Wie unterscheidet man Antisemitismus/Antizionismus von Israelkritik?

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Moses
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Re: Wie unterscheidet man Antisemitismus/Antizionismus von Israelkritik?

Beitragvon Moses » Do 6. Jul 2017, 22:05

Skull hat geschrieben:(03 Jul 2017, 16:42)

Strang ersteinmal wegen inflationären Meldungen geschlossen.
Der Moderator wird entscheiden, wie es hier weitergeht.


Aufgeräumt -
ist es wirklich so schwierig beim Thema zu bleiben?

Moses
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Der Herr gebe mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich nicht hinnehmen kann, und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.
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oga
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Re: Wie unterscheidet man Antisemitismus/Antizionismus von Israelkritik?

Beitragvon oga » Do 6. Jul 2017, 22:16

Moses hat geschrieben:(06 Jul 2017, 23:05)

ist es wirklich so schwierig beim Thema zu bleiben?
Sieht so aus. :)

Es ist vor Allem deswegen so schwierig, weil sich Antisemitismus gelegentlich hinter Israelkritik versteckt.
Und weil andererseits Möchtegern Gutmenschen hinter jeder Israelkritik Antisemitismus wittern.
Da gleitet die Diskussion leicht ins persönliche ab. :D
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Brainiac
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Re: Wie unterscheidet man Antisemitismus/Antizionismus von Israelkritik?

Beitragvon Brainiac » Sa 8. Jul 2017, 09:45

Hier bin ich noch eine Antwort schuldig.

elmore hat geschrieben:(03 Jul 2017, 15:58)

"Erbarme dich unser" ist mir besonders im Kontext einer gewissen Religion geläufig, aber
mir persönlich eher zuwider. Beachtenswert genug, um darauf näher einzugehen, beschreibt's besser. ;)

Nun, du hattest von meiner "Not" gesprochen. ;) Das war aber sicher nur eine Floskel.


Deine Frage drängt mir unwillkürlich eine eigene auf? = Wozu soll es gut sein und wofür dienen? Die von dir angesprochene "einzelne Aussage" kontext- bzw. entpersonifiziert,
sozusagen isoliert zu betrachten, wie das Ende einer Stromader, die in der Lüsterklemme steckt?

Etwa, dass dann eine einzelne Aussage wie die von AM Gabriel als damals noch SPD-Vorsitzender bei seinem Besuch in Hebron 2012 "Israel sei ein Apartheidsstaat"
nicht als antisemitisch bezeichnet werden könne, sondern allenfalls als rassistisch? Realitätsblind oder was auch immer…? Aber insbesonders, selbst wenn man diese Aussage Gabriels als klar antisemitisch
bewertet, eben ein einzelner antisemitischer Ausraster noch lange nichts beweist … in Sinne, der Mann ist vielleicht doch ein Antisemit oder in seiner Gesamteinstellung
hinsichtlich Juden und Israel sehr mit Vorsicht zu genießen.

Ja, das will ich gerne versuchen zu erklären. Teilweise hatte ich es weiter oben im Strang schon ausgeführt, aber es wurde seitdem so viel geschrieben, dass das wohl untergegangen ist.

Ich bin Moderator dieses Forums, bis vor einigen Wochen auch im Innenforum. Ich bekam dort einmal eine Meldung eines Beitrags mit (sinngemäß) des Vorwurfs antisemitischer Hetze. Das ist bei uns ein klarer Entfernungsgrund, §5 der Nutzungsbedingungen.

Beim Moderieren hier muss man grundsätzlich zwei Dinge unterscheiden. 1. Ist ein einzelner Beitrag regelkonform oder verstößt er gegen die Nutzungsbedingungen (und muss daher entfernt werden), 2. wie tritt ein User insgesamt auf.

Bei 1. zählt für mich nur der einzelne Beitrag (und der unmittelbare Diskussionskontext), egal wer ihn geschrieben hat und ob und wer ihn gemeldet hat oder nicht. M.E. muss das so sein. Gleiches Recht für alle.

Bei 2. zählt das Gesamtbild und das legen wir auch zugrunde, wenn wir zB über Sanktionen entscheiden. Dann fließt auch ein, ob ein User vielleicht sehr viele Beiträge schreibt, die zwar für sich gerade noch akzeptabel sind, sich jedoch in einer Grauzone bewegen. wie zB zum Antisemitismus.

Hier aber ging es um eine Meldung eines Beitrags. So, und deswegen - Fall 1. - bin ich auf der Suche nach Kriterien, wie man einzelne Beiträge mit Blick auf Antisemitismus bewerten kann. Dieser Strang passt ja dazu und die 3D's aus dem Eröffnungsbeitrag geben durchaus ein Mittel, einzelne Beiträge oder Aussagen zu beurteilen, insbesondere bei "Delegimitierung" und "Dämonisierung" von Israel. Gabriels Aussage geht m.E. in die Richtung "Dämonisierung: "Apartheid" ist ein schwerer Vorwurf und gilt als Kennzeichen eines Unrechtsstaates, somit kann ich deine Einschätzung dazu nachvollziehen.

Die "Doppelstandards" hingegen, das dritte D, sind nur wohl schwer aus einem einzelnen Beitrag herauslesbar. Höchstens wenn jemand schriebe "Als einziges Land der Welt unterdrückt Israel Minderheiten", ansonsten ist das an einem einzelnen Beitrag eher schwer festzumachen, da muss man die Gesamtschau vornehmen, was der oder die sonst noch so von sich gibt.

Man sollte dazu dann auch noch beachten, dass wir hier im Unterforum 35 "Israel / Palästina" sind und deswegen hier genau darüber diskutiert wird. Wenn also hier, in diesem Unterforum, jemand Israel kritisiert, aber nicht Russland, die Türkei, den Iran oder Saudi-Arabien, dann kann das auch einfach daran liegen, dass der User Spam vermeiden möchte. Vielleicht kritisiert er ja auch Russland, die Türkei, den Iran oder Saudi-Arabien, aber nicht im Unterforum 35, sondern in 33, 34 oder 36.


Geht es dir darum, einzelne antisemitische Ausfälle, so sie isoliert betrachtet und bewertet werden, als entweder gar nicht antisemitisch einzuordnen, was ja
bei offiziellen Kriminalstatistiken gerne so gemacht wird und damit die Existenz bzw. den Umfang oder auch die Zunahme von Antisemitismus nicht höher zu hängen,
als tatsächlich notwendig ist? Etwas, worin sich das Board, gemessen am gesamtgesellschaflichen Zustand lediglich 1:1 in den nachweisbaren antisemitischen Tendenzen widerspiegelt, vielleicht sogar besser abschneidet?

Ich will hier nichts unterstellen, weder dir noch dem Board, und verstehe offen gesagt, nicht so recht, worum es dir in dieser Frage geht bzw. was dir an dieser isolierten Betrachtungsweise so wichtig ist.
Statt die Bewertung im Kontext einer Haltung zu sehen?

Um es nochmal auf Gabriels Aussage herunterzubrechen. Seine Aussage war nicht nur einseitig diffamierend, sondern klar antisemitisch und sippenhaftend sowohl den jüdischen Staat Israel als
auch seine Einwohner betreffend. Weil er damit auch klar die Haltung der mehrheitlich jüdischen Gesellschaft dieses Staates meinte, die dieses Handeln ihrer Regierung nicht nur dulde, sondern unterstütze.
Statt solches zu unterbinden bzw. zu verhindern.

Die auch in einer solchermaßen isoliert betrachteten Aussage stets mitschwingenden Kontextzusammenhänge und auch die damit verbundene generelle Haltung, die jemand
mit solchen Äusserungen verrät, kann man natürlich ausblenden. Oder sogar dahingehend uminterpretieren, dass jemand wie Gabriel, der unter anderem Herrn Abbas als seinen Freund bezeichnet,
eigentlich genau das Gegenteil dessen sei, was er wirklich ist und denkt: Nämlich ein ausgewiesener Freund Netanjahus, Philosemit und Palihasser.

Er hat nur den Koran aufmerksam gelesen, in welchem der Prophet selbst, Täuschung und Lüge gegenüber Ungläubigen als legitim, ja ausdrücklich
als Allahs Willen erfüllend, lobt und erlaubt. Und das hat sich Sigmar "Mohammed" Gabriel eben gut gemerkt und den Trick auch der Kanzlerin und dem Bundespräsidenten verraten.

Fazit: Gefickt eingeschädelt. Gell.

Ok, verstehe. Nun verstehe ich Bleibtreus Reaktion auch besser.

Relativierung von Antisemitismus äußert sich wahrscheinlich oft darin, einzelne Aussagen herauszugreifen und zu fragen, was denn daran so schlimm sei. Das ist aber nicht meine Motivation, wie ich hoffentlich deutlich gemacht habe. Antisemitismus soll klar als solcher identifiziert und benannt werden, keine Diskussion darüber.

Mein Interesse war eher methodischer Natur, und wie gesagt, ich dachte, das passt in diesen Strang. Das Feld ist aber wohl zu "vermint" und ich denke, ich werde mich hier alsbald auch wieder raushalten. Ich diskutiere sonst nicht in diesem Unterforum, da ich viel zu wenig Ahnung vom Nahostkonflikt, von Israel, Palästina und der jeweiligen Geschichte habe.
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elmore
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Re: Wie unterscheidet man Antisemitismus/Antizionismus von Israelkritik?

Beitragvon elmore » Sa 8. Jul 2017, 15:47

@brainiac,
zu "Not" oder "sich erbarmen" nur soviel. Leicht ironisch lächelnde
Erheiterungen sollen sein dürfen und ich glaube, dass du das von Anfang an richtig
verstanden hast und ich genauso dein Augenzwinkern. Sowas entspannt, ohne
gleich in Spam abzudriften.

"Schuldig einer Antwort" bist du nicht. Aber es zeichnet dich aus,
dass du sie gibst und auch die aufgeworfenen Fragen und Zusammenhänge offen diskutierst. Und auch deine
Beweggründe für den Wunsch nüchterner, Einzelfallmethodik zur Beurteilung von Antisemitismus genauer erklärt hast.
Dafür, und auch für die Art, wie du es getan hat, meinen ausdrücklichen Respekt.

Ich kann deine Fragen bzw. Überlegungen, und ich denke, auch so manche andere,
damit besser einordnen und auch verstehen.

Und in diesem Zusammenhang ist für mich auch nachvollziehbar, dass der sehr hehre Anspruch des Boards,
Antisemitismus - in welcher Form auch immer - nicht zu dulden, nicht immer so einfach zu beurteilen ist,
besonders dann nicht, wenn eine einzeln, für sich isoliert betrachtete Aussage eben nicht so dumpf und
plump daherkommt.

Sondern eben, "wie das Prof. Schwarz-Friesel" in der Antisemitismus-Dokumentation
auch sehr klar beschrieb, in neuen Codes und Begrifflichkeiten verpackt sind, die man isoliert und auf die reine
Wortwahl reduziert, nicht so einfach als antisemitisch verorten kann. Zum Beispiel das Wort "Weltfinanztum",
dem ja das Schlüsselwort "Juden" für klar antisemitische Termini fehlt.

Ein neuer oder auch raffiniert in seinem Daherkommen geänderter Antisemitismus, der auf die Erwähnung und
den Gebrauch des Wortes "Jude" nicht zugreift, und dennoch seine in der Art sogar gefährlichere, weil verdeckte,
eher suggestiv wirkende Hassbotschaft gegen Juden verbreiten kann. Und sich dabei - nicht weniger ekelhaft und unappetitlich -
in teils genauso haarsträubenden wie auch haarspaltenden
Grundsatzdiskussionen auch noch den "Spaß" erlauben kann, nicht nur seinen Antisemitismus verbreiten zu
können, sondern auch noch seine Kritiker als "Zensurbefürworter", "enemies of freedom of speech" usw. in den
Verdacht sog. Doppelstandards zu stellen. Der meist in dem Vorwurf gipfelt, sobald Kritik an Israel oder an
irgendetwas, das "jüdisch ist" oder damit im Zusammenhang stehe, als antisemitisch gebrandmarkt würde.
Und damit der Doppelstandard, umgekehrt und verdreht wird. Tenor:"Die Kritiker der Elche seien selber welche".

Was deinen Fall Nr.1 angeht, wird es wohl unausweichlich so sein, dass hier nicht nur die Beurteilung der Boardleitung,
und der Moderatoren vor ähnlichen Hürden steht, die auch zuweilen deutsche Gerichte beschäftigen oder
Verbrechensstatistiker: Nämlich die Frage zu beantworten, ob das schon antisemitisch war, nur ein bisschen oder gar nicht?
Für sich und als Einzelfall betrachtet.

Und selbst wenn es gar nicht so schwer ist oder wäre, die Beurteilung oder Bewertung als klar antisemitisch
einzuordnen, zeigt sich, dass auch der Unangenehmheitsfaktor gerade auch bei Statistiken für Straftaten wie auch nicht zu knapp, bei Richtern und Gerichten,
lieber der Weg bevorzugt, der einen vermeintlich schlafenden Hund lieber nicht aufweckt oder sogar laut zum Bellen brächte.
Und man Antisemitismus nicht sehen muss bzw. kann, weil man mit - notfalls - beidseitig zugedrückten Augen eben nur das sehen kann, was in diesem Zustand möglich ist: Nichts.
(Was ich dem Board so nicht unterstelle! - Sondern damit lediglich diese Baustelle allgemein in ihren möglichen Verstrickungsfallen beschreiben wollte.)

So wird halt die "Weisheit der Boardverantwortlichen" unumgänglich sein, die
ein gewisser Georg Ringsgwandl in "seinem nichts als der Wahrheit verpflichteten" :D musikalischen Epos
"Hühnerarsch sei wachsam" formulierte.
https://www.youtube.com/watch?v=JPcExGHj-XU

Für mich bleibt es dabei: Den Kontext und das Umfeld bzw. die Obsession solcher Aussagen im erweiterten Umfeld
in die Bewertung miteinfließen zu lassen, und dies als unerlässlich (an)zuerkennen.

Weil es für die große Mehrheit der Nichtjuden die einzig wirklich verlässliche Möglichkeit darstellt, das zu erkennen,
was jüdischen Menschen sofort klar ist. Sie spüren es nämlich im Bauch, was ihnen der Kopf dann in
99,999 % aller Fälle zurecht bestätigt: Das Bauchgefühl hat nicht getrogen.

Der Fall Nr. 2 - Siehe auch Fälle wie AM Gabriel, Steinmeier oder auch Jeremy Corbyn, der Häuptling
der britischen "SPD" wären genauso, wie das aktuelle EU-Parlament oder Martin Schulz (auch wg.
ihres Verhaltens und der propalästinensisch-einseitigen Positionierung und Stützung von
Terrorpolitik) zwar eindeutige Fälle. Aber auch hier zeigt sich, dass nicht nur ein Board
Schwierigkeiten haben wird, selbst diese Fälle einschlägig zu bewerten. Selbst wenn hier
das von dir angeführte Kriterium der erweiterten Gesamtbeurteilung vieler Aussagen einfließt,
die notorische Tendenz und Dauerpräsenz antijüdischer und antiisraelischer Vorbehalte die Beine des antisemitischen "Löwen" erkennbar macht,
egal wie tricky er sich in "harmloses" Israel- oder Antizionisten-Schafsfell kleidet.


Für mich ist es auch nicht so essentiell wichtig, dass man jede, raffiniert verpackte antisemitische Äusserung, auch wenn sie für mich
und noch viel mehr für jüdische Menschen, klar erkennbar und für diese noch viel schmerzhafter ist,
sofort löscht.

Ich bin der Ansicht, dass es besser ist, eine solche Meinung dadurch zu bekämpfen,
indem man sich mit ihr auseinandersetzt und sie zurückweist. Begründet und auch nachvollziehbar
für etwaige stille MitleserInnen, die bisher wenig bis gar nicht an dem Thema dran sind oder
im Prinzip keine wirkliche Meinung dazu haben oder sich erst eine bilden wollen. Ihnen sozusagen
eine Basis aufgrund tatsachenbegründeter Fakten und politischer Realitäten zur Verfügung zu stellen,
die dann eine eigene Beurteilung ermöglicht. Sie zumindest ins Nachdenken kommen.

Denn wofür schreibt man hier im Forum gegen Antisemitismus an? - Sicher nicht dafür,
anzunehmen, dass man tief einbetonierte und unbelehrbar selbstüberhöhte und selbstüberzeugte
antisemitische Grundhaltungen damit korrigieren könnte. Das ist hoffnungslos, so sehe ich das zumindest.
Aber nicht im Falle jener, die so vielleicht besser begreifen können, mit Kopf und Herz, was der
Jahrtausendwahnsinn des Antisemitismus und Judenhasses ist und bleibt:
Ein kollektiver Austritt aus jeder Menschlichkeit.

Ich möchte dir an dieser Stelle nochmals danken, für deine faire, und erkennbar um
Meinungsaustausch und Erkenntnisgewinn bemühte Diskussionsführung.
Ich fände es schade, wenn du dich wieder zurückziehst aus diesem Themenbereich.

Fazit: "Schwa is leicht wos!" ;) © by "Prof. Dr. Dr." Ottfried Fischer


---
edit elmore: Satzbaufehler korrigiert
Zuletzt geändert von elmore am Sa 8. Jul 2017, 16:56, insgesamt 1-mal geändert.
Ein Fröschlein sitzt auf dem Kopf von Erdogan.
"Fröschlein, wie geht es dir?" - "Bis auf das Geschwür an meinem Arsch ganz gut", erwiderte dieses.
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Re: Wie unterscheidet man Antisemitismus/Antizionismus von Israelkritik?

Beitragvon Pro&Contra » Sa 8. Jul 2017, 16:13

elmore hat geschrieben:(08 Jul 2017, 16:47)


Sondern eben, "wie das Prof. Schwarz-Friesel" in der Antisemitismus-Dokumentation
auch sehr klar beschrieb, in neuen Codes und Begrifflichkeiten verpackt sind, die man isoliert und auf die reine
Wortwahl reduziert, nicht so einfach als antisemitisch verorten kann. Zum Beispiel das Wort "Weltfinanztum",
dem ja das Schlüsselwort "Juden" für klar antisemitische Termini fehlt.




Wer das Finanztum kritisiert ist also Antisemit?
Wenn ich nicht antworte, dann habe ich entweder keine Lust oder deine Argumente sind Unsinn.
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Re: Wie unterscheidet man Antisemitismus/Antizionismus von Israelkritik?

Beitragvon elmore » Sa 8. Jul 2017, 16:22

Pro&Contra hat geschrieben:(08 Jul 2017, 17:13)

Wer das Finanztum kritisiert ist also Antisemit?


Kommt auf den Kontext deiner Kritik an, falls du dich persönlich betroffen fühltest.

Ansonsten: Wenn jemand lediglich "Autobahn" evoziert, ist er sicher noch kein Nazi.
Für mich auch dann nicht, wenn du darauf rumfährst. ;)
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Re: Wie unterscheidet man Antisemitismus/Antizionismus von Israelkritik?

Beitragvon Pro&Contra » Sa 8. Jul 2017, 16:23

elmore hat geschrieben:(08 Jul 2017, 17:22)

Kommt auf den Kontext deiner Kritik an, falls du dich persönlich betroffen fühltest.

Ansonsten: Wenn jemand lediglich "Autobahn" evoziert, ist er sicher noch kein Nazi.
Für mich auch dann nicht, wenn du darauf rumfährst. ;)


Dann ist ja alles gut. Wenigstens du sagst, dass der Kontext betrachtet werden muss. Das wird ja in der Doku nicht deutlich.
Wenn ich nicht antworte, dann habe ich entweder keine Lust oder deine Argumente sind Unsinn.
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Re: Wie unterscheidet man Antisemitismus/Antizionismus von Israelkritik?

Beitragvon elmore » Sa 8. Jul 2017, 16:28

Pro&Contra hat geschrieben:(08 Jul 2017, 17:23)

Dann ist ja alles gut. Wenigstens du sagst, dass der Kontext betrachtet werden muss. Das wird ja in der Doku nicht deutlich.


Ach, war es nicht? - Wir können es gerne diskutieren, im passenden Thread.
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Re: Wie unterscheidet man Antisemitismus/Antizionismus von Israelkritik?

Beitragvon Vongole » Sa 15. Jul 2017, 00:42

Endlich mal eine wirklich gute Meldung aus D, Stadtratsfraktionen von CSU und SPD wollen Zusammenarbeit mit israelfeindlicher Bewegung BDS künftig verhindern.

"Die Münchner Stadtratsfraktionen von CSU und SPD haben in einer Sitzung am Dienstag mit dem Antrag »Gegen jeden Antisemitismus – Keine Zusammenarbeit mit der antisemitischen BDS-Bewegung« (»Boycott, Divestment and Sanctions«) ein deutliches Zeichen gesetzt"

http://www.juedische-allgemeine.de/arti ... w/id/29105
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Re: Wie unterscheidet man Antisemitismus/Antizionismus von Israelkritik?

Beitragvon Liegestuhl » So 16. Jul 2017, 09:54

Interessanter und durchaus zutreffender Kommentar von Alan Posener zum Thema:

Viele sind antisemitisch und merken es nicht

https://www.welt.de/debatte/kommentare/ ... nicht.html
Ein Hütchen mit Federn, die Armbrust über der Schulter, aber ein Jäger ist es nicht.
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Re: Wie unterscheidet man Antisemitismus/Antizionismus von Israelkritik?

Beitragvon elmore » So 16. Jul 2017, 09:58

Vongole hat geschrieben:(15 Jul 2017, 01:42)

Endlich mal eine wirklich gute Meldung aus D, Stadtratsfraktionen von CSU und SPD wollen Zusammenarbeit mit israelfeindlicher Bewegung BDS künftig verhindern.

"Die Münchner Stadtratsfraktionen von CSU und SPD haben in einer Sitzung am Dienstag mit dem Antrag »Gegen jeden Antisemitismus – Keine Zusammenarbeit mit der antisemitischen BDS-Bewegung« (»Boycott, Divestment and Sanctions«) ein deutliches Zeichen gesetzt"

http://www.juedische-allgemeine.de/arti ... w/id/29105


Und was war mit den grünen StadträtenInnen? Oder der LINKEN? Oder den StadträtenInnen des
bürgerlich-mittigen Spektrums (Freie Wähler-Gruppen, FDP, ÖDP usw.) ?

Keine Zustimmung? - Aus dem Artikel geht das jedenfalls nicht hervor.
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Re: Wie unterscheidet man Antisemitismus/Antizionismus von Israelkritik?

Beitragvon schokoschendrezki » Di 18. Jul 2017, 12:40

Die kürzlich beendete (staatliche) Anti-Soros-Plakataktion in Ungarn, in der im ganzen Land ein hämisch lachender George Soros mit der Unterschrift "Ne hagyjuk hogy Soros nevessen végen!" ("Lassen wir nicht zu, dass Soros am Ende lacht") gezeigt wird, vorzugsweise auf dem Boden öffentlicher Verkehrsmittel, damit die Leute drauf rumtrampeln, war ziemlich klar antisemitisch. Und ohne Frage klassisch antisemitisch war eine aktuelle Karikatur in einer ungarischen Zeitung, die einen Jean-Claude Juncker als Marionette an den Fäden von George Soros zeigt.

Israelkritisch ist der Vorwurf an Netanjahu und seine Regierung, dies anlässlich seines heutigen Ungarn-Staatsbesuchs (als erster Regierungschef Israels überhaupt) unter keinen Umständen zum Thema zu machen. Nur weil Soros halt auch sein eigener Privatfeind ist. Und Netanjahu deshalb sogar den sich vorsichtig kritisch äußernden Botschafter Israels in Ungarn zurückgepfiffen und auf Linie gebracht hat.

http://www.tagesspiegel.de/politik/kampagne-gegen-soros-in-ungarn-das-erinnert-an-europas-dunkelste-stunden/20058964.html
"Ich kann keine Nation lieben, ich kann keinen Staat lieben, ich kann nur meine Freunde lieben." Hannah Arendt
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Re: Wie unterscheidet man Antisemitismus/Antizionismus von Israelkritik?

Beitragvon Flaschengeist » Mi 26. Jul 2017, 21:48

"Um zu lernen, wer über dich herrscht, mußt Du herausfinden, wen Du nicht kritisieren darfst."

Voltaire
„Nur in Deutschland wird mir vorgeworfen, ich wäre deutschfreundlich“ :)

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Re: Wie unterscheidet man Antisemitismus/Antizionismus von Israelkritik?

Beitragvon elmore » Do 27. Jul 2017, 12:23

Manchmal wäre es auch gut, wenn so mancher Geist in der Flasche bliebe.

Wobei wir wieder beim Thema wären: Kritik, die keine ist, sondern Antisemitismus.
Leider wieder mal ein Beispiel von der linken politischen Seite…

http://www.abendzeitung-muenchen.de/inhalt.az-interview-dominik-krause-wenn-nazis-sowas-sagen-gibt-es-einen-aufschrei.f5389f0d-c56e-4d4e-b72d-50c6af1beca9.html

Wenn Nazis sowas sagen, gibt es einen Aufschrei

Zitat aus dem AZ-online Artikel vom 27. Juli 2017:
"AZ: Herr Krause, ist das Eine-Welt-Haus ein linkes Projekt?

DOMINIK KRAUSE: Es ist auf jeden Fall einer der wenigen links-alternativen Räume, die es in der Stadt noch gibt. Und es ist gut, dass es das Eine-Welt-Haus gibt. Nur heißt das nicht, dass man sich nicht mit antisemitischen Äußerungen von Mitgliedern auseinandersetzen sollte.
Viele linke Projekte haben sich intensiv mit dem Thema beschäftigt. Warum halten Sie das hier nicht mehr für möglich?
Man tut sich in vielen linken Häusern schwer. Man ist eben sehr kritisch mit Regierungen, traditionell auch mit der israelischen. Aber es werden hier viele Grenzen überschritten, bei denen man nicht mehr sagen kann: Das ist eine legitime Kritik, die selbstverständlich möglich ist. Es geht um Antisemitismus.

Wo wurden Grenzen überschritten?

Wenn gesagt wird, die jüdischen Opferzahlen im Holocaust werden übertrieben, um den Juden in Amerika Geld zu bringen. Oder wenn dem demokratischen jüdischen Staat das Existenzrecht abgesprochen und von der zionistischen Weltverschwörung schwadroniert wird. Wenn das Neonazis sagen, gibt es einen Aufschrei und klare Konsequenzen.

Und wenn das im Eine-Welt-Haus gesagt wird?

Dann gelten solche Aussagen für viele plötzlich als eine differenzierte Kritik, weil Antisemitismus, solange er nicht von Nazis kommt, leider nach wie vor weit verbreitet ist. Es handelt sich bei den Beispielen übrigens nicht um Einzelfälle. Aus Reihen des Vereins Salam Shalom und eingeladener Referenten gab es unter dem Deckmantel einer Kritik an israelischer Politik immer wieder antisemitische Aussagen. Das darf nicht sein.

---
enough said...
Ein Fröschlein sitzt auf dem Kopf von Erdogan.
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Re: Wie unterscheidet man Antisemitismus/Antizionismus von Israelkritik?

Beitragvon Bobo » Fr 28. Jul 2017, 07:53

Liegestuhl hat geschrieben:(16 Jul 2017, 10:54)

Interessanter und durchaus zutreffender Kommentar von Alan Posener zum Thema:

Viele sind antisemitisch und merken es nicht

https://www.welt.de/debatte/kommentare/ ... nicht.html



Diesen Leuten käme man nur mit einer Schocktherapie bei! Eine Demo, deren Teilnehmer alle ein weißes T-Shirt tragen, auf denen fragen wie: "Bin ich dein Spiegelbild?" oder "erkennst du dich wieder?" und ähnliche Denkanstöße gedruckt stehen. Die Demo selbst sollte "Spiegelbild" genannt werden. Hosen und Ärmel der Shirts sollten einschlägigen braunen Uniformen nachempfunden werden und die Plakate, die auch bei der im Link abgebildeten Demoplakate sollten im Originalwortlaut übernommen, mit quer liegendem Trennstrich und mit der entsprechenden Übersetzung aus dem Dritten Reich versehen werden!

Vorschläge zur Gestaltung der Übersetzung finden sich in Hülle und Fülle unter Google - Bilder "Deutsche wehrt euch! Kauft nicht beim Juden! Eine solche Demo weckte sicher Aufmerksamkeit und brächte den einen oder anderen gedankenlosen Deppen zur Frage, in welchem Zusammenhang wird mein Gesicht nun in den Medien erscheinen?!
Die Bevölkerung ist vielfach auch geistig zu verkümmert, um die tatsächlich für jeden offensichtlichen Parallelen ohne äußeren Anstoß zu erkennen.

Nachtrag: Im Zweifel reicht es möglicherweise schon, sich mit Plakaten wie sie im dritten Reich in Farbe und Schrift üblich waren, unter die Demonstranten, nahe der neuzeitlichen Äquivalente zu mischen. Wird man angesprochen oder bedrängt, kämen die Initiatoren einer solchen Ansprache nicht mehr um die Antwort herum, worin ihrer Ansicht nach die Unterschied zwischen den neuzeitlichen und nachempfundenen Plakaten bestehe. Würde man stillschweigend geduldet, wäre die Entlarvung unvermeidlich.
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Re: Wie unterscheidet man Antisemitismus/Antizionismus von Israelkritik?

Beitragvon Fuerst_48 » Do 10. Aug 2017, 17:52

Flaschengeist hat geschrieben:(26 Jul 2017, 22:48)

"Um zu lernen, wer über dich herrscht, mußt Du herausfinden, wen Du nicht kritisieren darfst."

Voltaire

Das erinnert an RADIO ERIWAN : Darf man in der UdSSR sagen, was man denkt?
R E antwortet : Selbstverständlich, solange sie nur denken, was sie auch sagen dürfen...
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bennyh
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Re: Wie unterscheidet man Antisemitismus/Antizionismus von Israelkritik?

Beitragvon bennyh » Do 10. Aug 2017, 20:27

Fuerst_48 hat geschrieben:(10 Aug 2017, 18:52)

Das erinnert an RADIO ERIWAN : Darf man in der UdSSR sagen, was man denkt?
R E antwortet : Selbstverständlich, solange sie nur denken, was sie auch sagen dürfen...

Frage an Radio Eriwan: Darf man Kritik an der Politik der UdSSR üben? - Im Prinzip ja, solange es sich um positive Kritik handelt.
Zuletzt geändert von bennyh am Fr 11. Aug 2017, 03:30, insgesamt 1-mal geändert.
Best of pn:
- "Kannst du deine blöde Fresse nicht halten? Ich antworte nicht auf deine Zitate, also verpiss dich."
"Wennst mit der deppaten Fußzeile ofoahst, wars scho ghuifn."
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Re: Wie unterscheidet man Antisemitismus/Antizionismus von Israelkritik?

Beitragvon jellobiafra » Do 10. Aug 2017, 21:43

Schöner und vor allem hilfreicher Artikel von Alan Posener

https://www.welt.de/debatte/kommentare/ ... nicht.html

Einer der Autoren ist Schimon Stein, der als ehemaliger Botschafter Israels in Deutschland zu Recht große Autorität genießt. „Israelkritik ist nicht per se Antisemitismus“ titelte die „Zeit“. O doch. Israel ist das einzige Land, das eine „Kritik“ sozusagen als eigenes Genre hat, wie die Religionskritik oder Kapitalismuskritik, die ja beide auf die Abschaffung ihres Gegenstands zielen.


Damit ist die Frage endlich beantwortet, wie man Antisemitismus/Antizionismus von Israelkritik unterscheidet. Nämlich gar nicht, ist alles dasselbe, wir können den Thread dicht machen.
Eine Frage hab ich aber doch noch:

Darf ich jetzt jeden Antisemit nennen, der "Israelkritik" sagt. :D :D :D :D
jellobiafra
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Re: Wie unterscheidet man Antisemitismus/Antizionismus von Israelkritik?

Beitragvon jellobiafra » Do 10. Aug 2017, 22:17

Israel ist meiner Meinung nach das einzige Land, bei dem man sich einen Antisemitismusvorwurf einhandelt, wenn man es antisemitisch kritisiert. (Vielleicht noch die USA)
Alle anderen Länder darf man mittels antisemitischer Stereotype kritisieren. Dies ist Double Standard.
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elmore
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Re: Wie unterscheidet man Antisemitismus/Antizionismus von Israelkritik?

Beitragvon elmore » Do 10. Aug 2017, 23:10

jellobiafra hat geschrieben:(10 Aug 2017, 23:17)

Israel ist meiner Meinung nach das einzige Land, bei dem man sich einen Antisemitismusvorwurf einhandelt, wenn man es antisemitisch kritisiert. (Vielleicht noch die USA)

Zurecht. Und sei sicher, das blühlt auch dir. Aber sowas von!
Antisemitismus ist nunmal einzig und alleine gegen Juden (und Israel) gerichtet.

jellobiafra hat geschrieben:(10 Aug 2017, 23:17)

Alle anderen Länder darf man mittels antisemitischer Stereotype kritisieren.

Erzähl mal, wie willst du denn z.B. Norwegen oder Neuseeland mit antisemitischen Stereotypen kritisieren?
Ein Fröschlein sitzt auf dem Kopf von Erdogan.
"Fröschlein, wie geht es dir?" - "Bis auf das Geschwür an meinem Arsch ganz gut", erwiderte dieses.

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