Jerusalem

Moderator: Moderatoren Forum 3

Wie soll mit Jerusalem verfahren werden?

Die Stadt muß zwischen Israelis und Palästinenser geteilt werden!
46
23%
Jerusalem gehört den Israelis!
71
36%
Jerusalem gehört den Palästinensern!
18
9%
Jerusalem sollte eine Stadt unter UN-Verwaltung werden!
45
23%
Keine Ahnung!
19
10%
 
Abstimmungen insgesamt: 199
apartofme
Beiträge: 498
Registriert: Mo 15. Jun 2009, 18:24

Re: Jerusalem

Beitragvon apartofme » Mo 11. Dez 2017, 00:59

Bleibtreu hat geschrieben:(10 Dec 2017, 23:40)
Islamischer Antisemitismus ist mit Sicherheit ein nicht unwichtiger Punkt in diesem Gemenge. [Du zitierst ja explizit meinen Beitrag, in welchem ich die religioes-islamischen ExtremistenGruppen aufzaehle. Von daher meine Bezeichnung islamischer Antisemitismus]. Deren JudenHass haengt allerdings nicht im luftleeren Raum, er hat einen Ursprung, der nicht erst seit der Existenz Israels besteht. ;)

Muss man sich, angesichts der Tatsache, dass das Christentum in Deutschland zu den extremsten faschistischen Auswüchsen geführt hat, auch fragen, was am Antisemitismus so spezifisch christlich ist, oder muss man sich nicht viel mehr fragen, warum das Christentum in Großbritannien, Frankreich oder den USA solcherlei faschistische Auswüchse nicht produziert hat?

Adorno hilft hier weiter. Modernisierung, Säkularisierung, Dekontextualisierung. Ist dir z.B. klar, dass der Sozialist Assad zehnmal mehr Menschen geschlachtet hat, als der IS? Der Faschismus in der arabischen Welt ist nicht auf Islamisten beschränkt, sondern findet sich bei allen Parteien, die zumeist eine Ideologie gemein haben. Und drei Mal darfst du raten, welche das ist.

Der Kulturpessimismus gegenüber dem Islam ist aus meiner Sicht nicht gerechtfertigt. Im Islamischen Faschismus wirken dieselben Kräfte, die auch in anderen faschistischen Bewegungen gewirkt haben, und die sind eigentlich noch nie besonders religiös gewesen. Quantitative Erhebungen kommen auch zu dem Schluss, dass säkulare Werte in der islamischen Welt nicht weniger weit verbreitet sind. Steven Fish, Ronald Inglehart usw. helfen hier weiter.
Benutzeravatar
Bleibtreu
Beiträge: 7118
Registriert: Mi 27. Feb 2013, 11:58
Benutzertitel: freigeist
Wohnort: Tel Aviv // Paris

Re: Jerusalem

Beitragvon Bleibtreu » Mo 11. Dez 2017, 01:34

apartofme hat geschrieben:(11 Dec 2017, 00:59)

Muss man sich, angesichts der Tatsache, dass das Christentum in Deutschland zu den extremsten faschistischen Auswüchsen geführt hat, auch fragen, was am Antisemitismus so spezifisch christlich ist, oder muss man sich nicht viel mehr fragen, warum das Christentum in Großbritannien, Frankreich oder den USA solcherlei faschistische Auswüchse nicht produziert hat?

Adorno hilft hier weiter. Modernisierung, Säkularisierung, Dekontextualisierung.

Der bekannte Name Adorno oder die anderen Genannten machen deine Antwort leider nicht ergiebiger. Nur weitere Aushaengeschilder und huebsch gedrechseltes Geschwurbel mit backig aufgeblaehten Worten, ersetzen aber leider keine Substanz. ;)

Gut, dass du den damals in Europa grassierenden Antisemitismus ansprichst; er existierte mitnichten nur in Deutschland. Ich erinnere an die skandaloese Affaere Dreyfus. Schreiten wir also zur Tat, statt noch mehr leere SprechBlasen zu produzieren:
Hitlers JudenWahn kam auch nicht ohne die noetige Grundlage aus. Er konnte nur deshalb so erschreckend erfolgreich bluehen, weil er auf einen gut vorbereiteten und fruchtbaren Boden fiel. Und woher kam nun dieser schon seit Jahrhunderten in Europa vorhandene JudenHass, an dem sich Hitler fuer seine Zwecke so ausgiebig bedienen konnte, mit dem Ziel der "Endloesung"? Der war ja nicht "Schnipp" urploetzlich mit ihm unter den Deutschen! :D

Ist dir z.B. klar, dass der Sozialist Assad zehnmal mehr Menschen geschlachtet hat, als der IS? Der Faschismus in der arabischen Welt ist nicht auf Islamisten beschränkt, sondern findet sich bei allen Parteien, die zumeist eine Ideologie gemein haben. Und drei Mal darfst du raten, welche das ist.

Wir waren beim JudenHass. Jetzt kommst du mit linkem Faschismus. Wie viele Menschen durch diesen umgekommen sind. Alles richtig. Mit diesen staendigen Ausweichmaenoevern wird das aber leider nichts werden. :p Also zurueck zum JudenHass und seinen Urspruengen in Europa bzw eigentlich in der islamischen Welt.
•Wer fuer alles offen ist, kann nicht ganz dicht sein.
https://www.shabak.gov.il/english/Pages/index.html#=2
Concordia - Integritas - Industria
apartofme
Beiträge: 498
Registriert: Mo 15. Jun 2009, 18:24

Re: Jerusalem

Beitragvon apartofme » Mo 11. Dez 2017, 02:51

Bleibtreu hat geschrieben:(11 Dec 2017, 01:34)

Der bekannte Name Adorno oder die anderen Genannten machen deine Antwort leider nicht ergiebiger.

Für jemanden, der schon den Artikel von Ruth Wisse für zu lang hält, um ihn zu lesen, sicherlich.

Gut, dass du den damals in Europa grassierenden Antisemitismus ansprichst; er existierte mitnichten nur in Deutschland. Ich erinnere an die skandaloese Affaere Dreyfus.

Ich verstehe überhaupt nicht, worauf du hinaus willst. In meinem Beitrag steht nicht, dass es nur in Deutschland Antisemitismus gab - und auch nicht, dass es Antisemitismus erst seit der Modernisierung gibt. Beides wäre grober Unfug. Selbst 30% der Südkoreaner und ca 20% der Thailänder sind Antisemiten. Das Thema ist ein anderes. Du sprachst im vorletzten Beitrag von der Gewaltaffinität islamistischer Gruppen. Mein Punkt ist der, dass das Verbindende Element dieser gewaltaffinen Gruppen nicht der Islamismus ist, sondern der Antisemitismus - und zwar (1) unabhängig von der Art der religiösen Prägung seiner Anhänger und (2) unabhängig davon, ob dieser Antisemitismus überhaupt religiös motiviert ist. Das lässt sich statistisch nachweisen und daran arbeite ich. Mit besten Empfehlungen von Prof. Wisse. :p

Keine Ahnung, wie du überhaupt zu deinen Schlussfolgerungen kommst. Vielleicht gehst du davon aus, dass politische islamische Bewegungen zwangsläufig antisemitisch sein müssen. Das halte ich aber ebensowenig für richtig, wie die Annahme, dass christliche politische Bewegungen zwangsläufig antisemitisch sein müssen. Religiöse Inhalte lassen sich kontextualisieren. Der halbherzige Säkularisierungsprozess der Modernisierung kann bei dieser Prozedur Probleme verursachen.

Wir waren beim JudenHass. Jetzt kommst du mit linkem Faschismus. Wie viele Menschen durch diesen umgekommen sind. Alles richtig. Mit diesen staendigen Ausweichmaenoevern wird das aber leider nichts werden.

Wie gesagt - mir war in Erinnerung, dass das Eine Diskussion über faschistische Bewegungen war. Aber gut. Reden wir über Antisemitismus. Da wird mir aber noch weniger klar, worin für dich jetzt das Ausweichmanöver besteht. Ist dir die Baath-Bewegung nicht religiös genug, dass sie sich als antisemitisch qualifiziert?
apartofme
Beiträge: 498
Registriert: Mo 15. Jun 2009, 18:24

Re: Jerusalem

Beitragvon apartofme » Mo 11. Dez 2017, 03:34

apartofme hat geschrieben:(11 Dec 2017, 02:51)

Religiöse Inhalte lassen sich kontextualisieren.

Vielleicht noch einen kurzen Satz dazu, was ich damit meine, nämlich keineswegs die historisch-kritische Kontextualisierung. Sowas liegt für die islamische Religion tatsächlich erst in weiter ferne. Der religiöse Fundamentalismus, der den Koran beim Wort nimmt und das Narrativ seiner geschichtlichen Entstehung unhinterfragt aus religiösen Dogmen entnimmt, wird sich so leicht nicht beseitigen lassen. Es gibt aber noch andere Formen der Kontextualisierung. Der Antisemitismus aus Quran und Sunnah kann als theologisches Konzept begriffen werden, ähnlich wie die Zerstörungsphantasien aus dem Alten Testament selbst von orthodoxen Juden als theologisches Konzept mit nur theologischem Wirklichkeitsbezug begriffen werden. Diese Umdenkensprozesse finden in der islamischen Welt auch schon statt, können sich derzeit aber aufgrund des gescheiterten Säkularisierungsprozesses, der den Antisemitismus bereits als politische Ideologie implementiert hat, nicht durchsetzen. Das ist ein imminentes Problem. Die islamische Welt braucht scharfsinnige Theologen, die diese Mechanismen durchschauen.
Benutzeravatar
Bleibtreu
Beiträge: 7118
Registriert: Mi 27. Feb 2013, 11:58
Benutzertitel: freigeist
Wohnort: Tel Aviv // Paris

Re: Jerusalem

Beitragvon Bleibtreu » Mo 11. Dez 2017, 04:33

apartofme hat geschrieben:(11 Dec 2017, 02:51)

Für jemanden, der schon den Artikel von Ruth Wisse für zu lang hält, um ihn zu lesen, sicherlich.

Ich verstehe überhaupt nicht, worauf du hinaus willst. In meinem Beitrag steht nicht, dass es nur in Deutschland Antisemitismus gab - und auch nicht, dass es Antisemitismus erst seit der Modernisierung gibt. Beides wäre grober Unfug. Selbst 30% der Südkoreaner und ca 20% der Thailänder sind Antisemiten. Das Thema ist ein anderes. Du sprachst im vorletzten Beitrag von der Gewaltaffinität islamistischer Gruppen. Mein Punkt ist der, dass das Verbindende Element dieser gewaltaffinen Gruppen nicht der Islamismus ist, sondern der Antisemitismus - und zwar (1) unabhängig von der Art der religiösen Prägung seiner Anhänger und (2) unabhängig davon, ob dieser Antisemitismus überhaupt religiös motiviert ist. Das lässt sich statistisch nachweisen und daran arbeite ich. Mit besten Empfehlungen von Prof. Wisse. :p

Keine Ahnung, wie du überhaupt zu deinen Schlussfolgerungen kommst. Vielleicht gehst du davon aus, dass politische islamische Bewegungen zwangsläufig antisemitisch sein müssen. Das halte ich aber ebensowenig für richtig, wie die Annahme, dass christliche politische Bewegungen zwangsläufig antisemitisch sein müssen. Religiöse Inhalte lassen sich kontextualisieren. Der halbherzige Säkularisierungsprozess der Modernisierung kann bei dieser Prozedur Probleme verursachen.

Wie gesagt - mir war in Erinnerung, dass das Eine Diskussion über faschistische Bewegungen war. Aber gut. Reden wir über Antisemitismus. Da wird mir aber noch weniger klar, worin für dich jetzt das Ausweichmanöver besteht. Ist dir die Baath-Bewegung nicht religiös genug, dass sie sich als antisemitisch qualifiziert?

Ich habe nirgends geschrieben, dass mir der Artikel zu lang sei. Bleib doch bitte bei den Tatsachen und weniger bei Fantasien. Ich schrieb

Bleibtreu hat geschrieben:(10 Dec 2017, 23:40)
Der lange Artikel von Ruth Wisse, ihres Zeichens Professorin fuer Jiddisch/jiddische Literatur, ist natuerlich interessant. Mir waere allerdings an eigenen Worten von dir gelegen. Es waere also nett, wenn du dich dazu erbarmen kannst deinen Standpunkt selbststaendig zu erklaeren, damit dieser Strang davon auch einen Gewinn hat. :p [...]

Unverkennbar habe ich wohl ihren langen Artikel gelesen und ihn mit interessant keineswegs abgewertet oder als zu lang bezeichnet. Lesen muessen haette ich ihn nicht. Ich sehe auch bei anderen keine Verpflichtung dazu. Ich bin primaer an deinen eigenen Worten und Ideen interessiert, nicht an ihren - da war ich doch deutlich. Du kannst natuerlich auch das naechste Mal 200seitige Studien einstellen und dich dann anschliessend darueber echauffieren, falls sich jemand weigert diese zu lesen, statt dich eigener Worte zu bedienen. :p Inzwischen bin ich aus dem Forum die dollsten Sperenzchen gewohnt. - DU hast doch mit Antisemitismus angefangen. Lies mal deinen ersten Beitrag an mich
apartofme hat geschrieben:(10 Dec 2017, 23:00)
Nachdem ich mich einigermaßen intensiv mit diesen Problematiken befasst habe, kam ich allerdings zu dem Schluss, dass die Religion hier nicht die Hauptursache der Probleme ist, sondern der Antisemitismus selbst. Ich bin allerdings noch dabei, das formal zu beweisen. :p Zur Einführung (ganz lesen lohnt sich):
https://www.nationalaffairs.com/publica ... i-semitism

Als ich dir erneut auf den Zahl fuehlte, weichst du von [islamischem] Antisemitismus auf christlichen und Hitler aus, dann auf linken Faschismus und seine zahlreichen Opfer. Und auch jetzt bei deinem dritten Versuch, weichst du wieder mit FalschBehauptungen, Dichtungen und *Maetzchen aus, statt endlich mal mit einer substantiellen Antwort zu kommen. Dieser "Stil" ist schlicht kein guter und nur langweilig. Die Zeit auf einen weiteren Beitrag von dir einzugehen kann ich mir sparen. Dafuer musst du dir einen anderen SpielKameraden suchen. Offenbar ist meine eigentlich recht einfache Frage

Bleibtreu hat geschrieben:(11 Dec 2017, 01:34)
[...] Schreiten wir also zur Tat, statt noch mehr leere SprechBlasen zu produzieren:
Hitlers JudenWahn kam auch nicht ohne die noetige Grundlage aus. Er konnte nur deshalb so erschreckend erfolgreich bluehen, weil er auf einen gut vorbereiteten und fruchtbaren Boden fiel. Und woher kam nun dieser schon seit Jahrhunderten in Europa vorhandene JudenHass, an dem sich Hitler fuer seine Zwecke so ausgiebig bedienen konnte, mit dem Ziel der "Endloesung"? Der war ja nicht "Schnipp" urploetzlich mit ihm unter den Deutschen! :D

fuer dich schon wieder zuviel gewesen, dass du weiter dickbackig fantasierst, statt sie einfach klar zu beantworten. Fuer eine Diskussion reicht es nicht Artikel einzustellen und mit grossen Namen und grossbackigen WortHuelsen zu wedeln + staendig mit AusweichManoevern und FalschDichtungen zu taktieren. Nicht fuer mich. JudenHass hat nicht nur schon vor der Moderne existiert; JudenHass hat eine EntstehungsGeschichte, er kommt nicht aus dem Nichts. Nicht in der christlich-europaeischen Welt, nicht in der islamischen. Ganz gleich, welche politischen oder religioesen Seiten sich seiner bedienen, ganz gleich wieviele Menschen ihm ueberall auf der Welt froenen. Ist das so schwer zu begreifen oder treffe ich da bei dir einen besonders wunden Punkt, dass du dich windest wie ein Aal? :?

*Bist du der naechtliche GruessAugust von Frau Prof Wisse oder warum nimmst du dir heraus in ihrem Namen Gruesse ausrichten zu koennen? Geht das nicht leicht in Richtung Groessenwahn, in ihrem Namen zu sprechen? Ist es schon so schlimm bestellt, dass du von hausieren gehen mit grossen Namen, dir auch noch diese Steigerung heraus nimmst, als wenn du sie oder ihr bester Kumpel waerst? :)
•Wer fuer alles offen ist, kann nicht ganz dicht sein.
https://www.shabak.gov.il/english/Pages/index.html#=2
Concordia - Integritas - Industria
Benutzeravatar
Bleibtreu
Beiträge: 7118
Registriert: Mi 27. Feb 2013, 11:58
Benutzertitel: freigeist
Wohnort: Tel Aviv // Paris

Re: Jerusalem

Beitragvon Bleibtreu » Mo 11. Dez 2017, 05:21

apartofme hat geschrieben:(11 Dec 2017, 03:34)
Vielleicht noch einen kurzen Satz dazu, was ich damit meine, nämlich keineswegs die historisch-kritische Kontextualisierung. Sowas liegt für die islamische Religion tatsächlich erst in weiter ferne. Der religiöse Fundamentalismus, der den Koran beim Wort nimmt und das Narrativ seiner geschichtlichen Entstehung unhinterfragt aus religiösen Dogmen entnimmt, wird sich so leicht nicht beseitigen lassen. Es gibt aber noch andere Formen der Kontextualisierung. Der Antisemitismus aus Quran und Sunnah kann als theologisches Konzept begriffen werden, ähnlich wie die Zerstörungsphantasien aus dem Alten Testament selbst von orthodoxen Juden als theologisches Konzept mit nur theologischem Wirklichkeitsbezug begriffen werden.

Na bitte, dieser Beitrag gibt endlich mal was her. Auch wenn ihn die Meisten auf Grund deines Sprachgebrauchs nicht verstehen werden. Den einen oder anderen mag das beeindrucken, auch wenn oder gerade weil er kein Wort versteht. Was ich nicht gerade fuer sinnvoll und disskussionsfoerdernd halte. Aber vielleicht ist gerade das von dir gewuenscht. ;)

Diese Umdenkensprozesse finden in der islamischen Welt auch schon statt, können sich derzeit aber aufgrund des gescheiterten Säkularisierungsprozesses, der den Antisemitismus bereits als politische Ideologie implementiert hat, nicht durchsetzen. Das ist ein imminentes Problem. Die islamische Welt braucht scharfsinnige Theologen, die diese Mechanismen durchschauen.

Dieser UmdenkProzess hat sich selbst in der europaeisch-islamischen Welt, wo eindeutig schon der SaekularisierungsProzess stattfindet, bisher auch nicht greifend durchgesetzt. Es ist also mitnichten nur in der islamischen Welt ein imminentes Problem. Das Problem liegt folglich tiefer. - Und jetzt geht ich endlich ins Bett - kuscheln! :)
•Wer fuer alles offen ist, kann nicht ganz dicht sein.
https://www.shabak.gov.il/english/Pages/index.html#=2
Concordia - Integritas - Industria
tabernakel
Beiträge: 503
Registriert: Do 26. Mär 2015, 11:12

Re: Jerusalem

Beitragvon tabernakel » Mo 11. Dez 2017, 07:47

Bleibtreu hat geschrieben:(11 Dec 2017, 01:34)
Hitlers JudenWahn kam auch nicht ohne die noetige Grundlage aus. Er konnte nur deshalb so erschreckend erfolgreich bluehen, weil er auf einen gut vorbereiteten und fruchtbaren Boden fiel. Und woher kam nun dieser schon seit Jahrhunderten in Europa vorhandene JudenHass, an dem sich Hitler fuer seine Zwecke so ausgiebig bedienen konnte, mit dem Ziel der "Endloesung"? Der war ja nicht "Schnipp" urploetzlich mit ihm unter den Deutschen! :D

Da hab ich ne Vermutung, und eine die mich immer wieder selbst erschreckt: Judenhass war in Europa denke ich deshalb so verbreitet, weil er für die Täter stets nur Vorteile bot und niemals Nachteile. Weil jeder Täter wusste dass die Juden stets nur kleine Minderheit und dabei auch noch sowohl friedfertig als auch oft wohlhabend waren, und nach neuem Testament zudem ja auch noch den Christus gekillt hatten. Das machte sie sowohl zum perfekten Sündenbock für alles Ungemach (man riskierte kaum Backlash wenn man auf Juden losging), als auch zum lohnenden Raubziel. Letztlich also eine explosive Mischung aus Mobbing gekoppelt mit Habgier und religiösem Wahn.
Benutzeravatar
schokoschendrezki
Beiträge: 10894
Registriert: Mi 15. Sep 2010, 15:17
Benutzertitel: wurzelloser Kosmopolit
Wohnort: Berlin
Kontaktdaten:

Re: Jerusalem

Beitragvon schokoschendrezki » Mo 11. Dez 2017, 09:12

DarkLightbringer hat geschrieben:(07 Dec 2017, 23:31)

Ein erster Hinweis findet sich ja in dem von dir schon verlinkten Artikel: http://www.tagesspiegel.de/politik/kamp ... 58964.html

Es ist schon denkbar, dass die israelische Regierung aus strategischen Erwägungen heraus auf Partner setzt, die das Recht auf Selbstverteidigung bejahen.


Ja. Mir ist schon klar, dass man die Person George Soros nicht einfach unkritisch zu sehen hat. Das ganze Theater um Soros ist in höchstem Maße ambivalent und wäre vielleicht/sicher auch einen eigenen Thread wert. Im Gegensatz zu Netanjahu verurteilt die "Jüdische Allgemeine", immerhin die auflagenstärkste Zeitung der Menschen jüdischer Herkunft in Deutschland, die Kampagnen gegen Soros in Osteuropa auf das schärfste als Neuauflage der klassisch antisemitischen Erzählung vom "Finanzjudentum". Als eifriger Mitdiskutant zu den Themen rund um die Ukraine wird dir das Thema "Soros" und seine Rolle in Osteuropa insgesamt mit Sicherheit nicht entgangen sein. Die einen Publikationen schreiben sehr positiv von Soros als Vertreter der Tradition eines jüdisch geprägten Philantropismus. Die anderen von "jüdischem Selbsthass" und sehen Soros als "Linksextremen". Und dann gibts eben noch Soros einmal als wesentlichen Wahlkampf-Unterstützer von Hillary Clinton und als Finanzier der "Open Society", die sich in Osteuropa zum Beispiel gegen die wachsende Putin-Übermacht richtet. Die Welt ist kompliziert geworden. (Wenn sie es nicht schon immer war ...)
"Ich kann keine Nation lieben, ich kann keinen Staat lieben, ich kann nur meine Freunde lieben." Hannah Arendt
Benutzeravatar
schokoschendrezki
Beiträge: 10894
Registriert: Mi 15. Sep 2010, 15:17
Benutzertitel: wurzelloser Kosmopolit
Wohnort: Berlin
Kontaktdaten:

Re: Jerusalem

Beitragvon schokoschendrezki » Mo 11. Dez 2017, 10:03

Nach meinen Informationen sind die Unterstützer der Trumpschen Entscheidung vor allem evangelikale Christen in den USA, die "Jerusalem" vor allem mit der "Messiaserwartung" verbinden. Und für einen Großteil dieser evangelikalen Christen steht vor der Messiasrückkehr und der Menschheitserlösung notwendig die Bekehrung der Juden zu Jesus Christus. ad Personam entfernt, Moses,Mod.... vielleicht kann mir ja jemand die Zusammenhhänge erklären ....
"Ich kann keine Nation lieben, ich kann keinen Staat lieben, ich kann nur meine Freunde lieben." Hannah Arendt
Benutzeravatar
Tom Bombadil
Moderator
Beiträge: 33058
Registriert: Sa 31. Mai 2008, 15:27
Benutzertitel: Non Soli Cedit

Re: Jerusalem

Beitragvon Tom Bombadil » Mo 11. Dez 2017, 11:56

apartofme hat geschrieben:(10 Dec 2017, 23:00)

Nachdem ich mich einigermaßen intensiv mit diesen Problematiken befasst habe, kam ich allerdings zu dem Schluss, dass die Religion hier nicht die Hauptursache der Probleme ist, sondern der Antisemitismus selbst.

Schuld am islamistischen Terror ist der Antisemitismus und deshalb bringen sich Muslime millionenfach gegenseitig um? Klingt nicht sehr logisch.
The tree of liberty must be refreshed from time to time with the blood of patriots and tyrants. It is its natural manure.
Thomas Jefferson
Benutzeravatar
DarkLightbringer
Beiträge: 31331
Registriert: Mo 19. Dez 2011, 16:49
Benutzertitel: Vive la Liberté !

Re: Jerusalem

Beitragvon DarkLightbringer » Mo 11. Dez 2017, 13:07

Bleibtreu hat geschrieben:(10 Dec 2017, 16:47)

Ich weiss, ich weiss - wir stehen ja nicht zum ersten Mal an diesem Punkt. Deine Antwort war fuer mich also mehr als voraussehbar, ich habe sie so erwartet. :D Du bist davon ueberzeugt, dass Konflikte vor allem militaerisch zu loesen sind; du betrachtest Konflikte fast ausschliesslich aus dieser Warte. Damit irrst du gewaltig. Ebenso, wenn du ReligionsWissenschaften einfach mal mit Theologie gleichsetzt.
Genauso wie hiermit: Von Hysterie ist bei mir gar nicht die Rede, das ist deine bewusst geausserte Dichtung, wie dein kruder Hinweis auf die Theologie, um meine Argumente als hirngespinstiges, ueberfluessiges PillePalle zu diffamieren. Sondern es geht mir um das genaue Gegenteil. Um das ergruenden und benennen ALLER ProblemAspekte [inklusive politische und geostrategische], fuer eine ganzheitlich befriedigende Loesung. Als KonfliktLoeser, der sein Augenmerk fast ausschliesslich auf einen Aspekt konzentriert; alles Unvertraute, ihm damit Unangenehme als zu kompliziert ablehnt, waerst du genauso ungeeignet, wie andere als Diplomaten und Schlichter. [siehe meine gestrigen Beitraege zur GrabesKirche] Naemlich gar nicht. Ein TeilAspekt fuehrt zu keiner befriedigenden und nachhaltigen Loesung. :)
Was denkst du warum KonfliktLoeser, die sich genau mit dieser Materie beruflich befassen, die Kombination Religions- und PolitikWissenschaften studiert haben? Nicht aus Bloedelei oder Hysterie oder weil sie so gerne Hexen verbrennen und Daemonen austreiben wollen, soviel kann ich dir verraten: Vor dem Hintergrund von religiösen Konflikten bestehen auch Beziehungen zur Politikwissenschaft und Fragestellungen der Friedens- und Konfliktforschung. Seit den 1990ern spielen auch Disziplinen der Neurowissenschaften eine Rolle.
Ich wuensche dir noch einen schoenen Sonntag, "Kollege" DL ;)

Werte Frau Forumskollegin Bt, ;)

es sollte heutzutage ein Standard sein, die zivile Komponente als wesentlich zu erachten. Im Modell einer UN-Mission steht der politisch-diplomatische Sondergesandte ganz oben, darunter dann der militärische Kommandeur gleichberechtigt neben dem Hohen Repräsentanten der zivilen Komponente.
„Pillepalle“ ist doch gar nicht das Problem, es spräche überhaupt nichts dagegen, wenn im großen Zelt des Feldlagers neben der Fact Finding Commission noch zusätzlich ein Prof. Ambronsius oder ein heimischer Voodoo-Priester säße, meinethalben mit angeschlossenem Massage- und Wellness-Betrieb. Die Frage wäre wohl eher, ob messbare Resultate vorgelegt werden können oder nicht.

An dem Punkt waren wir schon mal, richtig, bedeutsam ist hier die gebirgsbachklare Unterscheidung von Zivilisten und Kombattanten. In der Sache bringt das zunächst wenig bis gar nichts, wenn eine Neurowissenschaftlerin auf die fixe Idee kommt, ein „islamisches Gehirn“ untersuchen zu wollen.

Beispiel Mali, Auszug aus einer Rede von Präsident Macron vom Mai 2017:
Der Weg zu nachhaltigem Frieden ist lang. Wir müssen ihn mit Entschlossenheit und Beständigkeit gehen. Er setzt zu allererst Sicherheit voraus. Er setzt die Anwesenheit von Streitkräften, also Ihre Anwesenheit, voraus. Es setzt ferner einen klar definierten politischen, diplomatischen Fahrplan voraus, der mit Entschlossenheit umgesetzt werden muss. Das ist das Abkommen von Algier, in dessen Rahmen wir schneller handeln und Verantwortung übernehmen müssen. Es setzt auch voraus, dass wir die Entwicklung Afrikas unterstützen und die staatlichen und privaten Akteure mit einbinden.
https://de.ambafrance.org/Staatspraside ... r-Soldaten

Auffallend ist hier, dass bereits drei Komponenten kurz und prägnant angesprochen werden - die politische, die militärische und die zivilgesellschaftliche Entwicklung.
Zuletzt geändert von DarkLightbringer am Mo 11. Dez 2017, 14:04, insgesamt 1-mal geändert.
>>We’ll always have Paris<<
[Humphrey Bogart als Rick Blaine in >Casablanca<, 1942]
Benutzeravatar
Teeernte
Beiträge: 13482
Registriert: Do 11. Sep 2014, 17:55

Re: Jerusalem

Beitragvon Teeernte » Mo 11. Dez 2017, 13:30

apartofme hat geschrieben:(11 Dec 2017, 03:34)

Vielleicht noch einen kurzen Satz dazu, was ich damit meine, nämlich keineswegs die historisch-kritische Kontextualisierung. Sowas liegt für die islamische Religion tatsächlich erst in weiter ferne. Der religiöse Fundamentalismus, der den Koran beim Wort nimmt und das Narrativ seiner geschichtlichen Entstehung unhinterfragt aus religiösen Dogmen entnimmt, wird sich so leicht nicht beseitigen lassen. Es gibt aber noch andere Formen der Kontextualisierung. Der Antisemitismus aus Quran und Sunnah kann als theologisches Konzept begriffen werden, ähnlich wie die Zerstörungsphantasien aus dem Alten Testament selbst von orthodoxen Juden als theologisches Konzept mit nur theologischem Wirklichkeitsbezug begriffen werden. Diese Umdenkensprozesse finden in der islamischen Welt auch schon statt, können sich derzeit aber aufgrund des gescheiterten Säkularisierungsprozesses, der den Antisemitismus bereits als politische Ideologie implementiert hat, nicht durchsetzen. Das ist ein imminentes Problem. Die islamische Welt braucht scharfsinnige Theologen, die diese Mechanismen durchschauen.


Das mag für den einen oder anderen Spitzenpolitiker gelten.

Für den (muslimischen) Standardbürger geht es um den Verdienst (GELD) - und da verteilen die Spitzenpolitiker eben den Mangel - an DIE , die "VIEL" geben.

Händler des Todes zahlen an Leute, die ihre Kinder auf der Opferbank ausbluten lassen. Ein Teil der Weltgemeinschaft alimentiert das "Schauspiel".

Da haut man sich auch gegenseitig den Kopf ein - wenn es um VERTEILUNGSKÄMPFE geht. - an der "Kasse" wird der GUUUUTE (Tote=Märtyrer) Muslim bezahlt.

https://haschiwah.org/?p=1620 Palästinensische Märtyrer verdienen sich (***ihren Familien) eine lebenslange Rente.

So ähnlich wie eine Schweizerische Lebensversicherung - die bei Selbstmord zahlen würde..... es geht um GELD - mehr für die kleinen Leute NICHT.
Obs zu kalt, zu warm, zu trocken oder zu nass ist:.... Es immer der >>menschgemachte<< Klimawandel. :D
Benutzeravatar
Moses
Moderator
Beiträge: 7802
Registriert: Di 20. Mär 2012, 14:43
Benutzertitel: Cogito ergo hic erro.
Wohnort: Bayern
Kontaktdaten:

Re: Jerusalem

Beitragvon Moses » Mo 11. Dez 2017, 13:34

Teeernte hat geschrieben:(11 Dec 2017, 13:30)

Das mag für den einen oder anderen Spitzenpolitiker gelten.

Für den (muslimischen) Standardbürger geht es um den Verdienst (GELD) - und da verteilen die Spitzenpolitiker eben den Mangel - an DIE , die "VIEL" geben.

Händler des Todes zahlen an Leute, die ihre Kinder auf der Opferbank ausbluten lassen. Ein Teil der Weltgemeinschaft alimentiert das "Schauspiel".

Da haut man sich auch gegenseitig den Kopf ein - wenn es um VERTEILUNGSKÄMPFE geht. - an der "Kasse" wird der GUUUUTE (Tote=Märtyrer) Muslim bezahlt.

https://haschiwah.org/?p=1620 Palästinensische Märtyrer verdienen sich (***ihren Familien) eine lebenslange Rente.

So ähnlich wie eine Schweizerische Lebensversicherung - die bei Selbstmord zahlen würde..... es geht um GELD - mehr für die kleinen Leute NICHT.



Es ist zu kurz gesprungen, den Terror in Israel allein auf eine "Rentenversicherung" einzudampfen.

Der Hauptbeweggrund ist immer noch die Vernichtung des jüdischen Staates - das sollen wir nicht hinten runter fallen lassen!
Der Herr gebe mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich nicht hinnehmen kann, und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.
Benutzeravatar
Teeernte
Beiträge: 13482
Registriert: Do 11. Sep 2014, 17:55

Re: Jerusalem

Beitragvon Teeernte » Mo 11. Dez 2017, 13:48

Moses hat geschrieben:(11 Dec 2017, 13:34)

Es ist zu kurz gesprungen, den Terror in Israel allein auf eine "Rentenversicherung" einzudampfen.

Der Hauptbeweggrund ist immer noch die Vernichtung des jüdischen Staates - das sollen wir nicht hinten runter fallen lassen!


Was hat der "Normalsterbliche" Muslim von der Vernichtung der Ungläubigen - (nach den Juden sind DIE anderen "dran".) - Wenn da Nichts zu holen IST.// Oder man DERART den Hintern versohlt bekommt - (manchmal reichen da 7 Tage...) dass man sich das JAHRELANG überlegt - noch einmal anzutreten.

Aktio = Reaktio ......ich würde die Reaktion auf die Angriffe - die Ziele lange vorher bekannt geben.

Passiert DIES - bekommst Du DAS (..zerdeppert). "Versprochen". ...und da ist die "Anerkennung" von Jerusalem nur ein Teil -

(Wenn kein Frieden erreicht wird - bekommt der Schuldige einen auf den Hintern)
Obs zu kalt, zu warm, zu trocken oder zu nass ist:.... Es immer der >>menschgemachte<< Klimawandel. :D
Benutzeravatar
schokoschendrezki
Beiträge: 10894
Registriert: Mi 15. Sep 2010, 15:17
Benutzertitel: wurzelloser Kosmopolit
Wohnort: Berlin
Kontaktdaten:

Re: Jerusalem

Beitragvon schokoschendrezki » Mo 11. Dez 2017, 14:23

DarkLightbringer hat geschrieben:(11 Dec 2017, 13:07)
An dem Punkt waren wir schon mal, richtig, bedeutsam ist hier die gebirgsbachklare Unterscheidung von Zivilisten und Kombattanten. In der Sache bringt das zunächst wenig bis gar nichts, wenn eine Neurowissenschaftlerin auf die fixe Idee kommt, ein „islamisches Gehirn“ untersuchen zu wollen.

Beispiel Mali, Auszug aus einer Rede von Präsident Macron vom Mai 2017: https://de.ambafrance.org/Staatspraside ... r-Soldaten

Auffallend ist hier, dass bereits drei Komponenten kurz und prägnant angesprochen werden - die politische, die militärische und die zivilgesellschaftliche Entwicklung.

Die jüngere politische Entwicklung in Frankreich ist (glücklicherweise) so verlaufen, dass das, was Du schreibst bezogen auf Frankreich schon richtig ist.Wäre sie anders verlaufen, wäre die französische Politik kulturalisierter, würde Rücksicht genommen werden auf alle möglichen kulturell geprägten Befindlichkeiten. Und die USA? Um eine Entscheidung in der US-Politik gehts ja hier. Kann man alle Entscheidungen des gegenwärtigen Präsidenten als von rationaler Logik getrieben einordnen?

In einem Tweet schrieb er, er werde "nach Beratungen mit meinen Generälen und Militärexperten (...) nicht akzeptieren ..." und im Pentagon herrschte helle Aufregung bis Entsetzen, weil man meinte, er werde einen Angriff auf Nordkorea anordnen. Dann setzte er irgendwann fort "... dass Transgender-Individuen in irgendeiner Form dem US-Militär dienen." Selbst ich, der ich nie bei irgendwelchen Streitkräften diente, hätte wohl nicht derartig "zivilistisch" herumagiert.
"Ich kann keine Nation lieben, ich kann keinen Staat lieben, ich kann nur meine Freunde lieben." Hannah Arendt
PeterK
Beiträge: 5158
Registriert: Di 31. Mai 2016, 10:06

Re: Jerusalem

Beitragvon PeterK » Mo 11. Dez 2017, 14:30

think twice hat geschrieben:(09 Dec 2017, 14:33)
Aus dem Artikel:

". Unter Führung Saudi-Arabiens hatten die arabischen Staaten damals folgendes Angebot gemacht: Die islamischen Staaten erkennen Israel an und normalisieren ihre Beziehungen zum jüdischen Staat. Im Gegenzug müsste sich Israel aus den 1967 besetzten Gebieten zurückziehen und einen palästinensischen Staat mit Ostjerusalem als Hauptstadt anerkennen. Zudem müsse es "eine gerechte Lösung" für die palästinensischen Flüchtlinge und deren Nachkommen geben.

Die israelische Regierung lehnt diesen Plan entschieden ab.
"

Warum lehnt die israelische Regierung diesen Plan entschieden ab? Wäre er nicht einen friedenstiftenden Versuch wert?

Ich weiß nicht, ob SPON korrekt übersetzt hat. Falls die Übersetzung des "Angebots" korrekt ist, ist der erste (weniger wichtige) Grund IMO in der Wortwahl und der nächste (deutlich wichtigere) in der Frage der Sicherheit zu suchen und zu finden.
Benutzeravatar
DarkLightbringer
Beiträge: 31331
Registriert: Mo 19. Dez 2011, 16:49
Benutzertitel: Vive la Liberté !

Re: Jerusalem

Beitragvon DarkLightbringer » Mo 11. Dez 2017, 15:03

schokoschendrezki hat geschrieben:(11 Dec 2017, 14:23)

Die jüngere politische Entwicklung in Frankreich ist (glücklicherweise) so verlaufen, dass das, was Du schreibst bezogen auf Frankreich schon richtig ist.Wäre sie anders verlaufen, wäre die französische Politik kulturalisierter, würde Rücksicht genommen werden auf alle möglichen kulturell geprägten Befindlichkeiten. Und die USA? Um eine Entscheidung in der US-Politik gehts ja hier. Kann man alle Entscheidungen des gegenwärtigen Präsidenten als von rationaler Logik getrieben einordnen?

In einem Tweet schrieb er, er werde "nach Beratungen mit meinen Generälen und Militärexperten (...) nicht akzeptieren ..." und im Pentagon herrschte helle Aufregung bis Entsetzen, weil man meinte, er werde einen Angriff auf Nordkorea anordnen. Dann setzte er irgendwann fort "... dass Transgender-Individuen in irgendeiner Form dem US-Militär dienen." Selbst ich, der ich nie bei irgendwelchen Streitkräften diente, hätte wohl nicht derartig "zivilistisch" herumagiert.

In Mali ging es darum, eine Destabilisierung der gesamten Region in Westafrika zu verhindern. Und dies scheint gelungen zu sein fürs erste, wenngleich der eigentliche Weg zur Stabilität, Sicherheit und Entwicklung eben ein langer ist. Robuste und zivile Komponenten sind kein Gegensatzpaar, sondern bedingen einander - so sei die These mal zusammen gefasst.

Wir wissen nicht genau, wer Trump ist. Gut möglich ist aber, dass er vom Trio der Vernunft (Mattis usw.) eingehegt und gepflegt wird. Abgesehen von den Geschichten über Trump als Person und Marke hat man es jedoch auch mit Realitäten zu tun, ganz einfach.
Nicht anders die Situation der Palästinenser, so die Logik von Wolffsohns Argument. Sie werden mit militärischen Mitteln an ihrer Lage nichts ändern. Sie können noch nicht einmal auf die Unterstützung anderer arabischer Staaten rechnen. Wolffsohn machte deutlich, dass Saudi-Arabien oder Ägypten längst Iran als ihren Feind betrachten. Die Palästinenser sind ihnen bestenfalls gleichgültig.
http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/m ... 17-p2.html
>>We’ll always have Paris<<
[Humphrey Bogart als Rick Blaine in >Casablanca<, 1942]
Benutzeravatar
Teeernte
Beiträge: 13482
Registriert: Do 11. Sep 2014, 17:55

Re: Jerusalem

Beitragvon Teeernte » Mo 11. Dez 2017, 17:34

Man soll nicht sagen - der hält seine Wahlversprechen nicht...

Trump hatte die Verlegung der Botschaft im Wahlkampf versprochen.
Obs zu kalt, zu warm, zu trocken oder zu nass ist:.... Es immer der >>menschgemachte<< Klimawandel. :D
Benutzeravatar
DarkLightbringer
Beiträge: 31331
Registriert: Mo 19. Dez 2011, 16:49
Benutzertitel: Vive la Liberté !

Re: Jerusalem

Beitragvon DarkLightbringer » Mo 11. Dez 2017, 18:17

Krieg der harschen Worte

Auf Erdogans harsche Worte reagierte Netanjahu mit gleicher Münze:
Netanjahu hat nach der scharfen Kritik des türkischen Präsidenten seinerseits ausgeteilt. „Ich bin es nicht gewohnt, Lektionen über Moral von einem Führer zu erhalten, der kurdische Dorfbewohner in seiner Heimat Türkei bombardiert, Journalisten inhaftiert, dem Iran beim Umgehen von Sanktionen hilft, und der Terroristen, auch im Gazastreifen, dabei hilft, unschuldige Menschen zu töten“, sagte Netanjahu am Sonntag in Paris.
http://www.faz.net/aktuell/politik/ausl ... 34519.html

Vielleicht kann so das strategische Bündnis gegen die IR Iran geschmiedet werden. Vermutlich kommt da noch mehr als Symbolik.
>>We’ll always have Paris<<
[Humphrey Bogart als Rick Blaine in >Casablanca<, 1942]
Benutzeravatar
Adam Smith
Beiträge: 24791
Registriert: Mi 18. Jan 2012, 21:57

Re: Jerusalem

Beitragvon Adam Smith » Mo 11. Dez 2017, 18:30

DarkLightbringer hat geschrieben:(11 Dec 2017, 18:17)

Vielleicht kann so das strategische Bündnis gegen die IR Iran geschmiedet werden. Vermutlich kommt da noch mehr als Symbolik.


Hier mal der Iran:

"Sie (Anm. Saudis) reden viel und meist auch unlogisches Zeug ... aber wir haben auch damit keine Probleme", sagte Rouhani. Was den Iran störe, sei die Bombardierung des Jemen durch die Saudis sowie Israel als Freund anzusehen und den Iran als Feind. Beides müssten die Saudis überdenken und sich wieder auf die Interessen ihres eigenen Volkes und der Region konzentrieren, so Rouhani.


http://www.wienerzeitung.at/nachrichten ... abien.html

Zurück zu „35. Israel & Palästina“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 2 Gäste