Solartechnik von der Spree für die Türkei

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palulu
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Solartechnik von der Spree für die Türkei

Beitragvon palulu » Do 12. Feb 2009, 16:55

Solartechnik von der Spree für die Türkei

Berliner Unternehmen sollen Solartechnik in die Türkei liefern. Das ist auch ein Ergebnis der Reise der Berliner Industrie- und Handelskammer zusammen mit der Grünen-Fraktion nach Istanbul. Anlass ist die Städtepartnerschaft zwischen Berlin und Istanbul, die sich in diesem Jahr zum 20. Mal jährt.

Die Türkei werde künftig stark auf die Energieversorgung durch erneuerbare Energien setzen, im Gegenzug sollen Berliner Firmen das Know-how liefern. "Die klimatischen Voraussetzungen in der Türkei sind besser als anderswo", sagte der stellvertretende IHK-Chef Christian Wiesenhütter in Istanbul. Über das technische Wissen verfügen dagegen vor allem deutsche Unternehmen. Im Frühsommer soll eine Delegation aus Berlin die aufgenommenen Gespräche zu einem Ergebnis führen.
Für die Türkei spielen erneuerbare Energien künftig eine große Rolle, sagte der Erste Handelsrat der türkischen Botschaft in Berlin, Zihni Tugrul. Das Land wolle die Möglichkeiten der neuen Energien nutzen, um sich von Russland als Hauptlieferant für Öl und Gas unabhängiger zu machen. Im Gegenzug will die Türkei einen Teil des gewonnenen Stroms nach Deutschland exportieren. Die Grünen begrüßen die angekündigten Gespräche, zeigten sich aber überrascht über das "starke Interesse der Türkei an Solar- und Windenergie", so die Fraktionschefin der Partei, Franziska Eichstädt-Bohlig.
Nach Angaben Wiesenhütters plant die Türkei die Einführung eines Energiegesetzes nach deutschem Vorbild. Da Berlin als Boomtown für Solartechnik gilt, sei das Interesse der Türken an einer Zusammenarbeit mit Berliner Spezialisten begrüßenswert.
Weniger Erfolg hatte die IHK dagegen mit dem Versuch, die Visumsbedingungen für türkische Unternehmer zu erleichtern. Türkische und deutsche Unternehmen beklagen, dass das Erteilen von Visa für Unternehmer aus der Türkei die wirtschaftliche Zusammenarbeit erschwere. Das deutsche Generalkonsulat in Istanbul machte der IHK allerdings keine Hoffnung, dass eine Änderung eintritt, solange die Türkei nicht Mitglied des Schengener Abkommens ist. Mehr als 5500 Firmen ausländischer Herkunft sind in der Berliner Industrie- und Handelskammer organisiert. Aber auch die Zahl der Berliner Firmen, die in Istanbul aktiv werden, steigt nach IHK-Angaben.

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Zu aller erst:

Die Öffnung hin zur Solartechnik finde ich persönlich sehr lobenswert. Es herrschen in der Tat Idealbedingungen in der Türkei und vor allem wird die Abhängigkeit von Russland wieder verringert.


Was ich mich aber frage ist, wie wollen sie Strom von der Türkei nach Deutschland transportieren? Würde sich das wirklich rentieren? Ich kann es mir nicht vorstellen.
Zuletzt geändert von palulu am Do 12. Feb 2009, 16:56, insgesamt 1-mal geändert.
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gallerie
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Re: Solartechnik von der Spree für die Türkei

Beitragvon gallerie » Do 12. Feb 2009, 16:59

palu hat geschrieben:Solartechnik von der Spree für die Türkei

Berliner Unternehmen sollen Solartechnik in die Türkei liefern. Das ist auch ein Ergebnis der Reise der Berliner Industrie- und Handelskammer zusammen mit der Grünen-Fraktion nach Istanbul. Anlass ist die Städtepartnerschaft zwischen Berlin und Istanbul, die sich in diesem Jahr zum 20. Mal jährt.

Die Türkei werde künftig stark auf die Energieversorgung durch erneuerbare Energien setzen, im Gegenzug sollen Berliner Firmen das Know-how liefern. "Die klimatischen Voraussetzungen in der Türkei sind besser als anderswo", sagte der stellvertretende IHK-Chef Christian Wiesenhütter in Istanbul. Über das technische Wissen verfügen dagegen vor allem deutsche Unternehmen. Im Frühsommer soll eine Delegation aus Berlin die aufgenommenen Gespräche zu einem Ergebnis führen.
Für die Türkei spielen erneuerbare Energien künftig eine große Rolle, sagte der Erste Handelsrat der türkischen Botschaft in Berlin, Zihni Tugrul. Das Land wolle die Möglichkeiten der neuen Energien nutzen, um sich von Russland als Hauptlieferant für Öl und Gas unabhängiger zu machen. Im Gegenzug will die Türkei einen Teil des gewonnenen Stroms nach Deutschland exportieren. Die Grünen begrüßen die angekündigten Gespräche, zeigten sich aber überrascht über das "starke Interesse der Türkei an Solar- und Windenergie", so die Fraktionschefin der Partei, Franziska Eichstädt-Bohlig.
Nach Angaben Wiesenhütters plant die Türkei die Einführung eines Energiegesetzes nach deutschem Vorbild. Da Berlin als Boomtown für Solartechnik gilt, sei das Interesse der Türken an einer Zusammenarbeit mit Berliner Spezialisten begrüßenswert.
Weniger Erfolg hatte die IHK dagegen mit dem Versuch, die Visumsbedingungen für türkische Unternehmer zu erleichtern. Türkische und deutsche Unternehmen beklagen, dass das Erteilen von Visa für Unternehmer aus der Türkei die wirtschaftliche Zusammenarbeit erschwere. Das deutsche Generalkonsulat in Istanbul machte der IHK allerdings keine Hoffnung, dass eine Änderung eintritt, solange die Türkei nicht Mitglied des Schengener Abkommens ist. Mehr als 5500 Firmen ausländischer Herkunft sind in der Berliner Industrie- und Handelskammer organisiert. Aber auch die Zahl der Berliner Firmen, die in Istanbul aktiv werden, steigt nach IHK-Angaben.

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Zu aller erst:

Die Öffnung hin zur Solartechnik finde ich persönlich sehr lobenswert. Es herrschen in der Tat Idealbedingungen in der Türkei und vor allem wird die Abhängigkeit von Russland wieder verringert.


Was ich mich aber frage ist, wie wollen sie Strom von der Türkei nach Deutschland transportieren? Würde sich das wirklich rentieren? Ich kann es mir nicht vorstellen.

...die sind dabei in Marokko über Solarenergie Strom zu erzeugen um ihn dann nach Europa zu transferieren (Transfer-Verlust bei nur 12%).
Noch fehlt die Infrastruktur.
windstärke8
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Re: Solartechnik von der Spree für die Türkei

Beitragvon windstärke8 » Di 17. Feb 2009, 18:54

Der Stromtransport ist technisch ein lösbares Problem bei recht geringen Verlusten:

http://www.schott.com/schweiz/german/do ... dum_de.pdf
Seite 26: Kostenperspektive von 6 Cent/KWh
Seite 23: Super-HGÜ-Grid

http://www.saharawind.com/index.php?opt ... &Itemid=47
http://www.saharawind.com/index.php?opt ... &Itemid=51
Windstromtransport aus der Sahara


Die Frage lautet aber: Brauchen wir Stromimporte außerhalb der EU, um die europäische Energieversorgung auf eine regenerative Basis zu stellen? NEIN - ist die klare Antwort.

Wir haben genug Energie:
http://www.verivox.de/power/article.aspx?i=19783
Theoretisch könnte mit dem Windangebot der Nordsee sogar "der gesamte europäische Stromverbrauch etwa vierfach abgedeckt werden", schreibt Windenergieexperte Siegfried Heier ("Nutzung der Windenergie", 5. Auflage 2007, S. 11).


Der Ausgleich von Angebot und Nachfrage könnte aber durch eine weiträumige Verteilung der regenerativen Stromerzeuger einen Großteil der Probleme -wie von selbst- lösen.

Während wir in Mittel-/Nordeuropa im Winter besonders viel Windstrom haben, ist dies in Teilen des Südens anders:
http://www.windfinder.com/windstats/win ... sagres.htm
oder insbesondere hier, in der Agäis:
http://www.windfinder.com/windstats/win ... ykonos.htm
http://www.windfinder.com/windstats/win ... pathos.htm

Mit neuen Entwicklungen verliert auch die Tiefe des Meeres ihren Schrecken:

http://de.wikipedia.org/wiki/Schwimmend ... raftanlage

"multiple-turbine-floater" (mehrere WKA auf einer schwimmenden Struktur)
Bei diesem Konzept werden mehrere Windkraftanlagen auf einer einzigen Plattform errichtet. Dabei dreht sich nicht die einzelne Windkraftanlage in den Wind, sondern durch den Winddruck die gesamte Plattform. Sie benötigt nur einen einzigen Anker im Meeresboden und auch nur ein einziges Seekabel zur Stromabführung. Das Konzept zeichnet sich dadurch aus, dass sich die einzelnen Windkraftanlagen auf der Plattform nicht gegenseitig stören (abschatten). Im Englischen wird dieses Konzept auch Multiple Unit Floating Offshore Windfarm (MUFOW) genannt.

Auch eine schöne Darstellung:
http://www.offshore-kraftwerke.kusan.de/

Wo in Europa wären die besten Standorte für MUFOW:

Die fünf besten Plätze sind:
Nordsee
Irische See mit Nordfrankreich
Iberische Atlantikküste
Golf von Lyon
und die griechische Ägis

Dies sind nicht nur die windigsten Plätze in Europa, nein, ein weiterer Vorteil ist, dass sich diese Orte sehr häufig ausgleichen. So sind die Winde in der griechischen Ägis im Sommer noch flotter als im Winter.
Die Energiewende mit großer Symbolkraft: vor Fukushima!
http://www.windpoweroffshore.com/articl ... m-complete

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