Perspektive - Israel, Palästina und Nachbarn

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Wird es in einigen Jahrzehnten Frieden in Israel, Palästina und den Nachbarn geben ?

ja, sie werden irgendwie eine Lösung finden
46
28%
nein, das geht noch ewig so weiter
118
72%
 
Abstimmungen insgesamt: 164
bennyh
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Re: Perspektive - Israel, Palästina und Nachbarn

Beitragvon bennyh » Di 4. Jul 2017, 10:44

Keoma hat geschrieben:(04 Jul 2017, 10:31)

Ist ja klar, Modi ist ein Erz-Hindu und pfeift auf muslimische Befindlichkeiten.
Bösartig könnte man sagen, Rassisten unter sich.

Wer sind genau die Rassisten? Modi und ?
Usertreffen 2019 FTW
Danke an die Moderation für die gute Arbeit all die vielen Jahre.
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Keoma
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Re: Perspektive - Israel, Palästina und Nachbarn

Beitragvon Keoma » Di 4. Jul 2017, 12:21

bennyh hat geschrieben:(04 Jul 2017, 11:44)

Wer sind genau die Rassisten? Modi und ?


Frag nicht so blöd.
Genau für dich hab ich es ja geschrieben.
Moralische Entrüstung ist Eifersucht mit einem Heiligenschein.
bennyh
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Re: Perspektive - Israel, Palästina und Nachbarn

Beitragvon bennyh » Di 4. Jul 2017, 19:43

Keoma hat geschrieben:(04 Jul 2017, 13:21)

Frag nicht so blöd.

Modi und die Palästinenser? Modi und Netanyahu? Modi und die Golfstaaten? Modi und Rivlin?
elmore

Re: Perspektive - Israel, Palästina und Nachbarn

Beitragvon elmore » Di 4. Jul 2017, 22:44

Dem neuen Boss der Hamas, Ismail Haniya, soll die Einreise und Niederlassung in Katar verweigert worden sein.
Ebenso wurden hochrangige HAMAS-Funktionäre von Katar aufgefordert, das Land zu verlassen.
Auch andere Staaten der Golfregion, sowie Ägypten und auch Saudi-Arabien verweigern die Aufnahme des Politbüros der
Hamasführung. Der große neue Vorsitzende sitzt jetzt in Gaza fest und will offenbar nicht in den Iran
auswandern. Das Land der schiitischen Mullah-Theokratie und ausgewiesener Israel"freund", der persische Iran, bot der HAMAS - im Gegensatz zu fast allen arabisch-sunnitischen Schlüsselländern - sofort Unterkunft und Bleiberecht an.
Das aber passte wohl dem Hamas-Häuptling und seinen "Friedenspolitikern" nicht.
Läuft grad nicht so gut für die Terrorpropheten aus dem Gaza.

Interessant ist auch, dass es gerade zwischen den Saudis und Israel offenbar eine gewisse
Ännäherung im Hintergrund gibt. Gewisse engere Kontakte auf nichtöffentlicher Ebene bestehen zwar schon länger, etwa auf dem von Rüstung und Sicherheit.
Insofern wäre das nicht so neu. Aber es scheint sich mehr zu bewegen, als dass man das als
politisches "busines as usual" ansehen könnte…

Fakt scheint auch zu sein, dass die Hamas und die Palästinensische Frage eher nicht mehr soweit
oben auf der "Prioritäten-Liste" der arabischen Schlüsselstaaten samt Ägypten stehen.
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Re: Perspektive - Israel, Palästina und Nachbarn

Beitragvon King Kong 2006 » Do 6. Jul 2017, 00:55

elmore hat geschrieben:(04 Jul 2017, 23:44)

Dem neuen Boss der Hamas, Ismail Haniya, soll die Einreise und Niederlassung in Katar verweigert worden sein.
Ebenso wurden hochrangige HAMAS-Funktionäre von Katar aufgefordert, das Land zu verlassen.
Auch andere Staaten der Golfregion, sowie Ägypten und auch Saudi-Arabien verweigern die Aufnahme des Politbüros der
Hamasführung. Der große neue Vorsitzende sitzt jetzt in Gaza fest und will offenbar nicht in den Iran
auswandern. Das Land der schiitischen Mullah-Theokratie und ausgewiesener Israel"freund", der persische Iran, bot der HAMAS - im Gegensatz zu fast allen arabisch-sunnitischen Schlüsselländern - sofort Unterkunft und Bleiberecht an.
Das aber passte wohl dem Hamas-Häuptling und seinen "Friedenspolitikern" nicht.
Läuft grad nicht so gut für die Terrorpropheten aus dem Gaza.

Interessant ist auch, dass es gerade zwischen den Saudis und Israel offenbar eine gewisse
Ännäherung im Hintergrund gibt. Gewisse engere Kontakte auf nichtöffentlicher Ebene bestehen zwar schon länger, etwa auf dem von Rüstung und Sicherheit.
Insofern wäre das nicht so neu. Aber es scheint sich mehr zu bewegen, als dass man das als
politisches "busines as usual" ansehen könnte…

Fakt scheint auch zu sein, dass die Hamas und die Palästinensische Frage eher nicht mehr soweit
oben auf der "Prioritäten-Liste" der arabischen Schlüsselstaaten samt Ägypten stehen.


Im Grunde genommen ist es egal, was auf der Prioritäten-Liste der islamisch-arabischen Staaten steht. Der israelisch-palästinensischer Konflikt steht für sich selbst. Seine Existenz ist unabhängig vom Karussel der politischen Befindlichkeiten. Kommt die Hamas gut mit der Türkei aus? Mit dem Iran? Mit Ägypten? Mit Katar? Usw. Es spielt eigentlich keine Rolle. Der Nahostkonflikt existiert völlig unabhängig davon, in welchen Zeitraum wer mit wem spricht oder sich nicht mag. Wechselnd alle paar Jahre. Er existierte schon, da gabs keine AKP, keine Revolution im Iran oder Erdgasförderung in Katar. Und vorrausichtlich geht er weiter, wenn Erdogan nicht mehr ist, der Iran die Staatsform wechselt und Katar kein Erdgas mehr hat. Man sollte sich nicht an temporäre Dinge - über Gebühr - klammern. Statt den Kern anzugehen. Das ist Kosmetik. Und dient in erster Linie zur Nervenberuhigung.

Es will auch kein Land in der Region den israelisch-palästinensischen Konflikt ans Bein gebunden haben. Sicher instrumentalisieren ihn viele, nehmen in Anspruch für irgendeine Partei zu sprechen oder zu wirken, aber so wirklich will ihn keiner. Als Mubarak in einem Interview vor Jahren einmal im Kontext einer Blockade des Gazastreifens gefragt wurde, ob sozusagen, wenn Ägypten die Grenze aufmacht, nicht gleich "mehr Verantwortung" übernommen werden könnte. Sagte er ganz klar, daß Ägypten diese Problematik nicht übernehmen wird. Das wäre Israels Angelegenheit. Was vielleicht für einige beruhigend klingt, heißt im Klartext, die Palästinenserfrage wird niemand in der Region Israel abnehmen. Dieser Klotz soll bei Israel bleiben. Man kann sich vielleicht denken wieso. Ahmadinejad wurde in einer Rede dazu einst sehr viel konkreter, welche Rolle nach seiner Meinung die Palästinenser zu spielen hätten. Genau da, wo sie jetzt sind.

Eine Delegation der Hamas war in Kairo.

Hamas leader hails turning of ‘new page’ with Egypt

During his speech, Haniyeh gave thanks to the terror group’s state backers, Iran, Turkey and Qatar, as well as to the Boycott Divestment and Sanctions (BDS) movement.

However, Haniyeh emphasized his thanks to Egypt, which he said had agreed to a number of measures that will relieve the humanitarian situation in the Gaza Strip.


A high-level Hamas delegation spent nine days in Cairo earlier in June, as part of an effort by the terrorist group to improve relations with Egypt, strained since the overthrow of Mohammed Morsi, Egypt’s Muslim Brotherhood president, in 2013. Hamas was affiliated with the Brotherhood.

“I declare clearly that we have turned a new page in our relationship [with Egypt],” Haniyeh said

http://www.timesofisrael.com/hamas-lead ... ith-egypt/


So, das kann in einem Jahr wieder ganz anders aussehen. Was bleibt, ist der israelische-palästinenische Konflikt. Egal, was in einem Jahr mit Kairo ist oder Haniyeh dann schon längst in seinem Auto in die Luft geflogen ist. Es spielt keine Rolle. Die Araber in und um Israel bleiben.
Wenn man zuviel weiß, wird es immer schwieriger, einfache Entscheidungen zu treffen.
Wissen stellt eine Barriere dar, die einen daran hindert, etwas in Erfahrung zu bringen.
- Frank Herbert, Die Kinder des Wüstenplaneten
elmore

Re: Perspektive - Israel, Palästina und Nachbarn

Beitragvon elmore » Do 6. Jul 2017, 02:23

King Kong 2006 hat geschrieben:(06 Jul 2017, 01:55)

...Was vielleicht für einige beruhigend klingt, heißt im Klartext, die Palästinenserfrage wird niemand in der Region Israel abnehmen. Dieser Klotz soll bei Israel bleiben. Man kann sich vielleicht denken wieso. ...


Zunächst allgemein zu deinem Beitrag, aus dem ich nachstehend zitierte:

Was ich mit "im Hintergrund sei möglicherweise mehr Bewegung gekommen" andeutete, war kein Saugen am eigenen Finger, sondern einer Äusserung eines israel. Politikers im Ministerrang zu entnehmen.
Nein, nicht Liebermann. Deine wissendere Sicht sei dir unbenommen. ;)

King Kong 2006 hat geschrieben:(06 Jul 2017, 01:55)

...heißt im Klartext, die Palästinenserfrage wird niemand in der Region Israel abnehmen. Dieser Klotz soll bei Israel bleiben ...


Das heisst jetzt genau was? - Dass Israel ausschließlich und allein die Verantwortung und auch letztlich die Entscheidung darüber hätte,
ob und wie die Palästinenserfrage gelöst wird? :?: - Dieser ***Schwarze Propaganda-Peter der Alleinverantwortung Israeals für eine Friedenslösung ist
weder neu, schon gar nicht selten und erst recht nicht zutreffend, denn...

"It takes two to tango"

wenn du verstehst, was ich damit meine. ;)

Gute Nacht, ich schleich mich ins Bett. Mein Kater mault schon. Zurecht.
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Re: Perspektive - Israel, Palästina und Nachbarn

Beitragvon Liegestuhl » Do 6. Jul 2017, 08:28

Zukunftsaussichten:

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Arabische Liga verurteilt Jerusalem-Entscheidung

Beitragvon King Kong 2006 » So 10. Dez 2017, 19:22

Arabische Liga stellt sich gegen Trumps Jerusalem-Beschluss

Die Außenminister der Arabischen Liga werfen Trump eine Rechtsverletzung vor und fordern die USA auf, die Entscheidung zurückzunehmen


Die Außenminister der Arabischen Liga bezeichneten Trumps Ankündigung nach ihrer Dringlichkeitssitzung als nichtig. "Die Entscheidung hat keine rechtliche Bedeutung, ... sie vertieft die Spannungen, löst Verärgerung aus und droht die Region in noch mehr Gewalt und Chaos zu stürzen", heißt es in einer gemeinsamen Erklärung.

http://derstandard.at/2000069936367/Ara ... -Beschluss


Wie nicht anders zu erwarten positionieren sich die arabischen Staaten in der Jerusalemfrage einstimmig. Über die Grenzen ihrer eigenen Unstimmigkeiten hinweg.
Wenn man zuviel weiß, wird es immer schwieriger, einfache Entscheidungen zu treffen.
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Re: Perspektive - Israel, Palästina und Nachbarn

Beitragvon Tom Bombadil » So 10. Dez 2017, 20:54

Wenigstens eint sie der Judenhass, auch wenn sie sich sonst spinnefeind sind :dead:
The tree of liberty must be refreshed from time to time with the blood of patriots and tyrants. It is its natural manure.
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Re: Perspektive - Israel, Palästina und Nachbarn

Beitragvon tabernakel » Do 28. Dez 2017, 17:46

Informatives Interview mit dem neuen Labor-Boss Avi Gabbay: Invoking Rabin, Labor’s Gabbay says he’s the decisive leader Israel needs as PM. Wer weiss, vielleicht geht's mit ihm für diese Partei auch wieder aufwärts, seine Positionen erscheinen mir jedenfalls zentrischer und damit auch wieder deutlich näher an denen der älteren Vorgänger. Und das dürfte nicht zuletzt auch für Israelis Wähler deutlich besser verdaulich sein als der Defätismus den Herzog&Co lange Jahre produzierten. Sehr sympathisch finde ich auch seine Einstellung zu Aktivisten ... :D
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Re: Perspektive - Israel, Palästina und Nachbarn

Beitragvon Liegestuhl » Mi 3. Jan 2018, 15:55

Riesenüberraschung:

Kein Versöhnungswille erkennbar

Besonders im Gaza-Streifen hatten die Menschen große Hoffnungen in den sogenannten Versöhnungsprozess von Hamas und Fatah gesetzt. Doch die rivalisierenden Gruppen können sich nicht einigen. Den Preis zahlt die Bevölkerung. Statt geöffneter Grenzübergänge und regelmäßiger Stromzufuhr erleben sie vor allem eines: Ernüchterung.


http://www.deutschlandfunk.de/hamas-und ... _id=406986

Und schon wieder zeigt die palästinensische Führung, wie wenig sie das Volk interessiert.
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Re: Perspektive - Israel, Palästina und Nachbarn

Beitragvon H2O » Mi 3. Jan 2018, 16:00

Liegestuhl hat geschrieben:(03 Jan 2018, 15:55)

Riesenüberraschung:



http://www.deutschlandfunk.de/hamas-und ... _id=406986

Und schon wieder zeigt die palästinensische Führung, wie wenig sie das Volk interessiert.


Vermutlich fehlt den Menschen im Gazastreifen der Mut oder die Fähigkeit, sich ihrer Quälgeister gewaltsam zu entledigen.
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Re: Perspektive - Israel, Palästina und Nachbarn

Beitragvon Senexx » Mi 3. Jan 2018, 16:05

Liegestuhl hat geschrieben:(03 Jan 2018, 15:55)

Riesenüberraschung:



http://www.deutschlandfunk.de/hamas-und ... _id=406986

Und schon wieder zeigt die palästinensische Führung, wie wenig sie das Volk interessiert.

Woher nehmen die Journalisten eigentlich die Erkenntnis, dass das Volk Versöhnung wolle?
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Re: Perspektive - Israel, Palästina und Nachbarn

Beitragvon tabernakel » Mi 3. Jan 2018, 17:43

Senexx hat geschrieben:(03 Jan 2018, 16:05)
Woher nehmen die Journalisten eigentlich die Erkenntnis, dass das Volk Versöhnung wolle?

Weil wir im Westen so geprägt sind dass wir im "Volk" immer das Gute sehen wollen, Politiker sind immer die Bösen. Dass Politiker letztlich ein Spiegel der Gesellschaft sind, vor allem in Demokratien wo die ja auch irgendwer wählen muss, das will wohl schlicht keiner wirklich Wahrhaben. Genauso wenig wie so unangenehme Wahrheiten dass Hitler Anfang der 30er fast die Mehrheit in Wahlen erreichte, dass die Invasion der Falklands durch das Argentinische Volk schwer gewollt war (und die Junta nur abdanken musste weil sie den Krieg verlor), dass der Krieg 1967 vor allem durch das ägyptische Volk gewollt wurde, und dass Umfragen unter den Palästinensern nicht nur in Gaza immer wieder auf Mehrheiten für die Hamas (und damit auch deren Politik) hindeuten.

p.s.: Und fairerweise muss ich dann auch erwähnen dass es ab und an gar nicht so einfach ist festzustellen was die Mehrheit im Volk will. Auch das ist vielleicht ein Grund für unsere tief verankerte Unschuldsvermutung ...
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Re: Perspektive - Israel, Palästina und Nachbarn

Beitragvon Senexx » Mi 3. Jan 2018, 19:28

Das wäre eine Erklärung. Vielleicht ist es aber viel einfacher. Vater dieses Gedankens könnte auch der Antisemitismus unserer überwiegend linksgestrickten Journaille sein. Die Palästinenser sind halt die Guten und Opfer der bösen Juden und schlechter Führer, die dich ja nur halten können, weil die bösen Juden ein funktionierendes Palästinensische Gemeinwesen mit ihrem Terror verhindern. So, oder so ähnlich.
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Re: Perspektive - Israel, Palästina und Nachbarn

Beitragvon tabernakel » Do 4. Jan 2018, 16:19

Senexx hat geschrieben:(03 Jan 2018, 19:28)
Das wäre eine Erklärung. Vielleicht ist es aber viel einfacher. Vater dieses Gedankens könnte auch der Antisemitismus unserer überwiegend linksgestrickten Journaille sein. Die Palästinenser sind halt die Guten und Opfer der bösen Juden und schlechter Führer, die dich ja nur halten können, weil die bösen Juden ein funktionierendes Palästinensische Gemeinwesen mit ihrem Terror verhindern. So, oder so ähnlich.

Links- und Rechtsextreme nehmen sich beim Antisemitismus denke ich nichts, ist da bei beiden gleich verbreitet. Bei den Linken wie von Dir beschrieben aufgrund palästinensischen Opfersyndroms, nochmals verstärkt durch die eher rechtsgerichteten Israelischen Regierungen der letzten Zeit. Bei den Rechten wohl aufgrund der Erfahrung dass die Juden historisch immer einen sehr ergiebigen Goldesel und Sandsack ablieferten wenn man politisch Mist baute und daher einen brauchte. Blitzableiten auf die Juden war in Europa immer ne erfolgversprechende Taktik, genauso wie aktuell im mittleren Osten unter Muslimen - egal ob gemäßigt oder extremistisch, beim Israelbashing sind die sofort alle an Bord.
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Re: Perspektive - Israel, Palästina und Nachbarn

Beitragvon Woppadaq » So 14. Jan 2018, 22:24

Senexx hat geschrieben:(03 Jan 2018, 16:05)

Woher nehmen die Journalisten eigentlich die Erkenntnis, dass das Volk Versöhnung wolle?


Gute Frage. Gibts hier überhaupt jemanden, der Versöhnung will? Ist doch immer daselbe: wenn der andere nicht aufhört, hör ich auch nicht auf, und guck mal wie fies der andere ist, ich bin doch nur das Opfer.
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Re: Perspektive - Israel, Palästina und Nachbarn

Beitragvon tabernakel » Mo 15. Jan 2018, 21:44

Woppadaq hat geschrieben:(14 Jan 2018, 22:24)
Gute Frage. Gibts hier überhaupt jemanden, der Versöhnung will? Ist doch immer daselbe: wenn der andere nicht aufhört, hör ich auch nicht auf, und guck mal wie fies der andere ist, ich bin doch nur das Opfer.

Versöhnung setzt zuallererst voraus dass beide Seiten sie in etwa gleich wollen, und zudem die Realität anerkennen. Versöhnung klappt nicht solange eine Seite die andere permanent dämonisiert. Und genau das tun die Palästinenser dummerweise seit 70 Jahren flächendeckend. Egal ob Hamas oder PA, beim Schuld-für-alles-auf-den-Sündenbock-abladen sind die Palis Weltmeister. Das geht in der Schule durch das PA-gewählte Kurrikulum los, wird in der Moschee regelmäßig vertieft, und in den Medien fixiert - alles mit Zustimmung der Machthaber in Gaza UND Ramallah.

Kritische Fragen zur eigenen Politik, so wie in Israel gang und gäbe? Fehlanzeige. Kritische Reflektion der eigenen Historie, der eigenen Taten, der eigenen palästinensischen Verantwortung? Null-komma-null. Erziehen die Israelis ihre Kinder in der Schule zu Pali-Hass? Nope, würde auch nicht funktionieren weil die Bevölkerung zu ca 1/5 aus Palis besteht. Werden die Palis im Israelischen Fernsehen dämonisiert? Nope, gerade deswegen kann eine Serie wie Fauda zum internationalen Hit werden.

Solange sich die Kultur bei den Palis nicht daran annähert, so lange hat Frieden dort unten denke ich auch keine Chance. Solange die pure Anwesenheit von Juden im Westjordanland als Grund für Terror und Totschlag herhalten kann, solange hat der Frieden keine Chance. Solange auch nur die kleinste "Provokation" wie der Besuch eines jüdischen Politikers auf dem Tempelberg in Jerusalem als Vorwand für eine Intifada inklusive Hetzjagd auf Israelische Zivilisten dienen kann, solange hat der Frieden keine wirkliche Chance. Frieden setzt Friedenswillen voraus, und den gibt's auf palästinensischer Seite schlicht nicht. Was es gibt, ist ein interner palästinensischer Disput über die rein taktische Frage ob "wir-machen-Abnutzungskrieg-macht-doch-mit-sonst-verlieren-wir" a'la Gaza oder UN-Lawfare & BDS a'la Ramallah auf Dauer erfolgversprechender sei Israel zu zerstören, das ist alles. Bei der Frage "wie indoktrinieren wir unsere Kinder am effizientesten", und "wie können wir westliche Hilfe am geschicktesten nutzen um unseren Krieg zu finanzieren" sind sich beide palästinensischen Fraktionen dagegen absolut einig.
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Re: Perspektive - Israel, Palästina und Nachbarn

Beitragvon Woppadaq » Mo 15. Jan 2018, 21:56

tabernakel hat geschrieben:(15 Jan 2018, 21:44)

Versöhnung setzt zuallererst voraus dass beide Seiten sie in etwa gleich wollen, und zudem die Realität anerkennen. Versöhnung klappt nicht solange eine Seite die andere permanent dämonisiert. Und genau das tun die Palästinenser dummerweise seit 70 Jahren flächendeckend.


Naja, ich merke schon, hier sind die Palis immer die dummen Störenfriede und die Israelis immer die Unschuldslämmer.

Mir aber egal, ist deren Sache, ob sie wirklich Frieden wollen. Dazu gehören immer zwei.
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Re: Perspektive - Israel, Palästina und Nachbarn

Beitragvon tabernakel » Mo 15. Jan 2018, 22:08

Woppadaq hat geschrieben:(15 Jan 2018, 21:56)
Naja, ich merke schon, hier sind die Palis immer die dummen Störenfriede und die Israelis immer die Unschuldslämmer.

Nope, die Israelis sind hier mit Sicherheit nicht "immer die Unschuldslämmer", gibt wie in jedem Staat genug was man kritisieren kann, darf, und soll. Der Unterschied ist dass hier auch die palästinensische Verantwortung an der Situation gleichen Raum bekommt, palästinensische Propaganda und Realitätsflucht dagegen nicht. Das mag Dir nicht passen, ist aber so.

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