Perspektive - Israel, Palästina und Nachbarn

Moderator: Moderatoren Forum 3

Wird es in einigen Jahrzehnten Frieden in Israel, Palästina und den Nachbarn geben ?

ja, sie werden irgendwie eine Lösung finden
39
27%
nein, das geht noch ewig so weiter
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elmore
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Re: Perspektive - Israel, Palästina und Nachbarn

Beitragvon elmore » Di 28. Mär 2017, 16:35

H2O hat geschrieben:(28 Mar 2017, 08:11)

Sie äußern sich aus der Sicherheit einer freiheitlichen Demokratie heraus. Das Geröll vor Ort und die tödliche Gewaltherrschaft der "Führungen" lassen überhaupt keine sinnvollen Ratschläge zu. Das einzige, was mich dabei bewegt, das ist die Lebensperspektive der Araber im israelischen Herrschaftsbereich für den Fall, daß sie endlich zur Vernunft kommen sollten und einsehen, daß es nur im friedlichen und wohlwollenden Miteinander weiter gehen kann.

Wie billig, dann immer in Richtung "die sind ja so böse" ab zu driften. Ja, das sind sie durch so viele harte Randbedingungen ihrer nackten Existenz, und ganz sicher auch durch verbrecherische und korrupte (fehlt noch ein Eigenschaftswort?) Anführer. Wer heute die Nase aus dem Mauseloch steckt ist morgen tot. Das sind doch die harten Tatsachen!

Im Strafvollzug baut Resozialisierung auch immer auf Hoffnung für ein künftiges Leben in Würde auf. Daß dieser Grundsatz auch auf ein Volk angewandt werden kann und sollte, das können Sie hier in diesem Deutschland besichtigen.


Ihre etwas seltsame Bewertung des "billigen" nehme ich mal so zur Kenntnis…

Und jetzt erzählen Sie mir mal, welche nicht-israelischen Staatsbürger, besonders jene palästinensischer Provenienz, denen gestattet ist, innerhalb Israels Staatsgebiet zu arbeiten bzw. zu leben,
würden so sehr unterdrückt, als das sie die von Ihnen geschilderten Vorteile eines unbedrohten und besseren Lebens in einem Rechtsstaat nicht bekämen.

Das war sie hier auspacken und geradezu beseelt als Ihre Lösung anbieten, einseitig und natürlich indirekt als Vorwurf an Israel gerichtet, diese, ihre Idee nicht umzusetzen oder
nicht anbieten zu wollen.

Ich denke, und da sind wir wieder soweit, dass weder Sie noch ich in Israel leben. Und auch nicht jene Unsicherheiten aushalten und ertragen müssen, mit tagtäglicher Gefährdung
an Leib und Leben und auch dem ständigen Angefeindetwerden, man würde nur im Sinn haben, die Palästinenser zu unterdrücken.

Aus der Warte heraus kann man natürlich schon hehre Gedankenspiele als ultimo ration - in der moralischen höheren Position - fordern.

Nur so einfach ist die gelebte Realität vermutlich nicht. Sozialromantik und hehre Resozialisierung/hier besser demokratisches und rechtsstaatliches Bewusstsein fördern klingt gut... but it takes two to tango…

Wenn sie die Userin Vongole nicht so arrogant angesprochen hätten und stattdessen den von ihr eingestellten Artikel genauer gelesen hätten, wäre ihnen vielleicht auch aufgefallen,
dass es auch innerhalb der palästinensischen Bevölkerung mehrheitlich wenig bis gar keine Signale gibt, sprich den Willen, friedlich mit ihren jüdischen Nachbarn zu leben.
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Ger9374
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Re: Perspektive - Israel, Palästina und Nachbarn

Beitragvon Ger9374 » Di 28. Mär 2017, 17:38

elmore hat geschrieben:(28 Mar 2017, 17:35)

Ihre etwas seltsame Bewertung des "billigen" nehme ich mal so zur Kenntnis…

Und jetzt erzählen Sie mir mal, welche nicht-israelischen Staatsbürger, besonders jene palästinensischer Provenienz, denen gestattet ist, innerhalb Israels Staatsgebiet zu arbeiten bzw. zu leben,
würden so sehr unterdrückt, als das sie die von Ihnen geschilderten Vorteile eines unbedrohten und besseren Lebens in einem Rechtsstaat nicht bekämen.

Das war sie hier auspacken und geradezu beseelt als Ihre Lösung anbieten, einseitig und natürlich indirekt als Vorwurf an Israel gerichtet, diese, ihre Idee nicht umzusetzen oder
nicht anbieten zu wollen.

Ich denke, und da sind wir wieder soweit, dass weder Sie noch ich in Israel leben. Und auch nicht jene Unsicherheiten aushalten und ertragen müssen, mit tagtäglicher Gefährdung
an Leib und Leben und auch dem ständigen Angefeindetwerden, man würde nur im Sinn haben, die Palästinenser zu unterdrücken.

Aus der Warte heraus kann man natürlich schon hehre Gedankenspiele als ultimo ration - in der moralischen höheren Position - fordern.

Nur so einfach ist die gelebte Realität vermutlich nicht. Sozialromantik und hehre Resozialisierung/hier besser demokratisches und rechtsstaatliches Bewusstsein fördern klingt gut... but it takes two to tango…

Wenn sie die Userin Vongole nicht so arrogant angesprochen hätten und stattdessen den von ihr eingestellten Artikel genauer gelesen hätten, wäre ihnen vielleicht auch aufgefallen,
dass es auch innerhalb der palästinensischen Bevölkerung mehrheitlich wenig bis gar keine Signale gibt, sprich den Willen, friedlich mit ihren jüdischen Nachbarn zu leben.



Mische mich nur ungern ein, User H20 ist ein doch
bedächtiger und engagierter Schreiber, habe manchen Disput mit ihm gelesen und selbst gehabt. Ein heikles Thema. Aber auch User Vogule entglitt leicht. Sehen wir es dem Engagement geschuldet.Beide User sind nicht für Entgleisungen berüchtigt!!
:thumbup: Es gibt eine Streitkultur, der Hass gehört ganz gewiss nicht dazu :thumbup: :thumbup: :D

Menschen sind Ausländer irgendwo: :thumbup:
Rassisten sind Arschlöcher überall: :thumbup:
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Re: Perspektive - Israel, Palästina und Nachbarn

Beitragvon H2O » Di 28. Mär 2017, 19:58

elmore hat geschrieben:(28 Mar 2017, 17:35)

Ihre etwas seltsame Bewertung des "billigen" nehme ich mal so zur Kenntnis…

Und jetzt erzählen Sie mir mal, welche nicht-israelischen Staatsbürger, besonders jene palästinensischer Provenienz, denen gestattet ist, innerhalb Israels Staatsgebiet zu arbeiten bzw. zu leben,
würden so sehr unterdrückt, als das sie die von Ihnen geschilderten Vorteile eines unbedrohten und besseren Lebens in einem Rechtsstaat nicht bekämen.

Das war sie hier auspacken und geradezu beseelt als Ihre Lösung anbieten, einseitig und natürlich indirekt als Vorwurf an Israel gerichtet, diese, ihre Idee nicht umzusetzen oder
nicht anbieten zu wollen.

Ich denke, und da sind wir wieder soweit, dass weder Sie noch ich in Israel leben. Und auch nicht jene Unsicherheiten aushalten und ertragen müssen, mit tagtäglicher Gefährdung
an Leib und Leben und auch dem ständigen Angefeindetwerden, man würde nur im Sinn haben, die Palästinenser zu unterdrücken.

Aus der Warte heraus kann man natürlich schon hehre Gedankenspiele als ultimo ration - in der moralischen höheren Position - fordern.

Nur so einfach ist die gelebte Realität vermutlich nicht. Sozialromantik und hehre Resozialisierung/hier besser demokratisches und rechtsstaatliches Bewusstsein fördern klingt gut... but it takes two to tango…

Wenn sie die Userin Vongole nicht so arrogant angesprochen hätten und stattdessen den von ihr eingestellten Artikel genauer gelesen hätten, wäre ihnen vielleicht auch aufgefallen,
dass es auch innerhalb der palästinensischen Bevölkerung mehrheitlich wenig bis gar keine Signale gibt, sprich den Willen, friedlich mit ihren jüdischen Nachbarn zu leben.


Nach dem angewiderten Vorhalt von wegen "billig" landen Sie gleich wieder bei dem völlig unmöglichen Verhandlungspartner, der jedes weitere Nachdenken ausschließt. Was soll ich dazu noch sagen?
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Re: Perspektive - Israel, Palästina und Nachbarn

Beitragvon H2O » Di 28. Mär 2017, 20:03

Ger9374 hat geschrieben:(28 Mar 2017, 18:38)

Mische mich nur ungern ein, User H20 ist ein doch
bedächtiger und engagierter Schreiber, habe manchen Disput mit ihm gelesen und selbst gehabt. Ein heikles Thema. Aber auch User Vogule entglitt leicht. Sehen wir es dem Engagement geschuldet.Beide User sind nicht für Entgleisungen berüchtigt!!


Manchmal muß man wohl mit einigem Nachdruck ein Thema angehen, damit sich überhaupt etwas rührt. Kritik in der vorgefundene Weise ertrage ich gern. Die Brummkreiselei ist wohl nicht aus zu rotten.
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Re: Perspektive - Israel, Palästina und Nachbarn

Beitragvon Liegestuhl » Di 28. Mär 2017, 20:16

JJazzGold hat geschrieben:(28 Mar 2017, 16:52)
Wobei ich einen demokratischen Staat der Palästinenser nicht unbedingt voraussetze.


Der Gefahr geht meiner Meinung nach nicht von der Regierungsform, sondern von den instabilen politischen Verhältnissen aus. Es gibt mindestens zwei verfeindete Parteien, die vor Gewalt als Mittel der politischen Auseinandersetzung nicht zurückschrecken. Ein eigenständiges Palästina würde innerhalb weniger Tage im Sumpf eines Bürgerkrieges versinken. Das nützt eventuell den Kräften, die in Palästina ihre Stellvertreter kämpfen lassen, jedoch nicht den Menschen im Land.
Ein Hütchen mit Federn, die Armbrust über der Schulter, aber ein Jäger ist es nicht.
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Re: Perspektive - Israel, Palästina und Nachbarn

Beitragvon JJazzGold » Di 28. Mär 2017, 20:57

Liegestuhl hat geschrieben:(28 Mar 2017, 21:16)

Der Gefahr geht meiner Meinung nach nicht von der Regierungsform, sondern von den instabilen politischen Verhältnissen aus. Es gibt mindestens zwei verfeindete Parteien, die vor Gewalt als Mittel der politischen Auseinandersetzung nicht zurückschrecken. Ein eigenständiges Palästina würde innerhalb weniger Tage im Sumpf eines Bürgerkrieges versinken. Das nützt eventuell den Kräften, die in Palästina ihre Stellvertreter kämpfen lassen, jedoch nicht den Menschen im Land.


Sicher, das ist auch Fakt weshalb sich die Gebiete nicht zusammenlegen lassen. Müsste ich auf einen Sieger in diesem fiktiven Konflikt wetten, würde ich auf die Terrororganisation Hamas setzen. Die hat bereits ohne Zusammenlegung versucht, die Fatah zu eliminieren.

Es ginge ergo nicht ohne exzessiven Druck und Anwendung von Gewalt, analog Pakistan, und das heiße Eisen fasst niemand an, auch nicht der arabische Bruder.

Wohin führt uns diese Erkenntnis? Zu der Erwartung bilateraler Verhandlungen, die in Verträge münden.
Zuletzt geändert von JJazzGold am Di 28. Mär 2017, 21:57, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Perspektive - Israel, Palästina und Nachbarn

Beitragvon Ger9374 » Di 28. Mär 2017, 21:11

Die Hamas spricht die Jugend an , fatah die Arafat Generation. Das die Palästinenser sich auf eine gewaltlose Regierung einigt dadurch höchst unwahrscheinlich. Die Palästinenser würden sich alleine auf eine Diaspora begeben. Ich bezweifle ob das den Palästinensern bewusst ist. Sprecht in klaren und deutlichen Worten mit den Palästinensern. Die Israelis wissen was das heißen kann.
:thumbup: Es gibt eine Streitkultur, der Hass gehört ganz gewiss nicht dazu :thumbup: :thumbup: :D

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Re: Perspektive - Israel, Palästina und Nachbarn

Beitragvon H2O » Di 28. Mär 2017, 22:24

Ger9374 hat geschrieben:(28 Mar 2017, 22:11)

Die Hamas spricht die Jugend an , fatah die Arafat Generation. Das die Palästinenser sich auf eine gewaltlose Regierung einigt dadurch höchst unwahrscheinlich. Die Palästinenser würden sich alleine auf eine Diaspora begeben. Ich bezweifle ob das den Palästinensern bewusst ist. Sprecht in klaren und deutlichen Worten mit den Palästinensern. Die Israelis wissen was das heißen kann.


So lange diese irrwitzige Verknüpfung von religiösen Forderungen und nationalen Forderungen lebendig ist, so lange werden Araber immer wieder "im Namen Gottes" Verbrechen verüben, um das Heilige Land vollständig zu erobern. Mir ist nicht klar, ob nur eine fanatisierte islamistische Minderheit in diesem Wahnsinn gefangen ist, oder ob diese Haltung doch weit verbreitet an zu treffen ist. So lange also die Araber dort nicht von dieser Haltung los kommen, werden sie immer wieder jeden gewährten Freiraum nutzen, ihre Anschläge zu verüben.

Man müßte also ein Mittel finden, diese Verkettung auf zu brechen und eine vernunftbetonte Sichtweise durchsetzen. Wie das gelingen könnte... ich weiß das auch nicht. Nur so ist aber auf Dauer die Anwesenheit zweier Völker auf einem Gebiet möglich. Dabei ist es gleichgültig, ob das zwei benachbarte Staaten sind oder alle in einem Herrschaftsgebiet leben. Ohne geglückte Umerziehung bleiben die Reibungsflächen, und von Zeit zu Zeit kracht es besonders heftig, siehe Gaza-Streifen.

Aus meiner Sicht kann ein Sinneswandel nur durch die Aussicht beider Völker auf ein künftiges Leben in Würde eingeleitet werden, das selbstverständlich Gewaltverzicht und eine längere Bewährungszeit ohne jede organisierte Gewalttat voraussetzt. Wie man sich dieses künftige Leben in Würde praktisch vorstellen sollte, das muß als Ziel dieser Umerziehung verfügbar sein. Ohne eine solche Aussicht wird die Wahrscheinlichkeit für einen Erfolg der Umerziehung sehr gering bleiben.

Wie lange diese systematische Umerziehung dauern wird? Hoffentlich nicht weitere 70 Jahre!
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Re: Perspektive - Israel, Palästina und Nachbarn

Beitragvon H2O » Di 28. Mär 2017, 22:37

Liegestuhl hat geschrieben:(28 Mar 2017, 21:16)

Der Gefahr geht meiner Meinung nach nicht von der Regierungsform, sondern von den instabilen politischen Verhältnissen aus. Es gibt mindestens zwei verfeindete Parteien, die vor Gewalt als Mittel der politischen Auseinandersetzung nicht zurückschrecken. Ein eigenständiges Palästina würde innerhalb weniger Tage im Sumpf eines Bürgerkrieges versinken. Das nützt eventuell den Kräften, die in Palästina ihre Stellvertreter kämpfen lassen, jedoch nicht den Menschen im Land.


Mein Kenntnisstand ist folgender: Hamas hat sich im Gaza-Streifen duchgesetzt und die Funktionäre und bekennende Anhänger der Fatah ermordet. Im Westjordanland hat sich die Fatah gehalten. Vermutlich gibt es dort keine Hamas-Funktionäre oder bekennende Hamas-Anhänger. Demzufolge gäbe es einen Kampf um die Herrschaft über die Menschen mit zahllosen Todesopfern, wenn man die "Palästinensergebiete" vereinigte. Vielleicht nicht ganz passend, aber wohl ähnlich:
Der Kampf zweier Verbrecherbanden um ein "Wirtschaftsgebiet".
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Re: Perspektive - Israel, Palästina und Nachbarn

Beitragvon Vongole » Mi 29. Mär 2017, 00:18

Liegestuhl hat geschrieben:(28 Mar 2017, 21:16)

Der Gefahr geht meiner Meinung nach nicht von der Regierungsform, sondern von den instabilen politischen Verhältnissen aus. Es gibt mindestens zwei verfeindete Parteien, die vor Gewalt als Mittel der politischen Auseinandersetzung nicht zurückschrecken. Ein eigenständiges Palästina würde innerhalb weniger Tage im Sumpf eines Bürgerkrieges versinken. Das nützt eventuell den Kräften, die in Palästina ihre Stellvertreter kämpfen lassen, jedoch nicht den Menschen im Land.


Bitte korrigiere mich, wenn ich mich irre, schließlich erfahre ich nur von isr. Medien bzw. Blogs aus der Region - auch aus denen der Siedlerbewegung, der ich sehr ambivalent gegenüber stehe - etwas über die reale Situation, und natürlich von Freunden.
Ich habe das Gefühl, wohlgemerkt nur das Gefühl, dass sich die Fronten immer mehr verhärten.
Meine Meinung zu der pal. Seite dürftest du gelesen haben, ich halte Hamas, Fatah und Hisbollah für die wahren Feinde des pal. Volkes, weil sie es ausbeuten und benutzen, um ihre Machtansprüche durchzusetzen.
Aber auch Lieberman, der sich bemüht, Öl ins Feuer des Konflikts zu gießen.
Es würde mich wirklich ernsthaft interessieren, wie du, die da offensichtlich lebt, die Zukunftsaussichten siehst, angesichts einer immer größeren, leider europäischen Gemeinde, die gerrne bereit ist, Israel zu verdammen.
Wenn du das hier im Forum nicht öffentlich machen willst, habe ich dafür völliges Verständnis, bin auch aus anderen Foren, und nicht nur da, ein ziemlich gebranntes Kind.
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Re: Perspektive - Israel, Palästina und Nachbarn

Beitragvon elmore » Mi 29. Mär 2017, 01:04

H2O hat geschrieben:(28 Mar 2017, 23:37)

...Vermutlich gibt es dort keine Hamas-Funktionäre oder bekennende Hamas-Anhänger. ...


Wir ich schon weiter vorne sagte, gibt der sehr interessante Artikel, den vongole verlinkte, Aufschluß
und tiefere, fehlende Einsicht über die dortige Realität. Aber man muss dann halt auch bereit sein, genau zu lesen.

Zitat aus dem Artikel:

"Die Proteste in Ramallah, der De-facto-Hauptstadt der Palästinenser, sind nur ein weiteres Zeichen für die wachsende Unzufriedenheit der Palästinenser mit Abbas und seinem autokratischen Regime. Die Palästinenser sind besonders erzürnt über die Sicherheitskooperation der Palästinensischen Autonomiebehörde mit Israel, die vor allem darauf abzielt, Terrorismus zu bekämpfen und die Hamas davon abzuhalten, die Kontrolle über das Westjordanland zu übernehmen.

Doch dies war bei Weitem nicht nur eine einfache Demonstration gegen Abbas und seine Sicherheitskräfte. Es war auch ein Schlachtruf dafür, die bewaffnete Auseinandersetzung mit Israel mit zusätzlichem Nachdruck fortzusetzen.

"Nein zum Frieden und zu all dem Unsinn, wir wollen Munition und Raketen", skandierten einige der Demonstranten. Diese Aufrufe für einen bewaffneten Kampf gegen Israel kamen insbesondere aus den Strassen Ramallahs und nicht aus dem von der Hamas kontrollierten Gazastreifen.

Würden heute Präsidentschaftswahlen im Westjordanland und im Gazastreifen abgehalten werden, erhielte der Anführer der Hamas, Ismail Haniyeh, der Umfrage zufolge die gleiche Stimmzahl wie Abbas.
----------------------
Zitatende





Mögen die Zitate aus dem Artikel ihre Vermutungen und ihren Kenntnisstand der dortigen Verhältnisse bereichern.
Und vielleicht auch die tiefere und genauere Einsicht, die dieser Autor - im Gegensatz zu Ihnen oder zu mir
als Ortsfremde - hat, erweitern.

Da Sie ja so nachdrücklich auf ihrer Lösung bestehen= so eine Art Resozialisation durch vorgelebte
oder möglich gemachte ***"Umerziehung" ins Werk zu stellen, um der Palästinensischen Bevölkerung
die Segnungen von Frieden, Freiheit und wirtschaftlich gegenseitig befruchtenden Lebensumständen nahe zu bringen.

(ich hoffe, Sie stört es nicht, wenn mich dieser Ausdruck ***"Umerziehung" stört, sobald ich diesen lese oder höre.
Es ist auch nichts Persönliches gegen Sie. Glauben Sie mir).

Also bitte, erläutern Sie kurz Ihr Modell. Wie soll man an die Palästinensische Bevölkerung, die ja im Alterschnitt
sehr jung ist und ganz besonders an die kleinen Kinder herankommen, die ja schon im Vorschulalter verhetzt und
verblendet werden und mit Hass gegen Israel und die Juden geimpft werden.

Dazu müssten Sie innerhalb der real existierende Bedingungen ersteinmal die ordnungspolitischen Voraussetzungen
haben… Und diese werden nunmal von der dort herrschenden Fatah unter Abbas bestimmt oder in Gaza
von der Hamas.

Ich glaube kaum, dass diese beiden Gruppen unabhängige oder neutrale Lehrer oder Lehrerinnen
oder Lehrende generell in signifkantem=wirksamen Umfang zulassen würden… oder was auch immer diesem Zweck der Schaffung einer anderen Sicht
von aussen dienen könnte, um ein Umdenken und Erkennen zu erreichen.

All ihre Ansätze scheitern leider an der Realität. Und die heisst, dass in der Westbank vereinbarungsgemäß auch die dortige Autonomiebhörde/PLO/Fatah
das sagen hat und nicht Israel oder der Westen. Und für Gaza - unter der Diktatur der Hamas - gilt das noch mehr.
Sie müssen auch an die Leute rankommen dürfen. Was glauben Sie, passiert mit Leuten, die offen Opposition gegen
Hamas oder Abbas wagen. Dagegen dürften die fast schon totalitären Presseverfolgungen und Bedrohungen
der türkischen Gegenöffentlichkeit noch ein laues Lüftchen sein…

Und solange das so ist, oder wie der von vongole verlinkte Artikel das SEHR eindrücklich beschreibt,
die Palästinenser mehrheitlich - egal ob durch radikale Terrorableger der Fatah oder durch
Hamas-Terrorgruppen - lieber einen Israeli erschießen wollen, als mit ihm in Frieden und
Anerkenntnis seines Lebensrechts leben zu wollen, wird es keine Lösung geben. Wie gut gemeint
die Ansätze auch sein mögen. Aber man sollte auch der Realität ins Auge sehen. Und die ist
leider anders.

Der Ansatz, sowohl Fatah/PLO als auch Hamas finanziell auszutrocknen, falls nicht endlich ernsthaft
verhandelt wird, wäre für mich aktuell der einzig wirksame Lösungsweg. Auch mit Abwurf oder
Verteilung von Flugblättern oder gezielter Internet/Handy/Smartphone-Information, weshalb
die Geldgeber im Falle der Weigerung die finanziellen Grundlagen einstellen werden.
Damit könnten beide Regierungen (PLO und Hamas) nicht mehr leisten und die
Bevölkerung weiter verarschen mit Minimalstandards und alles andere auf die bösen Juden
und den Satan Westen schieben.

Da ich aber schon sagte, dies würde eine Einigung Iran vs. Saudi-Arabien/Golfstaaten
an erster Stelle bedeuten. Und dass das nicht passieren wird, ist ebenfalls so sicher
wie die Verwahrung der deutschen Goldreserven in Fort Knox. :D

Der Schlüssel zu einer Lösung liegt, und das wird oft zu wenig beachtet,
leider auch in der unheilvollen und unversöhnlichen Feindschaft von
Sunniten und Schiiten. Und dem jeweiligen Alleinwahrheitsanspruch ihrer religiösen
Sichtweisen. Missbraucht als politisches Instrument der eigenen Machterhaltung
und auch der Erlangung der Macht über andere. Zumindest im Nahen und Mittleren Osten.

So, nun überlasse ich Ihnen entgültig die Verhandlungen als Moderator von "Camp David". :D
Viel Erfolg. Den wünsche Ihnen sehr. Nicht so sehr für Sie, aber auch.
Vor allem aber für Israel und Palästina.
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Re: Perspektive - Israel, Palästina und Nachbarn

Beitragvon bennyh » Do 30. Mär 2017, 11:40

Vongole hat geschrieben:(28 Mar 2017, 00:16)
Bereits heute streckt Israel den Palästinensern die Hand entgegen, mit Krankenhausversorung und sogar Stipendien für für pal. Studenten z.B.
Was sollte das Land denn sonst noch tun, Ihrer Meinung nach?

Ein sinnvoller Schritt wäre, davon abzusehen, die Siedlungen im Westjordanland weiter auszubauen.
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Re: Perspektive - Israel, Palästina und Nachbarn

Beitragvon Ger9374 » Fr 31. Mär 2017, 16:58

Was wird Israel tun wenn die Hamas als alleinvertreter der Palästinenser antritt?
Fatah nur noch zur Rolle eines Beobachters
degradiert. Da tun sich Abgründe auf.
Wie Userin Bleibtreu so schön schrieb.
MACHT IHR EUCH WEITER EURE GEDANKEN,
wir müssen damit hier LEBEN!

Da steckt viel Weisheit für einen Jungen Menschen drin!!
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Re: Perspektive - Israel, Palästina und Nachbarn

Beitragvon Gutmensch1 » Di 16. Mai 2017, 23:59

bennyh hat geschrieben:(30 Mar 2017, 12:40)

Ein sinnvoller Schritt wäre, davon abzusehen, die Siedlungen im Westjordanland weiter auszubauen.



Nein, viel sinnvoller wäre es, wenn die Palästinenser bereit wären einen palästinensischen Staat in Frieden neben Israel zu gründen. Solange sie das nicht wollen, ist das Bauen von Siedlungen als eventuell künftige Verhandlungsmasse aus Sicht Israels nicht verkehrt. Das Land kann ja genutzt werden, wenn keiner darauf wohnt.
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Re: Perspektive - Israel, Palästina und Nachbarn

Beitragvon bennyh » Mi 17. Mai 2017, 10:54

Gutmensch1 hat geschrieben:(17 May 2017, 00:59)
Nein, viel sinnvoller wäre es, wenn die Palästinenser bereit wären einen palästinensischen Staat in Frieden neben Israel zu gründen.

Die Aussage "Es gibt etwas, das sinnvoller ist als X" bedeutet ja nicht "X ist nicht sinnvoll". (X = keine weiteren Siedlungen ausbauen).
Gutmensch1 hat geschrieben:(17 May 2017, 00:59)
Solange sie das nicht wollen, ist das Bauen von Siedlungen als eventuell künftige Verhandlungsmasse aus Sicht Israels nicht verkehrt. Das Land kann ja genutzt werden, wenn keiner darauf wohnt.

Ich würde gerne 2 Folgefragen stellen:
1. Was passiert nach dieser Logik mit dem Land, das für Siedlungen genutzt wird, falls und wenn die Palästinenser bereit sind einen palästinensischen Staat in Frieden neben Israel zu gründen? Werden die Siedlungen
a) demontiert und das Land an die Palästinenser übergeben
b) zu dem Palästinenserstaat hinzugefügt und die israelischen Siedler in besagten Palästinenserstaat eingebürgert
c) zu dem Staat Israel hinzugefügt
?
Falls die Antwort c lautet, würden Sie mir zustimmen, dass mit jeder Siedlung die Chance, die Prämisse dieser Überlegung (dass die Palästinenser bereit sind einen palästinensischen Staat in Frieden neben Israel zu gründen) unwahrscheinlicher wird? Wenn ja, sehen Sie dann nicht, dass, angenommen die Gründung eines palästinensischen Staates in Frieden neben Israel sei das Ziel, weiterer Siedlungsbau diesem Ziel hinderlich und nicht zuträglich ist?

2. Warum wohnt Ihrer Meinung nach keiner auf dem Land, das für weiteren Siedlungsbau verwendet wird? Können Sie sich vorstellen, dass dies etwas damit zu tun hat, dass von der Besatzungsmacht keine Baugenehmigungen ausgestellt werden, damit auch weiterhin niemand darauf wohnt?
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Re: Perspektive - Israel, Palästina und Nachbarn

Beitragvon Liegestuhl » Mi 17. Mai 2017, 11:15

bennyh hat geschrieben:(17 May 2017, 11:54)
Die Aussage "Es gibt etwas, das sinnvoller ist als X" bedeutet ja nicht "X ist nicht sinnvoll". (X = keine weiteren Siedlungen ausbauen).


Keine weiteren Siedlungen zu bauen, ist nicht die Lösung des Problems.

Israel liegt weiterhin auf vorgeblich muslimischen Boden.
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Re: Perspektive - Israel, Palästina und Nachbarn

Beitragvon bennyh » Mi 17. Mai 2017, 11:39

Liegestuhl hat geschrieben:(17 May 2017, 12:15)
Keine weiteren Siedlungen zu bauen, ist nicht die Lösung des Problems.

Ist es einer Lösung zuträglich oder abträglich, keine weiteren Siedlungen zu bauen?
Best of pn:
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Re: Perspektive - Israel, Palästina und Nachbarn

Beitragvon Liegestuhl » Mi 17. Mai 2017, 12:10

bennyh hat geschrieben:(17 May 2017, 12:39)

Ist es einer Lösung zuträglich oder abträglich, keine weiteren Siedlungen zu bauen?


Es ist irrelevant. Israel soll zerstört werden, weil es ein jüdischer Staat auf vorgeblich muslimischen Boden ist.

Ein Stopp des Siedlungsbaus hat auf diese feuchten Vernichtungswünsche den gleichen Einfluss wie der sprichwörtliche Sack Reis in China.

Daran wird sich nichts ändern, wenn sich nicht die gesamte Haltung zum Staat Israel geändert hat.
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Re: Perspektive - Israel, Palästina und Nachbarn

Beitragvon Senexx » Mi 17. Mai 2017, 14:55

Umgekehrt wird ein Schuh daraus: Die Fortsetzung des Siedlungsbaus stärkt den Vernichtungswillen und die Ablehnung. Das weiß Netanjahu. Und damit kalkuliert er. So kann er einen palästinensischen Staat auf Jahre verhindern und den Status Quo festschreiben.
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Re: Perspektive - Israel, Palästina und Nachbarn

Beitragvon Liegestuhl » Mi 17. Mai 2017, 15:23

Senexx hat geschrieben:(17 May 2017, 15:55)

Umgekehrt wird ein Schuh daraus: Die Fortsetzung des Siedlungsbaus stärkt den Vernichtungswillen und die Ablehnung. Das weiß Netanjahu. Und damit kalkuliert er. So kann er einen palästinensischen Staat auf Jahre verhindern und den Status Quo festschreiben.


Wenn die Palästinenser tatsächlich so leicht auszutricksen wären, haben sie auch keinen eigenen Staat verdient.

Ich glaube, dass es die Situation komplizierter ist.
Ein Hütchen mit Federn, die Armbrust über der Schulter, aber ein Jäger ist es nicht.

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