Boykotte und Blockaden

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Tom Bombadil
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Re: Boykotte und Blockaden

Beitragvon Tom Bombadil » Do 15. Mär 2018, 10:12

Ein ordinärer Israel"kritiker" also...
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Gutmensch1
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Re: Boykotte und Blockaden

Beitragvon Gutmensch1 » Do 15. Mär 2018, 14:41

Vongole hat geschrieben:(14 Mar 2018, 15:24)

Und mal wieder das EU-Parlament:

"Diese Woche war Omar Barghouti, der Gründer der BDS-Bewegung, die anstrebt, den Staat Israel durch einen Boykott von Waren und Personen zu zerstören, im Europäischen Parlament – an einer Konferenz mit dem Titel: „Die israelischen Siedlungen in Palästina und die Europäische Union“. Eingeladen wurde er von der portugiesischen Abgeordneten Ana Gomes von der Fraktion der Progressiven Allianz der Sozialdemokraten (S&D)"


https://www.audiatur-online.ch/2018/03/ ... g-israels/


Das EU-Parlament bietet wieder einmal Antisemiten eine Bühne. :rolleyes: Die lernen es nicht.
tabernakel
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Re: Boykotte und Blockaden

Beitragvon tabernakel » Do 15. Mär 2018, 15:09

Tom Bombadil hat geschrieben:(15 Mar 2018, 10:12) Ein ordinärer Israel"kritiker" also...
Na, das was er so von sich gibt ist doch der Normalfall für große Teile der Fatah, der Hamas, und eben auch der BDS-Jünger die daraus eporgekrochen sind. Dass die sich natürlich gerne als "Kritiker" tarnen ist normal, ändert aber nichts dran dass es genau der von ihm geäußerte Rejektionismus ist der eine Lösung des Konflikts unmöglich macht. Im Grunde weist BDS-Gründer Omar Barghouti nur auf denselben Grundkonflikt hin den auch der Israelische US-Botschafter Dermer gerade wieder hervorgehoben hat:
“That is why the Palestinians try to deny any historical connection between the Jewish people and Jerusalem,” he said. “Because to admit this connection is to admit that the Jewish people aren’t foreign colonialists in the Land of Israel; that Israel for the Jewish people is not India for the British, or Algeria for the French, or the Congo for the Belgians – but that this is the land of our ancestors.”

Hier ist die ideologische Basis des Dauerkonflikts: Die Hoffnung vieler Palästinenser dass sich Israel wieder ausradieren lässt, mit welchen Mitteln auch immer. So wie die Hamas vor kurzem verlautbaren lies dass das Völkerrecht natürlich auf sie selbst nicht anwendbar sei weil sie doch "Eingeborene" seien, und damit quasi sakrosankt. Solange die Hoffnung der Palästinenser lebt Israel wieder los werden zu können, so lange wird es keinen Frieden geben, egal was Israel tut. Denn dann finden sich immer willige Scharfmacher die wissen wie sie von diesem Herzenswunsch der Bevölkerung massiv profitieren können. Von daher finde ich's auch gut dass man den Omar hat vor der EU reden lassen, wenn er denn schon mal gewillt war offen über die Ziele seiner Bewegung zu sein. Und vielleicht sollten wir diese Tatsache nach 70 Jahren schlicht mal anerkennen, wenn schon beide Seiten diese unangenehme Wahrheit aussprechen, Hamas wie Fatah ihre Kinder danach erziehen, und die palästinensischen Medien auch nichts anderes zum Konflikt sagen. Und aufhören uns vor zu machen dass der Konflikt doch lösbar wäre wenn man nur die richtigen Details fände, oder die richtige Ansprache. Den deutschen Rejektionismus nach dem 1. Weltkrieg hat auch nur ein weiterer Weltkrieg und noch mehr Verlust kuriert. Zeit sich wieder dran zu erinnern dass wir Deutschen in den 1920ern und 30ern auch unter derselben Eiterblase litten, und wo es uns hingeführt hat.
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Re: Boykotte und Blockaden

Beitragvon jellobiafra » Sa 21. Apr 2018, 14:46

http://www.spiegel.de/panorama/leute/natalie-portman-begruendet-ihre-absage-zur-preisverleihung-in-israel-a-1204140.html

Feedback
Für ihr Engagement soll Natalie Portman den hochdotierten Genesis-Preis in Jerusalem erhalten. An der Verleihung im Juni will die Schauspielerin allerdings nicht teilnehmen. Ihre Begründung sorgte in Israel zunächst für Kritik. Nun hat die Schauspielerin ihre Gründe noch einmal genauer benannt.

"Ich habe mich entschlossen, nicht teilzunehmen, weil es nicht so aussehen soll, dass ich Benjamin Netanyahu unterstütze", schrieb Portman auf Instagram. "Israel wurde vor genau 70 Jahren als Zufluchtsort für Flüchtlinge vor dem Holocaust geschaffen", hieß es weiter. "Aber die Misshandlung derjenigen, die unter den heutigen Gräueltaten leiden, stimmt einfach nicht mit meinen jüdischen Werten überein."


Ich bin mir allerdings nicht sicher, ob es als Boykott zu bezeichnen ist, wenn man an einer Preisverleihung nicht teilnehmen will.
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Re: Boykotte und Blockaden

Beitragvon Eulenwoelfchen » Sa 21. Apr 2018, 18:08

http://www.spiegel.de/panorama/leute/na ... 04140.html
Weiteres Zitat aus dem vorstehenden Artikel:

"Zunächst hatte es allgemeiner geheißen, Portman sage ihreReise nach Jerusalem aus "politischen Gründen" ab. "Die jüngsten Ereignisse in Israel hat sie als extrem bedauerlich empfunden", teilte Portmans Management am Freitag mit. "Sie fühlt sich nicht wohl dabei, an einer öffentlichen Veranstaltung in Israel teilzunehmen." Portman könne dies nicht mit gutem Gewissen tun."

Frau Portman als nicht in Israel lebende Jüdin mag Ihre Meinung haben. Insbesonders die Distanz und Kritik an Premier Netanjahu. Den man mögen kann oder eben nicht.
Inwieweit Netanjahu tatsächlich persönlich und wie tief gegen israelische Gesetze verstoßend die Verfehlungen des israelischen Premierministers auch immer sein mögen,
ist eine Sache. Und möglicherweise ein guter Grund für Frau Portman, diesem Politiker nicht die Hand reichen zu wollen. Ich kenne die Zusammenhänge und Vorgänge
um Netanjahu und das, was ihm in Israel von seinen Kritikern oder der politischen Opposition vorgeworfen wird, en detail zu wenig. Ganz koscher scheint es nicht zu sein,
was der aktuelle Regierungschef zuweilen so fingerte.

Aber das ist eine Sache. Was ich nicht verstehe, ist die Aussage von Frau Portman, "sie fühle sich nicht wohl, an einer öffentlichen Veranstaltung in Israel (sic!) teilzunehmen".
Damit stellt sie den Staat Israel, dessen Selbstverständnis als einzigem verlässlicher Schutzstaat und letztem Zufluchtsort für Jüdinnen und Juden, seine Menschen und das gesamte Wertesystem des Staates Israel pauschal in den Senkel.

Es scheint also so zu sein, dass der gesamte Staat Israel in den Augen von Frau Portman so schreiendes Unrecht (welche Gräueltaten meinte sie?) begeht, dass man sich dort nur unwohl fühlen könne.
Etwa so, als ob man eine Einladung von Putin oder Erdogan erhielte…

Frau Portmans Haltung zu Netanjahu ist noch nachvollziehbar. Dem Land des Präsidenten Donald Trump, dem Pussy Grabber, indes scheint sie nicht den Rücken kehren zu wollen.
Und diverse Vorgänge bzw. militärische Handlungen in den USA hindern Sie wohl auch nicht, an öffentlichen Auftritten teilzunehmen. Man darf mutmaßen, dass die Haltung der aktuellen amerikanischen Regierung incl. Trump
bei weiten nicht so erschütternd für Ihr generelles Werteverständnis sind. Nur Israel Gräueltaten begehe und sich zu einem extrem negativen Land entwickle.
Während die US-Regierung andernorts Wattebällchen abwirft oder offen auf dem rechten Auge blind ist. Ein Land, in dem rechter Rassismus und besonders die explizite Feindseligkeit gegen Mexikanische Menschen, die in den USA ihr Glück suchen, nur ein Kavaliersdelikt sind?

Wäre vielleicht ganz gut, den Rechtsstaat Israel und seine Menschen, angesichts der besonderen Verteidigungs- und Bedrohungssituation, nicht mit einer besonderen Meßlatte zu messen,
sondern ganz normalen Level auch diesem Staat und seinen Menschen gegenüber gelten zu lassen. Etwas, was man ja anderen Staaten gegenüber ohne große "Bauchschmerzen"
fertigbringt. Besonders dem Land gegenüber, in dem man lebt.

Btw: Das Engagement von Frau Portman für Frauenrechte ist sehr zu loben. Da gibt es noch viel zu tun. Besonders auch in dem Land, in dem sie zwar nicht geboren ist,
aber lebt. Schönen Gruß von Herrn Präsidenten Trump oder Herrn Weinstein ... usw.


---
Edit: Falschen Namen (Porter) in Portman korrigiert. Irgendwie erinnerte uns der Name wohl zu sehr an Cole Porter, obwohl das irgendwie gaga war.
Gemeint ist jedenfalls die Schauspielerin Natalie Portman. Entschuldigung für diesen Fehler. Am Inhalt bzw. dem Unverständnis von Frau Portmans Verhalten
und ihren nachgereichten, detaillierteren Begründungen ändert sich indes nichts. Wir verstehen einfach nicht, wie das in Ihrem Kopf zusammenpasst.
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Re: Boykotte und Blockaden

Beitragvon Sole.survivor@web.de » Sa 28. Jul 2018, 19:52

Eulenwoelfchen hat geschrieben:(21 Apr 2018, 19:08)

http://www.spiegel.de/panorama/leute/na ... 04140.html
Weiteres Zitat aus dem vorstehenden Artikel:

"Zunächst hatte es allgemeiner geheißen, Portman sage ihreReise nach Jerusalem aus "politischen Gründen" ab. "Die jüngsten Ereignisse in Israel hat sie als extrem bedauerlich empfunden", teilte Portmans Management am Freitag mit. "Sie fühlt sich nicht wohl dabei, an einer öffentlichen Veranstaltung in Israel teilzunehmen." Portman könne dies nicht mit gutem Gewissen tun."

Frau Portman als nicht in Israel lebende Jüdin mag Ihre Meinung haben. Insbesonders die Distanz und Kritik an Premier Netanjahu. Den man mögen kann oder eben nicht.
Inwieweit Netanjahu tatsächlich persönlich und wie tief gegen israelische Gesetze verstoßend die Verfehlungen des israelischen Premierministers auch immer sein mögen,
ist eine Sache. Und möglicherweise ein guter Grund für Frau Portman, diesem Politiker nicht die Hand reichen zu wollen. Ich kenne die Zusammenhänge und Vorgänge
um Netanjahu und das, was ihm in Israel von seinen Kritikern oder der politischen Opposition vorgeworfen wird, en detail zu wenig. Ganz koscher scheint es nicht zu sein,
was der aktuelle Regierungschef zuweilen so fingerte.

Aber das ist eine Sache. Was ich nicht verstehe, ist die Aussage von Frau Portman, "sie fühle sich nicht wohl, an einer öffentlichen Veranstaltung in Israel (sic!) teilzunehmen".
Damit stellt sie den Staat Israel, dessen Selbstverständnis als einzigem verlässlicher Schutzstaat und letztem Zufluchtsort für Jüdinnen und Juden, seine Menschen und das gesamte Wertesystem des Staates Israel pauschal in den Senkel.

Es scheint also so zu sein, dass der gesamte Staat Israel in den Augen von Frau Portman so schreiendes Unrecht (welche Gräueltaten meinte sie?) begeht, dass man sich dort nur unwohl fühlen könne.
Etwa so, als ob man eine Einladung von Putin oder Erdogan erhielte…

Frau Portmans Haltung zu Netanjahu ist noch nachvollziehbar. Dem Land des Präsidenten Donald Trump, dem Pussy Grabber, indes scheint sie nicht den Rücken kehren zu wollen.
Und diverse Vorgänge bzw. militärische Handlungen in den USA hindern Sie wohl auch nicht, an öffentlichen Auftritten teilzunehmen. Man darf mutmaßen, dass die Haltung der aktuellen amerikanischen Regierung incl. Trump
bei weiten nicht so erschütternd für Ihr generelles Werteverständnis sind. Nur Israel Gräueltaten begehe und sich zu einem extrem negativen Land entwickle.
Während die US-Regierung andernorts Wattebällchen abwirft oder offen auf dem rechten Auge blind ist. Ein Land, in dem rechter Rassismus und besonders die explizite Feindseligkeit gegen Mexikanische Menschen, die in den USA ihr Glück suchen, nur ein Kavaliersdelikt sind?

Wäre vielleicht ganz gut, den Rechtsstaat Israel und seine Menschen, angesichts der besonderen Verteidigungs- und Bedrohungssituation, nicht mit einer besonderen Meßlatte zu messen,
sondern ganz normalen Level auch diesem Staat und seinen Menschen gegenüber gelten zu lassen. Etwas, was man ja anderen Staaten gegenüber ohne große "Bauchschmerzen"
fertigbringt. Besonders dem Land gegenüber, in dem man lebt.

Btw: Das Engagement von Frau Portman für Frauenrechte ist sehr zu loben. Da gibt es noch viel zu tun. Besonders auch in dem Land, in dem sie zwar nicht geboren ist,
aber lebt. Schönen Gruß von Herrn Präsidenten Trump oder Herrn Weinstein ... usw.


---
Edit: Falschen Namen (Porter) in Portman korrigiert. Irgendwie erinnerte uns der Name wohl zu sehr an Cole Porter, obwohl das irgendwie gaga war.
Gemeint ist jedenfalls die Schauspielerin Natalie Portman. Entschuldigung für diesen Fehler. Am Inhalt bzw. dem Unverständnis von Frau Portmans Verhalten
und ihren nachgereichten, detaillierteren Begründungen ändert sich indes nichts. Wir verstehen einfach nicht, wie das in Ihrem Kopf zusammenpasst.

Sie fühlt sich nicht wohl. Das ist ein hinreichender Grund, es jetzt nicht zu machen. Ob sie in einigen Jahren in veränderter Lage gern möchte, bleibt abzuwarten.
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Re: Boykotte und Blockaden

Beitragvon Vongole » Di 31. Jul 2018, 13:46

Sole.survivor@web.de hat geschrieben:(28 Jul 2018, 20:52)

Sie fühlt sich nicht wohl. Das ist ein hinreichender Grund, es jetzt nicht zu machen. Ob sie in einigen Jahren in veränderter Lage gern möchte, bleibt abzuwarten.


Sicher, warum sollte sie sich zwingen?
Mit ein wenig mehr Rückgrat hätte sie natürlich auch nach Israel kommen, den Preis entgegen nehmen, und dabei ihre Kritik an Netanjahu äußern können.
So stößt sie ein ganzes Volk vor den Kopf, weil sie dessen Premierminister nicht ab kann, und spielt damit auch noch BDS in die Hände.
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Re: Boykotte und Blockaden

Beitragvon Sole.survivor@web.de » Di 31. Jul 2018, 13:50

Vongole hat geschrieben:(31 Jul 2018, 14:46)

Sicher, warum sollte sie sich zwingen?
Mit ein wenig mehr Rückgrat hätte sie natürlich auch nach Israel kommen, den Preis entgegen nehmen, und dabei ihre Kritik an Netanjahu äußern können.
So stößt sie ein ganzes Volk vor den Kopf, weil sie dessen Premierminister nicht ab kann, und spielt damit auch noch BDS in die Hände.

Die Frau soll für ihr Engagement geehrt werden. Das ist kein Podium für eine politische Debatte.
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Re: Boykotte und Blockaden

Beitragvon Vongole » Di 31. Jul 2018, 13:57

Sole.survivor@web.de hat geschrieben:(31 Jul 2018, 14:50)

Die Frau soll für ihr Engagement geehrt werden. Das ist kein Podium für eine politische Debatte.


Erstens ist auch ihr Engagement politisch zu sehen, zweitens schrieb ich von einem Statement und nicht von einer Debatte.
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Re: Boykotte und Blockaden

Beitragvon Eulenwoelfchen » Di 31. Jul 2018, 14:28

So, wie wir Frau Portman verstanden haben, besonders bei ihren nachgereichten Erklärungen, fühle sie sich vor allem deshalb nicht wohl,
weil sie durch die Politik Netanjahus gegenüber den Palästinensern (in ihren Augen schreiendes Unrecht, vermutlich meinte sie die jüngsten Grenzkonflinkte am Gazastreifen) ihre Sicherheit bei einem öffentlichen Auftritt als nicht "sicher" genug ansehe.
Angst vor gewalttätigen Gegenreaktionen seitens der Palästinenser??? ... An denen natürlich Israel in den Augen Portmans schuld wäre.

Egal, zu welchem Anlaß ein solcher Auftritt Portmans anstünde.

Frau Portmans Haltung und Begründung weckt in uns nachwievor Gefühle, die man in Italien als "ambiguo" bezeichnen würde.
Zwiespältig, fadenscheinig, innerhalb faktenorientierter Betrachtung logisch brüchig und ziemlich einseitig.

Eine rein persönliche Show ihrer Emotionen mit allerlei Widersprüchlichkeiten.
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Re: Boykotte und Blockaden

Beitragvon Sole.survivor@web.de » Di 31. Jul 2018, 14:31

Vongole hat geschrieben:(31 Jul 2018, 14:57)

Erstens ist auch ihr Engagement politisch zu sehen, zweitens schrieb ich von einem Statement und nicht von einer Debatte.

Da wären die sonstigen Beteiligten an so einer Veranstaltung sicher "begeistert".
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Re: Boykotte und Blockaden

Beitragvon Vongole » Sa 11. Aug 2018, 13:48

Felix Klein, der Antisemitimus-Beauftragte der Bundesregierung, äußert sich zu der antisemitischen BDS-Kampagne:

Um es ganz klar zu sagen: Die BDS-Bewegung ist in ihren Methoden und Zielen antisemitisch. Die Aufrufe der Kampagne zum Boykott israelischer Künstler oder die „Dont't buy!“-Aufkleber auf Waren aus dem jüdischen Staat sind uneingeschränkt zu verurteilen. Es handelt sich um Methoden aus der Nazi-Zeit, die unerträglich sind und weder geduldet noch toleriert werden dürfen.

Wer wie BDS das Existenzrecht Israels abstreitet, die israelische Politik mit den Nazis gleichsetzt, der übt keine legitime Kritik mehr, sondern agiert im Kern antisemitisch. Und nicht zuletzt: Wenn israelische Staatsbürger, die ja oftmals sehr kritisch gegenüber ihrer eigenen Regierung auftreten, ausschließlich als Vertreter ihres Staates wahrgenommen werden, dann ist auch das im Kern antisemitisch.

Es ist kein Zufall, dass die BDS-Bewegung auch Applaus von Unterstützern der judenfeindlichen Terrororganisationen Hamas und Hisbollah erhält. Es ist kein Zufall, dass Roger Waters als der prominenteste BDS-Unterstützer bei seinen Konzerten ein Plastikschwein mit einem Davidstern bemalt, um es dann symbolisch mit dem Maschinengewehr abzuschießen.

https://www.welt.de/debatte/kommentare/ ... iheit.html

Der Mann scheint seine Aufgabe doch ernst zu nehmen.
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Re: Boykotte und Blockaden

Beitragvon Eulenwoelfchen » Mo 13. Aug 2018, 09:43

Julian hat geschrieben:(13 Aug 2018, 07:47)

Ich bin ganz klar gegen BDS….Oder geht es nur um den Boykott von Israel, und die Suggestion hier dient anderen Zwecken?

Allein aus dem markierten Wort können Sie ersehen, das BDS klar antisemitisch ist. Es ist übrigens kein Merkmal oder gar ein Beleg gegen klaren, offenen
Antisemitismus, wenn er "nur" gezielt gegen die dort lebende, mehrheitlich jüdische Bevölkerung eingesetzt wird. Es ist und bleibt, was es ist und von Anfang an war:
purer, lupenreiner und übelster Antisemitismus.

Eine Frage, was glauben Sie? Waren für Sie die Aufrufe in Nazideutschland "Kauft nicht bei Juden", nur höchst beschränkt, rein inländisch
gemeint, nur gegen in D lebende Juden gerichtet ? - Und war das überhaupt antisemitisch oder eher nicht?

Als 2003 einige us-amerikanische Politpoltergeister in kurzzeitige geistige Umnachtung fielen und tatsächlich forderten, etwa franz. Wein zu boykottieren oder
french fries ab sofort nur noch freedom fries zu nennen, konnte man sich zwar an den Kopf greifen, nachhaltig bösartig war das Ganze allerdings nicht,
weil selbst die größten Hornochsen in der dortigen Politik irgendwann erkannten, was für ein Schwachsinn das ist, mit dem man sich nur lächerlich machte.
Entsprechend schnell verschwand das auch wieder vom politischen Radarschirm.

Anders verhält es sich bei BDS, dessen systematische Bodenbereitung dauerhaft und möglichst international sowohl antijüdische und antiisraelische Stimmungen
erzeugen soll, mit der Hoffnung und dem Ziel, wenn schon nicht wirtschaftlich der Druck erfolgreich aufgebaut werden kann, wenigstens ethisch-moralisch
die Haltung der Menschen und ihre Meinung (möglichst weltweit) über Israel und Juden generell nachhaltig ins Negative umzupolen.




Julian hat geschrieben:(13 Aug 2018, 07:47)
...
Ich würde mir eine weniger emotionale, mehr faktenbasierte Diskussion wünschen, die die Einbeziehung der Sichtweisen beider Seiten mit einbezieht, ohne dies gleich als Antisemitismus zu verurteilen.


Nochmals die oben schon gestellte Frage an Sie: War die zunächst nur in Nazideutschland grassierende und angeheizte Stimmung gegen die Juden als Sündenbock für Sie noch gar kein Antisemitismus? Y/N?
Weil dies ja zunächst nur die Juden im eigenen Land als Zielscheibe hatte?

Zusatzfrage: Wenn zunächst also das noch kein Antisemitismus gewesen wäre, wäre er für Sie zu Antisemitismus
dann geworden, als klar erkennbar war, das Hilter und seine Massenmörder nicht nur deutsche Juden im Visier hatten, sondern alle. Die in Nazi-D lebenden konnten sie halt am leichtesten und ehesten greifen.

Und noch zwei Fragen:
Glauben Sie im Ernst, dass unverhohlener Antisemitismus nur auf die Juden in Israel beschränkt bleibt, wenn man den Dreck von BDS oder anderen antisemitischen Propagandakreisen
zugeneigt ist oder sogar zustimmt?

Glauben Sie, dass so jemand dann zwischen israelischen Juden und anderen Juden unterscheidet ?
Oder eher so - ganz generell - über Juden denkt: "Zehn von denen in einen Sack und dann draufhauen. Man trifft immer den Richtigen…"

-------------------------------------
ediert: Letzten Satz des Beitrags präzisiert. EW.
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Re: Boykotte und Blockaden

Beitragvon Julian » Mo 13. Aug 2018, 10:35

Eulenwoelfchen hat geschrieben:(13 Aug 2018, 10:43)

Allein aus dem markierten Wort können Sie ersehen, das BDS klar antisemitisch ist. Es ist übrigens kein Merkmal oder gar ein Beleg gegen klaren, offenen
Antisemitismus, wenn er "nur" gezielt gegen die dort lebende, mehrheitlich jüdische Bevölkerung eingesetzt wird. Es ist und bleibt, was es ist und von Anfang an war:
purer, lupenreiner und übelster Antisemitismus.


Hast du noch nie von Sanktionen gegen ganze Länder gehört, weil ihr Handeln als gegen bestimmte Normen gerichtet interpretiert wird? Ist dir nicht bekannt, dass es Sanktionen gegen Russland oder den Iran gibt? Beruhen diese auf Hass gegen Russen und Iraner?

Und noch einmal: Ich lehne BDS ganz klar ab. Im übrigen habe ich mich mit BDS nicht im Detail beschäftigt; es mag da durchaus antisemitische Elemente geben. Es geht hier aber um die Frage, ob der Boykott eines Landes schon an sich als antisemitisch, rassistisch oder anti-sonst etwas eingestuft werden sollte.

Eulenwoelfchen hat geschrieben:(13 Aug 2018, 10:43)
Eine Frage, was glauben Sie? Waren für Sie die Aufrufe in Nazideutschland "Kauft nicht bei Juden", nur höchst beschränkt, rein inländisch
gemeint, nur gegen in D lebende Juden gerichtet ? - Und war das überhaupt antisemitisch oder eher nicht?


Was hat denn das eine mit dem anderen zu tun? Der Boykott jüdischer Geschäfte im Deutschland der Dreißigerjahre war klar antisemitisch motiviert und eine der ersten Stufen in der Verfolgung und Entrechtung der Juden (oder besser: aller Menschen, die als Juden definiert wurden) in Deutschland.

Gut, immerhin wird damit klar, dass dir in der Tat daran liegt, BDS mit jenem Boykott in Verbindung zu bringen. Dies war ja der Grund meiner Nachfrage; deswegen frage ich noch einmal:

Bezieht sich der Boykott von BDS auf Israel als Staat, der umstrittene Gebiete besetzt hält, oder auf alle Juden, beispielsweise diejenigen, die die deutsche Staatsbürgerschaft haben und in Deutschland ein Geschäft betreiben?

Eulenwoelfchen hat geschrieben:(13 Aug 2018, 10:43)
Als 2003 einige us-amerikanische Politpoltergeister in kurzzeitige geistige Umnachtung fielen und tatsächlich forderten, etwa franz. Wein zu boykottieren oder
french fries ab sofort nur noch freedom fries zu nennen, konnte man sich zwar an den Kopf greifen, nachhaltig bösartig war das Ganze allerdings nicht,
weil selbst die größten Hornochsen in der dortigen Politik irgendwann erkannten, was für ein Schwachsinn das ist, mit dem man sich nur lächerlich machte.
Entsprechend schnell verschwand das auch wieder vom politischen Radarschirm.

Anders verhält es sich bei BDS, dessen systematische Bodenbereitung dauerhaft und möglichst international sowohl antijüdische und antiisraelische Stimmungen
erzeugen soll, mit der Hoffnung und dem Ziel, wenn schon nicht wirtschaftlich der Druck erfolgreich aufgebaut werden kann, wenigstens ethisch-moralisch
die Haltung der Menschen und ihre Meinung (möglichst weltweit) über Israel und Juden generell nachhaltig ins Negative umzupolen.


Wie weiter oben bereits dargelegt: Sanktionen gegen Staaten oder die Forderung danach sind nichts Ungewöhnliches - ganz unabhängig davon, ob diese gerechtfertigt und zielführend sind.

Eulenwoelfchen hat geschrieben:(13 Aug 2018, 10:43)Nochmals die oben schon gestellte Frage an Sie: War die zunächst nur in Nazideutschland grassierende und angeheizte Stimmung gegen die Juden als Sündenbock für Sie noch gar kein Antisemitismus? Y/N?
Weil dies ja zunächst nur die Juden im eigenen Land als Zielscheibe hatte?

Zusatzfrage: Wenn zunächst also das noch kein Antisemitismus gewesen wäre, wäre er für Sie zu Antisemitismus
dann geworden, als klar erkennbar war, das Hilter und seine Massenmörder nicht nur deutsche Juden im Visier hatten, sondern alle. Die in Nazi-D lebenden konnten sie halt am leichtesten und ehesten greifen.


Meine Antwort habe ich oben gegeben: Dieser Boykott war antisemitisch, von daher erübrigt sich die Beantwortung der Zusatzfrage.


Eulenwoelfchen hat geschrieben:(13 Aug 2018, 10:43)
Und noch zwei Fragen:
Glauben Sie im Ernst, dass unverhohlener Antisemitismus nur auf die Juden in Israel beschränkt bleibt, wenn man den Dreck von BDS oder anderen antisemitischen Propagandakreisen
zugeneigt ist oder sogar zustimmt?

Glauben Sie, dass so jemand dann zwischen israelischen Juden und anderen Juden unterscheidet ?
Oder eher so - ganz generell - über Juden denkt: "Zehn von denen in einen Sack und dann draufhauen. Man trifft immer den Richtigen…"

-------------------------------------
ediert: Letzten Satz des Beitrags präzisiert. EW.


Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass es unter den Organisatoren und Anhängern von BDS sehr viele Antisemiten gibt. Dies allein an der Boykottforderung festzumachen, halte ich aber für verfehlt. Israel hält eben umstrittene Gebiet besetzt und versucht dort, durch immer mehr Siedlungen und Infrastruktur Tatsachen zu schaffen. Dass dies auf Widerstand trifft, ist doch selbstverständlich; dies ist bei den Vereinten Nationen dokumentiert und kann den einen oder anderen durchaus veranlassen, Sanktionen gegen Israel zu fordern, um endlich den Siedlungsbau zu stoppen.

Ich halte solche Sanktionen aus verschiedenen Gründen nicht für richtig, zumal nicht aus deutscher Perspektive. Israel ist ein wichtiger Verbündeter Deutschlands, und seine Gesellschaft steht uns viel näher als die arabische. Von daher ist es eher in deutschem Interesse, wenn sich Israel stabilisiert, wozu eben auch ein verteidigungsfähiges Staatsgebiet - am besten auch das Westjordanland und die Golanhöhen - gehört. Nur behaupte ich eben nicht, diese Haltung sei gerecht, und eine jede andere antisemitisch.
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Re: Boykotte und Blockaden

Beitragvon TheManFromDownUnder » Mo 13. Aug 2018, 10:38

Jemand der bei :cool: jeder Gelegenheit betont. Ich bin kein Antisemit aber froehlich rechtsaussen Positionen vertritt ist in der Regel nicht pro juedisch
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Re: Boykotte und Blockaden

Beitragvon Sole.survivor@web.de » Mo 13. Aug 2018, 10:44

Julian hat geschrieben:(13 Aug 2018, 11:35)

Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass es unter den Organisatoren und Anhängern von BDS sehr viele Antisemiten gibt. Dies allein an der Boykottforderung festzumachen, halte ich aber für verfehlt. Israel hält eben umstrittene Gebiet besetzt und versucht dort, durch immer mehr Siedlungen und Infrastruktur Tatsachen zu schaffen. Dass dies auf Widerstand trifft, ist doch selbstverständlich; dies ist bei den Vereinten Nationen dokumentiert und kann den einen oder anderen durchaus veranlassen, Sanktionen gegen Israel zu fordern, um endlich den Siedlungsbau zu stoppen.

Die BDS-Kampagne fordert das Rückkehrrecht der palästinensischen Flüchtlinge und ihrer Nachkommen in ihre Heimat und zu ihrem Eigentum respektieren, schützen und voranbringen, wie in UN-Resolution 194 vorgesehen. Die ist von 1948, also unmittelbar nach der Gründungszeit. Das würde heute viele Millionen Menschen betreffen und wäre für Israel ein existenzielles Problem. Israel wäre nicht mehr dasselbe, es wäre in seinem Wesen verändert. Und das geht ein wenig unter bei dem Klientel, das doch sonst in jedem einzelnen Ausländer am Busbahnhof eine Überfremdung wittert.
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Re: Boykotte und Blockaden

Beitragvon Julian » Mo 13. Aug 2018, 11:03

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Die BDS-Kampagne fordert das Rückkehrrecht der palästinensischen Flüchtlinge und ihrer Nachkommen in ihre Heimat und zu ihrem Eigentum respektieren, schützen und voranbringen, wie in UN-Resolution 194 vorgesehen. Die ist von 1948, also unmittelbar nach der Gründungszeit. Das würde heute viele Millionen Menschen betreffen und wäre für Israel ein existenzielles Problem. Israel wäre nicht mehr dasselbe, es wäre in seinem Wesen verändert. Und das geht ein wenig unter bei dem Klientel, das doch sonst in jedem einzelnen Ausländer am Busbahnhof eine Überfremdung wittert.


Diese Leute sind geflohen und wurden vertrieben; sie waren in weit größerem Sinne Flüchtlinge als die Leute, die bei uns Einlass begehren. Selbstverständlich würden sie und ihre Nachkommen gerne wieder in ihre alte Heimat zurückkehren.

Natürlich würde das Israel stark verändern, ja, ich halte das für undurchführbar und weder in israelisch noch deutschem Interesse.

Sich dafür auszusprechen, muss doch aber nicht antisemitisch sein. Grotesk wird es, wenn man diesen Leuten das Rückkehrrecht abspricht, nicht aber irgendwelchen Leuten, deren Vorfahren der Legende nach irgendwann einmal, vor tausenden von Jahren, in Judäa gelebt haben, und dies moralisch, u.a. mit dem Vorwurf des Antisemitismus, begründen möchte. Moralisch und gerecht ist das nicht, allenfalls interessengeleitet und pragmatisch.
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Re: Boykotte und Blockaden

Beitragvon Bleibtreu » Mo 13. Aug 2018, 11:10

TheManFromDownUnder hat geschrieben:(13 Aug 2018, 11:38)

Jemand der bei :cool: jeder Gelegenheit betont. Ich bin kein Antisemit aber froehlich rechtsaussen Positionen vertritt ist in der Regel nicht pro juedisch

Das ist ein Irrtum - auch solche RechtsKnaller gibt es und die wenigsten JudenHasser geben oeffentlich zu welche zu sein! Die gerieren sich als eifrige Israel"Kritiker", denen die Palaestinenser wie Geschwister ans Herz gewachsen sind. :cool: Manche zeigen auch ganz schamlos ihren AntiZionismus. Ich habe mich zu diesem Punkt schon oefter im Forum geaeussert, weil mir diese hinterfotzige Nummer unangenehm aufstoesst.

Seit Jahren spielen sich vermehrt RechtsKnaller als IsraelSupporter auf, weil sie sich einbilden unter diesem DeckMantel gegen ihren aktuellen HauptFeind, Muslime + Araber, angehen zu koennen. Nach dem Motto: Der Feind meines Feindes ist mein Freund. Wer solche "Freunde" hat, brauch keine Feinde mehr. Viele Juden und Israelis lassen sich ungern zu nuetzlichen Idioten missbrauchen. So bloed wie es sich einige wuenschen sind wir naemlich nicht. :D Erst vor einigen Tagen wieder hatte sich einer von ihnen im AntisemitismusStrang an Chajm und mich rangewanzt viewtopic.php?p=4266561#p4266561 [unteren BeitragsTeil lesen] - die Abfuhr hat ihm dann gar nicht gefallen, seine darauf folgenden Ausfaelligkeiten sind am naechsten Tag in der Ablage gelandet.
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Re: Boykotte und Blockaden

Beitragvon Sole.survivor@web.de » Mo 13. Aug 2018, 11:28

Julian hat geschrieben:(13 Aug 2018, 12:03)

Diese Leute sind geflohen und wurden vertrieben; sie waren in weit größerem Sinne Flüchtlinge als die Leute, die bei uns Einlass begehren. Selbstverständlich würden sie und ihre Nachkommen gerne wieder in ihre alte Heimat zurückkehren.

Natürlich würde das Israel stark verändern, ja, ich halte das für undurchführbar und weder in israelisch noch deutschem Interesse.
Sich dafür auszusprechen, muss doch aber nicht antisemitisch sein.

Wenn man sich für Blockade von Wirtschaft und Kultur zugunsten einer Rückkehrmöglichkeit ausspricht, weil damit Israel als Wohnort für Juden unmöglich wird, sehe ich da schon so ein wenig Antisemitismus. Würde es um die Vertriebenen gehen, könnte man ihnen ja einen Platz bei uns anbieten. Das ist allemal besser, demokratischer, zukunftsträchtiger, als sie da in Nichtstaatland oder in den Nachbarländern zu lassen mit der Aussicht, von Hamas & co weiter drangsaliert zu werden. Aber darum geht es nicht. Israel soll sie nehmen, sonst keine Waren aus Israel mehr. Die wirtschaftliche Blockade ist eine Position, die selbst die Arabische Liga und die meisten ihrer Mitglieder nicht mehr verfolgen. Nun also soll es der Konsument im Lidl richten?

Grotesk wird es, wenn man diesen Leuten das Rückkehrrecht abspricht, nicht aber irgendwelchen Leuten, deren Vorfahren der Legende nach irgendwann einmal, vor tausenden von Jahren, in Judäa gelebt haben, und dies moralisch, u.a. mit dem Vorwurf des Antisemitismus, begründen möchte. Moralisch und gerecht ist das nicht, allenfalls interessengeleitet und pragmatisch.

Niemand, der vor 1000 Jahren irgendwo gelebt hat, kehrt irgendwohin zurück. Israel ermöglicht bestimmten Gruppen eine privilegierte Zuwanderung, wie bei uns die Russlanddeutschen und die jüdischen Kontingentflüchtlinge sie haben - ohne die wäre so manche jüdische Gemeinde in Deutschland heute deutlich kleiner. Ansonsten ist Israels Zuwanderungsrecht eher restriktiv, was dir doch total gefallen könnte - Insgesamt zwischen 25.000 und 30.000 qualifizierte Einwanderer pro Jahr. Die Einwanderungsbehörde heißt Jewish Agency, die Starthilfe für nichtjüdische Einwanderer ist eher schmal. Es sind ganz überwiegend junge europäische Frauen, die da hin wollen, oft wegen einem Kerl. Nichtjuden bekommen eine dauerhafte Aufenthaltsgenehmigung mit festem Arbeitsplatz und ausreichend Geld, hohe Qualifikation hilft. Staatsbürgerschaft frühestens nach fünf Jahren und Einzelfallprüfung.
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Re: Boykotte und Blockaden

Beitragvon Chajm » Mo 13. Aug 2018, 11:57

Bleibtreu hat geschrieben:(13 Aug 2018, 12:10)

Das ist ein Irrtum - auch solche RechtsKnaller gibt es und die wenigsten JudenHasser geben oeffentlich zu welche zu sein! Die gerieren sich als eifrige Israel"Kritiker", denen die Palaestinenser wie Geschwister ans Herz gewachsen sind. :cool: Manche zeigen auch ganz schamlos ihren AntiZionismus. Ich habe mich zu diesem Punkt schon oefter im Forum geaeussert, weil mir diese hinterfotzige Nummer unangenehm aufstoesst.

Seit Jahren spielen sich vermehrt RechtsKnaller als IsraelSupporter auf, weil sie sich einbilden unter diesem DeckMantel gegen ihren aktuellen HauptFeind, Muslime + Araber, angehen zu koennen. Nach dem Motto: Der Feind meines Feindes ist mein Freund. Wer solche "Freunde" hat, brauch keine Feinde mehr. Viele Juden und Israelis lassen sich ungern zu nuetzlichen Idioten missbrauchen. So bloed wie es sich einige wuenschen sind wir naemlich nicht. :D Erst vor einigen Tagen wieder hatte sich einer von ihnen im AntisemitismusStrang an Chajm und mich rangewanzt viewtopic.php?p=4266561#p4266561 [unteren BeitragsTeil lesen] - die Abfuhr hat ihm dann gar nicht gefallen, seine darauf folgenden Ausfaelligkeiten sind am naechsten Tag in der Ablage gelandet.

Und es faellt immer wieder auf, dass manche sich befleissigen zu sagen, dass man sich eigentlich zu wenig mit dem Thema befasst habe und zu wenig Kenntnisse habe - was aber die mit wenig Kenntnissen Ausgestatteten nicht davon abhaelt, umso eifriger mit ihren Fingern in fremden Nasen zu popeln.
"Where no counsel is, the people fall, but in the multitude of counselors there is safety."

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