Macron sagt Kurden Unterstützung zu -Anfang vom Ende der türkischen Invasion?

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Cat with a whip
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Re: Macron sagt Kurden Unterstützung zu -Anfang vom Ende der türkischen Invasion?

Beitragvon Cat with a whip » Sa 31. Mär 2018, 03:04

Wenn die USA sich aus Syrien zurueck ziehen werden die Kurden im Suedosten keinen Schutz mehr gegen die iranisch dominierte syrische Armee haben und die Tuerken werden sich Nordsyrien genauso nehmen wie Afrin. Wuerde wohl Millionen Fluechtlinge geben.
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Balsamico
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Re: Macron sagt Kurden Unterstützung zu -Anfang vom Ende der türkischen Invasion?

Beitragvon Balsamico » Sa 31. Mär 2018, 11:34

Mehmet hat geschrieben:(30 Mar 2018, 19:52)

Dann kommt in den Zeiten der Globalisierung hinzu, dass Frankreich neben Deutschland eine AKP-Hochburg ist. Das heißt, in Frankreich leben ca. 1 Millionen Türken (mehrheitlich AKPler). Das sind alles potenzielle Wähler (oder ein Unruheherd). Frankreich wird also mit Bedacht agieren, ähnlich wie Deutschland. Und zwar mit großer Vorsicht. 2016 waren in Köln ca. 40.000 Türken auf die Straße gegangen um für Erdogan zu Demonstrieren. Das bei Regenwetter, sonst wären noch weitaus mehr erschienen. Der Zusammenhalt ist da viel geschlossener als wie zum Beispiel unter den Europäern (Osteuropa wie zB. Polen mal ausgenommen). Deutschland ist da ein gutes Beispiel. Da gibt es kein Zusammenhalt, da sich alle lieber gegenseitig an die Gurgel gehen.


Hallo Mehmet,

51,4% für Erdogans Referendum -Geschlossenheit sieht anders aus. Vielmehr ist die Türkei gespalten. Ich verstehe nicht, was du damit, meinst, dass man sich in Europa an die Gurgel geht. Vielmehr herrscht hier eine faire Debatte. An die Gurgel geht man sich in der Türkei wo Oppositionelle, Journalisten, Akademiker usw., also alle die sich an einer demokratischen Debatte beteiligen wollen, ihrer Freiheit beraubt werden. Was du als Zusammenhalt beschreibst wirkt auf mich mehr wie fehlgeleiteter Nationalstolz und daraus resulitierende Unfähigkeit anzuerkennen, dass die eigene Nation auf einen fatal falschen Weg geraten ist.

Du bezeichnest die in Frankreich und in Deutschland lebenden Erdogananhänger als potentiellen Unruheherd. Knapp mehr als die Hälfte deiner Landsmänner sind also ein Problem für unsere freiheitlich demokratischen Wertvorstellungen. Bezüglich dem, was die Grundlage für unsere vergleichsweise paradiesischen Verhältnisse darstellt, wäre es also besser, diese Menschen wären garnicht hier. Und das alles treibt dich nicht um? Weil du einen Einblick aus erster Hand liefern kannst, habe ich die Frage an dich: Wie kommt es dazu? In Istanbul, Ankara und Izmir, also in den Zentren, lag beim Referendum das Neinlager klar vorne. Klar, wo die Menschen ein wenig mehr über den Tellerrand schauen können, als in dünner besiedelten, bäuerlich geprägten Landstrichen der Türkei, ist auch an ganz anderer Bildungsstand vorherrschend. Aber wie kommt es dazu, dass in Deutschland, wo man tagtäglich die Vorzüge von Rechststaatlichkeit und Meinungsfreiheit genießt, die Mehrheit, wenn auch nur eine knappe, genau diese über Jahrhunderte hart erkämpfte Errungenschaften der Demokratie, mit Füßen tritt und sich für Erdogan ausspricht? Eigentlich sollte in D lebende Türken noch viel eher zuzutrauen sein, über den Tellerrand blicken zu können, als denen in den Metropolen der Türkei. Auch sollte man meinen, dass sich in D lebende Türken, die sich hier selbst zu einer Minderheit zählen, ein Verständnis oder Mitgefühl für die kurdische Minderheit in der Türkei entwickeln... Woher kommt diese so schwer verständliche Entwicklung der Mentalität der knappen Mehrzahl deiner Landsmänner? Ist es, wie so oft behauptet, eine Art verspätete Trotzreaktion darauf, dass viele Türken die in den 50ern und 60ern hier ankamen nicht ganz so angenommen wurden oder willkommen geheißen wurden, wie es angemessen gewesen wäre? Welche Gründe sind es deiner Meinung nach? Ich würde das wirklich sehr gerne verstehen...
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Re: Macron sagt Kurden Unterstützung zu -Anfang vom Ende der türkischen Invasion?

Beitragvon Flaschengeist » Sa 31. Mär 2018, 13:22

Balsamico hat geschrieben:(30 Mar 2018, 16:32)

Soll heißen, dass Erdogan frei agieren kann und Völkerrecht nur für Nicht-NATO-Mitglieder gilt? Abfinden müssen wir uns sicherlich damit, dass Reaktionen nicht in angemessener Zeit passieren. -Aber dass sie garnicht passieren? -Dass Erdogan nach Belieben vertreiben, töten und einnehmen kann? -Nur weil "die Türken" die Kurden hassen?

Wenn Macron mir gutem Beispiel vorangeht und dafür viel Zustimmung ernten wird...



...(so wie Senexx wird es sicherlich vielen gehen), wird Merkel & Co. nachziehen müssen, wenn sie nicht noch schlechter dastehen wollen diesbezüglich.




Wäre es nicht auch im Sinne der NATO, zeitig zu handeln um nicht das Image eines Vereins zur Deckung eines Völkerrechtsverletzers zu ernten?




Weil es richtig wäre zum Beispiel? Weil man Erdogan nicht gewähren lassen darf? Ein anderer Grund wäre Anerkennung, was zwar unfair wäre zu unterstellen, aber sicher dazu führen würde.

.



In der Außenpolitik geht es aber nicht nach Moral. Sondern um Möglichkeiten und darum ob durch das Handeln ein Mehrwert zu erwarten ist.

Und bei den Franzosen sehe ich weder die Möglichkeit noch einen Mehrwert. Was hätte Paris davon?
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Mehmet
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Re: Macron sagt Kurden Unterstützung zu -Anfang vom Ende der türkischen Invasion?

Beitragvon Mehmet » Sa 31. Mär 2018, 15:17

Hallo Balsamico,

du hast da einiges durcheinander gebracht.

Balsamico hat geschrieben:(31 Mar 2018, 12:34)51,4% für Erdogans Referendum -Geschlossenheit sieht anders aus. Vielmehr ist die Türkei gespalten. Ich verstehe nicht, was du damit, meinst, dass man sich in Europa an die Gurgel geht. Vielmehr herrscht hier eine faire Debatte. An die Gurgel geht man sich in der Türkei wo Oppositionelle, Journalisten, Akademiker usw., also alle die sich an einer demokratischen Debatte beteiligen wollen, ihrer Freiheit beraubt werden. Was du als Zusammenhalt beschreibst wirkt auf mich mehr wie fehlgeleiteter Nationalstolz und daraus resulitierende Unfähigkeit anzuerkennen, dass die eigene Nation auf einen fatal falschen Weg geraten ist.

Das Referendum in der Türkei hab ich nie erwähnt. Und die Türkei war auch gar nicht das Thema.
Ich sprach von Frankreich, darum ging es in dem Thread. Deutschland hatte ich als Beispiel herangezogen.
Deutschland und Frankreich sind Hochburgen der AKP. Siehe z.B. das Referendum u. wie abgestimmt wurde.

Aber Vorsicht: Ein AKPler (o. MHPler) muss nicht zwingend für das Referendum gestimmt haben.

Wie gesagt, ich denke, dass das rein Symbolisch sein wird, seitens Frankreich.
Was die Geschlossenheit angeht. Siehe Köln. Zeig mir was vergleichbares in Europa. Die Polen ausgenommen.
Faire Debatte? Flüchtlingskrise, Brexit, Islam, Russland, Türkei, etc. da gehen sie sich gegenseitig an die Gurgel.
Natürlich bildlich gesprochen. Faire Debatten gibt es nicht. Dafür aber umso mehr Interessen.

Balsamico hat geschrieben:(31 Mar 2018, 12:34)Du bezeichnest die in Frankreich und in Deutschland lebenden Erdogananhänger als potentiellen Unruheherd. Knapp mehr als die Hälfte deiner Landsmänner sind also ein Problem für unsere freiheitlich demokratischen Wertvorstellungen. Bezüglich dem, was die Grundlage für unsere vergleichsweise paradiesischen Verhältnisse darstellt, wäre es also besser, diese Menschen wären garnicht hier. Und das alles treibt dich nicht um? Weil du einen Einblick aus erster Hand liefern kannst, habe ich die Frage an dich: Wie kommt es dazu? In Istanbul, Ankara und Izmir, also in den Zentren, lag beim Referendum das Neinlager klar vorne. Klar, wo die Menschen ein wenig mehr über den Tellerrand schauen können, als in dünner besiedelten, bäuerlich geprägten Landstrichen der Türkei, ist auch an ganz anderer Bildungsstand vorherrschend. Aber wie kommt es dazu, dass in Deutschland, wo man tagtäglich die Vorzüge von Rechststaatlichkeit und Meinungsfreiheit genießt, die Mehrheit, wenn auch nur eine knappe, genau diese über Jahrhunderte hart erkämpfte Errungenschaften der Demokratie, mit Füßen tritt und sich für Erdogan ausspricht? Eigentlich sollte in D lebende Türken noch viel eher zuzutrauen sein, über den Tellerrand blicken zu können, als denen in den Metropolen der Türkei. Auch sollte man meinen, dass sich in D lebende Türken, die sich hier selbst zu einer Minderheit zählen, ein Verständnis oder Mitgefühl für die kurdische Minderheit in der Türkei entwickeln... Woher kommt diese so schwer verständliche Entwicklung der Mentalität der knappen Mehrzahl deiner Landsmänner? Ist es, wie so oft behauptet, eine Art verspätete Trotzreaktion darauf, dass viele Türken die in den 50ern und 60ern hier ankamen nicht ganz so angenommen wurden oder willkommen geheißen wurden, wie es angemessen gewesen wäre? Welche Gründe sind es deiner Meinung nach? Ich würde das wirklich sehr gerne verstehen...

Türken und Kurden sind ein potenzieller Unruheherd in Europa, ja.
Meist richtet sich das nach den Konflikten im nahen Osten, der daraus resultierenden Stimmung und das Vorgehen der EU-Staaten.
Das hängt nun mal alles unweigerlich zusammen. Daran wird auch keiner groß was ändern können.

Ein kleines Beispiel:
Brandanschläge in vier Städten
Fünf türkische Einrichtungen angegriffen

Berlin, Meschede, Itzehoe, Lauffen: In diesen Orten setzen Unbekannte am Wochenende türkische Einrichtungen in Brand. Drei Tatverdächtige kann die Polizei festnehmen. Die Ermittlungen zu den Motiven laufen.

Brandanschlag in NRW
Erneut türkische Einrichtung attackiert

Die Serie von Brandanschlägen auf türkische Einrichtungen in Deutschland geht weiter. In Ahlen können Passanten die Flammen an einem Kulturzentrum löschen, bevor sich das Feuer ausbreitet. Die Polizei prüft einen Zusammenhang zum türkisch-kurdischen Konflikt.

https://www.n-tv.de/politik/Fuenf-tuerk ... 30119.html
https://www.n-tv.de/politik/Erneut-tuer ... 31703.html

https://www.focus.de/politik/deutschlan ... 88591.html
https://www.focus.de/politik/videos/hoc ... 25433.html
http://www.faz.net/aktuell/politik/inla ... 18642.html

Die Gewalt geht immer von linken Kurden aus - unterstützt von gewaltbereiten aus der linksextremen Szene.

Im Übrigen hab ich mich am Referendum nicht beteiligt gehabt. Ich kann dir auch nicht sagen, warum die Leute für oder gegen sind.

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zu uns komme Dein Reich; dein türkischer Wille geschehe, wie in Anatolien, so auch in Europa!
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Re: Macron sagt Kurden Unterstützung zu -Anfang vom Ende der türkischen Invasion?

Beitragvon Sole.survivor@web.de » Mo 2. Apr 2018, 11:20

Der Franzos will sich nur wichtig machen. Die Türkei handelt am effizientesten in der Sache, indem sie gar nicht reagiert. Das hatte ich auch putain beim Diplomaten-Sparprogramm nahegelegt.
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Re: Macron sagt Kurden Unterstützung zu -Anfang vom Ende der türkischen Invasion?

Beitragvon Bobo » Do 5. Apr 2018, 14:52

Audi hat geschrieben:(30 Mar 2018, 15:06)

Macron will französische Truppen gegen türkische Armee einsetzen

Macron versicherte der kurdischen Delegation, dass die französischen Streitkräfte "sehr schnell" nach Manbidsch entsandt würden, berichtete die französische Zeitung Le Parisien unter Berufung auf einen ungenannten kurdischen Vertreter.

https://deutsch.rt.com/der-nahe-osten/6 ... n-tuerkei/

Ob da was dran ist? Vielleicht ist es ein Wunschtraum der Kurden

Laut Medien will Trump bald raus aus Syrien. Wir wissen ja was das für die Kurden heißt. Es war klar, dass USA nicht gegen die Türkei agieren wird


Es ist anzunehmen, dass Erdogan entgegen seiner großen Worte jede Konfrontation mit US-Streitkräften vermeiden wird. Seine Armee bekäme eine fiese Klatsche, die deren "Mut" und Zuversicht zum Erfolg eines solchen Husarenritts spürbar senken täte. Was immer Trump für Syrien angekündigt hat (Abzug usw.) die Schmach, dass US-Truppen von meinethalben französischen Fallschirmjägern vor türkischen Angriffen geschützt werden müssten, täte weder Trump noch einer der Hardliner, die er um sich gescharrt hat, hinnehmen. Wär gut möglich, dass man hinter den Kulissen bereits geeignete Waffensysteme zusammenstellt, die den türkischen Invasionsplänen einen kräftigen Dämpfer verpassen könnten. War schon immer so. Plötzlich kamen auf wundersame Weise wirksame Waffen ins Spiel. Auch der Leo II in vorliegender Ausführung kann geknackt werden, wenn man weiß wie. Wie einfach und preiswert das mit Kampfflugzeugen funktionieren kann, ist hinreichend bekannt. Preiswert im direkten Preisvergleich zwischen Boden-Luft Rakete und Kampfflugzeug.

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