Boykotte und Blockaden

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Tom Bombadil
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Re: Boykotte und Blockaden

Beitragvon Tom Bombadil » Do 15. Mär 2018, 10:12

Ein ordinärer Israel"kritiker" also...
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Gutmensch1
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Re: Boykotte und Blockaden

Beitragvon Gutmensch1 » Do 15. Mär 2018, 14:41

Vongole hat geschrieben:(14 Mar 2018, 15:24)

Und mal wieder das EU-Parlament:

"Diese Woche war Omar Barghouti, der Gründer der BDS-Bewegung, die anstrebt, den Staat Israel durch einen Boykott von Waren und Personen zu zerstören, im Europäischen Parlament – an einer Konferenz mit dem Titel: „Die israelischen Siedlungen in Palästina und die Europäische Union“. Eingeladen wurde er von der portugiesischen Abgeordneten Ana Gomes von der Fraktion der Progressiven Allianz der Sozialdemokraten (S&D)"


https://www.audiatur-online.ch/2018/03/ ... g-israels/


Das EU-Parlament bietet wieder einmal Antisemiten eine Bühne. :rolleyes: Die lernen es nicht.
tabernakel
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Re: Boykotte und Blockaden

Beitragvon tabernakel » Do 15. Mär 2018, 15:09

Tom Bombadil hat geschrieben:(15 Mar 2018, 10:12) Ein ordinärer Israel"kritiker" also...
Na, das was er so von sich gibt ist doch der Normalfall für große Teile der Fatah, der Hamas, und eben auch der BDS-Jünger die daraus eporgekrochen sind. Dass die sich natürlich gerne als "Kritiker" tarnen ist normal, ändert aber nichts dran dass es genau der von ihm geäußerte Rejektionismus ist der eine Lösung des Konflikts unmöglich macht. Im Grunde weist BDS-Gründer Omar Barghouti nur auf denselben Grundkonflikt hin den auch der Israelische US-Botschafter Dermer gerade wieder hervorgehoben hat:
“That is why the Palestinians try to deny any historical connection between the Jewish people and Jerusalem,” he said. “Because to admit this connection is to admit that the Jewish people aren’t foreign colonialists in the Land of Israel; that Israel for the Jewish people is not India for the British, or Algeria for the French, or the Congo for the Belgians – but that this is the land of our ancestors.”

Hier ist die ideologische Basis des Dauerkonflikts: Die Hoffnung vieler Palästinenser dass sich Israel wieder ausradieren lässt, mit welchen Mitteln auch immer. So wie die Hamas vor kurzem verlautbaren lies dass das Völkerrecht natürlich auf sie selbst nicht anwendbar sei weil sie doch "Eingeborene" seien, und damit quasi sakrosankt. Solange die Hoffnung der Palästinenser lebt Israel wieder los werden zu können, so lange wird es keinen Frieden geben, egal was Israel tut. Denn dann finden sich immer willige Scharfmacher die wissen wie sie von diesem Herzenswunsch der Bevölkerung massiv profitieren können. Von daher finde ich's auch gut dass man den Omar hat vor der EU reden lassen, wenn er denn schon mal gewillt war offen über die Ziele seiner Bewegung zu sein. Und vielleicht sollten wir diese Tatsache nach 70 Jahren schlicht mal anerkennen, wenn schon beide Seiten diese unangenehme Wahrheit aussprechen, Hamas wie Fatah ihre Kinder danach erziehen, und die palästinensischen Medien auch nichts anderes zum Konflikt sagen. Und aufhören uns vor zu machen dass der Konflikt doch lösbar wäre wenn man nur die richtigen Details fände, oder die richtige Ansprache. Den deutschen Rejektionismus nach dem 1. Weltkrieg hat auch nur ein weiterer Weltkrieg und noch mehr Verlust kuriert. Zeit sich wieder dran zu erinnern dass wir Deutschen in den 1920ern und 30ern auch unter derselben Eiterblase litten, und wo es uns hingeführt hat.
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Re: Boykotte und Blockaden

Beitragvon jellobiafra » Sa 21. Apr 2018, 14:46

http://www.spiegel.de/panorama/leute/natalie-portman-begruendet-ihre-absage-zur-preisverleihung-in-israel-a-1204140.html

Feedback
Für ihr Engagement soll Natalie Portman den hochdotierten Genesis-Preis in Jerusalem erhalten. An der Verleihung im Juni will die Schauspielerin allerdings nicht teilnehmen. Ihre Begründung sorgte in Israel zunächst für Kritik. Nun hat die Schauspielerin ihre Gründe noch einmal genauer benannt.

"Ich habe mich entschlossen, nicht teilzunehmen, weil es nicht so aussehen soll, dass ich Benjamin Netanyahu unterstütze", schrieb Portman auf Instagram. "Israel wurde vor genau 70 Jahren als Zufluchtsort für Flüchtlinge vor dem Holocaust geschaffen", hieß es weiter. "Aber die Misshandlung derjenigen, die unter den heutigen Gräueltaten leiden, stimmt einfach nicht mit meinen jüdischen Werten überein."


Ich bin mir allerdings nicht sicher, ob es als Boykott zu bezeichnen ist, wenn man an einer Preisverleihung nicht teilnehmen will.
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Eulenwoelfchen
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Re: Boykotte und Blockaden

Beitragvon Eulenwoelfchen » Sa 21. Apr 2018, 18:08

http://www.spiegel.de/panorama/leute/na ... 04140.html
Weiteres Zitat aus dem vorstehenden Artikel:

"Zunächst hatte es allgemeiner geheißen, Portman sage ihreReise nach Jerusalem aus "politischen Gründen" ab. "Die jüngsten Ereignisse in Israel hat sie als extrem bedauerlich empfunden", teilte Portmans Management am Freitag mit. "Sie fühlt sich nicht wohl dabei, an einer öffentlichen Veranstaltung in Israel teilzunehmen." Portman könne dies nicht mit gutem Gewissen tun."

Frau Portman als nicht in Israel lebende Jüdin mag Ihre Meinung haben. Insbesonders die Distanz und Kritik an Premier Netanjahu. Den man mögen kann oder eben nicht.
Inwieweit Netanjahu tatsächlich persönlich und wie tief gegen israelische Gesetze verstoßend die Verfehlungen des israelischen Premierministers auch immer sein mögen,
ist eine Sache. Und möglicherweise ein guter Grund für Frau Portman, diesem Politiker nicht die Hand reichen zu wollen. Ich kenne die Zusammenhänge und Vorgänge
um Netanjahu und das, was ihm in Israel von seinen Kritikern oder der politischen Opposition vorgeworfen wird, en detail zu wenig. Ganz koscher scheint es nicht zu sein,
was der aktuelle Regierungschef zuweilen so fingerte.

Aber das ist eine Sache. Was ich nicht verstehe, ist die Aussage von Frau Portman, "sie fühle sich nicht wohl, an einer öffentlichen Veranstaltung in Israel (sic!) teilzunehmen".
Damit stellt sie den Staat Israel, dessen Selbstverständnis als einzigem verlässlicher Schutzstaat und letztem Zufluchtsort für Jüdinnen und Juden, seine Menschen und das gesamte Wertesystem des Staates Israel pauschal in den Senkel.

Es scheint also so zu sein, dass der gesamte Staat Israel in den Augen von Frau Portman so schreiendes Unrecht (welche Gräueltaten meinte sie?) begeht, dass man sich dort nur unwohl fühlen könne.
Etwa so, als ob man eine Einladung von Putin oder Erdogan erhielte…

Frau Portmans Haltung zu Netanjahu ist noch nachvollziehbar. Dem Land des Präsidenten Donald Trump, dem Pussy Grabber, indes scheint sie nicht den Rücken kehren zu wollen.
Und diverse Vorgänge bzw. militärische Handlungen in den USA hindern Sie wohl auch nicht, an öffentlichen Auftritten teilzunehmen. Man darf mutmaßen, dass die Haltung der aktuellen amerikanischen Regierung incl. Trump
bei weiten nicht so erschütternd für Ihr generelles Werteverständnis sind. Nur Israel Gräueltaten begehe und sich zu einem extrem negativen Land entwickle.
Während die US-Regierung andernorts Wattebällchen abwirft oder offen auf dem rechten Auge blind ist. Ein Land, in dem rechter Rassismus und besonders die explizite Feindseligkeit gegen Mexikanische Menschen, die in den USA ihr Glück suchen, nur ein Kavaliersdelikt sind?

Wäre vielleicht ganz gut, den Rechtsstaat Israel und seine Menschen, angesichts der besonderen Verteidigungs- und Bedrohungssituation, nicht mit einer besonderen Meßlatte zu messen,
sondern ganz normalen Level auch diesem Staat und seinen Menschen gegenüber gelten zu lassen. Etwas, was man ja anderen Staaten gegenüber ohne große "Bauchschmerzen"
fertigbringt. Besonders dem Land gegenüber, in dem man lebt.

Btw: Das Engagement von Frau Portman für Frauenrechte ist sehr zu loben. Da gibt es noch viel zu tun. Besonders auch in dem Land, in dem sie zwar nicht geboren ist,
aber lebt. Schönen Gruß von Herrn Präsidenten Trump oder Herrn Weinstein ... usw.


---
Edit: Falschen Namen (Porter) in Portman korrigiert. Irgendwie erinnerte uns der Name wohl zu sehr an Cole Porter, obwohl das irgendwie gaga war.
Gemeint ist jedenfalls die Schauspielerin Natalie Portman. Entschuldigung für diesen Fehler. Am Inhalt bzw. dem Unverständnis von Frau Portmans Verhalten
und ihren nachgereichten, detaillierteren Begründungen ändert sich indes nichts. Wir verstehen einfach nicht, wie das in Ihrem Kopf zusammenpasst.

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