Der türkische Angriffskrieg in Syrien!

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Audi
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Re: Führt die Türkei einen Angriffskrieg in Syrien?

Beitragvon Audi » So 25. Mär 2018, 11:01

Sole.survivor@web.de hat geschrieben:(25 Mar 2018, 09:21)

Was haben diese US-Truppen in Syrien zu tun? Hat die Regierung sie eingeladen? Die Uno?

Völkerrechtswidrig. Das töten der syrischen Armee ein Verbrechen gegen internationale Rechte.
Aber sich über die Türkei aufregen weil die bösen das Recht Verletzen
tabernakel
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Re: Führt die Türkei einen Angriffskrieg in Syrien?

Beitragvon tabernakel » So 25. Mär 2018, 14:35

Sole.survivor@web.de hat geschrieben:(25 Mar 2018, 09:21) Was haben diese US-Truppen in Syrien zu tun? Hat die Regierung sie eingeladen? Die Uno?
Welche Regierung? Du meinst den Diktator der mit Scharfschützen Demonstrationen auflösen wollte, damit einen Bürgerkrieg entfachte der zudem noch den IS gebar, und damit jeden Anspruch Regierung zu sein verspielte?

Die USA machen da das einzig Richtige, sie sorgen dafür dass die Kurden als ihre einzig verlässlichen Verbündeten im Kampf gegen den IS nicht massakriert werden, Afrin hin- oder her. Wenn Assad oder Erdogan meinen sie könnten es grenzenlos übertreiben, dann kriegen sie nen Schuss Realität. Und sollte das eskalieren, dann waren die letzten Jahre nur ne eine Art Aufwärmrunde für einen deutlich größeren Konflikt, Schüsse auf US-Soldaten können genau der Zünder sein der das auslöst. Da wird aktuell von beiden Seiten des politischen Spektrums in den USA sehr genau hingeguckt, wenn selbst Fox-News die Türkei als "our so-called ally" deklariert sagt das alles zum aktuellen Verhältnis ...
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Kardux
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Re: Führt die Türkei einen Angriffskrieg in Syrien?

Beitragvon Kardux » So 25. Mär 2018, 15:01

Jekyll hat geschrieben:Aber erst heute, seit Afrin gefallen ist, reagieren Sie so empfindlich. Stimmts?


Nein, stimmt nicht. Sie haben mich während der letzten Jahre sehr oft als PKK-Anhänger bezeichnet und dies habe ich stets zurückgewiesen und werde es auch weiterhin tun. Ich reagiere lediglich empfindlich, wenn die Türkei Islamisten auf mein Volk hetzt und uns noch mehr Land raubt - als ob Nordkurdistan nicht genug wäre...

Jekyll hat geschrieben:PKK-Insider bezeichnet, aber Sie tätigen sich hier als ein kurdischer Nationalist, der sich mit seiner äußerst fragwürdigen Haltung zum Gesamtkomplex durchaus verdächtig macht, ein Sympathisant gewisser zwielichtiger Gruppierungen zu sein. Sie haben sich in dieser Frage sogar mal recht explizit geäußert.


Die PKK vertritt den kurdischen Nationalismus nicht, sie sind nur eine Bewegung die sich gegen den türkischen Kolonialismus und die gewaltsame Türkisierung gestellt haben. Dieser Widerstand ist legitim, jeder Kurde (der sich auch wirklich als solcher empfindet) sieht das so. Wer unsere Sprache und Kultur vernichten möchte, kann doch nicht ernsthaft erwarten, dass dies ohne Weiteres hingenommen wird...

Ob Sie das verstehen oder nicht ist Ihnen überlassen...

Jekyll hat geschrieben:Muss ich Ihnen jetzt echt auflisten, wie Sie Ihre Mitdiskutanten immer titulieren, die es gewagt haben, Ihnen zu widersprechen? Ihre Wehleidigkeit jetzt steht in keinem Verhältnis zu Ihrem bisherigen Verhalten.


Seitdem ich in diesem Forum bin, habe ich von Ihnen noch keinen einzigen kritischen Beitrag zur Türkei, der AKP, oder Erdo gelesen - keinen einzigen.
Stattdessen aber Israel und Kurdenhetze...

Sie bestätigen nunmal alle Vorurteile. Und genau auf dieser "Grundlage" bezeichne ich Sie Erdo-Fanboy bzw. als türkischer Faschist. So präsentieren Sie sich nunmal.

Jekyll hat geschrieben:Ihre systematischen "Missinterpretationen" des Gesagten sind ebenso wenig überraschend. Es ging um den Vergleich mit der PKK. Die PKK ist einer der aktivsten Terrororganisationen der Welt, die sogar regelrechte Partisanenkriege führen. Die Grauen Wölfe dagegen spielen im Vergleich dazu kaum eine Rolle.


Das ein türkischer Faschist die Grauen Wölfe in Schutz nimmt und verharmlost liegt in der Sache der Natur. Jeder der sich rational mit dem kurdisch-türkischen Konflikt befasst hat, weiß um den Terror dieser Faschisten. Und nur so zur Information für alle jene die sich mit dem Thema nicht befasst haben: die Grauen Wölfe existieren und operieren schon länger als die PKK. Gerade weil es solche türkische Naziverbände gibt, wurde auch die PKK gegründet. Die PKK war nichts weiter als die extreme Antwort auf den noch extremeren Staatsterrorismus (der u.a. von den Grauen Wölfen gefördert wurde).

Und Sie bestätigen mich ja auch mit der Annahme das Sie unter dem Stockholm-Syndrom leiden. Wenn ein angeblicher Alevit die Grauen Wölfe verharmlost muss schon sehr viel schief gelaufen sein in der Jugend...

Jekyll hat geschrieben:Das klingt jetzt aber gar nicht so, als ob Sie der PKK gegenüber ablehnend aufgestellt wären...im Gegenteil.


Ich stehe dem Personenkult der PKK ablehnend gegenüber. Ich stehe ihrer ignoranten und autoritären Art ablehnend gegenüber. Und am meisten stehe ich einigen ihrer Methoden ablehnend gegenüber. Das hat sich die PKK von seinem Feind, dem türkischen Staat abgeschaut. Genau das lehne ich ab. Aber das die PKK gegen die Instrumente der Kolonialherren vorgeht ist eine ganz andere Geschichte...wo und wann soll ich je dem gegenüber ablehnend gegenübergestanden haben?

Jekyll hat geschrieben:Aber Moment mal! Sie sprechen tatsächlich von der "militärischen Niederlage der PKK"!

Der PKK?

Nicht der YPG?

Was ist los, Kardux? Ein spontaner Anfall von Ehrlichkeit? Oder haben Sie sich nur vertippt?


Das ist jetzt wirklich armselig. Wo und wann soll ich jemals geleugnet haben, dass die YPG NICHT der syrische Ableger der PKK ist? Belegen Sie diesen Schwachsinn, bevor Sie hier von Ehrlichkeit quasseln. Ich habe in diesem Forum auch stets von der HDP als politischen Ableger der PKK in Nordkurdistan gesprochen.

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Re: Führt die Türkei einen Angriffskrieg in Syrien?

Beitragvon Sole.survivor@web.de » So 25. Mär 2018, 15:47

tabernakel hat geschrieben:(25 Mar 2018, 15:35)

Welche Regierung? Du meinst den Diktator der mit Scharfschützen Demonstrationen auflösen wollte, damit einen Bürgerkrieg entfachte der zudem noch den IS gebar, und damit jeden Anspruch Regierung zu sein verspielte?

Die USA machen da das einzig Richtige, sie sorgen dafür dass die Kurden als ihre einzig verlässlichen Verbündeten im Kampf gegen den IS..

Den IS brachten letztlich Iran, Türkei und Russland zu Fall. Vorerst zumindest. Jetzt müssen sie andere islamistische Milizen beseitigen oder zum Abzug überzeugen und das Land wieder herrichten. Die Regierung ist heute in Syrien so sicher wie schon Jahre nicht mehr, doch sie hängt nun sehr von den drei regionalen Player ab.
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Re: Führt die Türkei einen Angriffskrieg in Syrien?

Beitragvon Jekyll » So 25. Mär 2018, 17:20

Kardux hat geschrieben:(25 Mar 2018, 16:01)

Nein, stimmt nicht. Sie haben mich während der letzten Jahre sehr oft als PKK-Anhänger bezeichnet und dies habe ich stets zurückgewiesen und werde es auch weiterhin tun. Ich reagiere lediglich empfindlich, wenn die Türkei Islamisten auf mein Volk hetzt und uns noch mehr Land raubt - als ob Nordkurdistan nicht genug wäre...
Ja, ein gewisser Stilbruch ist da in der Tat erkennbar. Wieso reden Sie eigentlich von "mein Volk", wenn es hier explizit um die YPG bzw. die PKK geht? Und wieso "euer Land"? Hieß es nicht immer, dass es sich um syrisches Gebiet, also um das Territorium eines souveränen Staates handelt (weswegen die Türkei u. a. immer kritisiert wurde)? Die Kurden stellen in diesen Gebieten in Syrien lediglich eine Minderheit dar - neben anderen Minderheiten. Also sparen Sie sich Ihre völkischen Blut-und-Boden-Unsinn. Dieses Gebiet gehört ALLEN Syrern!

Die PKK vertritt den kurdischen Nationalismus nicht, sie sind nur eine Bewegung die sich gegen den türkischen Kolonialismus und die gewaltsame Türkisierung gestellt haben. Dieser Widerstand ist legitim, jeder Kurde (der sich auch wirklich als solcher empfindet) sieht das so. Wer unsere Sprache und Kultur vernichten möchte, kann doch nicht ernsthaft erwarten, dass dies ohne Weiteres hingenommen wird...

Ob Sie das verstehen oder nicht ist Ihnen überlassen...
Das verstehe ich durchaus, vor allem der humanistisch-idealistische Teil in mir, aber der realistische Teil sagt mir, dass solch eine destruktive Form des Widerstands den Kurden langfristig eher schadet als nützt. Insbesondere dann, wenn gewisse Kurden meinen, (vermeintlich) Gleiches mit (gar nicht so vermeintlich) Gleichem vergelten zu können. Da springt auch der humanistisch-idealistische Teil in mir entsetzt auf. Nein, auf keinen Fall. Das geht nicht!

Seitdem ich in diesem Forum bin, habe ich von Ihnen noch keinen einzigen kritischen Beitrag zur Türkei, der AKP, oder Erdo gelesen - keinen einzigen.
Stattdessen aber Israel und Kurdenhetze...
Das ist eine infame Lüge! Unterlassen Sie das! Gerade Israel, das für Juden ein sicherer Hafen in einer Welt voller Antisemitismen und Rassismen ist, würde ich niemals in dieser Form attackieren. Da geht mein Sinn für die Realität mit meinem idealistisch-humanistischen Teil ausnahmsweise sogar konform.

Sie bestätigen nunmal alle Vorurteile. Und genau auf dieser "Grundlage" bezeichne ich Sie Erdo-Fanboy bzw. als türkischer Faschist. So präsentieren Sie sich nunmal.
Da...gleich zwei Mal. Und Sie regen sich auf, wenn ich sie mal als "Insider" (in kurdischer) Sache bezeichne. Und hatten Sie nicht erst kürzlich einen Mitdiskutanten als "türkischen Nazi" bezeichnet oder so? (qed)

Das ein türkischer Faschist die Grauen Wölfe in Schutz nimmt und verharmlost liegt in der Sache der Natur.
Schon wieder...."türkischer Faschist" (qed).
Apropos in Schutz nehmen und verharmlosen; als was müsste man eigentlich nach gleicher Logik jemanden bezeichnen, der die Verbrechen von kurdischen Gruppierungen und Terrororganisationen relativiert oder gar rechtfertigt? Kurdischer Faschist vielleicht?

Und Sie bestätigen mich ja auch mit der Annahme das Sie unter dem Stockholm-Syndrom leiden. Wenn ein angeblicher Alevit die Grauen Wölfe verharmlost muss schon sehr viel schief gelaufen sein in der Jugend...
Wuf!

Ich stehe dem Personenkult der PKK ablehnend gegenüber. Ich stehe ihrer ignoranten und autoritären Art ablehnend gegenüber. Und am meisten stehe ich einigen ihrer Methoden ablehnend gegenüber.
Aber Kardux, wenn Sie all das wegnehmen, was bleibt dann von der PKK als Terrororganisation noch übrig? :cool:

Das ist jetzt wirklich armselig. Wo und wann soll ich jemals geleugnet haben, dass die YPG NICHT der syrische Ableger der PKK ist? Belegen Sie diesen Schwachsinn, bevor Sie hier von Ehrlichkeit quasseln.
Machen wir es kurz: Wenn Sie jetzt so offen und direkt und konkret und ohne jedwedes Herumeiern zugeben, dass die YPG lediglich der syrische Ableger der PKK ist - also absolut identisch mit der PKK ist -, und Sie auf der anderen Seite zugeben bzw. anerkennen müssen, dass die PKK eine Terrororganisation ist - ist dann das militärische Vorgehen der Türkei nicht damit gerechtfertig und legitim, weil dann die YPG ebenso eine Terrororganisation ist? :cool:

Ich habe in diesem Forum auch stets von der HDP als politischen Ableger der PKK in Nordkurdistan gesprochen.
Das wird ja immer besser! Also würde das bedeuten, dass die HDP der politische Arm einer Terrororganisation ist. Ist dadurch das Vorgehen der türkischen Justiz gegen diese Terroristen-Partei (so muss man sie ja korrekterweise bezeichnen) nicht absolut richtig und gerechtfertig und legitim? :cool:

Kardux, bitte nicht aufhören - machen Sie weiter so!
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Re: Führt die Türkei einen Angriffskrieg in Syrien?

Beitragvon Adam Smith » So 25. Mär 2018, 17:25

Sole.survivor@web.de hat geschrieben:(25 Mar 2018, 16:47)

Den IS brachten letztlich Iran, Türkei und Russland zu Fall. Vorerst zumindest. Jetzt müssen sie andere islamistische Milizen beseitigen oder zum Abzug überzeugen und das Land wieder herrichten. Die Regierung ist heute in Syrien so sicher wie schon Jahre nicht mehr, doch sie hängt nun sehr von den drei regionalen Player ab.

Die Türkei hat erst in dem Moment in den Krieg eingegriffen, als die Kurden in der Lage waren den IS vollständig zu verdrängen.
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Re: Führt die Türkei einen Angriffskrieg in Syrien?

Beitragvon Adam Smith » So 25. Mär 2018, 17:30

Jekyll hat geschrieben:(25 Mar 2018, 18:20)
Kardux, bitte nicht aufhören - machen Sie weiter so!

Hier lernt man dich mal so richtig kennen. Jetzt bräuchten wir hier nur noch einen Griechen und Armenier.
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Re: Führt die Türkei einen Angriffskrieg in Syrien?

Beitragvon Sole.survivor@web.de » So 25. Mär 2018, 18:10

Audi hat geschrieben:(25 Mar 2018, 12:01)

Völkerrechtswidrig. Das töten der syrischen Armee ein Verbrechen gegen internationale Rechte.
Aber sich über die Türkei aufregen weil die bösen das Recht Verletzen

Jetzt bin ich verwirrt. Die bringen in Syrien Leute um und ein anderes Natoland darf das - ebenfalls in Syrien nicht?
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Re: Führt die Türkei einen Angriffskrieg in Syrien?

Beitragvon Vongole » So 25. Mär 2018, 18:56

Audi hat geschrieben:(25 Mar 2018, 12:01)

Völkerrechtswidrig. Das töten der syrischen Armee ein Verbrechen gegen internationale Rechte.
Aber sich über die Türkei aufregen weil die bösen das Recht Verletzen


Sicher nur ein Verschreiber, oder?
Das Töten, oder besser die Ermordung syrischer Bürger durch Assads Armee ist ein Verbrechen, und verstößt gegen internationales Recht.
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Re: Führt die Türkei einen Angriffskrieg in Syrien?

Beitragvon Kardux » Mo 26. Mär 2018, 00:29

Jekyll hat geschrieben:Ja, ein gewisser Stilbruch ist da in der Tat erkennbar.


Welcher "Stilbruch"? Ich bin seit 2013 in diesem Forum registriert - seitdem verfolgt die Türkei ja auch wieder eine militärische Lösung der Kurdenfrage. Als ich hier über die Terrorpatenschaft der Türkei für den IS, Al-Qaida und Konsorten schrieb, hielten das die meisten User hier für eine Verschwörungstheorie. Es bewahrheitete sich aber - niemand kann diese Tatsache noch leugnen. Als Kobanê kurz vorm Fall war (und das wäre es, ohne die Hilfe der USA), habe ich nicht anders geschrieben als vor der Einnahme Efrîns. Mit türkisch-arabischen Landraub haben wir mittlerweile Erfahrung.

Jekyll hat geschrieben:Wieso reden Sie eigentlich von "mein Volk", wenn es hier explizit um die YPG bzw. die PKK geht?


Es geht um die indigenen Einwohner Efrîns. Die sind, auch wenn Sie es nicht glauben wollen, Kurden. Deshalb, "mein Volk". Der Türkei geht es nachweislich nicht um die Entmachtung der YPG/PKK, sonst hätte man ja auch die kurdische Anti-PKK-Bewegung ENKS miteinbeziehen können. Hat man das getan? Wieso weichen Sie dieser Frage aus? Wieso weichen Sie der Tatsache aus, dass Ihre faschistische Türkei das kurdische Efrîn demographisch verändern will?!

Jekyll hat geschrieben:Und wieso "euer Land"? Hieß es nicht immer, dass es sich um syrisches Gebiet, also um das Territorium eines souveränen Staates handelt (weswegen die Türkei u. a. immer kritisiert wurde)? Die Kurden stellen in diesen Gebieten in Syrien lediglich eine Minderheit dar - neben anderen Minderheiten. Also sparen Sie sich Ihre völkischen Blut-und-Boden-Unsinn. Dieses Gebiet gehört ALLEN Syrern!


Aha, die Kurden stellen also in Efrîn die Minderheit dar. Dann her mit Ihren Quellen. Da bin ich schon gespannt.

Natürlich ist Efrîn unser Land - es wird nachweislich seit Jahrhunderten von Kurden besiedelt. Die Türkei wird deshalb kritisiert, weil sie sich mit dem Kolonialismus innerhalb der eigenen Grenzen nicht zufrieden gibt und weiteren Landraub forciert. Was die Kurden in Syrien tun, geht die Türkei seit dem Vertrag von Lausanne nunmal nichts mehr an. Und hören Sie mir auf mit Blut und Boden. Ihr größenwahsinniger Führer labert doch täglich von Jerusalem, Mosul, Kerkûk, Aleppo und sogar Mekka. Es ist Erdo der Regionen fordert, wo gar keine Türken leben. Wie soll man das denn einordnen, als neutraler Betrachter, oder gar als Einheimischer dieser Regionen die Erdo so dreist beansprucht?

Jekyll hat geschrieben:Das verstehe ich durchaus, vor allem der humanistisch-idealistische Teil in mir, aber der realistische Teil sagt mir, dass solch eine destruktive Form des Widerstands den Kurden langfristig eher schadet als nützt. Insbesondere dann, wenn gewisse Kurden meinen, (vermeintlich) Gleiches mit (gar nicht so vermeintlich) Gleichem vergelten zu können. Da springt auch der humanistisch-idealistische Teil in mir entsetzt auf. Nein, auf keinen Fall. Das geht nicht!


Sie setzen sich damit für die fortführende Unterdrückung der Kurden ein - nichts anderes beschreiben Sie hier in diesem Satz.

Ihre Logik: Mir ist zwar klar, dass Kurden unterdrückt werden, aber es ist besser für sie, das über sich ergehen zu lassen. So ist es besser für sie. Die Kurden sollen sich auf keinen Fall gegen diese Unterdrückung wehren, das wäre nicht gerecht. Nein, das geht nicht. Auf keinen Fall. Unter keinen Umständen dürfen sich die Kurden gegen die Türkisierung stellen. Langfristig nützt es den Kurden, ihre Sprache und Kultur aufzugeben. Das Türkentum ist sowieso überlegen.

Genau das ist Ihre Logik!!

Jekyll hat geschrieben:Das ist eine infame Lüge! Unterlassen Sie das! Gerade Israel, das für Juden ein sicherer Hafen in einer Welt voller Antisemitismen und Rassismen ist, würde ich niemals in dieser Form attackieren. Da geht mein Sinn für die Realität mit meinem idealistisch-humanistischen Teil ausnahmsweise sogar konform.


Scherzkeks...

Jekyll hat geschrieben:Da...gleich zwei Mal. Und Sie regen sich auf, wenn ich sie mal als "Insider" (in kurdischer) Sache bezeichne. Und hatten Sie nicht erst kürzlich einen Mitdiskutanten als "türkischen Nazi" bezeichnet oder so? (qed)


Der faschistische Mitdiskutant hat sich klar und offen für die demographische Veränderung Efrîn ausgesprochen. Natürlich ist dies ein türkischer Nazi. Was sonst? Und Sie sind keinen cm besser.

Jekyll hat geschrieben:Apropos in Schutz nehmen und verharmlosen; als was müsste man eigentlich nach gleicher Logik jemanden bezeichnen, der die Verbrechen von kurdischen Gruppierungen und Terrororganisationen relativiert oder gar rechtfertigt? Kurdischer Faschist vielleicht?


Wie soll ich ein kurdischer Faschist sein? Ich stelle mein Volk über kein Volk der Welt. Ich fordere Gleichberechtigung. Leute die den kurdischen Widerstand gegen die Türkisierung als Terrorismus abtun und kein Verständnis für das kurdische Selbstbestimmungsrecht zeigen sehen in Kurden Menschen zweiter Klasse. Deshalb werden solche Menschen von mir als Faschisten bezeichnet. Sie zählen dazu.

Abgesehen davon relativiere ich keine Verbrechen kurdischer Gruppen. Ich finde es einfach grenzwertig, wenn man bei uns Kurden westliche Massstäbe setzt und unsere Nachbarn wie im Mittelalter agieren dürfen, ohne großen Aufschrei.

Jekyll hat geschrieben:Wuf!


Weiter so, Grauer Wolf.

Jekyll hat geschrieben:Aber Kardux, wenn Sie all das wegnehmen, was bleibt dann von der PKK als Terrororganisation noch übrig?


Der Kampf gegen die türkische Armee und den Geheimdienst bleibt. Also jede Menge...

Jekyll hat geschrieben:Machen wir es kurz: Wenn Sie jetzt so offen und direkt und konkret und ohne jedwedes Herumeiern zugeben, dass die YPG lediglich der syrische Ableger der PKK ist - also absolut identisch mit der PKK ist -, und Sie auf der anderen Seite zugeben bzw. anerkennen müssen, dass die PKK eine Terrororganisation ist - ist dann das militärische Vorgehen der Türkei nicht damit gerechtfertig und legitim, weil dann die YPG ebenso eine Terrororganisation ist?


Der Türkei geht es aber nicht um die Entmachtung der YPG. Wie oft denn noch? Wieso so ignorant?

Abgesehen davon hat die Türkei nicht das Recht einen Teil Syriens zu okkupieren - speziell dann nicht, wenn dort gar keine Türken leben. Die Türkei hat keinen Anspruch auf Efrîn. Wäre es nur um die YPG gegangen, hätte man doch das Gebiet erobern müssen und dann eine zivile kurdische Administration aufbauen müssen. Stattdessen, sprachen die Türken im Vorfeld der Operation davon, Efrîn den "rechtmäßigen" Besitzer zurückzugeben. Das ist Landraub + Veränderung der Demographie. Ihr Terrorgelabere können Sie gerne in türkischen Teehäusern posaunen, aber doch nicht hier.

Jekyll hat geschrieben:Das wird ja immer besser! Also würde das bedeuten, dass die HDP der politische Arm einer Terrororganisation ist. Ist dadurch das Vorgehen der türkischen Justiz gegen diese Terroristen-Partei (so muss man sie ja korrekterweise bezeichnen) nicht absolut richtig und gerechtfertig und legitim? :cool:

Kardux, bitte nicht aufhören - machen Sie weiter so!


Beruhigen Sie sich wieder, flippen Sie nicht aus.

Sie werden in diesem gesamten Forum keinen Satz von mir finden, wo ich die Beziehung zwischen der HDP und der PKK abgestritten hätte. So what? Wenn man die Leute aus den Bergen holen will und nach einer politischen Lösung der Kurdenfrage sucht, muss man einen politischen Arm auch hinnehmen. Wie sonst gedenkt man den Konflikt zu beenden? Indem man alle PKK-Kämpfer tötet? Dann träumt mal weiter...

Der türkische Geheimdienst hat selber die HDP als Vermittler zu den PKK-Führern in Qendîl gesucht. Später wurde man deshalb eingesperrt. Wenn man der Logik Erdos folgen würde, müsste man auch Hakan Fidan, den MIT-Chef festnehmen lassen. Die PKK ist eine Realität, damit muss sich die Türkei abfinden. Der politische Ableger hätte das Potential gehabt, den militärischen Kern zu schwächen. Aber nachdem die Türkei die Kurdenfrage wieder mit Gewalt lösen wollte, war klar das die kurdischen Hardlinder wieder an Macht gewinnen. Genau diese Radikalisierung ist das Ziel der Türkei. Die politische Lösung ist klar und deutlich. Den Kurden mindestens Autonomie gewähren - dann würde sich die PKK von selbst auflösen...
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Re: Führt die Türkei einen Angriffskrieg in Syrien?

Beitragvon Audi » Mo 26. Mär 2018, 08:14

Vongole hat geschrieben:(25 Mar 2018, 19:56)

Sicher nur ein Verschreiber, oder?
Das Töten, oder besser die Ermordung syrischer Bürger durch Assads Armee ist ein Verbrechen, und verstößt gegen internationales Recht.

Die offizielle Regierung in Syrien kämpft gegen Islamisten. Die USA hat kein Recht die syrische Armee zu Bomben. Oder gibt's dafür eine UN Resolution? Ich meine nicht
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Re: Führt die Türkei einen Angriffskrieg in Syrien?

Beitragvon Audi » Mo 26. Mär 2018, 08:15

Sole.survivor@web.de hat geschrieben:(25 Mar 2018, 19:10)

Jetzt bin ich verwirrt. Die bringen in Syrien Leute um und ein anderes Natoland darf das - ebenfalls in Syrien nicht?

Kein Land darf die syrische Armee angreifen ohne Resolution. Geschweige zig Basen zu bauen und die Regierung anzugreifen.
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Re: Führt die Türkei einen Angriffskrieg in Syrien?

Beitragvon Audi » Mo 26. Mär 2018, 08:16

tabernakel hat geschrieben:(25 Mar 2018, 15:35)

Welche Regierung? Du meinst den Diktator der mit Scharfschützen Demonstrationen auflösen wollte, damit einen Bürgerkrieg entfachte der zudem noch den IS gebar, und damit jeden Anspruch Regierung zu sein verspielte?

Die USA machen da das einzig Richtige, sie sorgen dafür dass die Kurden als ihre einzig verlässlichen Verbündeten im Kampf gegen den IS nicht massakriert werden, Afrin hin- oder her. Wenn Assad oder Erdogan meinen sie könnten es grenzenlos übertreiben, dann kriegen sie nen Schuss Realität. Und sollte das eskalieren, dann waren die letzten Jahre nur ne eine Art Aufwärmrunde für einen deutlich größeren Konflikt, Schüsse auf US-Soldaten können genau der Zünder sein der das auslöst. Da wird aktuell von beiden Seiten des politischen Spektrums in den USA sehr genau hingeguckt, wenn selbst Fox-News die Türkei als "our so-called ally" deklariert sagt das alles zum aktuellen Verhältnis ...

USA hat in Syrien keine Basen zu bauen. Dann wird auf die auch nicht geschossen. Es gibt ein internationales Völkerrecht welches genau solche Fälle regelt. Und USA verstößt gerade diese Rechte.
Ob es dir passt oder nicht. Die Regierung in Damaskus ist offizieller Vertreter vor der UN.
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Re: Führt die Türkei einen Angriffskrieg in Syrien?

Beitragvon Sole.survivor@web.de » Mo 26. Mär 2018, 09:52

Audi hat geschrieben:(26 Mar 2018, 09:15)

Kein Land darf die syrische Armee angreifen ohne Resolution. Geschweige zig Basen zu bauen und die Regierung anzugreifen.

Wenn kein Land das darf und die Türkei auch nicht, warum sind dann angeblich US-Soldaten im Land, die anzugreifen man türkische Truppen warnt? Das ist doch paradox!
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Re: Führt die Türkei einen Angriffskrieg in Syrien?

Beitragvon Mari » Mo 26. Mär 2018, 10:03

Audi hat geschrieben:(26 Mar 2018, 09:14)

Die offizielle Regierung in Syrien kämpft gegen Islamisten. Die USA hat kein Recht die syrische Armee zu Bomben. Oder gibt's dafür eine UN Resolution? Ich meine nicht


Die Türkei, aber auch die USA führen eindeutig einen rechtswidrigen Angriffskrieg gegen Syrien.

Angriffskrieg bezeichnet das militärische Eindringen eines Staates in fremdes Territorium, ohne dass der Angreifer (oder ein anderer, verbündeter Staat) entweder von dem angegriffenen Staat vorher selbst angegriffen worden wäre, ein solcher Angriff unmittelbar bevorstünde oder der angegriffene Staat dem Angreifer den Krieg erklärt hätte oder Teile seines Territoriums besetzt hielte. https://de.wikipedia.org/wiki/Angriffskrieg
LG Mari
Man kann ein ganzes Volk eine Zeit lang belügen, Teile eines Volkes dauernd betrügen, aber nicht das ganze Volk dauernd belügen und betrügen. (Abraham Lincoln)
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Re: Führt die Türkei einen Angriffskrieg in Syrien?

Beitragvon Audi » Mo 26. Mär 2018, 11:03

Sole.survivor@web.de hat geschrieben:(26 Mar 2018, 10:52)

Wenn kein Land das darf und die Türkei auch nicht, warum sind dann angeblich US-Soldaten im Land, die anzugreifen man türkische Truppen warnt? Das ist doch paradox!

Weil die USA das internationale Recht nicht juckt. Das ist warum auch Erdogan das macht
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Re: Der türkische Angriffskrieg in Syrien!

Beitragvon Tom Bombadil » Mo 26. Mär 2018, 12:15

Strangtitel angepasst.
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Re: Führt die Türkei einen Angriffskrieg in Syrien?

Beitragvon tabernakel » Mo 26. Mär 2018, 17:50

Audi hat geschrieben:(26 Mar 2018, 09:16) USA hat in Syrien keine Basen zu bauen. Dann wird auf die auch nicht geschossen. Es gibt ein internationales Völkerrecht welches genau solche Fälle regelt. Und USA verstößt gerade diese Rechte. Ob es dir passt oder nicht. Die Regierung in Damaskus ist offizieller Vertreter vor der UN.
Das mag sein weil in der UN vor allem anderen eine Mehrheit von autoritären Regimen vorherrscht. Aber DU wirst den USA (oder einer anderen Supermacht) sicherlich nicht vorschreiben was sie dürfen oder nicht. Und daher bauen die USA zurecht ihre Basen da wo sie vor dem von ihnen unterstützten Teil der Syrer eingeladen sind. Genauso wie die Russen ihre Basen auf Einladung eines syrischen Diktators bauen (dürfen). Bürgerkriege haben völkerrechtliche Realität zu jeder Zeit verändert, auch hier wird das kaum zu vermeiden sein. Ob es DIR passt oder nicht.
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Re: Führt die Türkei einen Angriffskrieg in Syrien?

Beitragvon Audi » Di 27. Mär 2018, 09:42

tabernakel hat geschrieben:(26 Mar 2018, 18:50)

Das mag sein weil in der UN vor allem anderen eine Mehrheit von autoritären Regimen vorherrscht. Aber DU wirst den USA (oder einer anderen Supermacht) sicherlich nicht vorschreiben was sie dürfen oder nicht. Und daher bauen die USA zurecht ihre Basen da wo sie vor dem von ihnen unterstützten Teil der Syrer eingeladen sind. Genauso wie die Russen ihre Basen auf Einladung eines syrischen Diktators bauen (dürfen). Bürgerkriege haben völkerrechtliche Realität zu jeder Zeit verändert, auch hier wird das kaum zu vermeiden sein. Ob es DIR passt oder nicht.

Also scheiß auf das Völkerrecht? Wozu werden dann die Russen in der Ukraine sanktioniert? Lol
Das ist die geilste Erklärung die ich bis jetzt gelesen habe... Also macht Türkei das gleiche mit den Basen in idlib und afrin.

Haben wir ja die Frage geklärt
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Re: Der türkische Angriffskrieg in Syrien!

Beitragvon zollagent » Di 27. Mär 2018, 11:51

Tom Bombadil hat geschrieben:(26 Mar 2018, 13:15)

Strangtitel angepasst.

:thumbup:

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