Wie unterscheidet man Antisemitismus/Antizionismus von Israelkritik?

Moderator: Moderatoren Forum 3

Benutzeravatar
Dark Angel
Moderator
Beiträge: 12599
Registriert: Fr 7. Aug 2009, 07:08
Benutzertitel: From Hell

Re: Wie unterscheidet man Antisemitismus/Antizionismus von Israelkritik?

Beitragvon Dark Angel » So 2. Jul 2017, 20:19

think twice hat geschrieben:(02 Jul 2017, 19:46)

Ich finde Selinas Artikel auch interessant. Vor allem, dass der arabischen Friedensinitiative alle Mitglieder der Organisation für islamische Zusammenarbeit zugestimmt haben.Wird sich deshalb immer wieder auf den 6-Tage-Krieg berufen? Warum wurde weiter nicht auf ihren Post eingegangen?
Nicht genehme Fakten immer nur als selektiv und antisemitisch abzubuegeln, ist auch nicht grade ueberzeugend.

Na dann nenne ich mal die "nicht genehmen" Fakten, die Userin Selina unterschlägt.
Im Jahre 2002 kam es unter Führung der USA zur so genannten Arabischen Friedensinitiative, die Israel ablehnte.
Für diese Ablehnung gibt es Gründe und zwar sehr wichtige:
"Palästinensische Terroranschläge in Israel machten die Friedensbemühungen zunichte. Die palästinensische Bevölkerung hing am Tropf der internationalen humanitären Hilfe."( Quelle: Auswärtiges Amt der Bundesrepublik Deutschland)

"EINEN TAG bevor die anfängliche Saudi-Initiative dem Beiruter Gipfel am 27 März 2002 vorgelegt wurde, geschah etwas Schreckliches: Hamas-Terroristen führten in Netanya ein Massaker aus mit 40 Toten und Hunderte von Verletzten. Es war am Vorabend von Pessach, dem frohen jüdischen Festtag." (Quelle)

So sehen also Friedensinitiativen der arabischen Staaten und Teilnahme der Palästinenser aus.
Das sind die "unangenehmen" Fakten. Für wen unangenehm? Wer blendet diese Fakten aus und schiebt den schwarzen Peter den Israelis zu.
Gegen die menschliche Dummheit sind selbst die Götter machtlos.

Moralische Entrüstung ist der Heiligenschein der Scheinheiligen
Benutzeravatar
Jekyll
Beiträge: 9383
Registriert: Di 31. Aug 2010, 16:35
Benutzertitel: Je suis Jekyll

Re: Wie unterscheidet man Antisemitismus/Antizionismus von Israelkritik?

Beitragvon Jekyll » So 2. Jul 2017, 21:46

Liegestuhl hat geschrieben:(02 Jul 2017, 18:36)

Wenn sich jemand nicht sicher ist, ob etwas Antisemitismus oder Israelikriitk ist, geben die 3Ds ihm ein Hilfsmittel an die Hand.

Nicht mehr und nicht weniger.
Wohl eher weniger. Schablonenhaftes Denken kann kein Ersatz für differenziertes Denken sein, insbesondere nicht in einer Diskussion. Du verwechselst Dialog mit Keulenschwingen. Wahrscheinlich aus Versehen.

Dass der "Man wird doch noch einmal sagen dürfen"-Fraktion mit blutunterlaufenden Augen der Geifer aus den Mundwinkel läuft, spricht dabei Bände.
Bei welchem User dieser Fraktion meinst du denn sowas festgestellt zu haben?
Benutzeravatar
Dark Angel
Moderator
Beiträge: 12599
Registriert: Fr 7. Aug 2009, 07:08
Benutzertitel: From Hell

Re: Wie unterscheidet man Antisemitismus/Antizionismus von Israelkritik?

Beitragvon Dark Angel » So 2. Jul 2017, 22:54

think twice hat geschrieben:(02 Jul 2017, 23:10)

Die Quelle des Auswärtigen Amtes ist OK. Allerdings fanden die von dir angeführten palästinensischen Terroranschläge VOR der arabischen Friedensinitiative statt und führten daher nicht zum Scheitern der Initiative. Deshalb hast du als Quelle auch nur Auswärtiges Amt angegeben. Hast wohl gedacht, man findet den vollstaendigen text nicht. Deine andere Quelle ist eh für die Tonne.

Die Terroranschläge fanden exakt einen Tag vor dem Gipfel in Beirut statt und führten somit zum Scheitern der Initiative.
Bitte genau lesen! Steht in der zweiten Quelle und das Zitat daraus hatte ich sogar verlinkt.
Aah - die zweite Quelle ist also für die Tonne. Nun - wenn du die Aussagen eines Knesset-Abgeordneten als "für die Tonne" bezeichnest, sagt das Einiges über dich aus.
Gegen die menschliche Dummheit sind selbst die Götter machtlos.

Moralische Entrüstung ist der Heiligenschein der Scheinheiligen
Benutzeravatar
Liegestuhl
Beiträge: 35245
Registriert: Mo 2. Jun 2008, 11:04
Benutzertitel: Herzls Helfer
Wohnort: אולדנבורג

Re: Wie unterscheidet man Antisemitismus/Antizionismus von Israelkritik?

Beitragvon Liegestuhl » So 2. Jul 2017, 22:57

Jekyll hat geschrieben:(02 Jul 2017, 22:46)

Wohl eher weniger. Schablonenhaftes Denken kann kein Ersatz für differenziertes Denken sein,....


Richtig. Und jetzt lies einfach nochmal, was ich geschrieben habe.

:rolleyes:
Ein Hütchen mit Federn, die Armbrust über der Schulter, aber ein Jäger ist es nicht.
Benutzeravatar
Dark Angel
Moderator
Beiträge: 12599
Registriert: Fr 7. Aug 2009, 07:08
Benutzertitel: From Hell

Re: Wie unterscheidet man Antisemitismus/Antizionismus von Israelkritik?

Beitragvon Dark Angel » So 2. Jul 2017, 23:03

Vongole hat geschrieben:(02 Jul 2017, 23:22)

Warum lest ihr alle immer nur deutsche Medien, wenn ihr euch über Israel wirklich informieren wollt? Und warum sucht ihr geradezu nach Artikeln, die Israel in schlechtes Licht rücken wollen?
Klar, diese ganzen Schreiber untermauern eure Vorurteile, obwohl sie vermutlich das Land nicht kennen, sondern ihre Artikel aus Meldungen der Nachrichtenagenturen zusammen schreiben.
Jounalisten, die nach Israel reisen, werden von pal. Akteuren umworben und gezielt beeinflusst, etwas, das Israel nie nötig hatte, aber auch nicht braucht, denn die Meinung der Israelis interessiert den durchschnittlichen westlichen Journalisten eh nicht.
Was wisst ihr, die ihr so gerne beflissen der pal. Seite die Opferrolle zuschiebt, von medizinischen, grenzüberschreitenden Projekten Israels, von Ärzten, die sich für pal. Kinder aufopfernd einsetzen?
Was von Lieferungen mit Gütern aller Art in die pal. Gebieten, die. von der eigenen Führung im Stich gelassen, nicht wissen, wie ihr Leben fristen?
Von den Aufbauhilfen, pekuniär und anderer Art? Nichts wisst ihr, und warum? Weil ihr nur das lest, was in euer vorgefasstest Bild passt.
Warum, frage ich mich, wird darüber nicht in deutschen Medien berichtet? Aus den gleichen Gründen.
Doppelte Standards, ja, meiner Meinung nach viel mehr.

Nein - nicht "ihr" alle!
Hast bestimmt mitgekriegt, dass ich Uri Avnery als Quelle für die Hintergründe des Scheiterns der Arabischen Friedensinitiative verlinkt habe. Diese Quelle wurde von der Userin think twice als "eh für die Tonne" bezeichnet.
Das sagt doch wohl alles. :mad: Aber das sind ja keine Antisemiten - nain gar nicht. :s
Gegen die menschliche Dummheit sind selbst die Götter machtlos.

Moralische Entrüstung ist der Heiligenschein der Scheinheiligen
Benutzeravatar
Liegestuhl
Beiträge: 35245
Registriert: Mo 2. Jun 2008, 11:04
Benutzertitel: Herzls Helfer
Wohnort: אולדנבורג

Re: Wie unterscheidet man Antisemitismus/Antizionismus von Israelkritik?

Beitragvon Liegestuhl » So 2. Jul 2017, 23:04

think twice hat geschrieben:(02 Jul 2017, 23:10)

Die Quelle des Auswärtigen Amtes ist OK. Allerdings fanden die von dir angeführten palästinensischen Terroranschläge VOR der arabischen Friedensinitiative statt und führten daher nicht zum Scheitern der Initiative.


Die sog. Friedensinitiative ist gescheitert, weil sie zu Recht nicht ernst genommen wurde. Saudi-Arabien war nach 9/11 international stark unter Druck. Einem Land, das bisher alles getan hat, um Israel zu vernichten, spielt sich plötzlich zum Friedensengel auf. Auf der einen Seite werden Terroristen finanziert, deren Ziel die Vernichtung Israels sind und auf der anderen Seite soll Israel diesem Staat vertrauen.

Nein, think twice! Was genau außer Lippenbekenntnissen hat Saudi-Arabien denn deiner Meinung nach für einen Frieden in der Region gemacht? Haben sie wenigstens zu einer Abkehr zur Gewalt aufgerufen?
Ein Hütchen mit Federn, die Armbrust über der Schulter, aber ein Jäger ist es nicht.
Benutzeravatar
Vongole
Beiträge: 230
Registriert: Di 24. Mär 2015, 18:30

Re: Wie unterscheidet man Antisemitismus/Antizionismus von Israelkritik?

Beitragvon Vongole » Mo 3. Jul 2017, 00:08

Dark Angel hat geschrieben:(03 Jul 2017, 00:03)

Nein - nicht "ihr" alle!
Hast bestimmt mitgekriegt, dass ich Uri Avnery als Quelle für die Hintergründe des Scheiterns der Arabischen Friedensinitiative verlinkt habe. Diese Quelle wurde von der Userin think twice als "eh für die Tonne" bezeichnet.
Das sagt doch wohl alles. :mad: Aber das sind ja keine Antisemiten - nain gar nicht. :s


Entschuldigung, du warst wirklich nicht gemeint. Ich wollte mich nicht nur auf Selina beziehen, sondern auf die ganzen "Israelinterpreten", die hier aufschlagen, um ihre vorgefasste schlechte Meinung zu untermauern.+
Benutzeravatar
elmore
Beiträge: 440
Registriert: Mo 23. Mär 2015, 20:34
Benutzertitel: Scheues Rehlein

Re: Wie unterscheidet man Antisemitismus/Antizionismus von Israelkritik?

Beitragvon elmore » Mo 3. Jul 2017, 00:23

Eine sehr kluge Frau hatte recht mit ihrer, vor langer Zeit getroffenen Feststellung, die bis heute gilt:
"Solange die Araber ihre Kinder nicht mehr lieben, als sie uns hassen,
wird es keinen Frieden geben".


Zu dem hier auf den letzten Seiten eingestellten politischen Plappereien* incl. des Verweises auf "API"
muss man nicht immer etwas schreiben. Es genügt doch auch mal der Verweis, Achtung Bodenebel, Sichtweiten
unter 1 m nicht ausgeschlossen.


Nachtrag:
*Die lieben, klugen, scharfsinnigen und herzensguten Userinnen Dark Angel und vongole :D waren damit ausdrücklich nicht gemeint.
Zuletzt geändert von elmore am Mo 3. Jul 2017, 00:51, insgesamt 1-mal geändert.
Ein Fröschlein sitzt auf dem Kopf von Erdogan.
"Fröschlein, wie geht es dir?" - "Bis auf das Geschwür an meinem Arsch ganz gut", erwiderte dieses.
Benutzeravatar
Vongole
Beiträge: 230
Registriert: Di 24. Mär 2015, 18:30

Re: Wie unterscheidet man Antisemitismus/Antizionismus von Israelkritik?

Beitragvon Vongole » Mo 3. Jul 2017, 00:37

oga hat geschrieben:(02 Jul 2017, 23:31)

Gute Frage.
Empfiel uns doch ein paar andere, welche regelmässig Meldungen aus der Region bringen. Möglichst nicht auf arabisch oder hebräisch. :)


Ich empfehle Google, israelische Medien. Gibt es in englischer Sprache, solltest Du dieser mächtig sein. Arabische Meinungen, falls Du die tatsächlich lesen möchtest, finden sich bei u.a. bei Gatestone.
Nur könnten gerade diese Dir nicht unbedingt passen.
Benutzeravatar
think twice
Beiträge: 14668
Registriert: Fr 4. Jul 2014, 14:14
Benutzertitel: sozialdemokratisch
Wohnort: Bunte Republik Deutschland

Re: Wie unterscheidet man Antisemitismus/Antizionismus von Israelkritik?

Beitragvon think twice » Mo 3. Jul 2017, 06:00

Vongole hat geschrieben:(03 Jul 2017, 01:37)

Ich empfehle Google, israelische Medien. Gibt es in englischer Sprache, solltest Du dieser mächtig sein. Arabische Meinungen, falls Du die tatsächlich lesen möchtest, finden sich bei u.a. bei Gatestone.
Nur könnten gerade diese Dir nicht unbedingt passen.

"Die Selbstbezeichnung des Gatestone-Instituts suggeriert eine wissenschaftliche Einrichtung, von der man die Einhaltung gewisser Mindeststandards erwarten sollte.
Doch tatsächlich hat das Gatestone nur eine politische Agenda. Das 2012 von der Milliardärin Nina Rosenwald initiierte Institut ist eine Denkfabrik, deren Autoren und Förderer versuchen, den öffentlichen Diskurs zu beeinflussen. Als Ziele nennt das Institut den Einsatz für Menschenrechte, für „eine starke und freie Wirtschaft“ sowie die Aufklärung „über Bedrohungen unserer persönlichen Freiheit, Souveränität und Redefreiheit“.
Inhaltlich positioniert sich das Institut klar: Für bedingungslose Solidarität mit Israel, gegen Kompromisse mit dem Iran. Und gegen eine „Islamisierung“ des Westens. Die Hauptbedrohung für die persönlichen Freiheiten, soviel wird aus den Veröffentlichungen deutlich, ist aus Gatestone-Sicht der politische Islam. Kurz gefasst vertritt das Institut die klassische Kampf-der-Kulturen-These, wie sie Samuel Huntington Mitte der 90er Jahre formulierte: Der freiheitlich-progressive Westen gegen eine mehr oder minder einheitliche islamische Welt. Europa dient in diesem Szenario als abschreckendes Beispiel: Ein Kontinent, der aufgrund anhaltender Zuwanderung aus muslimischen Ländern bereits auf bestem Wege dazu ist, „islamisiert“ zu werden.
Inhaltlich befindet sich das Institut damit voll auf einer Linie mit Europas Rechtspopulisten, zu denen es offenkundig gute Kontakte unterhält. 2012 trat auf Einladung des Instituts der Vorsitzende der islamophoben niederländischen Freiheitspartei, Geert Wilders, in New York auf. Dort behauptete er unter anderem, dass der Islam „in erster Linie eine gefährliche Ideologie“ sei, die „das Gesetz der Scharia der ganzen Welt auferlegen“ wolle. Die vermeintlichen Belege für diese Theorie liefert das Institut mit seinen Texten. "
http://m.fr.de/;cookieEnabled=0/politik ... n-a-360007

Super Empfehlung, israelische Medien und das gatestone-Institut zu konsumieren, wenn man sich eine objektive Meinung bilden will. :thumbup:
Benutzeravatar
think twice
Beiträge: 14668
Registriert: Fr 4. Jul 2014, 14:14
Benutzertitel: sozialdemokratisch
Wohnort: Bunte Republik Deutschland

Re: Wie unterscheidet man Antisemitismus/Antizionismus von Israelkritik?

Beitragvon think twice » Mo 3. Jul 2017, 06:17

Liegestuhl hat geschrieben:(03 Jul 2017, 00:04)

Die sog. Friedensinitiative ist gescheitert, weil sie zu Recht nicht ernst genommen wurde. Saudi-Arabien war nach 9/11 international stark unter Druck. Einem Land, das bisher alles getan hat, um Israel zu vernichten, spielt sich plötzlich zum Friedensengel auf. Auf der einen Seite werden Terroristen finanziert, deren Ziel die Vernichtung Israels sind und auf der anderen Seite soll Israel diesem Staat vertrauen.

Nein, think twice! Was genau außer Lippenbekenntnissen hat Saudi-Arabien denn deiner Meinung nach für einen Frieden in der Region gemacht? Haben sie wenigstens zu einer Abkehr zur Gewalt aufgerufen?

Ich lese nur hier nur posts von euch, die von Vorwuerfen, Unversoehnlichkeit und Misstrauen geprägt sind. Ich geh davon aus, dass die Palästinenser und ihre Unterstützer zum Grossteil genauso ticken.
Wie soll es da je zu einem Konsens oder gar Aussöhnung kommen? Das ist meine Frage, auf die es wohl keine Antwort gibt. Eine Lösung ist nicht in Sicht.
Zuletzt geändert von think twice am Mo 3. Jul 2017, 06:28, insgesamt 1-mal geändert.
Benutzeravatar
Yossarian
Beiträge: 3835
Registriert: Do 24. Sep 2015, 12:06

Re: Wie unterscheidet man Antisemitismus/Antizionismus von Israelkritik?

Beitragvon Yossarian » Mo 3. Jul 2017, 07:21

Wenn man versucht einen antisemitisch motivierten Mord zu verschleiern ist das isrealkritisch oder an sich schon antisemitisch?
http://www.juedische-allgemeine.de/arti ... w/id/28889
Wenn ich einen Vogel sehe der wie eine Ente watschelt und wie eine Ente schwimmt und wie eine Ente quakt dann nenne ich ihn eine Ente. Und wenn der Vogel dementiert eine Ente zu sein ist es eine russische Ente.
Benutzeravatar
Adam Smith
Beiträge: 23238
Registriert: Mi 18. Jan 2012, 21:57

Re: Wie unterscheidet man Antisemitismus/Antizionismus von Israelkritik?

Beitragvon Adam Smith » Mo 3. Jul 2017, 07:49

Für wen ist denn der Jude böse und der Gegner automatisch gut? Gibt es die hier auch im Forum?
Benutzeravatar
Chajm
Beiträge: 2046
Registriert: Mi 4. Jun 2008, 12:27
Wohnort: Tel Aviv

Re: Wie unterscheidet man Antisemitismus/Antizionismus von Israelkritik?

Beitragvon Chajm » Mo 3. Jul 2017, 08:01

Dark Angel hat geschrieben:(03 Jul 2017, 00:03)

Nein - nicht "ihr" alle!
Hast bestimmt mitgekriegt, dass ich Uri Avnery als Quelle für die Hintergründe des Scheiterns der Arabischen Friedensinitiative verlinkt habe. Diese Quelle wurde von der Userin think twice als "eh für die Tonne" bezeichnet.
Das sagt doch wohl alles. :mad: Aber das sind ja keine Antisemiten - nain gar nicht. :s

Und dabei ist Uri Avnery doch eigentlich jemand, der von den Kritikern sonst immer gern zitiert wird nach dem Motto " ... na, wenn schon ein Jude das sagt ...!"
"Where no counsel is, the people fall, but in the multitude of counselors there is safety."
Benutzeravatar
Liegestuhl
Beiträge: 35245
Registriert: Mo 2. Jun 2008, 11:04
Benutzertitel: Herzls Helfer
Wohnort: אולדנבורג

Re: Wie unterscheidet man Antisemitismus/Antizionismus von Israelkritik?

Beitragvon Liegestuhl » Mo 3. Jul 2017, 08:17

think twice hat geschrieben:(03 Jul 2017, 08:49)

Wie ich schon schrieb: So tief bin ich in das Thema nicht involviert. Ich habe versucht, mich objektiv zu informieren, aber das ist nicht einfach.

Nur zu! Informiere dich ruhig weiter und versuche einfach mal ganz objektiv und aus unterschiedlichen Quellen herauszufinden, was Saudi-Arabien im Rahmen dieser "Friedensinitiative", abseits von Lippenbekenntnissen, für den Frieden gemacht hat!

Nachtrag: Ich glaube, Saudi-Arabien wird man wohl in kleinster Hinsicht als positives Beispiel für Toleranz, Friedensbereitschaft und Offenheit nennen können.


Das glaube ich auch nicht. Und ich kann nicht nachvollziehen, warum man ernsthaft von Israel verlangt, auf ein Angebot einzugehen, das ganz offensichtlich andere Interessen verfolgt als einen Frieden zwischen den beiden Völkern.
Ein Hütchen mit Federn, die Armbrust über der Schulter, aber ein Jäger ist es nicht.
Benutzeravatar
Brainiac
Moderator
Beiträge: 4826
Registriert: Do 30. Jun 2011, 10:41

Re: Wie unterscheidet man Antisemitismus/Antizionismus von Israelkritik?

Beitragvon Brainiac » Mo 3. Jul 2017, 13:51

elmore hat geschrieben:(03 Jul 2017, 14:17)

[...]

Womit zumindest dem User brainiac in seiner Not geholfen werden kann, wie man Antisemitismus abseits der
der drei "D"s erkennen könne. Auch die Annahme ist damit widerlegt, es sei mitunter sehr schwierig, Antisemitismus erkennen oder nachweisen zu können.
Eine Sicht, der ich mich nicht einmal ansatzweise anschließen kann, auch wenn ich als Nichtjude die feinen Antennen jüdischer Menschen nicht habe.

Es ist sehr einfach und auch klar erkennbar.

Egal wie die jeweiligen Protagonisten und -innen ihre antijüdische=antisemitische Haltung hinter
hochmoralischer, sog. neutraler Menschrechtshaltung zu verbergen suchen…es ist der unermüdliche Aufwand, der ihren Vorbehalt gegen Israel und die Juden zeigt.
Ein Aufwand, der alles andere als normal ist, bei jeder Gelegenheit versucht, gegen Israel und Juden irgendetwas Negatives hervorzuzaubern. Seit ich dieses Sub hier mitlese, ist mir noch nie bei den sog. Israelkritikern, selbsternannten
"nur Antizionisten" oder all den anderen Gutmenschen, die total fair angeblich keine Seite bevorzugen, aufgefallen,
dass sie dabei irgendetwas Postives zu Israel oder den Juden im Zusammenhang mit dem sog. Israelisch-palästinensischen Konflikt oder zum Antisemitismus erklärten oder für erwähnenswert hielten.
[...]

Hat sich noch jemand meiner erbarmt. ;)

Nun, hierzu muss man natürlich das, was jemand sagt und nicht sagt, und wie er es sagt, was er sagt, in seiner Gesamtschau betrachten. Wenn man das tut, ja, dann lässt sich natürlich in der Regel klar erkennen, worum es jemandem eigentlich geht.

Meine Frage ging aber in die Richtung, ob und wie man einzelne Aussagen für sich beurteilen kann, ob sie antisemitisch sind. Unabhängig davon, wer sie tätigt und was derjenige sonst so von sich gibt.
Zuletzt geändert von Brainiac am Mo 3. Jul 2017, 13:54, insgesamt 1-mal geändert.
this is planet earth
Benutzeravatar
Adam Smith
Beiträge: 23238
Registriert: Mi 18. Jan 2012, 21:57

Re: Wie unterscheidet man Antisemitismus/Antizionismus von Israelkritik?

Beitragvon Adam Smith » Mo 3. Jul 2017, 14:06

Keoma hat geschrieben:(03 Jul 2017, 14:41)

Ich dachte immer, die Araber hätten auch einen haben können?

Nur verstanden sich die Araber damals noch nicht als Palästinenser. Das ursprüngliche Mandat Palästina umfasste 3 Jahre ja auch Jordanien.
Zuletzt geändert von Adam Smith am Mo 3. Jul 2017, 14:11, insgesamt 1-mal geändert.
Benutzeravatar
Liegestuhl
Beiträge: 35245
Registriert: Mo 2. Jun 2008, 11:04
Benutzertitel: Herzls Helfer
Wohnort: אולדנבורג

Re: Wie unterscheidet man Antisemitismus/Antizionismus von Israelkritik?

Beitragvon Liegestuhl » Mo 3. Jul 2017, 14:09

Dark Angel hat geschrieben:(03 Jul 2017, 14:55)

Nein, so einfach ist das eben nicht! In einer UNO-Resulution vom November 1947 wird die Beendigung des britischen Mandats im Gebiet von Galiläa (beachte bitte, Galiläa, so die historische Bezeichnung der Region -nicht Palästina) beschlossen und die Gründung zweier Staaten - eines jüdischen und eines arabischen - empfohlen.


Die UN-Resolution war weitaus mehr als eine Empfehlung zur Teilung des Mandatgebietes. Die UN hat die Bürger (Juden wie Araber) unmissverständlich aufgefordert:

Die Generalversammlung
...

d.) fordert die Einwohner Palästinas auf, die Schritte zu unternehmen, die ihrerseits erforderlich sind,
um den Plan zu verwirklichen.


Und wenn das noch nicht unmissverständlich genug ist:
Die Generalversammlung
...
ersucht darum,

c) daß der Sicherheitsrat jeden Versuch, die in dieser Resolution vorgesehene Regelung gewaltsam zu ändern, als eine Bedrohung der einen Bruch des Friedens oder eine Angriffshandlung, gemäß Artikel 39 der Charta, betrachtet.


Hier der gesamte Text der Resolution 181

http://www.un.org/depts/german/gv-early/ar181-ii.pdf
Ein Hütchen mit Federn, die Armbrust über der Schulter, aber ein Jäger ist es nicht.
Benutzeravatar
elmore
Beiträge: 440
Registriert: Mo 23. Mär 2015, 20:34
Benutzertitel: Scheues Rehlein

Re: Wie unterscheidet man Antisemitismus/Antizionismus von Israelkritik?

Beitragvon elmore » Mo 3. Jul 2017, 14:58

Brainiac hat geschrieben:(03 Jul 2017, 14:51)

Hat sich noch jemand meiner erbarmt. ;)

"Erbarme dich unser" ist mir besonders im Kontext einer gewissen Religion geläufig, aber
mir persönlich eher zuwider. Beachtenswert genug, um darauf näher einzugehen, beschreibt's besser. ;)

Brainiac hat geschrieben:(03 Jul 2017, 14:51)

Meine Frage ging aber in die Richtung, ob und wie man einzelne Aussagen für sich beurteilen kann, ob sie antisemitisch sind. Unabhängig davon, wer sie tätigt und was derjenige sonst so von sich gibt.


Deine Frage drängt mir unwillkürlich eine eigene auf? = Wozu soll es gut sein und wofür dienen? Die von dir angesprochene "einzelne Aussage" kontext- bzw. entpersonifiziert,
sozusagen isoliert zu betrachten, wie das Ende einer Stromader, die in der Lüsterklemme steckt?

Etwa, dass dann eine einzelne Aussage wie die von AM Gabriel als damals noch SPD-Vorsitzender bei seinem Besuch in Hebron 2012 "Israel sei ein Apartheidsstaat"
nicht als antisemitisch bezeichnet werden könne, sondern allenfalls als rassistisch? Realitätsblind oder was auch immer…? Aber insbesonders, selbst wenn man diese Aussage Gabriels als klar antisemitisch
bewertet, eben ein einzelner antisemitischer Ausraster noch lange nichts beweist … in Sinne, der Mann ist vielleicht doch ein Antisemit oder in seiner Gesamteinstellung
hinsichtlich Juden und Israel sehr mit Vorsicht zu genießen.

Geht es dir darum, einzelne antisemitische Ausfälle, so sie isoliert betrachtet und bewertet werden, als entweder gar nicht antisemitisch einzuordnen, was ja
bei offiziellen Kriminalstatistiken gerne so gemacht wird und damit die Existenz bzw. den Umfang oder auch die Zunahme von Antisemitismus nicht höher zu hängen,
als tatsächlich notwendig ist? Etwas, worin sich das Board, gemessen am gesamtgesellschaflichen Zustand lediglich 1:1 in den nachweisbaren antisemitischen Tendenzen widerspiegelt, vielleicht sogar besser abschneidet?

Ich will hier nichts unterstellen, weder dir noch dem Board, und verstehe offen gesagt, nicht so recht, worum es dir in dieser Frage geht bzw. was dir an dieser isolierten Betrachtungsweise so wichtig ist.
Statt die Bewertung im Kontext einer Haltung zu sehen?

Um es nochmal auf Gabriels Aussage herunterzubrechen. Seine Aussage war nicht nur einseitig diffamierend, sondern klar antisemitisch und sippenhaftend sowohl den jüdischen Staat Israel als
auch seine Einwohner betreffend. Weil er damit auch klar die Haltung der mehrheitlich jüdischen Gesellschaft dieses Staates meinte, die dieses Handeln ihrer Regierung nicht nur dulde, sondern unterstütze.
Statt solches zu unterbinden bzw. zu verhindern.

Die auch in einer solchermaßen isoliert betrachteten Aussage stets mitschwingenden Kontextzusammenhänge und auch die damit verbundene generelle Haltung, die jemand
mit solchen Äusserungen verrät, kann man natürlich ausblenden. Oder sogar dahingehend uminterpretieren, dass jemand wie Gabriel, der unter anderem Herrn Abbas als seinen Freund bezeichnet,
eigentlich genau das Gegenteil dessen sei, was er wirklich ist und denkt: Nämlich ein ausgewiesener Freund Netanjahus, Philosemit und Palihasser.

Er hat nur den Koran aufmerksam gelesen, in welchem der Prophet selbst, Täuschung und Lüge gegenüber Ungläubigen als legitim, ja ausdrücklich
als Allahs Willen erfüllend, lobt und erlaubt. Und das hat sich Sigmar "Mohammed" Gabriel eben gut gemerkt und den Trick auch der Kanzlerin und dem Bundespräsidenten verraten.

Fazit: Gefickt eingeschädelt. Gell.
Zuletzt geändert von elmore am Mo 3. Jul 2017, 15:08, insgesamt 2-mal geändert.
Ein Fröschlein sitzt auf dem Kopf von Erdogan.
"Fröschlein, wie geht es dir?" - "Bis auf das Geschwür an meinem Arsch ganz gut", erwiderte dieses.
Benutzeravatar
Skull
Vorstand
Beiträge: 15797
Registriert: Do 12. Apr 2012, 21:22
Benutzertitel: woaussie
Wohnort: NRW
Kontaktdaten:

Wie unterscheidet man Antisemitismus/Antizionismus von Israelkritik?

Beitragvon Skull » Mo 3. Jul 2017, 15:42

Strang ersteinmal wegen inflationären Meldungen geschlossen.
Der Moderator wird entscheiden, wie es hier weitergeht.
Man dient für Lohn und liebt sich für Geschenke

Zurück zu „35. Israel & Palästina“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast