AI: Israel begeht Kriegsverbrechen & Eskalation der Lage

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Re: AI: Israel begeht Kriegsverbrechen & Eskalation der Lage

Beitragvon ThorsHamar » Fr 3. Feb 2017, 12:31

Liegestuhl hat geschrieben:(03 Feb 2017, 10:57)

Günstig ist eine Kategorie, die du in die Diskussion gebracht hast.


Nein, günstig war die Gelegenheit für Israel, weil die Anti-Obama -Phrase Trumps die nötige Rückendeckung versprach.
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Re: AI: Israel begeht Kriegsverbrechen & Eskalation der Lage

Beitragvon ThorsHamar » Fr 3. Feb 2017, 12:39

Liegestuhl hat geschrieben:(03 Feb 2017, 11:04)

Genau. Die Juden sollten lieber auf Leute aus dem Ausland hören, die es wirklich wirklich gut mit ihnen meinen.

:heiligenschein:


Ich sagte nicht "die Juden", wie Du mir unterstellst, sondern, ich zitiere mich :" viele Israelis".
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Re: AI: Israel begeht Kriegsverbrechen & Eskalation der Lage

Beitragvon Liegestuhl » Fr 3. Feb 2017, 13:20

ThorsHamar hat geschrieben:(03 Feb 2017, 12:31)

Nein, günstig war die Gelegenheit für Israel, weil die Anti-Obama -Phrase Trumps die nötige Rückendeckung versprach.


Seit wann braucht Netanyahu denn für den Siedlungsbau Rückdeckung aus den USA?
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Re: AI: Israel begeht Kriegsverbrechen & Eskalation der Lage

Beitragvon Liegestuhl » Fr 3. Feb 2017, 13:24

ThorsHamar hat geschrieben:(03 Feb 2017, 12:39)

Ich sagte nicht "die Juden", wie Du mir unterstellst, sondern, ich zitiere mich :" viele Israelis".


Das Problem ist nicht der israelische Staat, sondern dass dieser Staat ein jüdischer Staat ist. Er ist damit ein nicht-muslimischer Staat auf vorgeblich islamischem Boden. Eine Anerkennung des jüdischen Staates wäre damit ein Verrat am Propheten und der Religion.
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Re: AI: Israel begeht Kriegsverbrechen & Eskalation der Lage

Beitragvon Cobra9 » Fr 3. Feb 2017, 22:55

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Re: AI: Israel begeht Kriegsverbrechen & Eskalation der Lage

Beitragvon bennyh » Sa 4. Feb 2017, 09:31

Liegestuhl hat geschrieben:(03 Feb 2017, 13:24)

Das Problem ist nicht der israelische Staat, sondern dass dieser Staat ein jüdischer Staat ist. Er ist damit ein nicht-muslimischer Staat auf vorgeblich islamischem Boden. Eine Anerkennung des jüdischen Staates wäre damit ein Verrat am Propheten und der Religion.

Der ganz normale Staat Israel, also ohne das Anhängsel "jüdischer Staat", ist doch bereits ein nicht-muslimischer Staat, also de-facto aufgrund der demografischen Verhältnisse. Darüber hinaus sind der Name "Israel" sowie die Staatsflagge doch bereits eindeutige Indikatoren für die jüdische Identität des Staates. Warum sollte es "Verrat am Propheten und der Religion" sein, einen nicht-muslimischen "jüdischen Staat Israel" anzuerkennt, wenn es kein "Verrat am Propheten und der Religion" ist, einen nicht-muslimischen "Staat Israel" anzuerkennen?
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Re: AI: Israel begeht Kriegsverbrechen & Eskalation der Lage

Beitragvon tabernakel » Sa 4. Feb 2017, 10:10

bennyh hat geschrieben:(04 Feb 2017, 09:31)

Der ganz normale Staat Israel, also ohne das Anhängsel "jüdischer Staat", ist doch bereits ein nicht-muslimischer Staat, also de-facto aufgrund der demografischen Verhältnisse. Darüber hinaus sind der Name "Israel" sowie die Staatsflagge doch bereits eindeutige Indikatoren für die jüdische Identität des Staates. Warum sollte es "Verrat am Propheten und der Religion" sein, einen nicht-muslimischen "jüdischen Staat Israel" anzuerkennt, wenn es kein "Verrat am Propheten und der Religion" ist, einen nicht-muslimischen "Staat Israel" anzuerkennen?

Weil es dummerweise der mehrheitlichen Interpretation des Koran entspricht dass Gebiete die einmal unter islamischer Vorherrschaft standen als "Gebiete Allah's" gelten, und damit alle Muslime aufgefordert sind "Jihadis" zu werden und dafür zu sorgen dass sie das wieder werden wenn die Kontrolle mal verloren geht. Das Wort "Jihad" meint in diesem Zusammenhang übrigens jede Art von Anstrengung zur Erreichung dieses Ziels, inklusive finanzielle Unterstützung, politischer Einsatz, Krieg, aber eben auch als extreme Auslegung Terror.

Dies betrifft natürlich in besonderem Maße Israel, welches im Herzen des traditionell Islamischen Herrschaftsbereiches liegt und zudem auch noch Jerusalem umfasst. Es gilt spannenderweise auch für Spanien und Teile Osteuropas, die wären als nächstes dran wenn die "Armee Allah's" Israel erst mal weggeputzt hat. Und da würde es natürlich dann nicht aufhören, denn nach muslimischer Lesart sind Millionen muslimischen Bürger in England, Frankreich und Deutschland Grund genug einen islamischen Herrschaftsanspruch auch über diese Gebiete einzufordern. Die Sharia-Polizei Aktionen die immer wieder mal in Europäischen Großstädten gestartet werden sind nur das erste sichtbare Symptom dieser religiösen Überzeugung.

Natürlich wird diese Lesart individuell mal mehr und mal weniger unterstützt, was mit der Spannbreite an persönlicher Glaubensintensität, den individuellen Möglichkeiten, und nicht zuletzt den politischen Realitäten zusammenhängt. Bis auf Israel, da sind sich die Anhänger des Islam deutlich mehrheitlich einig: Das muss aus ihrer Sicht weg, die Frage ist nur wie lange es dauern darf ...
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Re: AI: Israel begeht Kriegsverbrechen & Eskalation der Lage

Beitragvon Liegestuhl » Sa 4. Feb 2017, 11:42

bennyh hat geschrieben:(04 Feb 2017, 09:31)

Der ganz normale Staat Israel, also ohne das Anhängsel "jüdischer Staat", ist doch bereits ein nicht-muslimischer Staat, also de-facto aufgrund der demografischen Verhältnisse. Darüber hinaus sind der Name "Israel" sowie die Staatsflagge doch bereits eindeutige Indikatoren für die jüdische Identität des Staates.

Gut erkannt, Benny!
Warum sollte es "Verrat am Propheten und der Religion" sein, einen nicht-muslimischen "jüdischen Staat Israel" anzuerkennt, wenn es kein "Verrat am Propheten und der Religion" ist, einen nicht-muslimischen "Staat Israel" anzuerkennen?


:?:

Israel wird nicht als "nicht-muslimischer Staat" anerkannt. Israel befindet sich auf vorgeblich muslimischen Boden.
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Re: AI: Israel begeht Kriegsverbrechen & Eskalation der Lage

Beitragvon bennyh » Sa 4. Feb 2017, 11:48

tabernakel hat geschrieben:(29 Jan 2017, 12:24)
Die Annexion der Krim durch Russland hatte für Russland nur zur Folge dass der Westen einige Sanktionen einführte. Als weit problematischer erwies sich dass der Ölpreis zusammenbrach und der Westen für's Urlaubmachen russischer Panzer in der Ostukraine (!) am laufenden Band weitere Sanktionen erhob. Nur ist die Geschichte noch lange nicht vorüber, Putin hat sich inzwischen bedankt und einem neuen amerikanischen Präsidenten aktiv zur Macht verholfen, einen bei dem er hofft einen für ihn akzeptablen Deal raus schlagen zu können. Wir werden sehen ob es fruchtet.

"Nur" einige Sanktionen ist gut. Stand September 2015 beläuft sich der wirtschaftliche Schaden für Russland durch besagte Sanktionen auf 100 Mrd. USD.
http://europe.newsweek.com/russian-sanctions-could-cost-europe-100-billion-328999
Die sanktionierenden Staaten sind übrigens u.a. die gesamte EU, USA, Kanada, Australien, Neuseeland, Norwegen, die Schweiz, Japan. Man stelle sich ein solches Sanktionenregime im Falle Israels vor. Ich glaube kaum, dass man dort vergleichbare Sanktionen locker wegstecken kann.
tabernakel hat geschrieben:(29 Jan 2017, 12:24)
Die Türkei hat für Zypern wahrlich unter Dauersanktionen zu leiden, alleine die über 100 F-16 mussten ähnlich wie im Falle Israels 1948 unter widrigsten Umständen ins Land geschmuggelt werden. Achso warte, war ja gar nicht so, es gibt praktisch keinen diplomatischen Preis den die Türkei für Nordzypern zu bezahlen hatte. Warum auch, so eindeutig ist der Konflikt nicht, schließlich hatten die Griechen den Status Quo zuvor verändert, und es leben nun mal Griechen UND Türken auf der Insel.

Es gibt ein umfangreiches Sanktionenregime gegen die sogenannte Republik Nordzypern, welches vor allem die EU auferlegt hat. Fun fact: Nordzypern hat sogar einen eigenen internationalen Flughafen, welcher jedoch außer von der Türkei von keinem Staat direkt angeflogen wird, weil Sanktionen und so.
Obwohl die Situation in Zypern nicht schwarz/weiß ist, wie Sie korrekt schreiben, wird die sog. Republik Nordzypern von keinem Staat der Erde außer der Türkei anerkannt. Dabei wäre die Situation in Zypern wesentlich einfacher zu akzeptieren, da es eine klare Trennlinie zwischen Nord- und Südzypern gibt und keine Seite innerhalb der anderen siedelt. Beide Seiten sind territorial zusammenhängend mit ein paar Exklaven, die sich innerhalb der Pufferzone befinden.

tabernakel hat geschrieben:(29 Jan 2017, 12:24)
Und auch China hatte für Tibet seit 1950 keinen wirklichen Preis zu zahlen.

(Die Volksrepublik) China hatte zu dem Zeitpunkt der Annexion keine diplomatischen Beziehungen zu Erstweltstaaten. Darüber hinaus war es ein im Wesentlichen ein Agrarstaat, der sowieso nicht viel exportierte. Zum Zeitpunkt der Annexion war China in einen Krieg mit etwa 28 Erstweltstaaten verwickelt. Mit anderen Worten, politische / diplomatische Sanktionierung war sowieso bereits gegeben, Handel wurde kaum bis gar keiner geführt und gleichzeitig bekämpfte man chinesische Soldaten auf dem Schlachtfeld. Hat China jemals einen Preis für die Annexion bezahlt? Nein, aber eben deshalb, dass Tibet lediglich eines von vielen Problemen ist, die man mit China hat und aufgrund derer China eben nicht in das westliche Staatenbündnis integriert ist wie etwa Südkorea oder Japan. Genauso wie die Sovietunion auch nicht für verschiedene inhumane und völkerrechtswidrige Aktionen direkt sanktioniert wurde, da sie ja bereits der Feind war.

tabernakel hat geschrieben:(29 Jan 2017, 12:24)
Die USA sind seit kurz vor dem 1. Weltkrieg territorial saturiert, was ihre Politik seitdem erklärt. Davor wurde neben legalen Landkäufen (Lousiana-Deal, Alaska-Deal) u.A. Mexico gewaltsam um die Hälfte verkleinert (1836-48),

1. Ist Ihr Beispiel 169 Jahre alt, also reden wir hier von 72 Jahren vor Gründung des Völkerbundes und 97 Jahre vor Gründung der UNO. Wir können darauf einigen, dass die Diplomatie und der Respekt dem Völkerrecht gegenüber (das damals wenn überhaupt, dann nur in Ansätzen überhaupt existierte) noch nicht besonders ausgeprägt war.
2. Hat Mexiko mit dem Vertrag von Guadalupe-Hidalgo die Territorien selbsttätig an die USA abgetreten, bzw. verkauft. Niemand hat der mexikanischen Regierung eine Pistole an den Kopf gehalten und sie dazu gezwungen, den Vertrag zu unterschreiben. Tatsächlich wollte die US-Delegation mehr als sie bekommen haben (nicht wesentlich mehr, aber dennoch). Tatsächlich war US-Präsident Polk extrem sauer darüber, dass die US-Delegation auf Baja Kalifornien verzichtete. Dem Anführer der Delegation Trist wurde es nie verziehen. Fun fact!
tabernakel hat geschrieben:(29 Jan 2017, 12:24)
und Spanien wurden gewaltsam Kolonien entrissen (1898).

1. Spanien hat den USA den Krieg erklärt, nicht umgekehrt
2. wurde kein Territorium von den USA annektiert, sondern im Wesentlichen wurde Kuba von einer spanischen Kolonie in die Unabhängigkeit (wenn auch bis zur Revolution als Schoßhund der USA) entlassen. Wenn überhaupt, hätten die USA dafür belohnt und nicht sanktioniert werden sollen.
tabernakel hat geschrieben:(29 Jan 2017, 12:24)
Zudem wurde Kanada zum Zwecke des Gebietserwerbs angegriffen, doch diese Aktion scheiterte (Krieg von 1812). Sanktionen? Keine.

Wie gehen also noch weiter in der Zeit zurück? Ja, stimmt, es gab keine Sanktionien. Es gab ja auch keine Annexion. Abgesehen davon war man damals in Europa wohl zu sehr damit beschäftigt, gegen Napoleon Krieg zu führen.

tabernakel hat geschrieben:(29 Jan 2017, 12:24)
Die Bewohner der Falklandinseln (immerhin seit 150 Jahren dort ansässig, und das was dort "Eingeborenen" am nächsten kommt) durften nur deshalb bleiben weil England die Invasion der Inseln durch Argentinien 1982 militärisch zurück schlug.

Es gibt keinerlei Indikatoren dafür, dass Sr. Galtieri die Absicht hatte, die Bewohner der Falklandinseln zu vertreiben. Weder hat er jemals Anstalten gemacht, ein solches Unterfangen durchzuführen noch hat er jemals diese Absicht geäußert. Man hat es nicht einmal fertiggebracht, die auf den Falklandinseln stationierten britischen Soldaten nach Großbritanien zu vertreiben, was ursprünglich der Plan war. Er wollte die Hoheit über besagte Inseln und vermutlich hätte dies zu einer Migration einiger Argentiniern auf die Falklandinseln geführt. In Wirklichkeit wollte besagter Sr. aber lediglich von innenpolitischen Problemen ablenken.
tabernakel hat geschrieben:(29 Jan 2017, 12:24)
Durch Verhandlungen oder Sanktionen wäre da genau gar nichts zu machen gewesen,

Niemand behauptet, Sanktionen seien besonders wirkungsvoll, wenn es darum geht, Staaten zum Einlenken zu bringen. Aber sie sind üblich.
tabernakel hat geschrieben:(29 Jan 2017, 12:24)
das einzige was Argentinien von einer erneuten Invasion der Inseln abhält ist die schlimme fiskale Lage und damit verbunden militärische Schwäche.

Was Argentinien davon abhält, ist eine reine Kosten-Nutzen Rechnung. Welche Bedeutung haben die Falklandinseln für Argentinien? Eine sehr geringe, vielleicht abgesehen von Prestige. Es ist nicht so, als wäre Argentinien ein extrem überbevölkerter Staat, der dringend Land benötigt. Welche Konsequenzen hätte eine Invasion, selbst wenn sie militärisch gegenüber GB zu "gewinnen" wäre? Abgesehen von den Kosten einer solchen Aktion auch Sanktionen und politische Isolation durch den Westen. Warum sollte man das wollen? Die südamerikanischen Staaten sind seit etwa 20 Jahren relativ erfolgreich darin, sich zu demokratisieren, brav zu verhalten, sich an die Spielregeln zu halten und sich der westlichen Staatengemeinschaft, vor allem ökonomisch, anzunähern. Wenn überhaupt, dann sind die Falklandinseln ein Gegenbeispiel zu Ihrem Standpunkt (Recht des Stärkeren, etc.)
tabernakel hat geschrieben:(29 Jan 2017, 12:24)Gab's dagegen beissende Sanktionen der EU (die Einwohner der Falklands sind immerhin noch EU-Bürger) gegen Argentinien für den Versuch der militärischen Invasion? Oder wenigstens eine gemeinsame Verurteilung des Vorgehens? Natürlich nicht.

Nein, denn die Militärjunta von Sr. Galtieri, die man alleinig für besagte Invasion verantwortlich machen kann, ist ja ganz kurz nach dem Falklandkrieg (aufgrund der Niederlage, fun fact) gestürzt worden. Es ist ganz bestimmt nicht die argentinische Bevölkerung gewesen, die wegen der Falklandinseln in den Krieg ziehen wollte. Warum hätte man also ein Volk dafür bestrafen sollen, was (einzig) eine nicht mehr amtierende Regierung verbrochen hat? Damit wäre niemandem geholfen gewesen.


tabernakel hat geschrieben:(29 Jan 2017, 12:24)
Wenn man irgendwann die Gründe für den Brexit historisch zusammenfassen will, hier ist ein spannender Ansatzpunkt: Kontinentaleuropa hat damals eine gigantische Chance verspielt Solidarität mit England zu zeigen, und den Engländern zu beweisen dass sie sich auf ihre Partner auch im Konfliktfall verlassen können.

Vielleicht sollten wir doch beim Thema bleiben.
tabernakel hat geschrieben:(29 Jan 2017, 12:24)
Dann gibt's noch die Annektion der Westsahara durch Marokko,

Eines der wenigen Beispiele, die zu einem gewissen Grad "funktionieren". Es gibt tatsächlich ein Maß an Passivität seitens der UNO und internationalen Staatengemeinschaft, was die Unabhängigkeitsbestrebungen der Sahrauis in Marokko angeht. Allerdings ist es auch nicht so, dass man international die Westsaharafrage geschlossen zugunsten von Marokko entschieden hätte. Man ist sich international durchaus der Tatsache bewusst, dass hier ein ungelöster Konflikt besteht.
tabernakel hat geschrieben:(29 Jan 2017, 12:24)
die Landkonflikte zwischen Ägypten und Sudan, zwischen Äthiopien und Somalia, usw.

Welche Territorien wurden hier annektiert?
tabernakel hat geschrieben:(29 Jan 2017, 12:24)
Was hat das alles mit Israel zu tun? Die Erkenntnis dass am Ende militärische Stärke durchaus Landkonflikte entscheidet, es gibt international so etwas wie das Recht des Stärkeren. Dieses wird natürlich diplomatisch beschränkt, sonst hätten wir weltweit ständig Konflikte. Aber zu bestreiten dass am Ende militärische Stärke ein wichtiger Faktor ist,

Selbstverständlich ist es ein wichtiger Faktor, aber die Aussicht, für völkerrechtswidrige Aktionen zur Verantwortung gezogen zu werden, ist ebenfalls ein wichtiger Faktor, vor allem für kleinere Staaten, die vielleicht regional die Spielregeln vorgeben können, aber global eher Zwerge sind.
tabernakel hat geschrieben:(29 Jan 2017, 12:24)
oder zu glauben dass es eine internationale Staatenpolizei gäbe die alles richtet,

Es gibt keine Staaten"polizei", aber es gibt Staaten, die - jenseits ihrer machievellistischen Eigeninteressen - auch gewisse Prinzipien verfolgen. Als Faustregel kann man sagen, dass diese Prinzipientreue positiv mit dem Demokratiegrad der Staaten korreliert. Wir können uns darauf einigen, dass besagte Prinzipientreue seine Grenzen hat und im Zweifelsfall häufig durch Eigeninteressen kompromitiert wird. Dennoch ist man nicht partout auf beiden Augen blind bei internationalen Konflikten.
tabernakel hat geschrieben:(29 Jan 2017, 12:24)
Die UN besteht vor allem anderen aus nationalen Interessenvertretern die versuchen Einfluss zu nutzen um das meiste für ihre Staaten herauszuholen, Recht oder Unrecht interessiert da nahezu null.

Zunächst mal gibt es die UN und es gibt "die Staaten". Man sollte nicht den Fehler machen, die beiden Konzepte zu verwechseln (das erinnert mich häufig daran, wenn Leute die EU mit Europa verwechseln). "Die Staaten" sind in gewisser Hinsicht paradox: Einerseit können sie extrem rationale Dinge zustande kriegen (Dayton-Vertrag, weltweite Dekolonialisierung, Nordirland-Übereinkunft, etc pp.), andererseits können sie auch sehr irrational agieren (1. WK, Syrien, Kalter Krieg, etc.). Es kommt hat auch die jeweilige spezifische Situation an.
tabernakel hat geschrieben:(29 Jan 2017, 12:24)
Die Israelis wissen dass die internationale Staatengemeinschaft genau keinen Finger krümmen würde sollten sie jemals einen Krieg verlieren, und das hilft ihnen dabei die Realität niemals aus dem Auge zu verlieren.

Die Staatengemeinschaft hat Israel bereits mehrfach in kritischen (1947/1948, 1973, etc.) sowie unkritischen (1956, 2006, 2008, etc.) Kriegen unterstützt. Bisher war die Staatengemeinschaft deutlich mehr Segen als Fluch für Israel. Wobei wir uns natürlich darin einig sind, dass man daraus nicht ableiten kann, dass dies immer der Fall sein muss.
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Re: AI: Israel begeht Kriegsverbrechen & Eskalation der Lage

Beitragvon bennyh » Sa 4. Feb 2017, 11:51

Liegestuhl hat geschrieben:(04 Feb 2017, 11:42)
Israel wird nicht als "nicht-muslimischer Staat" anerkannt. Israel befindet sich auf vorgeblich muslimischen Boden.

Wie gesagt, der Name, die Staatsflagge, die Nationalhymne, etc. erscheinen mir relativ deutliche Indikatoren für den jüdischen, mir anderen Worten nicht-muslimischen Charakter des Staates. Ich glaube kaum, dass es viele Araber gibt, die der Meinung sind, der Staat Israel sei kein nicht-muslimer Staat.
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Re: AI: Israel begeht Kriegsverbrechen & Eskalation der Lage

Beitragvon Liegestuhl » Sa 4. Feb 2017, 12:55

bennyh hat geschrieben:(04 Feb 2017, 11:51)

Wie gesagt, der Name, die Staatsflagge, die Nationalhymne, etc. erscheinen mir relativ deutliche Indikatoren für den jüdischen, mir anderen Worten nicht-muslimischen Charakter des Staates. Ich glaube kaum, dass es viele Araber gibt, die der Meinung sind, der Staat Israel sei kein nicht-muslimer Staat.


Das Land (der Grund) auf dem dieser Staat sich befindet, ist vorgeblich muslimisches Land.
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Re: AI: Israel begeht Kriegsverbrechen & Eskalation der Lage

Beitragvon Teeernte » Sa 4. Feb 2017, 12:58

Liegestuhl hat geschrieben:(04 Feb 2017, 12:55)

Das Land (der Grund) auf dem dieser Staat sich befindet, ist vorgeblich muslimisches Land.


Immer diese Vorurteile...
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Re: AI: Israel begeht Kriegsverbrechen & Eskalation der Lage

Beitragvon tabernakel » Sa 4. Feb 2017, 15:29

bennyh hat geschrieben:"Nur" einige Sanktionen ist gut. Stand September 2015 beläuft sich der wirtschaftliche Schaden für Russland durch besagte Sanktionen auf 100 Mrd. USD.

Wie gesagt, ich zweifle hier nicht die Sanktionen an sich an, sondern deren Begründung. Die Sanktionen werden für den fortgesetzten Konflikt in der Ostukraine verhängt, NICHT für die Krim. Der Westen hat die Krim bereits abgeschrieben, das Recht des Stärkeren hat da also bereits entschieden.

bennyh hat geschrieben:Es gibt ein umfangreiches Sanktionenregime gegen die sogenannte Republik Nordzypern, welches vor allem die EU auferlegt hat.

Genau. Weil wir das mit den Sanktionen so ernst meinen, wurden sie gegen Nordzypern ausgesprochen, also ein Territorium welches sowieso fast seinen gesamten Handel mit der Türkei bestreitet. Und nicht gegen die Türkei ... was für eine Farce. Ansonsten hat man auch hier das Recht des Stärkeren akzeptiert, einfach weil damals ein Konflikt mit der Türkei geopolitisch zu teuer gewesen wäre.

bennyh hat geschrieben:Es ist ganz bestimmt nicht die argentinische Bevölkerung gewesen, die wegen der Falklandinseln in den Krieg ziehen wollte. Warum hätte man also ein Volk dafür bestrafen sollen, was (einzig) eine nicht mehr amtierende Regierung verbrochen hat? Damit wäre niemandem geholfen gewesen.

Diese Sichtweise geht leider komplett an der Realität vorbei. Das damalige Militärregime griff die Falklandinseln an, das ist korrekt, aber rein als populistische Maßname um sich bei der Bevölkerung einzuschleimen und so von innenpolitischen Problemen abzulenken. Als die Falkland-Inseln besetzt wurden gab es tagelang Feiern auf dem Straßen Argentiniens, man erfüllte hier einen innigen Wunsch der Bevölkerung! Das Remime wurde gestürzt weil es den Krieg VERLOREN hatte, nicht weil es diesen begonnen hatte! Und nach der Niederlage und Abdankung des Regimes war es daher auch eine der ersten Maßnahmen der nun demokratischen Nachfolgeregierung den Anspruch Argentiniens auf die Falklandinseln in der Verfassung zu verankern, und jedem argentinischen Schulkind von da an zeitig beizubringen dass die Inseln argentinisch zu sein haben. Die Äußerungen der letzten Argentinischen Regierung zu den "Squattern" auf den Inseln deren Rechte nicht interessieren kommen nicht aus dem Nichts, sie haben dort ihre Wurzeln.

Und haben wir Europäer darauf reagiert? Gar nicht, sonst hätte Argentinien seit 1982 kein einziges Steak mehr nach Europa exportieren dürfen. Aber wozu das Recht des in Zukunft wohl irgendwann Stärkeren einschränken wenn man sich den Konflikt auch einfach schön reden kann, und die Steaks so saftig sind ...

bennyh hat geschrieben:2. Hat Mexiko mit dem Vertrag von Guadalupe-Hidalgo die Territorien selbsttätig an die USA abgetreten, bzw. verkauft. Niemand hat der mexikanischen Regierung eine Pistole an den Kopf gehalten und sie dazu gezwungen, den Vertrag zu unterschreiben.

*hust* Wie viel mehr "Pistole an den Kopf halten" geht eigentlich noch als die Hauptstadt der Gegenseite militärisch zu besetzen??? :D Scott's Mexico City campaign
Ich denke Du verwechselst den Vertrag mit dem "Gadsden Purchase" von 1853. Der war Eisenbahnbedingt, relativ frei ausgehandelt, und betraf nur ein vergleichsweise kleines Gebiet. Aber man kann durchaus argumentieren dass Mexico nur 5 Jahre nach der vorangegangenen Niederlage vor der Wahl "Geld nehmen und verkaufen, oder Gebiet verlieren ohne Kompensation" stand. Recht des Stärkeren, in beiden Fällen. Und es wäre wie von Dir angesprochen wohl noch viel mehr Territorium übernommen worden wenn die Diskussionen um die Sklaverei und anschließend der Bürgerkrieg nicht dazwischen gekommen wären ...

bennyh hat geschrieben:1. Spanien hat den USA den Krieg erklärt, nicht umgekehrt.
2. wurde kein Territorium von den USA annektiert

Stimmt, das hat Spanien getan. Nachdem ihnen die USA wieder und wieder vorwarfen die USS Maine in Havana versenkt zu haben, während so ziemlich jede Untersuchung seitdem zu dem Schluss kam dass das Schiff von innen her (und wohl durch spontane Korditexplosien von selbst) explodierte. Zumal das Schiff bei Indienststellung militärisch dermaßen überholt war dass es bereits 1898 kurz vor der Ausmusterung stand - am Ende fand man vielleicht gar ne zweckmäßige Verwendung als vorgeschobener Kriegsgrund. Nachdem die USA sich wieder und wieder in den Unabhängigkeitskrieg Kubas mit Spanien einmischten. Nachdem die USA Spanien ein Ultimatum (!) gestellt hatten Kuba aufzugeben. Nach all diesen Provokationen erklärte Spanien den USA den Krieg, im Wissen um deren militärische Überlegenheit. Und verlor Kuba (temorär an die USA), Puerto Rico (bis heute US Territorium), Guam (bis heute US Territorium), und die Philippinen (Folge war der Philippinisch–Amerikanische Krieg als die USA das Territorium annektieren wollten, weitere Rebellionen, und schließlich die Entlassung in die Unabhängigkeit nach dem 2. WK). Recht des Stärkeren in Reinkultur.

bennyh hat geschrieben:Vielleicht sollten wir doch beim Thema bleiben.

Denke auch wir schweifen zu weit vom Thread-Thema ab, daher werde ich mich hierzu an dieser Stelle nicht weiter dazu äußern. Aber die obigen Punkte wollte ich denn doch nicht unkorrigiert stehen lassen, auch weil aktuell zu viele "alternative Fakten" grassieren ...
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Re: AI: Israel begeht Kriegsverbrechen & Eskalation der Lage

Beitragvon Liegestuhl » So 5. Feb 2017, 12:40

tabernakel hat geschrieben:(04 Feb 2017, 10:10)

Weil es dummerweise der mehrheitlichen Interpretation des Koran entspricht dass Gebiete die einmal unter islamischer Vorherrschaft standen als "Gebiete Allah's" gelten, und damit alle Muslime aufgefordert sind "Jihadis" zu werden und dafür zu sorgen dass sie das wieder werden wenn die Kontrolle mal verloren geht. Das Wort "Jihad" meint in diesem Zusammenhang übrigens jede Art von Anstrengung zur Erreichung dieses Ziels, inklusive finanzielle Unterstützung, politischer Einsatz, Krieg, aber eben auch als extreme Auslegung Terror.

Dies betrifft natürlich in besonderem Maße Israel, welches im Herzen des traditionell Islamischen Herrschaftsbereiches liegt und zudem auch noch Jerusalem umfasst.


Und in genau diesem Kontext ist auch die arabische "Friedensinitiative" zu verstehen. Saudi-Arabien lässt keine Gelegenheit aus, sich als strenger und rechtmäßiger Hüter der Lehren des Propheten darzustellen. Die Wahhabiten stehen für eine wortgetreue, reine und drastisch konsequente Auslegung des islamischen Quellen. Es ist doch schon sehr unwahrscheinlich, dass ausgerechnet das arabische Königshaus sich aktiv dafür einsetzen wird, dass ehemalig muslimischer Boden, im gegenseitigen Konsens, zugunsten von Nichtmuslimen aufgegeben wird. Wahrscheinlicher ist es, dass der neue palästinensische Staat als Sprungbrett genutzt werden sollte, um dem jüdischen Staat unter Mithilfe anderer arabischer Staaten endgültig den Garaus zu machen.
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Re: AI: Israel begeht Kriegsverbrechen & Eskalation der Lage

Beitragvon Joker » So 5. Feb 2017, 13:07

Wenn da wirklich Krieg ist
Findet man die Kriegsverbrecher doch eher bei den Pallis

Die Pallis sind in diesen Krieg die Partei welche sämtlichen völkerrechtlichen regeln zu kriegerischen Handlungen in allen Bereichen verletzen und total ignorieren
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Re: AI: Israel begeht Kriegsverbrechen & Eskalation der Lage

Beitragvon ThorsHamar » Mo 6. Feb 2017, 22:54

Liegestuhl hat geschrieben:(04 Feb 2017, 12:55)

Das Land (der Grund) auf dem dieser Staat sich befindet, ist vorgeblich muslimisches Land.


...was ist es denn für Land? Jüdisches? :cool:
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bennyh
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Re: AI: Israel begeht Kriegsverbrechen & Eskalation der Lage

Beitragvon bennyh » Mi 15. Feb 2017, 17:48

tabernakel hat geschrieben:(04 Feb 2017, 15:29)
Wie gesagt, ich zweifle hier nicht die Sanktionen an sich an, sondern deren Begründung. Die Sanktionen werden für den fortgesetzten Konflikt in der Ostukraine verhängt, NICHT für die Krim. Der Westen hat die Krim bereits abgeschrieben, das Recht des Stärkeren hat da also bereits entschieden.

Verstehe ich Sie richtig, dass die sanktionierenden Staaten ihr Kredo für die Sanktionen, die seit der Annexion der Krim bestehen, von "wir sanktionieren euch für die Krim und für den Donbass" in "wir sanktionieren euch nur noch für den Donbass. Die Krim haben wir bereits abgeschrieben" geändert haben? Wenn ja: offiziell oder inoffiziell? Haben Sie irgendwelche Belege, die diese steile These untermauern?

tabernakel hat geschrieben:(04 Feb 2017, 15:29)
Genau. Weil wir das mit den Sanktionen so ernst meinen, wurden sie gegen Nordzypern ausgesprochen, also ein Territorium welches sowieso fast seinen gesamten Handel mit der Türkei bestreitet. Und nicht gegen die Türkei ... was für eine Farce. Ansonsten hat man auch hier das Recht des Stärkeren akzeptiert, einfach weil damals ein Konflikt mit der Türkei geopolitisch zu teuer gewesen wäre.

Ein Territorium, welches sowieso fast seinen gesamten Handel mit der Türkei bestreitet... Zufall?

tabernakel hat geschrieben:(04 Feb 2017, 15:29)
Diese Sichtweise geht leider komplett an der Realität vorbei. Das damalige Militärregime griff die Falklandinseln an, das ist korrekt, aber rein als populistische Maßname um sich bei der Bevölkerung einzuschleimen und so von innenpolitischen Problemen abzulenken. Als die Falkland-Inseln besetzt wurden gab es tagelang Feiern auf dem Straßen Argentiniens, man erfüllte hier einen innigen Wunsch der Bevölkerung! Das Remime wurde gestürzt weil es den Krieg VERLOREN hatte, nicht weil es diesen begonnen hatte! Und nach der Niederlage und Abdankung des Regimes war es daher auch eine der ersten Maßnahmen der nun demokratischen Nachfolgeregierung den Anspruch Argentiniens auf die Falklandinseln in der Verfassung zu verankern, und jedem argentinischen Schulkind von da an zeitig beizubringen dass die Inseln argentinisch zu sein haben. Die Äußerungen der letzten Argentinischen Regierung zu den "Squattern" auf den Inseln deren Rechte nicht interessieren kommen nicht aus dem Nichts, sie haben dort ihre Wurzeln.

Und haben wir Europäer darauf reagiert? Gar nicht, sonst hätte Argentinien seit 1982 kein einziges Steak mehr nach Europa exportieren dürfen. Aber wozu das Recht des in Zukunft wohl irgendwann Stärkeren einschränken wenn man sich den Konflikt auch einfach schön reden kann, und die Steaks so saftig sind ...

Sanktionen werden gegen Regierungen, bzw genauer deren Entscheidungen verhängt. Ob Teile der Zivilbevölkerung tagelang Feiern auf dem Straßen abhalten, ist da vollkommen irrelevant. Besagte Regierung ist kurz nach Ende des Falklandkrieges gestürzt worden. Entsprechende Sanktionen gab es bereits seit kurz nach Invasion der Falklandinseln von der EWG. Diese hätten sicherlich auch angedauert und wäre auch von nicht-EWG Staaten ausgeführt worden, wäre der Falklandkrieg anders verlaufen. Selbst wenn die argentinischen Steaks noch so lecker sind.

tabernakel hat geschrieben:(04 Feb 2017, 15:29)
*hust* Wie viel mehr "Pistole an den Kopf halten" geht eigentlich noch als die Hauptstadt der Gegenseite militärisch zu besetzen??? :D Scott's Mexico City campaign
Ich denke Du verwechselst den Vertrag mit dem "Gadsden Purchase" von 1853. Der war Eisenbahnbedingt, relativ frei ausgehandelt, und betraf nur ein vergleichsweise kleines Gebiet. Aber man kann durchaus argumentieren dass Mexico nur 5 Jahre nach der vorangegangenen Niederlage vor der Wahl "Geld nehmen und verkaufen, oder Gebiet verlieren ohne Kompensation" stand. Recht des Stärkeren, in beiden Fällen. Und es wäre wie von Dir angesprochen wohl noch viel mehr Territorium übernommen worden wenn die Diskussionen um die Sklaverei und anschließend der Bürgerkrieg nicht dazwischen gekommen wären ...


Stimmt, das hat Spanien getan. Nachdem ihnen die USA wieder und wieder vorwarfen die USS Maine in Havana versenkt zu haben, während so ziemlich jede Untersuchung seitdem zu dem Schluss kam dass das Schiff von innen her (und wohl durch spontane Korditexplosien von selbst) explodierte. Zumal das Schiff bei Indienststellung militärisch dermaßen überholt war dass es bereits 1898 kurz vor der Ausmusterung stand - am Ende fand man vielleicht gar ne zweckmäßige Verwendung als vorgeschobener Kriegsgrund. Nachdem die USA sich wieder und wieder in den Unabhängigkeitskrieg Kubas mit Spanien einmischten. Nachdem die USA Spanien ein Ultimatum (!) gestellt hatten Kuba aufzugeben. Nach all diesen Provokationen erklärte Spanien den USA den Krieg, im Wissen um deren militärische Überlegenheit. Und verlor Kuba (temorär an die USA), Puerto Rico (bis heute US Territorium), Guam (bis heute US Territorium), und die Philippinen (Folge war der Philippinisch–Amerikanische Krieg als die USA das Territorium annektieren wollten, weitere Rebellionen, und schließlich die Entlassung in die Unabhängigkeit nach dem 2. WK). Recht des Stärkeren in Reinkultur.

Wir können uns gegenseitig bei Konflikten und Kriegen des 19. Jahrhunderts korrigieren und unsere Korrekturen weiter korrigieren, aber es ist überhaupt nicht zielführend. Kein einziger dieser Kriege hat irgendeine Relevanz als "Gegenbeweis". Das institutionalisierte Völkerreicht wurde erst im Jahre 1920 in einen prä-natalen Zustand versetzt und im Jahre 1945 geboren. Die europäischen Staaten hatten in dem Zeitalter, aus dem ihre Beispiele stammen, ein Großteil der Welt unter Kolonialherrschaft, also mitnichten irgendeine moralische Position oder Interesse, um Sanktionen auszusprechen.
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Re: AI: Israel begeht Kriegsverbrechen & Eskalation der Lage

Beitragvon tabernakel » Mi 15. Feb 2017, 19:03

@Bennyh: Wie oben angekündigt habe ich die Antwort per PN gesendet, da die Diskussion aus meiner Sicht das Thread-Thema zu weit verlässt.
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Re: AI: Israel begeht Kriegsverbrechen & Eskalation der Lage

Beitragvon Liegestuhl » Do 29. Jun 2017, 14:52

Liegestuhl hat geschrieben:(03 Feb 2017, 13:24)

Das Problem ist nicht der israelische Staat, sondern dass dieser Staat ein jüdischer Staat ist. Er ist damit ein nicht-muslimischer Staat auf vorgeblich islamischem Boden. Eine Anerkennung des jüdischen Staates wäre damit ein Verrat am Propheten und der Religion.



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