions

https://www.nytimes.com/2018/04/30/worl ... srael.html


Liberman hat zügig danach verlauten lassen, man wäre durchaus bereit auf einen Schlagabtausch.

Das ist natürlich so eine Sache. So ein Szenario, gar Falle. Wenn der Iran zeitnah reagiert hätte, mit militärischen Gegenmaßnahmen auf den mutmaßlich israelischen Angriff auf eine mutmaßlich iranische Einrichtung, hätte der Auftritt Netanjahus ein ganz andere Wirkung. Während es knallt warnt er. Dabei ist es egal, ob diese Dinge unbedingt zusammengehören. Das iranische Atomprogramm und wechselseitige Vergeltung. Aber diese Komposition hätte natürlich Bibis Intension mit diesem theatralischen Auftritt enorm verstärkt. Nun macht der Iran aber nichts. Es wäre auch nicht clever anders zu reagieren. So wirkt der Auftritt Netanyahus wieder einfach nur Banane.

Tatsächlich hat man sich in Teheran nicht provozieren lassen. Aber, das ist üblich, man vergisst nicht. Israelis vergessen nicht, Iraner nicht oder andere. Nicht jetzt, nicht an dieser Stelle.
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Re: Bibi Netanjahus heilige Pflicht? Führungsqualitäten/Thread 2

Beitragvon King Kong 2006 » Di 1. Mai 2018, 15:18

Die EU, der Iran und die Internationale Atomenergiebehörde widersprechen Netanjahus Theaterstueck eindeutig. Die Administration des TV- Stars Trump natürlich nicht. Aber wir leben in Zeiten von alternativen Fakten und Fake-News. Dank Trump. Und Bibi macht auch noch ein Theaterstück mit Kulisse daraus. Wie zuvor.

Gefährliches Spiel.
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Re: Bibi Netanjahus heilige Pflicht? Führungsqualitäten/Thread 2

Beitragvon King Kong 2006 » Mi 2. Mai 2018, 16:00

Was passiert hinter dem Theaterstück Netanjahus über das Atomprogramm Irans? Wozu diese sinnlose Aufführung?

Under Cover of Iran, Netanyahu Just Took Three New Steps Toward Fascism

For Israel's rickety democracy, already shot through with holes, the worst may well be dead ahead

All eyes were on Israel's military headquarters in Tel Aviv Monday night, as Benjamin Netanyahu literally unveiled his magician's cabinets, the glittering CDs and snaggle-toothed binders holding what he said were 55,000 pages and 183 discs of Iran's nuclear secrets.


- The Knesset approved the first of three votes on the Jewish Nation-State Law, which, among other provisions, effectively undermines equality and democracy as guiding principles for Israeli law; effectively downgrades the status of Israel's Arab citizens by downgrading Arabic, presently an official language of the state; and effectively enshrines segregation in Jews-only communities.

- The Knesset gave full approval to an amendment, pushed into passage by Netanyahu, which grants a prime minister "under extreme circumstances" the power to declare war alone, with only the "consultation" of his defense minister. Until now, a declaration of war was a decision for the full cabinet.

- While it is still unclear if the final version of The Nation-State Law will include a provision which would instruct the justice system to give Israel’s Jewish character preference over its democratic one in cases where the two are at odds, a third law passed on Monday may provide a back-door path to the same goal. The law instructs judges to turn to Jewish law and tradition in interpreting legislation open to question. Opposition lawmakers said the law paved the way to a dictatorial, Jewish-nationalist theocracy. Zionist Union MK Merav Michaeli said the law "does not recognize equality, not between Jews and non-Jews, and not between men and women."

https://www.haaretz.com/opinion/.premiu ... -1.6049854


Kurzum während die einen über die Schmierenkomödie vor den Aktenbergen und schimmernden CD´s, die das gesamte iranische Archiv über das Atomprogramm sein sollen lachen, oder den Kopf schütteln oder schimpfen, läuft eine entscheidende Gesetzgebung ab? So eine Taktik wäre nicht neu.
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Re: Bibi Netanjahus heilige Pflicht? Führungsqualitäten/Thread 2

Beitragvon King Kong 2006 » Do 3. Mai 2018, 15:25

In den USA steigt die Kritik an der Aufführung von Bibi Netanjahu.

US-Politiker bezweifeln Iran-Vorwürfe

Der israelische Regierungschef wird von Vielen in den USA kritisch gesehen. US-Demokrat van Hollen erinnert an Netanyahus Auftritt vor dem US-Kongress kurz vor dem Irakkrieg 2002.

"Vielleicht sollte ich darauf hinweisen, dass Netanyahu im September 2002 vor dem Repräsentantenhaus ausgesagt hatte, dass der Irak nach Atomwaffen strebt und dass wir deshalb eingreifen sollen", so van Hollen. "Er lag damals falsch, und er hat diesmal keine neuen Informationen präsentiert."


Kein Beleg für Verstoß gegen Atomabkommen

Die US-Administration hat keinen Beleg dafür gefunden, dass der Iran derzeit gegen das Atomabkommen verstößt.

https://www.tagesschau.de/ausland/usa-n ... u-101.html


Wieso war das dramaturgisch so dick aufgetragen? Wer hat ihn da künstlerisch oder propagandistisch (um im politischen Bereich zu bleiben) beraten? Ich meine eine dicke Aktenregalwand, wie in einem Möbelhaus aufzubauen, dann die ganzen CDs wie in einer Dorfdisko an die Wand getackert und dann noch alte, abgearbeitete Dinge verbal vorgebracht (Themaverfehlung).

Offenbar sind Fake-News und billiges, bizarres Auftreten seit Trump wirklich en vogue. Das fing im TV hierzulande schon mit dieser schreienden Werbung für Baummärkte und Elektronikkaufhäuser an. Laut und billig. Hoffentlich gibt es bald dahinsichtlich wieder eine Kehrtwende.

Also, wenn nicht plötzlich im Iran eine Atombombe zufällig aus einem Schrank kullert, dann war dieser Auftritt wirklich ein Beweis für die "Authenzität" Netanjahus. Der hat schon so einen Ruf... Aber mancher Fanbase gefällt genau das. :D
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Re: Bibi Netanjahus heilige Pflicht? Führungsqualitäten/Thread 2

Beitragvon King Kong 2006 » Do 2. Aug 2018, 08:42

Bibi Netanjahu wieder unter Zugzwang. Die Proteste um das umstrittene "Nationalstaatsgesetz" reissen nicht ab. Gerade von den Drusen nicht.

Israels Drusen

Blutsbrüder zweiter Klasse

Die Kritik an Israels Nationalstaatsgesetz reißt nicht ab. Besonders die Minderheit der Drusen ist entsetzt. Selbst Kabinettsmitglieder fordern Premier Netanyahu zum Umdenken auf, der lenkt ein wenig ein.


Unter anderem wird in dem vage formulierten Text festgehalten, dass Israel "Nationalstaat des jüdischen Volkes" sei und Hebräisch zur alleinigen Nationalsprache erklärt. Arabisch, immerhin Muttersprache für rund 20 Prozent aller Israelis, hat künftig einen Sonderstatus. Was das konkret heißt - ist offen.


Netanyahu stellt sich stur - bislang

Die heftigste Kritik kam indes von der drusischen Minderheit, der Ghassan Alian angehört. In Israel leben rund 130.000 Drusen, die Mehrheit von ihnen im Norden des Landes, viele auf den Golanhöhen.

Im Gegensatz zu anderen nicht jüdischen Minderheiten leisten viele Drusen seit der Staatsgründung 1948 Wehrdienst, viele davon auch in Kampf- und Spezialeinheiten. Gesellschaft und Politik zollen ihnen dafür seit Jahrzehnten Respekt, die Drusen werden immer wieder auch als "Blutsbrüder" bezeichnet.


Das Einlenken erster Minister ist vermutlich auch darauf zurückzuführen, dass mittlerweile erste drusische Soldaten öffentlichkeitswirksam ihren Austritt aus der Armee angekündigt haben, denn sie wollen nicht als Bürger zweiter Klasse an der Waffe dienen.


Und was sagt Reuven Rivlin, der liberal-konservative Präsident, der das Gesetz unterzeichnen muss?

Der Sohn eines angesehenen Arabisten, der den Koran und die Geschichtensammlung "Tausendundeine Nacht" ins Hebräische übersetzte, soll israelischen Medienberichten zufolge bereits angekündigt haben, er werde das Gesetz zwar unterschreiben - aber auf Arabisch.


http://www.spiegel.de/politik/ausland/i ... 21167.html


Letztendlich muß Israel diesen Weg gehen, wenn man die Einstaatenlösung will. Und gemeinsam, mit den Arabern alle daraus resultierenden Probleme am Hals haben will. In einem gemeinsamen Staat. Auch, wenn sich die "Blutsbrüder zweiter Klasse" erstmal melden. Israel nähert sich mit diesem Gesetz nur seinen Nachbarstaaten an. Das wird zwar von Kritikern als undemokratisch gesehen, aber ich bin mir sicher, das Bibi das nicht sonderlich interessiert. ;)
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Re: Bibi Netanjahus heilige Pflicht? Führungsqualitäten/Thread 2

Beitragvon firlefanz11 » Do 9. Aug 2018, 16:05

Und inzwischen versucht er nach Vorbild Putins, Trumps u. Erdolfs die Pressefreiheit im Lande zu unterminieren...
Im Umgang mit der freien Presse nähert sich der israelische Premier immer stärker Autokraten wie Putin oder Erdogan an. Kritiker sollen mundtot gemacht werden, unpassende Berichte werden als "Fake News" bezeichnet. Die Pressefreiheit ist in Gefahr.
Seit seiner Wahl im Jahre 2009 versuchte Netanjahu, die israelischen Medien so umzustrukturieren, wie es auch der russische Präsident Wladimir Putin oder der türkische Staatschef Recep Tayyip Erdogan in ihren Ländern taten. So finanzierte 2007 der US-amerikanische Milliardär Sheldon Adelson, ein Unterstützer Netanjahus, die kostenlose Zeitung "Israel Hayom", die nur Gutes über die israelische Regierung in Jerusalem zu berichten weiß und innerhalb kürzester Zeit zum auflagenstärksten Blatt des Landes aufstieg.
Netanjahu, bis 2017 auch Kommunikationsminister, ermutigte den russischen Oligarchen David Dawidowitsch zum Kauf des Wirtschaftszeitung "Globes". Der Höhepunkt seiner Machenschaften aber war der Versuch, einen Deal mit Arnon Moses einzufädeln, dem Verleger der regierungskritischen "Yedioth Achronot". Für eine positive Berichterstattung wollte der Ministerpräsident den Hauptkonkurrenten von "Israel Hayom" schwächen.
... Wie seine rechtskonservativen Kollegen in Ungarn, Russland und den USA brandmarkt er jede Kritik als links und sieht sich im Krieg mit abwechselnden Feinden von innen wie dem Obersten Gerichtshof, den Eliten und vor allem der Presse.

https://www.n-tv.de/politik/Wie-Netanja ... 64920.html
"Wer hier ist, weil er Hilfe beansprucht, hat eine besondere moralische Verpflichtung, den Helfern nicht das Leben zu zerstören."
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Re: Bibi Netanjahus heilige Pflicht? Führungsqualitäten/Thre

Beitragvon Paperbackwriter » Fr 17. Aug 2018, 16:45

Liegestuhl hat geschrieben:(13 Oct 2015, 11:59)

Der Antisemitismus ist Ursprung und Motor des Konfliktes.

Wäre das jüdische Volk muslimischen Glaubens, hätte es nie einen israelisch-palästinensischen Konflik gegeben.

Definitiv sind auch die eindeutigen Ansagen aller verantwortlicher Parteien auf der Seite der Palästinenser ein Hemmnis für eine Lösung. Die totale Absage an jede Verhandlungslösung und die Hinweise, dass der Konflikt nur durch heilige Kriege im Zusammenhang mit der vollständigen Vernichtung Israels und damit der sogenannten "Befreiung" Palästinas zu erreichen ist, machen es schwer, an eine friedliche Lösung zu glauben.

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