Wie unterscheidet man Antisemitismus/Antizionismus von Israelkritik?

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Liegestuhl
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Re: Wie unterscheidet man Antisemitismus/Antizionismus von Israelkritik?

Beitragvon Liegestuhl » Fr 10. Nov 2017, 18:58

ryu1850 hat geschrieben:(10 Nov 2017, 15:44)

Ok, warum werden die Juden denn getötet? Weil sie Besatzer sind nicht weil sie Juden sind. Natürlich werden die arabischen Israelis nicht getötet, sie sind ja auch keine Besatzer.

Und warum werden dann Juden getötet, die gegen die Besatzung sind?
Ein Hütchen mit Federn, die Armbrust über der Schulter, aber ein Jäger ist es nicht.
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Re: Wie unterscheidet man Antisemitismus/Antizionismus von Israelkritik?

Beitragvon ryu1850 » Fr 10. Nov 2017, 19:18

Liegestuhl hat geschrieben:(10 Nov 2017, 18:58)

Und warum werden dann Juden getötet, die gegen die Besatzung sind?


Wo werden denn Juden in Westeuropa die sich explizit gegen Israel aussprechen von Moslems getötet?
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Liegestuhl
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Re: Wie unterscheidet man Antisemitismus/Antizionismus von Israelkritik?

Beitragvon Liegestuhl » Fr 10. Nov 2017, 19:51

ryu1850 hat geschrieben:(10 Nov 2017, 19:18)

Wo werden denn Juden in Westeuropa die sich explizit gegen Israel aussprechen von Moslems getötet?


Die Terroristen in Israel nehmen keine Rücksicht darauf, ob jemand für oder gegen die Besatzung ist. Die Menschen werden getötet, weil sie Juden sind.
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Re: Wie unterscheidet man Antisemitismus/Antizionismus von Israelkritik?

Beitragvon ryu1850 » Fr 10. Nov 2017, 19:56

Liegestuhl hat geschrieben:(10 Nov 2017, 19:51)

Die Terroristen in Israel nehmen keine Rücksicht darauf, ob jemand für oder gegen die Besatzung ist. Die Menschen werden getötet, weil sie Juden sind.


Die Menschen werden getötet weil sie Besatzer sind, nicht weil sie Juden sind.

Wenn ein Russe sich gegen den Willen der Deutschen in der DDR ansiedelt, dann ist er ein Besatzer. Er kann nicht die Besatzung ablehnen und trotzdem dort siedeln, das geht rein logisch nicht.
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Re: Wie unterscheidet man Antisemitismus/Antizionismus von Israelkritik?

Beitragvon Adam Smith » Fr 10. Nov 2017, 20:08

ryu1850 hat geschrieben:(10 Nov 2017, 19:56)

Die Menschen werden getötet weil sie Besatzer sind, nicht weil sie Juden sind.

Wenn ein Russe sich gegen den Willen der Deutschen in der DDR ansiedelt, dann ist er ein Besatzer. Er kann nicht die Besatzung ablehnen und trotzdem dort siedeln, das geht rein logisch nicht.

Die Schiiten im Irak wurden getötet, weil sie Schiiten sind.
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Re: Wie unterscheidet man Antisemitismus/Antizionismus von Israelkritik?

Beitragvon PeterK » Fr 10. Nov 2017, 20:17

ryu1850 hat geschrieben:(10 Nov 2017, 19:56)

Die Menschen werden getötet weil sie Besatzer sind, nicht weil sie Juden sind.

Wenn ein Russe sich gegen den Willen der Deutschen in der DDR ansiedelt, dann ist er ein Besatzer. Er kann nicht die Besatzung ablehnen und trotzdem dort siedeln, das geht rein logisch nicht.

Die Hamas bemüht sich auch darum, Israelis zu töten, die nicht "dort (in den sog. Palästinensergebieten) siedeln".
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Re: Wie unterscheidet man Antisemitismus/Antizionismus von Israelkritik?

Beitragvon Liegestuhl » Fr 10. Nov 2017, 20:20

ryu1850 hat geschrieben:(10 Nov 2017, 19:56)

Die Menschen werden getötet weil sie Besatzer sind, nicht weil sie Juden sind.


Wenn alle jüdischen Israelis Besatzer und arabische Israelis keine Besatzer sind, dann werden diese Israelis getötet, weil sie Juden sind.
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Re: Wie unterscheidet man Antisemitismus/Antizionismus von Israelkritik?

Beitragvon ryu1850 » Fr 10. Nov 2017, 20:29

Liegestuhl hat geschrieben:(10 Nov 2017, 20:20)

Wenn alle jüdischen Israelis Besatzer und arabische Israelis keine Besatzer sind, dann werden diese Israelis getötet, weil sie Juden sind.


Wenn die Westdeutschen gegen die Besatzung Ostdeutschlands durch Russen kämpfen, würden sie dann erwarten, dass die Westdeutschen versuchen die Ostdeutschen möglichst raus zu halten oder dass sie diese genau wie die Russen als Besatzer sehen und sie gleich mit bekämpfen?
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Re: Wie unterscheidet man Antisemitismus/Antizionismus von Israelkritik?

Beitragvon PeterK » Fr 10. Nov 2017, 20:32

ryu1850 hat geschrieben:(10 Nov 2017, 20:29)
Wenn die Westdeutschen gegen die Besatzung Ostdeutschlands durch Russen kämpfen ...

Das täten sie heute vermutlich nicht mehr.
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Re: Wie unterscheidet man Antisemitismus/Antizionismus von Israelkritik?

Beitragvon Liegestuhl » Fr 10. Nov 2017, 20:50

ryu1850 hat geschrieben:(10 Nov 2017, 20:29)

Wenn die Westdeutschen gegen die Besatzung Ostdeutschlands durch Russen kämpfen, würden sie dann erwarten, dass die Westdeutschen versuchen die Ostdeutschen möglichst raus zu halten oder dass sie diese genau wie die Russen als Besatzer sehen und sie gleich mit bekämpfen?


Ich würde sicherlich keine pauschalen Urteile fällen und prophylaktisch töten.
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Re: Wie unterscheidet man Antisemitismus/Antizionismus von Israelkritik?

Beitragvon Moses » Fr 10. Nov 2017, 20:59

Mir reichts - schreib ich hier eigentlich für die Mülltonne?

Der nächste Irrweg heißt also Russen in Ostdeutschland?

OK - hier ist jetzt mal zu bis morgen - da ich morgen Vormittag beruflich unterwegs bin und abends ein Konzert singe - inklusive Nachfeier - - - nun ja, kann ne Weile dauern bis hier offen ist,
sagt nicht, ich hätte Euch nicht gewarnt.

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Re: Wie unterscheidet man Antisemitismus/Antizionismus von Israelkritik?

Beitragvon Bleibtreu » Di 14. Nov 2017, 20:50

Liegestuhl hat geschrieben:(08 Nov 2017, 22:08)

Gleich:

Auf einer 5.000 Kilometer langen Reise versuchen sich der Publizist und Buchautor Hedryk M. Broder, der Schriftsteller und Regisseur Leon de Winter und der Politikwissenschaftler und Publizist Hamed Abdel-Samad an einer Bestandsaufnahme des heutigen jüdischen Lebens in Europa. Dabei stellen sie sich unter anderem die Grundsatzfrage nach dem Ursprung des Antisemitismus und des Antizionismus und sprechen darüber, was die aktuelle Zuwanderung aus muslimischen Ländern für die jüdische Kultur in Europa bedeutet.

Stationen ihres Roadmovies, auf dem sie von Filmautor Joe Schroeder begleitet werden, sind Dresden, Paris, Naumburg, Hildesheim, München und Malmö.


https://www.br.de/br-fernsehen/programm ... 14270.html

Ich habe mir die Doku Der ewige Antisemit auf Youtube angesehen



und ich teile das Fazit von Broder & de Winter: In 50 Jahren ist juedisches Leben in Europa so gut wie ausgestorben.
• This right is the natural right of the Jewish people to be masters of their own fate, like all other nations, in their own sovereign State [Ben-Gurion]

https://www.shabak.gov.il/english/Pages/index.html#=2
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Re: Wie unterscheidet man Antisemitismus/Antizionismus von Israelkritik?

Beitragvon Vongole » Di 14. Nov 2017, 22:07

Bleibtreu hat geschrieben:(14 Nov 2017, 20:50)

Ich habe mir die Doku Der ewige Antisemit auf Youtube angesehen

(..)

und ich teile das Fazit von Broder & de Winter: In 50 Jahren ist juedisches Leben in Europa so gut wie ausgestorben.


Noch vor zwei Jahren hätte ich dir vehement widersprochen, heute, nicht nur nach dem Fim, leider nicht mehr.
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Wie unterscheidet man Antisemitismus/Antizionismus von Israelkritik?

Beitragvon Skull » Mi 15. Nov 2017, 14:59

Guten Tag,

mit der Bitte um Kenntnisnahme:

viewtopic.php?p=4057824#p4057824
Man dient für Lohn und liebt sich für Geschenke
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Re: Wie unterscheidet man Antisemitismus/Antizionismus von Israelkritik?

Beitragvon Liegestuhl » Mi 15. Nov 2017, 15:06

Stadt hält Boykott-Kampagne gegen Israel für antisemitisch
...
Auf 16 Seiten begründet Reiter, warum die BDS-Kampagne antisemitisch sei; dazu analysiert er den Boykottaufruf von 2005 sowie Äußerungen führender Repräsentanten. So fordere die Kampagne etwa ein Ende der "Besetzung und Kolonisation allen arabischen Landes", womit das gesamte Staatsgebiet gemeint sei, sowie ein Rückkehrrecht aller palästinensischen Flüchtlinge inklusive ihrer Nachkommen.

Damit sei die Existenz Israels als jüdischer Nationalstaat in Abrede gestellt. Zudem dämonisiere die Kampagne Israel und vergleiche dessen Politik mit derjenigen der Nazis. Eine Kooperation mit BDS-Befürwortern dürfe es nicht geben, weder in Form von Zuschüssen noch durch die Bereitstellung städtischer Räume.
...
http://www.sueddeutsche.de/muenchen/ver ... -1.3745950

Es wird in diesem Fall schrifltich erläutert warum man diese unsäglichen Kampagnen für antisemitisch hält.
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Re: Wie unterscheidet man Antisemitismus/Antizionismus von Israelkritik?

Beitragvon ryu1850 » Do 16. Nov 2017, 14:37

Da es ja jetzt eine Arbeitsdefinition gibt was als Antisemitismus zu werten ist. Stellen sich trotzdem einige Fragen.

Aberkennung des Existenzrechts Israels und seines Rechts auf Selbstverteidigung.

Was heißt Aberkennung des Existenzrechts genau?
Beginnt es, wenn mann Jüdische Israelis aus dem Nahen Osten Ausweisen will, oder schon wenn man die 1 Staaten Lösung favorisiert, wodurch Israel keine jüdische Bevölkerungsmehrheit mehr hätte?

Wo beginnt das Recht auf Selbstverteidigung? Ist die Besatzung des WJL generell als Selbstverteidigung zu werten und jede Kritik daran (selbst die der Gesamten UN) antisemitisch?
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Re: Wie unterscheidet man Antisemitismus/Antizionismus von Israelkritik?

Beitragvon ryu1850 » Do 16. Nov 2017, 14:48

Liegestuhl hat geschrieben:(15 Nov 2017, 15:06)
So fordere die Kampagne etwa ein Ende der "Besetzung und Kolonisation allen arabischen Landes", womit das gesamte Staatsgebiet gemeint sei, sowie ein Rückkehrrecht aller palästinensischen Flüchtlinge inklusive ihrer Nachkommen.

Damit sei die Existenz Israels als jüdischer Nationalstaat in Abrede gestellt.



Diese Forderung will nur den Palästinensern und Israelis in einem gemeinsamem Staat die gleichen Rechte einräumen. Ist diese Forderung an sich schon antisemitisch? Dadurch verliert doch niemand.
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Re: Wie unterscheidet man Antisemitismus/Antizionismus von Israelkritik?

Beitragvon pikant » Do 16. Nov 2017, 14:49

ryu1850 hat geschrieben:(16 Nov 2017, 14:37)

Da es ja jetzt eine Arbeitsdefinition gibt was als Antisemitismus zu werten ist. Stellen sich trotzdem einige Fragen.

Aberkennung des Existenzrechts Israels und seines Rechts auf Selbstverteidigung.

Was heißt Aberkennung des Existenzrechts genau?
Beginnt es, wenn mann Jüdische Israelis aus dem Nahen Osten Ausweisen will, oder schon wenn man die 1 Staaten Lösung favorisiert, wodurch Israel keine jüdische Bevölkerungsmehrheit mehr hätte?

?


ist doch klar definiert - Israel hat das Recht auf einen eigenen Staat.

eine 1 Staatenloesung im Nahen Osten kann von daher nur mit Zustimmung Israels in Kraft treten - Existenzrecht Israel - und ich kann mir nicht vorsellen, dass Israel einer Einstaatenregelung zustimmt, wo die Juden nicht mehr in der Mehrheit sind.
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Re: Wie unterscheidet man Antisemitismus/Antizionismus von Israelkritik?

Beitragvon pikant » Do 16. Nov 2017, 14:51

ryu1850 hat geschrieben:(16 Nov 2017, 14:48)

Diese Forderung will nur den Palästinensern und Israelis in einem gemeinsamem Staat die gleichen Rechte einräumen. Ist diese Forderung an sich schon antisemitisch? Dadurch verliert doch niemand.



ich habe es Ihnen doch erklaert, dass ein Exitenzrecht Israels bedeutet, dass Israel selbst einscheiden kann, wie ihr Staatsgebilde auszusehen hat in den daufuer vorgesehenen Grenzen.
das ist eindeutig
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Re: Wie unterscheidet man Antisemitismus/Antizionismus von Israelkritik?

Beitragvon Liegestuhl » Do 16. Nov 2017, 14:53

ryu1850 hat geschrieben:(16 Nov 2017, 14:48)
Dadurch verliert doch niemand.


Doch. Die Freiheit und die Menschenrechte.

Kennst du ein Land, in dem es eine arabische Bevölkerungsmehrheit gibt und in dem Minderheiten nicht brutal unterdrückt wird?
Ein Hütchen mit Federn, die Armbrust über der Schulter, aber ein Jäger ist es nicht.

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