Wie unterscheidet man Antisemitismus/Antizionismus von Israelkritik?

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Tom Bombadil
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Re: Wie unterscheidet man Antisemitismus/Antizionismus von Israelkritik?

Beitragvon Tom Bombadil » Mi 13. Dez 2017, 21:34

Liegestuhl hat geschrieben:(13 Dec 2017, 21:24)

Du solltest dich vielleicht zunächst mit dem Thema ausführlich beschäftigen, bevor du dich hier um Kopf und Kragen redest.

Und da geht das Spielchen mit dem Infragestellen des Existenzrecht Israels wieder von vorne los.
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Moses
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Re: Wie unterscheidet man Antisemitismus/Antizionismus von Israelkritik?

Beitragvon Moses » Mi 13. Dez 2017, 22:39

Jegliche Delegitimierung der Staatsgründung Israels wird hier nicht geduldet - und führt zu Sanktionen

kurz um, es reicht!

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Re: Wie unterscheidet man Antisemitismus/Antizionismus von Israelkritik?

Beitragvon bennyh » Do 14. Dez 2017, 00:55

PeterK hat geschrieben:(13 Dec 2017, 00:08)

Man darf. Mir fiele aber keine spezielle "Bezeichnung" ein. Warum auch?

Ich bin der Meinung, die Aussage, eine Bezeichnung sei nicht zutreffend, macht dann am meisten Sinn, wenn man entsprechend eine zutreffende oder zutreffendere Bezeichnung hat. Ansonsten würde es dem Forum einschließlich meiner Person helfen, Ihren Standpunkt besser zu verstehen.
Sie sind also nicht der Meinung, der Zustand im Westjordanland sei als Besatzung zu bezeichnen. Sind Sie denn der Meinung, die Periode von 1948 bis 1967, was das Westjordanland und Ostjerusalem angeht, sei eine Besatzung seitens Jordanien gewesen oder würden Sie hier auch den Begriff Besatzung als nicht zutreffend ansehen?
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Re: Wie unterscheidet man Antisemitismus/Antizionismus von Israelkritik?

Beitragvon Moses » Do 14. Dez 2017, 06:29

Hier ist erst mal wieder zu, ich nehme zur Kenntnis, dass meine Hinweise durch eine speziellen User nicht beachtet werden, die Konsequenzen werden jetzt vorbereitet.

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Re: Wie unterscheidet man Antisemitismus/Antizionismus von Israelkritik?

Beitragvon tabernakel » Do 14. Dez 2017, 14:06

bennyh hat geschrieben:(12 Dec 2017, 13:29)
Wem wird Ihrer Meinung nach dadurch geschadet?

Zum einen der Existenz Israels, weil Flaggenverbrennung auf unserem Boden die Illusion nährt man könne Israel einfach so wegbrennen. Und dann uns, denn wenn wir so was erlauben, fällt das auf uns zurück. Und einige in den USA würden dann zurecht sagen dass Deutschland nicht viel dazu gelernt haben kann wenn es das Verbrennen der Flagge des weltweit einzigen Jüdischen Staates erlaubt ...
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Re: Wie unterscheidet man Antisemitismus/Antizionismus von Israelkritik?

Beitragvon Kritikaster » Do 14. Dez 2017, 16:44

Tom Bombadil hat geschrieben:(14 Dec 2017, 16:16)

Nein, mit der Sperrung der Straße von Tiran lag ein Casus Belli vor ---> Caroline Kriterien erfüllt --> Verteidigungskrieg.

So ist es!
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Re: Wie unterscheidet man Antisemitismus/Antizionismus von Israelkritik?

Beitragvon tabernakel » Do 14. Dez 2017, 16:48

tabernakel hat geschrieben:(14 Dec 2017, 14:06)
Zum einen der Existenz Israels, weil Flaggenverbrennung auf unserem Boden die Illusion nährt man könne Israel einfach so wegbrennen. Und dann uns, denn wenn wir so was erlauben, fällt das auf uns zurück. Und einige in den USA würden dann zurecht sagen dass Deutschland nicht viel dazu gelernt haben kann wenn es das Verbrennen der Flagge des weltweit einzigen Jüdischen Staates erlaubt ...

@bennyh: Die Bundesregierung scheint das genauso zu sehen: In call with Rivlin, German president condemns anti-Israel protests
The condemnation followed a statement from German government spokesman Steffen Seibert, who said his country was “ashamed” of the demonstrations. “At certain rallies over the weekend, slogans were chanted, Israeli flags were burned and slander against the State of Israel and Jews in general were spread which were shameful,” Seibert said. “One has to be ashamed when hatred of Jews is put on display so openly on the streets of German cities.”

Seibert noted that Berlin had a “particular responsibility toward Israel and Jewish people in general” because Nazi Germany slaughtered six million Jews in the Holocaust.


Frag Dich mal selbst wieso Du ne Regierungserklärung brauchst um das zu verstehen ...
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Re: Wie unterscheidet man Antisemitismus/Antizionismus von Israelkritik?

Beitragvon Moses » Do 14. Dez 2017, 17:45

Was hat die sinnlose, reißerische Diskussion der letzten drei Seiten mit dem Strangthema zu tun?
Nichts - außer dass zwei oder drei User hier ihr Mütchen kühlen wollen - dafür ist dieses Forum nicht da.

Der Strang ist bis auf weiteres zu - jede Strangeröffnung, die auch nur im Ansatz einer Kopie gleich kommt wird sofort eine Abstimmung zur Sperrung das entsprechenden Users nach sich ziehen.

Und ja, ich hab die Schnauze voll vom dem Müll, der hier verbrochen wir.

Ich bitte all die User, die hier versucht haben vernünftig gegen all den Scheiß anzuschreiben um Entschuldigung für diese Maßnahme.

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Re: Wie unterscheidet man Antisemitismus/Antizionismus von Israelkritik?

Beitragvon Liegestuhl » Fr 22. Dez 2017, 08:45

Israelkritischer Restaurantkritiker



"Ihr seid gemein".
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Re: Wie unterscheidet man Antisemitismus/Antizionismus von Israelkritik?

Beitragvon jellobiafra » Fr 22. Dez 2017, 19:53

http://www.spiegel.de/lebenundlernen/schule/berlin-wedding-mitschueler-bedrohen-juedischen-gymnasiasten-a-1184733.html

In der Schulkantine diskutieren sie über den Nahostkonflikt, dann wird die Stimmung plötzlich aggressiv. Ein paar Schüler stellen sich um einen jüdischen Mitschüler. "Ihr seid Kindermörder", "Euch sollte man die Köpfe abschneiden" und "Wallah, Hitler war gut!", rufen sie.

Der Fall ereignete sich bereits am 13. Dezember an der Ernst-Reuter-Schule im Berliner Stadtteil Wedding. Die "Jüdische Allgemeine" berichtete zuerst.


Hier scheint mir die Grenze zwischen Israelkritik und Antisemitismus überschritten.
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Re: Wie unterscheidet man Antisemitismus/Antizionismus von Israelkritik?

Beitragvon King Kong 2006 » Sa 23. Dez 2017, 23:21

Israel bleibt auf Distanz zur österreichischen Regierung. Genauergesagt zu den FPÖ Ministern.

Der Boykott von FPÖ-Politikern wird vorerst aufrechterhalten, eine eventuelle Neubewertung der Lage folgt noch. Bis dahin werde es zumindest auf Verwaltungsebene Kontakte zu den FPÖ-Ministerien geben


EU-Position

Karin Kneissl selbst betonte ihrerseits, dass sich Österreichs Position zu Jerusalem nicht verändern werde und sich weiter an der EU-Position orientieren werde. Diese wurde erst vergangene Woche bei einem Gipfel in Brüssel neuerlich unterstrichen. Die 28-EU-Chefs, unter ihnen damals noch Christian Kern, distanzierten sich darin von der Entscheidung der USA, Jerusalem als Hauptstadt Israels anzuerkennen. Das Regierungsprogramm betont ebenfalls die Alternativlosigkeit einer Zwei-Staaten-Lösung. Um Schadensbegrenzung bemüht, betonte Kanzler Sebastian Kurz am Montag, er habe "vollen Respekt" für die Entscheidung Israels, vorerst keine Kontakte zu FPÖ-Ministern zu pflegen. Am Dienstagnachmittag traf sich Kurz mit Talya Lador-Fresher, israelische Botschafterin in Wien, um das Thema zu besprechen. Das Gespräch sei gut verlaufen, hieß es nach dem Treffen aus dem Kanzleramt.

derstandard.at/2000070705448/Bemuehen-um-Israel
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Re: Wie unterscheidet man Antisemitismus/Antizionismus von Israelkritik?

Beitragvon Liegestuhl » Mo 8. Jan 2018, 13:32

ANTISEMITISMUS UND ISRAELKRITIK

Niemand will ein Antisemit sein

Antisemitische Ressentiments haben wir alle in unserem kulturellen Gepäck. Es gilt endlich damit anzufangen, diese ehrlich aufzuarbeiten, auch wenn es schmerzhaft ist.


https://causa.tagesspiegel.de/gesellsch ... -sein.html

Interessanter Artikel zum Thema.
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Re: Wie unterscheidet man Antisemitismus/Antizionismus von Israelkritik?

Beitragvon Vongole » Mo 8. Jan 2018, 14:27

Liegestuhl hat geschrieben:(08 Jan 2018, 13:32)

https://causa.tagesspiegel.de/gesellsch ... -sein.html

Interessanter Artikel zum Thema.


Ja, besonders, weil er ausnahmsweise mal nicht importierten, sondern deutschen Juden-/Israelhass thematisiert.
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Re: Wie unterscheidet man Antisemitismus/Antizionismus von Israelkritik?

Beitragvon Tom Bombadil » Mo 8. Jan 2018, 15:11

93% der antisemitischen Straftaten werden von Rechtsextremen begangen: https://www.stern.de/panorama/antisemit ... 84744.html

Ehe man da Muslime an den Pranger stellt, sollte man zuerst vor der eigenen Haustüre kehren. Natürlich muss man ein wachsames Auge auch auf "importiertem Antisemitismus" haben, aber der ist momentan das deutlich geringere Problem, auch wenn die Verbrennung israelischer Fahnen vor dem Brandenburger Tor eine besondere Wirkung entfaltet.
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Re: Wie unterscheidet man Antisemitismus/Antizionismus von Israelkritik?

Beitragvon jellobiafra » Do 11. Jan 2018, 22:34

https://www.welt.de/politik/deutschland/article168436745/Zahl-der-antisemitischen-Delikte-in-Deutschland-steigt.html

Dunkelziffern gibt es offenkundig auch bei der Benennung der mutmaßlichen Täter. Nach den Angaben des Bundesinnenministeriums wurden 632 der 681 antisemitischen Delikte von Rechtsextremisten begangen (93 Prozent). Nur bei 23 Fällen wird ein religiöser oder ausländisch motivierter Hintergrund unterstellt, dabei handelt es sich um Extremismus, der durch ausländische Themen bestimmt ist, beispielsweise um den Palästinenser-Konflikt. 25 Delikte lassen sich nicht zuordnen, in nur einem Fall wird ein linksextremes Motiv angenommen.

Zweifel an der Darstellung, von wem die antisemitischen Taten ausgehen, äußert Benjamin Steinitz, Leiter der Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus (RIAS) in Berlin. Es gebe eine „Diskrepanz zwischen der Wahrnehmung der Betroffenen von antisemitischen Angriffen, Beleidigungen und Beschimpfungen und den polizeilichen Statistiken“, sagt Steinitz unter Berufung auf den Bericht des „Unabhängigen Expertenkreises Antisemitismus“, der auf Anregung der Bundesregierung im April von namhaften Wissenschaftlern vorgelegt worden war.


Darin heißt es, fremdenfeindliche und antisemitische Straftaten würden grundsätzlich immer dann dem Phänomenbereich „Politisch motivierte Kriminalität Rechts“ zugeordnet, „wenn keine weiteren Spezifika erkennbar“ und „keine Tatverdächtigen bekannt geworden sind“. So tauche der Schriftzug „Juden raus“ generell als „rechtsextrem motiviert“ in Statistiken auf, obwohl eine solche Parole auch in islamistischen Kreisen populär ist. „Damit entsteht möglicherweise ein nach rechts verzerrtes Bild über die Tatmotivation und den Täterkreis“, schrieben die Autoren des Expertenberichts.


Die meisten der Straftaten werden übrigens gar nicht aufgeklärt, weshalb die Aussage: 93 % der Taten würden von Rechtsextremen begangen, etwas irreführend ist. Sie werden lediglich der vermuteten Motivation nach, der PMK-Rechts zugeordnet.
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Re: Wie unterscheidet man Antisemitismus/Antizionismus von Israelkritik?

Beitragvon jellobiafra » Do 11. Jan 2018, 23:00

Ich schaue mir ja immer gerne die Originaldokumente an.

[url]
https://www.volkerbeck.de/wp-content/up ... n-2017.pdf[/url]

Kann sich jeder seine eigene Meinung bilden.
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Re: Wie unterscheidet man Antisemitismus/Antizionismus von Israelkritik?

Beitragvon Tom Bombadil » Do 11. Jan 2018, 23:43

Die Seiten 5 und 7 der Anlage sind doch recht eindeutig, die überwältigende Mehrheit der Tatverdächtigen hat die deutsche Staatsangehörigkeit. Es kann natürlich sein, dass es da auch welche mit Migrationshintergrund gibt, aber man kann den immer noch existierenden deutschen Antisemitismus nicht von der Hand weisen.
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Re: Wie unterscheidet man Antisemitismus/Antizionismus von Israelkritik?

Beitragvon Vongole » Fr 12. Jan 2018, 00:26

Das Problem besteht auch darin, dass Polizisten mit dem Begriff "antisemitische Straftat" kaum umgehen können oder wollen.
Bei Anzeigen wird regelmäßig versucht, dem Kind möglichst einen anderen Namen zu geben.

Beispiel aus eigenem Erleben:
Polizist: Also, sie wollen xyz wegen Beleidigung anzeigen.
Ich: Das auch, aber wegen anitisemitischer Beleidigung, xyz hat N. u.a. ein jüdisches Schwein genannt, es wäre ja bekannt, dass Juden immer betrügen.
Polizist: Na, das ist eine klare Beleidigung, jemanden ein Schwein zu nennen, was hat denn jüdisch damit zu tun? Er hätte ja auch katholisches Schwein sagen können.
Ich: Nehmen sie nun die Anzeige auf, wie ich sie stelle, als antisemitische Beleidigung?
Polizist: Wenn sie drauf bestehen, gute Frau, also Frau V. stellt Anzeige gegen XYZ wegen Beleidigung.

Der Freund, um den es ging, sprach nicht sehr gut deutsch, zog mich aber genervt aus der Polizeiwache.
Ich weiß aus meinem Bekanntenkreis, dass hier viele Juden diese und/oder ähnliche Erfahrungen gemacht haben.
Ein Rabbi aus meiner Stadt wurde von musl. Männern zusammengeschlagen, er war durch die Kippa erkennbar.
Für die Polizei ein Fall schwerer Körperverletzung, antisemitische Motivation sei nicht erkennbar, obwohl die Angreifer "Drecksjude" gerufen haben.
Insofern glaube ich diesen Statistiken nicht, die Zahl der antisemitischen Straftaten auf beiden Seiten liegt weit höher.
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Re: Wie unterscheidet man Antisemitismus/Antizionismus von Israelkritik?

Beitragvon Tom Bombadil » Fr 12. Jan 2018, 00:59

Okay, sowas ist natürlich auch ein Problem.
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Re: Wie unterscheidet man Antisemitismus/Antizionismus von Israelkritik?

Beitragvon King Kong 2006 » Fr 12. Jan 2018, 08:52

In den USA nennt man sowas wohl hate crime. Das ist in Deutschland schwieriger. Auch, wenn man Kümmeltürke, schwule Sau oder Spasti (bei einer sichtbaren Behinderung) genannt wird, wird vermutlich erstmal der Tatbestand der Beleidigung aufgenommen. Nicht im Besonderen Rassismus oder ein strafbarer Tatbestand im Kontext der sexuellen Identität o.ä. Wenn es um das öffentliche Interesse geht, dann sieht das meist anders aus. Z.B. bei Vandalismus auf jüdischen Friedhöfen oder aktuell bei dem Fall Noah Becker. Der Ottonormalverbraucher erlebt das wohl seltener.

Germany

The German Criminal Code does not have hate crime legislation, but instead criminalizes hate speech under a number of different laws, including Volksverhetzung. In the German legal framework motivation is not taken into account while identifying the element of the offence. However, within the sentencing procedure the judge can define certain principles for determining punishment. In section 46 of the German Criminal Code it is stated that "the motives and aims of the perpetrator; the state of mind reflected in the act and the willfulness involved in its commission."[31] can be taken into consideration when determining the punishment; under this statute, hate and bias have been taken into consideration in sentencing in past cases.[32]

Hate crimes are not specifically tracked by German police, but have been studied separately: a recently published EU "Report on Racism" finds that racially motivated attacks are frequent in Germany, identifying 18,142 incidences for 2006, of which 17,597 were motivated by right wing ideologies, both about a 14% year-by-year increase.[33] Relative to the size of the population, this represents an eightfold higher rate of hate crimes than reported in the US during the same period.[34] Awareness of hate crimes and right-wing extremism in Germany remains low.[35]

https://en.wikipedia.org/wiki/Hate_crime#Germany
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