Könnten, rein rechtlich und theoretisch, die Waffenexporte i.d. Türkei umgehend gestoppt werden?

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Mehmet
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Re: Könnten, rein rechtlich und theoretisch, die Waffenexporte i.d. Türkei umgehend gestoppt werden?

Beitragvon Mehmet » So 25. Mär 2018, 15:45

Balsamico hat geschrieben:Dir ist egal was Rechtsstaat bedeutet, du findest es in Ordnung, dass Pressefreiheit in der Türkei zu Propaganda geworden ist, dass Menschen, die die deine Heimat durch mediale Kritik retten wollten, im Gefängnis sitzen, dass überhaupt unschuldige Landsmänner im Gefängnis sitzen, du klatscht deinem Führer Beifall, gegen Argumente bist du immun, du freust dich über "einen Sieg nach dem anderen" weil dein Land gerade in Polen ähm... Syrien einmarschiert und Frauen und Kinder vertreibt oder tötet, ... >Nazis< sind nicht gut für meinen Blutdruck, nein. In meinem vorigen Post habe ich ein paar Fragen gestellt und habe gehofft, du würdest argumentieren oder wenigstens darüber nachdenken. Aber da wusste ichs ja noch nicht. Die Hälfte deiner Landsmänner schämen sich in Grund und Boden für die andere Hälfte und weint um ihr Land das gestohlen wurde. Du freust dich über einen völkerrechtswidrigen Krieg (Bundestag einstimmig einer Meinung), du freust dich darüber, dass dein Land die Waffen für dieses Verbrechen von denen habt, die verabscheuen was damit getan wird. Bist du in der Lage, die Fragen aus meinem vorigen Post zu beantworten? Wenn du sie mir nicht beantworten willst, ...dann: >kannst< -das heißt- bist du in der Lage dazu, diese Fragen wenigstens dir selber zu beatworten??? Wenn nicht, (aber bitte versuche es) dann sollte das dir zu denken geben. Mach deine Augen auf Junge. Mensch, du als Türke, inmitten deines türkischen Umfeldes mit vielen Erdogan Anhängern, hättest die Möglichkeit, Erdogangs Propagandamaschine die Stirn zu bieten und dich damit für Recht, Frieden und Freiheit, den höchsten Gütern der Menschheit, einzusetzten. Wer es nicht tut, zumindest hier wo es nicht gefährlich ist, macht sich mitschuldig.

Du bist viel zu emotional, Balsamico. Du behauptest außerdem Dinge, die ich niemals gesagt oder getan habe.

Das ist keine Grundlage für eine sachliche Diskussion. Ich denke, du merkst selbst, dass du über die Stränge geschlagen hast. Mal abgesehen davon, dass einige Themen auch sehr komplex sind, um sich einfach mal kurz auszutauschen.

Wem wurde überhaupt das Land gestohlen?
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Re: Könnten, rein rechtlich und theoretisch, die Waffenexporte i.d. Türkei umgehend gestoppt werden?

Beitragvon Balsamico » So 25. Mär 2018, 17:22

Mehmet hat geschrieben:Du bist viel zu emotional, Balsamico.


Es gibt auf der Welt nichts schrecklicheres als durch Krieg verursachtes Elend. Es gibt keine schlechteren Menschen als die Disputen, die ganze Völker dazu verleiten, anderen Völkern dieses Elend anzutun. Wer dieser Meinung ist, wird in der Türkei seiner Freiheit beraubt. Tausende Menschen sitzen UNSCHULDIG im Gefängnis, weil sie den Führer kritisiert haben. Wenn man da nicht emotional wird ist man doch kein Mensch mehr.

Und natürlich macht es mich auch emotional, um es mit deinen Worten zu sagen, wenn die Hälfte meiner türkischen Mitbürger das ganze auch noch befürworten. Alle in Deutschland, auch die Türken, sollten Frieden und Freiheit feiern, schätzen und verehren, nicht Krieg und Unterdrückung. Das ist sowas von... Das ärgert mich richtig, dass es solche Leute gibt.

Mehmet hat geschrieben:(24 Mar 2018, 15:15)

Ein Sieg nach dem anderen




Mehmet hat geschrieben:Wem wurde überhaupt das Land gestohlen?


Erdogan hat die, den Beamten- und Justizapparat übernommen in dem er alle die nicht auf sein Kommando hören, gefeuert oder eingesperrt hat. Die Medien gleichgeschaltet. Dadurch hat er an der Verfassung herumgeschraubt.... Er übernimmt die komplette Kontrolle und hat den Rechtsstaat Türkei bereits zum größten Teil abgeschafft ->gestohlen wenn man so will. Und mit diesem Diebesgut fängt er jetzt einen völkerrechtswidrigen Angriffskrieg an.

Und nein, ein Land in dem man für eine oppositionelle Meinung in den Knast gehen kann, jahrelang sogar ohne Anklage, ist kein Rechtsstaat.

Aber der Druck wächst. Der komplette Bundestags von links bis rechts ist der Meinung, dass Erdogan gegegn Recht verstößt und dass schnellstmöglichst gehandelt werden muss. Schnellstmöglich ist in einer Demokratie halt nicht gerade schnell. Die Türkei ist wirtschaftlich abhängig und diese Sprache versteht Erdogan.
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Re: Könnten, rein rechtlich und theoretisch, die Waffenexporte i.d. Türkei umgehend gestoppt werden?

Beitragvon Bobo » Do 5. Apr 2018, 16:00

Mehmet hat geschrieben:(24 Mar 2018, 15:15)

Ich hab so das Gefühl, dass das Thema gar nicht gut für dein Blutdruck ist.

Gucke mal:
Millionenförderung
EU unterstützt Türkei bei Aufrüstung ihrer Grenzen
Quelle: http://www.spiegel.de/politik/ausland/e ... 99535.html


Genau so muss das laufen. Das darf man als EU-Partner und NATO-Mitglied auch erwarten.

Ein Sieg nach dem anderen:

Abzug angekündigt
PKK-Kämpfer geben Nordirak auf
Quelle: https://www.tagesschau.de/ausland/pkk-irak-103.html


Jo. Ein Sieg nach dem anderen. So fängt es immer an.

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Re: Könnten, rein rechtlich und theoretisch, die Waffenexporte i.d. Türkei umgehend gestoppt werden?

Beitragvon tabernakel » Sa 7. Apr 2018, 09:28

Bobo hat geschrieben:(05 Apr 2018, 17:00) Jo. Ein Sieg nach dem anderen. So fängt es immer an.

Alliierte akzeptieren Wiederanschluss des Sudenlandes.

Österreich heim ins Reich ..

Polen überrannt.

Holland, Belgien Frankreich in wenigen Wochen überrannt .. .Arrgh

Ein Analog zum Hitler-Stalin-Pakt gibt's auch schon als geschichtsträchtiges Photo vom kürzlichen Syrien-Gipfel, da reichen sich Brüder im Geiste die Hand. Die aktuellen Waffen-Exporte könnten durchaus wahlkampfrelevant werden, und auf die Begründung warum wir selbst 2018 noch an die Türkei Rüstungsgüter liefern bin ich sehr gespannt.
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Re: Könnten, rein rechtlich und theoretisch, die Waffenexporte i.d. Türkei umgehend gestoppt werden?

Beitragvon Sole.survivor@web.de » So 8. Apr 2018, 10:40

tabernakel hat geschrieben:(07 Apr 2018, 10:28)

Ein Analog zum Hitler-Stalin-Pakt gibt's auch schon als geschichtsträchtiges Photo vom kürzlichen Syrien-Gipfel, da reichen sich Brüder im Geiste die Hand. Die aktuellen Waffen-Exporte könnten durchaus wahlkampfrelevant werden, und auf die Begründung warum wir selbst 2018 noch an die Türkei Rüstungsgüter liefern bin ich sehr gespannt.

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Re: Könnten, rein rechtlich und theoretisch, die Waffenexporte i.d. Türkei umgehend gestoppt werden?

Beitragvon Bobo » Fr 13. Apr 2018, 16:44

Sole.survivor@web.de hat geschrieben:(08 Apr 2018, 11:40)

NATO-Partner, Wirtschaft, Arbeitsplätze.



Einflusswahrung könnte man noch hinzufügen.
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Re: Könnten, rein rechtlich und theoretisch, die Waffenexporte i.d. Türkei umgehend gestoppt werden?

Beitragvon tabernakel » Sa 14. Apr 2018, 12:05

Bobo hat geschrieben:(13 Apr 2018, 17:44) Einflusswahrung könnte man noch hinzufügen.
"Einflusswahrung" ist das Hauptargument der SPD, und einer der Gründe warum ich sie seit Jahren als unwählbar empfinde. Und zwar deshalb weil wir genau mit diesem Kurs die Opposition in der Türkei verraten, also genau diejenigen die am meisten unter dem Regime leiden. Was die von uns am dringendsten brauchen ist eine klare Absage an das Regime Erdogan, mit klaren und spürbaren Konsequenzen. Denn "wir kommen damit durch" ist eines der wichtigsten Wahlversprechen Erdogans an seine Jünger, genauso wie es vor 80 Jahren eines der wichtigsten Versprechen Hitlers an seine Unterstützer war.

"Wirtschaft, Arbeitsplätze" sind durchaus gewichtige Argumente, aber die hören auch irgendwann mal auf zu ziehen. Und ich denke wir sind im Falle der Türkei jenseits des Punktes wo das der Fall ist. Die Realität ist dass das Türkische Parteiblatt ernsthaft diskutiert ob man türkische Panzer in ein oder in zwei Tagen nach Berlin schicken kann wenn man wölle, sollte das passieren brauchen wir uns um die Wirtschaft und um Arbeitsplätze sowieso keine Gedanken mehr zu machen. Die Realität ist dass türkische Kriegsschiffe in umstrittenen EU-Gewässern Übungen abhalten, und wir nicht mal U-Boote dahin schicken konnten wenn wir gewollt hätten weil die alle mangels Ersatzteilen nicht auslaufen können.

Und "NATO-Partner" ist auch kein Argument mehr angesichts des Verhaltens der Türkei, selbst in konservativen US-Kreisen wird die mittlerweile nur noch als "our so-called ally" betitelt ...
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Re: Könnten, rein rechtlich und theoretisch, die Waffenexporte i.d. Türkei umgehend gestoppt werden?

Beitragvon van Kessel » So 15. Apr 2018, 00:11

benötigte das 'deutsche Wirtschaftswunder' eine Waffenindustrie? Sicher nicht. Man produzierte Kochtöpfe. So könnte z.B. Krauss-Maffei oder Rheinstahl sicherlich ein Betätigsfeld finden, welches z.B. den Bau eines Flugplatzes in Berlin in Zeit und Geld gewährleisten könnte.

Sie könnten Komponenten entwickeln, welche die Stromspeicherung ermöglichen. Sie könnten die Energie'erzeugung' vervollkommnen, oder Strassen entwickeln, welche ohne Schlaglöcher auskommen; oder Brücken ohne Wartung.

Es gibt so vieles, was man machen und damit Geld verdienen könnte. Aber die Verlockung des Geldes durch die Waffen'technologie' oder den Drogenhandel, lähmt scheinbar die menschliche Kreativität.
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Re: Könnten, rein rechtlich und theoretisch, die Waffenexporte i.d. Türkei umgehend gestoppt werden?

Beitragvon SpukhafteFernwirkung » So 15. Apr 2018, 00:22

van Kessel hat geschrieben:(15 Apr 2018, 01:11)

benötigte das 'deutsche Wirtschaftswunder' eine Waffenindustrie? Sicher nicht. Man produzierte Kochtöpfe. So könnte z.B. Krauss-Maffei oder Rheinstahl sicherlich ein Betätigsfeld finden, welches z.B. den Bau eines Flugplatzes in Berlin in Zeit und Geld gewährleisten könnte.

Sie könnten Komponenten entwickeln, welche die Stromspeicherung ermöglichen. Sie könnten die Energie'erzeugung' vervollkommnen, oder Strassen entwickeln, welche ohne Schlaglöcher auskommen; oder Brücken ohne Wartung.

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die firma heißt rheinmetall. und auch kmw heißt inzwischen anders. und nein, die können nicht von kochtöpfen leben.
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Re: Könnten, rein rechtlich und theoretisch, die Waffenexporte i.d. Türkei umgehend gestoppt werden?

Beitragvon tabernakel » So 15. Apr 2018, 08:19

SpukhafteFernwirkung hat geschrieben:(15 Apr 2018, 01:22) die firma heißt rheinmetall. und auch kmw heißt inzwischen anders. und nein, die können nicht von kochtöpfen leben.
Denke auch dass die Idee aus Waffenschmieden Kochtopfhersteller zu machen absurd ist, erstens weil wir bereits Kochtopfhersteller haben, und nicht zuletzt weil sich produzierendes einheimisches Gewerbe sowieso kaum noch der Konkurrenz aus Fernost erwehren kann. Das ist aber auch nicht die Frage.

Die Frage ist auch nicht ob das Überleben der Waffenschmieden von Lieferungen in die Türkei abhängt, das ist absurd weil das Volumen von Rüstungsexporten in die Türkei bereits bei wenigen Millionen Euro im Jahr angelangt ist. Das sind Tropfen auf den heissen Stein angesichts der Investitions- und Personalkosten solcher Betriebe, und es gibt genug andere potentielle Abnehmer.

Die Frage ist schlicht und einfach ob wir noch Lust haben Rüstungsexporte an die Türkei zu erlauben. Und da sollte die Antwort angesichts der aktuellen Situation ein schallendes Nein sein.
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Re: Könnten, rein rechtlich und theoretisch, die Waffenexporte i.d. Türkei umgehend gestoppt werden?

Beitragvon Sole.survivor@web.de » So 15. Apr 2018, 08:40

van Kessel hat geschrieben:(15 Apr 2018, 01:11)

benötigte das 'deutsche Wirtschaftswunder' eine Waffenindustrie? Sicher nicht. Man produzierte Kochtöpfe. So könnte z.B. Krauss-Maffei oder Rheinstahl sicherlich ein Betätigsfeld finden, welches z.B. den Bau eines Flugplatzes in Berlin in Zeit und Geld gewährleisten könnte.

Sie könnten Komponenten entwickeln, welche die Stromspeicherung ermöglichen. Sie könnten die Energie'erzeugung' vervollkommnen, oder Strassen entwickeln, welche ohne Schlaglöcher auskommen; oder Brücken ohne Wartung.

Es gibt so vieles, was man machen und damit Geld verdienen könnte. Aber die Verlockung des Geldes durch die Waffen'technologie' oder den Drogenhandel, lähmt scheinbar die menschliche Kreativität.

Aber nicht im Türkeiforum. Da gehts um Hetze gegen die Türkei und nicht um die Reform der deutschen Waffenindustrie. Ginge es um die, müsste man zuerst über einheimische Abnahme und über die Top-Exportziele nachdenken. Die Türkei will nur kaufen, was sie für ihre Verteidigung braucht.
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Re: Könnten, rein rechtlich und theoretisch, die Waffenexporte i.d. Türkei umgehend gestoppt werden?

Beitragvon SpukhafteFernwirkung » So 15. Apr 2018, 08:45

tabernakel hat geschrieben:(15 Apr 2018, 09:19)

Denke auch dass die Idee aus Waffenschmieden Kochtopfhersteller zu machen absurd ist, erstens weil wir bereits Kochtopfhersteller haben, und nicht zuletzt weil sich produzierendes einheimisches Gewerbe sowieso kaum noch der Konkurrenz aus Fernost erwehren kann. Das ist aber auch nicht die Frage.

Die Frage ist auch nicht ob das Überleben der Waffenschmieden von Lieferungen in die Türkei abhängt, das ist absurd weil das Volumen von Rüstungsexporten in die Türkei bereits bei wenigen Millionen Euro im Jahr angelangt ist. Das sind Tropfen auf den heissen Stein angesichts der Investitions- und Personalkosten solcher Betriebe, und es gibt genug andere potentielle Abnehmer.

Die Frage ist schlicht und einfach ob wir noch Lust haben Rüstungsexporte an die Türkei zu erlauben. Und da sollte die Antwort angesichts der aktuellen Situation ein schallendes Nein sein.
ich würde den ziegenliebhabern auch keine müde patrone mehr liefern, aber das geschäft übernehmen die koreaner gerne, die leiden da weniger unter skrupel oder anderem moralischem ballast...- :rolleyes:
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Re: Könnten, rein rechtlich und theoretisch, die Waffenexporte i.d. Türkei umgehend gestoppt werden?

Beitragvon van Kessel » So 15. Apr 2018, 10:46

es ist wohl entgangen, dass 'meine' Kochtöpfe keine Empfehlung für Rheinmetall oder Panzerbauer darstellte, sondern eine Entwicklung seit '45 aufzeigen sollte. Scheinbar habe ich aber die Fantasie überfordert, dass es kein Naturgesetz ist, Waffer herzustellen und zu vertreiben.

Die Tatsache dass, wenn Deutschland keine Waffen mehr herstellt und/oder vertreibt und daher andere Länder diese 'Lücke' ausfüllen, ist ein Totschlagargument der Waffenindustrie. "Wenn wir's nicht tun, machen es andere" ist der Schlafmohn des guten Bürgers ohne Uniform. Dann dürfen wir uns aber auch nicht über gewalttätige Kurden-/Türkendemos in Deutschland erregen, wenn mit deutschen Waffen ein Genozid verübt wird.

So wie die drei Ringe von Krupp für Radreifen der Eisenbahn stehen (und nicht für die 'dicke Berta'), könnten die Glattrohr-Tubes von Rheinmetall für Hydraulikzylinder stehen welche bedrohte Siedlungen in Küstennähe über den steigenden Wasserspiegel hieven.

Zum Thema Waffenlieferungen in die Türkei: mit der deutschen Waffenlieferung an die Türkei ertüchtigen wir einen Diktator vom Schlage eines A.H. Dieser stellte auch einem Diktator nicht nur seine Legion Condor zur Verfügung, sondern auch noch Personal und Material. Dass der Export von Kriegsmaterial in 'Spannungsgebiete' (wo gibt es keine Spannungsgebiete mehr?) lt. GG verboten ist, scheint die deutschen Verkäufer von Kriegsmaterial nicht zu stören. Eine willfährige Lobby dient sich willfährigen 'Volksvertretern' an und zusammen präsentieren sie den Tod als einen Meister aus Deutschland.
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Re: Könnten, rein rechtlich und theoretisch, die Waffenexporte i.d. Türkei umgehend gestoppt werden?

Beitragvon van Kessel » So 15. Apr 2018, 10:50

"Sole.survivor@web.de"
Aber nicht im Türkeiforum. Da gehts um Hetze gegen die Türkei und nicht um die Reform der deutschen Waffenindustrie. Ginge es um die, müsste man zuerst über einheimische Abnahme und über die Top-Exportziele nachdenken. Die Türkei will nur kaufen, was sie für ihre Verteidigung braucht.
ich darf erinnern, dass es hier mitnichten nur um ein Türkei-Bashing geht sondern um: "Könnten, rein rechtlich und theoretisch, die Waffenexporte i.d. Türkei umgehend gestoppt werden?"
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Re: Könnten, rein rechtlich und theoretisch, die Waffenexporte i.d. Türkei umgehend gestoppt werden?

Beitragvon Sole.survivor@web.de » So 15. Apr 2018, 13:38

van Kessel hat geschrieben:(15 Apr 2018, 11:50)

"Sole.survivor@web.de"
ich darf erinnern, dass es hier mitnichten nur um ein Türkei-Bashing geht sondern um: "Könnten, rein rechtlich und theoretisch, die Waffenexporte i.d. Türkei umgehend gestoppt werden?"

Hallo van M. Kessel,

Diese Frage ist beantwortet. Man könnte. Man will aber nicht, es wäre schlecht für uns, schlecht für die Türkei und schlecht für die Sicherheit im östlichen Mittelmeer.
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Re: Könnten, rein rechtlich und theoretisch, die Waffenexporte i.d. Türkei umgehend gestoppt werden?

Beitragvon tabernakel » So 15. Apr 2018, 17:28

van Kessel hat geschrieben:(15 Apr 2018, 11:46) es ist wohl entgangen, dass 'meine' Kochtöpfe keine Empfehlung für Rheinmetall oder Panzerbauer darstellte, sondern eine Entwicklung seit '45 aufzeigen sollte. Scheinbar habe ich aber die Fantasie überfordert, dass es kein Naturgesetz ist, Waffer herzustellen und zu vertreiben.

Yep, könnten wir komplett lassen. Dann geht's uns über kurz oder lang halt so wie der Ukraine, und Putin schickt seine Panzerbesatzungen zum Urlaubmachen nebst Equipment direkt nach Berlin. Das genau ist es was Sie immer übersehen: Man macht sich schlicht zur Zielscheibe wenn man sich nicht wehren kann.

van Kessel hat geschrieben:Die Tatsache dass, wenn Deutschland keine Waffen mehr herstellt und/oder vertreibt und daher andere Länder diese 'Lücke' ausfüllen, ist ein Totschlagargument der Waffenindustrie. "Wenn wir's nicht tun, machen es andere" ist der Schlafmohn des guten Bürgers ohne Uniform. Dann dürfen wir uns aber auch nicht über gewalttätige Kurden-/Türkendemos in Deutschland erregen, wenn mit deutschen Waffen ein Genozid verübt wird.

Das ist kein Totschlagargument, sondern schlicht Realität. Ob wir Waffen herstellen hat primär Auswirkungen auf unsere eigene Sicherheit, weniger auf die der Welt, denn da stehen in der Tat genug andere Lieferanten Schlange. Vielleicht noch ein bisschen auf unsere Wirtschaft. Nur impliziert das eben nicht dass wir Waffen jederzeit an jeden Liefern müssen, da haben wir durchaus die Wahl. genau deshalb werden Rüstungslieferungen im Bundestag debattiert und benötigen die Absegnung im Ausschuss.

van Kessel hat geschrieben:Zum Thema Waffenlieferungen in die Türkei: mit der deutschen Waffenlieferung an die Türkei ertüchtigen wir einen Diktator vom Schlage eines A.H. Dieser stellte auch einem Diktator nicht nur seine Legion Condor zur Verfügung, sondern auch noch Personal und Material. Dass der Export von Kriegsmaterial in 'Spannungsgebiete' (wo gibt es keine Spannungsgebiete mehr?) lt. GG verboten ist, scheint die deutschen Verkäufer von Kriegsmaterial nicht zu stören. Eine willfährige Lobby dient sich willfährigen 'Volksvertretern' an und zusammen präsentieren sie den Tod als einen Meister aus Deutschland.
Genau hier sind unsere Parteien in der Pflicht. Und ich kann mir inzwischen keine Begründung mehr vorstellen warum wir das noch wollen söllten. Nicht wenn Erdogan in umstrittenen EU-Gewässern Flottenübungen abhält. Nicht wenn der meint kurdische Gebiete mit genehmeren Syrern besiedeln zu können. Und bestimmt nicht wenn sein Parteiorgan bereits davon schwadroniert dass türkische Panzer in 1-2 Tagen in Berlin sein könnten wenn sie nur wöllten.
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Re: Könnten, rein rechtlich und theoretisch, die Waffenexporte i.d. Türkei umgehend gestoppt werden?

Beitragvon Bobo » Di 17. Apr 2018, 09:37

tabernakel hat geschrieben:(14 Apr 2018, 13:05)

"Einflusswahrung" ist das Hauptargument der SPD, und einer der Gründe warum ich sie seit Jahren als unwählbar empfinde. Und zwar deshalb weil wir genau mit diesem Kurs die Opposition in der Türkei verraten, also genau diejenigen die am meisten unter dem Regime leiden. Was die von uns am dringendsten brauchen ist eine klare Absage an das Regime Erdogan, mit klaren und spürbaren Konsequenzen. Denn "wir kommen damit durch" ist eines der wichtigsten Wahlversprechen Erdogans an seine Jünger, genauso wie es vor 80 Jahren eines der wichtigsten Versprechen Hitlers an seine Unterstützer war.

"Wirtschaft, Arbeitsplätze" sind durchaus gewichtige Argumente, aber die hören auch irgendwann mal auf zu ziehen. Und ich denke wir sind im Falle der Türkei jenseits des Punktes wo das der Fall ist. Die Realität ist dass das Türkische Parteiblatt ernsthaft diskutiert ob man türkische Panzer in ein oder in zwei Tagen nach Berlin schicken kann wenn man wölle, sollte das passieren brauchen wir uns um die Wirtschaft und um Arbeitsplätze sowieso keine Gedanken mehr zu machen. Die Realität ist dass türkische Kriegsschiffe in umstrittenen EU-Gewässern Übungen abhalten, und wir nicht mal U-Boote dahin schicken konnten wenn wir gewollt hätten weil die alle mangels Ersatzteilen nicht auslaufen können.

Und "NATO-Partner" ist auch kein Argument mehr angesichts des Verhaltens der Türkei, selbst in konservativen US-Kreisen wird die mittlerweile nur noch als "our so-called ally" betitelt ...


Bezüglich der Wählbarkeit der SPD und der Duldung von Erdogans Ausfällen kann ich nur zustimmen. Was das Panzer nach Berlin schicken betrifft, so kann nur ein Kommunikationsproblem zwischen dem Parteiblatt und der ursprünglichen Aussage vorliegen. Es dürfte eher um Wartungsarbeiten gehen. Vorstellbare Alternativen wären aberwitzig, weil die Panzer nicht einmal die Grenze zu unserem Staatsgebiet erreichen täten. Mit zwei, drei Duzend überholter Panzer wird's schon schwierig gegen kreuzwütende Hamburger Hooligans zu bestehen, nachdem der HSV mal wieder eine Pflichtniederlage kassierte. :D

Spaß beiseite. Es wäre längst fällig gewesen, Erdogan klipp und klare Grenzen aufzuzeigen und ihm zu verstehen zu geben, dass Echos auf Waffenklirren nicht wie ein Kammerkonzert klingen. Wer für die Wirtschaft einen durchgeknallten islamistischen Despoten hofiert darf sich nicht wundern, wenn er als speichelleckender Lakai galt. Gibt es in Europa ja zurzeit reichlich und Erdogan hat die Chance erkannt, wie leicht es ist, den jammervollen Europäern, einschließlich dem US-Präsidenten, den Rang abzulaufen und die dicke Wurst zu geben. Bis sein Militär irgendwo mal zu weit geht und erstmal ernsthaft die Hucke voll kriegt oder eben ein zu dreistes türkisches Kriegsschiff fünfzehn Meter aus dem Wasser hüpft und in zwei Teilen wieder eintaucht. Er hat's mit dem russischen Kampfflieger ja selbst vorgemacht. Eine solche Erfahrung, womöglich auch noch durch einen eigentlich Verbündeten zugefügt, dürfte sein Mütchen deutlich kühlen und ihn vorsichtiger werden lassen. Bemerkenswert finde ich den Hinweis auf das Wirtschaftswunder und dass es keine Rüstungsindustrie gebraucht hat.

Dieser Hinweis sollte täglich ein halbes Duzend mal über die Medien laufen, um den Menschen mal einen Anlass zu geben, den Vorwand "wirtschaftlichen Wohlstand" ernsthaft zu überdenken. Welche Schweinereien werden den Menschen künftig noch mit dieser dreckigen Ausrede zugemutet? Welche wollen sie künftig noch von ihren Regierungsvertretern akzeptieren?

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