Kleine Stilkunde für Israelkritiker

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pittbull

Re: Kleine Stilkunde für Israelkritiker

Beitragvon pittbull » Do 21. Feb 2013, 23:40

NaSoWas » Fr 22. Feb 2013, 00:24 hat geschrieben:Quatsch: Zakat ist keine Steuer sondern ein freiwilliges religiöses Almosen.

Nope; das ist eine religiöse Pflicht. In einer islamischen Theokratie muss jeder Moslem die Zakat zahlen.

NaSoWas » Fr 22. Feb 2013, 00:24 hat geschrieben:Da sie den Entzug von "Privilegien" durch Moslems offensichtlich gutheissen nehme ich an,

Falsch angenommen. :p
Puschel

Re: Kleine Stilkunde für Israelkritiker

Beitragvon Puschel » Fr 22. Feb 2013, 15:29

NaSoWas » Do 21. Feb 2013, 22:12 hat geschrieben:Erstens sind wir nicht in England, und...
Zweitens gibt es keinen pauschalen jüdischen Haß auf "die Moslems". Ist jetzt ihre Frage beantwortet?!

Was unbeantwortet übrig bleibt, sind meine Fragen zum islamischen PRINZIPIELLEN Haß auf Juden, gepaart mit der "Herrenrasse"-Meinung, daß Juden KEINE Menschenrechte haben!

Da fällt ihnen als Antwort wohl nix ein, gelle?


Als alter Thüringer sollten sie wissen, das es im Islam keinen Hass gibt, außer die Verachtung der Sünde....wenn man überhaupt Verachtung der Sünde mit Hass gleichstellen kann. :thumbup:

Der Islam lehrt den Umgang mit dem Volk der Schriften (ergo Juden und Christen)



Und streitet nicht mit dem Volk der Schrift, es sei denn auf beste Art und Weise, außer mit jenen von ihnen, die unrecht handeln. Und sprecht: „Wir glauben an das, was zu uns herabgesandt wurde und was zu euch herabgesandt wurde. Unser Gott und euer Gott ist ein- und derselbe. Und Ihm sind wir ergeben.“ (Qur’an, 29:46)

Meine Meinung ist:

Es gibt radikale Spinner und Verbrecher und Kriegstreiber und Mörder unter allen Völkern und Religionen. Dazu muß ich mir kein eigenes Feindbild erschaffen. Wer nämlich sich oder seinem Volk ein Feindbild nach genanntem Muster präsentiert plant im Verborgenem übles! :thumbup:


Ihre Frage nun beantwortet?
Zuletzt geändert von Puschel am Fr 22. Feb 2013, 15:30, insgesamt 1-mal geändert.
bennyh
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Re: Kleine Stilkunde für Israelkritiker

Beitragvon bennyh » Sa 23. Feb 2013, 12:55

Ich sehe eigentlich, dass Islam und Judentum sich sowohl in theologischer Hinsicht als auch historisch gesehen recht nahestehen. Beides sind, im Gegensatz zum Christentum, rein monotheistische Religionen. Abgesehen von Details wie der Beschneidungspflicht und koscheren Ernährungsvorschriften, entspringen beide Religionen demselben Volk (bzw. haben Israeliten und Araber laut Torah und Koran sogar denselben (Stammes)vater). Darüber hinaus ist das Judentum im Gegensatz zum Christentum keine missionierende Religion und steht damit auch nicht in direkter Konkurrenz zum Islam.

Als die Juden im christlichen Europa verfolg und mit dem Tode bedroht waren, sind tausende von ihnen ins von den Arabern besetzte Spanien, genannt al-Andalus, ausgewandert, wo sie ihre Religion wieder frei ausüben konnten. Nach der christlichen Rückeroberung der iberischen Halbinsel fanden viele dann Zuflucht im osmanischen Reich.

Historisch gesehen waren die Mulime eher die Schutzpatrone der Juden als ihre Feinde. Das Phänomen des islamischen Antisemitismus ist ein relativ neues und basiert sicherlich zu großen Teilen auf der Existenz des säkularen Staates Israel im Herzen des Dar al-Islam. Der jüdische Exodus aus der arabischen Welt fand ja auch erst nach 1948 statt. Das macht islamischen Antisemitismus natürlich auch nicht tolerierbarer, aber mit Pauschalaussagen gemäß "alle Moslems hassen Juden, weil im Koran steht, dass sie das müssen", ist sicherlich auch niemandem geholfen.
"Dafür bekommst Du ne saftige Sperre, Junge!"
"Bei uns herrschen Regeln. Nimm dich gefälligst zurück, sonst bist du hier raus, aber für immer!"
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Re: Kleine Stilkunde für Israelkritiker

Beitragvon Kavenzmann » Di 23. Jul 2013, 13:22

bennyh » Samstag 23. Februar 2013, 13:55 hat geschrieben:Ich sehe eigentlich, dass Islam und Judentum sich sowohl in theologischer Hinsicht als auch historisch gesehen recht nahestehen.
OMG :? :s :mad:

Beides sind, im Gegensatz zum Christentum, rein monotheistische Religionen. Abgesehen von Details wie der Beschneidungspflicht und koscheren Ernährungsvorschriften, entspringen beide Religionen demselben Volk (bzw. haben Israeliten und Araber laut Torah und Koran sogar denselben (Stammes)vater).
Schlimm. Du liegst in nahezu allen Punkten dermaßen schief... :rolleyes:
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Re: Kleine Stilkunde für Israelkritiker

Beitragvon bennyh » Di 23. Jul 2013, 13:39

Kavenzmann » Di 23. Jul 2013, 22:22 hat geschrieben:

Schlimm. Du liegst in nahezu allen Punkten dermaßen schief... :rolleyes:

Na dann klären Sie mich doch bitte auf, anstatt nur mit den Augen zu rollen. Aber inhaltliche Beiträge scheinen nicht ganz Ihr Stil zu sein, daher werde ich wohl vergeblich auf Informationen von Ihnen warten.
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Re: Kleine Stilkunde für Israelkritiker

Beitragvon Kavenzmann » Di 23. Jul 2013, 13:46

Kavenzmann » Di 23. Jul 2013, 22:22 hat geschrieben: Schlimm. Du liegst in nahezu allen Punkten dermaßen schief... :rolleyes:
bennyh » Dienstag 23. Juli 2013, 14:39 hat geschrieben:Na dann klären Sie mich doch bitte auf, anstatt nur mit den Augen zu rollen.
Es ist so viel, daß ich gar nicht weiß, wo ich anfangen soll...

Aber inhaltliche Beiträge scheinen nicht ganz Ihr Stil zu sein, daher werde ich wohl vergeblich auf Informationen von Ihnen warten.
Mein Stundensatz beträgt 100 -120 € netto.
Erstaunlich, daß Du so vehement diskutierst, obwohl Deine Wissensbasis offensichtlich eher dünn ist.
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Re: Kleine Stilkunde für Israelkritiker

Beitragvon bennyh » Di 23. Jul 2013, 13:48

Kavenzmann » Di 23. Jul 2013, 22:46 hat geschrieben: Es ist so viel, daß ich gar nicht weiß, wo ich anfangen soll...

Mein Stundensatz beträgt 100 -120 € netto.
Erstaunlich, daß Du so vehement diskutierst, obwohl Deine Wissensbasis offensichtlich eher dünn ist.

Fangen Sie doch einfach dort an, wo Sie der Meinung sind, dass ich mich irre. Wie lange brauchen Sie, um eine Antwort zu formulieren? Ich denke, ich kann Ihnen den entsprechenden Betrag überweisen. Schicken Sie mir einfach eine pm mit Ihrer Kontonummer.
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Re: Kleine Stilkunde für Israelkritiker

Beitragvon Muninn » Di 23. Jul 2013, 13:49

bennyh » Sa 23. Feb 2013, 12:55 hat geschrieben:Ich sehe eigentlich, dass Islam und Judentum sich sowohl in theologischer Hinsicht als auch historisch gesehen recht nahestehen. Beides sind, im Gegensatz zum Christentum, rein monotheistische Religionen. Abgesehen von Details wie der Beschneidungspflicht und koscheren Ernährungsvorschriften, entspringen beide Religionen demselben Volk (bzw. haben Israeliten und Araber laut Torah und Koran sogar denselben (Stammes)vater). Darüber hinaus ist das Judentum im Gegensatz zum Christentum keine missionierende Religion und steht damit auch nicht in direkter Konkurrenz zum Islam.

Als die Juden im christlichen Europa verfolg und mit dem Tode bedroht waren, sind tausende von ihnen ins von den Arabern besetzte Spanien, genannt al-Andalus, ausgewandert, wo sie ihre Religion wieder frei ausüben konnten. Nach der christlichen Rückeroberung der iberischen Halbinsel fanden viele dann Zuflucht im osmanischen Reich.

Historisch gesehen waren die Mulime eher die Schutzpatrone der Juden als ihre Feinde. Das Phänomen des islamischen Antisemitismus ist ein relativ neues und basiert sicherlich zu großen Teilen auf der Existenz des säkularen Staates Israel im Herzen des Dar al-Islam. Der jüdische Exodus aus der arabischen Welt fand ja auch erst nach 1948 statt. Das macht islamischen Antisemitismus natürlich auch nicht tolerierbarer, aber mit Pauschalaussagen gemäß "alle Moslems hassen Juden, weil im Koran steht, dass sie das müssen", ist sicherlich auch niemandem geholfen.



Islam und Christentum stehen auf dem Selben Fundament. Dem Judentum. Haben da weder von Christen noch von Muslimen je Wiederspruch gehört.
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Re: Kleine Stilkunde für Israelkritiker

Beitragvon Chajm » Di 23. Jul 2013, 13:50

bennyh » Di 23. Jul 2013, 13:48 hat geschrieben:Fangen Sie doch einfach dort an, wo Sie der Meinung sind, dass ich mich irre. Wie lange brauchen Sie, um eine Antwort zu formulieren? Ich denke, ich kann Ihnen den entsprechenden Betrag überweisen. Schicken Sie mir einfach eine pm mit Ihrer Kontonummer.


Auslandsüberweisungen kosten aber extra und dann sollten Sie bedenken, dass das "Institut" dann über Ihre Klardaten verfügt! :D
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Re: Kleine Stilkunde für Israelkritiker

Beitragvon bennyh » Di 23. Jul 2013, 13:53

p.o.lemik » Di 23. Jul 2013, 22:50 hat geschrieben:
Auslandsüberweisungen kosten aber extra und dann sollten Sie bedenken, dass das "Institut" dann über Ihre Klardaten verfügt! :D

Das geht schon klar, gibt ja Ozforex. Keine Ahnung, welches Institut Sie meinen.
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Re: Kleine Stilkunde für Israelkritiker

Beitragvon Kavenzmann » Di 23. Jul 2013, 13:53

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Re: Kleine Stilkunde für Israelkritiker

Beitragvon Platon » Di 23. Jul 2013, 14:02

Muninn » Di 23. Jul 2013, 14:49 hat geschrieben:Islam und Christentum stehen auf dem Selben Fundament. Dem Judentum. Haben da weder von Christen noch von Muslimen je Wiederspruch gehört.

Das Verhältnis ist in Wirklichkeit dann doch etwas komplexer. Das Judentum in seiner heutigen Form, d.h. das rabbinische Judentum hat, sich zeitlich paralell zum Christentum herausgebildet. Wobei sich beide Religionen in unterschiedlicher Weise mit dem Alten Testament auf denselben Text beziehen. Während der Islam seinen eigenen Textkorpus hat und die Geschichten des alten Testaments in koranischen Begriffen (Jesus, David, Salomo und Moses als Propheten im koranischen/islamischen Sinne) erzählt und interpretiert.

Auch wenn Muslime und Christen der obigen Aussage zustimmen, dann sehen sie das Judentum sozusagen als Vorgängerreligion. Die Christen sind der Ansicht der alte Bund Gottes mit Israel sei durch einen neuen Bund mit den christlichen Gläubigen ersetzt worden, was man keineswegs so sehen muss und wohl viel mit der eigenen Interpretation von Paulus in diesem Punkt zusammen hängt.
Während die Muslime der Ansicht sind, dass das eigentliche Judentum wie es die Propheten verkünden von Menschen verfälscht wurde und der Islam die eigentlich unverfälschte Religion ist.

In diesem Sinne ist die Aussage "Islam und Christentum stehen auf dem Selben Fundament." historisch gesehen so eine Sache und auch theologisch gesehen, muss das nicht zwangsläufig so nett gemeint sein, wie man vielleicht zunächst glauben möchte.
Zuletzt geändert von Platon am Di 23. Jul 2013, 14:11, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: Kleine Stilkunde für Israelkritiker

Beitragvon bennyh » Di 23. Jul 2013, 14:12

Ich als Atheist habe sowieso null Beziehung zu dem Thema. Ich kann aber aus persönlicher Erfahrung sagen, dass sich die Muslime, mit denen ich mich bisher ausgetauscht habe, deutlich mehr mit dem Judentum identifizieren können als mit dem Christentum. Die Trinität des Christentum scheint in dem Zusammenhang das größte Hinternis darzustellen. Ich kann allerdings nichts dazu sagen, mit welcher Religion sich das Judentum eher identifiziert.
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Re: Kleine Stilkunde für Israelkritiker

Beitragvon Chajm » Di 23. Jul 2013, 14:42

bennyh » Di 23. Jul 2013, 13:53 hat geschrieben:Das geht schon klar, gibt ja Ozforex. Keine Ahnung, welches Institut Sie meinen.


:D Dann sollten Sie sich mal den Avatar des users genauer anschauen! :D
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Re: Kleine Stilkunde für Israelkritiker

Beitragvon bennyh » Di 23. Jul 2013, 14:54

p.o.lemik » Di 23. Jul 2013, 23:42 hat geschrieben:
:D Dann sollten Sie sich mal den Avatar des users genauer anschauen! :D

Ich hasse es, wenn ich Insiderjokes nicht verstehe. Helfen Sie mir bitte auf die Sprünge, gerne auch per pm.
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Re: Kleine Stilkunde für Israelkritiker

Beitragvon Kavenzmann » Di 23. Jul 2013, 15:04

p.o.lemik » Di 23. Jul 2013, 23:42 hat geschrieben: :D Dann sollten Sie sich mal den Avatar des users genauer anschauen! :D

bennyh » Dienstag 23. Juli 2013, 15:54 hat geschrieben:Ich hasse es, wenn ich Insiderjokes nicht verstehe. Helfen Sie mir bitte auf die Sprünge, gerne auch per pm.

Was ist daran "insider"? Du kannst doch lesen?

http://www.gidf.de ergibt: ungefähr 14 Ergebnisse (0,13 Sekunden)
Zuletzt geändert von Kavenzmann am Di 23. Jul 2013, 15:05, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Kleine Stilkunde für Israelkritiker

Beitragvon Kavenzmann » Di 23. Jul 2013, 17:31

Bukowski » Montag 17. Dezember 2012, 13:07 hat geschrieben:Hier ein wenig Nachhilfeunterricht für die hier in letzter Zeit angeschwemmten neuen Stümper.
Frage an die Diskurs - Erfahrenen: Wurde noch ein wesentlicher Punkt vergessen?


DER EWIGE ISRAELI

Haben Sie vom Nahostkonflikt keine Ahnung, aber eine Meinung zu bieten? Wollten Sie schon immer mal für mutig gehalten werden, weil Sie etwas aussprechen, was sowieso alle denken? Dann schreiben Sie doch einfach einen israelkritischen Text! Im Folgenden präsentiert Ihnen die Wahrheit eine kleine Handreichung, wie solch ein Text aussehen könnte, sowie ein paar – nennen wir sie: Stolpersteine, die Sie unbedingt beachten sollten, damit Ihre Publikation auch tatsächlich als israelkritisch wahrgenommen wird und nicht etwa als … na, Sie wissen schon.

1. Der Kronzeuge
Zitieren Sie einen israelkritischen Juden, denn wer einen Juden zitiert – das liegt in der Natur der Sache –, der kann die Juden nicht hassen. Bedienen Sie sich dabei der Einfachheit halber aus dem übersichtlichen Pool „kritischer Juden“, die auch von anderen israelkritischen Texten immer wieder gern zitiert werden.

2. Konzentration
Erwähnen Sie in Ihrem Artikel nicht die Hamas – oder wenn, dann nur nebenbei, alles andere würde nur ablenken von Ihrem Thema: Schließlich geht es Ihnen in Ihrem Text um Israel!

3. Anschaulichkeit
Wählen Sie anschauliche Vergleiche, damit diejenigen, die noch weniger Ahnung haben als Sie, sich gleich ein Bild machen können. Vergleichen Sie den Gazastreifen mit dem Warschauer Ghetto und den israelischen Staat mit dem Apartheidregime. Wenn Sie literarischen Ehrgeiz besitzen, können Sie es auch mit Umschreibungen probieren: Bezeichnen Sie Gaza als „ein Gefängnis, ein Lager“, in dem die Menschen zusammengepfercht sind. Hoffen Sie auf einen „Nelson Mandela“ für Israel. Große Prosa entsteht, wenn der Leser die Leerstellen füllt.

4. Im Zweifel links
Lassen Sie durchblicken, dass Sie Linker sind oder zumindest über eine linke Vergangenheit verfügen. Denn wer links ist, ist bekanntlich gegen Nazis und kann also überhaupt gar nicht gegen Juden sein. Es sei denn (und Achtung!, jetzt wird es etwas kompliziert!): Die Juden verhalten sich selber wie Nazis. In diesem Fall können Sie zeigen, wie schlimm Sie den Holocaust finden, indem Sie ihn mit den Verbrechen Israels auf eine Stufe stellen.

5. Moralisches Erbe
Betonen Sie unbedingt und gebetsmühlenartig, dass gerade Sie als Deutscher und Linker die Pflicht haben, israelkritisch zu sein, da Sie zu neuem Unrecht nicht schweigen dürften.

6. Grundsätzlichkeit
Bleiben Sie in Ihren Vorwürfen gegen Israel möglichst pauschal, da zu viele Fakten den Leser verwirren. Gerade bei so einer hochkomplexen Materie darf man sich nicht in den Details verlieren. Nehmen Sie außerdem Abstand von konkreten Quellen – Sie sind hier schließlich der Nahostexperte! Sie sind die Quelle!

7. Kritische Verbundenheit
Schreiben Sie auf jeden Fall, dass Sie nur das Beste für Israel wollen: dass Sie im Gegensatz zu den „vorgeblichen Freunden Israels“ (Jakob Augstein) sein wahrer Freund sind oder dass Sie, wie Harald Martenstein es im Tagesspiegel formuliert hat, sogar für Israel „beten“ würden.

8. Ahnungsvolles Andeuten
Wenn Sie etwas schreiben wollen, für das Sie keine Belege haben, von dem Sie aber trotzdem glauben, dass es stimmt (die wahren Interessen Israels, der jüdische Griff nach der Weltherrschaft, die jüdische Kontrolle von Medien und Politik): Formulieren Sie es als Frage oder Andeutung! Fragen Sie zum Beispiel mit Jakob Augstein: „Wem nützt die Gewalt?“ Und antworten Sie sich selbst: „Und dieses Mal auch – wie nebenbei – den US-Republikanern und der israelischen Regierung.“ In diesem, wie nebenbei gesetzten, „wie nebenbei“ kann der Leser alles lesen, was Sie meinen (siehe auch Punkt 3: „Leerstellen lassen“).

9. Immunisierung
Behaupten Sie, man dürfe Israel nicht kritisieren, ohne als antisemitisch abgestempelt zu werden. Damit unterstreichen Sie zum einen Ihren eigenen Mut; zum anderen machen Sie Ihren Text unangreifbar, weil jegliche Kritik an ihm Ihre These bestätigt.

10. Selbstkontrolle
Lesen Sie Ihren Text zum Schluss noch mal durch. Achten Sie darauf, dass Sie – auch wenn es schwerfällt – immer „Israel“ geschrieben haben, anstatt „die Juden“. Sie werden doch mit Ihrem antirassistischen Arsch nicht einreißen, was Sie so mühsam aufgebaut haben.

http://www.taz.de/Die-Wahrheit/!107442/


Hübscher Text. :D
Was fehlt, ist natürlich die "Spirale der Gewalt".
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Re: Kleine Stilkunde für Israelkritiker

Beitragvon Sri Aurobindo » Di 23. Jul 2013, 18:21

Warum ist Bukowski eigentlich gegangen?
Ihre Beiträge fehlen mir

:(
Kavenzmann

Re: Kleine Stilkunde für Israelkritiker

Beitragvon Kavenzmann » Mi 24. Jul 2013, 06:45

pittbull » Montag 17. Dezember 2012, 13:58 hat geschrieben:Dass sich Israel gegen die bösartigen Palis wehrt, die es vernichten wollen, ist doch ganz normal.
Daran gibt es überhaupt nichts zu kritisieren.

Stimmt.

Schön, daß wir das dann auch mal klären konnten. :thumbup: :cool: :)
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Re: Kleine Stilkunde für Israelkritiker

Beitragvon Wolverine » Mi 24. Jul 2013, 17:43

Kavenzmann » Mi 24. Jul 2013, 06:45 hat geschrieben:
Stimmt.

Schön, daß wir das dann auch mal klären konnten. :thumbup: :cool: :)


Na, ja. Ab und zu gibt es lichte Augenblicke.
If Israel were to put down its arms there would be no more Israel.
If the Arabs were to put down their arms there would be no more war.

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