Perspektive - Israel, Palästina und Nachbarn

Moderator: Moderatoren Forum 3

Wird es in einigen Jahrzehnten Frieden in Israel, Palästina und den Nachbarn geben ?

ja, sie werden irgendwie eine Lösung finden
46
28%
nein, das geht noch ewig so weiter
118
72%
 
Abstimmungen insgesamt: 164
Eulenwoelfchen
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Re: Perspektive - Israel, Palästina und Nachbarn

Beitragvon Eulenwoelfchen » Sa 11. Aug 2018, 13:25

Alexyessin hat geschrieben:(11 Aug 2018, 11:08)

Ich erkläre dir mal, was das Problem ist.
…. Aber WAS hindert denn die breite Mehrheit der Einwohner Gazas und des Westjordantals das ganze mal friedlich zu probieren? Ohne Kassam, Feuerdrachen und entführte Sportler?


Ihr vorstehend der Übersicht, und nicht des Inhalts wegen verkürzter Beitrag, Herr Alexyessin,
ist als Abriß wertvoll und sehr lesens- und bedenkenswert, um den Gesamtzusammenhang und übergeordnet im Hintergrund wirkende
Mechanismen des pro und contra, die sich dann in Diskussionshaltungen äussert, besser erklären und auch verstehen zu können.

Unabhängig davon, was einzelne Protagonisten dann daraus als rein persönliche Forderung ableiten. Natürlich meistens als alleinige Bringschuld Israels und der Juden, sofern die jeweilige Meinungsposition
das Schicksal und die Lebenssituation der Palästinensischen Seite als alleinige Schuld den Juden und Israels Staatsgründung zuschieben.

Natürlich und selbstverständlich, auch das passt ja genau in das von Ihnen schon erwähnte Bild der Zusammenhänge, incl. einer gegen den Westen generell, und besonders
den von Juden beherrschten Staat USA gerichteten generellen linksdrehenden Freiheitskampfmythos der unterdrückten Völker, die dem bösen Kapitalismus - natürlich gesteuert vom "Weltfinanztum" - unerschrocken und höchst moralisch entgegentreten. usw.

Wie Sie ebenso richtig sagten, und daran kann man die Argumentationslinien sofort und jederzeit erkennen,
wie konsequent nicht erwähnt, verdrängt und als eigene kritische Hinterfragung auf palästinensischer Seite ausgespart wird, seit der Staatsgründung Israels die Wahl, statt Terror, Mord, Krieg und Hass gegen den Nachbarn Israel und die Juden anzuwenden,
auch einmal tatsächlich eine berechenbare und vertrauenswürdige - GEWALTFREIE - Politik einen "Versuch" auf Palästinensischer Seite wert wäre. Noch besser wäre natürlich die Änderung, dies nicht als Versuch zu sehen, sondern als
konsequente und glaubwürdige Änderung des eigenen Handelns, eine erkennbare Friedenshaltung, der man auch vertrauen kann. Denn ohne Vertrauen beider Seiten zueinander ist das nicht möglich.
Wer jetzt daran "schuld" hat, dass dieses Vertrauen nicht zustande kommt, sondern im Gegenteil immer mehr schwindet, darüber kann man natürlich sehr ausführlich streiten... bis kein Gras mehr wächst und auch der Humus abgetragen ist und nur noch Steine im Weg liegen…

Im Kontext des Konflikts, und seiner Fakten und der tatsächlichen politischen Realität anno 2018, beginnend mit den vergebenen Chancen
der palästinensisch-arabischen Seite bei und ab der Staatsgründung Israels sehen wir diese Bringschuld, eine wirkliche Vertrauensbasis zu schaffen,
eindeutig auf palästinensischer Seite. Das mag man kritisieren oder als falsch und einseitig zurückweisen. Die Fakten der Ereignisse der letzten
70 Jahre sprechen allerdings eine neutrale und eindeutige Sprache:


Nachdem man 70 Jahre lang einseitig versuchte, zusammen mit arabischen Staaten und in jüngerer Zeit eher durch aus ganz anderen Gründen gestützte
nicht als Staaten greifbare Milizen wie Hezbollah, oder all die Terrorbrigaden von Hamas und Fatah
zum gewünschten Vernichtungsziel der gewalttätigen Auslöschung Israels zu kommen. Und damit ständig und wiederholt scheiterte.
Mit dem fatalen Ergebnis, damit realpolitisch die Situation der eigenen, palästinensischen Bevölkerung noch mehr über den Jordan
springen zu lassen. Also zu verschärfen und zu verschlechtern, statt Zukunft und Hoffnung zu schaffen. Klar kann man auch das
alles als Kriegs- und Konfliktfolge allein den Juden, Israel und dem Westen in die Schuhe schieben und sich entsprechend selbst
als Flüchtlingsopfer von Unrechtskriegen und Apartheidsrepression der anderen Seite politisch - mit geschickt inszeniertem Ewigkeitsanspruch -
in die Opferecke bugsieren.

Statt genau der eigenen Seite der politisch Verantwortlichen genau das zu sagen und zu erkennen, dass dieser ewige Kreislauf aus Gewalt, Terror und Hass, in dem man sich
selbst wie ein Brummrkeisel dreht, ein erfolgloser Irrweg ist. Nur noch weitere Situationen generiert, die auch der anderen Seite, sei es durch dort ebenso vorhandene
Hardliner oder durch unsägliche Mord- und Attentatsserien erzwungene Änderungen hinsichtlich der Sicherheit und des Schutzes der Menschen in Israel auf's Auge drückt, die irgendwann - besonders in Hinblick - auf die
möglichen Lösungen und die Verhandlungsmasse die Position der Palästinensischen Seite natürlich noch mehr verschlechtern.

Die immer konsequentere Abriegelung und Abschottung Israels gegen den Terror und die gnadenlose, auch gegen jeden Zivilisten in Israel gerichtete Handlungsweise
der palästinensischen Seite wird immerzu als verständnisvolle und fast schon normale Reaktion kleingeredet und verharmlost, und natürlich als völlig gerechtfertigte und legitime
Verteidigungshaltung dargestellt.

Vergessen oder gar nicht erst erwähnt wird, dass sich die andere Seite, der Staat Israel, natürlich auch dagegen wehren muss und wird, und nicht einfach zusehen kann,
wie sich hassdurchtränkte und gehirngewaschene Attentäter und -innen in Supermärkten und Bussen in die Luft sprengen, Tunnels graben um nach Israel zu gelangen oder im Zuge der mittlerweile
dichten Grenzzäune und Sicherheitsschleusen aufgehetzte junge Frauen oder Männer eben mit Kleinwaffen wie Messern oder irgendwie doch noch eingeschmuggelten kleineren Feuerwaffen
auf Jüdinnen und Juden stürzen und dabei auch noch zynisch die demokratischen Freiheiten des Rechtsstaates Israel ausnutzen, wie beispielsweise bei dem Attentat auf dem Tempelberg.

Eine Umkehr und Friedenswille der palästinensischen Seite ist bis heute - substanziell und nicht nur als Schein eines Teppichhändlerangebots - nicht erkennbar.
Die Hamas hat nachwievor als politischen Leitfaden, als Ihr "grundgesetzlich" in Ihrer Charta festgeschriebenes Ziel: Israel auszulöschen.

Ebensowenig hat Hamas das Recht und die Pflicht eines Muslims, Juden zu töten, aus Ihrer Charta gestrichen oder dahingehend revidiert, indem sie das als nicht korankonform oder politisch-moralisch unrechtes, muslimisches Handeln erklärt.

Siehe auch jene Begrüßung des Ex-Rektors der Al-Azhar Universität in Kairo, der 2014 den neuen Staatspräsidenten Ägyptens als Saladin-Nachfolger begrüßte, der Jerusalem zurückerobern werde.
Übrigens ein klares, ideologisches Indiz, aus der Ecke der Muslimbruderschaft, aus der ja HAMAS hervorging, Ägypten wieder ins Boot des bewaffneten Kampfs gegen Israel zurückzuholen
und den Friedensschluß dieses Landes und die zusehends bessere, nüchterne politische Zusammenarbeit mit Israel in Sachen Terrorbekämpfung und Grenzsicherung zu torpedieren bzw. zu beenden.

Wie allgemein bekannt sein dürfte, war und ist diese Universität in Sachen Koran, islamischer Ideologie und Auslegung eine internationale Instanz. Sie ist auch die Basis, der geistige Mastermind im
Hintergrund, der die Muslimbruderschaft hervorbrachte, sozusagen der geistige Genpool der Muslimbruderschaft und ihrer antiisraelischen Ideologie, aus der sich auch die Haltung und Handlungsweise der HAMAS unverändert speist.

Eine politische Haltung, die HAMAS schon damals, bei der Gründung, gezielt und langfristig als Terror- und Kriegsmiliz anlegte, die für
den Fall eines unwahrscheinlichen Friedenschlusses zwischen Israel und Palästinensern (der PLO und Arafat) dann genau das verhindern sollte.

Und sich entsprechend auch von der anfangs als humanitäre Organistation getarnten Hilfsorganisation HAMAS in jene gewalttätige Terrorgruppe verwandelte,
die damals mit unsäglichen, auch bis heute "einmaligen" Blutspuren ihrer Terroranschläge auszeichnete, die man sogar chronologisch und zeitlich genau bestimmen kann:

Jedesmal, wenn sich die Gefahr einer Friedenslösung (damals unter Rabin) oder auch während der Osloer Verhandlungen abzeichnete, schnellte sowohl die Anzahl als auch die
Art der Anschläge (möglichst vieler Toter Juden in Israel) enorm an. Das Ziel war ja, durch diese grausamen und aus jeder Menschlichkeit ausgetretenen Terror- und Mordanschläge und dem Blutzoll vieler toter Israelischer bzw. Jüdischer Bürgerinnen und Bürger in Israel selbst,
die Stimmung so sehr gegen eine Friedenslösung (auch in Israel) aufzuheizen, damit diese letztlich scheitert.
Inclusive eines Zweitziels der Anstachelung radikaler hardcore-Kreise, die es auch in Israel gibt, und die dann auch Rabin ermordeten. Und damit Freude bei der Hamas und der Muslimbruderschaft auslösten.
Erst- und Zweitziel erreicht.

All das und die Erwähnung dieser Fakten und Zusammenhänge, wird in Diskussionen zu diesem Thema von propalästinensischer Seite regelmäßig ausgeklammert und sofern
erwähnt, als Hasspropaganda dargestellt, oder gar - pardon - dümmer, dafür besonders abgefeimt - sogar als antisemitisch und islamophob-rassistisch erklärt und verdreht.

Ich bitte um Verständnis, wenn wir weder auf die sachlich falschen Darstellungen, aber ganz besonders auf die völlig einseitigen - nur unserer Diffamierung und Denunzierung - dienenden
Propagandaäusserungen nicht oder nur sehr sparsam eingehen. Auch nicht auf die thematisch inhaltsleeren
off-topic Aufwallungen einer hier anscheinend schon sattsam bekannten Krawallposterin namens "don't think", die sich inhaltlich
regelmäßig verabschiedet und sich stattdessen - rein persönlich stalkend - wie eine Geierwally für Arme auf jeden Krümel stürzt, den Eulen hinterlassen, um dann den letzten Zentimeter des Mäuseschwanzes
zur ganzen Beutemaus hochzuempören. *ggg

Erwähnen möchten wir noch, dass wir den Versuch, Antisemitismus als Palästinenser- bzw. Araberhass hinzudrehen und gezielt zu verfälschen besonders widerwärtig finden.
Auch wenn der Versuch dieses üblen Diffamierungs- und Denunzierungspropagandisten, der damit kein Problem hat und sich deshalb wohl auch so nennt, scheiterte.

(Siehe hierzu auch psychopathische Manipulationsmechanismen solcher Personen, die Arno Gruen u. a. in einem seiner sehr vielen, sehr lesenwerten Bücher beschreibt: "Verratene Liebe, falsche Götter" .
Er beschreibt darin sehr genau, wie faktenverdrehte Falschbehauptungen von gerissenen Machtpsychopathen, in die sich Menschen aus verschiedensten Gründen verstricken können (oft durch opportunistisches Vorteilshandeln, aber
durch andere, sehr tief wirkende, emotional bindende Gründe und Motive) … und wie sehr diese Verstrickungen dann den Weg zur Wahrheit und Klarheit (den Weg des Herzens) versperren.
Würde man die Wahrheit erkennen und zurückkehren wollen auf den Weg des Herzens, bedeutete dies stets eine völlige Zertrümmerung des eigenen, durch Machtpsychopathen erzeugten (und verfälschten) Werte- und Weltbilds als zwingend.
Was sehr schmerzhaft und besonders langwierig und schwierig ist. Und wie wir sehen, in den meisten Fällen erst gar nicht zum Tragen kommt. Es ist nämlich einfacher, dem Psychopathen zu folgen und dessen verdrehte Welt zu verteidigen).

gez. Eulenwoelfchen G.u.B.K.

Ediert durch EW: Eine Formulierung präzisiert und deshalb mit "die jeweilige Meinungspoistion" ergänzt.
Zuletzt geändert von Eulenwoelfchen am Sa 11. Aug 2018, 13:43, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: Perspektive - Israel, Palästina und Nachbarn

Beitragvon Bleibtreu » So 12. Aug 2018, 12:36

think twice hat geschrieben:(12 Aug 2018, 08:50)
[...] Wie ich schon einmal schrieb: Ich war zeitlebens ausschliesslich pro- israelisch eingestellt. Die Palis waren die Bösen, die nur Terror veranstalten und den Israelis das Leben schwer machen. So hatte ich es "gelernt". Wie die meisten Deutschen habe ich auch nichts hinterfragt, das schlechte Gewissen und die Scham wegen dem Holocaust verbot es einfach.

Erst als ich in diesem Forum zufällig in die Israel-Threads gestolpert bin und die uebelsten Dinge über die Palis las ( ungefähr in dem Stil, wie anderswo über Migranten gewettert wird), habe ich angefangen, mir Fragen zu stellen und mich weitergehend zu informieren. Ich wusste bis dahin nicht, unter welchen erbärmlichen Bedingungen die Palis in Gaza leben, ich wusste auch nicht, was es mit dem Siedlungsbau auf sich hat, ich wusste nicht einmal, unter welchen Umständen die Existenzgründung Israels zustande kam.
[...] Der israelischen Politik gegenüber den Palis stehe ich allerdings inzwischen kritisch gegenüber. Indem man andere klein hält, ihnen keine Lebensperspektiven bietet und mit dem Recht des Stärkeren agiert, schafft man auch keinen Frieden.

Chapeau - astreine Argumentation von RechtsKnallern und NeoNazis. Genau mit solchen antisemitischen Klischees argumentieren die auch:

Ich wurde, wie die meisten Deutschen, immer ueber die Wahrheit belogen, erst als ich mich selbst mit dem Thema beschaeftigte, sind mir die Augen aufgegangen, die mir die Shoah vorher zugeklebt hatte; ich wurde zeitlebens durch die Verbrechen gegen das jued. Volk mundtot und denklahm gemacht - was eine selbstoffenbarende Aussage! Dein tuerkischer Mann hat dir anscheinend auch nie "die Wahrheit" ueber Israel erzaehlt, du hast auch nie Kritik in den Medien gelesen/gesehen und natuerlich auch keine TalkShow zu dem Thema - erst das Forum hat dir die Augen geoeffnet + dich gegen Israel aufgebracht. :D

Inwiefern deine "neu" gewonnen Einsichten jetzt auf Fakten, denn auf Propaganda fussen, konnte sich jeder regelmaessige Leser dieses Forums schon seit 2014 ein Bild machen.

Wie du Luegen ueber "Palis" erkennen konntest, wenn du Vorher gar nichts ueber sie und die "wahren Fakten" zum Thema wusstest, wird auch dein Geheimnis bleiben. :cool:

Die Internen koennen deine alten Beitraege ab 2014 aus dem 35er, die sich in der Ablage befinden, noch lesen und sich somit ein Bild davon machen, ob sie deine Aussagen widerspiegeln. Die an die ich mich erinnere, lasen sich so gar nicht pro Israel. Ich habe einen Beitrag aus dem 21er Forum gefunden, den du an den ehemaligen 35er Moderator freigeist schriebst, einen Monat nach deiner Registrierung:
think twice hat geschrieben:(08 Aug 2014, 17:54)
Neulich hat in einer Talkshow jemand eine mögliche Erklärung geliefert: Die Pali-Symphatisanten fühlen sich von unserer Regierung im Stich gelassen, weil diese zu wenig Kritik an Israels Gebaren übt. Deshalb kommt es zu diesen Eskalationen.

Eine Erklaerung aus einer TalkShow, die du gesehen hast. :p
Tja, wenn die deutsche Regierung PaliSympathisanten im Stich laesst, weil sie zuwenig Kritik an "Israels Gebaren uebt", ist es natuerlich klar, wenn ProPaliDemonstranten ausrasten & Juden ins Gas bruellen - voll verstaendlich und nachvollziehbar. :| Vor allem laesst diese Aussage eine total proisraelische Haltung erkennen - aber auch nur, wenn man sich mit dem KlammerBeutel pudern laesst!

[Farbl Hervorhebungen vom mir]
•Wer fuer alles offen ist, kann nicht ganz dicht sein. // Moderatorin im Forum 2
https://www.shabak.gov.il/english/Pages/index.html#=2
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Re: Perspektive - Israel, Palästina und Nachbarn

Beitragvon Misterfritz » So 12. Aug 2018, 13:00

think twice hat geschrieben:(12 Aug 2018, 08:50)Wie ich schon einmal schrieb: Ich war zeitlebens ausschliesslich pro- israelisch eingestellt. Die Palis waren die Bösen, die nur Terror veranstalten und den Israelis das Leben schwer machen. So hatte ich es "gelernt". Wie die meisten Deutschen habe ich auch nichts hinterfragt, das schlechte Gewissen und die Scham wegen dem Holocaust verbot es einfach.

Erst als ich in diesem Forum zufällig in die Israel-Threads gestolpert bin und die uebelsten Dinge über die Palis las ( ungefähr in dem Stil, wie anderswo über Migranten gewettert wird), habe ich angefangen, mir Fragen zu stellen und mich weitergehend zu informieren. Ich wusste bis dahin nicht, unter welchen erbärmlichen Bedingungen die Palis in Gaza leben, ich wusste auch nicht, was es mit dem Siedlungsbau auf sich hat, ich wusste nicht einmal, unter welchen Umständen die Existenzgründung Israels zustande kam.
Ernsthaft? Wann bist Du geboren - oder hast Du bis 2014 hinter dem Mond gelebt?

Und wie kann man uneingeschränkt auf einer Seite stehen, wenn man, wie Du zugibst, Null Ahnung von der anderen Seite hat?
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Re: Perspektive - Israel, Palästina und Nachbarn

Beitragvon think twice » So 12. Aug 2018, 13:48

Misterfritz hat geschrieben:(12 Aug 2018, 14:00)

Ernsthaft? Wann bist Du geboren - oder hast Du bis 2014 hinter dem Mond gelebt?

Und wie kann man uneingeschränkt auf einer Seite stehen, wenn man, wie Du zugibst, Null Ahnung von der anderen Seite hat?

Ich habe es doch geschrieben: Als Deutsche ist man automatisch auf der Seite der Israelis, geschuldet unserer Vergangenheit. Nein, ich war völlig uninformiert . Erst als die Hardliner hier immer wieder die wildesten Behauptungen aufgestellt haben, fragte ich mich:Kann das so sein? Und dann habe ich angefangen zu recherchieren. Und siehe da: Jede Menge Halbwahrheiten dabei. Nun bemühe ich mich, mir eine eigene Meinung zu bilden. Fanatiker beider Seiten klammere ich dabei aus, wenn ich als solche identifiziere.
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Re: Perspektive - Israel, Palästina und Nachbarn

Beitragvon Misterfritz » So 12. Aug 2018, 14:01

think twice hat geschrieben:(12 Aug 2018, 14:48)

Ich habe es doch geschrieben: Als Deutsche ist man automatisch auf der Seite der Israelis, geschuldet unserer Vergangenheit. Nein, ich war völlig uninformiert . Erst als die Hardliner hier immer wieder die wildesten Behauptungen aufgestellt haben, fragte ich mich:Kann das so sein? Und dann habe ich angefangen zu recherchieren. Und siehe da: Jede Menge Halbwahrheiten dabei. Nun bemühe ich mich, mir eine eigene Meinung zu bilden. Fanatiker beider Seiten klammere ich dabei aus, wenn ich als solche identifiziere.
Seltsam, dann bin ich keine Deutsche :D
Ich unterscheide sehr genau zwischen der Politik des Staates Israel und den Menschen (jüdischen Glaubens).
Und ich stehe in diesem Konflikt auf gar keiner Seite, da beide Seiten - in meinen Augen - die Grenze zur Unvernunft überschritten haben. Gegenseitige dauernde Provokationen zeugen davon, dass beide Seiten (zumindest einige Protagonisten) diesen Konflikt benötigen.
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Re: Perspektive - Israel, Palästina und Nachbarn

Beitragvon Vongole » So 12. Aug 2018, 14:07

think twice hat geschrieben:(12 Aug 2018, 14:48)

Ich habe es doch geschrieben: Als Deutsche ist man automatisch auf der Seite der Israelis, geschuldet unserer Vergangenheit. Nein, ich war völlig uninformiert . Erst als die Hardliner hier immer wieder die wildesten Behauptungen aufgestellt haben, fragte ich mich:Kann das so sein? Und dann habe ich angefangen zu recherchieren. Und siehe da: Jede Menge Halbwahrheiten dabei. Nun bemühe ich mich, mir eine eigene Meinung zu bilden. Fanatiker beider Seiten klammere ich dabei aus, wenn ich als solche identifiziere.


Konnten deine zwangsweise verklebten Augen das Olympia-Attentat von 1972 auch nicht sehen, oder hattest du da trotz späterer Dokumentationen die "Gnade der späten Geburt"?
Und woher beziehst du denn deine neuen Weisheiten, wenn es nach deiner Aussage schwierig bis unmöglich ist, an "neutrale" Quellen zu kommen?
Wie definierst du neutral bei diesem Thema?
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Re: Perspektive - Israel, Palästina und Nachbarn

Beitragvon think twice » So 12. Aug 2018, 14:12

Misterfritz hat geschrieben:(12 Aug 2018, 15:01)

Seltsam, dann bin ich keine Deutsche :D
Ich unterscheide sehr genau zwischen der Politik des Staates Israel und den Menschen (jüdischen Glaubens).
Und ich stehe in diesem Konflikt auf gar keiner Seite, da beide Seiten - in meinen Augen - die Grenze zur Unvernunft überschritten haben. Gegenseitige dauernde Provokationen zeugen davon, dass beide Seiten (zumindest einige Protagonisten) diesen Konflikt benötigen.

Ja, soweit bin ich inzwischen auch. Allerdings kann ich nicht die Augen davor verschliessen, dass die Hälfte der Palaestinenser unter 14 Jahren alt ist und in der gleichen Hoffnungslosigkeit aufwachsen werden wie ihre Eltern und Großeltern. Mein Herz gehört immer den Kindern, egal, wo auf der Welt sie zuhause sind und wer an irgendwas Schuld hat.
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Re: Perspektive - Israel, Palästina und Nachbarn

Beitragvon Ammianus » So 12. Aug 2018, 15:14

Jüdische Israelis haben nicht unbedingt den "jüdischen Glauben". Gerade unter Juden gibt es eine Menge Atheisten und Agnostiker - auch in Israel. Juden sind nun mal auch ein Volk. Und leider wählen zur Zeit viele von denen Parteien, die einen Frieden faktisch unmöglich machen. Da gehört ein Netanyahu und seine Wähler schon irgendwie in einen Topf mit Trump, Putin, Erdogan, Orban u.a. Wobei dies natürlich auch nur eine Vereinfachung ist und differenziert betrachtet werden muss. Aber es ist leider ein internationaler Grundzug derzeit.
Allerdings würde auch eine moderate, friedliebende und auf Kompromisse bedachte Regierung an der völligen Weltfremdheit in großen Teilen der islamischen Welt und unter den Palästinensern scheitern.

"Und die wollt ihr ins Meer treiben?" dachte ich, als ich Anfang der 90er durch Israel fuhr.
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Re: Perspektive - Israel, Palästina und Nachbarn

Beitragvon Michonne » So 12. Aug 2018, 18:39

think twice hat geschrieben:Ich habe es doch geschrieben: Als Deutsche ist man automatisch auf der Seite der Israelis, geschuldet unserer Vergangenheit.


Mir scheint eher, dass viele Deutsche gerne einseitig "israelkritisch" sind, um deutsche Geschichte und ein selbst eingeredetes schlechtes Gewissen zu kompensieren. In keinem Land wird derart einseitig gegen Israel Stimmung gemacht, und keines finanziert derartig viele israelfeindlichen NGO's.
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Re: Perspektive - Israel, Palästina und Nachbarn

Beitragvon imp » So 12. Aug 2018, 20:43

Michonne hat geschrieben:(12 Aug 2018, 19:39)

Mir scheint eher, dass viele Deutsche gerne einseitig "israelkritisch" sind, um deutsche Geschichte und ein selbst eingeredetes schlechtes Gewissen zu kompensieren. In keinem Land wird derart einseitig gegen Israel Stimmung gemacht, und keines finanziert derartig viele israelfeindlichen NGO's.

Außer England, Schweden, Russland und natürlich die Türkei.
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Re: Perspektive - Israel, Palästina und Nachbarn

Beitragvon Milady de Winter » So 12. Aug 2018, 20:49

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Re: Perspektive - Israel, Palästina und Nachbarn

Beitragvon imp » So 12. Aug 2018, 21:04

MassEffect hat geschrieben:(12 Aug 2018, 21:47)

Hä?!

Na, BDS. Kauft nicht beim Juden, Besatzung schmeckt bitter, unter Freunden muss man reden können, Gleichbehandlung und Rückkehr arabischer Menschen mit Wurzeln im heutigen Staatsgebiet Israels. BDS eben. Die Wirkung der Bestrebung ist umstritten, vermutlich aber geringer und stark überschätzt. In Israel sind politische Boykottaufrufe dieser Art seit 2011 rechtlich eingeschränkt.

https://www.amnesty.org/en/press-releas ... xpression/

https://www.sueddeutsche.de/politik/isr ... -1.2530892

Der Aspekt des nichtkaufens ist vermutlich im Effekt nebensächlich, unabhängig von der Intention. Viele Künstler hängen aber BDS an und treten nicht zusammen mit Israelis oder auf Anlässen auf, die Israel in ein positives Licht rücken. Umgekehrt werden deswegen Künstler immer wieder irgendwo ausgeladen oder irgendwelche Funktionäre fordern es, regen sich in den Medien auf oder schimpfen auf Veranstalter, die sich in die Sache nicht reinmengen.
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Re: Perspektive - Israel, Palästina und Nachbarn

Beitragvon Vongole » So 12. Aug 2018, 21:15

Sole.survivor@web.de hat geschrieben:(12 Aug 2018, 22:04)

Na, BDS. Kauft nicht beim Juden, Besatzung schmeckt bitter, unter Freunden muss man reden können, Gleichbehandlung und Rückkehr arabischer Menschen mit Wurzeln im heutigen Staatsgebiet Israels. BDS eben. Die Wirkung der Bestrebung ist umstritten, vermutlich aber geringer und stark überschätzt. In Israel sind politische Boykottaufrufe dieser Art seit 2011 rechtlich eingeschränkt.

https://www.amnesty.org/en/press-releas ... xpression/

https://www.sueddeutsche.de/politik/isr ... -1.2530892

Der Aspekt des nichtkaufens ist vermutlich im Effekt nebensächlich, unabhängig von der Intention. Viele Künstler hängen aber BDS an und treten nicht zusammen mit Israelis oder auf Anlässen auf, die Israel in ein positives Licht rücken. Umgekehrt werden deswegen Künstler immer wieder irgendwo ausgeladen oder irgendwelche Funktionäre fordern es, regen sich in den Medien auf oder schimpfen auf Veranstalter, die sich in die Sache nicht reinmengen.


Völlig harmlose Bewegung, ja?
Um es ganz klar zu sagen: Die BDS-Bewegung ist in ihren Methoden und Zielen antisemitisch. Die Aufrufe der Kampagne zum Boykott israelischer Künstler oder die „Dont't buy!“-Aufkleber auf Waren aus dem jüdischen Staat sind uneingeschränkt zu verurteilen. Es handelt sich um Methoden aus der Nazi-Zeit, die unerträglich sind und weder geduldet noch toleriert werden dürfen.

Wer wie BDS das Existenzrecht Israels abstreitet, die israelische Politik mit den Nazis gleichsetzt, der übt keine legitime Kritik mehr, sondern agiert im Kern antisemitisch. Und nicht zuletzt: Wenn israelische Staatsbürger, die ja oftmals sehr kritisch gegenüber ihrer eigenen Regierung auftreten, ausschließlich als Vertreter ihres Staates wahrgenommen werden, dann ist auch das im Kern antisemitisch.

Es ist kein Zufall, dass die BDS-Bewegung auch Applaus von Unterstützern der judenfeindlichen Terrororganisationen Hamas und Hisbollah erhält. Es ist kein Zufall, dass Roger Waters als der prominenteste BDS-Unterstützer bei seinen Konzerten ein Plastikschwein mit einem Davidstern bemalt, um es dann symbolisch mit dem Maschinengewehr abzuschießen.

https://www.welt.de/debatte/kommentare/ ... iheit.html

Hatte ich gestern schon mal verlinkt, aber einmal reicht hier anscheinend nicht.
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Re: Perspektive - Israel, Palästina und Nachbarn

Beitragvon imp » So 12. Aug 2018, 21:28

Vongole hat geschrieben:(12 Aug 2018, 22:15)

Völlig harmlose Bewegung, ja?

In meinen Augen wird die Wirkung dieser Bemühungen völlig überschätzt. Viele israelische Exportartikel spielen im Privathaushalt durchschnittlicher EU-Bürger keine budgetrelevante Rolle. Medizintechnik und Medikamente, Diamanten, Mikroelektronik, Software, Rüstung. Wie oft kauft der typische Israelboykotteur eine Drohne oder einen Computertomographen? Die verzichten auf israelischen Wein, den sie vorher schon nicht hatten oder kaufen ihre Oliven in Griechenland. Vielleicht bieten sie auf ihrem nächsten Wohltätigkeitsflohmarkt beim Roten Kreuz die alte CD von Dana International nicht an. Das immerhin wäre zwar engstirnig, aber für die arglosen Käufer ein Segen.

Auch die Wirkung von BDS auf Investitionsentscheidungen oder Wissenschaftskooperationen wird arg übertrieben. Damit kaschieren sich gut ganz normale Misserfolge und fehlgegangene Bewerbungen oder Ausschreibungen, wie sie jeder nationalen Wissenschaftspolitik, jeder Universität weltweit unterkommen.

Problematisch ist an solcher Boykottpolitik vieles. Schon die Methode verspricht wenig Chance auf Erfolg. Zudem sind die Ziele der Kampagne in Teilen ... schwierig. Selbst viele israelische Friedensaktivisten halten daher BDS eher nicht für positiv.
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Re: Perspektive - Israel, Palästina und Nachbarn

Beitragvon Vongole » So 12. Aug 2018, 21:41

Sole.survivor@web.de hat geschrieben:(12 Aug 2018, 22:28)

In meinen Augen wird die Wirkung dieser Bemühungen völlig überschätzt. Viele israelische Exportartikel spielen im Privathaushalt durchschnittlicher EU-Bürger keine budgetrelevante Rolle. Medizintechnik und Medikamente, Diamanten, Mikroelektronik, Software, Rüstung. Wie oft kauft der typische Israelboykotteur eine Drohne oder einen Computertomographen? Die verzichten auf israelischen Wein, den sie vorher schon nicht hatten oder kaufen ihre Oliven in Griechenland. Vielleicht bieten sie auf ihrem nächsten Wohltätigkeitsflohmarkt beim Roten Kreuz die alte CD von Dana International nicht an. Das immerhin wäre zwar engstirnig, aber für die arglosen Käufer ein Segen.

Auch die Wirkung von BDS auf Investitionsentscheidungen oder Wissenschaftskooperationen wird arg übertrieben. Damit kaschieren sich gut ganz normale Misserfolge und fehlgegangene Bewerbungen oder Ausschreibungen, wie sie jeder nationalen Wissenschaftspolitik, jeder Universität weltweit unterkommen.

Problematisch ist an solcher Boykottpolitik vieles. Schon die Methode verspricht wenig Chance auf Erfolg. Zudem sind die Ziele der Kampagne in Teilen ... schwierig. Selbst viele israelische Friedensaktivisten halten daher BDS eher nicht für positiv.


Steter Tropfen höhlt den Stein, oder?
Die Außenwirkung dieser Bewegung, die es zum Ziel hat, Israel politisch, wirtschaftlich und kulturell zu isolieren, ist spürbar, ganz abgesehen von der Perfidie, mit der sie
das alte "Kauft nicht beim Juden" wieder aufleben lässt.
Kein anderer Staat wird einer derartig bösartigen, verleumderischen Kampagne ausgesetzt, auch keiner, wo es verständlich wäre, wie China wegen Tibet z.B.
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Re: Perspektive - Israel, Palästina und Nachbarn

Beitragvon imp » So 12. Aug 2018, 22:03

Vongole hat geschrieben:(12 Aug 2018, 22:41)

Steter Tropfen höhlt den Stein, oder?
Die Außenwirkung dieser Bewegung, die es zum Ziel hat, Israel politisch, wirtschaftlich und kulturell zu isolieren, ist spürbar, ganz abgesehen von der Perfidie, mit der sie
das alte "Kauft nicht beim Juden" wieder aufleben lässt.

Spürbar ist vorrangig die umfangreiche Bemühung, auf diesen Sturm im Wasserglas den Deckel zu kriegen. Vor allem in Deutschland ist das disproportional, der Historie wegen auch verständlich. Der stete Tropfen ist da vollkommen nutzlos. Mit Boykottaufrufen lässt sich Israels Wirtschaft nicht nennenswert von Privathaushalten in Europa aus treffen. Zudem ist der reale Rückhalt bei Konsumenten gering - wie schon bei diversen Fairtrade- und Kauf-keine-Kinderarbeit-Kampagnen, deren Effekt vorrangig Einbildung ist.

Kein anderer Staat wird einer derartig bösartigen, verleumderischen Kampagne ausgesetzt, auch keiner, wo es verständlich wäre, wie China wegen Tibet z.B.

Auch andere Staaten haben schlechte Presse oder werden von Künstlern kritisiert. Da sollen Sportveranstaltungen boykottiert oder politisch erwünschte Konkurrenten bei Musikwettbewerben hochgejazzt werden. Widsitsch forderte "kauft nicht beim Russen". Mancher Politiker fordert, Gas aus Russland nicht mehr zu beziehen, um politisch das Land zu schwächen. Diverse Aktivisten fordern Türkeiboykott in Urlaub, Mode und Nahrungsmitteln.

Spezifisch sind die mit BDS verknüpften Forderungen. Es gibt keine Millionen, die nach Russland oder Deutschland zurückwollen und dort die Bevölkerungsmehrheit bilden könnten. Oder die die dortige Bevölkerung irgendwie bedrohen könnten.
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Zunder
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Re: Perspektive - Israel, Palästina und Nachbarn

Beitragvon Zunder » So 12. Aug 2018, 22:30

Die pro-israelische Haltung der Bandmitglieder hatte ihnen bereits im Juli 2015 Boykottaufrufe eingebracht. Ein prominenter Unterstützer der antiisraelischen Initiative BDS-Bewegung, der Pink Floyd-Mitbegründer Roger Waters, hatte die Eagles of Death Metal vor einem Konzert in Tel Aviv (2015) aufgefordert, nicht in Israel aufzutreten. Eagles Of Death Metal-Frontmann Jesse Hughes hatte daraufhin seine Solidarität mit Israel kundgetan: „Einen Ort wie diesen würde ich nie boykottieren!“, er fügte hinzu: „Ich habe mich nie zuvor so zuhause gefühlt wie hier!“
https://de.wikipedia.org/wiki/Eagles_of_Death_Metal

Am 13. November 2015 spielten die Eagles Of Death Metal ein Konzert im Bataclan-Theater in Paris. Bei dem bekannten islamistischen Anschlag starben 90 Menschen.
https://de.wikipedia.org/wiki/Terrorans ... an-Theater

BDS ist eine propagandistsiche Aktion, keine ökonomische.
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Re: Perspektive - Israel, Palästina und Nachbarn

Beitragvon keinproblem » So 12. Aug 2018, 22:36

Zunder hat geschrieben:(12 Aug 2018, 23:30)

Die pro-israelische Haltung der Bandmitglieder hatte ihnen bereits im Juli 2015 Boykottaufrufe eingebracht. Ein prominenter Unterstützer der antiisraelischen Initiative BDS-Bewegung, der Pink Floyd-Mitbegründer Roger Waters, hatte die Eagles of Death Metal vor einem Konzert in Tel Aviv (2015) aufgefordert, nicht in Israel aufzutreten. Eagles Of Death Metal-Frontmann Jesse Hughes hatte daraufhin seine Solidarität mit Israel kundgetan: „Einen Ort wie diesen würde ich nie boykottieren!“, er fügte hinzu: „Ich habe mich nie zuvor so zuhause gefühlt wie hier!“
https://de.wikipedia.org/wiki/Eagles_of_Death_Metal

Am 13. November 2015 spielten die Eagles Of Death Metal ein Konzert im Bataclan-Theater in Paris. Bei dem bekannten islamistischen Anschlag starben 90 Menschen.
https://de.wikipedia.org/wiki/Terrorans ... an-Theater

BDS ist eine propagandistsiche Aktion, keine ökonomische.

Und weil die Terroristen die Bandmitglieder ermordet haben, ist BDS eine Propagandaaktion?
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Re: Perspektive - Israel, Palästina und Nachbarn

Beitragvon imp » So 12. Aug 2018, 22:50

keinproblem hat geschrieben:(12 Aug 2018, 23:36)

Und weil die Terroristen die Bandmitglieder ermordet haben, ist BDS eine Propagandaaktion?

Die Band ist nicht kaputt. Einige Mitglieder machten durch undifferenzierte Aussagen über Muslime von sich reden.
Bei der Wiedereröffnung der angegriffenen Spielstätte waren einige Bandmitglieder nicht mehr willkommen.
https://www.sueddeutsche.de/panorama/wi ... -1.3247207

Das hat weniger mit BDS zu tun.
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Zunder
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Re: Perspektive - Israel, Palästina und Nachbarn

Beitragvon Zunder » So 12. Aug 2018, 22:59

keinproblem hat geschrieben:(12 Aug 2018, 23:36)

Und weil die Terroristen die Bandmitglieder ermordet haben, ist BDS eine Propagandaaktion?

Kannst du dir vielleicht mal ein paar Kenntnisse aneignen?

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