Gibt es Israelisches Interesse an einer Verhandlungslösung?

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SLclem
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Re: Gibt es Israelisches Interesse an einer Verhandlungslösu

Beitragvon SLclem » Mo 18. Mai 2015, 11:36

Liegestuhl » Mo 18. Mai 2015, 11:27 hat geschrieben:Es liegt wohl kaum in JJazzGolds Verantwortung, dass sich der palästinensische Verband ausgerechnet an diesen Herrn Blatter mit seiner Forderung gewandt hat.
Dass du diesbezüglich JJazzGold, aber nicht den palästinensischen Verband kritisier[s]t, spricht Bände.

Statt auf meinen Vorwurf inhaltlich einzugehen, hast Du nichts Besseres im Sinn, als gegen mich zu polemisieren - DAS spricht ganze Bücherschränke ... :thumbup: :D :D :D


Dass Du es dann wie üblich so zu verdrehen versuchst, dass die Palästinenser jetzt die "Bösen" sein sollen, obwohl sie KEINE ANDERE WAHL hatten, um ihren gerechten Anspruch auf Freizügigkeit für ihre Nationalspieler einzuklagen, beweist Deine Parteilichkeit und Voreingenommenheit, die selbst vor dem ach-so-fairen Sport nicht zurückschreckt. :mad:
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Re: Gibt es Israelisches Interesse an einer Verhandlungslösu

Beitragvon JJazzGold » Mo 18. Mai 2015, 12:47

SLclem » Mo 18. Mai 2015, 12:17 hat geschrieben:Im Zusammenhang mit Deinem hochverehrten Sepp Blatter sind immer wieder Korruptionsvorwürfe zu hören.

Willst Du Dich wirklich auf eine zwielichtige Gestalt als "vernünftig" berufen, der eine Weltmeisterschaft IM SOMMER in ein arabisches Land vergeben hat?
... bei über 40grad im SCHATTEN ?!? :?:

Im Übrigen ist es mehr als geschmacklos, den Papst in einen Topf mit einem Typen zu werfen, der die nächste WM skrupellos nach Russland verkauft hat. Pfui! :mad:



Wie auch immer Sie zu der kuriosen Spekulation gelangen, er sei "mein hochverehrter Sepp Blatter". Ich bin weder Frau Blatter, noch seine FIFA Kollegin. Offensichtlich können Sie ohne spekulative Unterstellung nicht antworten.

Ich berufe mich nicht, ich lese, ich informiere mich und ich beobachte, alles was Sie vermissen lassen.
Die Sachlage lässt sich sehr wohl vergleichen, denn über die FIFA wurde der Versuch seitens der Palästinenser unternommen politisch zu agieren, wie auch der Papst zugunsten der Palästinenser versucht politisch aktiv zu werden, mit der momentan kritisch zu betrachtenden Anerkennung eines Palästinenserstaates, der zurzeit in nichts anderem besteht, als in einer Aussage, die im Laufe der Jahrzehnte bereits das dritte Mal folgenlos getroffen wurde.

Um das zu erkennen muss man allerdings in der Lage sein, beim Thema "versuchter politischer Zwang auf Israel durch politisch irrelevante Organisationen" zu bleiben und nicht hysterisch flatternd "Russland" oder "Qatar" rufen.

Die FIFA wurde mit der absurden Forderung der Palästinenser konfrontiert, ergo wird man sich damit auseinandersetzen, explizit Herr Blatter, der nach meiner Information momentan noch FIFA Präsident ist.


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Re: Gibt es Israelisches Interesse an einer Verhandlungslösu

Beitragvon fred76 » Mo 18. Mai 2015, 12:50

Ich denke, jeder der 2 Augen im Kopf hat und in der Lage ist, 1+1 aufzulösen, sollte klar sein, wie groß das israelische Interesse an einem Frieden mit den Arabern ist.

Ein eindrucksvolles Beispiel hat der gestrige "Jerusalem Tag" abgeliefert ... wie auch all die Jahre zuvor.
Wieder wurde die arabische Bevölkerung in ihren eigenen Stadtvierteln de facto mit Ausgangssperre belegt, damit radikale Juden ungestört gröhlend durch deren Wohnviertel ziehen können.

Dieses Jahr ausdrücklich genehmigt vom obersten israelischen Gericht - liberale Kräfte in Israel hatten vergeblich versucht, diese Demütigung den Arabern in Jerusalem zu ersparen.

Medien wie die "Times of Israel" berichteten, dass tausende Polizisten und berittene Polizei im Einsatz waren, um Ordnung und Sicherheit zu garantieren.
Was diese nicht schrieben, aber die Bilder vom gestrigen Tag aus Jerusalem zeigten: Der Polizeieinsatz richtete sich offensichtlich hauptsächlich gegen Araber, die gegen den Aufmarsch radikaler Juden protestierten. Während Araber und Medienvertreter brutal verprügelt und weggeschleift wurden, hatten die radikalen Juden freies Feld: Wie Videos zeigten, marschierten diese unter den Augen der Polizei unbehelligt rassistische Parolen brüllend durch die arabischen Wohnviertel: "Mohammed ist tot, Mohammed ist schwul und Sohn einer Hure".

Soweit mir bekannt, ist wohl auch (zumindest theoretisch) in Israel die nach Einschätzung des FBI als Terrororganisation eingestufte JDL (jüdische Verteidigungsliga) verboten. In der Praxis haben deren Anhänger in Israel offensichtlich keinerlei Angst vor Verfolgung: Mit entsprechenden T-Shirts bekleidet und Parolen brüllend marschierten diese gutgelaunt durch die arabischen Wohnviertel und provozierten nach Herzenslust.

Es ist schon erstaunlich, wie gewaltig groß der Unterschied in Israel ist: Verbrechen von Arabern werden nahezu 100% aufgeklärt, ich glaube eine NGO hatte mal eine Zahl von weit mehr 99% veröffentlicht. Arabische Täter sind innerhalb kürzester Zeit ermittelt und abgestraft, nicht selten deren Familien gleich mit. Während Demos von Arabern -gerade in der Westbank- mit Chemikalien ,Tränengas und "Gummi"-Geschossen "aufgelöst" werden, ist die gleiche Justiz nicht in der Lage zu verhindern, dass radikale Juden rassistische Parolen brüllend durch Jerusalem ziehen.
Und die Aufklärungsquote geht bei Verbrechen, die durch Juden an Arabern verübt werden (PriceTag-Anschläge) praktisch gegen Null.

Als vor fast einem Jahr ein arabischer Junge von 3 jüdischen Tätern bei lebendigen Leib verbrannt wurde, versprach Israel ebenfalls eine schnelle Bestrafung der Täter:
Heute sind 2 der 3 Täter weiterhin auf freiem Fuß, keiner wurde bisher zur Verantwortung gezogen und verurteilt.

Wer glaubt da an Zufall?
Zuletzt geändert von fred76 am Mo 18. Mai 2015, 12:55, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: Gibt es Israelisches Interesse an einer Verhandlungslösu

Beitragvon JJazzGold » Mo 18. Mai 2015, 12:50

SLclem » Mo 18. Mai 2015, 12:36 hat geschrieben:Statt auf meinen Vorwurf inhaltlich einzugehen, hast Du nichts Besseres im Sinn, als gegen mich zu polemisieren - DAS spricht ganze Bücherschränke ... :thumbup: :D :D :D


Dass Du es dann wie üblich so zu verdrehen versuchst, dass die Palästinenser jetzt die "Bösen" sein sollen, obwohl sie KEINE ANDERE WAHL hatten, um ihren gerechten Anspruch auf Freizügigkeit für ihre Nationalspieler einzuklagen, beweist Deine Parteilichkeit und Voreingenommenheit, die selbst vor dem ach-so-fairen Sport nicht zurückschreckt. :mad:


Wie naiv muss man sein, um zu glauben, dass ein Ausschluß Israels aus der FIFA den palästinensischen Fussballspielern das Entgegenkommen Israels sichern würde? Bodenlos?

So naiv sind die Palästineser nicht. Deren Forderung dient ganz anderen Zwecken.
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Re: Gibt es Israelisches Interesse an einer Verhandlungslösu

Beitragvon Liegestuhl » Mo 18. Mai 2015, 12:56

SLclem » Mo 18. Mai 2015, 12:36 hat geschrieben:Statt auf meinen Vorwurf inhaltlich einzugehen, hast Du nichts Besseres im Sinn, als gegen mich zu polemisieren -...


Das verwechselst du. Du bist nicht inhaltlich auf JJazzgolds Beitrag eingegangen und hast stattdessen die Person Blatter in Frage gestellt. Dass der palästinensische Verband aber seine Forderung genau an diesen Herrn Blatter gestellt und dieser anschließend abgelehnt hat (wie JJazzgold richtig bemerkte), ist bei dir offensichtlich nicht kritikwürdig.
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Re: Gibt es Israelisches Interesse an einer Verhandlungslösung?

Beitragvon Bobo » Fr 6. Mai 2016, 12:17

Ich habe mir kürzlich die Positionen und den Verlauf von Camp David II mal reingezogen und wurde überrascht, wie einfach sogenannten „Staatsmänner“ gestrickt sein können. Und das galt m. E. für alle Beteiligten, ganz vorne Weg, die US-Administration, weil Clinton sich unbedingt einen tragenden Erfolg ins Stammbuch schreiben wollte.


Warum war Camp David II scheitern im Vorwege erkennbar? Die Hinweise waren zahlreich!


Die israelischen Fehler:
Ehud Barak lehnte es kategorisch ab, persönlich mit Arafat zu sprechen! Er begründete seinen Vorbehalt damit; die persönliche Begegnung könne Arafat aufwerten. Da ihn niemand davon abbringen konnte, hätte man die Konsequenz der Bedingung nur zu Ende denken müssen:

Wenn Barak Arafat schon durch die persönliche Begegnung unzulässig aufgewertet sah, waren Zusagen und Kompromisse, die nach einem palästinensischen Verhandlungserfolg aussähen, von vorn herein ausgeschlossen, weil jeder Erfolg in Richtung Einigung Arafat in der Tat aufgewertet hätte.

Ehud Barak wirkte nicht wirklich auf die Gespräche vorbereitet. Die vorherige sorgfältige Abstimmung mit dem Parlament zu möglichen Konzessionen kann es nicht gegeben haben. Das sagt sein ausschließlich auf die eigenen politische Zukunft ausgerichtetes Zaudern. Er wusste allem Anschein nach selbst nicht, was er zusagen konnte und was nicht, ohne dafür später in der Knesset zerlegt zu werden.

Die direkte Begegnung hätte Barak erkennen lassen, dass Arafat – den eigenen Worten zufolge – bereit war, auf die Teilung Jerusalems zu verzichten, wenn die Palästinenser dafür die Kontrolle über den Tempelberg bekämen. Barak lehnte das kategorisch ab, ohne zu hinterfragen, was präzise die Palästinenser unter „Kontrolle“ verstanden. Somit blieb verborgen, welche Kompromisse dazu noch möglich gewesen wären. Dass der Preis dafür die israelische Kontrolle über ganz Jerusalem war, erfuhr Barak vermutlich erst mit der Veröffentlichung der mediengerechten Aufarbeitung des Treffens.

Die Verweigerung des direkten Gesprächs erhöhte das Risiko zu Missverständnissen signifikant. Aber es kam schlimmer! Die US-Beauftragen verbogen die Worte beider Parteien, wenn es ihnen wichtig erschien und machten sich zu Bittstellern zu einem Erfolg, der auf keiner Seite wirklich möglich war.

Die US-Vermittler
Sie haben es m. E. sträflich versäumt, die angedeuteten Konzessionen beider Seiten zur Zeit ihrer Erwähnung bis in die maximale Tiefe auszuloten und den Repräsentanten angemessen zuzuhören. Stattdessen handelten sie mit Schlagworten, die sie nach eigenem Ermessen auch noch manipulierten. So wie die Verhandelnden auch. Dadurch wurden sie zu Bittstellern anstelle der harten Vermittler, als die sie hätten auftreten sollen. Im Falle unangemessener mangelnder Flexibilität, trotz maximaler Geduld, hätte man den Ansprechpartner direkt verabschieden sollen. Verhandlungen über Leben und Tod, bzw. die Zukunft zweier Völker sind keine Veranstaltung für trotzige Rotznasen, sondern Aufträge für verantwortungsbewusste Staatsmänner.

Die, trotz klarer Vorabsignale, grobe Fehleinschätzung der Situation im Nahen Osten sowie die Positionen beider Völker ließ die USA als Vermittler maximal schlecht aussehen.
Intensive Vorgespräche mit beiden Seiten hätten einen Erfolg wahrscheinlicher machen können oder aber allen an Camp David II Beteiligten eine Blamage erspart.

Die palästinensische Seite
Arafats Ausgangslage war noch schlechter, als die Baraks. Arafat machte sich keine erkennbaren Gedanken zur politischen Zukunft, aber auch keine Illusionen. Ihm schien es mehr um die Wertschätzung seiner Person zu gehen. Wie Barak auch, deutete er mögliche Zusagen an, die aber nie kamen. Während Camp David II war er nicht nur körperlich, sondern auch politisch nur noch ein Schattenbild ohne große Bedeutung. Seine Macht reichte kaum noch über die engsten Anhänger im direkten Umfeldes hinaus. Ich glaube nicht, dass er über das infernalische Selbstmordattentat der Hamas, welches wie eine Bombe in die Verhandlungsphase einschlug, informiert war. Dieses Attentat führte zur Eroberung seines Amtssitzes durch die Israelis und dem Hausarrest, weil die Israelis es fälschlicher Weise gleichzeitig als Beweis für seine hoffnungslose Orientierung zum islamistischen Terror werteten. Wobei Israels Irrtum eher auf die Annahme zu treffend war, Arafat habe mit dem Attentat zu tun, als auf dessen Verbindung zum islamistischen Terror.

Den starken Hinweis darauf, das Arafat um die Gunst von Islamisten buhlte, lieferte Arafat selbst, während eines unbedachten Interviews in Camp David, als er sinngemäß sagte: „was interessiert mich die Teilung Jerusalems? Ich will den Tempelberg!“ Er gab in weiteren Worten zu verstehen, dass er von palästinensischer Seite keine Chance zur Akzeptanz für einen Tempelberg unter israelischer Kontrolle sah! Selbst die örtlich geteilte Verantwortung, so Arafat, sei inakzeptabel.

Die Schlussfolgerung wurde auch durch Arafats Ausflüchte bekräftig, als die US-Administration ihn in seinem abgeriegelten Hauptquartier in Ramalah aufforderte, dafür zu sorgen, dass die Selbstmordanschläge sofort aufhörten. Arafat verärgerte seinen Besucher, in dem er den Israelis und dem Hausarest die Schuld an seiner Machtlosigkeit aufzubürden versuchte. Als müsse er mit einem Dienstwagen persönlich bei jedem Islamisten vorsprechen. Er versuchte seine Machtlosigkeit zu überspielen, denn Kameras wurden Zeuge, wie er vor dem US-Besuch dafür sorgte, dass seine Vertrauten draußen sind - "Wo er sie brauchte", so sagte es Arafat. Passend dazu hatte die PLO seit Gründung der radikal islamistischen Hamas erheblich an Einfluss eingebüßt. Er hätte nichts verhindern können, so wie er die in Camp David in Aussicht gestellten Antworten auf wichtige Fragen nicht liefern konnte! Er war längst zu einer Legende mit sehr geringem Einfluss geworden und hatte erklärt, eher Ost-Jerusalem abgeben zu wollen, als auch nur einen Teil der Kontrolle über den Tempelberg.

Das Resümee
Es braucht nicht viel Fantasie, um sich vorzustellen, welche muslimische Klientel sich für eine Teilung Jerusalems und für die Teilung der Hoheit über den Tempelberg entscheiden täte, und welche zu Gunsten der vollen Herrschaft über den Tempelberg auf die Teilung Jerusalems verzichten täte! Immerhin der wiederholte Ausgangspunkt für künstlich herauf beschworener, blutiger Aufstände. Auch mal nach plumper israelischer Steilvorlage. Auf die Unterstützung der letzteren Klientel hoffte Arafat gemäß den eigenen Erklärungen. Und die setzt sich ohne jeden Zweifel aus radikal islamistischen Gruppen zusammen. Allen voran, die Hamas, als bekannter Saboteur von Camp David II.

Unterm Strich kam ich nun zu dem Schluss, dass die Israelis sehr wohl an einer tragfähigen Übereinkunft mit den Palästinensern interessiert sind. Nur braucht es einen Verhandlungspartner, der von einer breiten Mehrheit des Volkes gewählt wurde, dessen Wort also im Volk Gewicht hat, und dem keine radikal islamistischen Stigmata anhängen. Jemanden, der bereit ist, Schritt um Schritt zu machen und selbst die detailliert und verlässlich zu klären.

Eine Wahl, aus der die Hamas gestärkt hervorginge, wäre der GAU für den palästinensischen Staat, weil es unter deren Führung weder einen Staat noch eine breite internationale Unterstützung gäbe. Von den traditionellen Islamisten und Antisemiten abgesehen.
Ich könnte mir auch vorstellen, dass eine Lösung des Palästina-Konfliktes nur funktionieren kann, wenn die Verhandlungen ausschließlich zwischen Palästinensern und Israelis stattfänden. Das hieße, keine Einmischung seitens Dritter und keine Verquickung der Verhandlungen mit Umständen, die kein israelisch- palästinensisches Problem sind. Z. B. die Golanhöhen. Sie sind Teil eines anderen Konfliktes zwischen Syrien und Israel.

Ohne diese oder ähnliche Voraussetzungen sehe ich ein stetig wachsendes Israel, in dem es immer weniger Raum für radikal islamistische Terrorgruppen geben wird. Ein Land, in dem deren Wirken von allen Bürgern vergleichbar abartig empfunden wird, wie heute in jeder europäischen Großstadt. So dürfte es kommen, wenn die Beteiligten an kommenden Verhandlungen sich vergleichbar naiv und durchschaubar gäben, wie während der Verhandlungen zu Camp David II.
Zuletzt geändert von Bobo am Fr 6. Mai 2016, 15:49, insgesamt 5-mal geändert.
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Re: Gibt es Israelisches Interesse an einer Verhandlungslösung?

Beitragvon Kirchgessner » Fr 6. Mai 2016, 12:42

Bobo hat geschrieben:(06 May 2016, 13:17)

Unterm Strich kam ich nun zu dem Schluss, dass die Israelis sehr wohl an einer tragfähigen Übereinkunft mit den Palästinensern interessiert sind.


Wie ist der Satz zu verstehen? Irgendwas timmt an der Zeitenfolge nicht.

Meinten Sie: Damals (in Camp David) waren die Israelis interessiert?

Oder glauben Sie, sie seien heute interessiert?
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Re: Gibt es Israelisches Interesse an einer Verhandlungslösung?

Beitragvon Bobo » Fr 6. Mai 2016, 12:55

Kirchgessner hat geschrieben:(06 May 2016, 13:42)

Wie ist der Satz zu verstehen? Irgendwas timmt an der Zeitenfolge nicht.

Meinten Sie: Damals (in Camp David) waren die Israelis interessiert?

Oder glauben Sie, sie seien heute interessiert?



Nein, Ich meine, sie sind es aktuell, sofern angemessene Verhandlungspartner verfügbar sind und hoffnungsvolle Ergebnisse zu erwarten wären. Sie sind war die korrekte Form für die Schlussaussage.

Nachtrag: Wie ich zu Camp David II denke, sollte klar aus dem Beitrag hervorgehen.
Zuletzt geändert von Bobo am Fr 6. Mai 2016, 13:20, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Gibt es Israelisches Interesse an einer Verhandlungslösung?

Beitragvon Kirchgessner » Fr 6. Mai 2016, 13:14

Angemessene Verhandlungspartner. Hm. Was könnte das bedeuten? Und wann könnte dieser Fall eintreten? 2050?

Derzeit sehe ich keinen Grund für Israel, verhandlungsbereit zu sein.

Rational betrachtet ist es besser, die Palästinenser haben keinen eigenen Staat. Und es ist ebenso rational, Palästina weiter zu filettieren.
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Re: Gibt es Israelisches Interesse an einer Verhandlungslösung?

Beitragvon Bobo » Fr 6. Mai 2016, 13:28

Kirchgessner hat geschrieben:(06 May 2016, 14:14)

Angemessene Verhandlungspartner. Hm. Was könnte das bedeuten? Und wann könnte dieser Fall eintreten? 2050?

Derzeit sehe ich keinen Grund für Israel, verhandlungsbereit zu sein.

Rational betrachtet ist es besser, die Palästinenser haben keinen eigenen Staat. Und es ist ebenso rational, Palästina weiter zu filettieren.


Das könnte bedeuten, dass friedliche Muslime die Führung der Palästinenser unternehmen, deren Erfüllung nicht in der Unterwerfung radikal islamischer Hintermänner aus dem Ausland und deren Gruppen im Inland sähen. Warum sollte es rational sein, dass solche Palästinenser ihr Schicksal nicht in die eigenen Hände nähmen?
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Re: Gibt es Israelisches Interesse an einer Verhandlungslösung?

Beitragvon Kirchgessner » Fr 6. Mai 2016, 13:50

Selbstverständlich wäre es rational. Ich sehe nur keine vernünftigen kommenden Führer.
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Re: Gibt es Israelisches Interesse an einer Verhandlungslösung?

Beitragvon bennyh » Sa 7. Mai 2016, 11:05

Kirchgessner hat geschrieben:(06 May 2016, 14:50)

Selbstverständlich wäre es rational. Ich sehe nur keine vernünftigen kommenden Führer.

Marwan Barghouti ist die zurzeit beliebteste politische Persönlichkeit unter den Palästinensern. Er vertritt einen weitestgehend säkularen und pragmatischen palästonensischen Nationalismus und hat - im Gegensatz zu Abbas - die palästinensische Bevölkerung hinter sich. Man müsste ihn lediglich aus dem Gefängnis freilassen.
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Re: Gibt es Israelisches Interesse an einer Verhandlungslösung?

Beitragvon Gutmensch1 » Di 10. Mai 2016, 08:01

bennyh hat geschrieben:(07 May 2016, 12:05)

Marwan Barghouti ist die zurzeit beliebteste politische Persönlichkeit unter den Palästinensern. Er vertritt einen weitestgehend säkularen und pragmatischen palästonensischen Nationalismus und hat - im Gegensatz zu Abbas - die palästinensische Bevölkerung hinter sich. Man müsste ihn lediglich aus dem Gefängnis freilassen.


Er ist ein Terrorist und hat 5fach lebenslänglich bekommen. Wenn die Palästinenser ihn mehrheitlich bevorzugen sollten, dann wären sie mehrheitlich für die Fortsetzung des Terrors. Mit der Strategiekönnen sie sich ihren Staat weiterhin abschminken. :dead:
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Re: Gibt es Israelisches Interesse an einer Verhandlungslösung?

Beitragvon Bobo » Di 10. Mai 2016, 08:07

bennyh hat geschrieben:(07 May 2016, 12:05)

Marwan Barghouti ist die zurzeit beliebteste politische Persönlichkeit unter den Palästinensern. Er vertritt einen weitestgehend säkularen und pragmatischen palästonensischen Nationalismus und hat - im Gegensatz zu Abbas - die palästinensische Bevölkerung hinter sich. Man müsste ihn lediglich aus dem Gefängnis freilassen.



Wofür sollte Israel und die Welt einen zweiten Arafat benötigen? Der hat auch nichts zustande bekommen. Viermal Lebenslänglich plus vierzig Jahre im Lebenslauf sind nicht gerade eine Empfehlung als Leitfigur zur friedlichen Lösung. Käme ja auch niemand auf die Idee, "Mister Pattex" zum Hauptkassierer zu machen.
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Re: Gibt es Israelisches Interesse an einer Verhandlungslösung?

Beitragvon Liegestuhl » Di 10. Mai 2016, 08:09

Ich bin mir nicht sicher, ob der Beitrag überhaupt ernst gemeint war.

Das ist wirklich absurd.
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Re: Gibt es Israelisches Interesse an einer Verhandlungslösung?

Beitragvon Fuerst_48 » Di 10. Mai 2016, 08:11

Liegestuhl hat geschrieben:(10 May 2016, 09:09)

Ich bin mir nicht sicher, ob der Beitrag überhaupt ernst gemeint war.

Das ist wirklich absurd.

Schwachsinnsbeiträge von Israelgegnern sind nun wirklich nichts Neues... :mad2: :mad2: :mad2:
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Re: Gibt es Israelisches Interesse an einer Verhandlungslösung?

Beitragvon Liegestuhl » Di 10. Mai 2016, 09:00

bennyh hat geschrieben:(10 May 2016, 09:56)

Sie meinen so wie Nelson Mandela?


Dir ist wohl kein Vergleich zu blöde.

Nelson Mandela wurde nie wegen Mordes verurteilt.
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Re: Gibt es Israelisches Interesse an einer Verhandlungslösung?

Beitragvon bennyh » Di 10. Mai 2016, 09:06

Liegestuhl hat geschrieben:(10 May 2016, 10:00)

Dir ist wohl kein Vergleich zu blöde.

Nelson Mandela wurde nie wegen Mordes verurteilt.

Marwan Bargouti hat niemanden ermordet. Genauso wenig wie Nelson Mandela. Beide hatten Beziehungen und wichtige Rollen in Terrororganisationen, die auch Zivilisten angriffen. Einen großen Unterschied sehe ich nicht.
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Re: Gibt es Israelisches Interesse an einer Verhandlungslösung?

Beitragvon Liegestuhl » Di 10. Mai 2016, 09:21

bennyh hat geschrieben:(10 May 2016, 10:06)

Marwan Bargouti hat niemanden ermordet.


Naturlich hat er. Er ist von einem ordentlichen Gericht wegen 5fachen Mordes verurteilt worden.

Nelson Mandela mit diesem Verbrecher auf eine Stufe zu stellen, ist schon eine Frechheit.
Ein Hütchen mit Federn, die Armbrust über der Schulter, aber ein Jäger ist es nicht.
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Re: Gibt es Israelisches Interesse an einer Verhandlungslösung?

Beitragvon Liegestuhl » Di 10. Mai 2016, 09:43

Sein Vitae Cursus zeigt übrigens, dass eine gute Bildung und eine Perspektive für's Leben keine Allheilmittel gegen Terrorismus sind.
Ein Hütchen mit Federn, die Armbrust über der Schulter, aber ein Jäger ist es nicht.

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