Perspektive - Israel, Palästina und Nachbarn

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Wird es in einigen Jahrzehnten Frieden in Israel, Palästina und den Nachbarn geben ?

ja, sie werden irgendwie eine Lösung finden
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28%
nein, das geht noch ewig so weiter
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Zunder
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Re: Perspektive - Israel, Palästina und Nachbarn

Beitragvon Zunder » So 12. Aug 2018, 23:00

Sole.survivor@web.de hat geschrieben:(12 Aug 2018, 23:50)

Die Band ist nicht kaputt. Einige Mitglieder machten durch undifferenzierte Aussagen über Muslime von sich reden.
Bei der Wiedereröffnung der angegriffenen Spielstätte waren einige Bandmitglieder nicht mehr willkommen.
https://www.sueddeutsche.de/panorama/wi ... -1.3247207

Das hat weniger mit BDS zu tun.

War wohl ein bißchen anders:

"Sie kamen an, ich warf sie raus - es gibt Dinge, die man nicht vergisst", sagte Frutos der französischen Presseagentur AFP. Die "Bataclan"-Leitung begründete den Rausschmiss mit den fragwürdigen Äußerungen des Sängers Jesse Hughes. Dieser hatte in einem Interview mit Fox Business Network gesagt, der Angriff auf das "Bataclan" sei von Sicherheitsleuten im Saal ausgelöst worden. Hughes will außerdem gesehen haben, wie Muslime während und nach der Anschläge auf den Straßen von Paris gefeiert hätten. Bandmanager Marc Pollack hingegen erklärte, es sei "falsch", dass die beiden Mitglieder der Rockband abgewiesen wurden. Sie hätten gar nicht versucht, den Konzertsaal zu betreten.
https://www.sueddeutsche.de/panorama/wi ... -1.3247207
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Vongole
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Re: Perspektive - Israel, Palästina und Nachbarn

Beitragvon Vongole » So 12. Aug 2018, 23:31

Sole.survivor@web.de hat geschrieben:(12 Aug 2018, 23:03)

Spürbar ist vorrangig die umfangreiche Bemühung, auf diesen Sturm im Wasserglas den Deckel zu kriegen. Vor allem in Deutschland ist das disproportional, der Historie wegen auch verständlich. Der stete Tropfen ist da vollkommen nutzlos. Mit Boykottaufrufen lässt sich Israels Wirtschaft nicht nennenswert von Privathaushalten in Europa aus treffen. Zudem ist der reale Rückhalt bei Konsumenten gering - wie schon bei diversen Fairtrade- und Kauf-keine-Kinderarbeit-Kampagnen, deren Effekt vorrangig Einbildung ist.


Auch andere Staaten haben schlechte Presse oder werden von Künstlern kritisiert. Da sollen Sportveranstaltungen boykottiert oder politisch erwünschte Konkurrenten bei Musikwettbewerben hochgejazzt werden. Widsitsch forderte "kauft nicht beim Russen". Mancher Politiker fordert, Gas aus Russland nicht mehr zu beziehen, um politisch das Land zu schwächen. Diverse Aktivisten fordern Türkeiboykott in Urlaub, Mode und Nahrungsmitteln.

Spezifisch sind die mit BDS verknüpften Forderungen. Es gibt keine Millionen, die nach Russland oder Deutschland zurückwollen und dort die Bevölkerungsmehrheit bilden könnten. Oder die die dortige Bevölkerung irgendwie bedrohen könnten.


Warum liegt dir eigentlich soviel daran, eine Bewegung, die zum Ziel hat, Israel und seine Bürger zu diffamieren, als bedeutungslos hinzustellen?
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Re: Perspektive - Israel, Palästina und Nachbarn

Beitragvon Zunder » So 12. Aug 2018, 23:42

Sole.survivor@web.de hat geschrieben:(13 Aug 2018, 00:06)

Nö, die sind auch aus anderen Festivals rausgeflogen. Scheint wohl ihre Profilierung zu sein, bissel Muslimhetze. Ein Zusamnenhang mit BDS ist bei den Ausladungen nicht zu sehen. Frankreich ist einfach ein Land mit vielen Muslimen.

Lesen ist wohl nicht so deine Stärke:
Die "Bataclan"-Leitung begründete den Rausschmiss mit den fragwürdigen Äußerungen des Sängers Jesse Hughes. Dieser hatte in einem Interview mit Fox Business Network gesagt, der Angriff auf das "Bataclan" sei von Sicherheitsleuten im Saal ausgelöst [...] Bandmanager Marc Pollack hingegen erklärte, es sei "falsch", dass die beiden Mitglieder der Rockband abgewiesen wurden. Sie hätten gar nicht versucht, den Konzertsaal zu betreten.

Daß bei den Ausladungen die BDS-Kampagne eine Rolle spielen würde, habe ich nicht behauptet. Ich behaupte, daß die wirtschaftlichen Folgen von BDS besten- oder schlimmstenfalls marginal sind. BDS ist eine antiisraelische Propaganda-Veranstaltung mit Roger Waters als ganz besonders eifrigem Hetzer.
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Re: Perspektive - Israel, Palästina und Nachbarn

Beitragvon imp » So 12. Aug 2018, 23:42

Vongole hat geschrieben:(13 Aug 2018, 00:31)

Warum liegt dir eigentlich soviel daran, eine Bewegung, die zum Ziel hat, Israel und seine Bürger zu diffamieren, als bedeutungslos hinzustellen?

Die Frage erscheint mir falsch gestellt. BDS ist erfolglos. Israels Wirtschaft wächst. Es ist vorrangig eine Feelgood-Geschichte für Leute, die irgendwie auf Israel nicht können und eine wunderbare Ausrede für alles, das einfach schiefgeht, weil überall auf der Welt nun mal Dinge auch schiefgehen können.

Wie erfolglos BDS ist, kann man hier nachlesen, wenn man den unlesbaren Kampagnensprech verträgt: https://www.ruhrbarone.de/bds-stotternd ... or/128260#
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Re: Perspektive - Israel, Palästina und Nachbarn

Beitragvon Vongole » So 12. Aug 2018, 23:49

Sole.survivor@web.de hat geschrieben:(13 Aug 2018, 00:42)

Die Frage erscheint mir falsch gestellt. BDS ist erfolglos. Israels Wirtschaft wächst. Es ist vorrangig eine Feelgood-Geschichte für Leute, die irgendwie auf Israel nicht können und eine wunderbare Ausrede für alles, das einfach schiefgeht, weil überall auf der Welt nun mal Dinge auch schiefgehen können.

Wie erfolglos BDS ist, kann man hier nachlesen, wenn man den unlesbaren Kampagnensprech verträgt: https://www.ruhrbarone.de/bds-stotternd ... or/128260#


Nö, die Frage ist schon richtig. Dass es der Bewegung nicht gelingen wird, Israel wirtschaftlich an den Karren zu fahren, ist klar.
Aber dass die Hetze und die Diffamierungen weltweit wirken, ist bekannt, und da ich dich nun wirklich nicht für doof halte, nehme ich an, das weißt du auch.
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Re: Perspektive - Israel, Palästina und Nachbarn

Beitragvon Zunder » So 12. Aug 2018, 23:52

Sole.survivor@web.de hat geschrieben:(13 Aug 2018, 00:42)

Die Frage erscheint mir falsch gestellt. BDS ist erfolglos. Israels Wirtschaft wächst. Es ist vorrangig eine Feelgood-Geschichte für Leute, die irgendwie auf Israel nicht können und eine wunderbare Ausrede für alles, das einfach schiefgeht, weil überall auf der Welt nun mal Dinge auch schiefgehen können.

Wie erfolglos BDS ist, kann man hier nachlesen, wenn man den unlesbaren Kampagnensprech verträgt: https://www.ruhrbarone.de/bds-stotternd ... or/128260#

Die wirtschaftliche Erfolglosigkeit der BDS-Kampagne bedeutet nicht, daß die Hetze nicht verfängt.
Das ist alles andere als harmlos.
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Re: Perspektive - Israel, Palästina und Nachbarn

Beitragvon imp » Mo 13. Aug 2018, 00:46

Vongole hat geschrieben:(13 Aug 2018, 00:49)

Nö, die Frage ist schon richtig. Dass es der Bewegung nicht gelingen wird, Israel wirtschaftlich an den Karren zu fahren, ist klar.
Aber dass die Hetze und die Diffamierungen weltweit wirken, ist bekannt, und da ich dich nun wirklich nicht für doof halte, nehme ich an, das weißt du auch.

Natürlich haben diese Aufrufe eine Wirkung. Eine der Wirkungen ist ein in meinen Augen ganz übertriebenes Zuschreiben vieler gegen Israel gerichteten Haltungen, vieler nicht Zustande gekommener Verträge, Kooperationen, Auftritte zu BDS. Das ist im Einzelnen schwer nachzuweisen, aber auch geistig bequem. Umgekehrt ergibt sich eine regelrechte Suche nach möglichen BDS-Parteigängern, um ihre Teilnahme hier oder da zu kritisieren. Da wird bisweilen das Kind mit dem Bade ausgeschüttet. Nicht nur, dass manche Entscheidung falsch und falsch begründet wirkt, Beispiel https://www.sueddeutsche.de/kultur/kult ... 055253!amp - diese immense Reaktion auf die Kampagne und ihre vermeintlichen Anhänger lässt auch unsere Streitkultur nicht gut aussehen. Wir wären besser beraten, uns da kein Fantom aufzublasen sondern antisemitischen Aussagen im Einzelnen entgegenzutreten, wo und wenn sie passieren. Ich möchte auf einem Podium zu Flucht und Vertreibung in der Welt etwa angesehene Experten ohne Rücksicht auf ihre politische Einordnung hören. Wenn sie dann meinen, über eine historische Situation in Israel sprechen zu müssen, sollen sie das dürfen. Wenn sie unwahre, hetzerische oder andere problematische Aussagen machen, sollen sie Widerspruch erfahren. Ich erlebe momentan leider vermehrt Interventionen, diesen oder jenen auszuladen, diesen oder jenen Entscheider einzukassieren, wenn er nicht wie bestellt handelt. Das ist eher ungünstig. Wenn man Menschen überzeugen will, die leichtgläubig den Darstellungen der BDS-Kampagne folgen, ist das wohl das falsche Instrument.

https://www.zitty.de/gehoeren-bds-fans- ... reloaded=1
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Re: Perspektive - Israel, Palästina und Nachbarn

Beitragvon Eulenwoelfchen » Mo 13. Aug 2018, 05:43

Sole.survivor@web.de hat geschrieben:(13 Aug 2018, 00:42)

Die Frage erscheint mir falsch gestellt. BDS ist erfolglos. Israels Wirtschaft wächst. Es ist vorrangig eine Feelgood-Geschichte für Leute, die irgendwie auf Israel nicht können und eine wunderbare Ausrede für alles, das einfach schiefgeht, weil überall auf der Welt nun mal Dinge auch schiefgehen können.

Eine wirklich nette (loreyschmorey?) Beschreibung von Antisemitismus. Und wie harmlos und vernachlässigbar die Auswirkungen im Hinterstübchen sind...

Speziell in der Meinungsbildung, Meinungsverfestigung und dem Weitertragen von antisemitischen (alten, neuen und verdeckt codierten) DDD-Stereotypen in die nächste Generation. Besonders bei jenen jungen Menschen, die mitten in der Pubertät, der Meinungsbildung sind. Die dann ab - oder spätestens - bis Mitte 20 in ihren grundlegenden Meinungseckpfeilern festgelegt ist. Es muss ja nicht immer der geliebte Opa oder die liebe, immer noch RAF-und linksaffine alt-68-er Arafat-Solidaritätsheherazade Tante Silke sein, die mit ihren "romantisierenden" Ex-Groupie-Erinnerungen an den guten Onkel Kunzelmann & Co. generationsübertragenen, ewigen Antisemitismus, transformiert als "Stau" gegen das neue Tätervolk der Nachkriegsjuden und Erdogan-Netanjahus in Isreal" auf die offenporige Haut der heissgeliebten Ablegerchen ihrer Brüder und Schwestern altersweise schmiert und dabei natürlich ihre Solidaritätsnote für das unterdrückte, mit Judenketten eingekerkerte palästinensische Volk in seinem aufrichtigen Freiheitskampf nicht vergißt. "Wer ist das gleich wieder, Tante Silke?" -"Tja, leider, dieser zweite Weltkrieg, weisst du, mein liebes Herzenssternchen, brachte leider das neue Tätervolk der Juden und ihren naziähnlichen Apartheidsstaat Israel hervor", zusammen mit den imperialistischen Amerikanern.

Nota:
Nicht nur die Formen und die Codierung von Antisemtismus und seiner Verbreitung können sich ändern und tun das auch, sondern auch das Feld der Verbreitungsmöglichkeiten und -strukturen ändert sich. Weg vom ehemals hauptursächlich prägenden und beeinflussenden inner circle des persönlichen Angehörigen-, Freundes und Bekanntenkreises hin zum erweiterten und vernetzten "social" networking der digitalen Jetztzeit mit enorm breitflächiger, (oft scheinobjektiver) Wirkungsmöglichkeit.

So wie ehedem bei der Gülleausbringung: Das gemütliche Jauchefaß, für das noch der hauseigene 25 PS - Taktor genügte, um einen 2-m breiten Jaucheschwall in den Wiesen- oder Ackergrund zu schütten, wird heute von sich unübersehbar breit machenden Jauchetrucks der 38-to Klasse übernommen. Deren Spraywirkung zwar feinst "verstäubend", dafür "kilometerbreit" zu nennen ist. Ziel und Grund indes sind und waren immer gleich, egal ob heutige, verquirlte Gülle oder damalige, reine Jauche: Gezielt Scheisse in die Botanik auszubringen.

Für mich gehört BDS in die 38-to Düngerklasse (Monsanto-Gefahrgutkategorie). Für Sie offenbar zu den harmlosen Guanodüngern für Kleingartenanlagen. Die deshalb nur sehr eng begrenzt und vernachlässigbar wirken. Wie eben bei den paar Schrebergartenfreunden und -innen von BDS zum Beispiel. Die dann vereinzelt mal erwähnen, dass Täterdackel Goliath ständig mit seinen jesuslatschengroßen Terrorpfoten Alis karges Kräutereck "little Gaza" umpflügt und dann auch noch bei Onkel Mahmoud an alle vier!! Beine der Gartenbank pinkelt. Als wäre er da zuhause. Über das gedungene Raubtier, diesen Kater Davidf, der immer dem Meerschweinchen "Kemal" von Klein-Aishe nachstellt oder stundenlang seine Krallen vor dem Käfig von Papageidame "…it's allright" schärft, muss man daher auch - nur gelegentlich - sprechen dürfen, nicht wahr.
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Zusammengefasst kann man also sagen: Der Boykottaufruf "Kauft nicht bei Juden" ist ziemlich harmlos, ungefähr 0,1 eins auf der 24-stufigen Haudenlukas-Freiheitskampfskala gegen Israel. Also fast schon am neutralen Nullpunkt. Wie uns Experte Sole.survivor haarscharf erklärte.
Wir wissen jetzt, auch weshalb
a) Weil ohnehin so gut wie niemand bei Juden kauft
und
b) wenn doch, sind das nur spezielle Einzelfälle (meistens sog. Konzerne und Großkapitalisten aus dem high-tech und Rüstungsbereich)

Ja dann, gute Nacht allseits!
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Julian
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Re: Perspektive - Israel, Palästina und Nachbarn

Beitragvon Julian » Mo 13. Aug 2018, 06:47

Eulenwoelfchen hat geschrieben:(13 Aug 2018, 06:43)

Für mich gehört BDS in die 38-to Düngerklasse (Monsanto-Gefahrgutkategorie). [...]
---------------------------------
Zusammengefasst kann man also sagen: Der Boykottaufruf "Kauft nicht bei Juden" ist ziemlich harmlos, ungefähr 0,1 eins auf der 24-stufigen Haudenlukas-Freiheitskampfskala gegen Israel. Also fast schon am neutralen Nullpunkt. Wie uns Experte Sole.survivor haarscharf erklärte.
Wir wissen jetzt, auch weshalb
a) Weil ohnehin so gut wie niemand bei Juden kauft
und
b) wenn doch, sind das nur spezielle Einzelfälle (meistens sog. Konzerne und Großkapitalisten aus dem high-tech und Rüstungsbereich)

Ja dann, gute Nacht allseits!


Ich bin ganz klar gegen BDS. Ob man BDS als antisemitisch einordnet, ist jedoch eine andere Frage. Ich habe mich damit noch nicht ausreichend beschäftigt, um mir ein Urteil zu bilden.

Ruft denn BDS zum Boykott von Juden auf, also etwa von Geschäften in Deutschland, deren Eigentümer jüdisch ist - wie das hier suggeriert wird? Oder geht es nur um den Boykott von Israel, und die Suggestion hier dient anderen Zwecken?

Stellt die europäische Pflicht zur Kennzeichnung von Produkten aus den besetzten Gebieten auch eine Art von Diskriminierung dar? Wird sie auch als antisemitisch eingeordnet? Ich gehe fast davon aus:

In a stinging rebuke to Israel, the European Union insisted on Wednesday that some goods produced on land seized in the 1967 war must be labeled “made in settlements,” a mandate that added to Israel’s deep unease over a growing international boycott.
[...]
Israeli politicians aligned with Mr. Netanyahu and those very much opposed to him seemed to be competing in their condemnations on Wednesday.

Yair Lapid, head of the centrist Yesh Atid party, said the move “discriminates against Israel and encourages terror.”

Avigdor Lieberman, the ultranationalist former foreign minister, wrote in a post on Facebook: “Each time Europe marks Jews is a sign that anti-Semitism, insanity and hypocrisy have taken over and will lead to disaster for the entire free world.” Michael B. Oren, a lawmaker in Mr. Netanyahu’s coalition and former Israeli ambassador to Washington, included with his denunciation a Nazi-era photo of a storefront painted with “Jude,” the German word for Jew, and a Star of David.

For Vered Ben-Sadon, it was personal. She is co-owner of the Tura Winery in the West Bank settlement of Rechalim, which exports 40 percent of its 56,000 bottles annually with labels that say “wine from the Land of Israel.” She is also the granddaughter of a Holocaust survivor.

In the past Jews were marked with a yellow patch, and today they are looking to mark our products,” Ms. Ben-Sadon, 38, said on Israel Radio. “Europe, rather than atoning for what it did 70 years ago, is repeating the same ideas.”

https://www.nytimes.com/2015/11/12/worl ... ments.html

Ich würde mir eine weniger emotionale, mehr faktenbasierte Diskussion wünschen, die die Einbeziehung der Sichtweisen beider Seiten mit einbezieht, ohne dies gleich als Antisemitismus zu verurteilen.
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Re: Perspektive - Israel, Palästina und Nachbarn

Beitragvon Moses » Mo 13. Aug 2018, 06:59

hier war ein bisschen viel Spam aufgelaufen, der wurde jetzt entfern.

Bleibt doch bitte beim Thema und für diejenigen die immer noch nicht verstehen was zum Thema gehört, Diskussionen über Moderationsarbeit - ob heute oder in der Vergangenheit - gehören nicht in diesen Strang
In diesem Zusammenhang auch die Bitte an Moderatoren und Vorstände, beteiligt Euch doch bitte nicht an solchen Diskussionen im Sachstrang, das macht nur Arbeit - danke

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Re: Perspektive - Israel, Palästina und Nachbarn

Beitragvon Julian » Mo 13. Aug 2018, 07:01

Ammianus hat geschrieben:(10 Aug 2018, 16:29)

Was geschieht in Israel mit einem muslimischen Araber, der mit einer Jüdin einvernehmlichen Geschlechtsverkehr hat?

Nachtrag:

"muslimischen" zur Präzisierung und Vorbeugung gegen eventuelle Tricksereien hinzugefügt, Ammianus


Da kenne ich die israelische/ arabische Gesellschaft zu schlecht, um dies beurteilen zu können.

Interessant finde ich aber, dass es keine Zivilehe in Israel gibt, und dass folglich Juden, Muslime und Christen nur untereinander heiraten können. Wenn sie jemanden einer anderen Konfession heiraten möchten, so muss einer der beiden erst zum anderen Glauben konvertieren. Auch werden viele eingewanderte Juden aus Russland vom Oberrabbinat aufgrund des fehlenden Nachweises der matrilinearen jüdischen Herkunft nicht als Juden anerkannt und können also zunächst gar niemanden heiraten, weil sie ja weder jüdisch, muslimisch noch christlich sind.

Diese Besonderheit ärgert viele säkulare Israelis. Nicht zuletzt stellt sie Israel eher auf eine Linie mit seinen rückständigen arabischen Staaten als auf die der europäischen Staaten, die Aufklärung, Französische Revolution und im Rahmen der napoleonischen Umwälzung eine Modernisierung durchlaufen haben.
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Re: Perspektive - Israel, Palästina und Nachbarn

Beitragvon imp » Mo 13. Aug 2018, 07:08

Zunder hat geschrieben:(13 Aug 2018, 00:52)

Die wirtschaftliche Erfolglosigkeit der BDS-Kampagne bedeutet nicht, daß die Hetze nicht verfängt.
Das ist alles andere als harmlos.

Das stimmt, Hetze verfängt bei einigen. Das ist schlecht, wenn man eine seriöse Diskussion führen und überzeugen möchte. Verhetzte Teilnehmer passen da nicht hin, entziehen sich einer Diskussion ihrer Standpunkte vielleicht sogar - da merkt man dann nur etwaige Aktionen der gehetzten Personen, etwa Sachbeschädigungen oder Hafenblockaden zulasten israelischer Lieferungen.
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Re: Perspektive - Israel, Palästina und Nachbarn

Beitragvon Michonne » Mo 13. Aug 2018, 08:28

Ammianus hat geschrieben:(10 Aug 2018, 16:29)

Was geschieht in Israel mit einem muslimischen Araber, der mit einer Jüdin einvernehmlichen Geschlechtsverkehr hat?


Ja, was denn wohl ? Nichts. Komische Frage. Ich gibt jede Menge jüdisch-muslimische Paare. Sie können nur in Israel nicht heiraten, dass geht nur innerhalb der Religionsgruppe.

Allerdings können sie nach Zypern fahren und dort standesamtlich heiraten, das machen viele, und wird dann auch in Israel anerkannt. Die Standesämter in Zypern leben ausschließlich von dieser Klientel (Zyprioten heiraten i.d.R. kirchlich). Man muß also keineswegs konvertieren, wie behauptet wurde.

Ähnliche Regelungen gibt es im Libanon, auch Libanesen heiraten in Zypern, wenn sie verschiedenen Religionen angehören.

Das es in Israel selbst keine Zivilehe gibt, ist natürlich bedauerlich, und arg antiquiert.
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Re: Perspektive - Israel, Palästina und Nachbarn

Beitragvon Michonne » Mo 13. Aug 2018, 08:57

Sole.survivor@web.de hat geschrieben:(13 Aug 2018, 08:08)

Das stimmt, Hetze verfängt bei einigen. Das ist schlecht, wenn man eine seriöse Diskussion führen und überzeugen möchte.


Nicht nur bei einigen, sondern bei sehr vielen. Im Privatleben vermeide ich Israeldiskussionen, weil sie schlichtweg nicht möglich sind. Jeder ist ein "Experte", auch, wenn er sein Wissen nur aus der Tageschau bezieht, und nullkommanull HIntergrund zur Historie etc pp hat. Da wird auch nicht zugehört, und DANN von mir aus dagegen argumentiert. Nein, es wird reflexartig und lautstark gegen gehalten, mit dümmlichen Nachgeplappere antiisraelischer Behauptungen pro-palästinensischer Gruppierungen.

Es ist für viele ein Urbedürfnis, Israel als einzig Schuldigen darzustellen, und dem Land das Existenzrecht abzusprechen, auch wenn man das ja angeblich "gar nicht meint".

Wie heißt es so treffend: "Viele Deutsche werden den Juden den Holocaust nie verzeihen." :mad: Das kommt mir bei solchen "Diskussionen" immer wieder in den Sinn.
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Re: Perspektive - Israel, Palästina und Nachbarn

Beitragvon DarkLightbringer » Mo 13. Aug 2018, 09:11

Die israelische Regierung ruft die Europäer dazu auf, sich dem Weg zur Eindämmung der iranischen Aggression anzuschließen.
Das ist doch mal ein Ansatz.
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[Humphrey Bogart als Rick Blaine in >Casablanca<, 1942]
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Re: Perspektive - Israel, Palästina und Nachbarn

Beitragvon Julian » Mo 13. Aug 2018, 09:11

Michonne hat geschrieben:(13 Aug 2018, 09:28)

Man muß also keineswegs konvertieren, wie behauptet wurde.


Selbstverständlich muss man konvertieren; wir reden hier ja von Israel. Dass es in anderen Ländern die Zivilehe gibt und diese in Israel anerkannt werden kann, hat damit nichts zu tun.
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Re: Perspektive - Israel, Palästina und Nachbarn

Beitragvon Michonne » Mo 13. Aug 2018, 09:29

Julian hat geschrieben:(13 Aug 2018, 10:11)

Selbstverständlich muss man konvertieren; wir reden hier ja von Israel. Dass es in anderen Ländern die Zivilehe gibt und diese in Israel anerkannt werden kann, hat damit nichts zu tun.


Und wenn man nicht konvertieren will, schließt man die Ehe halt anderswo. Wie ich bereits schrieb.
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Re: Perspektive - Israel, Palästina und Nachbarn

Beitragvon Julian » Mo 13. Aug 2018, 09:33

Michonne hat geschrieben:(13 Aug 2018, 10:29)

Und wenn man nicht konvertieren will, schließt man die Ehe halt anderswo. Wie ich bereits schrieb.


Was nichts an der archaischen Gesetzgebung in Israel, die Religion und Herkunft statt ein aufgeklärtes Menschenbild in den Mittelpunkt stellt, ändert. Das beklagen auch zahlreiche Israelis vollkommen zurecht.
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Re: Perspektive - Israel, Palästina und Nachbarn

Beitragvon Eulenwoelfchen » Mo 13. Aug 2018, 09:35

Es gibt einen eigenen Strang zu diesem Thema. Deshalb antworte ich dem User Julian dort.
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Re: Perspektive - Israel, Palästina und Nachbarn

Beitragvon Ammianus » Mo 13. Aug 2018, 09:42

Julian hat geschrieben:(13 Aug 2018, 08:01)

Da kenne ich die israelische/ arabische Gesellschaft zu schlecht, um dies beurteilen zu können.

Interessant finde ich aber, dass es keine Zivilehe in Israel gibt, und dass folglich Juden, Muslime und Christen nur untereinander heiraten können. Wenn sie jemanden einer anderen Konfession heiraten möchten, so muss einer der beiden erst zum anderen Glauben konvertieren. Auch werden viele eingewanderte Juden aus Russland vom Oberrabbinat aufgrund des fehlenden Nachweises der matrilinearen jüdischen Herkunft nicht als Juden anerkannt und können also zunächst gar niemanden heiraten, weil sie ja weder jüdisch, muslimisch noch christlich sind.

Diese Besonderheit ärgert viele säkulare Israelis. Nicht zuletzt stellt sie Israel eher auf eine Linie mit seinen rückständigen arabischen Staaten als auf die der europäischen Staaten, die Aufklärung, Französische Revolution und im Rahmen der napoleonischen Umwälzung eine Modernisierung durchlaufen haben.


Es gibt eine sehr einfache Lösung des Problems, die z.B. für Zypern sicher ziemlich lukrativ ist. Nach dem verlinkten Artikel heiraten gut 20 000 Israelis jedes Jahr im Ausland. Trotzdem ist dies allerdings ein Zustand, der mich, gäbe es ihn hier, in Rage bringen würde.
Eben auch eins der Probleme, wenn Staat und Religion nicht wirklich getrennt sind.

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