Russland, die Türkei und die Zukunft der NATO

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Büyükanıt

Russland, die Türkei und die Zukunft der NATO

Beitragvon Büyükanıt » Mo 9. Mär 2009, 21:44

vor einigen Wochen Reiste der türkische Präsident Gül nach Russland und dabei wurde eine gemeinsame strategische Erklärung unterzeichnet, das die Zusammenarbeit zwischen den beiden Staaten vertiefen soll.

Die Erklärung beinhaltet unteranderem folgendes:

- $80 Mrd Nuklearenergieabkommen
- Urananreichrungsanlage für die Kraftwerke, die gebaut werden sollen.
- Transfer von Millitärtechnoligie und Hardware
- engere ökonomische und soziale Verbindungen und eine weitere Vertiefung von Beziehungen.

Turkish President Discusses $80Bln Nuclear Power Deal
16 February 2009

President Dmitry Medvedev met with Turkish counterpart Abdullah Gul in Moscow on Friday to discuss energy cooperation, including talks for Russia to build and run a $20 billion nuclear plant in Turkey.

Turkey approved technical aspects of the bid and is reviewing a 15-year power supply contract, potentially worth $60 billion, Energy Minister Sergei Shmatko said Friday. Reactor builder Atomstroiexport is a partner with power trader Inter RAO and Park Teknik, Turkey's biggest private coal producer, in the bid.

The countries are "interested in developing ties in the sphere of electricity and nuclear energy," Medvedev told reporters after a meeting Gul.

Russia outpaced Germany as Turkey's top trade partner last year as business between the countries rose eightfold since 2002 to $34 billion. Prime Minister Vladimir Putin put the figure at $32 billion while meeting with Gul, Interfax reported.

Power demand in Turkey last year grew the most worldwide after China. Half of Turkey's power plants burn gas, of which 95 percent is imported, and the country is looking to decrease its dependence on the fuel.

Turkey's government is seeking to fix a price at which it will buy electricity from the country's first nuclear plant, and Atomstroiexport has reduced its initial offer on power sales, Shmatko said. The company asked for 15 cents per kilowatt hour this month, compared with the 21.16 cents it offered initially.

The plant will take 10 to 12 years to build and will operate four 1,200-megawatt reactors, said Shmatko, a former chief executive of Atomstroiexport.

Atomstroiexport and Inter RAO are units of state nuclear corporation Rosatom.

(Bloomberg, MT)


Turkey considers uranium enrichment for own nuclear power plants
RIA Novosti

15/01/2008 16:21 ANKARA, January 15 (RIA Novosti) - Turkey may consider building a uranium enrichment center as part of an ambitious plan to develop the country's nuclear potential, a national newspaper said on Tuesday.

Turkey is preparing to issue a public tender for the construction of its first nuclear power plant and plans to build at least two nuclear reactors by 2015.

"The initiative [to build a uranium enrichment center] is strategically important for the whole world and for Turkey's future," the Hurriyet newspaper said.

The issue may be on the agenda of a nuclear energy meeting in Istanbul on Friday. In addition to representatives from the International Atomic Energy Agency, top-level officials from the United States, Russia, France and the U.K. are expected to attend the meeting.

The development of its own nuclear power industry was one of the priorities outlined for the country's government in Prime Minister Recep Tayyip Erdogan's address to parliament following his election victory in July last year.

Turkey has been enjoying rapid economic growth for the past five years and is becoming increasingly energy hungry. Some analysts say that the country could soon face an energy shortfall if it continues to rely on traditional energy sources.

Turkey has limited fossil fuel reserves. According to various sources, it produces only 50,000 barrels of oil per day, but consumes over 700,000, while its coal reserves are of a poor quality.

Meanwhile, Turkey's interest in uranium enrichment may allay U.S. concerns over growing nuclear ambitions among Middle East countries, primarily Iran.

With Washington's blessing, Turkey, a traditional U.S. ally and a NATO member, might become one of the key suppliers of nuclear fuel for Muslim countries if they decide to build their own nuclear power plants.

"If Turkey, as a NATO member, becomes an important regional center for uranium enrichment, it would be beneficial not only for the U.S., but also for the countries in the region, because they would be able to buy fuel for their future nuclear reactors from Turkey," Hurriyet said.
http://www.globalsecurity.org/wmd/libra ... osti01.htm


’Turkey to purchase weapons from Russia’
RUSSIA - Russian Defense Export Company said Turkey was preparing to purchase weapons from the country, Russian news agency Ria Novosti reported yesterday.

The company said it had a weapon stock of $20 billion and Turkey was among the countries interested in purchasing some of it, along with China, India and Greece. Turkey has initiated efforts to purchase missile systems, armored vehicles and anti-tank ammunition.


The Geopolitical Great Game:
Turkey and Russia Moving Closer




Was meint ihr, was würde ein Zusammenrücken der Türkei und Russland für die Zukunft der Natoalianz bedeuten?
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Re: Russland, die Türkei und die Zukunft der NATO

Beitragvon palulu » Di 10. Mär 2009, 18:26

Wenn Russland und die Türkei sich einander nähern, ist die logische Konzequenz, dass der Iran versucht sich ebenfalls der Türkei anzunähern.
Nun stellt auch mal vor, was wäre, wenn Russland, Iran und die Türkei eine Einheit bilden würden. Ein möglicher Angriff gen den Iran seitens USA oder Israel wäre nicht durchführbar, wobei aber gesagt werden muss, dass die Beziehung Russland-Türkei extrem ambivalent ist.

Beispiele:


+ Tschetschenische Widerstandskämpfer bekommen in der Türkei Schutz vor russischen Agenten gestellt
+ Mittelasien
+ Armenien
....
Büyükanıt

Re: Russland, die Türkei und die Zukunft der NATO

Beitragvon Büyükanıt » Di 10. Mär 2009, 19:02

palu hat geschrieben:Wenn Russland und die Türkei sich einander nähern, ist die logische Konzequenz, dass der Iran versucht sich ebenfalls der Türkei anzunähern.
Nun stellt auch mal vor, was wäre, wenn Russland, Iran und die Türkei eine Einheit bilden würden. Ein möglicher Angriff gen den Iran seitens USA oder Israel wäre nicht durchführbar, wobei aber gesagt werden muss, dass die Beziehung Russland-Türkei extrem ambivalent ist.

Eine Annährung zwischen Iran und Türkei ist schon längst im Gange, das ist Teil der multidimensionalen türkischen Außenpolitik. Die Beziehungen zu Iran sind wichtig, da beide Länder sich technologisch auf einem ähnlichem Niveau befinden, hier würden sich gemeinsame Wachstumsmöglichkeiten anbieten. Das gleiche gilt für Syrien. Wir sollten zu allen unseren Nachbarn gute Beziehungen unterhalten und wirtschaftliche politische und millitärische Kooperationen verstärken, unabhängig davon was die USA oder EU sich wünschen, ihre Interessen und Zielsetzungen sind nicht die Unserigen.

Das bedeutet aber nicht das der Iran nicht angegriffen werden kann, man hat schließlich auch den Irak ohne türkische Unterstützung angegriffen, da sollte man sich keine Hoffnungen machen, aber di e Wahrscheinlichkeit auf einen Angriff auf Iran hat seit Obama deutlich abgenommen. Und auch versuchen die USA ihre Beziehungen zu Iran gerade auch mit türkischer Hilfe zu verbessern.



+ Tschetschenische Widerstandskämpfer bekommen in der Türkei Schutz vor russischen Agenten gestellt
+ Mittelasien
+ Armenien

Das sind alte Kamellen, Tschetschenien ist befriedet, Mittelasien ist pro-russisch und die Russen haben begriffen, dass der Pantürkismus keine Unterstützer dort findet und Armenien wird gerade erledigt.

Und wie ich bereits sagte eine engere Kooperation zwischen der Türkei und Russland sowie Iran sind auch im Interesse des Westens und nicht gegen diesen gerichtet.
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Re: Russland, die Türkei und die Zukunft der NATO

Beitragvon Erstgeborener » Do 12. Mär 2009, 19:41

Niemand hat vor, den Iran anzugreifen, höchstens, sich gegen ihn zu verteidigen.

Zum Thema, als Außenstehender glaube ich nicht, dass die Türkei und Sowjetrussland dicke Kumpels werden, zuviel trennt beide Staaten.
"Geh zurück in dein eigenes Land!"

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Re: Russland, die Türkei und die Zukunft der NATO

Beitragvon bakunicus » Do 12. Mär 2009, 19:47

auf jeden fall ist die türkische politik nicht dumm, wenn sie sich hier eine weitere strategische option eröffnet ....

damit kann man auch in der nato seine interessen besser durchsetzen ...

aber irgendwann muß sich die türkei entscheiden ...

auf dauer lässt sich weder die nato noch rußland vorführen ....


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Re: Russland, die Türkei und die Zukunft der NATO

Beitragvon Büyükanıt » Do 12. Mär 2009, 19:52

Erstgeborener hat geschrieben:Niemand hat vor, den Iran anzugreifen.

Sehe ich anders.

Zum Thema, als Außenstehender glaube ich nicht, dass die Türkei und Sowjetrussland dicke Kumpels werden, zuviel trennt beide Staaten.

Frankreich und Deutschland haben auch ihre Rivalitäten begraben und sind jetzt die besten Freunde, das kann Russland und die Türkei genauso machen, letzendlich haben wir keine fundementalen Interessensgegensätze. Und beide Staaten ergänzen sich zudem wunderbar.
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Re: Russland, die Türkei und die Zukunft der NATO

Beitragvon Büyükanıt » Do 12. Mär 2009, 19:53

bakunicus hat geschrieben:auf jeden fall ist die türkische politik nicht dumm, wenn sie sich hier eine weitere strategische option eröffnet ....

damit kann man auch in der nato seine interessen besser durchsetzen ...

aber irgendwann muß sich die türkei entscheiden ...

auf dauer lässt sich weder die nato noch rußland vorführen ....


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warum muss sich die Türkei entscheiden , sie könnte einfach ein neutraler Staat werden. :dunno:
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Re: Russland, die Türkei und die Zukunft der NATO

Beitragvon bakunicus » Do 12. Mär 2009, 19:57

Erstgeborener hat geschrieben:Niemand hat vor, den Iran anzugreifen, höchstens, sich gegen ihn zu verteidigen.

Zum Thema, als Außenstehender glaube ich nicht, dass die Türkei und Sowjetrussland dicke Kumpels werden, zuviel trennt beide Staaten.


glaubst du das wirklich ?

die ölreserven im iran sind von strategischem interesse ...
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Re: Russland, die Türkei und die Zukunft der NATO

Beitragvon Erstgeborener » Do 12. Mär 2009, 20:32

Büyükanıt hat geschrieben:Frankreich und Deutschland haben auch ihre Rivalitäten begraben und sind jetzt die besten Freunde, das kann Russland und die Türkei genauso machen, letzendlich haben wir keine fundementalen Interessensgegensätze. Und beide Staaten ergänzen sich zudem wunderbar.


Ich wage zu behaupten, dass die Unterschiede zwischen Deutschland und Frankreich kleiner sind, als zwischen der Türkei und Sowjetrussland, bei der Religion fängt es an, beim aggresiven Regionalimperialimus hört es auf.
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Re: Russland, die Türkei und die Zukunft der NATO

Beitragvon Erstgeborener » Do 12. Mär 2009, 20:34

bakunicus hat geschrieben:
glaubst du das wirklich ?

die ölreserven im iran sind von strategischem interesse ...


Klar, deshalb wird Israel in Kürze dort einmarschieren...

Solche Phantasien sollte man aber in der Weinstube besprechen!
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Re: Russland, die Türkei und die Zukunft der NATO

Beitragvon Büyükanıt » Do 12. Mär 2009, 20:38

Erstgeborener hat geschrieben:
Ich wage zu behaupten, dass die Unterschiede zwischen Deutschland und Frankreich kleiner sind, als zwischen der Türkei und Sowjetrussland, bei der Religion fängt es an, beim aggresiven Regionalimperialimus hört es auf.

Was den Regionalimperialismus betrifft, jeder hat so seine Interessensphären, die Russischen und Türkischen Kreuzen sich eher nicht (nur im Kaukasus ein bischen). Und ich denke du überschätzt die Rolle der Religion, das hat uns ja auch nicht davon abgehalten mit den USA zu kooperieren, außerdem ist 20% der SU islamischen Glaubens.
Zuletzt geändert von Büyükanıt am Do 12. Mär 2009, 20:39, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Russland, die Türkei und die Zukunft der NATO

Beitragvon bakunicus » Do 12. Mär 2009, 20:41

Erstgeborener hat geschrieben:
Klar, deshalb wird Israel in Kürze dort einmarschieren...

Solche Phantasien sollte man aber in der Weinstube besprechen!


israel ?

http://www.heise.de/tp/r4/artikel/27/27573/1.html

Wenige Tage vor dem [extern] NATO-Gipfel in Bukarest sorgt ein neues Strategiepapier für Aufsehen. Die Studie mit dem Titel [extern] Towards a Grand Strategy for an Uncertain World (etwa: Zu einer Gesamtstrategie für eine unsichere Welt) wurde von gleich fünf ehemaligen Stabschefs des Militärbündnisses verfasst und birgt brisante Vorschläge. Der deutsche General a. D. [extern] Klaus Naumann, US-General John Shalikashvili, der britische Feldmarschall Lord Peter Inge, der französische Admiral Jacques Lanxade und der niederländische General Henk van den Breemen wollen die NATO an der Seite der USA und der EU zu einem offensiv ausgerichteten Militärbündnis machen. Das bisherige Völkerrecht - vor allem das Prinzip der staatlichen Souveränität - soll beiseite geschoben und durch ein Gewohnheitsrecht ersetzt werden, das vom Westen definiert wird. Die Autoren bestehen zudem auf eine Strategie atomarer Erstschläge.


wach mal auf ...

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Re: Russland, die Türkei und die Zukunft der NATO

Beitragvon Erstgeborener » Do 12. Mär 2009, 20:42

Büyükanıt hat geschrieben:Was den Regionalimperialismus betrifft, jeder hat so seine Interessensphären, die Russischen und Türkischen Kreuzen sich eher nicht (nur im Kaukasus ein bischen). Und ich denke du überschätzt die Rolle der Religion, außerdem ist 20% der SU islamischen Glaubens.


Mit diesen 20% hat das Land aber durchaus seine Probleme, Stichwort Völkermord in Tschetschenien.
Gemeinsame Interessensphären gibt es auch außer des von Russland in Unordnung gebarchten Kaukasus, die Türkei hat doch nach dem Zerfall der UdSSR massiv versucht, in Zentralasien Fuß zu fassen.
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Re: Russland, die Türkei und die Zukunft der NATO

Beitragvon Erstgeborener » Do 12. Mär 2009, 20:45

bakunicus hat geschrieben:
israel ?

http://www.heise.de/tp/r4/artikel/27/27573/1.html

Wenige Tage vor dem [extern] NATO-Gipfel in Bukarest sorgt ein neues Strategiepapier für Aufsehen. Die Studie mit dem Titel [extern] Towards a Grand Strategy for an Uncertain World (etwa: Zu einer Gesamtstrategie für eine unsichere Welt) wurde von gleich fünf ehemaligen Stabschefs des Militärbündnisses verfasst und birgt brisante Vorschläge. Der deutsche General a. D. [extern] Klaus Naumann, US-General John Shalikashvili, der britische Feldmarschall Lord Peter Inge, der französische Admiral Jacques Lanxade und der niederländische General Henk van den Breemen wollen die NATO an der Seite der USA und der EU zu einem offensiv ausgerichteten Militärbündnis machen. Das bisherige Völkerrecht - vor allem das Prinzip der staatlichen Souveränität - soll beiseite geschoben und durch ein Gewohnheitsrecht ersetzt werden, das vom Westen definiert wird. Die Autoren bestehen zudem auf eine Strategie atomarer Erstschläge.


wach mal auf ...

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Ach ja, dieses Strategiepapier einer Projektgruppe ehemaliger Stabschefs.

Den Hinweis auf die Einteilung in gut und böse gebe ich gerne zurück, der Westen ist nicht der Quell allen Übels.
Israel wird übrigens gerne verdächtigt, den Iran aus Jux und Tollerei angreifen zu wollen.

Wollen wir die Phantasiegespräche nun in die Weinstube verlegen oder nicht?
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Re: Russland, die Türkei und die Zukunft der NATO

Beitragvon bakunicus » Do 12. Mär 2009, 20:53

Erstgeborener hat geschrieben:

Ach ja, dieses Strategiepapier einer Projektgruppe ehemaliger Stabschefs.

Den Hinweis auf die Einteilung in gut und böse gebe ich gerne zurück, der Westen ist nicht der Quell allen Übels.
Israel wird übrigens gerne verdächtigt, den Iran aus Jux und Tollerei angreifen zu wollen.

Wollen wir die Phantasiegespräche nun in die Weinstube verlegen oder nicht?



du kannst das gerne lächerlich machen ...
aber es zeigt welche motivationen und intentionen vorhanden sind.

wenn gleiches von russischer seite kommen würde wärst du sicherlich anders positioniert ...
und nicht zuletzt ist der irakkrieg wohl kaum wegen der menschenrechte oder 9/11 geführt worden ...


zum topic :

die gleichen differenzen wie mit rußland hat die türkei mit dem westen auch ...

die türkei braucht einen strategischen partner ...
die grenzen der türkei sind riesig, und man kann sich sehr viele konfliktszenarien denken ...

ich denke es hat auch was mit dem EU prozess zu tun ..
das die EU zu wenig bereitschaft zeigt die türkei zu integrieren ...

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Re: Russland, die Türkei und die Zukunft der NATO

Beitragvon borus » Fr 13. Mär 2009, 11:44

neuste meldung USA wollen einen neuen stützpunkt an der schwarzmeerküste bauen ,als nachschub für afgh,wo sie jetzt bei den asiaten ja rausgefeurt wurden.obama soll wohl das die in der türkei zur unterschrift bringen ,die türkei hat aber eine ablehnende haltung dazu.
Sollte ich jemanden persönlich verletzt haben,das war nicht meine absicht und bitte ich hiermit offiziell um Entschuldigung. wahrheit ist wahrheit nur muss es einen geben der sie sagt und kein feigling sein
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Re: Russland, die Türkei und die Zukunft der NATO

Beitragvon lostsoul » Fr 13. Mär 2009, 15:57

bakunicus hat geschrieben:die türkei braucht einen strategischen partner ...
die grenzen der türkei sind riesig, und man kann sich sehr viele konfliktszenarien denken ...

warum braucht die türkei einen strategischen partner? hat sie feinde? droht ein krieg am horizont? was sollen das für konfliktszenarien sein? hast du gehört das griechenland konstantiopel zurückfordern will? will zypern den norden von der besatzungsmacht befreien? wollen die armenier einmarschieren? könnte die nato einen angriff des iran auf die türkei nicht abschmettern, so dass man rußland bräuchte? erzähl doch mal von deinen szenarien.

bakunicus hat geschrieben:ich denke es hat auch was mit dem EU prozess zu tun ..
das die EU zu wenig bereitschaft zeigt die türkei zu integrieren ...

warum müssen wir alles und jeden integrieren? reicht eine zusammenarbeit nicht mehr aus? müssen wir jeden staat an unseren grenzen integrieren, bis wir ein zweites römisches reich zusammenintegriert haben? muss jeder quadratzentimeter europäischen territoriums integriert werden? ist dir schon aufgefallen das die eu bereits jetzt vor lauter herumintegriererei vollkommen überdehnt und handlungsunfähig ist? da willst du noch mehr in der welt herumintegrieren?
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Re: Russland, die Türkei und die Zukunft der NATO

Beitragvon bakunicus » Fr 13. Mär 2009, 15:59

lostsoul hat geschrieben:warum braucht die türkei einen strategischen partner? hat sie feinde? droht ein krieg am horizont? was sollen das für konfliktszenarien sein? hast du gehört das griechenland konstantiopel zurückfordern will? will zypern den norden von der besatzungsmacht befreien? wollen die armenier einmarschieren? könnte die nato einen angriff des iran auf die türkei nicht abschmettern, so dass man rußland bräuchte? erzähl doch mal von deinen szenarien.


warum müssen wir alles und jeden integrieren? reicht eine zusammenarbeit nicht mehr aus? müssen wir jeden staat an unseren grenzen integrieren, bis wir ein zweites römisches reich zusammenintegriert haben? muss jeder quadratzentimeter europäischen territoriums integriert werden? ist dir schon aufgefallen das die eu bereits jetzt vor lauter herumintegriererei vollkommen überdehnt und handlungsunfähig ist? da willst du noch mehr in der welt herumintegrieren?


ist dir schon mal aufgefallen das wir viele probleme haben die sich national nicht mehr lösen lassen ?
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Re: Russland, die Türkei und die Zukunft der NATO

Beitragvon lostsoul » Fr 13. Mär 2009, 16:00

bakunicus hat geschrieben:ist dir schon mal aufgefallen das wir viele probleme haben die sich national nicht mehr lösen lassen ?

viewtopic.php?p=426760#p426760
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Re: Russland, die Türkei und die Zukunft der NATO

Beitragvon Büyükanıt » Fr 13. Mär 2009, 22:07

lostsoul hat geschrieben:warum braucht die türkei einen strategischen partner? hat sie feinde? droht ein krieg am horizont? was sollen das für konfliktszenarien sein? hast du gehört das griechenland konstantiopel zurückfordern will? will zypern den norden von der besatzungsmacht befreien? wollen die armenier einmarschieren? könnte die nato einen angriff des iran auf die türkei nicht abschmettern, so dass man rußland bräuchte? erzähl doch mal von deinen szenarien.

Es gibt mehrere Szenarien, die zu Konflikten führen könnte:

1. Zypern hast du schon genannt, Zypern gilt, seit EU-Beitritt, als EU-Gebiet, die Türkei besetzt also EU-Territorium, da wir uns dort nicht zurückziehen werden und die EU wohl auch die Türkische Republik Nord Zypern nicht annerkennen wird, könnte hieraus in der Zukunft ein Krieg entstehen und die EU besitzt Atomwaffen.

2. Grenzkonflikt mit der EU an der Ägäis, ein EU-Staat, möchte seine Seehoheit auf 12 Milen ausdehen, die Türkei möchte das nicht, weil das uns aus der Ägäis ausschließt und hat deswegen gegen dieses EU-Land einen Causus Belli am laufen. Ein Krieg hier ist sehr wahrscheinlich.

3. Nord Irak, die USA könnten auf die Idee kommen einen Kurdenstaat aufzubauen und zu unterstützen um zu verhindern, das eines der Regionalmächte ihnen die Kontrolle dort streitig machen. 2006 hatten die Demokraten dies schon beschlossen, Biden hatte sogar das Gesetz dazu vorgebracht, wurde von der Bushregierung aber abgeschmettert.


Nur um einige Konfliktmöglichkeiten für die Türkei zu nennen. :hat:x
Zuletzt geändert von Büyükanıt am Fr 13. Mär 2009, 22:08, insgesamt 1-mal geändert.

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