ist die Türkei faschistisch ?

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Nomen Nescio
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ist die Türkei faschistisch ?

Beitragvon Nomen Nescio » Mo 26. Feb 2018, 22:04

ich habe eigentlich um diesen strang gefragt. denn werde mit meinen eigen worten um die ohren geschlagen.

dennoch finde ich das nicht schlimm. ich finde viel gut, wenn es sauber untermauert ist. das schrieb ich kardux, als ich einen beitrag von ihm redigierte.
seine reaktion lautete
Nomen Nescio hat geschrieben:(25 Feb 2018, 19:54)

N.B.

ich bitte euch fortan eine sorgfältigere wortwahl zu benützen. ja, in der türkei scheint das recht z.z. dünn gesät. dennoch dürfen wir z.b. nicht sagen daß die türkei ein verbrecherisches land ist. oder ein terroristisches land, oder ... usw.

auch muß man unterscheiden zwischen land und einzelpersonen. untermauere jedenfalls scharfe behauptungen. sonst wird es im günstigsten fall als spam betrachtet.

NN, mod


Sie fordern mich also auf hier eine Erklärung abzugeben, weshalb ich die Türkei als faschistisch bezeichne?

Ich zitiere Sie persönlich einmal aus einem anderen Strang ("Reichstagsbrand auf türkisch?"):

auch von den nazis abgekupfert wurden beschlagnahmungen von eigentum.



Hier haben Sie einen klaren Vergleich zwischen dem Erdogan-Regime und dem Dritten Reich aufgestellt - legitim wie ich finde.

Und weiter schreiben Sie:

dennoch gibt es leute die sagen »man darf vor allem nicht mit den nazis vergleichen. die hatten ja KZ und vergasungen«.

ob man ein KZ hat, oder anderswo menschen zusammenpresst und sie nicht vergast sondern auf andere weise sehr schlimm behandelt, letzendlich sind es symptome vom selben: fremdenhaß, argwöhn und der wille zur vernichtigung von andersdenkenden.


vertiefe dich mehr in der machtübernahme der nazis; lese mein kampf und vllt wirst du dann fündig.

auch türken im ausland sollen für erdogans lange arm aufpassen.
vor ein jahr wurde schon - versehentlich ! - deutlich daß alle türken in meinem land katalogisiert sind. mit allen plussen und minussen.
nicht-erdogan leute (u.a. gülenanhänger) werden via mail und facebook bedroht; sogar manchmal fysisch; fenster werden kaputt gemacht; branden brechen aus; usw. das passiert bei uns; das passiert in belgien.
in belgien sind darum bedrohte türken zum gericht gegangen (gericht hat da mehr befügnisse als polizei) und anzeige erstattet.

ich kann nicht glauben daß das bei euch viel besser ist. todeswünsche werden sie auch bei euch empfangen.


bei den nazis war das doch auch »legal« geregelt ?


auch bücherverbrennungen haben statt gefunden. ein argument haben wir vllt vergessen. ein argument, daß vermutlich bei AH mitzählte: haß auf das ganze juridische und ämtliche apparat. bei hitler ist das deutlich (denke an sein gefängnis; denke am abweisen seiner bitte nationalisiert zu werden) aber bei erdogan ist das weniger bekannt.
2013 ist erdogan als premier knapp vervolgung entkommen und sowieso die seiner verwandten. er sollte »geschummelt« haben mit gelder. wie hat er sich damals nicht via die medien (und außerhalb ?) dagegen gewehrt...


oh nein, eine verharmlosung besteht nur in deinem geist. denn das teuflische handeln vom nazipack ist bis heute noch nicht - und wird hoffentlich nie - überboten.

deine verweigerung zu sehen daß man in der türkei eine SCHWACHE kopie vom III. reich versucht zu machen, sagt genug.

btw: wo sind die gefangen untergebracht? in hotels?


ja, mann könnte sogar fragen was er so direkt auf seinen gewissen hat. das schlimme ist, das er sorgfältig vermied schriftliche befehle zu geben.
ich habe lange gesucht und habe noch immer die überzeugung daß die nacht der langen messer das letzte widerrechtliche befehl war, wodurch er durchs deutsche recht zur verantwortung gezogen werden konnte. ebensogut ist das nicht wenig: mehrfache mord.
von der reichskristallnacht wissen wir dank der tagesbücher von goebbels daß er auch da die verantwortung zu zollen hat. ohne dessen hätten wir das nie gewußt. ob sie als beweis genügen...


wie das beim türkischen führer steht? hat er befohlen die vom putsch verdächtigten zu »mißhandeln« ?


http://www.politik-forum.eu/viewtopic.php?f=11&t=61368&start=40

Sie stellen die Türkei hier eindrucksvoll als ich zitiere "SCHWACHE kopie vom III. reich" dar, aber ich muss mich hier vor Ihnen dafür rechtfertigen, dass ich die Türkei als faschistisch bezeichne?

Und trotzdem kann ich Ihnen noch einmal "erklären" weshalb ich die Türkei als faschistisch bezeichne:

Es liegt an erster Stelle am Erbe der heutigen Türkei - sie wurde von Mustafa Kemal gegründet. Einer der wichtigen Grundpfeiler des Kemalismus, ist der Nationalismus. Dieser beruft sich an erster Stelle auf die Türkisierung aller Menschen im Staat. Die türkische Verfassung kennt keine Pluralität - bis zum heutigen Tag nicht. Eine Nation, ein Volk, eine Sprache, usw. ist die Devise in der Türkei. Neben der staatlich organisierten Unterdrückung aller Minderheiten ist der vom Staat geleitete Militarismus in der Gesellschaft eines der größten Merkmale, weshalb man die Türkei als faschistisch bezeichnen darf. Der neoosmanische Größenwahn und die offen dargelegten Ansprüche auf ehemalige Kolonien sind nur ein weiter Punkt auf der langen Liste.


ich habe eigentlich nur ein kommentar. ob militarismus automatisch fascismus bedeutet. ansonsten hast du argumente gegeben (oder abgekupfert :p )
jedenfalls gibt es genügend argumente um deine these zu untermauern. finde ich. was anderen davon denken ... k.a.
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Re: ist die türkei fascistisch ?

Beitragvon Tom Bombadil » Mo 26. Feb 2018, 22:14

Erdogan ist kein Mini-Hitler, die Türkei keine Kopie (auch keine schwache) des 3. Reiches. Die Türkei erinnert im Moment eher an Francos Spanien in einer light Version, auf dem Weg hin zu einer religiös verbrämten Autokratie.
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Re: ist die türkei fascistisch ?

Beitragvon Provokateur » Mo 26. Feb 2018, 22:24

Für Faschismus bzw. die Bewertung einer Regierungsform als faschistisch eignet sich die F-Skala nach Adorno et al.

Sie wurde zwar nicht für diesen Zweck geschaffen (es geht eher um Einzelpersonen), ist aber auch gut für Systeme anzuwenden. Kurz drübergeschaut würde ich sagen: Ja, die derzeitige Türkei unter Erdogan erfüllt schon recht viele Punkte.
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Re: ist die türkei fascistisch ?

Beitragvon Nomen Nescio » Mo 26. Feb 2018, 22:25

Tom Bombadil hat geschrieben:(26 Feb 2018, 22:14)

Erdogan ist kein Mini-Hitler, die Türkei keine Kopie (auch keine schwache) des 3. Reiches. Die Türkei erinnert im Moment eher an Francos Spanien in einer light Version, auf dem Weg hin zu einer religiös verbrämten Autokratie.

für viel SSers war aber die NAZI-ideologie gleich eine neue religion. und AH cum suis waren die propheten.
das ist die gefährlichkeit von ideologien. sie gleiten oft ins extremismus ab.
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Re: ist die türkei fascistisch ?

Beitragvon Nomen Nescio » Mo 26. Feb 2018, 22:27

Provokateur hat geschrieben:(26 Feb 2018, 22:24)

Für Faschismus bzw. die Bewertung einer Regierungsform als faschistisch eignet sich die F-Skala nach Adorno et al.

Sie wurde zwar nicht für diesen Zweck geschaffen (es geht eher um Einzelpersonen), ist aber auch gut für Systeme anzuwenden. Kurz drübergeschaut würde ich sagen: Ja, die derzeitige Türkei unter Erdogan erfüllt schon recht viele Punkte.

ich teile deine meinung. und möchte dazu noch sagen, wie wichtig es also ist nicht leere behauptungen zu bringen, sondern stattdessen zu untermauern.
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Re: ist die türkei fascistisch ?

Beitragvon Kardux » Mo 26. Feb 2018, 22:51

Nomen Nescio hat geschrieben:ich habe eigentlich um diesen strang gefragt. denn werde mit meinen eigen worten um die ohren geschlagen.


Ich schlage Ihnen mit nichts um die Ohren.

Sie wollten von mir eine Erklärung weshalb die Türkei faschistisch ist, obwohl Sie die Türkei in anderen Strängen mit dem Dritten Reich verglichen haben. Was soll ich Ihnen dann genau erklären?

Ich möchte auch nochmal betonen, dass die Türkei nicht erst seit der Radikalisierung des Erdo-Regimes faschistisch ist. Nein. Dies begann paradoxerweise alles schon bevor es den Begriff Faschismus gab und bevor die heutige Türkei gegründet wurde.
Wie jetzt?
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Re: ist die türkei fascistisch ?

Beitragvon Mehmet » Do 1. Mär 2018, 21:24

fascistisch? Schreibfehler, ok.

Die Antwort: Ja, die Türkei ist Fantastisch!

Mach Urlaub in der Türkei und du wirst sehen, wie schön und weltoffen die Türkei ist.
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Re: ist die türkei fascistisch ?

Beitragvon Jekyll » Fr 2. Mär 2018, 01:23

Nomen Nescio hat geschrieben:(26 Feb 2018, 22:25)

für viel SSers war aber die NAZI-ideologie gleich eine neue religion. und AH cum suis waren die propheten.
das ist die gefährlichkeit von ideologien. sie gleiten oft ins extremismus ab.
Hier auf einen mutmaßlichen gemeinsamen Nenner auf der elementarsten Ebene hinzuweisen ("Ideologie") ist aber bißchen dürftig, wenn es darum geht, hier eine "Verwandschaft" mit dem Dritten Reich argumentativ zu untermauern. Dazu braucht es mehr, vor allem aber eine explizit rassistische Ideologie mit eliminatorischer Intention. Und am besten noch eine aggressive Lebensraumpolitik, und zwar für das eigene Volk und nicht für ein anderes, dem man auch noch in Millionenzahl Unterschlupf im eigenen Land gewährt (was sich mit einer rassistischen Ideologie schon mal kaum vereinbaren lässt). Keiner, der alle Sinne beisammen hat, kann sowas ernsthaft der Türkei unterstellen. Solche irrationalen Fixierungen können wirklich nur psychologische Ursachen haben (wenn man von antitürkischen Propagandaagitationen mal absieht, deren politische Motive allzu offenkundig sind).
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Re: ist die türkei fascistisch ?

Beitragvon Nomen Nescio » Fr 2. Mär 2018, 01:51

Jekyll hat geschrieben:(02 Mar 2018, 01:23)

Hier auf einen mutmaßlichen gemeinsamen Nenner auf der elementarsten Ebene hinzuweisen ("Ideologie") ist aber bißchen dürftig, wenn es darum geht, hier eine "Verwandschaft" mit dem Dritten Reich argumentativ zu untermauern. Dazu braucht es mehr, vor allem aber eine explizit rassistische Ideologie mit eliminatorischer Intention. Und am besten noch eine aggressive Lebensraumpolitik, und zwar für das eigene Volk und nicht für ein anderes, dem man auch noch in Millionenzahl Unterschlupf im eigenen Land gewährt (was sich mit einer rassistischen Ideologie schon mal kaum vereinbaren lässt). Keiner, der alle Sinne beisammen hat, kann sowas ernsthaft der Türkei unterstellen. Solche irrationalen Fixierungen können wirklich nur psychologische Ursachen haben (wenn man von antitürkischen Propagandaagitationen mal absieht, deren politische Motive allzu offenkundig sind).

ich meinte nichts mehr als ich sagte »das gefährliche von ideologien ist daß sie leicht abgleiten. ins extremismus.

damit sagte ich kein wort zu viel. du siehst es an soviel stellen in der welt.
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Re: ist die türkei fascistisch ?

Beitragvon Kardux » Fr 2. Mär 2018, 09:27

Jekyll hat geschrieben:Dazu braucht es mehr, vor allem aber eine explizit rassistische Ideologie mit eliminatorischer Intention. Und am besten noch eine aggressive Lebensraumpolitik


Die komplette Existenz der Türken in Anatolien und später auf dem Balkan beruht auf einer aggressiven Lebensraumpolitik. Es ist lächerlich wie Sie solche historischen Fakten ausblenden (oder bewusst ignorieren?). Das Fundament der "modernen" Türkei ist auf einer rassistischen Ideologie mit eliminatorischen Ausgang (ja, nicht Intention, sondern Ausgang!) aufgebaut. Der Völkermord an den Christen in Anatolien war von Anfang an geplant - so schaffte man sich den Lebensraum, den man auf dem Balkan und in anderen Kolonien verlor! Die moderne Türkei wurde auf den Gräbern der Pontos-Griechen, Armenier und Assyro-Chaldäer aufgebaut!

Um dem türkischen Volk die Täterschaft an einem weiteren Genozid zu ersparen, versuchte Mustafa Kemal die nationalen Ambitionen der restlichen Nicht-sunnitischen-Türken auf eine andere weise zu bekämpfen. So entwickelte der Kemalismus eine Rassenideologie die kein anderes Volk, als die "edlen" Türken zuließ. Bei den Lazen und Tscherkessen hat die komplette Türkisierung hervorragend geklappt - bei den Kurden aber nunmal nicht. So begann die Türkei ihren ewigen Kampf mit den Kurden, die ihre nationalen Ambitionen nicht aufgeben. Dieser "Kampf" beinhaltete Deportationen von gewissen kurdischen Stämmen (in die Westtürkei), weil diese als zu aufrührerisch galten. In Dêrsim (1938) blitzte noch einmal die "Kunst" der völkermordenden Türken hervor, aber danach beschränkte man sich eher auf das gezielte Töten von einigen Intellektuellen, Deportationen und der psychologischen Kriegsführung gegen das kurdische Volk (in Schulen und Ämtern).

Was hat sich knapp 100 Jahre nach der Republiksgründung dieser faschistischen Türkei verändert? Das Volk beklatscht fast geschlossen einen Angriffskrieg auf eine kleine Enklave außerhalb der eigenen Grenzen. Kurdische Städte im Südosten werden dem Erdboden gleichgemacht (unter dem Beifall der Mehrheit des türkischen Volkes). Kurdische Intellektuelle und Politiker werden getötet oder verhaftet. Und ganz interessant, man bedient sich wieder der aggressiven Lebensraumpolitik. Das die Kurden eine demographische Zeitbombe für die Kolonialherren in Ankara sind, das ist nun wirklich kein Geheimnis. Daraus hat auch Erdo kein Geheimnis gemacht, nachdem er sein Volk aufforderte mindestens drei Kinder zu zeugen - das Vorhaben erinnerte irgendwie an das deutsche Mutterkreuz. 100 Jahre nach der Republiksgründung sollen also sunnitisch-arabische Flüchtlinge instrumentalisiert werden um die nationalen Ambitionen der Kurden innerhalb und außerhalb der eigenen Grenzen zu bekämpfen.

Die Aussagen von türkischen Politikern sind klar und deutlich.
Jekyll hat geschrieben:Und am besten noch eine aggressive Lebensraumpolitik, und zwar für das eigene Volk und nicht für ein anderes, dem man auch noch in Millionenzahl Unterschlupf im eigenen Land gewährt (was sich mit einer rassistischen Ideologie schon mal kaum vereinbaren lässt).


Auch wenn der Kemalismus gerne von Blut und Boden sprach, war es niemals ein Problem innerhalb dieser Türkei mit "nicht-türkischem Blut" aufzusteigen. Was für die Kolonialherren in Ankara immer wichtig war, ist die "Loyalität" zum türkischen Leitvolk. So wurde das auch über Jahrhunderte hinweg im Osmanischen Reich praktiziert. Die nicht-türkischen Völker mussten loyal gegenüber der Oberhoheit der Türken sein. Viele Bosniaken und Albaner waren das. Die wurden dann auch im Anschluss an die Vernichtung der anatolischen Christen, im Osten der "Türkei" angesiedelt. Das waren zwar keine ethnischen Türken ("eigenes Volk"). Denen wurde in Millionenzahl Unterschlupf im "eigenen Land" gewährt. Und die wurden letztendlich dann, bedingt durch ihre Loyalität zu "ihrem" Volk. Und jetzt knapp 100 Jahre danach hält das Erdo-Regime die sunnitischen Araber für so loyal um sie in kurdischen Siedlungsgebieten anzusiedeln. Darum, und nur darum geht es im derzeitigen Angriffskrieg in Efrîn.

Und hören Sie endlich auf sich als Samariter aufzuspielen - von wegen die Türkei hat so und so viele Flüchtlinge aufgenommen.

1. Diese Flüchtlinge werden für die eigenen Interessen instrumentalisiert (als Kanonnenfutter, Demographiefaktor und Verhandlungsmaße gegenüber der EU)
2. Die Türkei als Kriegspartei (welche sie ja als Terrorpate des IS und al-Qaidas ist) ist mitunter verantwortlich für diesen ganzen Konflikt und muss dementsprechend auch Konsequenzen ziehen.
3. Andere Anrainerstaaten haben prozentuell betrachtet weit mehr Flüchtlinge aufgenommen als die Türkei mit seinen 80 Millionen Einwohnern.

Ja, die Türkei ist faschistisch!
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Re: ist die türkei fascistisch ?

Beitragvon Antonius » So 4. Mär 2018, 19:14

Kardux hat geschrieben:(02 Mar 2018, 09:27)
Die komplette Existenz der Türken in Anatolien und später auf dem Balkan beruht auf einer aggressiven Lebensraumpolitik. Es ist lächerlich wie Sie solche historischen Fakten ausblenden (oder bewusst ignorieren?). Das Fundament der "modernen" Türkei ist auf einer rassistischen Ideologie mit eliminatorischen Ausgang (ja, nicht Intention, sondern Ausgang!) aufgebaut. Der Völkermord an den Christen in Anatolien war von Anfang an geplant - so schaffte man sich den Lebensraum, den man auf dem Balkan und in anderen Kolonien verlor! Die moderne Türkei wurde auf den Gräbern der Pontos-Griechen, Armenier und Assyro-Chaldäer aufgebaut!

Um dem türkischen Volk die Täterschaft an einem weiteren Genozid zu ersparen, versuchte Mustafa Kemal die nationalen Ambitionen der restlichen Nicht-sunnitischen-Türken auf eine andere weise zu bekämpfen. So entwickelte der Kemalismus eine Rassenideologie die kein anderes Volk, als die "edlen" Türken zuließ. Bei den Lazen und Tscherkessen hat die komplette Türkisierung hervorragend geklappt - bei den Kurden aber nunmal nicht. So begann die Türkei ihren ewigen Kampf mit den Kurden, die ihre nationalen Ambitionen nicht aufgeben. Dieser "Kampf" beinhaltete Deportationen von gewissen kurdischen Stämmen (in die Westtürkei), weil diese als zu aufrührerisch galten. In Dêrsim (1938) blitzte noch einmal die "Kunst" der völkermordenden Türken hervor, aber danach beschränkte man sich eher auf das gezielte Töten von einigen Intellektuellen, Deportationen und der psychologischen Kriegsführung gegen das kurdische Volk (in Schulen und Ämtern).

Was hat sich knapp 100 Jahre nach der Republiksgründung dieser faschistischen Türkei verändert? Das Volk beklatscht fast geschlossen einen Angriffskrieg auf eine kleine Enklave außerhalb der eigenen Grenzen. Kurdische Städte im Südosten werden dem Erdboden gleichgemacht (unter dem Beifall der Mehrheit des türkischen Volkes). Kurdische Intellektuelle und Politiker werden getötet oder verhaftet. Und ganz interessant, man bedient sich wieder der aggressiven Lebensraumpolitik. Das die Kurden eine demographische Zeitbombe für die Kolonialherren in Ankara sind, das ist nun wirklich kein Geheimnis. Daraus hat auch Erdo kein Geheimnis gemacht, nachdem er sein Volk aufforderte mindestens drei Kinder zu zeugen - das Vorhaben erinnerte irgendwie an das deutsche Mutterkreuz. 100 Jahre nach der Republiksgründung sollen also sunnitisch-arabische Flüchtlinge instrumentalisiert werden um die nationalen Ambitionen der Kurden innerhalb und außerhalb der eigenen Grenzen zu bekämpfen.

Die Aussagen von türkischen Politikern sind klar und deutlich.
Auch wenn der Kemalismus gerne von Blut und Boden sprach, war es niemals ein Problem innerhalb dieser Türkei mit "nicht-türkischem Blut" aufzusteigen. Was für die Kolonialherren in Ankara immer wichtig war, ist die "Loyalität" zum türkischen Leitvolk. So wurde das auch über Jahrhunderte hinweg im Osmanischen Reich praktiziert. Die nicht-türkischen Völker mussten loyal gegenüber der Oberhoheit der Türken sein. Viele Bosniaken und Albaner waren das. Die wurden dann auch im Anschluss an die Vernichtung der anatolischen Christen, im Osten der "Türkei" angesiedelt. Das waren zwar keine ethnischen Türken ("eigenes Volk"). Denen wurde in Millionenzahl Unterschlupf im "eigenen Land" gewährt. Und die wurden letztendlich dann, bedingt durch ihre Loyalität zu "ihrem" Volk. Und jetzt knapp 100 Jahre danach hält das Erdo-Regime die sunnitischen Araber für so loyal um sie in kurdischen Siedlungsgebieten anzusiedeln. Darum, und nur darum geht es im derzeitigen Angriffskrieg in Efrîn.

Und hören Sie endlich auf sich als Samariter aufzuspielen - von wegen die Türkei hat so und so viele Flüchtlinge aufgenommen.
1. Diese Flüchtlinge werden für die eigenen Interessen instrumentalisiert (als Kanonnenfutter, Demographiefaktor und Verhandlungsmaße gegenüber der EU)
2. Die Türkei als Kriegspartei (welche sie ja als Terrorpate des IS und al-Qaidas ist) ist mitunter verantwortlich für diesen ganzen Konflikt und muss dementsprechend auch Konsequenzen ziehen.
3. Andere Anrainerstaaten haben prozentuell betrachtet weit mehr Flüchtlinge aufgenommen als die Türkei mit seinen 80 Millionen Einwohnern.

Ja, die Türkei ist faschistisch!

Eine ausgezeichnete Analyse; danke, Kardux.
SAPERE AUDE - Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen.
Immanuel Kant (1724-1804)
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Re: ist die türkei fascistisch ?

Beitragvon Liegestuhl » So 4. Mär 2018, 20:42

Mehmet hat geschrieben:(01 Mar 2018, 21:24)
Mach Urlaub in der Türkei und du wirst sehen, wie schön und weltoffen die Türkei ist.


Ja, genau. Weil das Essen in der Türkei super ist, die Sonne ständig scheint und man beim Klamottenhändler immer einen Nachlass bekommt, weil man der "erste Kunde heute" ist, verbietet sich jede Kritik.

:rolleyes:
Ein Hütchen mit Federn, die Armbrust über der Schulter, aber ein Jäger ist es nicht.
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Re: ist die türkei fascistisch ?

Beitragvon Jekyll » So 4. Mär 2018, 20:50

Liegestuhl hat geschrieben:(04 Mar 2018, 20:42)

Ja, genau. Weil das Essen in der Türkei super ist, die Sonne ständig scheint und man beim Klamottenhändler immer einen Nachlass bekommt, weil man der "erste Kunde heute" ist, verbietet sich jede Kritik.

:rolleyes:
Feindbilder neigen dazu, sich aufzulösen, wenn man sie mit der Wirklichkeit konfrontiert. Meine deutschen Arbeitskollegen machen nach wie vor Urlaub in der Türkei. Sie sind von dem Land und den Menschen begeistert.
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Re: ist die Türkei faschistisch ?

Beitragvon NMA » Di 6. Mär 2018, 10:27

Ein Blinder von hinten hat erkannt, dass dieser Putsch nichts anderes als ein Reichstagsbrand war.

Erdogan tut wirklich sehr beflissen alles dafür, den Eindruck zu erwecken, einen autokratischen Staat anzustreben, der mit Demokratie und Lebenswert überhaupt nichts mehr zu tun hat. Wobei, er hat ihn ja eigentlich schon längst. Schade um dieses Land. So viele Leute, wie der verhaften lässt: Das ist die typische Paranoia, wie schon viele Diktatoren, zb Stalin, darunter litten. Ich werde nie begreifen, wie man an einer Macht Interesse haben kann, die sich nur auf derlei Repressionen stabil halten kann. Ein Staatsführer, der Angst vor Comedians und Journalisten hat. Ein vernünftiges Regime steht über so etwas und lässt sich da nicht aus der Ruhe bringen, siehe die meisten Staaten in der EU ...Die Todesstrafe wäre Erdogan dann auch noch recht. Glückwunsch ... was für ein fieser Schisser, dieser Erdogan!
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Re: ist die Türkei faschistisch ?

Beitragvon Kardux » Di 6. Mär 2018, 11:03

Ist die Türkei faschistisch?

Nun, ein Staat der Musik zensiert könnte sehr wohl so eingestuft werden:

Der türkische Staatssender TRT sieht sich Vorwürfen der Zensur ausgesetzt, nachdem er bestätigt hat, mehr als 200 Lieder auf eine schwarze Liste gesetzt zu haben. Der Sender teilte auf eine Anfrage eines Abgeordneten der Opposition am Donnerstag mit, er habe 208 Lieder, die „Terrorpropaganda“ verbreiteten oder durch die Verherrlichung von Alkohol und Tabak Kinder gefährdeten, 2016 auf eine schwarze Liste gesetzt.

Die Liste enthält sowohl türkische wie kurdische Lieder, darunter Popsongs von Stars wie Demet Akalin, Sila und Bengu.

Der CHP-Abgeordnete Atila Sertel, der die Anfrage an TRT gestellt hatte, kritisierte das Vorgehen und warf dem Sender vor, „Sänger zu verbieten“.

Kritiker werfen der islamisch-konservativen Regierung von Präsident Recep Tayyip Erdogan schon lange vor, der Gesellschaft ihre Werte aufzuzwingen und die Freiheit der Kunst und der Presse massiv einzuschränken.

https://www.berliner-zeitung.de/politik/zensur-in-der-tuerkei-erdogan-setzt-mehr-als-200-schlager-songs-auf-schwarze-liste-29804400

Und weiters dazu:

Die Liste der verbotenen Lieder enthält Songs bekannter türkischer Popsänger sowie kurdischer Künstler. Manche aufgelisteten Lieder tragen Titel wie: “Ich bin betrunken” und “Jeden Abend Wodka, Raki und Wein (betrunken)”.

Das Beispiel des Schlager-Banns zeigt, wie die türkische Regierungspartei von Präsident Recep Tayyip Erdogan das Land zur islamischen Republik umbaut.

Erdogans Regierungssprecher Bekir Bozdag erteidigte den Sender und sagte, es sei eine “Sittenlosigkeit”, dass man den Sachverhalt so darstelle, als würde der Sender “außergesetzliche Zensur” betreiben.

Es sei vielmehr dessen “Pflicht”, Maßnahmen zu ergreifen, wenn es um Inhalte gehe wie “Schimpfworte oder Alkohol, Zigaretten und so weiter”.

http://www.huffingtonpost.de/entry/erdogan-zensur-schlager_de_5a98ed15e4b089ec3538cf48
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Re: ist die Türkei faschistisch ?

Beitragvon NMA » Di 6. Mär 2018, 11:06

Musikzensur?

Verhältnisse wie unter Hitler oder wie in Nordkorea ... ekelhaft.
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Tom Bombadil
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Re: ist die Türkei faschistisch ?

Beitragvon Tom Bombadil » Di 6. Mär 2018, 11:19

Auch das kennt man schon, nannte sich damals "entartete Kunst".
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Re: ist die türkei fascistisch ?

Beitragvon Liegestuhl » Di 6. Mär 2018, 11:26

Jekyll hat geschrieben:(04 Mar 2018, 20:50)

Feindbilder neigen dazu, sich aufzulösen, wenn man sie mit der Wirklichkeit konfrontiert. Meine deutschen Arbeitskollegen machen nach wie vor Urlaub in der Türkei. Sie sind von dem Land und den Menschen begeistert.


Das eine hat doch mit dem anderen nichts zu tun.
Ein Hütchen mit Federn, die Armbrust über der Schulter, aber ein Jäger ist es nicht.
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Re: ist die Türkei faschistisch ?

Beitragvon Kardux » Mi 7. Mär 2018, 08:36

History repeats itself - zumindest in der Türkei ist das diese Tage deutlich zu erkennen.

Criminalising Kurdishness

I was watching a video recorded last year during the Newroz (Kurdish spring festival) celebrations at Dicle University in Diyarbakır. Kurdish university students were whistling a Kurdish song. A group of police came, began to beat them and dragged them across the ground.

Last week, we learned what happened to those university students. The Diyarbakir Prosecutor’s Office accused 12 university students of “spreading propaganda for a terrorist organisation” and “committing crimes in the name of a terrorist organisation”. The prosecutor demanded a seven-year sentence for whistling a Kurdish song.

Last weekend, two musicians were arrested for singing Kurdish songs at a wedding in Istanbul. The wedding singers and the wedding hosts were accused of promoting a terrorist organisation. They are still in prison.

These events reminded me of our elders' stories. Seventy-five years ago, a prominent Kurdish writer, journalist and intellectual Musa Anter, known as Apê Musa (Uncle Musa in Kurdish), was taken to the police station and beaten because of whistling in Kurdish. Anter was shot dead at the age of 77 in 1992. Prosecutors accuse gunmen acting on behalf of the intelligence wing of the Gendarmerie police of carrying out the killing in an ongoing case that first opened in 1999.

In one of his interviews, Anter said:

"In 1943, I was the principle of the Dicle student dormitory in Istanbul. One day, two police officers came and collected me. They took me down to the local police department. Inside, two to five police officers assaulted and hit me. I asked them why and the police sergeant said, ‘You son of a traitor, do you know what your crime is?’ and I said, ‘No.’ ‘Don't you have a radio?’ he asked and I said, ‘Yes.’ ‘Do you have a record player?’ and I said, ‘I've got that, too.’ ‘Well, then, you son of a dog, while there are so many beautiful Turkish records, why do you whistle in Kurdish?’ ”

Another prominent Kurdish intellectual, Tarık Ziya Ekinci, while talking about his memories, said that for each time you spoke Kurdish you were fined five kuruş (an average family salary was 20 kuruş a month at that time). During the 1930s, 40s and 50s there were “Citizen! Speak Turkish!” campaigns. At the end of the 1970s, there was a relative relaxation in using Kurdish, but after the military coup of September 1980, speaking and writing Kurdish was again banned. I remember the sign “No Turkish, No Service” written on the walls of hospitals when I was a child. Kurdish music cassettes and Kurdish songs were also prohibited. Many people were arrested, tortured and even killed just because of having or selling Kurdish music cassettes, books or newspapers. My neighbour, Adnan, was killed in 1993 in front of his eight children just because of selling Kurdish newspapers in his small shop in our district of Diyarbakır.

Some positive developments emerged after the Justice and Development Party (AKP) came to power in 2002. Private Kurdish courses were legally permitted the same year. In 2009, the state broadcaster launched a Kurdish channel with a large ceremony. It was followed by the opening of Kurdish language departments in some universities and two hours of optional Kurdish lessons were launched in some primary schools. Kurdish magazines and books became commonplace and openly published.

With the end of the peace process between the Turkish state and Kurdistan Workers Party (PKK) in 2015, everything changed. Kurdish language departments were closed. Kurdish courses were closed. Optional Kurdish lessons were cancelled.

With the declaration of the state of emergency in July 2016, Kurdishness was banned again. NGOs and institutions concerned with Kurdish language and culture were closed. Kurdish names were removed from public parks, streets and every corner of cities. Kurdish cultural and linguistic symbols were destroyed.

Monuments erected to commemorate dead Kurdish politicians, writers, intellectuals and Kurdish children shot by security forces have been removed or destroyed. The Kurdish names of our cities, like Amed, the Kurdish name for Diyarbakır, were also taken off public billboards. The state is trying to wipe out the Kurdish heritage of these lands.

Today, not only Kurdish songs and Kurdish music, but also whistling a Kurdish tune is prohibited. I really do not know the difference between whistling in Kurdish or Turkish.

I purse my lips and whistle in hope that my song reaches you.

https://ahvalnews.com/kurdishness/criminalising-kurdishness

Das Argument der Terrorbekämpfung ist und bleibt eine fadenscheinige Ausrede und Kriminalisierung der Kurden.

Ja, die Türkei ist faschistisch. Sie könnte kaum faschistischer sein...
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zollagent
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Re: ist die türkei fascistisch ?

Beitragvon zollagent » Mi 7. Mär 2018, 08:42

Jekyll hat geschrieben:(04 Mar 2018, 20:50)

Feindbilder neigen dazu, sich aufzulösen, wenn man sie mit der Wirklichkeit konfrontiert. Meine deutschen Arbeitskollegen machen nach wie vor Urlaub in der Türkei. Sie sind von dem Land und den Menschen begeistert.

Sind sie das auch von dem Autokraten, der willkürlich alle, die er als Opponenten sieht, in den Knast werfen läßt, der den Rechtsstaat Stück für Stück abbaut und der die Welt mit einem dillentantisch durchgeführten Theaterputsch täuschen wollte und sich so den Vorwand für seine Abschaffung der Demokratie selbst schuf?

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