Jerusalem

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Wie soll mit Jerusalem verfahren werden?

Die Stadt muß zwischen Israelis und Palästinenser geteilt werden!
46
23%
Jerusalem gehört den Israelis!
72
36%
Jerusalem gehört den Palästinensern!
18
9%
Jerusalem sollte eine Stadt unter UN-Verwaltung werden!
45
23%
Keine Ahnung!
19
10%
 
Abstimmungen insgesamt: 200
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King Kong 2006
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Re: Jerusalem

Beitragvon King Kong 2006 » So 17. Dez 2017, 09:48

Jerusalem-Entscheidung von Donald Trump wird vor der UN behandelt.

Uno prüft Resolution gegen Trump
Der Weltsicherheitsrat könnte Donald Trumps Jerusalem-Entscheidung für juristisch nichtig erklären. Ein Entwurf für eine entsprechende Resolution wurde vorgelegt - am Montag könnte die Abstimmung erfolgen.

http://www.spiegel.de/politik/ausland/j ... 83743.html
Wenn man zuviel weiß, wird es immer schwieriger, einfache Entscheidungen zu treffen.
Wissen stellt eine Barriere dar, die einen daran hindert, etwas in Erfahrung zu bringen.
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Dieter Winter
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Re: Jerusalem

Beitragvon Dieter Winter » So 17. Dez 2017, 10:13

King Kong 2006 hat geschrieben:(17 Dec 2017, 09:48)

Jerusalem-Entscheidung von Donald Trump wird vor der UN behandelt.


"Der Weltsicherheitsrat könnte Donald Trumps Jerusalem-Entscheidung für juristisch nichtig erklären."

Haben die USA da nicht ein Veto Recht? :?:
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H2O
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Re: Jerusalem

Beitragvon H2O » So 17. Dez 2017, 10:18

JJazzGold hat geschrieben:(15 Dec 2017, 16:30)


Wenn es keinen laufenden Priedensprozess gibt, dann kann er auch nicht verschoben werden.
Diese Woche habe ich einen Artikel dazu gelesen, ich glaube es war im Spiegel.
Fazit, für die Israelis ist die Erklärung Trumps kein Aufreger und endlos ereiferndes Tagesgespräch, weil für sie Jerusalem ohnehin ihre Hauptstadt ist und das nicht erst seit Trump. Das trifft es recht gut.


Ein Teilnehmer hat das vor Tagen schon einmal gesagt, und Recht hat er aus meiner Sicht: Israel hat im 6-Tage-Krieg die heutigen Gebiete erobert und besitzt sie jetzt. Will jetzt ein Anwalt der UNO kommen und sagen, das ist nicht rechtens? War der Aufmarsch gegen Israel damals rechtens? Sind die Raketen aus Gaza rechtens? Ist es rechtens, daß irgend welche Rächer der Enterbten auf ahnungslose Menschen in Mordabsicht mit Messern, Fahrzeugen und Schußwaffen losgehen?

Genau wegen dieser endlosen Geschichten liegen heute die Verhältnisse so wie sie liegen. Das Wort "Friedensprozeß" löst bei mir seit langem heftigen Brechreiz aus.

Natürlich weiß ich auch keine Lösung für diesen Gordischen Knoten. Ganz offensichtlich ist ihm mit Recht und Gesetz nicht bei zu kommen. Das beste, was die restliche Welt tun kann, das ist, diese Menschen dort sich selbst zu überlassen. Die Araber vor Ort können nicht anders und wollen auch nicht anders. Sie tragen ihren Unfrieden in Länder, in denen sie Schutz und Hilfe suchen... Libanon, Jordanien, Tunesien... und jüngst auch in Berlin.

Ich verstehe unser Innenministerium nicht, daß es solche Leute gewähren läßt, anstatt sie schlicht vor die Tür zu setzen, wenn sie ausländische Staatsbürgerschaften besitzen. Wir haben als Deutsche genug auf dem geschichtlichen Kerbholz, und eigene Unbelehrbare gibt es obendrein.

Es ist auch wahr, daß Präsident Trump nicht entscheiden kann, was vor Ort gilt. Das können nur die beiden unversöhnlichen Parteien dort, aber nicht mehr mit Rechtsmitteln. Da wird ein schöner Schein beschworen, dem niemand Geltung verschaffen kann oder will.
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Re: Jerusalem

Beitragvon H2O » So 17. Dez 2017, 10:21

Dieter Winter hat geschrieben:(17 Dec 2017, 10:13)

"Der Weltsicherheitsrat könnte Donald Trumps Jerusalem-Entscheidung für juristisch nichtig erklären."

Haben die USA da nicht ein Veto Recht? :?:


Und wem hilft diese ganze sinnbefreite Juristerei auch nur einen Schritt voran... oder wirft jemanden zurück?
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Re: Jerusalem

Beitragvon Polibu » So 17. Dez 2017, 10:23

Glaubt ja wohl niemand im Ernst, dass diese Resolution verabschiedet wird. Und das ist auch gut so, dass sie nicht verabschiedet wird.
Zuletzt geändert von Polibu am So 17. Dez 2017, 10:27, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Jerusalem

Beitragvon unity in diversity » So 17. Dez 2017, 10:24

Dieter Winter hat geschrieben:(17 Dec 2017, 10:13)

"Der Weltsicherheitsrat könnte Donald Trumps Jerusalem-Entscheidung für juristisch nichtig erklären."

Haben die USA da nicht ein Veto Recht? :?:

Man wird darüber diskutieren, ob eine Glaubensrichtung diskriminiert werden darf, oder eine weltanschauliche, wirtschaftliche Sichtweise.
Es ist zu erwarten, daß sich Beides aufhebt.
Für jedes Problem gibt es zwei Lösungsansätze:
Den Falschen und den Unsrigen.
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Re: Jerusalem

Beitragvon Dieter Winter » So 17. Dez 2017, 10:31

H2O hat geschrieben:(17 Dec 2017, 10:21)

Und wem hilft diese ganze sinnbefreite Juristerei auch nur einen Schritt voran... oder wirft jemanden zurück?


Die Debatten sind wohl in erster Linie Selbstzweck. Ein wirklicher Sinn ist da selten zu erkennen.
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Re: Jerusalem

Beitragvon Dieter Winter » So 17. Dez 2017, 10:36

unity in diversity hat geschrieben:(17 Dec 2017, 10:24)

Man wird darüber diskutieren, ob eine Glaubensrichtung diskriminiert werden darf, oder eine weltanschauliche, wirtschaftliche Sichtweise.
Es ist zu erwarten, daß sich Beides aufhebt.


Inwiefern wird mit der Anerkennung einer Hauptstadt denn eine Glaubensrichtung diskriminiert?

Fakt ist, dass es keinen Palästinenserstaat gibt. Und auch nie einen geben wird. Insofern stellt sich die Frage gar nicht ob Ost Jerusalem die Hauptstadt eines solchen Gebildes wird. Israel dagegen existiert und das bleibt auch dabei. Wenn dieser Staat nun bestimmt, dass die Hauptstadt Jerusalem ist, dann hat das gefälligst jeder zu akzeptieren. Als die Hauptstadt Deutschlands von Bonn nach Berlin verlegt wurde, war das doch auch eine interne Entscheidung.
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Re: Jerusalem

Beitragvon H2O » So 17. Dez 2017, 10:37

Dieter Winter hat geschrieben:(17 Dec 2017, 10:31)

Die Debatten sind wohl in erster Linie Selbstzweck. Ein wirklicher Sinn ist da selten zu erkennen.


Ich meine auch, zu einem Recht gehört auch die Gewalt, die ihm Geltung verschafft. Ohne diese Voraussetzung ist eine Rechtsordnung ein Stück Papier, mehr nicht.
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Re: Jerusalem

Beitragvon JJazzGold » So 17. Dez 2017, 11:23

H2O hat geschrieben:(17 Dec 2017, 10:18)

Ein Teilnehmer hat das vor Tagen schon einmal gesagt, und Recht hat er aus meiner Sicht: Israel hat im 6-Tage-Krieg die heutigen Gebiete erobert und besitzt sie jetzt. Will jetzt ein Anwalt der UNO kommen und sagen, das ist nicht rechtens? War der Aufmarsch gegen Israel damals rechtens? Sind die Raketen aus Gaza rechtens? Ist es rechtens, daß irgend welche Rächer der Enterbten auf ahnungslose Menschen in Mordabsicht mit Messern, Fahrzeugen und Schußwaffen losgehen?

Genau wegen dieser endlosen Geschichten liegen heute die Verhältnisse so wie sie liegen. Das Wort "Friedensprozeß" löst bei mir seit langem heftigen Brechreiz aus.

Natürlich weiß ich auch keine Lösung für diesen Gordischen Knoten. Ganz offensichtlich ist ihm mit Recht und Gesetz nicht bei zu kommen. Das beste, was die restliche Welt tun kann, das ist, diese Menschen dort sich selbst zu überlassen. Die Araber vor Ort können nicht anders und wollen auch nicht anders. Sie tragen ihren Unfrieden in Länder, in denen sie Schutz und Hilfe suchen... Libanon, Jordanien, Tunesien... und jüngst auch in Berlin.

Ich verstehe unser Innenministerium nicht, daß es solche Leute gewähren läßt, anstatt sie schlicht vor die Tür zu setzen, wenn sie ausländische Staatsbürgerschaften besitzen. Wir haben als Deutsche genug auf dem geschichtlichen Kerbholz, und eigene Unbelehrbare gibt es obendrein.

Es ist auch wahr, daß Präsident Trump nicht entscheiden kann, was vor Ort gilt. Das können nur die beiden unversöhnlichen Parteien dort, aber nicht mehr mit Rechtsmitteln. Da wird ein schöner Schein beschworen, dem niemand Geltung verschaffen kann oder will.


Vor einigen Jahren habe ich es schon einmal geschrieben und ich wiederhole es gerne, weil mir die Zeit recht gibt, dass ein Friedensprozess noch zu meiner Lebzeit nicht erfolgreich abgeschlossen wird und der Knackpunkt ist Jerusalem. Gebiete könnte man austauschen, wobei ich den Gedanken Gamliekls an eine Umsiedelung der Palästinenser in den Sinai für ebenso ineffektiv zur Problemlösung halte, wie die ägyptische Regierung. Gegen einen Gebietsaustausch zur Zentralisierung spricht meines Erachtens nichts, wenn der sukzessive vorgenommen wird. Aber selbst wenn sich dies bewerkstelligen ließe, bleibt die Jerusalem Frage, für die sich meines Erachtens keine für alle Seiten akzeptable Lösung bietet. Weshalb ich für mich schon vor Jahren beschloss, analog zu den Israelis, Jerusalem als Hauptstadt Israels anzuerkennen. Das haben die Israelis so beschlossen und ich habe kein Problem damit.

Was die UN jetzt wieder anstellt, Resolution gegen die USA, halte ich weitaus brandgefährlicher, als Trumps Aktion. Da bedeutet im Klartext, dass die UNO den jeweiligen Staaten vorschreibt, welchen Staat, welche Hauptstadt diese anerkennen dürfen und welchen nicht. Das ist meines Erachtens mehr Öl ins Feuer gegossen, als notwendig. Ja mei, die UNO.....

De Maizières Innenministerium habe ich schon vor geraumer Zeit aufgegeben verstehen zu wollen. Es ist paradox, dass in Deutschland in bedauerlicher jährlicher Regelmäßigkeit der al-Quds Tag ( “Befreiung Jerusalems von den zionistischen Besatzern“ ) öffentlich zelebriert werden darf, der an sich weitaus mehr als eine Fahnenverbrennung darstellt, man sich aber jetzt plötzlich an der Fahnenverbrennung aufhängt und empört.

Ja, ich würde auch ad hoc alle ausländischen Gäste zur Heimreise zwingen, die Fahnenverbrennung und antisemitische Transparente für angemessen während ihres Aufenthalts hier halten, ich würde aber auch ad hoc alle deutschen Bürger vor den Kadi bringen, die dies für eine angemessene Meinungsäußerung halten, aber noch weit davor würde ich das öffentliche Zelebrieren des al-Quds Tags untersagen.

Na ja, jetzt gibt es eventuell einen Sonderbeauftragten, dessen Stab uns zu einem Zeitpunkt x eine Statistik liefert, inwieweit der Antisemitismus in Deutschland wahrnehmbar gestiegen ist, nichts, was der gesellschaftlich Beobachtende nicht schon weiß, immerhin schafft es eine Organisation mit reichlich antisemitischen Einschlüssen heutzutage bis in den Bundestag, und danach wird jahrelang gerätselt und diskutiert werden, wie man dagegen vorgehen könnte, ohne das Demonstrationsrecht zu verletzen. Das Fazit wird lauten, “soviel Antisemitismus muss eine Demokratie aushalten können“.

Die gefährlichste aller Weltanschauungen ist die der Leute, welche die Welt nie angeschaut haben.
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Re: Jerusalem

Beitragvon H2O » So 17. Dez 2017, 11:35

JJazzGold hat geschrieben:(17 Dec 2017, 11:23)

Vor einigen Jahren habe ich es schon einmal geschrieben und ich wiederhole es gerne, weil mir die Zeit recht gibt, dass ein Friedensprozess noch zu meiner Lebzeit nicht erfolgreich abgeschlossen wird und der Knackpunkt ist Jerusalem. Gebiete könnte man austauschen, wobei ich den Gedanken Gamliekls an eine Umsiedelung der Palästinenser in den Sinai für ebenso ineffektiv zur Problemlösung halte, wie die ägyptische Regierung. Gegen einen Gebietsaustausch zur Zentralisierung spricht meines Erachtens nichts, wenn der sukzessive vorgenommen wird. Aber selbst wenn sich dies bewerkstelligen ließe, bleibt die Jerusalem Frage, für die sich meines Erachtens keine für alle Seiten akzeptable Lösung bietet. Weshalb ich für mich schon vor Jahren beschloss, analog zu den Israelis, Jerusalem als Hauptstadt Israels anzuerkennen. Das haben die Israelis so beschlossen und ich habe kein Problem damit.

Was die UN jetzt wieder anstellt, Resolution gegen die USA, halte ich weitaus brandgefährlicher, als Trumps Aktion. Da bedeutet im Klartext, dass die UNO den jeweiligen Staaten vorschreibt, welchen Staat, welche Hauptstadt diese anerkennen dürfen und welchen nicht. Das ist meines Erachtens mehr Öl ins Feuer gegossen, als notwendig. Ja mei, die UNO.....

De Maizières Innenministerium habe ich schon vor geraumer Zeit aufgegeben verstehen zu wollen. Es ist paradox, dass in Deutschland in bedauerlicher jährlicher Regelmäßigkeit der al-Quds Tag ( “Befreiung Jerusalems von den zionistischen Besatzern“ ) öffentlich zelebriert werden darf, der an sich weitaus mehr als eine Fahnenverbrennung darstellt, man sich aber jetzt plötzlich an der Fahnenverbrennung aufhängt und empört.

Ja, ich würde auch ad hoc alle ausländischen Gäste zur Heimreise zwingen, die Fahnenverbrennung und antisemitische Transparente für angemessen während ihres Aufenthalts hier halten, ich würde aber auch ad hoc alle deutschen Bürger vor den Kadi bringen, die dies für eine angemessene Meinungsäußerung halten, aber noch weit davor würde ich das öffentliche Zelebrieren des al-Quds Tags untersagen.

Na ja, jetzt gibt es eventuell einen Sonderbeauftragten, dessen Stab uns zu einem Zeitpunkt x eine Statistik liefert, inwieweit der Antisemitismus in Deutschland wahrnehmbar gestiegen ist, nichts, was der gesellschaftlich Beobachtende nicht schon weiß, immerhin schafft es eine Organisation mit reichlich antisemitischen Einschlüssen heutzutage bis in den Bundestag, und danach wird jahrelang gerätselt und diskutiert werden, wie man dagegen vorgehen könnte, ohne das Demonstrationsrecht zu verletzen. Das Fazit wird lauten, “soviel Antisemitismus muss eine Demokratie aushalten können“.



Ich meine aber, daß unser Land keine Demokratie mit zementierter Unschuldsvermutung ist, sondern durchaus Veranlassung hat, besonders empfindliche Antennen auf zu stellen und Gesetze zu schaffen, die ganz genau diese Vergangenheit im Blick haben. Andernfalls wird der Anspruch auf Verantwortung dafür, daß sich dieser Wahnsinn nicht wiederholen darf, zu einer Leerformel. Wofür haben wir denn den "wehrhaften Rechtsstaat"? Unserem Staat stehen die Gewaltmittel zur Verfügung, um solchen Gesetzen Geltung zu verschaffen. Warum unterläßt er sowohl den Erlaß von entsprechenden Gesetzen als auch das Vorgehen gegen ausländische Gruppen, die deutsche Staatsinteressen mißachten? Minister Maizière ist doch der Herr mit "der vollen Härte des Rechtsstaates" ohne die notwendigen Gesetze... gelegentlich doch eine Witzfigur!

Besonders gelungen fand ich kürzlich den Aufruf eines bekannten Politikers, daß gegen diese anti-semitischen Umtriebe nun der Aufstand der Zivilgesellschaft zu organisieren sei. Tja, dann...
Zuletzt geändert von H2O am So 17. Dez 2017, 14:07, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Jerusalem

Beitragvon Antonius » So 17. Dez 2017, 13:12

Antonius hat geschrieben:(08 Dec 2015, 10:46)
Am vergangenen Sonntag, dem 2.Adventssonntag (DOMINICA SECUNDA ADVENTUS), haben wir in der Theatiner-Kirche in München gebetet:
    Ierusalem surge, et sta in excelso.
    Et vide iucunditatem , quae veniet tibi a Deo tuo.

    (Jerusalem, erhebe dich, steig auf den Berg.
    Schau die Freude, die von deinem Gott zu dir kommt.)
Am heutigen 3.Adventssonntag (DOMINICA TERTIA ADVENTUS) sang die Gemeinde am Schluß der Hl. Messe das Kirchenlied:

    Tochter Zion, freue dich, jauchze laut, Jerusalem!
    Sieh, dein König kommt zu dir, ja, er kommt, der Friedefürst.
    Tochter Zion, freue dich, jauchze laut, Jerusalem!

    Hosianna, Davids Sohn, sei gesegnet deinem Volk!
    Gründe nun dein ewges Reich, Hosianna in der Höh!
    Hosianna, Davids Sohn, sei gesegnet deinem Volk!
(nach Sacharja, 9,9)

Daß Jerusalem die Hauptstadt Israels ist, ist also bereits im AT verankert.
Im Christlichen Gottesdienst wird diesem Faktum auch in den Gesangstexten zum Advent gedacht.
Zuletzt geändert von Antonius am So 17. Dez 2017, 18:52, insgesamt 2-mal geändert.
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Immanuel Kant (1724-1804)
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Re: Jerusalem

Beitragvon JJazzGold » So 17. Dez 2017, 14:04

H2O hat geschrieben:(17 Dec 2017, 11:35)

Ich meine aber, daß unser Land keine Demokratie mit zementierter Unschuldsvermutung ist, sondern durchaus Veranlassung hat, besonders empfindliche Antennen auf zu stellen und Gesetze zu schaffen, die ganz genau diese Vergangenheit im Blick haben. Andernfalls wird der Anspruch auf Verantwortung dafür, daß sich dieser Wahnsinn nicht wiederholen darf, zu einer Leerformel. Wofür haben wir denn den "wehrhaften Rechtsstaat"? Unserem Staat stehen die Gewaltmittel zur Verfügung, um solchen Gesetze Geltung zu verschaffen. Warum unterläßt er sowohl den Erlaß von entsprechenden Gesetzen als auch das Vorgehen gegen ausländische Gruppen, die deutsche Staatsinteressen mißachten? Minister Maizière ist doch der Herr mit "der vollen Härte des Rechtsstaates" ohne die notwendigen Gesetze... gelegentlich doch eine Witzfigur!


Wenn ich lese, dass man sich „mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln des Rechtsstaates wehren“ will, dann frage ich mich, wie man das angesichts eines nicht verfügbaren Verbots zur Fahnenverbrennung gestalten will. Zudem ist die Fahnenverbrennung nur ein Aspekt des wieder aufflammenden Antisemitismus. Daran wird ein schlichtes, noch zu schaffendes Gesetz gegen die Verbrennung von Fahnen anderer Staaten, weshalb eigentlich nicht der eigenen, nichts ändern.

Allmählich gleiten wir ins OT ab. ;) Schönen dritten Advent!


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Re: Jerusalem

Beitragvon Boraiel » So 17. Dez 2017, 14:10

Dieter Winter hat geschrieben:(17 Dec 2017, 10:13)

"Der Weltsicherheitsrat könnte Donald Trumps Jerusalem-Entscheidung für juristisch nichtig erklären."

Haben die USA da nicht ein Veto Recht? :?:

Nicht nur das, ich glaube, da würde es auch einige weitere Enthaltungen und Neins geben.
Libertas veritasque.
Lesen und verstehen: http://www.feynmanlectures.caltech.edu/I_01.html
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Re: Jerusalem

Beitragvon Polibu » So 17. Dez 2017, 15:12

Damit kann sich die UNO nur blamieren. Und ehrlich gesagt frage ich mich auch was das soll? Was will man damit erreichen?
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Re: Jerusalem

Beitragvon H2O » So 17. Dez 2017, 15:20

Polibu hat geschrieben:(17 Dec 2017, 15:12)

Damit kann sich die UNO nur blamieren. Und ehrlich gesagt frage ich mich auch was das soll? Was will man damit erreichen?


Das weiß wirklich niemand; denn der liebe Gott gelangt ohne Befragung der UNO zu seinem Urteil.
Aber vielleicht will jemand Recht behalten; Recht bekommen ist dann schon deutlich schwieriger. :)
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Re: Jerusalem

Beitragvon tabernakel » Mo 18. Dez 2017, 00:56

H2O hat geschrieben:(17 Dec 2017, 15:20)

Das weiß wirklich niemand; denn der liebe Gott gelangt ohne Befragung der UNO zu seinem Urteil.
Aber vielleicht will jemand Recht behalten; Recht bekommen ist dann schon deutlich schwieriger. :)

Och, die Illusionsfabrik der Hamas geht da noch deutlich weiter: IDF investigating shooting of double amputee in Gaza clashes
In a funeral address in Gaza on Saturday, Hamas chief Ismail Haniyeh praised Abu Thurayeh as a hero and a martyr, and vowed never to relinquish Jerusalem. “And I don’t mean East Jerusalem, but unified Jerusalem,” Haniyeh said, in footage screened by Israel’s Channel 10. “Not East Jerusalem and not West Jerusalem. Muslim. Muslim.”


Ich wäre nicht mal wirklich überrascht falls am Ende rauskäme dass sie den Behinderten selbst erschossen haben um die Rage anzufachen ...
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Re: Jerusalem

Beitragvon unity in diversity » Mo 18. Dez 2017, 01:34

Recep Tayyip Erdoğan (Verunglimpfung entfernt - Moses,Mod)will die türkische Botschaft nach Ost-Jerusalem verlegen:
https://www.n-tv.de/politik/Tuerkei-wil ... 89657.html
Wie lange diese Ankündigung gültig bleibt, läßt er offen.
Für jedes Problem gibt es zwei Lösungsansätze:
Den Falschen und den Unsrigen.
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Re: Jerusalem

Beitragvon sünnerklaas » Mo 18. Dez 2017, 07:58

Adam Smith hat geschrieben:(15 Dec 2017, 17:32)

Nazis hatten ja auch nur irgendwelche Emotionen.


Solche Extremisten arbeiten stets mit dem Wecken von Emotionen. Das war das Erfolgsrezept der Nazis, das kam seinerzeit an und viele sind blindlings ins Verderben gelaufen. Die Hauptverantwortlichen haben sich dann 1945 aus dem Staub gemacht.
Wer manipulierend auf Emotionen abzielt, versucht das Triebhafte, das Animalische im Menschen zu wecken.
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Re: Jerusalem

Beitragvon sünnerklaas » Mo 18. Dez 2017, 08:11

tabernakel hat geschrieben:(16 Dec 2017, 17:12)

Dir ist schon klar dass ca. 1/4 Ostjerusalems das jüdische Viertel ist, welches die Araber nach 48 ethnisch gesäubert hatten, und was die Israelis nach 67 sofort Rückgängig machten? Und dass die israelis natürlich die Klagemauer niemals wieder rausrücken werden? Von welchen "Siedlungen im Ostteil der Stadt" redest Du also? Mal ganz davon abgesehen dass es generell ne Menge Optimismus braucht um sich vorzustellen die Israelis könnten Teile der Stadt jemals wieder rausrücken ...

Also warum hätte eine Deklaration von "Ostjerusalems als Hauptstadt Palästinas" irgendwas gebracht? Weder existiert ein Staat Palästina, noch braucht dieser nichtexistente Staat aktuell eine Hauptstadt. Und ob er jemals existieren wird, egal mit was als Hauptstadt, das hängt ganz maßgeblich davon ab ob die Palästinenser die Israelis je überzeugen können dass eine friedliche Koexistenz möglich ist. Solange Kopfgelder auf Zivilisten in Form von Familienrenten ausgesetzt, oder Raketen aus Gaza abgeschossen werden ist das unmöglich.

Spannenderweise hatten wir in Deutschland ne vergleichbare Zeit, und zwar als man hierzulande in den 50ern und 60ern meinte ähnlich wie die Palästinenser die Gebietsverluste nach dem 2. Weltkrieg durch Verhandlungen und diplomatischen Druck rückgängig machen zu können - da träumten auch viele von den Reichsgrenzen von 1937, und dezente Hinweise auf die Realität wurden mit höchster Entrüstung goutiert. Hat natürlich damals auch nicht geklappt, und in den 70ern wurde das glücklicherweise auch realisiert; sonst wäre Deutschland wohl heute noch besetzt und zwiegespalten, statt einer der Motoren der Europäischen Einigung ... soviel zum Thema "denken".


Über die Gestaltung der innerstädtische Grenze könnte man reden. Da lassen sich Lösungen finden. Auch über gegenseitige Entschädigungszahlungen kann man reden.
Allerdings befürchte ich, dass erhebliche Teile auf beiden Seiten dort unten überhaupt an einem nachhaltigen Frieden interessiert sind. Es ist ein Religionskonflikt, ein Religionskrieg. Jitzchak Rabin wurde religiösen Eiferern ermordet. Und zu viele leiten ihre eigene politische Legitimation aus einem Fortbestehen des Nahostkonflikts ab. Würde er enden, wäre man politisch tot. Hinzu kommt, dass der Konflikt für nicht wenige eine Lizenz zum Gelddrucken ist.

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