Wie unterscheidet man Antisemitismus/Antizionismus von Israelkritik?

Moderator: Moderatoren Forum 3

Benutzeravatar
Liegestuhl
Beiträge: 35069
Registriert: Mo 2. Jun 2008, 11:04
Benutzertitel: Herzls Helfer
Wohnort: אולדנבורג

Re: Wie unterscheidet man Antisemitismus/Antizionismus von Israelkritik?

Beitragvon Liegestuhl » Do 18. Mai 2017, 07:43

Selbsternannte Israelkritiker feinden den Autor eines Kochbuches über Israel an:

Wegen Israel-Kochbuch
Anfeindungen gegen Promi-Koch Reeh

„Es geht um die Kultur des Essens in diesem Land. Jeder darf natürlich seine Meinung sagen. Ich finde es aber schwierig. Denn es ist ein Kochbuch. Es ist kein Buch, in dem ich etwas über Religion oder politische Ausrichtungen schreibe“, ringt Reeh regelrecht um Worte.


http://www.fnp.de/lokales/frankfurt/sta ... 66,2627878

Der Judenhass kennt an Dämlichkeit und Dreistigkeit offensichtlich keine Grenzen.
Ein Hütchen mit Federn, die Armbrust über der Schulter, aber ein Jäger ist es nicht.
Benutzeravatar
Vongole
Beiträge: 188
Registriert: Di 24. Mär 2015, 18:30

Re: Wie unterscheidet man Antisemitismus/Antizionismus von Israelkritik?

Beitragvon Vongole » Fr 19. Mai 2017, 00:57

Liegestuhl hat geschrieben:(18 May 2017, 08:43)

Selbsternannte Israelkritiker feinden den Autor eines Kochbuches über Israel an:



http://www.fnp.de/lokales/frankfurt/sta ... 66,2627878

Der Judenhass kennt an Dämlichkeit und Dreistigkeit offensichtlich keine Grenzen.


Natürlich nicht, die permante Hetze wirkt halt, leider.
Aber wahrscheinlich regen sich die Judenhasser auf, weil gerade ein irsraelisches Kochbuch die Vielfalt der isr. Mentalität aufzeigt, die Bereitschaft, sich nach vielen Seiten zu öffnen, auch z.B. der arabischen.
Ich glaube, es war Ger, der hier mal gefragt hat, warum Israel so viele wirtschaftlche Erfolge hat, genau aus diesem Grund.
Aber das will die Welt, die lieber ihre eigenen wirtschaftlichen Interessen mit u.a. dem Iran verfolgt, nicht wahrhaben, da glaubt man lieber dem Gerücht über die Juden.
Manchmal frage ich mich, was all diese Regierungen, NGO und andere selbsternannte pal. Menschenfreunde tun werden, wenn sie mit ihren Kampagnen Erfolg haben.
Wahrscheinlich klagen, das hätten sie natürlich nicht gewollt, aber die Juden wollten ja nicht hören.
Als die Juden das letzte Mal nicht gehört haben, weil sie einfach Deutsche waren, das Ergebnis kennen wir ja alle.
Dann können wir ja wieder Stolpersteine bauen, über die zwar niemand stolpert, aber wieder mal drauf tritt.
jellobiafra
Beiträge: 1025
Registriert: Sa 20. Sep 2008, 18:42

Re: Wie unterscheidet man Antisemitismus/Antizionismus von Israelkritik?

Beitragvon jellobiafra » Sa 20. Mai 2017, 21:06

Der Thread ist fast 9 Jahre alt und noch immer ist nicht klar, wie man Antisemitismus/Antizionismus von Israelkritik unterscheidet.
Benutzeravatar
unity in diversity
Beiträge: 4693
Registriert: So 21. Dez 2014, 09:18
Benutzertitel: Nachtfalter
Wohnort: Falena

Re: Wie unterscheidet man Antisemitismus/Antizionismus von Israelkritik?

Beitragvon unity in diversity » Sa 20. Mai 2017, 22:05

So, wie ich das verstanden habe, ist der Zionismus
ein kollektiver Schutzmantel.
Vereinzelt, in der Diaspora, sind Menschen wehrlos.
Deshalb brauchen sie eine Strategie (was wollen wir) und eine Taktik (wie wollen wir es erreichen).
Die Kunst der weltweiten Diplomatie muß darin bestehen, aus einem freien Land, keine Reservation zu machen.
Benutzeravatar
Vongole
Beiträge: 188
Registriert: Di 24. Mär 2015, 18:30

Re: Wie unterscheidet man Antisemitismus/Antizionismus von Israelkritik?

Beitragvon Vongole » Sa 20. Mai 2017, 23:55

jellobiafra hat geschrieben:(20 May 2017, 22:06)

Der Thread ist fast 9 Jahre alt und noch immer ist nicht klar, wie man Antisemitismus/Antizionismus von Israelkritik unterscheidet.


Doch, das ist glasklar, siehe Eröffnungspost.
Das Problem ist nur, dass der Unterschied entweder negiert oder bewusst nicht wahrgenommen wird, bzw. der Unterschied wird je nach Einstellung unter den Teppich der eigenen
politischen Anischt gekehrt. Oder unter den Teppich der jeweiligen Vorurteile.
Benutzeravatar
Vongole
Beiträge: 188
Registriert: Di 24. Mär 2015, 18:30

Re: Wie unterscheidet man Antisemitismus/Antizionismus von Israelkritik?

Beitragvon Vongole » Sa 20. Mai 2017, 23:56

unity in diversity hat geschrieben:(20 May 2017, 23:05)

So, wie ich das verstanden habe, ist der Zionismus
ein kollektiver Schutzmantel.
Vereinzelt, in der Diaspora, sind Menschen wehrlos.
Deshalb brauchen sie eine Strategie (was wollen wir) und eine Taktik (wie wollen wir es erreichen).
Die Kunst der weltweiten Diplomatie muß darin bestehen, aus einem freien Land, keine Reservation zu machen.


Hast du das mit der Reservation schon mal Europa geraten?
Da trifft das nämlich zu, siehe "Flüchtlingsdeal" z.B.
Bobo
Beiträge: 2319
Registriert: Fr 5. Okt 2012, 09:41

Re: Wie unterscheidet man Antisemitismus/Antizionismus von Israelkritik?

Beitragvon Bobo » Mo 22. Mai 2017, 07:33

bennyh hat geschrieben:(12 May 2017, 18:28)

Ist das nicht irgendwie ein bisschen widersprüchlich?


Nicht die Bohne.
Benutzeravatar
bennyh
Beiträge: 4229
Registriert: Sa 23. Feb 2013, 10:58
Benutzertitel: Verwarn.: 0
Wohnort: 123 Fake street

Re: Wie unterscheidet man Antisemitismus/Antizionismus von Israelkritik?

Beitragvon bennyh » Mo 22. Mai 2017, 09:26

Bobo hat geschrieben:(22 May 2017, 08:33)

Nicht die Bohne.

Wie lösen Sie den Widerspruch auf?
Best of pn:
- "Kannst du deine blöde Fresse nicht halten? Ich antworte nicht auf deine Zitate, also verpiss dich."
"Wennst mit der deppaten Fußzeile ofoahst, wars scho ghuifn."
Benutzeravatar
Moses
Moderator
Beiträge: 7020
Registriert: Di 20. Mär 2012, 14:43
Benutzertitel: Cogito ergo hic erro.
Wohnort: Bayern
Kontaktdaten:

Re: Wie unterscheidet man Antisemitismus/Antizionismus von Israelkritik?

Beitragvon Moses » Mo 22. Mai 2017, 09:50

Auch hier, Schreddern einstellen - zurück zum Thema.

Mod
Der Herr gebe mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich nicht hinnehmen kann, und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.
Benutzeravatar
elmore
Beiträge: 440
Registriert: Mo 23. Mär 2015, 20:34
Benutzertitel: Scheues Rehlein

Re: Wie unterscheidet man Antisemitismus/Antizionismus von Israelkritik?

Beitragvon elmore » Di 30. Mai 2017, 10:07

Da es sich hier fast schon um ein Ausnahmeereignis handelt, um das sich ausgerechnet faz-online
verdient macht, ein sehr guter Artikel über das Verhältnis der "neuen" Deutschen und
jener Fraktion ihrer politischen Vertreter, die höchste Staatsämter bekleiden und
natürlich dabei ihren politischen Stallgeruch nicht vergessen. Jenen der SPD und ihrem
Verhältnis zu Juden, Israel und den Palästinensern und was man dabei zu ertragen
hat:

Israel, Juden und die SPD
Vom Kniefall zu vielen Versehen
1970 gedenkt Willy Brandt auf Knien der toten Juden Europas.
2017 legt Frank-Walter Steinmeier einen Kranz für Arafat ab und Sigmar Gabriel interpretiert den Holocaust neu.
Warum passieren einigen Sozialdemokraten solche Versehen, wenn es um Juden, um Israel geht?

(30.05.2017, von ANNA PRIZKAU auf faz-online)
http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/israel-juden-und-die-spd-vom-kniefall-zu-vielen-versehen-15034039.html


Durch den Kanzlerkandidaten Schulz (der die Rede von Abbas - und sein altes und
neues Märchen der Brunnenvergiftung von palästinensischen Wasser durch Juden - vor dem EU-Parlament (2016) als "inspiring"
befand, während das Parlament dem "Wasserrechtler" Abbas Beifall zollte).

Jener Schulz, der zwar Gabriels Zuneigung zu Abbas und IDF-feindlichen NGOs wie
breaking the silence als völlig normal ansieht, weil solche Organisationen das wahre
Israel präsentieren, wie AM Sigmar Gabriel (SPD) meint, um im gleichen Atemzug
Kritik an der Bundeswehr als unberechtigten Generalverdacht empört zurückzuweisen...

----------------
Zitatanfang aus dem FAZ-net Artikel:
"Besser den israelischen Ministerpräsidenten vergleichen: April 2017. Sigmar Gabriel besucht Israel, besucht die Organisation Breaking the Silence,
Netanjahu sagt dann das Gespräch mit Gabriel ab. Die „Süddeutsche Zeitung“ vergleicht: „Kollision mit Wladimir Tayyip Netanjahu“.

Das muss man nicht kommentieren, doch den Fall Gabriel-trifft-Breaking-the-Silence besprechen. Zwar kriminalisiert die israelische Nichtregierungsorganisation
mit ihrer oft schlecht recherchierten Kritik die ganze Armee, doch sie beweist, dass die Demokratie Israels, auch unter einem machtliebenden, Sara-Netanjahu-verliebten
und der Korruption nicht abgeneigten Premier vieles erträgt.

Wäre in Deutschland, das anscheinend auch einige nicht so saubere Soldaten bezahlt,
etwas wie Breaking the Silence denkbar, erträglich?
Nach Martin Schulz sicher nicht; der sagte, dass ein Generalverdacht gegen die Bundeswehr skandalös sei.
Das heißt, dass Sozialdemokraten etwas von Israel fordern, was sie in Deutschland nicht zulassen wollen."

(Zitatende)
----------------


Der sehr lesenswerte Artikel endet mit einem denkwürdigen Erlärungsversucht, der hinsichtlich der auffällig häufigen Versehen der SPD und
ihrer SpitzenpolitikerInnen in Bezug auf Juden, Israel und ihre Partei immerhin ein Versehen nicht ausschließt…

Ein mutiger Artikel, endlich einmal, möchte man sagen, mit dem sich immerhin ein großes Leitmedium unserer hiesigen
Presselandschaft klar äussert: Ein Artikel, der die Mauer des Schweigens in der deutschen Öffentlichkeit durchbricht…
"breaking the silence", hier ist diese Bezeichnung im Wortsinne verdient und berechtigt:


----------------
Zitatanfang aus dem Schluß des faz-net Artikels:
"Sind die Versehen von Gabriel nur Strategie?
Und was heißt das für Deutschland? Der neue Bericht zum Antisemitismus antwortet so: „Bei der Politik, die Israel macht, kann ich gut verstehen,
dass man etwas gegen Juden hat.“ Dieser Aussage stimmen im Jahr 2014 28 Prozent der Befragten zu. 2016 steigt der Wert auf 40 Prozent.
Abenteuerlicher aber ist eine Aussage, bei der 24 Prozent der Deutschen 2016 nicken: „Was der Staat Israel heute mit den Palästinensern macht,
ist im Prinzip auch nichts anderes als das, was die Nazis im Dritten Reich mit den Juden gemacht haben.“ Da ist sie wieder – die berühmte Opfer-Täter-Verdrehung!

Der sogenannte israelbezogene Judenhass ist beliebt. Die SPD will es sein. Sind so die Versehen von Gabriel und seinen Kollegen nur Strategie? Suchen sie Wähler?
Dagegen spricht die Geschichte ihrer Partei. Im Kaiserreich kämpfte sie gegen die Unterdrückung, kämpfte dann gegen Nazis; Menschen mit einem Parteibuch wurden in Hitlers Lagern zu Rauch,
und Willy Brandt kniete.

Deshalb muss man den sozialdemokratischen Beifall für alte Antisemiten-Geschichten, die Verneigung vor einem Israelhasser, das etwas andere Erinnern der Schoa und die Israel-Deutschland-Bigotterie anders erklären.
Die Erklärung heißt vielleicht Deutschland.


Der gute Deutsche, der mal Willy Brandt war, ist heute ein anderer. Denn Deutschland ist heute ein anderes. Seit der Wiedervereinigung lebt es ohne Aufsicht.
Die Alliierten sind weg. Auch das Schuldtrauma verschwindet langsam. Das Vorbild Brandt ist nicht nur alt, es ist fremd, da nur wenige Großeltern haben mit einer Willy-Brandt-Biographie,
dem Lebenslauf eines Widerstandskämpfers. Außerdem ist Deutschland stark, wirtschaftlich mächtig geworden.
Wozu also als Sozialdemokrat oder Professor oder „Spiegel-Online“-Kolumnist noch die Schuldgeschichte erzählen?
Besser andere Schuldige suchen.

Der gute Deutsche beschäftigt sich nicht mehr mit dem Gestern. Um Verzeihung auf Knien will er nicht bitten. Die Zeit heilt alle Wunden und auch alle Gesten.
Das zeigen Gabriel, Steinmeier, Schulz. Aus ihnen spricht das deutsche Bewusstsein von heute. Doch auch diese Erklärung kann ein Versehen sein.

(Zitatende).


--------------------------
Chapeau, Frau Prizkau!
Ein Fröschlein sitzt auf dem Kopf von Erdogan.
"Fröschlein, wie geht es dir?" - "Bis auf das Geschwür an meinem Arsch ganz gut", erwiderte dieses.
Benutzeravatar
Gutmensch1
Beiträge: 103
Registriert: Mi 30. Mär 2016, 09:29

Re: Wie unterscheidet man Antisemitismus/Antizionismus von Israelkritik?

Beitragvon Gutmensch1 » So 18. Jun 2017, 17:00

jellobiafra hat geschrieben:(20 May 2017, 22:06)

Der Thread ist fast 9 Jahre alt und noch immer ist nicht klar, wie man Antisemitismus/Antizionismus von Israelkritik unterscheidet.



Doch, es ist recht einfach zu unterscheiden. Israelkritik enthält keinen ideologischen Hass auf Juden, den jüdischen Staat oder dessen Existenz. ;)
Benutzeravatar
elmore
Beiträge: 440
Registriert: Mo 23. Mär 2015, 20:34
Benutzertitel: Scheues Rehlein

Re: Wie unterscheidet man Antisemitismus/Antizionismus von Israelkritik?

Beitragvon elmore » So 25. Jun 2017, 10:10

Ich stelle das mal hier ein, was andernthreads nicht möglich ist, und kopiere das Zitat,
auf das ich antwortete, mit ein. Ich denke, dass gerade die hier angesprochene Thematik
hier regelkonform aufgehoben ist. Es ist kein Seitenhieb auch die Sperrung des Arte/Doku-Threads,
das möchte ich betonen.

Nomen Nescio hat geschrieben:(25 Jun 2017, 08:38)

ich wage zu behaupten daß antisemitismus sich antizyklisch zu der wirtschaft verrhält. je mehr wirtschaftliche probleme, je mehr antisemitismus laut wird. und ja, wirtschaftliche probleme ist SEHR relativ.


Zur Sache und zum Thema:
Antisemitismus ist kein Phänomen wirtschaftlicher Zusammenhänge oder Wechselwirkungen. Auch keines sog. prekärer existenzieller Lebensverhältnisse.
Wenn du dir den vorstehend von "schoko" verlinkten Artikel durchliest oder durchgelesen hast, weiss du, dass du da einem Irrtum aufsitzt:

Zitat aus eben jenem Artikel:
"Die Linguistin Monika Schwarz-Friesel hat über zehn Jahre hinweg die Zuschriften ausgewertet, die der Zentralrat der Juden in Deutschland und die israelische Botschaft täglich erhalten. Über die Hälfte dieser Schreiben stammen aus der Feder von Professoren, Ärzten, Lehrern.

Prof. Schwarz-Friesel kam im übrigen auch in der Dokumentation vor und ihre Ergebnisse wurden unter anderem vom WDR und auch anderen als unzulässig, unzutreffend, entstellend oder auch allgemein nicht aussagekräftig denunziert, weil solch eng abgegrenzte Betrachtungsräume
wie Briefe, Mails etc. an die israelische Botschaft oder den Zentralrat der Juden fast zwangsläufig ein Negativergebnis erzeugen, sozusagen ein Selbstläufer als Antisemitismusbeweis seien, der aber allgemein über das Vorhandensein oder dessen Zunahme (hier auf Deutschland bezogen)
wenig oder gar keine Aussagekraft habe. Klar, wenn man Juden direkt beschimpft und diffamiert, sozusagen postalisch richtig addressiert, ist das kein Beleg für Antisemitismus, und vor allem von wem und aus welcher gesellschaftlichen Ecke er kommt.

Nämlich aus der bürgerlich-liberalen und linkshumanitären Intellektuellenecke (intellektuell zumindest im Sinne hoher akademischer Bildungsabschlüsse). Über die Hälfte davon. Und das über einen Zeitraum von zehn !! Jahren, innerhalb einer Existenz- und Einkommensschicht unserer
Gesellschaft, die gerade nicht den zyklischen ups and downs konjunktureller oder wirtschaftlicher Entwicklungen/Veränderungen folgt, im Sinne von Krisen und Risiken des Arbeitsplatzverlusts, Verringerung oder Verlust einer gesicherten Einkommensbasis oder drohende Verarmung
im Ruhestand usw. - Gerade jene Einkommens- und Berufsschichten, die diesen wirtschaftlichen Zyklen, von denen du sprichst, am allerwenigsten oder gar nicht ausgeliefert sind, zeigen also ihre oft scheinheilig als "Israelkritik" kaschierte, deswegen auch besonders perfide antisemitische Fratze
ungebrochen und ungehemmt, besser gesagt immer offener und ungehemmter.

Mit tatsächlichen Wirtschaftsabläufen und dessen zyklischen Veränderungen hat Antisemitismus wenig bis nichts zu tun. Ausser der allgemeinen Tatsache, dass Menschen in existenziellen Notsituationen ohne Arbeit und Zukunft fast jeder Ideologie und politischen Führung hinterherlaufen können, wenn sie ihnen Arbeit und Brot verspricht oder mitunter auch -pseudosozial -beschafft. Wie das Hitlers Nazisregime auch tat bzw. ausnutzte (Allerdings nicht mit dem Motiv und Ziel, die Zukunft und Existenz der Menschen nachhaltig verbessern zu wollen. Wie bekannt, war die Intention und das Interesse dieser irreführend als "sozialistisch oder sozial" lackierten Komponente der Nazischwerverbrecher-Ideologie und ihres Regimes eine ganz andere . Nicht Massenarbeitslosigkeit, sondern Massenmord. An den Juden. Auch wenn der "große Historiker" und damalige Generalsekretär der CSU, Edmund Stoiber,
bereits Ende der Siebziger in einem Interview der Frankfurter Rundschau erklärte:"Wir müssen begreifen, dass die Nationalsozialisten in erster Linie Sozialisten waren", macht das in diesem Zusammenhang nichts richtiger. Es sei denn, man betrachtet den Tod als einzig wahren und echten Sozialisten.
Dann könnte man Äh-munds steiler und wirrer These sogar zustimmen. Die Nazis wären damit die größten Sozialisten aller Zeiten. Bewiesen durch ca. sechs Millionen ermorderte Juden und Versacher millionfacher Kriegstoter.

Zurück zum Kern deiner These:
Es ist ein weiteres und durchaus beliebtes Gerücht, dass wirtschaftliche Entwicklungen eine Ursache oder sogar die Hauptursache für aufkeimenden Judenhass und Antisemitismus sind. Eine antisemitische Zusammenhangsfama, die teils bewusst oder auch unbewusst als
Begründung oder Ursache angeführt wird. Die ausserdem auch noch suggestiv einige der ältesten und übelsten, generellen Hetzklischees gegen Juden bedient bzw. transportiert und teils recht wirr in Zusammenhang stellt: Weltfinanzjudentum, die Juden sind immer reich, natürlich nur, weil sie den Rest der Menschheit aussaugen und das Proletariat unterdrücken und unterjochen ...usw. undsofort...
Ein antisemitische Verdachtsfama, die besonders gerne von sog. systemkritischer linker oder linskliberaler Postionierung heraus behauptet wird und damit die soziale Frage der Verteilungsgerichtigkeit und Kapitalismuskritik mit antisemitischen Ressentiments
vermischt.

Also Vorsicht, lieber nomen nescio. ;)

---
edit: paar Schreibfehler ausgebessert, elmore.
Ein Fröschlein sitzt auf dem Kopf von Erdogan.
"Fröschlein, wie geht es dir?" - "Bis auf das Geschwür an meinem Arsch ganz gut", erwiderte dieses.
Benutzeravatar
Nomen Nescio
Moderator
Beiträge: 10148
Registriert: So 1. Feb 2015, 19:29

Re: Wie unterscheidet man Antisemitismus/Antizionismus von Israelkritik?

Beitragvon Nomen Nescio » So 25. Jun 2017, 11:11

elmore hat geschrieben:(25 Jun 2017, 11:10)

in toto

Also Vorsicht, lieber nomen nescio. ;)

ich schaue nach geschichtliche ereignissen. judenverfolgungen fanden ihr höhepunkt wenn es die menschen schlecht ging.

lese auch die antwort die ich von benniy bekam, als ich fragte was eigentlich die ursache war daß mehrere menschengruppen immer verfolgt wurden. denk an den den holocaust, an die verfolgung der armenier durch die türken (1915 ?), die massenhafte tötung von chinesen in südostasien.
...their economic aptitude, financial success, clannishness, common prejudices and paranoia against businesses and moneylending among other groups, and often disproportionate representation in universities and in politics, high representation in commerce and some high end white collar professional and managerial positions can cause resentment among the native population of a country. Middleman Minorities can be victims of violence, genocide, racialist programs, or other forms of repression. Other ethnic groups often accuse them of plotting conspiracies against their nation or of stealing wealth from the native population.

um mit einem zitat zu enden »it's the economy, stupid«.
nathan über mich: »er ist der unlinkste Nicht-Rechte den ich je kennengelernt habe. Ein Phänomen!«
blues über mich: »du bist ein klassischer Liberaler und das ist auch gut so.«
Benutzeravatar
Nomen Nescio
Moderator
Beiträge: 10148
Registriert: So 1. Feb 2015, 19:29

Re: Wie unterscheidet man Antisemitismus/Antizionismus von Israelkritik?

Beitragvon Nomen Nescio » So 25. Jun 2017, 11:15

Selina hat geschrieben:(25 Jun 2017, 12:12)

Genau. Mich würde die Meinung der User zum Strang-Thema wirklich interessieren. Ich präzisiere die Strang-Frage ein wenig: Wie unterscheidet man Antisemitismus von Israelkritik? Oder anders gefragt: Ist Kritik an politischen Entscheidungen und Handlungsweisen der israelischen Regierung per se gleichzusetzen mit Antisemitismus?

NEIN
nathan über mich: »er ist der unlinkste Nicht-Rechte den ich je kennengelernt habe. Ein Phänomen!«
blues über mich: »du bist ein klassischer Liberaler und das ist auch gut so.«
Benutzeravatar
Quatschki
Beiträge: 6959
Registriert: Mi 4. Jun 2008, 08:14
Wohnort: rechtselbisch

Re: Wie unterscheidet man Antisemitismus/Antizionismus von Israelkritik?

Beitragvon Quatschki » So 25. Jun 2017, 11:38

Selina hat geschrieben:(25 Jun 2017, 12:12)

Genau. Mich würde die Meinung der User zum Strang-Thema wirklich interessieren. Ich präzisiere die Strang-Frage ein wenig: Wie unterscheidet man Antisemitismus von Israelkritik? Oder anders gefragt: Ist Kritik an politischen Entscheidungen und Handlungsweisen der israelischen Regierung per se gleichzusetzen mit Antisemitismus?

Es kommt auf die Motivation an, aus der heraus Israelkritik geübt wird.
Wenn die Kritiker nach den gleichen Maßstäben Türkeikritik, Saudi-Arabien-Kritik oder Chinakritik üben, kann man davon ausgehen, dass Antisemitismus nicht die Antriebskraft ist.
Benutzeravatar
Liegestuhl
Beiträge: 35069
Registriert: Mo 2. Jun 2008, 11:04
Benutzertitel: Herzls Helfer
Wohnort: אולדנבורג

Re: Wie unterscheidet man Antisemitismus/Antizionismus von Israelkritik?

Beitragvon Liegestuhl » So 25. Jun 2017, 11:40

Selina hat geschrieben:(25 Jun 2017, 12:12)
Oder anders gefragt: Ist Kritik an politischen Entscheidungen und Handlungsweisen der israelischen Regierung per se gleichzusetzen mit Antisemitismus?


Nein. Das ist ein Argument, das gerne von Antisemiten hervorgeholt wird, um kübelweise Scheiße über Juden auszugießen und es anschließend als Israelkritik zu verkaufen. Die israelische Regierung darf kritisiert werden und sie wird es auch.
Ein Hütchen mit Federn, die Armbrust über der Schulter, aber ein Jäger ist es nicht.
Benutzeravatar
Selina
Beiträge: 4517
Registriert: Do 29. Sep 2016, 14:33

Re: Wie unterscheidet man Antisemitismus/Antizionismus von Israelkritik?

Beitragvon Selina » So 25. Jun 2017, 11:53

Quatschki hat geschrieben:(25 Jun 2017, 12:38)

Es kommt auf die Motivation an, aus der heraus Israelkritik geübt wird.
Wenn die Kritiker nach den gleichen Maßstäben Türkeikritik, Saudi-Arabien-Kritik oder Chinakritik üben, kann man davon ausgehen, dass Antisemitismus nicht die Antriebskraft ist.


... und selbstverständlich auch "Deutschlandkritik". Womit ja nie der gesamte Staat und die gesamte Gesellschaft, sondern immer die jeweils herrschende Regierungspolitik gemeint ist. Trotzdem gebe ich den Leuten recht, die sagen, "Israelkritik" sei ein merkwürdig ungenauer und verschleiernder Begriff. Wenn es etwas zu kritisieren gibt, sollte man schon Ross und Reiter nennen. Da ist natürlich was dran. Zum Beispiel die Frage der Siedlungspolitik, die je nach Machtverhältnissen in Israel ja unterschiedlich beantwortet wird. Ein klares Nein zu dieser Siedlungspolitik kann ich da gegenwärtig nicht erkennen.
Drüben im Walde kängt ein Guruh - Warte nur balde kängurst auch du. Joachim Ringelnatz
Benutzeravatar
Quatschki
Beiträge: 6959
Registriert: Mi 4. Jun 2008, 08:14
Wohnort: rechtselbisch

Re: Wie unterscheidet man Antisemitismus/Antizionismus von Israelkritik?

Beitragvon Quatschki » So 25. Jun 2017, 12:27

Selina hat geschrieben:(25 Jun 2017, 12:53)
Ein klares Nein zu dieser Siedlungspolitik kann ich da gegenwärtig nicht erkennen.

"Kein Mensch ist illegal" muß auch gelten für illegale Siedler
Nach Verständnis der Linken kann es nicht verwerflich sein, sich da niederzulassen, wo man sich wohlfühlt. Es muß eben nur ein vernünftiger Modus des Zusammenlebens ausgehandelt werden mit denen, die schon länger da leben.
Was menschlicher Wahn erschuf, kann durch menschliche Einsicht überwunden werden.
Benutzeravatar
Bleibtreu
Beiträge: 6227
Registriert: Mi 27. Feb 2013, 11:58
Benutzertitel: Freigeist
Wohnort: Tel Aviv // Paris

Re: Wie unterscheidet man Antisemitismus/Antizionismus von Israelkritik?

Beitragvon Bleibtreu » So 25. Jun 2017, 13:14

Nomen Nescio hat geschrieben:(25 Jun 2017, 12:11)

ich schaue nach geschichtliche ereignissen. judenverfolgungen fanden ihr höhepunkt wenn es die menschen schlecht ging. [...]

Das ist historisch falsch und damit eine unzulaessige Simplifizierung, eine "Verniedlichung" des tatsaechlichen Hasses. Du kannst nur Menschen dazu bringen eine bestimmte Gruppe zu meucheln, wenn bereits eine sehr starke Abneigung gegen diese vorhanden ist. Auch Hitler konnte sich an dem bedienen, was bereits im kollektiven Gedaechtnis vorhanden war: Dem seit Jahrhunderten grassierenden JudenHass in Europa.

Das erste Judenpogrom in Europa war das Massaker von Granada (1066), welches auf der von den Mauren eroberten, islamisch geprägten Iberischen Halbinsel stattfand.
In Mitteleuropa kam es zu ersten großen Judenverfolgungen zur Zeit des Ersten Kreuzzugs (1096–1099) [...] Nach der Eroberung Jerusalems (1099) verübten die Ritter des Kreuzfahrerheeres nicht nur ein Massaker unter den muslimischen Einwohnern der „Heiligen Stadt“, sondern ermordeten auch alle Mitglieder der jüdischen Gemeinde von Jerusalem. Sie erließen ein Gesetz, das Juden und Muslime zukünftig aus der Stadt verbannte.[...]

Im Spätmittelalter kam es im deutschsprachigen Raum ausgehend von der Region Franken zu überregionalen Judenpogromen. Während des „Rintfleischpogroms“ (1298) wurden unter Führung des fränkischen Edelmannes Rintfleisch und während der Armledererhebung (1336–1338) unter Führung eines Raubritters, der sich „König Armleder“ nennen ließ, zahlreiche jüdische Gemeinden ausgelöscht.

Besonders schlimm waren die sogenannten „Pestpogrome“ während der Pestwelle in den Jahren 1348 bis 1353. Den Juden wurde vorgeworfen, die Brunnen vergiftet zu haben, um alle Christen zu ermorden. Dieser Glaube wurde dadurch befeuert, dass die Juden nicht in dem Maße von der Epidemie betroffen waren wie die übrige Bevölkerung; Grund dafür waren die von ihnen praktizierten, rituellen Reinheitsvorschriften. Die Juden waren meist im Zins- und Wechselgeschäft oder als Pfandleiher tätig. Den Christen dagegen war der „Wucher“ – das Verleihen von Geld gegen Zinsen – wegen des von der Katholischen Kirche erlassenen Zinsverbots nicht gestattet; Juden durften nur untereinander keine Geldgeschäfte tätigen.


[...]Judenpogrome haben religiöse, politische und finanzielle Ursachen, die man als „Judenfeindlichkeit“ zusammenfasst. Sie wurden oft durch judenfeindliche Mythen wie der Weltverschwörungstheorie und die Unterstellung von Ritualmorden, Brunnenvergiftungen und Hostienschändungen initiiert. Judenpogrome waren Erscheinungen des Antijudaismus in der Vergangenheit bis hinein in die Gegenwart.

Mit finanziellen Ursachen ist mitnichten Armut gemeint, sondern auch Neid und Gier:
Vor allem die reichen jüdischen Gemeinden wurden Opfer der unorganisierten Kreuzfahrer aus Frankreich und aus dem westdeutschen Raum. Dem eigentlichen Kreuzzug der Ritter ging im Frühjahr 1096 der Volks- oder Bauernkreuzzug voraus. Die daran Beteiligten beschlossen zunächst die Juden, die ebenso wie die Muslime als Feinde des Christentums betrachtet wurden, aus den eigenen Territorien zu vertreiben und sich deren Besitz anzueignen. Die im Rheinland ansässigen Juden wurden von den etwa 15.000 Teilnehmern des Bauernkreuzzuges, die sich dort längere Zeit aufhielten, überrannt und vor die Wahl „Taufe oder Tod“ gestellt. Tausende die nicht zum Christentum konvertieren wollten, wurden erschlagen.

[...] Nach Judenpogromen und Vertreibungen wurden die von ihnen einbehaltenen Schuldscheine meist für ungültig erklärt. Die Pogrome führten dazu, dass danach kaum noch Juden in Mitteleuropa existierten.


Ein anderes Beispiel:
In Speyer, Worms und Mainz kam es zu den ersten großen Judenpogromen des Abendlandes. Allein in Mainz ermordete ein wilder Haufen unter Führung des Grafen Emicho von Leiningen 700 Juden, die im burgartigen Bischofspalast Schutz gesucht hatten.


Ein weiteres aus einer anderen Quelle
1598 beispielsweise wurde bei Lublin eine Kinderleiche gefunden – ein Vorfall, der eine Lawine von Ritualmordprozessen einleitete, die in Schüben das ganze folgende Jahrhundert anhalten sollte.
Zuletzt geändert von Bleibtreu am So 25. Jun 2017, 13:33, insgesamt 1-mal geändert.
• This right is the natural right of the Jewish people to be masters of their own fate, like all other nations, in their own sovereign State [Ben-Gurion]

https://www.shabak.gov.il/english/Pages/index.html#=2
Benutzeravatar
elmore
Beiträge: 440
Registriert: Mo 23. Mär 2015, 20:34
Benutzertitel: Scheues Rehlein

Re: Wie unterscheidet man Antisemitismus/Antizionismus von Israelkritik?

Beitragvon elmore » So 25. Jun 2017, 13:30

Selina hat geschrieben:(25 Jun 2017, 12:53)

... Ein klares Nein zu dieser Siedlungspolitik kann ich da gegenwärtig nicht erkennen.


Warum sollten sie auch? Es ist ja ihr Land.

In Deutschland ist ja auch die Regierung nicht abgeneigt, eine ausgeprägte Siedlungspolitik
in den Gebieten zu verfolgen, die ihnen im großen Verteidigungskrieg (gern auch "Kalter Krieg" genannt)
gegen die Übernahme der kommunistischen Weltherrschaft als legitime Kriegsbeute zufielen. Und das sogar angesichts der
Tatsache, dass dieser deutschen Siedlungspolitik sogar die Vernichtung eines weltweit
anerkannten Staates vorausging. Und nicht nur das, es wurde gleichzeitig die
Nation des Ostdeutschen Volkes ausgelöscht, seine kulturelle und politische Identität regelrecht
ver"kohlt" :D . Peng. "Adios Erich! - Schlammere sunft!"

Kritisierst du die deutsche Regierung wg. ihrer Siedlungspolitik auch so gerne und obsessiv,
wie die israelische?

Ich habe dabei nie mitbekommen, dass man in oder aus Israel Deutschland dafür so
manisch-helfend kritisiert hätte, noch weniger müsse. Für seine Siedlungspolitik. Oder allfällige
Menschenrechtsverletzungen oder Unterdrückung von Frauenrechten usw.
Okay, letztere haben vielleicht nichts mit Siedlungspolitik zu tun. Sondern allenfalls mit
Besiedelung in eher naturwissenschaftlichen Umfeldern.

Israelkritik, insbesondere sog. Siedlungspolitik, präziser formuliert, politisch legitime, antisemitismusunverdächtige, sogenannte rein"rassige" Regierungskritik
bestimmter Teilaspekte dieser Siedlungspolitik ist kein Novum, seit Premierminister Netanjahu
und eine zugegeben, etwas konservativer geprägte Regierung in diesem
Land am Ruder sitzt. Auch nicht die Kritik an israelischer Siedlungspolitik.

Diese sog. berechtigte Siedlungskritik begann schon damit, das sich der Staat Israel erlaubte, sich auszurufen.
Bereits das war der erste und seit fast siebzig Jahren im Raum stehende Vorwurf illegaler Siedlungspolitik,
die sich die erste Regierung dieses Staates "erlaubte", auch noch unter vollumfänglicher Zustimmung der
dort bereits lebenden Bevölkerung.

Bis heute wird, je nach dem Grad des völligen politischen Wahnsinns, zeitgeschichtlicher Faktenignoranz, realpolitischer
Negierung geschaffener Fakten und/oder allgemeiner, ideologischer Verunfallung sowohl die
Legitimität als auch die tatsächliche Handlung einer Besiedelung seitens Israel und dessen Regierung
als verbrecherisch, illegal, und apartheitsgleich beleumundet.


Der Vorwurf illegitimer Siedlungspolitik in Richtung Israelischer Regierung
ist immer antisemitisch, antizionistisch und damit in seinem Kern delegitimierend.
Er kann auch deshalb nicht, besonders in der Frage der Siedlungspolitik
auf stubenreine, reine Regierungskritik reduziert werden.
Selbst dann nicht, wenn man großzügigerweise diesem Staat und seinen
Menschen sogar einen gewissen Landzipfel zugesteht. So wie man den Bayern
ja auch nolens-volens sogar zwei Zipfel zugesteht. Die der Weisswurst.

Israelische Regierungen werden, seit es welche gibt, automatisch und
generell in Frage gestellt, weil es sie gibt. Weil es den Staat der Juden gibt.
Der auch noch auf seinem Selbstbestimmungsrecht besteht,
auch darauf, was auf seinem legitimen Hoheitsgebiet geschieht.
Und genau das geht uns Deutsche soviel an wie einen pfälzischen Kaminkehrer
die Fischereirechte der isländischen Fischer. Nämlich rein gar nichts.

Wird etwa die Besiedlungspolitik Putins auf der Krim so
obsessiv und aufmerksam begleitet? Er und die Regierung der
russischen Föderation überhaupt dafür kritisiert?

Mit voll ausgestrecktem Zeigefinger:
"Guckt mal, der Putin, besiedelt schon wieder illegal die Krim (und Hilde). Oder beide.
Das ist ja Besatzungs- und Apartheidspolitik vom Feinsten!"
Tpfui! usw.

btw:
Hat Gabriel schon mal die ukrainische Krim besucht und dort "Apartheit!" gerufen?
Russische Soldaten mit seinem Besatzungsregime-Blick abgestraft?
War ihm wichtiger, mit Krimtartaren ein Bier zu trinken, statt mit Waldimir
Kasatschok (okay, ohne Prisjadka) zu tanzen, bis der Wodka aus dem Diplomatenkragen
läuft? Eben.

edit: Schreibfehler ausgebessert.
Zuletzt geändert von elmore am So 25. Jun 2017, 13:43, insgesamt 2-mal geändert.
Ein Fröschlein sitzt auf dem Kopf von Erdogan.
"Fröschlein, wie geht es dir?" - "Bis auf das Geschwür an meinem Arsch ganz gut", erwiderte dieses.

Zurück zu „35. Israel & Palästina“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast